Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte? (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

Gast, Dienstag, 10.11.2020, 14:25 (vor 72 Tagen)
bearbeitet von Gast, Dienstag, 10.11.2020, 14:25

Grüß Gott,

einem Kunden ist seine (persönliche) Abo-Jahreskarte auf unbekanntem Wege abhandengekommen. Er wird in so einer Situation ja wohl am besten erstmal ein, zwei Tage warten wollen, ob sie bei einer infragekommenden Fundstelle eingeht oder sonstwie auftaucht, und dann ggf. für 36 Euro eine Ersatzkarte beantragen. In ca. einer Woche nach dem Verlieren hat er dann wohl eine Ersatzkarte.

Was ist bis dahin zu tun, wenn er in der Zwischenzeit noch ein paarmal fahren will? Die offizielle Variante lautet: Bei jeder Fahrt dem Schaffner die Situation schildern und eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen lassen, innerhalb der angegebenen Frist in einem Reisezentrum die Ersatzkarte vorzeigen, dann muß man nur 7 Euro pro Nacherhebung zahlen.

Ja, wenn das so ist, ist es halt so... Ich wollte nur mal nachfragen, ob jemand Erfahrung damit hat, ob hier auf Kulanzbasis irgendeine kundenfreundlichere Lösung erzielbar ist.
Bei der offiziellen Lösung ist es halt schon etwas happig, daß einer, der fünf Tage pro Woche pendelt, dann zusätzlich zu den 36 Euro Bearbeitungsgebühr nochmal 70 Euro für 10 Nacherhebungen zahlt. Und wenn er aus irgendeinem Grund (Erkältung ...) in der fraglichen Zeit in kein Reisezentrum kann, werden 600 Euro daraus - obwohl "die Bahn" eh weiß, daß sie ihm die Ersatzkarte geschickt hat, d. h. das Vorzeigen derselben hat gar keinen erkennbaren Sinn. Wieviele Nacherhebungen es genau werden, hängt außerdem davon ab, wie schnell das Abozentrum gerade mit dem Zuschicken von Ersatzkarten ist...
Unter "kundenfreundlicher" würde ich mir vorstellen, daß es bei den 36 Euro Bearbeitungsgebühr bleibt und keine weiteren versteckten Kosten dazukommen und daß man am besten auch nicht zu Nacherhebungen gezwungen wird, sondern z. B. auch Flexpreisfahrkarten kaufen und sich diese dann erstatten lassen kann. Wie gesagt, nur eine Frage, ob und auf welchem Wege so etwas geht - von mir aus soll es keine Diskussion über Sinn oder Unsinn der Regeln werden.

Mit freundlichem Gruß
Gast

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„Nur Diebe und Terroristen setzen Masken auf.“
Vittorio Sgarbi

Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

Knochendochen, Dienstag, 10.11.2020, 16:39 (vor 72 Tagen) @ Gast
bearbeitet von Knochendochen, Dienstag, 10.11.2020, 16:40

Praktische Lösung: Einfach nachfragen. Was bringt es dir, wenn dir hier jemand sagt, dass eine kulante Lösung gefunden wurde, dies in deinem Fall aber aus welchen Gründen auch immer nicht gemacht wird? Von daher würde ich einfach mal bei der zuständigen Stelle anrufen (E-Mail wird wohl zu lange dauern) und nachfragen, ob man da was machen kann.

Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

Gast, Dienstag, 10.11.2020, 19:45 (vor 72 Tagen) @ Knochendochen

Werter Herr Knochendochen,

telefonisch sagte man mir, daß keinerlei Kulanz in Betracht komme (außer, die Schaffner würden ein Auge zudrücken), allerdings waren auch die telefonischen Informationen zu den klaren Dingen sehr lückenhaft.
Und hier im Forum hat Herr Sichweniger einen nützlichen Hinweis geben, der mir dort ebenfalls nicht genannt wurde.

Mit freundlichem Gruß
Gast

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Vittorio Sgarbi

Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

sibiminus, Dienstag, 10.11.2020, 17:03 (vor 72 Tagen) @ Gast

Hallo!

Was ist bis dahin zu tun, wenn er in der Zwischenzeit noch ein paarmal fahren will? Die offizielle Variante lautet: Bei jeder Fahrt dem Schaffner die Situation schildern und eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen lassen, innerhalb der angegebenen Frist in einem Reisezentrum die Ersatzkarte vorzeigen, dann muß man nur 7 Euro pro Nacherhebung zahlen.

Offiziell ist alternativ vorgesehen den Flexpreis zu kaufen ohne Erstattungsmöglichkeit.

Ja, wenn das so ist, ist es halt so... Ich wollte nur mal nachfragen, ob jemand Erfahrung damit hat, ob hier auf Kulanzbasis irgendeine kundenfreundlichere Lösung erzielbar ist.

Du kannst versuchen ob dein Abo auf bahn.de/aboportal einsehbar ist und dir die Übersichtsseite als Bestätigung über einen bestehenden Vertrag vorzeigen. Ich würde empfehlen grundsätzlich unaufgefordert vor der Kontrolle den Zugbegleiter anzusprechen und sofern du per Mail eine Bestellbestätigung über die Ersatzkarte hast, auch griffbereit halten. Steigert die Chancen kulant durchzukommen, jedoch ist Nachlösen zum Bordpreis oder Fahrpreisnacherhebung eine zulässige Entscheidung vom Zub.

Bei der offiziellen Lösung ist es halt schon etwas happig, daß einer, der fünf Tage pro Woche pendelt, dann zusätzlich zu den 36 Euro Bearbeitungsgebühr nochmal 70 Euro für 10 Nacherhebungen zahlt. Und wenn er aus irgendeinem Grund (Erkältung ...) in der fraglichen Zeit in kein Reisezentrum kann, werden 600 Euro daraus - obwohl "die Bahn" eh weiß, daß sie ihm die Ersatzkarte geschickt hat, d. h. das Vorzeigen derselben hat gar keinen erkennbaren Sinn. Wieviele Nacherhebungen es genau werden, hängt außerdem davon ab, wie schnell das Abozentrum gerade mit dem Zuschicken von Ersatzkarten ist...

Ist es bei deinem Abo nicht möglich auf die digitale Variante als Handyticket zu wechseln? Das müsste ebenso im Aboportal gehen.

Hoffe das hilft!

Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

Gast, Dienstag, 10.11.2020, 20:05 (vor 72 Tagen) @ sibiminus

Werter Herr Sibiminus,

vielen Dank für den Hinweis. Umstellung auf Telephonfahrkarte ist auf die Schnelle leider nicht möglich, weil
- da steht, daß man die Papierkarte bis ... einschicken muß - ich kann das also nicht einfach schnell anklicken, wenn ich weiß, daß das vsl. nicht möglich sein wird. Wenn ich dann später angäbe, das nicht zu können, entstünde vielleicht Betrugsverdacht.
- da von einer "App" die Rede ist, die auf das "Smartphone" geladen werden müsse. Ich nutze kein Telephon, nur ein Netzbuch wäre vorhanden. Ich kann dort aber nicht, bevor ich auf "jetzt wechseln" gehe, überprüfen, ob diese "App" überhaupt in einer für mein Gerät passenden Form vorliegt. (Ist die digitale Fahrkarte also nicht einfach eine Pdf-Datei wie sonst auch?)
- nichts dazu gesagt wird, ob man wieder rückumstellen kann. Ich will ja nicht "für immer" ein extra Fahrkartenanzeigegerät mitführen...

Aber auf jeden Fall ist es ein sehr nützlicher Vorschlag, die Aboportalseite zu speichern oder drucken, um damit einem wohlwollenden Schaffner das Bestehen des Vertrags glaubhaft zu machen.

Mit freundlichem Gruß
Gast

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Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

sibiminus, Mittwoch, 11.11.2020, 21:31 (vor 71 Tagen) @ Gast
bearbeitet von sibiminus, Mittwoch, 11.11.2020, 21:33

Hallo Gast!

- da steht, daß man die Papierkarte bis ... einschicken muß - ich kann das also nicht einfach schnell anklicken, wenn ich weiß, daß das vsl. nicht möglich sein wird.

Stimmt, das habe ich nicht mehr bedacht. Da wäre jetzt natürlich spannend zu wissen wie das Abocenter mit diesem Fall umgeht, wenn man sich bei denen telefonisch meldet und dieses Problem vorträgt.

Wenn ich dann später angäbe, das nicht zu können, entstünde vielleicht Betrugsverdacht.

Das ist theoretisch denkbar aber eher unwahrscheinlich weil ja nur personengebundene Abos umgestellt werden können. Aber du hast recht: Ausschließen kann man das nicht.

- da von einer "App" die Rede ist, die auf das "Smartphone" geladen werden müsse. Ich nutze kein Telephon, nur ein Netzbuch wäre vorhanden. Ich kann dort aber nicht, bevor ich auf "jetzt wechseln" gehe, überprüfen, ob diese "App" überhaupt in einer für mein Gerät passenden Form vorliegt.

Du brauchst den ganz normalen DB Navigator: www.bahn.de/navigator Das ist also keine seperate "DB-Abo-App" oder so.

(Ist die digitale Fahrkarte also nicht einfach eine Pdf-Datei wie sonst auch?)
- nichts dazu gesagt wird, ob man wieder rückumstellen kann. Ich will ja nicht "für immer" ein extra Fahrkartenanzeigegerät mitführen...

Okay, dann ist das nichts für dich. Die Umstellung ist auf Dauer ausgelegt, möglicherweise kann das Abocenter manuell eine Rückumstellung auf Papier vornehmen - aber sicherlich nicht ohne Entgelt... Ich weiß es nicht genau. Das Abo ist ausschließlich im DB Navigator als digitales Ticket hinterlegt; lediglich Zeitkarten im Einzelbezug (also nicht im Abo) wären als Onlineticket/PDF-Datei ausdruckbar. www.bahn.de/abo-digital

Aber auf jeden Fall ist es ein sehr nützlicher Vorschlag, die Aboportalseite zu speichern oder drucken, um damit einem wohlwollenden Schaffner das Bestehen des Vertrags glaubhaft zu machen.

Das freut zu hören. Berichte gerne mal über deine Erfahrungen, wie es ausging!
Grüße, sibiminus

Ist der DB-Navigator ohne Telephon nutzbar?

Gast, Donnerstag, 12.11.2020, 11:47 (vor 71 Tagen) @ sibiminus

Werter Herr Sibiminus,

vielen Dank erstmal.

Da die Karte nicht mehr extrem lange gelaufen wäre, hatte ich mir als Lösung überlegt:
Ich frage, wie das mit dem Umstellen auf online ist. Wenn es geht, mache ich es, und wenn die dann nicht mehr rückumstellen wollen, kann ich ja rechtzeitig vor dem nächsten Zwölfmonatszyklus kündigen und wieder ein neues Abo als normale Papierkarte beantragen.

Aber jetzt, wo die zu nutzende „App“ präzisiert worden ist, wittere ich ein neues Problem: Ich hätte ein Netzbuch mit Linux und eines mit Windows zur Auswahl. Sehe ich es richtig, daß es diesen „Navigator“ selbst für Windows nicht gibt und daß es womöglich besonderes Expertenwissen braucht, um ihn überhaupt mit Tastatur und Maus auf einem nicht telefonartigen Gerät bedienbar zu machen? Dann nützt es eh nichts.

Mit freundlichem Gruß
Gast

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Hervorragende analysiert!

ICE2020, Donnerstag, 12.11.2020, 12:40 (vor 71 Tagen) @ Gast

Genau, der DB Navigator ist eine Smartphone-App und steht dementsprechend für die beiden führende Smartphone Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung.

Hervorragende analysiert!; Fenster auf dem Strich!

Paladin, Hansestadt Rostock / Stralsund, Donnerstag, 12.11.2020, 12:49 (vor 71 Tagen) @ ICE2020
bearbeitet von Paladin, Donnerstag, 12.11.2020, 12:50

Genau, der DB Navigator ist eine Smartphone-App und steht dementsprechend für die beiden führende Smartphone Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung.

Ich möchte noch hinzufügen, dass man bei fragwürdigem eindeutschen ("Netzbuch") auch konsequent sein sollte: Windows -> Fenster; online -> auf dem Strich

Hervorragende analysiert!; Fenster auf dem Strich!

Gast, Freitag, 20.11.2020, 18:02 (vor 62 Tagen) @ Paladin

Werter Herr Paladin,

Sie haben völlig recht, daß es ganz und gar unangebracht war, aus falscher und unkonsequenter Rücksichtnahme "Online-" statt "Anschnurfahrkarte" zu sagen und das Betriebssystem nicht bei seinem Namen "Winzigweich-Fenster" zu nennen.

Immer Ihr
Gast

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Hervorragende analysiert!

mrhuss, ICE 275, Donnerstag, 12.11.2020, 13:46 (vor 70 Tagen) @ ICE2020

Genau, der DB Navigator ist eine Smartphone-App und steht dementsprechend für die beiden führende Smartphone Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung.

Vielleicht läuft der ja auch in einem Android-Emulator oder in Android-x86 auf dem "Netzbuch"…

Hervorragende analysiert!

Gast, Freitag, 20.11.2020, 17:53 (vor 62 Tagen) @ mrhuss

Werter Herr Huß,

der Hinweis auf so ein Programm könnte einmal nützlich werden - vielen Dank! Im vorliegenden Fall war es mir dann doch zu umständlich.

Mit freundlichem Gruß
Gast

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DB Navigator ohne Smartphone (iOS)

Norddeich, Freitag, 20.11.2020, 17:59 (vor 62 Tagen) @ ICE2020

Genau, der DB Navigator ist eine Smartphone-App und steht dementsprechend für die beiden führende Smartphone Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung.

Der DB Navigator läuft auf iOS-Geräten, inklusive iPads und iPod touch – d.h. auch mit Geräten ganz ohne Mobilfunkfunktion. Eigentlich sollten damit auch die neuen Apple-Silicon-ARM-Macs benutzbar sein, oder?

Kundenfreundliche Lösung bei verlorener Abo-Zeitkarte?

Gast, Freitag, 20.11.2020, 17:50 (vor 62 Tagen) @ sibiminus
bearbeitet von Gast, Freitag, 20.11.2020, 17:51

Guten Abend,

mithilfe dieses Ausdrucks ist es tatsächlich ohne Nacherhebungen gegangen. Die Reaktionen waren natürlich unterschiedlich. Am einen Ende war da der Schaffner, der sagte, daß er das leider nicht anerkennen könne. Er würde mir eine Nacherhebung ausstellen, die solle ich bei den nächsten Malen zusammen mit dem von ihm nicht akzeptierten Ausdruck vorzeigen, dann würde ich keine weiteren erhalten. Außer Ausweisnummer usw. tippte er dann in ein Kommentarfeld eine sehr lange Schilderung der Situation ein, fragte immer wieder nach, und nach etwa zehn Minuten, als alles erledigt war und nur noch gespeichert und gedruckt hätte werden müssen, brach er ab und sagte "paßt schon"... Am anderen Ende der Skala war die Zugführerin, die sagte, daß Ausdruck plus Ausweis selbstverständlich völlig gleichwertig zur Fahrkarte sei, ich müsse auch nicht extra zum Dienstabteil kommen und nachfragen, sie würde mir den Ausdruck noch stempeln, um die Gültigkeit zu bestätigen, Ersatzkarte sei nicht nötig, ob ich schon öfter so gefahren sei und ob mir das denn dann noch keiner gesagt habe...

Umwandlung in Digitalfahrkarte wäre ohne jegliche Kosten und ohne vorherige Bestellung einer Ersatzkarte gegangen, das war mir aber aus den genannten Gründen zu umständlich. Man wunderte sich ein wenig, ob ich denn in den verbleibenden ca. zwei Monaten Gültigkeit noch so oft fahren wolle, daß sich das mit der Ersatzkarte überhaupt lohnt. Was für Verhältnisse...

Mit freundlichem Gruß
Gast

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