CN: Lianyungang-Xuzhou fertig, 3422 km durchgehend vmax. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 15.02.2021, 11:03 (vor 17 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

am 8. Februar wurde in China die 185 km Rennbahn Xuzhou-Lianyungang fertiggestellt. 1, 2.
Zwischen beiden Städten ist die Reisezeit nur noch eine Stunde.

China National Railways (CR) will operate seven trains per direction per day, with an operating speed of 300km/h, providing a one hour journey time.

Bei lediglich 7x pro Tag stelle ich mir die Frage, ob das nicht etwas wenig sei.
Gut, Amsterdam-Köln ist auch nur 7x pro Tag direkt bereisbar, aber dafür wurde dann auch keine 350 km/h Rennbahn gebaut.
Die Schienenraserei geht erst nach Köln los, und genauso ist das der Fall in China.
Lianyungang liegt nämlich an der chinesischen Ostküste, 300 km nördlich von Shanghai.
Xuzhou ist ein wichtiges HGV-Drehkreuz; hier kann man nach Beijing und Shanghai umsteigen.

Mit dem Abschnitt ist eine 3.422 km lange Ost-West HGV-Korridor entstanden (1 von 8 die China hat): Lianyungang-Xuzhou-Zhengzhou-Xi'an-Baoji-Lanzhou-Urumqi. Karte dazu.
Dachte immer, der Korridor ging von Urumqi nach Beijing, aber die Chinesen haben also für eine Strecke Urumqi-Lanzhou gewählt. Ab dort verteilen sich die Strecken kreuz und quer durchs Land.
In Lanzhou steigt man um Richtung Guangzhou/Hong Kong, in Zhengzhou Richtung Beijing oder Changsha und in Xuzhou Richtung Shanghai.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

CN: Lianyungang-Xuzhou fertig, 3422 km durchgehend vmax.

GibmirZucker, Göding, Montag, 15.02.2021, 11:15 (vor 17 Tagen) @ Oscar (NL)

Ja, 7 Zuge pro Tag könnten ja erst mal der Anfang sein, da ist der Endzustand nicht klar.

Weisst aber wie mal das Angebot auf der Strecke nach Urumqi mal aussieht? Kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt rentiert. Ist eher der Förderung von Randregionen zuzuschreiben - aktuell investiert China da ja auch viel in Ausbildungszentren. Evtl. ist da ne Art besondere Wirtschaftszone geplant. Leider ist die Kommunikation dazu mir nicht ganz verständlich.

CN: chinesische Betuweroute, "Eiserner gelber Fluss"?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 15.02.2021, 11:57 (vor 17 Tagen) @ GibmirZucker

Ja, 7 Zuge pro Tag könnten ja erst mal der Anfang sein, da ist der Endzustand nicht klar.

Also Lianyungang ligt mittig zwischen Dongying (wo der gelbe Fluss in das gelbe Meer fliesst) und Shanghai (wo der Yangtsekiang in das Ostchinesische Meer fliesst). Zudem befindet die Stadt sich, vom Inland betrachtet, relativ nahe zum gelben Meer. Ein wichtiger Fluss hat die Stadt nicht, also wäre ein "eiserner Fluss" sehr willkommen (wie bei Antwerpen der eiserne Rhein).

Wie im IRJ-Artikel zu lesen, sollen mit der Rennbahn Kapazitäten für Cargos auf dem Altnetz entstehen. Nun wird das mit 7x pro Tag ein Rennzug nicht wirklich gross sein, aber wie Du schreibst, es ist ein Anfang.

Weisst aber wie mal das Angebot auf der Strecke nach Urumqi mal aussieht? Kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt rentiert.

Bei Urumqi muss man bedenken, die Anbindung ist politisch gewollt (bedeutet Einfluss, in CN wichtiger als irgendwelche Rendite), und zwar aus zwei Gründen:

1. Urumqi (Xinjiang Provinz) ist überwiegend Uyghur, Nachbarprovinzen sind Han.
2. China möchte die Strecke ab Urumqi Richtung Nordwesten verlängern, nach Moskau.

China bestudiert zur Zeit, ob es rentiert, Reisende und Güter mit einem Zug zu befördern. Zum Beispiel dadurch, dass Reisende oben Platz haben und Güter in einem Unterstock. Das ermöglicht Transportzeiten die weit kürzer sind als mit einer Ozeanriese (gut, dafür kann der Ozeanriese weit mehr verfrachten).
Populär gesagt: der Traum der Chinesen sei in etwa: Montag bei AliExpress bestellt, Donnerstag die Waren in Deutschland zu Hause.

Selber würde ich eher vorschlagen: lieber etwas mehr Geld ausgeben, dafür dann bessere Produktqualität und weniger Umweltbelastung, weil die Waren nicht mehr aus China kommen sondern "made in Germany" sind.

Ist eher der Förderung von Randregionen zuzuschreiben - aktuell investiert China da ja auch viel in Ausbildungszentren. Evtl. ist da ne Art besondere Wirtschaftszone geplant. Leider ist die Kommunikation dazu mir nicht ganz verständlich.

Das ganze liegt politisch sehr empfindlich. Wie ich schon schrieb: Han vs. Uyghur.
Leider weiss ich auch nicht genau, was da abgeht.
Also fokussiere ich zuerst mal auf die logistischen Möglichkeiten dieser Strecke.

2022 wird schon wieder einiges passieren, denn dann sind z.B. die Olympischen Winterspiele in Beijing und dann soll auch der erste autonom fahrende Rennzug in Betrieb gehen.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

"lieber etwas mehr Geld ausgeben"

ktmb, iOS, Montag, 15.02.2021, 12:15 (vor 16 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von ktmb, Montag, 15.02.2021, 12:18

Das ist nicht so einfach. Wolle mir jetzt einen neue beschichtete Pfanne der Marke Olav zulegen. Pluspunkt: Die Beschichtung kann nach einigen Jahren erneuert werden. Problem: Made in China bei einem Preis von 189 €. Olav an sich ist wohl ein Unternehmen aus Deutschland.

Die Geschichte mit dem beschleunigten Personenverkehr ist an sich gut, wenn nicht die rechtsstaatlichen Probleme der Transitländer einschließlich PRC wären. An sich plane ich aber für 2022 zumindest die Hinreise nach Jakarta per Bahn (ok. zweimal Fähre wäre auch dabei).

Herzliche Grüße und viel Gesundheit!

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