Nach IT-Karriere zum Lokführer (FAZ, 14.11.20) (Allgemeines Forum)

ktmb, iOS, Samstag, 14.11.2020, 12:09 (vor 11 Tagen)

Hej,
ein interessanter Bericht findet sich über einen ehemaligen ITler im Feuilleton der heutigen FAZ, der sich zum Lokführer hat ausbilden lassen und auch mit 62 noch Spaß und Freude an seinem neuen Job findet. Möglich, dass der Artikel demnächst auch auf der Homepage der FAZ erscheinen wird.
Herzliche Grüße

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Bitte nicht lesen. Und nicht kaufen die Zeitung.

Der Blaschke, Samstag, 14.11.2020, 16:17 (vor 11 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 14.11.2020, 16:19

Hey.

Dank langer Pause habe ich es getan. 3 Euro 20 investiert. Aber es lohnt nicht.

Der Protagonist war in der IT-Branche. Unterschreibt nach Differenzen mit dem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag. 58 Jahre. Dann die Idee: Lokführer werden. War Opa auch. Und schon im 2. Absatz bringt man die Nazis unter; ohne geht's ja nicht. Opa war bei der SA; war also Nazi und hat wohl auch Züge Richtung Gaskammer gefahren.

Der Protagonist leidet unter Diversem und ist in therapeutischer Behandlung gewesen. Mit der Lokführerausbildung klappt es dann. Die Mitschüler sind aber unmotiviert, haben auch alle einen Knacks im Leben - aber das pünktliche Geld lockt. Der Protagonist ist aber hochmotiviert; erklärt den Ausbildern, wie was läuft und Teamfähigkeit scheint nicht eine Stärke zu sein; wozu auch als Lokführer. Er entpuppt sich als Querulant - weil wegen Diensthandy und Datenschutz und so.

2x fällt er durch die Schlußprüfung. Dann klappt es. Und nun fährt er. Bei der RAB. Natürlich mit allen Unbillen in Form von schlimmen Fahrgästen.

Und er merkt, dass das Betriebsklima der DB nicht stimmt. Der normale Kollege meldet sich zum Ausgleich regelmäßig krank. Aber er macht da nicht mit und springt ständig ein.

Mittlerweile erträgt ihn das System und alle haben ihren Frieden gemacht. Er ist jetzt 62.


Was lernen wir? Irgendwie sind Lokführer alles kaputte Typen. Die Überschrift des Artikels spricht für sich: 'Ganz unten, ganz vorn'.

Also liebe Lokführer: ihr seid nicht nur total kaputt, sondern wirklich tatsächlich gaaaanz unten in der sozialen Hierarchie.

Nur, dass ihr das mal wisst, wenn euer Weselsky mal wieder meint, ihr bräuchtet mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Ich sitze jetzt am Hauptbahnhof Hannover, hinten an Gleis 1/2. Und irgendwie hab ich jetzt Angst, mit der nächsten S-Bahn zu fahren. Wenn da ganz vorne auch so ein kaputter .... Da steig ich lieber ganz hinten ein.

Also: lieber keine FAZ kaufen. Ich habe den Blödsinn jedenfalls dem Altpapiermülleimer anvertraut.


Schöne Grüße von jörg

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GUM, Samstag, 14.11.2020, 18:26 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke

Vielen, herzlichen Dank!

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Immerhin

ktmb, iOS, Sonntag, 15.11.2020, 12:04 (vor 10 Tagen) @ Der Blaschke

konnte die FAZ ein Exemplar mehr absetzen. ;)
Sicher gibt es Menschen, die diese Geschichte anders bewerten. Der IT-Lokführer hat keinen einfachen Weg gehabt, sichert jedoch durch seinen Beitrag den Transport vieler Menschen und Fahrgastzähler*innen (Oder wie dieser Berufsstand bezeichnet werden möchte). Scheinbar macht ihm dieser Job kurz vor der Pensionierung auch noch Spaß.
hej hej

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