Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Freitag, 19.02.2021, 10:07 (vor 17 Tagen)

Hallo liebes Forum,

das letzte Kapitel des Verfluchten Jahres ist noch fällig.
In Kapitel 4 hatten wir uns an der Ende der Welt in der äußersten Ostslowakei vorgearbeitet. In diesem Kapitel bleiben wir nur kurz in der Slowakei, es gehört aber zur selben Reise.
Nun steht der Bericht wirklich im Zeichen der vermaledeiten Seuche und der mit ihr verbundenen Einschränkungen und v. a. Unwägbarkeiten...

Ich wollte von der Ostslowakei nach Niedersachsen fahren.
Eine Reisewarnung galt zwar zum Zeitpunkt meiner Abfahrt nach wie vor nur für das Stadtgebiet Prag, aber die deutschen Warnungen wurden immer nachmittags oder abends rückwirkend für den ganzen Tag ausgesprochen. Ausnahmen zum Transit waren nicht festgelegt. Das bedeutete, selbst wenn ich dabei war, ein Gebiet auf dem schnellstmöglichen Weg zu verlassen, aber währenddessen eine Reisewarnung ausgesprochen würde, wäre ich quarantänepflichtig.
Meint jemand, es geht nicht komischer? Oh doch: Ausschlaggend, ob man quarantänepflichtig ist oder nicht, ist der Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland, nicht etwa der Aufenthalt im jeweiligen Gebiet. Wenn also bis zu 10 Tage (damals sogar 14 Tage) nach meinem Aufenthalt dort, aber vor meiner Einreise nach Deutschland z. B. Ungarn zum Risikogebiet erklärt worden wäre, bin ich in Deutschland quarantänepflichtig, obwohl ich mich nie in einem Gebiet aufgehalten habe, das zur Zeit meines Aufenthaltes als Risikogebiet galt. Wenn aber weniger als 14 Tage nach meinem Aufenthalt dort und auch nach meiner Einreise nach Deutschland Ungarn zum Risikogebiet erklärt worden wäre, passiert nichts.
Beispiel:
Am 09.09. war ich in Ungarn. Am 15.09. bin ich nach Deutschland eingereist.
Wäre Ungarn am 14.09. oder 15.09. zum Risikogebiet erklärt worden, hätte ich in Deutschland in Quarantäne gemusst.
Wäre Ungarn am 16.09. zum Risikogebiet erklärt worden, hätte das keine Konsequenzen für mich gehabt.
Logisch, ne?
Meiner Meinung dient dies allein dazu, die Leute vom Reisen abzuhalten. Die Deutschen gelten ja als Reiseweltmeister, sie sind oft im Ausland unterwegs. Ich möchte nicht verallgemeinern, dass jeder Euro, der außerhalb von Deutschland ausgegeben wird, Deutschland schadet. Aber jeder Euro, der außerhalb von Deutschland ausgegeben wird, hat zumindest das Potenzial, Deutschland zu schaden. Auf jeden Fall wäre es aus deutscher Sicht besser, wenn jener Euro in Deutschland ausgegeben werden würde. ;-) Als Exportweltmeister mit dem zweitgrößten Außenhandelsüberschuss absolut (nach China) sind die Ausgaben deutscher Touristen im Ausland allerdings höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein...
Aufgrund der permanenten Gefahr, dass bald neue Gebiete zu Risikogebieten erklärt würden, musste ich also eine Route finden, die keine potenziell gefährlichen Gebiete enthielt, um keine Quarantäne in Hannover verbringen zu müssen... (Dass die Warnungen nicht regelmäßig ausgesprochen wurden, sondern immer an unterschiedlichen Tagen, machte die Sache nicht besser.)
In Prag waren die Zahlen ja bereits hoch. Ich fand auf die Schnelle mobil keine Möglichkeit, Zahlen für andere Kreise Tschechiens in Erfahrung zu bringen. Ich sah bloß, dass die 7-Tage-Inzidenz für gesamt Tschechien schon bei über 70 lag, bei 50 soll eigentlich eine Reisewarnung erfolgen. Also musste ich einen Weg finden, der nicht durch Tschechien führte.
Für Österreich indes lag die Inzidenz bei 45, allerdings entfiel der Hälfte der Fälle auf Wien, dessen Inzidenz schon seit einer Woche bei über 50 lag. Auch für Wien müsste also „jeden Moment“ eine Warnung ausgesprochen werden. Und eine Route aus der Slowakei nach Hannover zu finden, die weder durch Tschechien noch durch Wien führte, war wirklich nicht so leicht...

Abends um 10 trat ich die Rückreise aus der Slowakei an. Ich hatte geplant, im Schlafwagen-Einzelabteil nach Prag zu fahren, dort 4 h zu bleiben und anschließend das Land ohne Maskenpflicht auf dem schnellsten Weg zu verlassen. Prag hatte sich mittlerweile ohnehin erledigt. Meine Tickets wollte ich wenigstens teilweise nutzen. Deshalb sagte ich dem Schlafwagen-Betreuer Bescheid, ich würde nicht bis Prag durchfahren, sondern schon in Bratislava aussteigen. Er verstand gleich meine Beweggründe. Diesmal war es ein neuerer Wagen mit Klimaanlage. Steckdosen waren gut versteckt im Schrank über dem Waschbecken. Eigentlich waren sie nur für Rasierer gedacht. Ich probierte es nicht aus.^^ Wer sie nicht findet, kann sich beim Betreuer übrigens gegen 8 € Pfand eine Powerbank ausleihen. :D
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418 Die ŽSSK hat tatsächlich Automaten!? Was kann man dort alles kaufen?
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419 Die Werbung für Fahrten in die Ukraine hätte man nach einem halben Jahr geschlossener Grenzen auch mal abnehmen können…
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420 Nachtlager

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Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Krümelmonster, München, Freitag, 19.02.2021, 10:08 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster

Der Nachtzug war in Košice mit + 7 losgefahren wegen Wartens auf den verspäteten Schnellzug von der Hauptstrecke. Als ich halb sechs aufwachte, war er in Galanta pünktlich, schaffte es aber auf magische Weise, bis Bratislava wieder + 7 aufzubauen. :D Leider verpasste ich knapp die seltene Gelegenheit, in der Slowakei Railjet zu fahren: Zum Zug über Petržalka mit Endziel Zürich hätte ich planmäßig 7 min Umsteigezeit gehabt. Da ich nicht wusste, dass er gewartet hätte, fotografierte ich lieber andere Züge.^^
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421 Vorzeitiges Ende meiner Fahrt -.-
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422 Weg ist der DB-Wagen^^
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423 Der Urlaubs-Express aus Kroatien, standesgemäß eine halbe Stunde verspätet. Ich habe einen Moment gebraucht, bis ich merkte, dass der Zug auch durch die slowenische Hauptstadt fuhr.^^
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424 Groß & Klein
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425 Morgengrauen
Ein Ticket für eine Einzelfahrt im ÖPNV in Bratislava kostet übrigens 0,90 € für 30 min bzw. 0,70 € für 15 min. Für 60 min gleich mal 1,20 €.^^ Ich schleifte meinen Koffer aus dem Bahnhof hinauf und in einen Bus. „EEEEEYYY!!!“, tönte es von vorne, „der Einstieg ist da drüben!!!“ – „Ich bitte Sie, dürfte ich hier einsteigen? Mein Koffer ist total kaputt und lässt sich nicht mehr ziehen.“ – „EEEEEYYY!!! DER EINSTIEG IST DA DRÜBEN!!!“. Also schleifte ich meinen Koffer rüber… Mit dem Bus fuhr ich bis zum Bahnhof Petržalka im Süden der Stadt. Der 15. September ist in der Slowakei ein Feiertag, frühmorgens war nicht viel los.
Ein Ticket von Bratislava-Petržalka eine Station weit nach Kittsee kostet bei den ÖBB online 4,50 €, bei der ŽSSK am Schalter 3,20 €. Ich dachte, internationale Tarife wären überall gleich teuer? :-s Bei den 3,20 € ist sogar ein Fahrrad inklusive. :-O
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426 Über die Donau
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427 Auf der anderen Seite der Brücke geht währenddessen die Sonne auf
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428 Ihr Gipsköpfe! Die Rolltreppe war schon Anfang Februar kaputt!! -.-
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429 Eigentlich wollte ich die Slowakei im Schlafwagen verlassen. Aber Die Seuche… -.-
Direkt im Grenzort Kittsee stieg der österreichische Zoll ein: „Grüß Gott, Sie waren auch nur in der Slowakei und Österreich in den letzten Tagen, oder?“ Da schon so suggestiv gefragt wurde und ich eh übermüdet war, habe ich ganz vergessen, Aufenthalte mit einer Dauer von weniger als 2 h zu erwähnen.^^ Es war schön, mal wieder Windräder zu sehen.^^ In der gesamten Slowakei gibt es nur zwei kleine Windparks – den Energiebedarf deckt man nämlich hauptsächlich über Atomenergie.
Es galt nun, irgendwie nach Hannover zu kommen, ohne dabei das Gebiet von Tschechien oder Wien zu streifen. Ich verweise wieder auf die Übersichtskarte von Bueker. Bahnstrecken, die außen an der Stadtgrenze von Wien vorbei führen, gibt es nicht, auch entsprechende Buslinien konnte ich nicht finden. Deshalb fuhr ich mit dem Zug aus Bratislava-Petržalka weniger als eine halbe Stunde bis Parndorf-Ort. Hier stieg ich um und bemerkte erst bei Einfahrt des Zuges auf das abzweigende Gleis 3, dass es ein solches gibt.^^ Nach einem tötenden Sprint mit dem toten Koffer erreichte ich gerade noch die Tür. Eine Ansage wies mich darauf hin, dass der Zug nun in Neusiedl geteilt wird – ich musste also gleich nochmal weiter mit dem Koffer in den anderen Zugteil. -.- Dann ging es nördlich am Neusiedler See vorbei bis Wulkaprodersdorf. Dies ist die einzige Bahnstrecke, die an Wien vorbei führt. Sicher wäre auch eine Fahrt durch Ungarn möglich gewesen (womöglich sogar schneller), aber da war das Problem ja nicht erst die Ausreise, sondern schon die Einreise… -.- In Wulkaprodersdorf gelang mir eine knappe Stunde nach Abfahrt in Parndorf trotz des Koffers der 2-min-Anschluss. Nun saß ich wieder in einem Zug Richtung Bratislava-Petržalka. :D Doch ich fuhr nur eine Viertelstunde bis Ebenfurth. Hier wechselte ich in die S-Bahn, die mich in 13 min bis Wiener Neustadt brachte. Der Halt hinter Untereggendorf heißt Obereggendorf – sehr kreativ. :D Durch die Irrfahrt konnte ich mit Parndorf-Ort – Neusiedl am See sowie Ebenfurth – Wiener Neustadt immerhin noch ein paar km neue Strecke machen. :D
Auch wenn der Name das vermuten ließe, ist Wiener Neustadt kein Stadtteil von Wien, sondern liegt 50 km südlich der Grantl-Großstadt. ;-) Hier hatte ich anderthalb Stunden Wartezeit. Ich verbrachte sie komplett am Bahnhof, da musste ich wenigstens nicht irgendwo hin mit dem Koffer.^^ Im Eingangsbereich spielte beruhigende klassische Musik. =)
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430 Puma wäre cooler als Name^^
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431 – 432 Dracula schaute auch vorbei. Kurz danach war er schon wieder tot… :-/
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433 Wein vor dem Neusiedler See
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434 Die Busse haben interessante Namen :D
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435 Schnell noch ein Foto in Wulkaprodersdorf
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436 Wieder zu den Müllmännchen
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437 Kopfmachen & Zugkreuzung: Mit dem rechten war ich gekommen.
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438 S-Bahn
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439 Bessere S-Bahn ;-)
Ab Wiener Neustadt nach Hannover hatte ich gut 36 h vor Abfahrt noch einen guten Sparpreis bekommen. Bei der Kurzfristigkeit konnte ich auch auf die Möglichkeit der Stornierung verzichten. ;-) Um weiterhin nicht Wien zu passieren, blieb mir allein die Strecke Richtung Süden: über den Semmering. Die ist bekanntlich zwar schön, aber alles andere als schnell.^^ Hier war ich auch schon fast fünf Jahre nicht mehr langgefahren. Zu meiner großen Überraschung war der Railjet am Dienstagvormittag sehr stark belegt, es gab kaum noch freie Plätze. Meine Laune war heute ohnehin im Keller, und jetzt bekam ich nicht einmal einen Platz an der Aussichtsseite, sondern verbrachte die Überquerung des Semmerings an der Tür stehend. -.- Nach dem Sturm im Februar war dies die zweite Slowakei-Tour in Folge, bei der sich die Rückfahrt immens verzögerte und ich in einem langsamen Railjet fuhr. :D Über die kurvenreiche Strecke, die sogar Unesco-Weltkulturerbe ist, quälte sich die Schienenschildi langsam bergauf. Wie nennt man ein besonders dickes Kind? --> Klick mich... Erst gab es 1:15 h lang gar keinen Halt bis Bruck/Mur, dann folgte schon 10 min später Leoben, wo ich den bahnsteiggleichen 6-min-Umstieg nutzte.
Weiter ging es in einem deutschen IC. Er arbeitete sich gemächlich gen Westen durch die Bergwelt voran. In Selzthal und Bischofshofen waren je ein paar min Aufenthalt zum Kopfmachen. Gut 3 h nach Abfahrt in Leoben erreichte er Salzburg. Dort stand zwischen Salzburg-Gnigl und Salzburg-Süd etwas ganz schrecklich Furchteinflößendes: eine Mumpsbacke! Was zum Geier hatte die denn dort verloren? :-O
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440 Kurz vor der Semmering-Nordrampe: links die ideale Verwendung für Stinktiere :p
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441 Die Berge kommen
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442 – 443 Den Semmering hinauf
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444 – 446 Die Brücken des Semmering
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447 Die planmäßige Streckenhöchstgeschwindigkeit wurde erreicht
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448 Ausblick
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449 – 450 Tunnelbauarbeiten
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451 Was ist das in der Mitte für ein Museumsvehikel?
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452 Piefke-Zug
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453 Es wäre ein idealer Platz zum Verstauen von Gepäck gewesen. Diese Scheibe macht so unendlich viel Sinn… -.-
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454 Selzthal
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455 – 457 Der Dachstein
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458 Alpenlandschaft
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459 Überquerung der Salzach gleich nördlich von Bischofshofen
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460 Bahnhof Bischofshofen
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461 Die Festung Hohenwerfen
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462 Die Berge um Bad Reichenhall
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463 Nochmal Pause in Salzburg
Bislang gab es noch keine Veröffentlichung zu neuen Risikogebieten und damit verbundenen Reisewarnungen. Das Auswärtige Amt gab an, sich nach den Infektionszahlen zu richten. Demnach wäre die Einstufung als Risikogebiet längst überfällig gewesen… Als der Zug weiterfuhr, brauchte der deutsche Zoll wieder mal Aufmerksamkeit: In Freilassing fand eine Kontrolle statt. Die Beamten guckten fast genauso gelangweilt wie ich (nur bei mir war es demonstrativ) und suchten bloß nach Leuten, die arabisch aussahen. Mit + 5 ging’s weiter. -.- Die Einreise war geschafft, ich atmete erstmal durch. Später fiel mir auf: Der Schlenker um Wien herum heute war eh sinnlos. Wenn Wien vor meiner Einreise zum Risikogebiet erklärt worden wäre, hätte ich ohnehin in Quarantäne gemusst, selbst wenn ich heute nicht dort war. Denn ich war in den letzten 14 Tagen dort: auf meiner Hinreise in die Slowakei. Das ist eine der ganz wenigen Situationen, wo ich lügen würde. Denn diese Regelung ist einfach nur schwachsinnig! Übrigens wurden genau einen Tag nach dieser Irrfahrt Wien & der Kreis Mittelböhmen (rund um Prag) zu Risikogebieten erklärt. Damit war meine Route also tatsächlich die einzig fahrbare geworden.
Zwar hätte ich auch über Prag fahren können und dort nicht einmal den Zug verlassen müssen. Soweit ich weiß gibt es nur zwei durchgehende Züge durch Prag: einmal den Hungaria, und einmal den morgendlichen EC Slovenská Strela mit Schlafwagen aus Košice, der ohne jenen Schlafwagen direkt als EC 174 weiterfährt. Aber ich stelle mir vor, die Deutschen kontrollieren in Bad Schandau (die Ösis haben ja direkt hinter der Grenze kontrolliert, obwohl die Slowakei aus ihrer Sicht nicht mal Risikogebiet war!). Und ich treffe auf einen Zöllner, dessen politische Orientierung ungefähr so weit rechts wie Ostsachsen auf der Deutschland-Karte. Einen, der das Ausland für grundsätzlich böse hält, und der ein Problem mit mir aufgeschlossenem Weltenbummler hat. Gar nicht sooo unrealistisch. :p Ich hatte ein Ticket direkt aus einem Risikogebiet. Dass ich trotz unterschiedlicher Zugnummer nicht ausgestiegen bin, ist kaum glaubwürdig für jemanden, der sich bei der Bahn nicht auskennt. Sonderregelungen zu Kurzaufenthalten gab es damals keine – wer im Risikogebiet war, kommt in Quarantäne, fertig! Und die Erklärung zum Risikogebiet erfolgte ja stets ohne jeglichen Vorlauf, sondern sogar rückwirkend. Selbst wenn ich mich vor der Einreise nach Tschechien informiert hätte, dass Tschechien aktuell kein Risikogebiet ist, hätte sich das bis zur Einreise nach Deutschland (der Zeitpunkt ist maßgeblich!) ändern können. Eine Sinnhaftigkeit kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen, außer dass dass die Bundesbürger auf Reisen verzichten sollen, sondern das Geld lieber im eigenen Land ausgeben sollen. ;-) Dem Zöllner hätten alle Möglichkeiten offen gestanden, mir einen so richtig schönen Tag zu wünschen… Und wenn schon Quarantäne, dann überall aber bitte nicht Hannover. :p Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen, da fuhr ich lieber „außen rum“! Auch wenn das über 5 h Umweg bedeutete… -.-
Der EC fuhr weiter auf der mir wohlbekannten Strecke und erreichte schließlich München. Ausgerechnet hier musste ich umsteigen. :D Es war urst komisch, zu seinem Heimatbahnhof zu fahren, aber dort nur umzusteigen, weil man noch ne Woche Urlaub hat. :D Selbst wenn ich noch einen anderen Koffer zu Hause gehabt hätte, wäre die Umsteigezeit mit einer guten halben Stunde nicht ausreichend gewesen, um nochmal heimzufahren. :D Ich ging nach draußen. Neben mir sah ein Polizist ein Auto auf seinem Parkplatz stehen, tippte ein wenig auf seinem Handy herum und fing an zu telefonieren: „Grüß Gott, hier ist die Polizei. Sie stehen auf unserem Parkplatz.“ :D
Weiter ging es nun wirklich unexotisch in einem ICE Richtung Norden. Ich dachte ‚Ich versuch’s mal‘ und zeigte dem Zub zwischen München und Ingolstadt mein Ticket von Prag über Dresden und Hannover nach Lüneburg. Er scannte es ein, schaute kurz und sagte: „Ok, gute Fahrt“ Wait – whaaaaat!? Wie kann sowas selbst beim Einscannen durchgehen? Das war geographisch so katastrophal daneben. Selbst wenn man nicht weiß, wo Lüneburg liegt (jener Zug hielt später sogar dort), kann es doch nicht hinhauen, jemanden zwischen München und Ingolstadt mit einem Ticket ab Prag (liegt weiter nördlich als Würzburg!) anzutreffen. Als ich am nächsten Morgen das Ticket zwischen Hannover & Lüneburg nochmal vorzeigte, gab es keinerlei Probleme. Ich bitte um Erklärung durch Zubs. :-) Zwischen Nürnberg und Würzburg baute der ICE eine zweistellige Verspätung auf, doch am Ende wurde Hannover nach halb elf gleich 4 min vor Plan erreicht.
Auch die fast 15 h allein heute mit OP-Maske hinterließen keine Folgeschäden. :p Es ist mir bloß ein paar Mal passiert, dass ich etwas essen oder trinken wollte und erst im letzten Moment bemerkt habe, dass ich noch die Maske auf habe – einfach weil es schon so gewohnt war… ;-)
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464 Nordwärts
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465 Das FIS ist auch mal aufgewacht. Geändert hat sich für den Rest der Fahrt an der Anzeige nichts außer Uhrzeit & Geschwindigkeit. :D
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466 Jeden Tag die gleiche Anzeige^^

Ich hatte meinen Schlafwagen über 4 h früher als geplant in Bratislava statt in Prag verlassen. Dafür kam ich am Ende 1:15 h später als geplant in Hannover an. Aber wenigstens musste ich nicht in Quarantäne. :p
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467 Eine Reise durch Europa im Spätsommer des saublöden Seuchenjahres ist wie Minesweeper, bloß in echt… -.-

Spaß macht das ganze so natürlich wenig.
Inzwischen hat man immerhin einige Dinge verbessert:
-- Die Veröffentlichung neuer Risikogebiete erfolgt inzwischen zuverlässig gegen Ende der Woche (Donnerstag oder Freitag). Man muss also nicht mehr zittern, ob die nächsten Gebiete heute oder morgen bekanntgegeben werden.
-- Einstufungen zum Risikogebiet werden inzwischen mit ca. zwei Tagen Vorlauf vorgenommen. So kann man ggf. noch vor schnell weg von dort bzw. man kann sich sicher ein, dass man noch durchfahren darf.
-- Es gab Ausnahmen für Kurzaufenthalte bis zu 48 h, inzwischen wieder abgeschafft. Offenbar wurden diese Ausnahme nicht als Erlaubnis zum schnellstmöglichen sinnvollen Transit (gbf. mit Umsteigen) gesehen, sondern als Freibrief, dass man jetzt jedes Wochenende in ein Risikogebiet seiner Wahl fahren darf…
Offen bleiben in meinen Augen folgende Kritikpunkte:
-- Eine 7-Tage-Inzidenz von 50 halte ich einfach nicht mehr für zeitgemäß. Wenn alle Länder Europas (mit zeitweise nur einer einzigen Ausnahme) sowie über 95 % aller deutschen Landkreise bzw. kreisfreien Städte diesen Wert überschreiten (z. B. am 12.01. von den über 400 Kreisen/Städten alle außer 3!), sollte man doch merken, dass da irgendwas nicht stimmt…
-- Das Auswärtige hängt mit seinen Reisewarnungen der tatsächlichen Entwicklung der Infektionszahlen oft um zwei bis drei Wochen hinterher. Behörden & Effizienz…

Diese Punkte ändern nichts daran, dass ich die Herangehensweise grundsätzlich für richtig halte. Ebenso ist für mich die Notwendigkeit völlig unstrittig! Nur die Parameter sollten eben aktualisiert werden.
Dinge, die ich nicht für richtig halte:
-- Ein Großteil der Reisewarnungen außerhalb der EU scheint politisch motiviert. Z. B. ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen durchweg als Risikogebiet deklariert, obwohl die Inzidenz seit Beginn der Pandemie nie über 11 (!) lag. Selbst wenn 80 % aller Fälle nicht erkannt würden, würde das immer noch keine Einstufung als Risikogebiet rechtfertigen. Die Rede ist von Ägypten. Auch politisch nicht genehm ist Russland. Die Inzidenz lag den ganzen Sommer über bei stets deutlich unter 50. In Russland wird übrigens mehr getestet als in Deutschland, selbst bezogen auf die Bevölkerungszahl (Russland hat 80 % mehr Einwohner als Deutschland). Trotzdem befürchte ich, dass die Reisewarnung erst aufgehoben wird, wenn der russische Präsident Alexej Nawalnyj heißt…
Dass die überwältigende Mehrheit der Länder außerhalb der EU als Risikogebiet deklariert ist, obwohl die gemeldete Inzidenz bei deutlich unter 50 liegt, ist kein Zufall…

Zu den neuesten Entwicklungen:
Die Virusvariantengebiete sind in den meisten Fällen einleuchtend. Wobei Tschechien (als solches Gebiet eingestuft) eine geringere Verbreitung von Mutationen meldet als Dänemark (nicht als solches Gebiet eingestuft).
Aber die Hochinzidenzgebiete sind nun wirklich gewürfelt… -.-

Momentan ist das ganze Thema allerdings ohnehin graueste Theorie. Im Laufe des Herbstes wurde die Liste der Risikogebiete immer länger. Die Einschränkungen bzgl. der Risikogebiete konnten die Entwicklung in Deutschland aber auch nicht aufhalten. Die Länder, die für Deutschland nicht als Risikogebiet gelten, lassen eben keine Deutschen einreisen. Die letzten Ausnahmen sind Anfang Januar verschwunden.
Das Thema Reisen hat sich aktuell eh erledigt… :-C

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Bzw in der Kekspackung. :)

Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Krümelmonster, München, Freitag, 19.02.2021, 10:09 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich in allen deutschen Bundesländern übernachtet. B-)
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468 Der Bahnhof der durchschnittlichsten Stadt Deutschlands – das Rätsel war trotzdem lösbar^^
Mein Highlight des Hannoveraner Bahnhofsvolks war ein Herr vor dem Bahnhof, der in Richtung einer älteren Reisenden rief: „Hallo!“
Sie reagierte nicht.
Er rief nochmal: „Hallo! Hallo Mama!!“
Irritiert drehte sich die Reisende um.
„Hallo, ich hab ne Klatsche!“
Ok, wow…

In Hannover hatte ich mein Hotel und nutzte die Stadt als Basis, um die schönen Städte der Umgebung zu entdecken (z. B. Lüneburg, Celle, Goslar, Hildesheim, Hameln). Dabei ging es aber wirklich um die Städte und gar nicht bis kaum ums Bahnfahren. Deshalb gibt es hiervon keinen Reisebericht. :p
Einzig loswerden möchte ich meinen Unmut, dass auch bei meinem zweiten Besuch in Hannover die Neustädter Kirche verschlossen war! Das Grab von Leibniz, dem Erfinder der Kekse, wäre mein Pilgerziel gewesen. -.-

Einer Urlaubstradition war ich ja schon gefolgt: Ich hatte mal wieder erfolgreich meinen Koffer geschrottet. B-) Irgendwie auch bezeichnend: Ich bin im saublöden Seuchenjahr nur ein Mal mit dem Koffer in den Urlaub gefahren, und da ging er kaputt. :D Die andere Tradition wandelte ich diesmal etwas ab: Ich bekam keine Erkältung, sondern vom vielen Laufen sehr heftige Schmerzen im rechten Knöchel. In Goslar bekam ich in einer Apotheke Voltaren-Schmerzgel empfohlen. Direkt vor der Apotheke setzte ich mich, schmierte es mir gleich auf den Knöchel und kam mir dabei vor wie ein alter Oppa. :-/ Das Zeug wirkte überhaupt nicht. Etwas später ging ich nochmal in eine Apotheke, schilderte die Situation und bekam Ibuprofen empfohlen. Ich nahm eine halbe Tablette. Die brachte auch nicht sofort Linderung. Dann nahm ich eben nochmal eine ganze.
Ich gehe davon aus, das war der Grund, warum ich mich für Goslar nicht ganz so sehr begeistern konnte – mit anderthalb Ibuprofen intus war mir einfach alles egal. :D

Der sechste Tag meines Aufenthaltes in Niedersachsen war schon wieder ein Montag. Ich hatte nochmal kurzarbeitsfrei. =) Für den 19-tägigen Urlaub brauchte ich also nur 10 Urlaubstage. B-)
Morgens fuhr ich mit dem IC2 nach Braunschweig (Abfahrt pünktlich, Ankunft + 6^^) und schaute mir tagsüber die Stadt an.
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469 IC2
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470 Wär’s bei Ankunft nicht spätér,
Wär’s nicht DB Fernverkehr…
(Beim 3. Mal gesprochen reimt sich das auch^^)

Nachmittags fuhr ich schließlich zurück nach München. Der ICE von Braunschweig nach Göttingen war pünktlich. Doch der von Göttingen nach München war einer technischen Störung erlegen und traf erst mit einer halben Stunde Verspätung ein. Ich stieg in den Zug, nichts tat sich. Nach ein paar Minuten ertönte eine Durchsage: „Unsere Abfahrt wird sich noch etwas verzögern. Hier möchte ein Rollstuhlfahrer aussteigen. Die entsprechende Hilfe war zwar angefordert, ist aber nicht eingetroffen. Bis zu deren Eintreffen müssen wir jetzt warten.“ Krasse Arbeitsmoral… Naja, immer mal was Neues – Arbeitsverweigerung hatte ich bislang noch nie als Verspätungsgrund, oder wenn dann war es nicht so offensichtlich. :p
Die Frau gegenüber von mir meinte: „Ich komm heute nicht mehr im Hellen nach Kassel, ich seh‘s schon." :D Die Frage ist ja eher, ob man Kassel bei Tageslicht wirklich sehen möchte. :p „Das muss ne ganz neue Strecke sein hier mit den vielen Tunneln“ – auch wenn beim Alter der Sprecherin „ganz neu“ relativ sein mag – trotzdem einfach nur nein. :p Noch etwas Neues bot die Zugchefin, indem sie jedes Mal sagte: „Thank you for choosing with Deutsche Bahn today“ Ich hoffe, die Bahn hatte auch Spaß an der Auswahl.^^
Vor München gab es mal wieder einen Brüller bzgl. sinnvoller Ansagen, als abends um neun als Anschluss die S-Bahn zum Flughafen durchgesagt wurde. Flugbetrieb gibt es ohnehin kaum, und selbst abgesehen davon gilt in München doch ein Nachtflugverbot. Aber wenn in der Vorgabe drin steht „S-Bahn zum Flughafen ansagen“, dann wird das natürlich ohne nachzudenken gemacht…^^
Im Laufe der Fahrt war die Verspätung von 37 auf 24 min gesunken.
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471 Alter Mann in Braunschweig
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472 Mal Abwechslung an Gleis 11 in Göttingen. :D Denn bei Offenbach hatte ein Zug die Oberleitung geschrottet und auf so einer peripheren Randstrecke dauerte die Instandsetzung natürlich einige Tage…
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473 Er hat’s geschafft…
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474 Hatz durch Hessen
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475 Fahrrad-Transport

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Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Krümelmonster, München, Freitag, 19.02.2021, 10:10 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster

Nach meinen Touren der Vorjahre, wo ich gern jeweils 10 Länder beisammen hatte, hatte ich mich nun schon zusammengerissen und mich auf sechs Länder beschränkt.^^ Allesamt mit sehr niedrigen bis relativ niedrigen Infektionszahlen (zumindest während der Planung). In vier der Länder waren nur Aufenthalte von einigen Stunden geplant. Aber selbst dieses abgespeckte Programm klappte nicht. -.-
Falls man dieses Jahr ins Ausland „darf“, habe ich mir vorgenommen, mich wirklich nur noch auf ein Land pro Reise (plus eventuell Transit-Länder für die Anfahrt) zu beschränken. Ich habe mehrere Länder im Kopf, wo ich mir vorstellen kann, eine oder zwei Wochen durchgehend zu verbringen. (Die Slowakei ist übrigens nicht dabei, da kenne ich mittlerweile einfach fast alles.^^) Ein paar Tage vorher schaue ich dann, wo die Infektionszahlen gerade niedrig sind, und entscheide spontan. Und wenn ich danach in Quarantäne komme, dann ist es eben so, immerhin wäre das ja dann nach dem Urlaub und nicht mittendrin. Wenn man sich darauf vorbereiten kann, ist es ja nicht ganz so gravierend. Das gehört einfach zum normalen Risiko derzeit… Diese Gefahr besteht ja auch dann, wenn man nicht in den Urlaub fährt.
Aber erstmal schauen, wie der ganze Mist weitergeht… -.-

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476 Hier noch die zweite Tour im Streckennetz des Landes :D

Bevor ich zur Statistik komme, möchte ich noch einen Überblick über die Bahnstrecken in der Slowakei geben:
Von den noch existierenden Vollbahnen mit planmäßigem PV fehlen mir nur noch drei Strecken:
-- Trenčianska Teplá – Vlárský průsmyk (CZ) (12,6 km; seit dem Rückzug von Arriva PV nur mit je einem Zugpaar Fr & So)
-- Spišská Nová Ves – Levoča (12,7 km; PV nur zur Wallfahrt immer am ersten Juli-Wochenende – die ist im verfluchten Jahr natürlich ausgefallen)
-- Barca (nahe Košice) – Hidasnémeti (HU) (18,2 km; PV nur mit zwei täglichen Zugpaaren von/nach Budapest, die Strecke hatte ich ja geplant, aber wie beschrieben hatten die Ungarn was dagegen. Zwischenzeitlich war angedacht, ab Dezember des saublöden Seuchenjahres hier einen 2-h-Takt anzubieten, daraus wurde natürlich nichts, dann wollte man statt zwei Zugpaaren wenigstens drei anbieten, aber selbst das ist ausgefallen…)
Zudem noch ein paar Kleinbahnen mit regelmäßigem Betrieb:
-- Museumsbahn in Kysuce (6,8 km) bis zum Sedlo Beskyd, wo ich mit der Waldbahn Orava hingefahren bin (im saublöden Seuchenjahr kein Draisinen-Verkehr)
-- Museumsbahn um Čierny Balog östlich von Banská Bystrica (insg. 19,0 km – die längste mir noch fehlende Strecke in der Slowakei, die man realistischerweise befahren kann :D)
-- Kindereisenbahn am nördlichen Stadtrand von Košice (3,8 km)
Zudem halte ich sonstige Strecken für erwähnenswert:
-- von Zohor zum westlichsten Bahnhof & sogar Ort der Slowakei, Záhorská Ves (14,5 km): Ende 2019 Einstellung des PV, wenn ich das vorher mitbekommen hätte... -.- [zensierte Flüche] Von Záhorská Ves kommt man übrigens per Fähre nach Angern/March an der österreichischen Nordbahn.
-- ein paar Tram-Strecken in Bratislava, die im September wegen Bauarbeiten außer Betrieb waren (insg. 10,1 km)
-- Plešivec – Muraň (40,9 km), Ochtiná – Slavošovce (6,4 km) sowie Rožňava – Dobšiná (26,1 km): immer wieder mal Sonderzüge oder gar Ausflugsverkehr über mehrere Wochenenden hinweg, aber zur Veröffentlichung des Jahresfahrplans stand das noch nie fest
-- Die mit Abstand längste mir unbekannte Strecke ist die vom Stahlwerk Košice zur ukrainischen Grenze (88 km). Auf der Breitspur-Strecke gab es freilich nie Personenverkehr.^^

In der Slowakei habe ich 85,8 % des Bahnnetzes lt. CIA Factbook befahren. In Luxemburg 86,0 %. :D
Wenn sich am Wert von Luxemburg nichts ändert, brauche ich in der Slowakei noch knapp 9 km, um den Anteil von Luxemburg zu überbieten.^^

Am Ende noch wie gewohnt die Statistik. Enthalten sind alle Fahrten von München durch die Slowakei bis Hannover sowie die Rückfahrt Hannover – Braunschweig – Göttingen – München. Fahrten mit Museumsbahnen sind enthalten, die Tram-Fahrten fehlen wie immer. Auch sämtliche Tagesausflüge ab Hannover sind nicht enthalten.
Insgesamt waren es 63 Fahrten, davon 49 (teilweise) in der Slowakei. Sie dauerten planmäßig 81:03 h, davon alleine 11:33 h für Zwischenhalte. Das macht im Ø 1:06 h pro Fahrt. Verantwortlich für die lange Dauer waren v. a. die beiden Nachtzug-Fahrten sowie die langen Fahrten Leoben – München – Hannover und Göttingen – München. Dabei legte ich 5.370 km zurück, davon 1.589 km auf deutschem Boden, 837 km in Österreich, 2.943 km in der Slowakei und fast 1 km in Polen.^^ Daraus ergibt sich eine planmäßige Durchschnittsgeschwindigkeit von 77,3 km/h (auf den Strecken nach deutschem Tarif 134 km/h, nach öster. Tarif 85 km/h und nach slowakischem Tarif nur 61,6 km/h :D). 47 der Fahrten der Fahrten waren in der Ankunft pünktlich, also eine Pünktlichkeit von 74,6 % – geht so… Von den 16 unpünktlichen Fahrten entfielen 14 auf die Slowakei (67,3 % Pünktlichkeit, immerhin eine Steigerung^^) und zwei auf Deutschland (66,7 % Pünktlichkeit, für DB Fernverkehr dieses Jahr durchaus lobenswert^^), in Österreich lief alles pünktlich. Der Preis lag inkl. aller Zuschläge, Gutscheine usw. lag bei annehmbaren 5,4 ct/km. (Hierbei ist allerdings nicht berücksichtigt, dass ich das Ticket von Prag nach Lüneburg nur von Hannover nach Lüneburg nutzte.)

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So, wenn ich mir jetzt auch etwas wünschen darf, dann ist das das Ende des (Social) Lockdowns. Jetzt habe ich nämlich wirklich keine Berichte mehr. :-/ (Warte, über die Belgien-Tour im Frühjahr 2017 wollte ic–… Nein! Einfach nur nein :D Nur eines dazu: Der Titel wäre natürlich gewesen „Großartiges Gegurke Greuz und Gwer durch Gelbien“…)

Es grüßt hoffentlich nicht zum letzten Mal
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Bzw in der Kekspackung. :)

Danke :)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 19.02.2021, 11:22 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster
bearbeitet von J-C, Freitag, 19.02.2021, 11:23

1. Wien hättest du sicher kleinräumig umfahren können. Es gibt selbstverständlich entsprechende Busverbindungen, muss man einfach nur planen.

Ich skizziere dir mal eine mögliche Umfahrung nach heutigem Fahrplanjahr:

7:15 ab Bratislava - REX6 in Richtung Deutschkreutz - 7:41 an Parndorf Ort
7:48 ab Parndorf Ort - REX 64 nach Wulkaprodersdorf - 8:40 an Wulkaprodersdorf
8:42 ab Wulkaprodersdorf- REX6 in Richtung Wien - 8:58 an Ebenfurth
9:10 ab Ebenfurth - S60 in Richtung Wiener Neustadt - 9:23 an Wiener Neustadt Hbf
9:38 ab Wiener Neustadt Hbf - REX3 in Richtung Wien Floridsdorf - 9:50 an Leobersdorf
10:14 ab Leobersdorf - R96 nach Weißenbach-Neuhaus - 10:42 an Weißenbach-Neuhaus
11:31 ab Weißenbach-Neuhaus - Bus 316 nach Hainfeld NÖ - 12:03 an Hainfeld NÖ
12:08 ab Hainfeld NÖ - R54 in Richtung Schrambach - 12:26 an Traisen
12:30 ab Traisen - R55 nach St. Pölten Hbf - 12:54 an St. Pölten Hbf

Und von dort sollte es Möglichkeiten geben, nach Deutschland zu kommen. Ist doch easy-peasy :P

Die Grenzkontrollen find ich vor allem deshalb affig, weil wir letztlich damit kaum was verhindern, wenn's nicht ernsthaft angegangen wird.

Also alle Grenzen dicht und nur sehr wenige sehr gut begründete Ausnahmen - nix Pendlerverkehr!

Oder man lässt es gleich sein.

--
[image] (Quelle: Česke Drahy)

Danke :)

Krümelmonster, München, Samstag, 20.02.2021, 13:58 (vor 16 Tagen) @ J-C

1. Wien hättest du sicher kleinräumig umfahren können. Es gibt selbstverständlich entsprechende Busverbindungen, muss man einfach nur planen.

Vor allem muss man sowas erstmal wissen. Das Kästchen "Nur Verbindungen, die nicht durchs Wiener Stadtgebiet führen" gibt's nämlich nicht bei den ÖBB. ;-) Warum auch?^^

Ich skizziere dir mal eine mögliche Umfahrung nach heutigem Fahrplanjahr:

7:15 ab Bratislava - REX6 in Richtung Deutschkreutz - 7:41 an Parndorf Ort
7:48 ab Parndorf Ort - REX 64 nach Wulkaprodersdorf - 8:40 an Wulkaprodersdorf
8:42 ab Wulkaprodersdorf- REX6 in Richtung Wien - 8:58 an Ebenfurth
9:10 ab Ebenfurth - S60 in Richtung Wiener Neustadt - 9:23 an Wiener Neustadt Hbf

So weit war das tatsächlich meine Verbindung. B-)

9:38 ab Wiener Neustadt Hbf - REX3 in Richtung Wien Floridsdorf - 9:50 an Leobersdorf
10:14 ab Leobersdorf - R96 nach Weißenbach-Neuhaus - 10:42 an Weißenbach-Neuhaus
11:31 ab Weißenbach-Neuhaus - Bus 316 nach Hainfeld NÖ - 12:03 an Hainfeld NÖ

Wieder was gelernt ;-)
Ich hatte bei der Suche nach Busverbindungen überlegt, ob man südlich oder nördlich an Wien vorbeifahren könnte. Im Süden stehen ein paar Berge und die Abstände zwischen den Bahnstrecken sind sehr groß, deshalb hab ich das direkt verworfen. Nördlich vorbei wäre aus Richtung Marchegg kommend eh praktischer gewesen. Aber der Bahnhof Süßenbrunn liegt ja ganz knapp im Stadtgebiet, und irgendwie war dann dieses blöde Stammersdorf immer im Weg.^^
Aber: Ist bei solch einer Route mit Regionalzügen in der Metropolregion oder gar Bussen in den Vororten das Infektionsrisiko wirklich niedriger als bei der direkten Durchquerung auf schnellstmöglichem Weg?

12:08 ab Hainfeld NÖ - R54 in Richtung Schrambach - 12:26 an Traisen
12:30 ab Traisen - R55 nach St. Pölten Hbf - 12:54 an St. Pölten Hbf
Und von dort sollte es Möglichkeiten geben, nach Deutschland zu kommen. Ist doch easy-peasy :P

Mit dem RJX 62 um 13:00 Uhr wäre ich sogar ne Stunde früher in München gewesen.^^

Die Grenzkontrollen find ich vor allem deshalb affig, weil wir letztlich damit kaum was verhindern, wenn's nicht ernsthaft angegangen wird.

V. a. wenn man auf der Verbindung Berchtesgaden - München Verspätung bekommt, weil die deutsche Kontrolle des Meridians in Freilassing stattfindet. Wohlbemerkt Ende Juni, als keinerlei Reisewarnungen Richtung Osten vorlagen!
Die Züge aus Richtung Salzburg nach München waren den ganzen Sommer über verspätet, weil in Freilassing kontrolliert wurde, nachdem man in Salzburg minutenlang rumstand.

Also alle Grenzen dicht und nur sehr wenige sehr gut begründete Ausnahmen - nix Pendlerverkehr!

Oder man lässt es gleich sein.

Sobald eine Reisewarnung oder eine anders geartete Einschränkung der Reisefreiheit gilt, sollte der Reiseverkehr aus meiner Sicht durchaus auf wirklich notwendige Reisen beschränkt werden, und das sollte auch kontrolliert werden. Sonst würden sich viele nicht dran halten. Sieht man ja im aktuellen "Lockdown". Wenn sich alle daran halten, sollten Kontrollen dann ja auch recht schnell gehen. :p Dass Kontrollen nur an Staatsgrenzen stattfinden, ist in meinen Augen historisch gewachsen und nicht an den Anforderungen des Pandemie-Geschehens ausgerichtet.
Über die Ausnahmen kann man sich natürlich streiten... Aber sämtlichen Pendlerverkehr innerhalb Europas überall dort, wo (zufällig) eine Staatsgrenze dazwischen liegt, zu verbieten, kann auch keine Lösung sein. Dann würde nämlich nicht nur die Region Salzburg-Freilassing ordentlich Probleme bekommen.

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Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

akbar23, Freitag, 19.02.2021, 13:21 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster

Toller Bericht, da hast du die wieder mal Mühe gegeben. Vielen Dank!

Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Krümelmonster, München, Samstag, 20.02.2021, 13:58 (vor 16 Tagen) @ akbar23

Toller Bericht, da hast du die wieder mal Mühe gegeben. Vielen Dank!

Vielen Dank für das Lob!

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2017 in Belgien?

Langsamfahrstelle, Freitag, 19.02.2021, 20:12 (vor 16 Tagen) @ Krümelmonster

Wo warst du denn da?
Schöne Bilder und Erkenntnisse zur "Belgitude"?

Und: danke für diesen "Seuchenjahrbericht"!

2017 in Belgien?

Krümelmonster, München, Samstag, 20.02.2021, 13:58 (vor 16 Tagen) @ Langsamfahrstelle

Wo warst du denn da?
Schöne Bilder und Erkenntnisse zur "Belgitude"?

Ich war damals in so ziemlich allen größeren Städten in Belgien. (Weil ich einen Anschluss verpasst habe sogar in Charleroi, allerdings bin ich, bevor ich die Innenstadt erreicht habe, schreiend zurück zum Bahnhof gerannt - und der ist schon nicht schön :D)
Ich bin sicher nicht allzu tief eingetaucht, aber ich fand die Mentalitätsunterschiede zwischen Wallonen nicht groß. Auf jeden Fall geringer als zwischen Wallonen & Franzosen bzw. zwischen Flamen & Niederländern.
Die Bilder ab dem letzten Abend sind dank Anwenderfehler verloren (war zum Glück nur Verviers, Spa & die Rückfahrt)... -.-
Da die Reise eben schon fast vier Jahre her ist, kann ich darüber keinen guten Bericht mehr schreiben.
Einen anderen Reisebericht von mir aus Belgien gibt's hier. (Die Hochkant-Bilder liegen mittlerweile in allen Browsern auf der Seite. -.-)

Und: danke für diesen "Seuchenjahrbericht"!

Immer wieder gern.
Sonst gab's da ja nicht viel zu berichten. Die beschriebene Tour im September war schon fast ein Drittel meiner Bahn-Fahrzeit im gesamten saublöden Seuchenjahr...

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Klasse. Danke für die Berichte! :)

sflori, Samstag, 20.02.2021, 01:38 (vor 16 Tagen) @ Krümelmonster

- kein Text -

Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 19.02.2021, 10:39 (vor 17 Tagen) @ Krümelmonster

Moin.

Besten Dank!

Hannover ist ohne Quarantäne schöner als mit.

451: Sieht nach einem Wagen aus, der zuletzt bei StH oder der Salzburger Lokalbahn fuhr.

453: Die Wand ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als es noch nichtdurchgestrichene Zigaretten gab. War bei entsprechende Zugleere ganz angenehm, mit jemanden im Raucherabteil zu plaudern.


Den Durchlauf des "Slovenská Strela" weiter nach Deutschland gibt es diesen Fahrplan offenbar nicht mehr.

Der attraktive und lupenreine Zwölfstundentakt von Budapest nach Košice wird dann hoffentlich nach Corona (wann auch immer das sein wird, hoffentlich aber mit Anschluss an selbigen) durch den nur über Teile von 24 Stunden gehenden und somit komplizierter merkbaren Zweistundentakt ersetzt werden.


Viele Grüße
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 5/5

Krümelmonster, München, Samstag, 20.02.2021, 13:58 (vor 16 Tagen) @ Sören Heise

Moin.

Tagchen!

Besten Dank!

Büdde büdde

Hannover ist ohne Quarantäne schöner als mit.

Ich kenne einige Leute, die das verneinen würden. Sie kommen übrigens hauptsächlich aus der Nähe von Braunschweig. ;-)
Wahrscheinlich hätte ich die Quarantäne gar nicht in Hannover verbringen dürfen, sondern hätte von der Grenze auf dem schnellstmöglichen Weg zum meinem Wohnsitz fahren müssen. Aber ich wollte meinen Urlaub lieber anders verbringen, hab letztes Jahr schon genug Urlaubstage verschwendet. -.-

451: Sieht nach einem Wagen aus, der zuletzt bei StH oder der Salzburger Lokalbahn fuhr.

Und was macht dieser Wagen in Mürzzuschlag?
Die von dort abzweigende Lokalbahn nach Neuberg lässt sich heute nur noch mit einspurigen Fahrzeugen befahren. ;-)

453: Die Wand ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als es noch nichtdurchgestrichene Zigaretten gab. War bei entsprechende Zugleere ganz angenehm, mit jemanden im Raucherabteil zu plaudern.

Wobei damals die Wand unten zwischen den Sitzlehnen den Luftzug wohl auch nicht weiter verringert hat...

Den Durchlauf des "Slovenská Strela" weiter nach Deutschland gibt es diesen Fahrplan offenbar nicht mehr.

Wahrscheinlich zu verspätungsanfällig gewesen^^

Der attraktive und lupenreine Zwölfstundentakt von Budapest nach Košice wird dann hoffentlich nach Corona (wann auch immer das sein wird, hoffentlich aber mit Anschluss an selbigen) durch den nur über Teile von 24 Stunden gehenden und somit komplizierter merkbaren Zweistundentakt ersetzt werden.

Man könnte auch sagen, 12 h lang ein 2-h-Takt und dann 12 h lang nix.^^

Viele Grüße
Sören

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