[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 06.01.2021, 18:21 (vor 10 Tagen)
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 06.01.2021, 18:22

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Der Verkehrsknoten Brno soll in Zukunft modernisiert und an künftige Ansprüche angepasst werden. Es gibt im Video aus 2018 2 Ausbauvarianten.
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Variante A (Minute 7:57 verfolgt die Schließung des bisherigen Hauptbahnhofs nahe dem Zentrum. Der Verkehr soll über den bisherigen unteren Bahnhof östlich davon, der bisher nur bei Sperrungen des Hauptbahnhofes sowie den Güterverkehr genutzt wird, abgewickelt werden. Anscheinend sollen dann auch künftig Hochgeschwindigkeitszüge des VRT-Projektes der Hochgeschwindigkeitstrasse aus Prag in Brno Kopf machen (oder möglicherweise gleich nur in der periphären Station Vídeňská an der gleichnamigen Schnellstraße Halt machen). Die Dimensionierung scheint knapp bemessen zu sein. Der Bahnhof hätte dann 12 Durchgangsgleise und 2 Stumpfgleise. Es entfielen dabei freilich viele Gleisanlagen für den Güterverkehr, was die Situation für diesen nicht gerade verbessern würde.

Dann gibt es die Variante B (Minute 10:45), hierbei wird der Hauptbahnhof gedreht, um eine schnellere Ein- und Ausfahrt zu gewährleisten. Im Wesentlichen wird die bestehende Infrastruktur weitestgehend belassen beziehungsweise Ausbauten vorgenommen. Hier würde die Einbindung an die VRT durch einen Tunnel mit Tiefbahnhof unterm Hauptbahnhof geschehen.

Es sieht ganz danach aus, als würde Variante A nun verfolgt. Insbesondere, wenn man diesen Artikel (tschechisch) liest.

Die Stadt Brno ist dagegen, dass die Fernverkehrszüge vom Hauptbahnhof abgezweigt werden und nur noch an der Station Vídeňská halten würden. Es würde zu Staus kommen und die entsprechenden Auswirkungen auf Umgebung und Natur würden problematisch sein.

Man hofft, dass man den Erhalt der Bedienung des Hauptbahnhofes erreichen kann. Und das hoffe ich auch. Variante A sieht für mich nach einer Billiglösung aus, die nicht gerade als nachhaltig zu bezeichnen wäre.

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[image] (Quelle: Česke Drahy)

[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Mittwoch, 06.01.2021, 22:33 (vor 10 Tagen) @ J-C

Billig bauen ist doch heutzutage modern. Nicht nur bei Bahnhöfen. Auch bei Zügen. Ich hoffe mal mit Dir und Brno, das man Variante B nimmt letztendlich.
Kopf machen kostet Zeit und bindet Personal. Wenn es nur ein Tf ist, kostet es nur Zeit. Ob man das will? Kann ich mir nicht vorstellen.

[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 06.01.2021, 22:44 (vor 10 Tagen) @ Tabernaer
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 06.01.2021, 22:48

Ich kann mir aber vorstellen, dass man erstmal Kopf macht, später aus Rationalisierungsgründen nur in der Wiener Straße (Videnska) hält und es einen Tag nennt. Und dann darf man erstmal eine lange Tour mit der Straßenbahn nehmen, um ins Stadtzentrum zu kommen oder eben schauen, dass man einen Anschluss an den Hauptbahnhof kriegt.

Also so attraktiv, wie mit dem Flieger eben. Und in Prag scheint es solche Gedankenspiele auch zu geben.

Ich werde wahrscheinlich nicht einmal so das Problem haben, da dort, wo ich unterwegs bin, sich auch mit dem VRT-Projekt nicht die Lage der Station ändert. Stattdessen kann ich mich vielleicht in Zukunft auf bessere und schnellere Verbindungen freuen. Aber wenn ich Brünn besuchen will, werde ich wohl möglicherweise auf den Schnellzug angewiesen sein, da ich sonst erstmal lange ans Ziel muss.

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[image] (Quelle: Česke Drahy)

[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit

Siggis Malz, Donnerstag, 07.01.2021, 00:20 (vor 10 Tagen) @ J-C

Danke für die Verlinkung,
Ich interessiere mich ja tatsächlich sehr für das Projekt unserer Nachbarn.
Leider bin ich nur keines Wortes mächtig und versteh deswegen immer nur Bahnhof ;),Infrastruktur und Technik.
Aber kann es sein, dass es bei Variante A um viel Stadtentwicklung und Co. gehen soll und man hier alla Stuttgart 21 der Stadt das Ganze schmackhaft machen will?
Mir scheint einfach eine Südeinbindung der Prager SFS so unglaublich suboptimal, wenn die anderen 2 Hauptlastrichtungen des FV auch nach Süden raus sind.
Dann hat man einmal gespart, aber muss für die Äste nach Ostrava oder Wien doppelt so viel pfuschen, bzw. Geld vergraben, wenns dann per Schleifen doch wieder ordentlich sein soll.

[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.01.2021, 07:03 (vor 9 Tagen) @ Siggis Malz
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 07.01.2021, 07:04

Glücklicherweise wird Ostrava ohnehin auch von Norden anzubinden sein. Das trifft jedoch nicht auf Wien zu, das im Plan ja weiterhin südlich anzubinden ist.

Ja, mir ist klar, dass mit Einsparung der Gleisanlagen im Westen viele tolle Stadtentwicklungsgebiete entstehen können. Gleichzeitig läge der neue Hauptbahnhof an einer traurigen Stelle, wo Parkplätze und der absolut hässliche Busterminal dominieren. Wer da aussteigt, landet quasi im Nirvana gefühlt, obwohl der bisherige Hauptbahnhof nicht weit weg ist.

Was aber geradezu erstaunlich ist, dass jetzt gerade der Hauptbahnhof rundum erneuert ist und man schon darüber redet. ihn zumindest nicht mehr für die Bahn zu nutzen. Wenn man fix damit plant, das Ding schleifen zu lassen, warum renoviert man es dann vorher? Denn offenbar will man jetzt auch die Unterführungen erneuern. Für einen Bahnhof, der so möglicherweise in Zukunft so gar nicht mehr Bestand hat...

Aber warum man sich ohne Not aus einem Durchgangsbahnhof quasi einen Kopfbahnhof macht, das muss ich nicht verstehen.

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[image] (Quelle: Česke Drahy)

[CZ] Verkehrsplanungen in Brno und meine Probleme damit

JumpUp, Donnerstag, 07.01.2021, 08:51 (vor 9 Tagen) @ J-C

Wurde Brno nicht erst kürzlich umgebaut und modernisiert? Jetzt mit Abschluss der Arbeiten möchte man gleich wieder von vorne beginnen?

Jup

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.01.2021, 09:32 (vor 9 Tagen) @ JumpUp

Das verstehe ich eben auch nicht. Beide Varianten sehen Umbauten von Infrastruktur vor, die doch vor kurzem erst modernisiert wurde.

Der untere Bahnhof von Brno wird nur bei Ausfällen im Hauptbahnhof genutzt, trotzdem hat man hier einen vollwertigen Bahnhof errichtet, mit modernen Zugzielanzeigern, mit entsprechenden Bahnsteigen, nichts provisorisch, tatsächlich längerfristig gebaut.

Das sind Dinge, die verstehe ich in Tschechien nicht. So viel Geld hat man da ja nicht, sonst hätte man sicherlich die attraktiven Bahnhöfe im ganzen Land.

Man kriegt das Gefühl, bei der Infrastrukturgesellschaft weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut.

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[image] (Quelle: Česke Drahy)

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