Zukunft der IRE-Linie Basel-Ulm (Allgemeines Forum)

Mike65, Montag, 05.04.2021, 18:33 (vor 8 Tagen)

Mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Südbahn zwischen Friedrichshafen und Ulm wird die durchgehende IRE-Line Basel-Ulm wohl eingestellt:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/neue-zuege-und...

Einerseits ist es natürlich erfreulich, dass Ulm-Friedrichshafen nun im 30-Minuten-Takt bedient wird, andererseits wird die Verbindung nach Basel dann wohl zweimal gebrochen: Einmal in Singen, wo von den 612er Treibwagen auf Doppelstockwagen umgestiegen werden muss und dann wiederum in Friedrichshafen, wo es elektrisch weitergeht. Als regelmäßiger Nutzer der Verbindung befürchte ich eine erhebliche Verschlechterung: Neben der Fahrzeitverlängerung durch die Umstiege und die fehlende Neigetechnik auf der kurvenreichen Gürtelbahn besteht dann gleich zweimal das Risiko des Anschlussverlustes mit langen Wartezeiten auf den Folgezug.

Die Linie wird vor allem von Wochenendheimfahren von und in die Schweiz genutzt, von denen die meisten von Basel oder Schaffhausen bis Ulm durchfahren. Auch wenn zur Zeit coronabedingt die Auslastung niedriger ist, wird sich das in Zukunft wieder erhöhen. Hinzu kommt an Sommerwochenenden der Ausflugsverkehr mit seinen Massen an Fahrrädern.

Warum bindet man die Doppelstockwagen nicht wenigstens von Ulm nach Singen durch? In Friedrichshafen steigen nur Wenige aus- und ein, die meisten Touristen fahren bis Überlingen oder Radolfzell. Ist ein Lokwechsel so aufwändig?
Und wozu die Brechung in Singen? Könnte man die Doppelstockwagen mit Diesellok nicht bis Basel weiterfahren lassen? Die Hochrheinstrecke ist meines Wissens nicht sonderlich kurvig, so dass man die Neigetechnik hier vermissen würde.

Zukunft der IRE-Linie Basel-Ulm

Siggis Malz, Montag, 05.04.2021, 18:47 (vor 8 Tagen) @ Mike65
bearbeitet von Siggis Malz, Montag, 05.04.2021, 18:48

Einerseits ist es natürlich erfreulich, dass Ulm-Friedrichshafen nun im 30-Minuten-Takt bedient wird, andererseits wird die Verbindung nach Basel dann wohl zweimal gebrochen: Einmal in Singen, wo von den 612er Treibwagen auf Doppelstockwagen umgestiegen werden muss und dann wiederum in Friedrichshafen, wo es elektrisch weitergeht. Als regelmäßiger Nutzer der Verbindung befürchte ich eine erhebliche Verschlechterung: Neben der Fahrzeitverlängerung durch die Umstiege und die fehlende Neigetechnik auf der kurvenreichen Gürtelbahn besteht dann gleich zweimal das Risiko des Anschlussverlustes mit langen Wartezeiten auf den Folgezug.

Die Linie wird vor allem von Wochenendheimfahren von und in die Schweiz genutzt, von denen die meisten von Basel oder Schaffhausen bis Ulm durchfahren. Auch wenn zur Zeit coronabedingt die Auslastung niedriger ist, wird sich das in Zukunft wieder erhöhen. Hinzu kommt an Sommerwochenenden der Ausflugsverkehr mit seinen Massen an Fahrrädern.

Warum bindet man die Doppelstockwagen nicht wenigstens von Ulm nach Singen durch? In Friedrichshafen steigen nur Wenige aus- und ein, die meisten Touristen fahren bis Überlingen oder Radolfzell. Ist ein Lokwechsel so aufwändig?
Und wozu die Brechung in Singen? Könnte man die Doppelstockwagen mit Diesellok nicht bis Basel weiterfahren lassen? Die Hochrheinstrecke ist meines Wissens nicht sonderlich kurvig, so dass man die Neigetechnik hier vermissen würde.


Keine Sorge.
Du hast das Betriebskonzept einfach falsch verstanden (aber das scheint erstaunlich oft falsch verstanden zu werden, also keine Schande).

Die Dostos fahren Basel - Friedrichshafen, die 612er nur Basel - Singen.

Das ist zwar langsamer, sollte aber, wenn die Prophezeiungen stimmen, zuverlässiger und komfortabler für die von dir angesprochenen Reisebedürfnisse sein.

Zukunft der IRE-Linie Basel-Ulm

Mike65, Montag, 05.04.2021, 23:03 (vor 8 Tagen) @ Siggis Malz

Die Dostos fahren Basel - Friedrichshafen, die 612er nur Basel - Singen.

Heisst das, dass bis Singen abwechselnd Dostos und 612er fahren werden? Das erspart wenigsten ein Umsteigen auf der IRE3-Linie. Dann stellt sich natürlich die Frage, warum die Doppeldecker nicht gleich bis Ulm (oder Stuttgart) weiterfahren. Ist ein Lokwechsel logistisch so komplex?
Und was geschieht, wenn die Hochrheinstrecke mal vollständig elektrifiziert ist? Viel fehlt ja nicht mehr.

Zukunft der IRE-Linie Basel-Ulm

ffz, Dienstag, 06.04.2021, 09:40 (vor 7 Tagen) @ Mike65

Heisst das, dass bis Singen abwechselnd Dostos und 612er fahren werden? Das erspart wenigsten ein Umsteigen auf der IRE3-Linie. Dann stellt sich natürlich die Frage, warum die Doppeldecker nicht gleich bis Ulm (oder Stuttgart) weiterfahren. Ist ein Lokwechsel logistisch so komplex?
Und was geschieht, wenn die Hochrheinstrecke mal vollständig elektrifiziert ist? Viel fehlt ja nicht mehr.

Genau es wird alle 2 Stunden einen IRE Friedrichshafen Stadt - Singen (Htw) - Basel Bad Bf mit 245er und Dostos geben und alle 2 Stunden einen IRE Singen (Htw) - Basel Bad Bf mit 612er, allerdings nicht genau im 60 Min Takt, da die 245er die Neigetechnik Fahrzeiten nicht halten kann. Das wird eher ein 70/50 Takt werden. In Friedrichshafen Stadt besteht eine Umsteigezeit von etwa 15 Min zum 425er (I)RE nach Ulm Hbf.

Der "neue" (I)RE mit 425er Ulm Hbf - Friedrichshafen Stadt fährt ab Dezember 2021 alle Stunde um 30 min versetzt zum RE 5 Stuttgart Hbf - Ulm Hbf - Friedrichshafen Stadt - Lindau Insel. Man hat nicht genug E-Loks um den IRE 3 mit Dostos mit Lok bis Ulm Hbf zu fahren und auch nicht genug Dostos dafür.

Wenn die Hochrheinstrecke ab ca 2030 elektrifiziert ist wird ganz sicher alle Stunde ein IR/(I)RE Basel Bad Bf - Singen(Htw) - Konstanz - St. Gallen mit FLIRT der SBB geben. Dazu um 30 Min versetzt einen elektrischen (I)RE Basel Bad Bf - Singen(Htw) mit Elektrotriebwagen und ohne Neigetechnik. So lange die Bodenseegürtelbahn nicht elektrifiziert ist gehe ich davon aus, dass man wenn überhaupt einen Diesellok bespannten IRE Friedrichshafen Stadt - Radolfzell anbieten wird.

Akkutriebzüge?

Mike65, Dienstag, 06.04.2021, 18:35 (vor 7 Tagen) @ ffz

Die teilelektrifizierte Strecke wäre doch ein ideales Terrain für die Talente mit Akkuüberbrückung. Die Züge sind sicherlich teurer als das vorhandene Wagenmaterial, aber vermutlich billiger als eine durchgehende Elektrifizierung der Bodenseebahn. Laut Bombardier soll es im letzten Jahr einen Test in der Region Alb-Bodensee gegeben haben:

https://rail.bombardier.com/en/about-us/worldwide-presence/germany/de.html/bombardier/n...

Ist da was in Planung?

Akkutriebzüge?

Siggis Malz, Dienstag, 06.04.2021, 19:35 (vor 7 Tagen) @ Mike65

Nein, hier geht man zum Glück einen Schritt weiter.

Akkutriebzüge sind ein sehr teures Unterfangen, wenn man sonst kein passendes Netz in dieser Größenklasse in der Nähe hat.

Zumal als Teil einer übergeordneten Verbindung mit Strecken von 200 km und mehr und einem angedachten 30-Minuten Takt oder mehr, lohnt sich an allen Stellen die durchgehende Elektrifizierung und Lücken würden nur dauerhaft den Betriebsablauf erschweren.
Dementsprechend wird bereits überall mit Oberleitung geplant.

Akkutriebzüge - hier keine sinnvolle Option

ffz, Dienstag, 06.04.2021, 20:10 (vor 7 Tagen) @ Mike65

Hallo,

die Akkutriebzüge werden bei der Ortenau S-Bahn zum Einsatz kommen, allerdings von Siemens siehe hier https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/batterie-elekt... und https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/siemens-mobili...

Der Talent 3 wird seit der Übernahme von Bombardier durch Alstom nicht mehr weiter entwickelt und neu gebaut, die Patente und die Rechte wurde an Skoda verkauft.

Einstöckige Fahrzeuge sind auf dem IRE Friedrichshafen Stadt - Singen (Htw) wenig sinnvoll, da im Sommer viele Fahrradfahrer und viele Fahrgäste zu transportieren sind und sich die 16 Sitzplätze 1. Klasse in einer 612er Doppeltraktion im Verkehr Friedrichshafen Stadt - Basel Bad Bf als zu wenig herausgestellt haben. Mit den 3 Doppelstockwagen schafft man einen stufenfreien Zugang für Fahrräder und zeitglich mehr 1. Klasse Sitzplätze in einem Wagen.

Die Bodenseegürtelbahn soll bis Ende der 2030er Jahre mit Doppelspurinseln ausgestattet werden und vollständig elektrifiziert werden. Ziel ist mindestens in der HVZ ein 30 Min Takt der Regionalbahnen.

Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage des IRE Basel Bad Bf - Ulm mit Umstieg in Friedrichshafen Stadt ab Dezember 2021 zügig erheblich einbrechen wird. Die Verbindung wird durch die Dostos statt 612er und durch die Aufenthalt in Friedrichshafen Stadt bis Ulm Hbf gegenüber heute fast 40 Min langsamer werden. Der Anschluss IRE in Friedrichshafen Stadt wird in Ukm Hbf zur Minute 28 ankommen, man hat also in Ulm Hbf dann keinen direkten Fernverkehrsanschluss.

Überlingen

Turbonegro, Dienstag, 06.04.2021, 22:09 (vor 7 Tagen) @ ffz
bearbeitet von Turbonegro, Dienstag, 06.04.2021, 22:09

Einstöckige Fahrzeuge sind auf dem IRE Friedrichshafen Stadt - Singen (Htw) wenig sinnvoll, da im Sommer viele Fahrradfahrer und viele Fahrgäste zu transportieren sind und sich die 16 Sitzplätze 1. Klasse in einer 612er Doppeltraktion im Verkehr Friedrichshafen Stadt - Basel Bad Bf als zu wenig herausgestellt haben. Mit den 3 Doppelstockwagen schafft man einen stufenfreien Zugang für Fahrräder und zeitglich mehr 1. Klasse Sitzplätze in einem Wagen.

Hauptproblem beim Thema Kapazität zwischen Friedrichshafen und Singen ist der Bahnsteig in Überlingen (Mitte), der nur 2x612 zulässt und auch nicht verlängerbar ist, da er zwischen zwei Tunnel gebaut ist. Bild
Möchte man die Kapazität erhöhen, wird man langfristig nicht um E-Dosto-Triebwagen à la Desiro HC herumkommen und diese gibt es meines Wissens noch nicht mit Akku.

Überlingen-Therme

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 07.04.2021, 05:13 (vor 7 Tagen) @ Turbonegro

Hauptproblem beim Thema Kapazität zwischen Friedrichshafen und Singen ist der Bahnsteig in Überlingen (Mitte), der nur 2x612 zulässt und auch nicht verlängerbar ist, da er zwischen zwei Tunnel gebaut ist. Bild
Möchte man die Kapazität erhöhen, wird man langfristig nicht um E-Dosto-Triebwagen à la Desiro HC herumkommen und diese gibt es meines Wissens noch nicht mit Akku.

So gross ist das Problem nicht. Am anderen Ende des West-Tunnels befindet sich der Bf Überlingen-Therme mit ICE-tauglichen Bahnsteigen.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]

Zukunft der IRE-Linie Basel-Ulm

lokuloi, Dienstag, 06.04.2021, 21:42 (vor 7 Tagen) @ Siggis Malz

Keine Sorge.
Du hast das Betriebskonzept einfach falsch verstanden (aber das scheint erstaunlich oft falsch verstanden zu werden, also keine Schande).

Die Dostos fahren Basel - Friedrichshafen, die 612er nur Basel - Singen.

Das ist zwar langsamer, sollte aber, wenn die Prophezeiungen stimmen, zuverlässiger und komfortabler für die von dir angesprochenen Reisebedürfnisse sein.

Na ja. Vor allem werden einige Reisebedürfnisse nicht mehr abgedeckt, da nutzt es dann auch nicht, wenn es sie zuverlässig nicht gibt.

Die von mit ab und an benutzte Verbidung:


+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Konstanz                |        |  17:40 | RE  4736 |PB FB EH 1.     |
| Radolfzell              |  17:56 |  18:05 | IRE 3051 |2. PB FB TV EH  |
| Ulm Hbf                 |  19:53 |  19:59 | IC  2269 |CK PB FR FB BT 3. |
| München Hbf             |  21:12 |        |          |                |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 3:32;                                                       |

, die es derzeit so oder so ähnlich alle zwei Stunden gibt, wird es schlicht und ergreifend nicht mehr geben.

Bzw. halt nur mit zusätzlichem Umstieg in Friedrichshafen und einer Stunde längerer Fahrzeit. Und so wird es allen ergehen, die in Ulm zum Fernverkehr wollen (in beide Richtungen). Und zwar nicht nur aus Konstanz, sondern auch aus Radolfzell und Überlingen.

Für Konstanz gibt es ja jetzt zumindest eine Verbindung in 3:55 über St. Gallen. Ab Denzember mit einer geschlagenen Dreiviertel Stunde Umsteigezeit eben dort. Hier gäbe es auch noch Optimierungspotential die Umsteigezeit etwas Schweiz-typischer zu gestalten. Abgesehen von tariflichen Problemen bei der Fahrt durchs Ausland.

Charme hätte ja aus meiner Sicht eine Abstimmung der Fahrzeiten des Katamerans mit dem/einem IRE nach Ulm, am besten da zur Knotenzeit mit Anschlüssen. Aber das werd ich wohl nicht mehr erleben. So in der Art:


Konstanz                         18:00
Friedrichhafen Hafen     18:50   18:57
Ulm Hbf                  20:07   20:12
München Hbf              21:27

Sollte Fahrzeitmäßig für Friedrichshafen - Ulm elektrifiziert schon klappen. Wird aber so sicherlich nicht kommen. Wäre aber fast schon "unschlagbar" von der Fahrzeit her. DA der ICE in Ulm ab 2022 aber auch nach "vorne" wandern wird, auch nicht "nachhaltig". Auch der Anschluss Richtung Stuttgart würde verpasst.

Aber prinzipiell wäre so die Fahrzeit für Konstanz - Ulm optimal. Könnte man dann auf den dortigen Knoten optimieren. Klappt nur mit den "Umläufen" des Katamerans dann nicht mehr.

Ciao,
Uli

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