Deutsche Bahn & Winter (Allgemeines Forum)

RenateMD, Sonntag, 14.02.2021, 13:35 (vor 17 Tagen)

Hallo zusammen,

Eine Frage, die ich mir immer öfter stelle ist, ob die Bundesregierung wirklich ernsthaft glaubt, dass die Bahn sukzessive den Flieger verdrängen kann. Wie sollen weniger Bahn-affine Menschen auf den Zug umsteigen?

Seit mehr als 7 TAGEN schafft es die Bahn nicht, ihre Hauptfahrstrecken wieder befahrbar zu machen. SFS Hannover-Göttingen ist immer noch gesperrt. Das macht mich fassungslos.

Da fliege ich mit meinen Mann lieber. Wieder und wieder. Das Flugzeug fliegt nämlich. Auf die Bahn kann man sich nicht verlassen.

Liebe Grüße,
Renate

Deutsche Bahn & Winter

Martin, Sonntag, 14.02.2021, 13:38 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Der Großteil der Flugzeuge steht seit vielen Monaten nur auf dem Boden herum...

Deutsche Bahn & Winter

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:28 (vor 16 Tagen) @ Martin

Der Großteil der Flugzeuge steht seit vielen Monaten nur auf dem Boden herum...

Hallo Martin,

das ist auch mein Eindruck gewesen. Abgesehen von Frankfurt und München ist das Angebot aktuell sehr ausgedünnt.
ABER: man kann mit dem Flugzeug circa einmal am Tag in die größeren Städte fliegen - auch während des Wintereinbruches letzte Woche. Das war bei der DB nicht so....

Liebe Grüße
Renate

Deutsche Bahn & Winter

Reservierungszettel, KDU, Sonntag, 14.02.2021, 13:40 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Hallo zusammen,

Eine Frage, die ich mir immer öfter stelle ist, ob die Bundesregierung wirklich ernsthaft glaubt, dass die Bahn sukzessive den Flieger verdrängen kann. Wie sollen weniger Bahn-affine Menschen auf den Zug umsteigen?

Seit mehr als 7 TAGEN schafft es die Bahn nicht, ihre Hauptfahrstrecken wieder befahrbar zu machen. SFS Hannover-Göttingen ist immer noch gesperrt. Das macht mich fassungslos.

Da fliege ich mit meinen Mann lieber. Wieder und wieder. Das Flugzeug fliegt nämlich. Auf die Bahn kann man sich nicht verlassen.

Liebe Grüße,
Renate

Kurz und knapp - die Bahn als Ganzes kommt trotz hoher Investitionen immer noch zu kurz.

Auf solche Einflüsse ist das Unternehmen zudem personell leider nicht vorbereitet.

Deutsche Bahn & Winter

Garfield_1905, Sonntag, 14.02.2021, 14:13 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Da fliege ich mit meinen Mann lieber. Wieder und wieder. Das Flugzeug fliegt nämlich. Auf die Bahn kann man sich nicht verlassen.

Dann zeig mir mal eine Flugverbindung, die Dich, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, die mich von Hannover nach Göttingen oder Kasssel bringt ? ;-) Von der Sinnhaftigkeit solcher oder auch anderer innerdeutscher Flugverbindungen rede ich dabei nicht mal.

Und noch die Bemerkung, das bei markentem Wetter durchaus mitunter auch die Flieger am Boden bleiben (müssen), auch in 'Nicht - Corona - Zeiten'. :-)

Deutsche Bahn & Winter

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:07 (vor 16 Tagen) @ Garfield_1905

Hallo Garfield,

Unterscheiden sich Rettungspaket für die Lufthansa und Erhöhung des Eigenkapitals der Bahn zur Finanzierung der Corona-bedingten Probleme denn so signifikant?

Bei beiden Unternehmen wird ein Grundangebot gefahren. Die "privaten" Wettbewerber können sich das nicht leisten...

Liebe Grüße
Renate

Warum so verkürzt?

Der Blaschke, Sonntag, 14.02.2021, 14:39 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Hallo.

Die Eurobahn stellt den Verkehr zwischen Münster und Osnabrück kurzerhand ein. Tagsüber gibt's ja noch den RE 2. Abends schaut man in die Röhre. Keine Fahrtmöglichkeit. Null.

Natürlich kann da niemand miteinander reden, so dass kurzfristig freie RE 2-Garnituren fahren auf den 2 oder 3 Abendzügen. Hat der Bahnfahrgast Pech.

Während die Autobahn nie gesperrt war. Einen Tag ging es beschwerlich und ein Tag war Lkw-Fahrverbot m.W. Seitdem läuft's.

Man muß nicht auf DB und Flieger verkürzen.

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen? Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr. Und woher kommt das Personal? Einheimische wollen niedere Arbeiten nicht machen; da wird oft lieber Hartz IV bezogen. Zuwanderung ist unerwünscht - scheidet als Lösung auch aus. Und wenn man wen findet, möchte der auch bezahlt werden. Ganzjährig.

Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese? Oder einfach noch mehr Schulden machen? Fahrpreise anpassen? 14,90€-Sparpreise dürften Geschichte sein. Oder kürzen wir den Sozialetat und schichten um zum Verkehr? Stellen wir Straßenausbau gänzlich ein, legen Straßen still und finanzieren nur den Erhalt des Bestandsnetzes? Können wir auf den Verteidigungsetat verzichten? Muss es Entwcklungshilfe geben? Erhöhen wir Steuern? Oder führen neue ein? Oder wie bei der GEZ? Jeder zahlt ab sofort jeden Monat Summe X für das Bahnwesen. Muß ich jeden Bürger zwangsweise zum Bahnfahrer und/oder -finanzierer machen, oder sollen nur die Nutzer das System finanzieren?

Darüber muss man dann auch reden und Farbe bekennen und eine Meinung dazu haben!! Solange aber 'möglichst günstig' das entscheidende Kriterium ist, ist es so, wie es ist.


Und beim Thema Sicherheit. Ich möchte den erleben, der sich heute über den Sicherheitswahn mokiert - ihm aber dann doch mal was zustößt. Ist dann der erste, der sich über die Unverantwortlichkeit aufregt und mit Klage droht usw.


Die Eisenbahn ist da ein schönes Spiegelbild der Gesellschaft und jedes Einzelnen: nur fordern und nicht bedenken, dass Forderungen IMMER auch Konsequenzen haben - da sieht man aber weg, macht sich keine Gedanken und will das auch nicht.


Schöne Grüße von jörg

Warum so verkürzt? - warum alles durcheinander wirbeln?

Murrtalbahner, Sonntag, 14.02.2021, 17:13 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen? Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr. Und woher kommt das Personal? Einheimische wollen niedere Arbeiten nicht machen; da wird oft lieber Hartz IV bezogen. Zuwanderung ist unerwünscht - scheidet als Lösung auch aus. Und wenn man wen findet, möchte der auch bezahlt werden. Ganzjährig.

Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese? Oder einfach noch mehr Schulden machen? Fahrpreise anpassen? 14,90€-Sparpreise dürften Geschichte sein. Oder kürzen wir den Sozialetat und schichten um zum Verkehr? Stellen wir Straßenausbau gänzlich ein, legen Straßen still und finanzieren nur den Erhalt des Bestandsnetzes? Können wir auf den Verteidigungsetat verzichten? Muss es Entwcklungshilfe geben? Erhöhen wir Steuern? Oder führen neue ein? Oder wie bei der GEZ? Jeder zahlt ab sofort jeden Monat Summe X für das Bahnwesen. Muß ich jeden Bürger zwangsweise zum Bahnfahrer und/oder -finanzierer machen, oder sollen nur die Nutzer das System finanzieren?

Und beim Thema Sicherheit. Ich möchte den erleben, der sich heute über den Sicherheitswahn mokiert - ihm aber dann doch mal was zustößt. Ist dann der erste, der sich über die Unverantwortlichkeit aufregt und mit Klage droht usw.


Dein Ansinnen verstehe ich. Aber warum alles durcheinander wirbeln?
DB Netz ist alles andere als unterfinanziert, sondern macht im Jahr Gewinne in Milliardenhöhe. Da könnte man auch mal 10-20 Millionen für Winterdienst abzwacken. Solange man aber mit immer schlechterer (=billigerer) Leistung durchkommt, gibt es keinerlei Druck, etwas zu ändern. Einen gewissen eigenen Anspruch an das eigene Produkt hat man ja ohnehin schon lange nicht mehr.

Wie Pleite die Bundesbahn war? Auch wenn ein Vergleich müsig ist, aber lange nicht so Pleite wie die Deutsche Bahn AG. Vor allem aber hat das System Eisenbahn den Staat lang nicht so viel Geld gekostet wie heute. Ist aber auch schwer miteinander zu vergleichen.

Wer das finanzieren soll? Siehe erster Abschnitt. Der Verweis auf die Sparpreise zieht dabei nicht. Denn ob der jetzt 14,90 oder 99,99 Euro kostet, deswegen räumt DB Netz kein bisschen besser die Gleise. Zudem hat niemand DB Fernverkehr gezwungen, die Sparpreise so dermaßen billig rauszukicken. Das ist letzlich lediglich ein Ergebnis von jahrelanger Plan- und Hilflosigkeit.

Was es braucht ist eine weitere Bahnreform, die die Infrastruktur zurück in Bundeshand führt und klare Aufgaben, Ziele und Qualitätsstandards bekommt. Denn der jetzige Zustand, bei Einnahmen schön die Privatwirtschaft betonen und bei Ausgaben oder wenn es schlecht läuft mit dem Finger auf den Bund zeigen, lähmt die gesamte Entwicklung im Bahnsystem. So Peinlichkeiten wie jetzt mit dem Schnee-Drama sind da das nächste Tief, damit auch der letzte kapiert, dass dringen Handungsbedarf besteht.

Erstaunliche Antwort....?

GUM, Sonntag, 14.02.2021, 18:18 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von GUM, Sonntag, 14.02.2021, 18:20

Hallo.

Die Eurobahn stellt den Verkehr zwischen Münster und Osnabrück kurzerhand ein. Tagsüber gibt's ja noch den RE 2. Abends schaut man in die Röhre. Keine Fahrtmöglichkeit. Null.

Natürlich kann da niemand miteinander reden, so dass kurzfristig freie RE 2-Garnituren fahren auf den 2 oder 3 Abendzügen. Hat der Bahnfahrgast Pech.

Während die Autobahn nie gesperrt war. Einen Tag ging es beschwerlich und ein Tag war Lkw-Fahrverbot m.W. Seitdem läuft's.

[...]

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen?

Hallo Jörg,
hallo Community,

da kann ich Dir ganz deutlich antworten und werde dafür gerne die Nase in den Gegenwind halten!

Es gibt wesentliche Probleme, die eigentlich Wirtschaftswissenschaftler ebenso wie Eisenbahnfans bewegen müssten.

1.) Das Unternehmen Bahn ächzt genauso wie jedes andere Unternehmen beginnend schon beim 1 Personen-Unternehmen unter einem enormen Regulierungswahn und Bürokratiekosten.

Sei es eine Neubeschaffung von Fahrzeugen mit jahrelangen Zulassungen bis hin zum Aufblasen von Berichts- und Arbeitsschutzpflichten. Da wird das Bild eines unmuendigen Unternehmers und Mitarbeiters kommuniziert.

Zudem gilt das Primat der "Rechtswissenschaft": Wer sich nur mal Planubgsverfahren anschaut, der kann überlegen wie viele Personenstunden gebraucht werden anstatt loszuzeichnen und koszufahren.

Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr.

Das ist der 2. Punkt: Die Bahn als Stastsunternehmen darf nicht mehr den Fahrzeughersteller wählen und muss dann damit leben was in der Ausschreibung herauskommt. Stelle Dir das mal bei einem Taxi- oder Busunternehmen vor. Plötzlich musst Du einen Skoda kaufen.

Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates?

Die Lösung dieses dritten Punktes ist ganz einfach: Mehr Kaufkraft sollte sich im Inland drehen. Es macht gar keinen Sinn Milliarden in einen hohen Kohäsionsfonds zu stecken, die Empfängerstaaten zu ertüchtigen und gleichzeitig dann Ausschreibungen gegen diese Länder zu verlieren.

Der europäische Länderfinanzausgleich läuft so lange bis 90 % des Durchschbittsniveaus der überstaatlichen Gebietskörperschsft erreicht sind.

Das sind schon mal einige Ansätze wo das Geld von der Bahn wegfließt oder innerhalb der Bahn betriebsferne Bereiche erreicht.

Ich bin schlicht weg keiner, der andere Länder unbegrenzt durchfüttern möchte. Nur damit ich mir wie Hundebesitzerin Dunja H. Das Etikett "Ich bin eine Europäerin" ankleben kann.

Im bundeseigenen Unternehmen Bahn zeigt sich exemplarisch unter welchem Druck Unternehmen stehen und das nur 4 Jahre vor dem Great Reset.

Da ist es schon ein Fun Fact, dass der komfortabelste Hochgeschwindigkeitszug noch vom BZA Minden als ICE 1 entwickelt wurde.

Schöne Grüße von jörg

Liebe Grüße

GUM

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Na und ... ?

Garfield_1905, Sonntag, 14.02.2021, 18:25 (vor 17 Tagen) @ GUM

Stelle Dir das mal bei einem Taxi- oder Busunternehmen vor. Plötzlich musst Du einen Skoda kaufen.

Für die Bahn kann ich nicht sprechen, aber die Autos von Skoda sind ganz in Ordnung. Nur billiger ! ;-)

München<->Nürnberg Express

GUM, Sonntag, 14.02.2021, 18:32 (vor 17 Tagen) @ Garfield_1905
bearbeitet von GUM, Sonntag, 14.02.2021, 18:32

Danke Garfield. Denk doch mal an die lange Zulassubgsdauer des Fahrzeugs.

Wenn wir schon bei KFZ sind: Als Privatperson kann ich mir schon vorstellen, auch auf einen günstigen Einkaufspreis zu achten.

Hier kann mich aber niemand vor die Vergabekammer ziehen und sagen, ich solle doch dieses Fahrzeug kaufen.

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Thema Ausschreibung

Paladin, Hansestadt Rostock / Stralsund, Sonntag, 14.02.2021, 18:48 (vor 17 Tagen) @ GUM

Hi,

Der Witz beim Thema öffentliche Ausschreibung ist ja, dass diese so ausgestaltet werden kann, dass das Wunschunternehmen gewinnt. Ansonsten ist der theoretische Ansatz - bestes Preisleistungsverhältnis erreichen - prinzipiell nicht verkehrt, statt Vetternwirtschaft und überteuerter ineffizienter Produktion.

Was das mit dem Thema „Great Reset“ zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Soll vermutlich eine Anspielung sein, ob auf Verschwörungstheorie oder reale Absichten mag ich nicht zu deuten ...

Schönen Sonntagabend noch!

Danke für die gute Darstellung!

GUM, Sonntag, 14.02.2021, 20:36 (vor 17 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von GUM, Sonntag, 14.02.2021, 20:36

Hi,

Der Witz beim Thema öffentliche Ausschreibung ist ja, dass diese so ausgestaltet werden kann, dass das Wunschunternehmen gewinnt. Ansonsten ist der theoretische Ansatz - bestes Preisleistungsverhältnis erreichen - prinzipiell nicht verkehrt, statt Vetternwirtschaft und überteuerter ineffizienter Produktion.

Das sind eben die beiden Seiten der gleichen Medaille sehr gut dargestellt. Einerseits die Frage der Effizienz, andererseits die Betonung der "local content" rules.
Die beispielsweise bei großen Beschaffungsprojekten so umgesetzt werden, dass Teile in einem Bundesstast gebaut und im anderen dann weiter bearbeitet werden.

Was das mit dem Thema „Great Reset“ zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

Die Frage in welchem gesamtpolitischen Rahmen Politik und Beschaffung stattfindet. Mit seinem realpolitischen Buch Great Reset und der Davos Agenda Week wird ja bestimmten Politikbereichen Vorrang eingeräumt.

Soll vermutlich eine Anspielung sein, ob auf Verschwörungstheorie oder reale Absichten mag ich nicht zu deuten ...

Verstehe ich nicht, die politische Tagesordnung wird doch offen kommuniziert. Und zwei Bestseller sind entstanden. Wo kommt da der Edelmetallhut ins Spiel.

Schönen Sonntagabend noch!

Ratlose Grüße

--
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Warum überall Einzelbiotope?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 14.02.2021, 18:57 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES. Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen. Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese?

Es gibt nicht nur die zwei Wahlmöglichkeiten Infrastrukturwüste auf der einen und Milliardengrab auf der anderen Seite. Vielmehr arbeitet das ganze System schlicht zu uneffizient! Fängt bei den zersplitterten (Nicht)Zuständigkeiten 'dank' des Ausschreibesystems an mit dem Effekt der Zerfaserung eines gewachsenen Organismus in kleine Einzelbiotope. Aber wie sollen Einzelbiotope gesunden, wenn sie getrennt, aber aufeinander angewiesen sind?

Da ist nichts mehr aus einer Hand. Und ich weiß auf diesen wackeligen Beinen wird das System auch nicht mehr gesunden. Nicht mit Milliarden, damit noch mehr Unter-AG's und Sub-sub-Unternehmen weitere 1.000 Einzelzuständigkeiten schaffen und auch nicht mit dem tollen Hoffnungsträger Digitalisierung Vier Punkt Null. Die kann nämlich auch nur feststellen, wo die Strecken vereist sind. Weichen kann die Digitalisierung aber auch nicht frei tauen, wenn man die konventionelle Basis-Technik nicht einmal an eine Stromversorgung anschließt.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Warum so verkürzt?

guru61, Arolfingen, Montag, 15.02.2021, 07:46 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke


Und wie pleite die Bundesbahn war, kann man sich dabei auch in Erinnerung rufen.

etwa so Pleite die DBAG nach 25 Jahren ohne Behebung der Kriegsschäden nach 1948.

Warum so verkürzt?

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:12 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo Jörg,

Problem ist die Unterfinanzierung des SYSTEMS EISENBAHN ALS GANZES.

Ist es die Unterfinanzierung oder das Ungleichgewicht bei Abgaben und Steuern?
Wollen wir uns als Volkswirtschaft eine komplett vom Staat getragenen Bahn leisten? Ich weiß nicht, ob das effizient ist.

Und da geht es jetzt ans Eingemachte. Natürlich kann man schimpfen und dran erinnern, dass es früher mehr Personal gab, mehr Material und u.U. auch weniger Sicherheitswahn. Natürlich können wir problemlos das alles heute auch haben. Dann aber bitte auch ehrlich sein: wer ist bereit, das dann zu bezahlen? Das Material kostet seinen Preis - das ganze Jahr. Und woher kommt das Personal? Einheimische wollen niedere Arbeiten nicht machen; da wird oft lieber Hartz IV bezogen. Zuwanderung ist unerwünscht - scheidet als Lösung auch aus. Und wenn man wen findet, möchte der auch bezahlt werden. Ganzjährig.

Zum Personal: Einheimische wollen oft wirklich lieber Hartz IV beziehen. Ich denke, das ganze System muss die Leute wieder mehr zum arbeiten motivieren..

Wer sollte also all die Wünsche finanzieren? Bill Gates? Der Chinese? Oder einfach noch mehr Schulden machen? Fahrpreise anpassen? 14,90€-Sparpreise dürften Geschichte sein. Oder kürzen wir den Sozialetat und schichten um zum Verkehr? Stellen wir Straßenausbau gänzlich ein, legen Straßen still und finanzieren nur den Erhalt des Bestandsnetzes? Können wir auf den Verteidigungsetat verzichten? Muss es Entwcklungshilfe geben? Erhöhen wir Steuern? Oder führen neue ein? Oder wie bei der GEZ? Jeder zahlt ab sofort jeden Monat Summe X für das Bahnwesen. Muß ich jeden Bürger zwangsweise zum Bahnfahrer und/oder -finanzierer machen, oder sollen nur die Nutzer das System finanzieren?

Ich bin kein Fan der 14,90€ Sparpreise. Meiner Meinung nach ist die Bereitschaft zum Ticketkauf auch bei 19,90€ oder sogar 24,90€ gegeben. Dieser Billigwahn im Transportsektor suggeriert den Menschen ein völlig falsches Bild von tatsächlich hinter den Leistungen stehenden Kosten und Prozessen.

Und beim Thema Sicherheit. Ich möchte den erleben, der sich heute über den Sicherheitswahn mokiert - ihm aber dann doch mal was zustößt. Ist dann der erste, der sich über die Unverantwortlichkeit aufregt und mit Klage droht usw.

Wahrscheinlich hast du Recht. Ob das zielführend hinsichtlich Verlässichkeit ist, ist eine andere Frage.

Die Eisenbahn ist da ein schönes Spiegelbild der Gesellschaft und jedes Einzelnen: nur fordern und nicht bedenken, dass Forderungen IMMER auch Konsequenzen haben - da sieht man aber weg, macht sich keine Gedanken und will das auch nicht.

Volle Zustimmung.

Liebe Grüße
Renate

Deutsche Bahn & Winter

611 040, Sonntag, 14.02.2021, 14:59 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Man muss aber mal EHRLICH überlegen wie oft es in den letzten 10 Jahren und in Zukunft solche Schneefälle gegeben hat. Gar nicht !
Schnee wurde doch in den letzten Jahren immer weniger und wird in Zukunft mit der Erderwärmung in Deutschland nur noch extrem selten auftreten.
Natürlich könnte man flächendeckend Personal und Maschinen für den Winterdienst vorhalten, wie zu Bundesbahnzeiten, aber im Gegensatz zu heute waren damals schöne schneereiche Winter auch noch alljährlich.
Das Ganze kostet sehr viel Geld und wird vielleicht an 10-20 Tagen in 5 Jahren gebraucht. Da kann man das Geld wirklich sinnvoller einsetzen und die Situation an den paar Tagen hinnehmen und natürlich mit vorhandenem Material und Personal das bestmögliche versuchen. (Und das auch den Kunden kommunizieren, nicht das der Eindruck entsteht man will gar nicht, das SEV günstiger ist!)

Grüße 611 040

--
DAS ist ein Intercity:
[image]

Gesellschaftliche Aufgabe

ICE 1517, Sonntag, 14.02.2021, 16:31 (vor 17 Tagen) @ 611 040

Natürlich könnte man flächendeckend Personal und Maschinen für den Winterdienst vorhalten, wie zu Bundesbahnzeiten, aber im Gegensatz zu heute waren damals schöne schneereiche Winter auch noch alljährlich.
Das Ganze kostet sehr viel Geld und wird vielleicht an 10-20 Tagen in 5 Jahren gebraucht. Da kann man das Geld wirklich sinnvoller einsetzen und die Situation an den paar Tagen hinnehmen und natürlich mit vorhandenem Material und Personal das bestmögliche versuchen. (Und das auch den Kunden kommunizieren, nicht das der Eindruck entsteht man will gar nicht, das SEV günstiger ist!)


Das Verständnis, was man hier aber für die Bahn aufbringen soll, muss dann auch der Arbeitgeber aufbringen, wenn man nicht auf Arbeit erscheinen kann. Also der gefühlte Druck, unbedingt auf Arbeit erscheinen zu müssen, ist in Deutschland immer noch so hoch, dass am Montag sich viele Leute hier auf die Straße begeben haben, obwohl alle es besser wussten und jeder klar sehen konnte, dass das nix wird oder stundenlang dauern wird. Am Ende hängt's jedenfalls stark vom Arbeitgeber ab, ob das jetzt einfach mal in Ordnung geht oder man die Stunden nachholen muss oder sogar einen Urlaubstag opfern muss.

Und solange das so ist und wir über einen Mobilitätswandel reden (Umstieg vom Auto zu Schiene/Straßenbahn/Bus), muss eigentlich die Erwartungshaltung eine andere sein. Wenn jemand wirklich erwartet, dass wir auf's Auto verzichten sollen, dann muss der öffentliche Verkehr laufen, sobald es auch das Auto wieder hinkriegt. Und dann müssen wir als Gesellschaft dafür auch mehr Anstrengungen aufbringen. Und da rede ich nicht nur vom Finanziellen. Wenn wir sowieso nicht auf Arbeit können, können wir uns doch vielleicht auch nützlich machen?

Also ich bewundere die Aktion hier in Leipzig, dass ein Sportverein die Straßenbahntrasse der Linie 11 nach Schkeuditz freigeschippt hat. (Zeitungsmeldung)

Bei uns auf Arbeit war's präventiv aufgrund der Schneehöhe angebracht, das Dach vom Schnee zu befreien. Und das ist jetzt kein Witz: Aus Arbeitssicherheitsgründen darf keiner dieses verdammte Dach betreten, weil man ja über eine nicht sichtbare Kante/Leitung stolpern könnte oder am Rand runterfallen könnte. Am Ende ist eine Dachdeckerfirma gekommen und hat's gemacht.
Wenn ich aber zuhause meinen privaten Räumpflichten nachkomme und ich ausrutschen könnte, ist das kein Problem? (abgesehen davon, dass in Leipzig sowieso die wenigsten das selbst tun müssen und eher Hausmeisterdienste in der Pflicht stehen)

Und an solchen Dingen wird's dann auch wieder scheitern, wenn man über ein ehrenamtliches Freischippen von Schienen nachdenken würde. Aber dann wird eben trotzdem jeder ein Auto in der Garage zuhause stehen haben, um für die Tage gewappnet zu sein, an denen der öffentliche Verkehr mal wieder stillsteht. Und wenn er's schon mal hat, wird er es auch noch an genug anderen Tagen nutzen.

Was ich am Ende jedenfalls damit sagen will: Wenn wir den Mobilitätswandel haben wollen, dann muss die Bahn sich auch so aufstellen, dass sie die nötige Technik und das Personal hat, um auch nach schweren Wetterereignissen den Betrieb zügig wieder aufnehmen zu können. Und das sollte es uns dann auch wert sein. Und das Nonplusultra wär's, wenn wir das auch als gesellschaftliche Aufgabe begreifen würden und notfalls mit eigener Muskelkraft mitanpacken.

Deutsche Bahn & Winter

ICE2020, Sonntag, 14.02.2021, 15:56 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

,> Da fliege ich mit meinen Mann lieber. Wieder und wieder. Das Flugzeug fliegt nämlich. Auf die Bahn kann man sich nicht verlassen.

Ich stimme Dir zu, dass die Lage bei der Bahn die ganze letzte Woche über ein ziemliches Trauerspiel ist, dass auch dringend nachbereitet gehört. Anders als manche hier schreiben ist nämlich trotz Klimawandel meines Wissens nicht davon auszugehen, dass es "nur" wärmer wird, sondern dass auch allgemeine extreme Wetterlagen – also durchaus auch Episoden mit viel Schnee – zunehmen können.

Nur ganz so einfach, wie Du es schreibst, ist es auch nicht. Ich erinnere mich an mehrere andere Winter, wo mit dem Flugzeug nichts mehr ging, und ich dann mit dem Zug weiter gekommen bin. Das kann also in beide Richtungen ausschlagen. Der Flugverkehr profitiert in solchen Situationen natürlich auch von dem aktuellen extrem ausgedünnten Flugplan, so dass es beispielsweise keine Engpässe bei Enteisungskapazitäten gibt, nur Teile des Flughafens geräumt werden müssen usw. Ergänzend sei auch darauf hingewiesen, dass ja auch im Autoverkehr in Teilen Deutschlands über Tage nichts ging (wenn auch die Einschränkungen schnelle behoben waren als bei der Bahn).

Im Übrigens sind natürlich auch die Ausführungen von Blaschke richtig: Die Finanzierung ist immer wieder das Problem, und die Bilanz des aktuellen Verkehrsministers ist hier – wie überhaupt – bescheiden, um es freundlich zu sagen. Und ja, auch für 14,90 € durch Deutschland ist etwas, dass nicht wirklich funktionieren kann.

Deutsche Bahn & Winter

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:16 (vor 16 Tagen) @ ICE2020

Hallo ICE2020

Ich stimme Dir zu, dass die Lage bei der Bahn die ganze letzte Woche über ein ziemliches Trauerspiel ist, dass auch dringend nachbereitet gehört. Anders als manche hier schreiben ist nämlich trotz Klimawandel meines Wissens nicht davon auszugehen, dass es "nur" wärmer wird, sondern dass auch allgemeine extreme Wetterlagen – also durchaus auch Episoden mit viel Schnee – zunehmen können.

Und genau da stimme ich dir zu. Ich habe auf den sozialen Medien z.T. einen Jubelsturm der DB wahrgenommen, der die Realität doch signifikant verfehlt.

Nur ganz so einfach, wie Du es schreibst, ist es auch nicht. Ich erinnere mich an mehrere andere Winter, wo mit dem Flugzeug nichts mehr ging, und ich dann mit dem Zug weiter gekommen bin. Das kann also in beide Richtungen ausschlagen. Der Flugverkehr profitiert in solchen Situationen natürlich auch von dem aktuellen extrem ausgedünnten Flugplan, so dass es beispielsweise keine Engpässe bei Enteisungskapazitäten gibt, nur Teile des Flughafens geräumt werden müssen usw. Ergänzend sei auch darauf hingewiesen, dass ja auch im Autoverkehr in Teilen Deutschlands über Tage nichts ging (wenn auch die Einschränkungen schnelle behoben waren als bei der Bahn).

Ja, in diesen Wintern stand ich auch schon fest. Aber es hat nie 7 Tage gedauert....

Im Übrigens sind natürlich auch die Ausführungen von Blaschke richtig: Die Finanzierung ist immer wieder das Problem, und die Bilanz des aktuellen Verkehrsministers ist hier – wie überhaupt – bescheiden, um es freundlich zu sagen. Und ja, auch für 14,90 € durch Deutschland ist etwas, dass nicht wirklich funktionieren kann.

Andreas Scheuer ist in der Tat eine reine Fehlbesetzung.

Liebe Grüße
Renate

Deutsche Bahn & Winter

Zugfahrer, Sonntag, 14.02.2021, 16:23 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Altgediente Eisenbahner haben mir berichtet, dass seit Beginn der Eisenbahn in Deutschland, 1835, jedes Jahr, zwischen Herbst und Frühling, stets mit Winter zu rechnen ist.

Die Mitarbeiter hoffen jedesmal, dass die witterungsunbilden im Winter nicht ganz so schlimm ausfallen. Manchmal klappt es, machmal nicht, so wie im Winter 2021/2021.

Was mich aber wundert, ist der Bahnverkehr in einem alpinen Land, wie der Schweiz. Auch dort gibt es einmal jährlich den Winter, bei 70 cm Neuschnee und darüber sind die Bahnstrecken oft am gleichen Tag wieder befahrbar.

Was macht denn die SBB anders als die DB?

Das ist doch jetzt schon hundertmal gesagt worden...

Eingleisigkeit, Sonntag, 14.02.2021, 17:36 (vor 17 Tagen) @ Zugfahrer
bearbeitet von Eingleisigkeit, Sonntag, 14.02.2021, 17:39

Hallo Zugfahrer,

Was macht denn die SBB anders als die DB?

Wenn das nicht als rhetorische Frage gemeint war, hier nochmal die Antwort zum Mitpinseln: DIE HABEN MEHR GELD (und entsprechend mehr Maschinen und mehr Personal).

Das lässt sich sogar einfach aus dem Geschäftsbericht ableiten:
SBB Infrastruktur 2019
3.236 km Schienennetz
180,2 Mio. Trassenkilometer
8.951 Mitarbeiter*innen
2,68 Mrd. Euro Jahresumsatz (87 Mio. CHF Trassenentgelte + 2,03 Mrd. CHF öffentliche Infrastrukturfinanzierung)

-> Personale/Km Schienennetz: 2,77
-> Euro/Trassenkilometer: 14,87
-> Euro/km Schienennetz: 828.193
-> Euro/Personal: 299.408


DB Netz AG (Fahrweg) 2019:
33.423 km Schienennetz
1090 Mio. Trassenkilometer
48.787 Mitarbeiter*innen
5,65 Mrd. Euro Jahresumsatz durch Netz

-> Personale/Km Schienennetz: 1,46
-> Euro/Trassenkilometer: 5,18
-> Euro/km Schienennetz: 169.045
-> Euro/Personal: 115.809

Um auf "Schweizer Verhältnisse" zu kommen, müsste das Personal bei DB Netz also ungefähr verdoppelt werden. Entsprechend teurer wird das Unterfangen Eisenbahn für den Staat und/oder die Nutzer*innen.

Viele Grüße
Eingleisigkeit

Das ist doch jetzt schon hundertmal gesagt worden...

jotxl, Sonntag, 14.02.2021, 18:27 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit

denke, die SBB bekommt mehr aus Steuergeldern - die Fahrpreise sind ja nicht extrem teuer und das Verhältnis Einwohner / Schienenkilometer ist so schlecht nicht.

Fahrpreise erhöhen macht überhaupt keinen Sinn, es muss schon ein Umdenken stattfinden, dass die Bahn gesamtgesellschaftlich finanziert wird.

Und wenn es sein muss, wäre ich auch für eine ÖPNV/ ÖPNF -Steuer - wenn diese zweckgemäß verwendet würde.

Bei Ländervergleichen Kaufkraft berücksichtigen

michael_seelze, Sonntag, 14.02.2021, 18:29 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hallo Zugfahrer,

Was macht denn die SBB anders als die DB?


Wenn das nicht als rhetorische Frage gemeint war, hier nochmal die Antwort zum Mitpinseln: DIE HABEN MEHR GELD (und entsprechend mehr Maschinen und mehr Personal).

Danke für die Daten aus den Geschäftsberichten. Wenn man da vergleichen will,
kommt es ja noch darauf an, was man mit der absoluten Geldmenge anfangen kann. Dementsprechend müssten doch die Kaufkraftunterschiede zwischen den verglichenen Ländern herausgerechnet werden (Stichwort: Kaufkraftbereinigung). Wie sähe es dann aus?

BIP-bereinigte Werte

Eingleisigkeit, Montag, 15.02.2021, 00:30 (vor 17 Tagen) @ michael_seelze

Danke für die Daten aus den Geschäftsberichten. Wenn man da vergleichen will,
kommt es ja noch darauf an, was man mit der absoluten Geldmenge anfangen kann. Dementsprechend müssten doch die Kaufkraftunterschiede zwischen den verglichenen Ländern herausgerechnet werden (Stichwort: Kaufkraftbereinigung). Wie sähe es dann aus?

Hallo michael_seelze,

das ist für die monetären Vergleiche natürlich richtig. Für den personellen nicht.
Sprich: die 2,77 P vs. 1,46 P kann man aus meiner Sicht direkt miteinander vergleichen, wenn wir davon ausgehen, dass die Produktivität pro Arbeitskraft in CH und D vergleichbar ist. Ich denke, das ist legitim, wenn nicht sogar zu ungunsten Deutschlands die Schweizer Produktivität höher ist.

Zur Kaufkraft:
Während das Deutsche BIP im EU27-Vergleich 2019 bei 1,11 EUR lag, betrug es in der Schweiz 1,72 CHF (=1,58 EUR) [Quelle]. Zur Kaufkraft-Bereinigung auf Basis des jeweiligen nationalen BIP sind die Zahlen der Schweiz also noch mit dem Faktor 0,725 zu reduzieren.

Damit ergibt sich:
3.236 km Schienennetz
180,2 Mio. Trassenkilometer
8.951 Mitarbeiter*innen
3,08 Mrd. Euro Jahresumsatz (97 Mio. CHF Trassenentgelte + 2,11 Mrd. CHF öffentliche Infrastrukturfinanzierung) [Ich hatte hier im Ursprungsbeitrag irrtümlich die Zahlen von 2017 verwendet]

-> Personale/Km Schienennetz: 2,77
-> Euro/Trassenkilometer: 17,09 (BIP-bereinigt: 12,39)
-> Euro/km Schienennetz: 951.792 (BIP-bereinigt: 690.049)
-> Euro/Personal: 344.096 (BIP-bereinigt: 249.469).

Der Unterschied ist trotzdem noch erkennbar ;)

Schönen Abend
Eingleisigkeit

Das ist doch jetzt schon hundertmal gesagt worden...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 14.02.2021, 19:08 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit
bearbeitet von Alibizugpaar, Sonntag, 14.02.2021, 19:10

Wenn das nicht als rhetorische Frage gemeint war, hier nochmal die Antwort zum Mitpinseln: DIE HABEN MEHR GELD (und entsprechend mehr Maschinen und mehr Personal).

Ja und Ach.

Ja, andere geben mehr Geld aus pro Kopf.

Und Ach, die Bahn kann nicht einmal die korrekte Wagenreihung eines IC vormelden. Wenn der als falsch gereiht gemeldete IC in Altona abfährt, schafft es die Bahn binnen 4 Stunden nicht die Info bis Köln und weiter südlich ins System zu setzen, daß der Zug eben doch korrekt steht. Dazu braucht es nur

1. die Aufmerksamkeit des Zugchef's
2. das Okay des Arbeitgebers, daß sich der Zugchef überhaupt drum kümmern darf
3. eine Telefonnummer der Zentrale, die diese Info annimmt und
4. zwei TELEFONE! 1 für den Zugchef, 1 in der Zentrale.

Alles das kostet keine Tausende und Millionen. Und das Telefon ist bereits erfunden. Das alles wird aber nichts, wenn man sich mit 100 anderen kleinen Dingen hoffnungslos verzettelt. Das hat nun nichts mit Eis und Schnee zu tun, es zeigt aber wie konfus die DB arbeitet. Und ich brauche nicht extra erwähnen, wie sich die Verspätung des genannten IC wegen an jedem Bahnhof falsch stehenden Reisenden mehr und mehr aufschaukelte, Anschlüsse futsch gingen.

Das ist der Alltag.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Aber auch alles gesagt?

Murrtalbahner, Sonntag, 14.02.2021, 22:56 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit

Danke für die Aufstellung.
Bitte berücksichtigen fairerweise auch die Investitionen des Bundes in Deutschland ins Schienennetz, wenn du es bei SBB Infra auch machst. Dann erhöht sich die deutsche Summe mal eben im knapp 7 Milliarden. Und das ist nur der Bund! Landes- und Kommunalzuschüsse sind da nicht drin.

Wenn wir über Personal/Kilometer reden, sollte auch der Grad des Outsourcings berücksichtigt werden. Da wird doch bei DB Netz bald jeder Furz extern gemacht.

Das ist tatsächlich etwas schwierig

Eingleisigkeit, Montag, 15.02.2021, 00:06 (vor 17 Tagen) @ Murrtalbahner

Hallo Murrtalbahner,

Bitte berücksichtigen fairerweise auch die Investitionen des Bundes in Deutschland ins Schienennetz, wenn du es bei SBB Infra auch machst. Dann erhöht sich die deutsche Summe mal eben im knapp 7 Milliarden. Und das ist nur der Bund! Landes- und Kommunalzuschüsse sind da nicht drin.

Ich bin da zugegebenermaßen etwas überfragt. Vielleicht können ja ein paar der Schweizer Foristen hier Aufklärung bieten: Der reine "Ertrag aus Infrastrukturbenützung" für die SBB Infra ist mit 97 Mio. CHF lächerlich wenig. Damit dürften sich die wahren IH-Kosten fürs Schienennetz insbesondere in häufig schwierigem Gelände mit Ingenieursbauwerken nicht refinanzieren lassen. Ich vermute daher, dass schon die Trassenkosten in der Schweiz staatlich subventioniert sind. Und ich hatte weiter vermutet, dass genau die 2,1 Mrd. CHF der "Leistungen der öffentlichen Hand für die Bahninfrastruktur" darunter zu verstehen sind. Sind denn hier auch schon die Gelder für den Netzausbau enthalten?
Sind die 97 Mio. CHF lediglich irgendwelche Kosten für stationäre Anlagen, z.B. Elektranten. Und die Trassenerlöse verstecken sich irgendwo anders im Geschäftsbericht der SBB?

Für Deutschland wiederum habe ich nicht die reinen Trassenerlöse gegengerechnet. Das wären 5,2 Mrd. Euro gewesen. Hinzu kommen noch Erträge aus örtlicher Infrastruktur und sonstige Umsatzerlöse, was auch immer das sein soll. Dieses Geld stand DB Netz 2019 für ihre definierten Aufgaben zur Verfügung.

Staatliche Mittel für den Streckenausbau sind hier nicht enthalten. Der Geschäftsbericht der DB Netz AG weist allerdings für 2019 nur 356 Mio. Euro zusätzliche Erträge aus staatlichen Zuschüssen aus.
Ich vermute mal, dass die Gelder für den Netzausbau in der Regel an andere Konzerntöchter fließen, z.B. DB Engineering & Consulting (ehemals ProjektBau) oder direkt an die Baufirmen?

Kurzum: Ich habe die genauen Finanzmittel aus den beiden Geschäftsberichten noch nicht ganz hinterstiegen. Wenn hier jemand aufklären kann, gern. Die Quellen habe ich ja verlinkt.

Wenn wir über Personal/Kilometer reden, sollte auch der Grad des Outsourcings berücksichtigt werden. Da wird doch bei DB Netz bald jeder Furz extern gemacht.

Das ist natürlich vollkommen richtig. WENN DB Netz tatsächlich zusätzlich zu seinen 47.000 Mitarbeiter*innen noch eine hohe Dunkelziffer an Subunternehmer*innen mit Leistungen beauftragt hat und WENN die SBB AG das NICHT in proportionalem Umfang ebenfalls tut, dann ist das Verhältnis Deutschland/Schweiz für Deutschland besser. Dies würde dann allerdings weniger erklären, warum die Infrastruktur-Aufgaben in der Schweiz nach allgemeiner Auffasung besser erfüllt werden als in Deutschland.

Viele Grüße
Eingleisigkeit

Das ist tatsächlich etwas schwierig

guru61, Arolfingen, Montag, 15.02.2021, 08:24 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hallo Murrtalbahner,

Bitte berücksichtigen fairerweise auch die Investitionen des Bundes in Deutschland ins Schienennetz, wenn du es bei SBB Infra auch machst. Dann erhöht sich die deutsche Summe mal eben im knapp 7 Milliarden. Und das ist nur der Bund! Landes- und Kommunalzuschüsse sind da nicht drin.


Ich bin da zugegebenermaßen etwas überfragt. Vielleicht können ja ein paar der Schweizer Foristen hier Aufklärung bieten: Der reine "Ertrag aus Infrastrukturbenützung" für die SBB Infra ist mit 97 Mio. CHF lächerlich wenig. Damit dürften sich die wahren IH-Kosten fürs Schienennetz insbesondere in häufig schwierigem Gelände mit Ingenieursbauwerken nicht refinanzieren lassen. Ich vermute daher, dass schon die Trassenkosten in der Schweiz staatlich subventioniert sind. Und ich hatte weiter vermutet, dass genau die 2,1 Mrd. CHF der "Leistungen der öffentlichen Hand für die Bahninfrastruktur" darunter zu verstehen sind. Sind denn hier auch schon die Gelder für den Netzausbau enthalten?
Sind die 97 Mio. CHF lediglich irgendwelche Kosten für stationäre Anlagen, z.B. Elektranten. Und die Trassenerlöse verstecken sich irgendwo anders im Geschäftsbericht der SBB?

Wir haben den Fond FABI, über den die Gelder gesammelt werden und sich sozusagen automatisch füllt:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/investitionen/fabi.html
Über den wurde 2014 abgestimmt und von Volk und Ständen angenommen:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/abstimmungen/abstimmung-fabi-vorlage/abstim...
Aufgrund dessen, können die Politiker nur naoch das machen, was sie am Besten beherrschen: Geld ausgeben:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/investitionen/Ausbauschritt2035.html
Zudem bietet die Fondslösung eine Planungssicherheit, die meines Erachtens in Deutschland fehlt.
Ähnliche Fonds bestanden schon bei Bahn 2'000 und der NEAT.
Nur so war es möglich Projekte über 30 Jahre durchzuziehen. Dass eine gesicherte Finanzierung und eine nahe Baubegleitung der wesentlichste Schritt für ein Projekt ist, sieht man gerade am BBT:
https://kurier.at/wirtschaft/bbt-kuendigt-porr-konsortium-966-mio-euro-schweres-baulos/...

Dazu hat man in dem Personenbeförderungsgesetz ein paar wirksame Bremsen gegen Rosinenpicker eingebaut:
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/680/de
Art 16 und 17: Direkter Verkehr
Nur so ist es möglich in Winzanu Säliblick im Bus ein direktes Billett nach Zuckenriet Post zu lösen.

Art 32 die Verpflichtung Personal und Fahrzeuge abzugeben, bzw. zu übernehmen. Somit wäre in der Schweiz die Übernahme der Berliner S Bahn durch ein anderes Verkehrsunternehmen kein Problem

Dazu kommt, dass über diese Vorlagen entweder abgestimmt wurde, oder das Referendum nicht ergriffen wurde oder nicht zustande kam. Somit also eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung haben.
Dazu kommt, dass man bei der Vernehmlassung auch manchmal über den eignen Schatten springen kann, und eine bessere Lösung erarbeitet:
https://www.pro-bahn.ch/application/files/6715/6559/6579/InfoForum_1_14__Hauptthema_Dur...
Guggsch: Szenarien zur Verkehrsbewältigung.
Vielleicht ist das der Grund, dass wir kein Stuttgart 21 Debakel hatten!
Gruss Guru

Das ist doch jetzt schon hundertmal gesagt worden...

guru61, Arolfingen, Montag, 15.02.2021, 07:55 (vor 17 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hallo Zugfahrer,

Was macht denn die SBB anders als die DB?


Wenn das nicht als rhetorische Frage gemeint war, hier nochmal die Antwort zum Mitpinseln: DIE HABEN MEHR GELD (und entsprechend mehr Maschinen und mehr Personal).

Das lässt sich sogar einfach aus dem Geschäftsbericht ableiten:
SBB Infrastruktur 2019
3.236 km Schienennetz
180,2 Mio. Trassenkilometer
8.951 Mitarbeiter*innen
2,68 Mrd. Euro Jahresumsatz (87 Mio. CHF Trassenentgelte + 2,03 Mrd. CHF öffentliche Infrastrukturfinanzierung)

-> Personale/Km Schienennetz: 2,77
-> Euro/Trassenkilometer: 14,87
-> Euro/km Schienennetz: 828.193
-> Euro/Personal: 299.408

Fahre bitte zweigleisig und bring noch die Geschäftsberichte der andern KTUs, die rund 40% der Infrastruktur besitzen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Schweizer_Eisenbahngesellschaften
Eine RhB oder eine CJ haben ganz andere Witterungsverhältnisse als die SBB.

Danke!

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:14 (vor 16 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hallo Eingleisigkeit,

danke für den aufschlussreichen Debatten-Beitrag. Sehr interessant zu sehen!
Die Zahlen deuten auf eine chronische Unterfinanzierung hin.

Liebe Grüße
Renate

Vergleichbarkeit?

bendo, Mittwoch, 17.02.2021, 12:37 (vor 14 Tagen) @ Eingleisigkeit

SBB Infrastruktur 2019
3.236 km Schienennetz
180,2 Mio. Trassenkilometer
8.951 Mitarbeiter*innen
2,68 Mrd. Euro Jahresumsatz (87 Mio. CHF Trassenentgelte + 2,03 Mrd. CHF öffentliche Infrastrukturfinanzierung)

-> Personale/Km Schienennetz: 2,77
-> Euro/Trassenkilometer: 14,87
-> Euro/km Schienennetz: 828.193
-> Euro/Personal: 299.408

DB Netz AG (Fahrweg) 2019:
33.423 km Schienennetz
1090 Mio. Trassenkilometer
48.787 Mitarbeiter*innen
5,65 Mrd. Euro Jahresumsatz durch Netz

-> Personale/Km Schienennetz: 1,46
-> Euro/Trassenkilometer: 5,18
-> Euro/km Schienennetz: 169.045
-> Euro/Personal: 115.809

Um auf "Schweizer Verhältnisse" zu kommen, müsste das Personal bei DB Netz also ungefähr verdoppelt werden. Entsprechend teurer wird das Unterfangen Eisenbahn für den Staat und/oder die Nutzer*innen.

Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob man diesen vielfach zitierten Vergleich so einfach führen kann:
Die Schweiz hat vermutlich deutlich aufwändigere Eisenbahnstrecken als Deutschland. Die Zahl, der Aufwand von aufwändigen Kunstbauten sowie eben die schwierigeren klimatischen Verhältnisse sind bezogen auf den Streckenkilometer in der Schweiz naturgemäß höher. Das bedeutet: Um in der Schweiz überhaupt einen Eisenbahnbetrieb bieten zu können, muss grundsätzlich größerer Aufwand betrieben werden. Die Frage wäre: Wie würden sich die vier Quotienten darstellen, wenn die Schweiz im Mittel dieselben geografischen und klimatischen Verhältnisse hätte wie Deutschland?
Ein dem Verständnis dienendes, bewusst überzeichnetes Beispiel:
Was würde es kosten, die 144km lange Strecke von Chur nach Tirano (Berninaexpress) heute zu bauen? Welcher Kostenaufwand müsste betrieben werden, um ganzjährig einen Betrieb zu ermöglichen? Dagegen: Was kostet eine 144km lange Strecke im norddeutschen Flachland? Und was würde man aufbringen für den Betrieb? Selbst wenn man Schweizer Philosophie fahren lässt, würde für die "norddeutsche Variante" (naturgemäß) viel weniger Geld aufgebracht werden (müssen).

Gruß, bendo

Vergleichbarkeit?

Paladin, Hansestadt Rostock / Stralsund, Mittwoch, 17.02.2021, 13:15 (vor 14 Tagen) @ bendo

Ein berechtigter Einwand, ich möchte dazu folgendes einwerfen:

- NBS Hannover-Würzburg: Führt durchs Mittelgebirge
- NBS Köln-Frankfurt: Führt durchs Mittelgebirge
- VDE8 Halleipzig-Nürberg: Führt durchs Mittelgebirge

ABS Berlin-Hamburg: Flachland
ABS Berlin-HalLeipzig: Flachland
Rollbahn Köln-Hamburg: Flachland

Es ist also keineswegs so, dass Deutschland seine HGV-Strecken "günstig durchs Flachland" legt. Im Gegenteil....

Warum NBS oft durchs Mittelgebirge...

bendo, Donnerstag, 18.02.2021, 13:26 (vor 13 Tagen) @ Paladin

Ein berechtigter Einwand, ich möchte dazu folgendes einwerfen:

- NBS Hannover-Würzburg: Führt durchs Mittelgebirge
- NBS Köln-Frankfurt: Führt durchs Mittelgebirge
- VDE8 Halleipzig-Nürberg: Führt durchs Mittelgebirge

ABS Berlin-Hamburg: Flachland
ABS Berlin-HalLeipzig: Flachland
Rollbahn Köln-Hamburg: Flachland

Es ist also keineswegs so, dass Deutschland seine HGV-Strecken "günstig durchs Flachland" legt. Im Gegenteil....

Hallo,
das ist mir wohl bewusst. Da sich der Vergleich Schweiz<->Deutschland auf statistische Zahlen bezieht (€/km etc.), habe ich auch meinen Einwand auf das "Mittel" bezogen. Und trotz teurer NBS durchs Mittelgebirge sind in D bei einem 35000km-Netz pro km wohl kleinere Kosten zu veranschlagen, als bei einem (kleineren) Netz das zu beträchtlichem Anteil durchs Hochgebirge verläuft...

Zum Vergleich NBS/ABS: Weshalb NBS vorzugsweise durchs Mittelgebirge laufen ist nachvollziehbar: Aus Sicht der 1970er/80er Jahre lagen die "problematischen" Streckenabschnitte v.a. im Mittelgebirge: Die Strecken waren weit, kurvig und langsam. D.h. dort kann eine NBS den größten Effekt erzielen. Im Flachland konnte tlw. bereits bis 200km/h gefahren werden, auf Strecken die Städte schon recht geradlinig verbunden haben. Dort in eine Erhöhung der Geschwindigkeit zu investieren erschien wohl nicht effektiv im Vergleich zu Maßnahmen im Mittelgebirge. Erst jetzt, nachdem die meisten "Problemstellen" der Gebirge beseitigt sind, treten andere Probleme (z.B. Kapazitäten, Taktkonforme Fahrzeiten) in Vordergrund (NBS KA-Basel, NBS RMRN, Vmax-Erhöhung Hannover-Berlin etc.)

Gruß, bendo

Langsamfahrstelle-Dichte?

Chrispy, Donnerstag, 18.02.2021, 15:02 (vor 13 Tagen) @ bendo
bearbeitet von Chrispy, Donnerstag, 18.02.2021, 15:03

Vergleiche mit investierten €/km sind in unterschiedlichen Netzen in der Tat schwierig. Eine bessere Metrik für einen potenziell vernachlässigten Unterhalt könnte aber die Anzahl Langsamfahrstellen pro Gleiskilometer sein. Allerdings dürften Baustellen nicht negativ gewertet werden. Damit könnte man dann auch mit einem Vergleich die Aussagekraft der €/km überprüfen.

Hat da jemand eine Idee, wie man an diese Daten kommen könnte?

Langsamfahrstelle-Dichte?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 18.02.2021, 17:07 (vor 13 Tagen) @ Chrispy
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 18.02.2021, 17:09

Hallo Chrispy,

Eine bessere Metrik für einen potenziell vernachlässigten Unterhalt könnte aber die Anzahl Langsamfahrstellen pro Gleiskilometer sein.

Bin ich mir nicht sicher.

Unser Netz hat relativ wenig Lafas (Langsamfahrstellen), aber für deutsche Begriffe ist unsere vmax von 130-140 km/h (auf Hauptachsen!) an sich schon eine Lafa. Erst recht für einen europaweiten Premiumzug namens ICE International... ;)

Zudem können Lafas nicht nur streckenbedingt (Schwachstellen im Gleisbett) sondern auch fahrplanbedingt sein (weil ein schneller Zug von einem langsameren Zug ausgebremst wird) oder sogar hausgemacht (weil Verkehrsleitung entscheidet dass ein langsamerer Zug trotzdem Vorfahrt hat).

Allerdings dürften Baustellen nicht negativ gewertet werden. Damit könnte man dann auch mit einem Vergleich die Aussagekraft der €/km überprüfen.

Da unser Netz am drittdichtesten befahren wird (nur CH und JP dichter) ist unser Netz auch wartungsintensiver. Prorail versucht nachts Reparaturen durchzuführen.
Aber manchmal sind Wochenendsperren ganzer Streckenteile notwendig. Inklusive SEV mit Bussen, mangels Umgehungsstrecken (wenn Utrecht-Den Bosch dicht ist, müsste ich ganz via Arnhem-Nijmegen oder via Rotterdam reisen, damit ich nach Eindhoven komme; dann ist ein SEV-Bus über die Autobahn schneller, erst recht wenn der Bus freie Busspuren benutzen und somit an Staus vorbeifahren darf).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Langsamfahrstelle-Dichte?

Chrispy, Donnerstag, 18.02.2021, 18:42 (vor 13 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Unser Netz hat relativ wenig Lafas (Langsamfahrstellen), aber für deutsche Begriffe ist unsere vmax von 130-140 km/h (auf Hauptachsen!) an sich schon eine Lafa. Erst recht für einen europaweiten Premiumzug namens ICE International... ;)

Zudem können Lafas nicht nur streckenbedingt (Schwachstellen im Gleisbett) sondern auch fahrplanbedingt sein (weil ein schneller Zug von einem langsameren Zug ausgebremst wird) oder sogar hausgemacht (weil Verkehrsleitung entscheidet dass ein langsamerer Zug trotzdem Vorfahrt hat).

Meine Idee wäre, dass man dabei natürlich nur jene Lafas erfasst, die aufgrund von Infrastrukturschäden eingerichtet wurden. Dass man fahrplanbedingt Züge verlangsamt sehe ich nicht als Lafa an. Als Lafa verstehe ich einen Streckenabschnit, dessen ursprünglich zugelassene Geschwindigkeit für alle Zuggattungen reduziert wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Langsamfahrstelle).

Da unser Netz am drittdichtesten befahren wird (nur CH und JP dichter) ist unser Netz auch wartungsintensiver.

Es geht mir eben gerade darum einen Indikator zu haben, der aufzeigt, dass genügend Geld in den Unterhalt der Bahnanlagen gesteckt wird. Wird ein Netz mehr befahren als ein anderes, muss auch mehr Geld investiert werden. Die Anzahl Lafas, oder vielmehr das Verhältnis zwischen der Gesamtlänge der Lafas und der Länge des Streckennetzes, kann mir unabhängig von Streckentopologie und Zugfrequenz zeigen, ob die Betreiber auch genug Geld investieren.

Prorail versucht nachts Reparaturen durchzuführen. Aber manchmal sind Wochenendsperren ganzer Streckenteile notwendig. Inklusive SEV mit Bussen, mangels Umgehungsstrecken (wenn Utrecht-Den Bosch dicht ist, müsste ich ganz via Arnhem-Nijmegen oder via Rotterdam reisen, damit ich nach Eindhoven komme; dann ist ein SEV-Bus über die Autobahn schneller, erst recht wenn der Bus freie Busspuren benutzen und somit an Staus vorbeifahren darf).

Lafas durch Bauarbeiten dürfte man ebenfalls nicht berücksichtigen, da Instandhaltungsarbeiten kein Indikator für einen schlechten Netzzustand sind und vorallem ist deren häufigkeit wieder abhängig von der Streckentopologie, Zugfrequenz und der gefahrenen Geschwindigkeit. Genau da ist auch die Schwierigkeit meines Indikators:

1. Man müsste zuerst an die Anzahl und Länge aller Lafas in D und CH kommen.
2. Dann müsste man die Möglichkeit haben, Baubedingte Lafas zu identifizieren und zu streichen

Weiss nicht ob es überhaupt eine Bahn gibt, die solche Daten publiziert.

Eine persönliche Bemerkung

EDO, Sonntag, 14.02.2021, 20:48 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Hallo Renate!

Die Fragen, die Du in Deinem Beitrag aufwirfst, sind vom Grundsatz mehr als berechtigt. Viele Forenmitglieder haben hierzu zahlreiche gute Antworten bzw. Ansätze beigetragen. Was mich stört, ist, dass diese Frage von jemandem kommt, der hier an anderer Stelle fragt, ob München - Hamburg nicht auch noch günstiger geht als für 18,90 €...

Ich finde es auch peinlich, dass am siebten Tag NACH dem großen Schneefall noch nicht alles läuft. Aber diejenigen, die die Bahn nur zu Dumping-Preisen nutzen wollen, mögen dann doch bitte lieber schweigen.

Oder fliegen.

Eine persönliche Bemerkung

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:21 (vor 16 Tagen) @ EDO

Hallo Renate!

Die Fragen, die Du in Deinem Beitrag aufwirfst, sind vom Grundsatz mehr als berechtigt. Viele Forenmitglieder haben hierzu zahlreiche gute Antworten bzw. Ansätze beigetragen. Was mich stört, ist, dass diese Frage von jemandem kommt, der hier an anderer Stelle fragt, ob München - Hamburg nicht auch noch günstiger geht als für 18,90 €...

Ich finde es auch peinlich, dass am siebten Tag NACH dem großen Schneefall noch nicht alles läuft. Aber diejenigen, die die Bahn nur zu Dumping-Preisen nutzen wollen, mögen dann doch bitte lieber schweigen.

Oder fliegen.

Hallo EDO,

Während es stimmt, dass ich mich vor einiger Zeit mal nach der von dir zitierten Frage erkundigt habe, sehe ich nicht den Widerspruch, den du aufwirfst.
Wenn ein Preissystem so entwickelt ist, dass man für weniger als 20€ quer durch Deutschland fahren kann - ja, warum sollte ich das denn nicht ausnutzen?

Meine Argumentation setzt faktisch genau dort an, wo aufhörst - sind Preise von 18,90€ im Sinne des Systems oder könnten es auch 5€ mehr sein?

Liebe Grüße
Renate

Ich finde es einfach schade...

GUM, Sonntag, 21.02.2021, 10:13 (vor 11 Tagen) @ RenateMD
bearbeitet von GUM, Sonntag, 21.02.2021, 10:14

Hallo Renate!

Die Fragen, die Du in Deinem Beitrag aufwirfst, sind vom Grundsatz mehr als berechtigt. Viele Forenmitglieder haben hierzu zahlreiche gute Antworten bzw. Ansätze beigetragen. Was mich stört, ist, dass diese Frage von jemandem kommt, der hier an anderer Stelle fragt, ob München - Hamburg nicht auch noch günstiger geht als für 18,90 €...

Ich finde es auch peinlich, dass am siebten Tag NACH dem großen Schneefall noch nicht alles läuft. Aber diejenigen, die die Bahn nur zu Dumping-Preisen nutzen wollen, mögen dann doch bitte lieber schweigen.

Oder fliegen.


Hallo EDO,

[...]

Während es stimmt, dass ich mich v
Wenn ein Preissystem so entwickelt ist, dass man für weniger als 20€ quer durch Deutschland fahren kann - ja, warum sollte ich das denn nicht ausnutzen?

Hallo RenateMD,

das Kernwort lautet "ausnutzen" . Wenn Du Dich ein bisschen für Eisenbahn (oder die Post) interessierst, dann könntest Du so ganz grob einschätzen, ab wann Dein Gegenüber draufzahlt.

Bei der Bahn gibt es immer die berühmten Zahlen zum Energieverbrauch und dass umgerechnet 1 Sitzplatz pro 100 Kilometer soundsoviel Liter Benzin verbrauchen werden. Dann einfach nur die Mehrwertsteuer drauf und die Personenstunden. Meist ist der Deckungsbeitrag aber schon bei Energiekosten negativ.

Da siehst Du ganz einfach dass 18,90 oder auch 29,00 nicht ausreichen. Und die Frage ist: Kann ich von einem Privatunternehmen erwarten, dass es dauernd draufzahlt?

Ähnlich die Diskussion mit Verwandten, Bekannten etc., dass ich mir die Kontoauszüge, Wertpapierabrechnungen und gelegentlich auch Fahrkarten ins Haus bringen lasse. Und dafür "viel zu viel" bezahle. Die sitzen lieber in der kurzen Zeit, die nie mehr zurückkommt am Drucker.

Wenn diese Sparfüchse aber dann erleben, dass mal ein Zug ausfällt, weil am Abfahrtsbahnhof die Bereitschaft von Material und Personal mit einem Supersparpreis nicht zu bezahlen ist, geht das Geschrei los.
Übertragen auf die Post: Wenn dann eben nur noch 4-5 mal die Woche zugestellt wird.

Meine Argumentation setzt faktisch genau dort an, wo aufhörst - sind Preise von 18,90€ im Sinne des Systems oder könnten es auch 5€ mehr sein?

18,90 Euro ist ein Notwehr-Preis gegen unfairen Wettbewerb. Die Bahn muss hier halt leider auch einen künstlich erzeugten Trend aufnehmen, sie schwebt nicht im luftleeren Raum.

Und langfristig wird dies auch negative Auswirkungen auf die geleisteten Personenstunden haben.

Also bitte möglichst oft den Gegenüber leben lassen.


Liebe Grüße
Renate

Liebe Grüße zurück

GUM

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Systemproblem am anderen Ende Deutschlands (Karlsruhe)

Coburger, Sonntag, 14.02.2021, 21:49 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Guten Abend,

zum Fliegen brachte ich gestern jemanden nach Karlsruhe Hbf, um den einzigen Direktflug des Wochenendes von Mittelauropa ins Vereinigte Königreich ab Zürcih zu erreichen.

In der Früh verkehrten die ICEs nach Basel/Zürich pünktlich; sie kamen 'nur' Frankfurt oder ähnlichen Zentren. Mit dem ICE um 11.00 hatten wir Glück; er kam aus Hannover, aber auf dem Weg über Rhein und Ruhr und konnte sogar eine Weichenstörung in Frankfurt Flughafen wieder aufholen. 11.00 war für einen Flug nach 17 Uhr in Zürich vielleicht etwas früh, aber danach begann des System der Langstrecken-ICEs zu wirken: in Karlsruhe trat eine Lücke von drei bis vier Stunden im Fernverkehr in die Schweiz ein. Wenn man auf den Regionalverkehr ausweicht, hat man in Offenburg 50 Minuten Umsteigepause...

Der um 11.11. folgende ICE nach Chur wurde ein paar Minuten nach der Abfahrt des 11.00-ICE über Lautsprecher mit etwa 175 Minuten Verspätung angekündigt - da wird sich vielleicht jemand gewundert haben, der schon im Bahnhof war, aber im falschen Moment das weiße Laufband der Zugzielanzeige angesehen hat...

Um 13 Uhr hiess es dann:

ICE 71 11.11 + 240
EC 7 11.49 + 208

und mehr gab mein Screenshot nicht her, aber nach meiner Erinnerung waren auch die zwei nächsten Basel-ICEs ähnlich verspätet aus Hamburg oder Berlin unterwegs.

Fazit: Die Information vor Ort, die Blechelse, hätte etwas mehr mitdenken können, und das System krankt daran, dass seit einer Woche wie bei einem Streik die Züge und das Personal nicht am richtigen Ort sind und nicht an den richtigen Ort zurückkehren können. Das System ist fragil, nicht resilient. Und das zu ändern, ist die Aufgabe eines sich als agil verstehenden Managements. Ich bin gespannt.

Allen eine gute Reise nach dem Einsetzen einer Tauwetterwoche wünschend

Stefan

So stimmt das nicht

Eingleisigkeit, Montag, 15.02.2021, 00:40 (vor 17 Tagen) @ Coburger
bearbeitet von Eingleisigkeit, Montag, 15.02.2021, 00:41

Hallo Stefan,

In der Früh verkehrten die ICEs nach Basel/Zürich pünktlich; sie kamen 'nur' Frankfurt oder ähnlichen Zentren. Mit dem ICE um 11.00 hatten wir Glück; er kam aus Hannover, aber auf dem Weg über Rhein und Ruhr und konnte sogar eine Weichenstörung in Frankfurt Flughafen wieder aufholen. 11.00 war für einen Flug nach 17 Uhr in Zürich vielleicht etwas früh, aber danach begann des System der Langstrecken-ICEs zu wirken: in Karlsruhe trat eine Lücke von drei bis vier Stunden im Fernverkehr in die Schweiz ein.

Das ist nicht ganz richtig. "Eigentlich" waren die Linien 43 (aus Köln) und 12 (aus Berlin) nicht von der Störung betroffen. Die Linie 12 ist nämlich schon den ganzen Tag nur zwischen Frankfurt und der Schweiz gependelt, eben genau um den Betrieb im restlichen Netz zu stabilisieren.
Damit wäre für den Abschnitt Mannheim - Basel ein sauberer Stundentakt sichergestellt gewesen.

Einzige 2-Stunden-Lücke am Oberrhein war die 13.00-Abfahrt vom ICE 105 in Karlsruhe, bei dem es zusätzlich die Linie 43 mit einem Teilausfall erwischt hatte.
Die anderen Abfahrten am Samstag ab Karlsruhe um 11.00, 12.00 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr waren vollkommen planmäßig unterwegs. Ab ca. 15:30 Uhr trudelten dann auch die extrem verspäteten Züge der Linien 20 und 30 aus Norddeutschland ein.

Völlig unstrittig ist natürlich, dass das Chaos im Leinetal zu immensen Verschiebungen im Netz geführt hat. Es lassen sich hier sicherlich Streckenabschnitte finden, die für mehrere Stunden FV-frei waren. Karlsruhe-Basel gehörte nur nicht dazu ;)

Viele Grüße
Eingleisigkeit

Systemproblem am anderen Ende Deutschlands (Karlsruhe)

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:23 (vor 16 Tagen) @ Coburger

Hallo Stefan,

Fazit: Die Information vor Ort, die Blechelse, hätte etwas mehr mitdenken können, und das System krankt daran, dass seit einer Woche wie bei einem Streik die Züge und das Personal nicht am richtigen Ort sind und nicht an den richtigen Ort zurückkehren können. Das System ist fragil, nicht resilient. Und das zu ändern, ist die Aufgabe eines sich als agil verstehenden Managements. Ich bin gespannt.

Danke für deinen Beitrag. Dieser Aspekt wurde bisher gar nicht aufgeworfen, trägt aber einen Teil der Erklärung bei.
Ich befürchte, dass wir lange gespannt sein können.

Allen eine gute Reise nach dem Einsetzen einer Tauwetterwoche wünschend
Stefan

Wünsche ich dir auch!
Renate

Deutsche Bahn & Fühling, Sommer, Herbst und Winter

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 15.02.2021, 02:44 (vor 17 Tagen) @ RenateMD

Die vier Feinde der DB. ;)

Eine Frage, die ich mir immer öfter stelle ist, ob die Bundesregierung wirklich ernsthaft glaubt, dass die Bahn sukzessive den Flieger verdrängen kann. Wie sollen weniger Bahn-affine Menschen auf den Zug umsteigen?

Gar nicht. Solange es keinen Transrapid gibt, der tatsächlich Vorteile ggü. dem Fluchzeug bieten würde, werden weniger Bahn-affine Menschen nicht auf den Zug umsteigen.


Seit mehr als 7 TAGEN schafft es die Bahn nicht, ihre Hauptfahrstrecken wieder befahrbar zu machen. SFS Hannover-Göttingen ist immer noch gesperrt. Das macht mich fassungslos.

Sie könnte das m.E. schon, wenn sie wollte. Ausfälle sind aber wirtschaftlicher - gerade jetzt in schwach ausgelasteten Zeiten aufgrund der Pandemie.
Ansonsten sind Kapazitäten auch um Störungen zu beseitigen, seit der Era-Mehdorn stark reduziert. Man glaubte, das Thema Winter hätte sich durch den Klimawandel erledigt. Ein Trugschluss, da sich das Klima durch den verlangsamten Jetstream nicht zwingend erwärmt, sondern das Wetter ändert sich nur seltener, was zu länger anhaltenden Hitze bzw. Kälte Perioden führt.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Deutsche Bahn & Fühling, Sommer, Herbst und Winter

RenateMD, Montag, 15.02.2021, 16:25 (vor 16 Tagen) @ 218 466-1

Die vier Feinde der DB. ;)

:-) Ist es leider zu traurig, um nachhaltig witzig zu sein....

Eine Frage, die ich mir immer öfter stelle ist, ob die Bundesregierung wirklich ernsthaft glaubt, dass die Bahn sukzessive den Flieger verdrängen kann. Wie sollen weniger Bahn-affine Menschen auf den Zug umsteigen?


Gar nicht. Solange es keinen Transrapid gibt, der tatsächlich Vorteile ggü. dem Fluchzeug bieten würde, werden weniger Bahn-affine Menschen nicht auf den Zug umsteigen.

Während ich dir dabei absolut zustimme, werden wir den Transrapid in den nächsten Jahren nicht allzu schnell live erleben können. Mir wären keine großartigen technischen Weiterentwicklungen bekannt - geschweige denn Bemühungen auf deutscher oder europäischer Ebene, das Projekt zu implementieren....


Seit mehr als 7 TAGEN schafft es die Bahn nicht, ihre Hauptfahrstrecken wieder befahrbar zu machen. SFS Hannover-Göttingen ist immer noch gesperrt. Das macht mich fassungslos.


Sie könnte das m.E. schon, wenn sie wollte. Ausfälle sind aber wirtschaftlicher - gerade jetzt in schwach ausgelasteten Zeiten aufgrund der Pandemie.

Diesen Eindruck vermittelt die DB aktuell in der Tat.

Ansonsten sind Kapazitäten auch um Störungen zu beseitigen, seit der Era-Mehdorn stark reduziert. Man glaubte, das Thema Winter hätte sich durch den Klimawandel erledigt. Ein Trugschluss, da sich das Klima durch den verlangsamten Jetstream nicht zwingend erwärmt, sondern das Wetter ändert sich nur seltener, was zu länger anhaltenden Hitze bzw. Kälte Perioden führt.

Liebe Grüße
Renate

NL: viele Züge ausgefallen/gestrichen, Strecken befahrbar.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 16.02.2021, 10:58 (vor 16 Tagen) @ RenateMD

Hallo RenateMD, hallo ICE-Fans,

noch bevor die ersten Schneeflocken fielen, hatte NS dafür entschieden, weniger Züge zu fahren.
Das war Fr. 5. Februar.
Als die Party am So. 7. Februar hier richtig losging, musste NS den Betrieb einstellen und alle redeten Schande darüber. Lies: Schweden, die Schweiz und Österreich machen es besser. Hinweis: auch dort sind Züge ausgefallen.
Mo. 8. Februar mussten immer noch viele Weichen von Schneemassen befreit werden, aber es war zumindest wieder ein eingeschränkter Betrieb möglich.
Di. 9. Februar war das komplette Netz wieder befahrbar und fuhr in ganz NL überall mindestens halbstündlich ein Zug, wenn auch nur "Sprinter" mit allen Halten.
Schrittweise wurde das Angebot weiter aufgebaut und heute verkehren die Züge weitgehend normal.

Die Folgen waren eingeschränkt; wegen EHNNZEV (Einem Hier Nicht Näher Zu Erwähnen Virus) war der Fahrgastaufkommen sowieso sehr niedrig.

Was ich dann wieder erstaunlich finde: wieso werden die Winterdienstfahrer, die die Strassen befahrbar halten, als Helden verehrt und alle, die für die Bahn Weichen von Schnee befreien, lächerlich gemacht?
So manchmal habe ich die Idee, es gibt hier in NL eine kollektive Unterhautfrust, und die muss via Bahnbashing einen "way out" haben. Wenn man doch wirklich die Frustquelle bekämpfen würde, anstelle deren Symptome, würde die Welt vermutlich erheblich besser aussehen.
Na gut, Natureis hat hier auch einiges gebracht. Es schafft Verbundenheit und ermöglicht es, die von EHNNZEV leergegangene mentale Batterie nachzuladen.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Fliegen ist ok.

ktmb, iOS, Dienstag, 16.02.2021, 14:47 (vor 15 Tagen) @ RenateMD
bearbeitet von ktmb, Dienstag, 16.02.2021, 14:49

Würden alle innerdeutschen Flugverbindungen unterhalb von 600 km eingestellt, wäre das ein Rückgang von 1 % bei den gesamtdeutschen CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Das Problem liegt also nicht beim Flugzeug. Ok, auch kleine Einsparungen bringen unterm Strich etwas. Aber bei den anderen 99 % sollte (auch) angesetzt werden.

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STAY home. STOP the spread. SAVE lives.

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