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bahnfahrerofr. @, Montag, 29.06.2020, 14:10 (vor 9 Tagen)

Hallo,

mal eher eine etwas ungewöhnliche Frage:

Gestern habe ich - aufgrund der Baustelle zwischen Würzburg und Nürnberg und der damit verbundenen Fahrzeitverlängerung - eine zugegebenermaßen etwas optimistische Umsteigeverbindung ab Würzburg über Bamberg und Schweinfurt gewählt. Als der 929 in Aschaffenburg mit +5 losfuhr, war ich noch guter Dinge, vor Würzburg hat er dann aber bei der Einfahrt getrödelt und der 7-Minuten-Übergang in Würzburg auf den RE54 war weg. Habe es zwar noch proviert, aber chancenlos.

Also zur DB Info in der verwaisten Haupthalle gegangen, Stempel holen und Formular. Hatte ja eh Zeit. Die freundliche Dame druckte mir eine Alternative aus (ICE635/685 bis NN). Mündlich wies sie mich darauf hin dass vorher auch noch der ICE 821 genutzt werde könne.

Das hatte ich dann auch vor, drehte mich um und ging auf die Unterführung mit Blick auf die Anzeigetafel zu. Den 821 konnte ich jedoch nicht finden und blieb stutzig stehen. Die Mitarbeiterin hatte mich wohl beobachtet, die Tafel auch betrachtet und bemerkte auch dass der 821 verschollen war.

Sie rief dann einen Kollegen an und wies ihn auf diesen Umstand hin und teilte mir das auch mit (der Kollege kümmert sich drum, gehen sie schon mal auf Gleis 2).

Mich hat das ganze schon sehr verwundert: wieso fehlt ein regulär verkehrender, pünktlicher Zug ohne erkennbaren Grund einfach auf der Tafel? Woher erhält diese normalerweise ihre Daten? Und sitzt in Würzburg wirklich noch ein MA, der die Tafel mit Daten füttern muss bzw. überwacht?

Danke im voraus!

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Action85 @, Montag, 29.06.2020, 15:22 (vor 9 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Hallo,

die Züge "rutschen" manchmal im System aus der Ansicht und verschwinden dann auch auf allen Anzeigetafeln.

Die Mitarbeiterin hat in der Zugansage angerufen und ihr Kollege hat den Zug "zurückgeholt".

An vielen Bahnhöfen sind diese Arbeitsplätze noch besetzt.

Die Daten werden vor dem Fahrplanwechsel vom Fahrplanbüro händisch ins System eingepflegt.

Gruß Action85

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611 040 @, Montag, 29.06.2020, 16:19 (vor 9 Tagen) @ Action85

Hab ich vor Jahren auch mal in Freiburg so gemacht.
Da war für den ICE 4 (oder hieß er da sogar noch 270?) eine umgekehrte Wagenreihung angezeigt. Ich checkte das in der App wo aber die Planreihung angezeigt war. Bei Nachfrage an der Info, sagte man uns, ja die online-Reihung stimmt, ich rufe mal die Kollegen an, die das ändern.
Paar Minuten später war der Hinweis weg.

--
DAS ist ein Intercity:
[image]

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weichenknecht @, Süd- und Ostbayern, Montag, 29.06.2020, 18:34 (vor 9 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Wie die Vorschreiber schon erwähnten, erfolgt hier aktuell noch viel händische Arbeit im Hintergrund. Ich hatte vor einiger Zeit einmal den Fall, dass ein Zug auf den Anzeigern dargestellt war, den es gar nicht mehr gab oder, dass Züge nach dem Fahrplanwechsel doppelt dargestellt wurden (einmal mit dem alten Ziel vor dem Planwechsel, einmal mit dem neuen Ziel ab Planwechsel).
Dies soll alles mit dem Rollout von IRIS+ behoben werden, da dort dann nur noch die Ist- und Solldaten auf die Anzeiger durchgeschleift werden, die ohnehin am RIS-Server vorliegen. Damit wird auch die Kundeninformation im Navigator und am Bahnsteig einheitlicher, da auf die gleichen Hintergrunddaten zugegriffen wird. Es entfällt dann aber auch weitestgehend die Möglichkeit, dass über die Ansagezentren die Anzeigen am Bahnsteig angepasst werden, die Verantwortung über die Daten geht dann vollständig auf die EVU über.

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Mario-ICE, Montag, 29.06.2020, 19:58 (vor 9 Tagen) @ weichenknecht

Wie die Vorschreiber schon erwähnten, erfolgt hier aktuell noch viel händische Arbeit im Hintergrund. Ich hatte vor einiger Zeit einmal den Fall, dass ein Zug auf den Anzeigern dargestellt war, den es gar nicht mehr gab oder, dass Züge nach dem Fahrplanwechsel doppelt dargestellt wurden (einmal mit dem alten Ziel vor dem Planwechsel, einmal mit dem neuen Ziel ab Planwechsel).
Dies soll alles mit dem Rollout von IRIS+ behoben werden, da dort dann nur noch die Ist- und Solldaten auf die Anzeiger durchgeschleift werden, die ohnehin am RIS-Server vorliegen. Damit wird auch die Kundeninformation im Navigator und am Bahnsteig einheitlicher, da auf die gleichen Hintergrunddaten zugegriffen wird. Es entfällt dann aber auch weitestgehend die Möglichkeit, dass über die Ansagezentren die Anzeigen am Bahnsteig angepasst werden, die Verantwortung über die Daten geht dann vollständig auf die EVU über.

Kleine Anmerkung, eigentlich waren die EVU immer schon für die Information zu ihren Zügen verantwortlich. Leider ist es nicht so einfach im gesamten Datenwust und der Übergabe der UIC-Schnittstelle. Bei ungenauer Datenpflege durch das EVU wird zukünftig der Zug im schlimmsten Fall am Zugzielanzeiger verschwinden und kommt nie wieder. Bei Großstörungen könnte das durchaus interessant sein. Einzelne Bahnhofsmanagements hatten dann einfach die Anzeiger ausgeschaltet.

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Garfield_1905, Montag, 29.06.2020, 21:05 (vor 9 Tagen) @ Mario-ICE

Leider erleben wir es immer, das trotz rechtzeitiger und genauer Eingabe in die entsprechenden Systeme gerade (Teil-)Ausfälle nicht oder falsch angezeigt werden. Die Mitarbeiter der 3S-Zentralen und / oder die z.T.noch vorhandenen Mitarbeiter vor Ort pasasen zumeist gut auf und die Dinge können dann oft mit einigem Aufwand noch grade gebogen werden. Leider haben wir es aber auch schon anders gehabt, bei denen die Fahrgäste vor Ort nicht oder falsch informiert wurden, ohne das wir es rechtzeitig mitbekommen haben.

Mitunter habe ich mir schon so einen kleinen Button o.ä. gewünscht, mit dem das System mitteilt, das die eingegebene Information verarbeitet wurde.

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ICE16, Montag, 29.06.2020, 22:24 (vor 8 Tagen) @ Garfield_1905

Aach alles harmlos. Ich kann nur das neue System in Ingolstadt empfehlen das ist toll. Seit Monaten sehe ich da gerade abends großes Kino. Falsche Anzeigen an Bahnsteigen an denen durchaus ein passender Zug stehen würde. Aber der richtige dann doch verdeckt auf nem anderen Gleis abfährt. Gerade abends oder bei letzter Zug des Tages einfach genial. Seit dort das neue System ist funktionieren nicht mal die Standard Fälle. Tagsüber scheint es einigermaßen zu gehen aber sobald es dunkel wird ist es böse.

EVU für die Information zu ihren Zügen verantwortlich?

michael_seelze @, Dienstag, 30.06.2020, 00:49 (vor 8 Tagen) @ Mario-ICE

Kleine Anmerkung, eigentlich waren die EVU immer schon für die Information zu ihren Zügen verantwortlich. Leider ist es nicht so einfach im gesamten Datenwust und der Übergabe der UIC-Schnittstelle. Bei ungenauer Datenpflege durch das EVU wird zukünftig der Zug im schlimmsten Fall am Zugzielanzeiger verschwinden und kommt nie wieder. Bei Großstörungen könnte das durchaus interessant sein. Einzelne Bahnhofsmanagements hatten dann einfach die Anzeiger ausgeschaltet.

Wie soll das denn ganz praktisch funktionieren? Das EIU dürfte doch die Daten am besten kennen. Oder muss (dann) das EVU-Personal - wohlmöglich noch aus dem fahrenden Zug heraus - sich einwählen und das Reisendeninformationssystem von Station und Service am jeweils nächsten Verkehrshalt mit Daten bspw. zur Verpätung versorgen? Eigentlich sollte die Reisendeninformation doch bereits mit dem Stationspreis bezahlt sein. Wird es künftig noch die Möglichkeit geben, "Ansager" von Station und Service auf fehlende oder unkorrekte Angaben auf den Zugzielanzeigern hinzuweisen oder muss das EVU-Personal die entsprechenden Anzeigen selbst auslösen?

EVU für die Information zu ihren Zügen verantwortlich?

Alexander, Dienstag, 30.06.2020, 08:50 (vor 8 Tagen) @ michael_seelze

Kleine Anmerkung, eigentlich waren die EVU immer schon für die Information zu ihren Zügen verantwortlich. Leider ist es nicht so einfach im gesamten Datenwust und der Übergabe der UIC-Schnittstelle. Bei ungenauer Datenpflege durch das EVU wird zukünftig der Zug im schlimmsten Fall am Zugzielanzeiger verschwinden und kommt nie wieder. Bei Großstörungen könnte das durchaus interessant sein. Einzelne Bahnhofsmanagements hatten dann einfach die Anzeiger ausgeschaltet.


Wie soll das denn ganz praktisch funktionieren? Das EIU dürfte doch die Daten am besten kennen. Oder muss (dann) das EVU-Personal - wohlmöglich noch aus dem fahrenden Zug heraus - sich einwählen und das Reisendeninformationssystem von Station und Service am jeweils nächsten Verkehrshalt mit Daten bspw. zur Verpätung versorgen? Eigentlich sollte die Reisendeninformation doch bereits mit dem Stationspreis bezahlt sein. Wird es künftig noch die Möglichkeit geben, "Ansager" von Station und Service auf fehlende oder unkorrekte Angaben auf den Zugzielanzeigern hinzuweisen oder muss das EVU-Personal die entsprechenden Anzeigen selbst auslösen?

Mit dem Stationspreis ist zukünftig (nur) die Bereitstellung der technischen Anlagen für die Fahrgastinformation abgegolten.
Dies ist die einzige Präsentation die ich auf die schnelle im Internet gefunden habe: Präsentation zur Reisendeninformation (Slideshare.net).
Auf Seite 8 ist der Weg der Daten sehr gut erkennbar.

Das EVU ist verantwortlich, alle Daten rund um den Zug (Laufweg, Fahrzeiten, Hinweise, Wagenreihung etc.) zu liefern. "Normale Verspätungen" werden weiterhin automatisch von DB Netz an die RI-Plattform geliefert und entsprechend angezeigt. Dies aber nur wenn der Zug auch fährt. Manuelle Verspätungsprognose muss, wie bereits heute, das EVU entsprechend im System mit verarbeiten.

Zukünftig sind manuelle "Manipulationen" der Daten der EVU durch Mitarbeiter von S&S nicht mehr vorgesehen (und die Mitarbeiter größtenteils auch gar nicht mehr vorhanden...). Der Hauptgrund dahinter ist, dass die manuelle Pflege der Daten immer lokal für den einen Bahnhof erfolgten. Wenn das EVU die Daten im Anschluss nicht genauso angepasst hat, hatte der Reisende unterschiedliche Datenstände (z. B. Bahnsteig und DB Navigator). Zukünftig gibt es nur noch den einen Datenstand, und der ist der den das EVU liefert (zusätzlich zu automatisierten Meldungen von DB Netz wie Verspätungen und/oder Gleiswechsel).

Das Personal auf dem Zug wird keine Möglichkeit haben die Anzeigen entsprechend anzupassen. Zumeist sind die Leitstellen/Transportleitungen/Verkehrsleitungen bei den EVU für die Fahrgastinformation verantwortlich. Diese müssen dann entsprechend die internen Systeme pflegen, damit alle Daten richtig zur RI-Plattform überspielt werden.
Genau dort sehe ich die größte Schwachstelle. Wenn die EVU hier nicht deutlich mehr Personal aufbauen wird es regelmäßig, gerade in Großstörungen zu falschen und/oder fehlenden Reisendeninformationen kommen. Der Mitarbeiter dort hat halt die Wahl, kümmere ich mich jetzt erstmal darum wie ich das Personal und die Züge entsprechend disponiere oder um die Reisendeninformation. Beide gleichzeitig geht nur mit mehreren Mitarbeitern...

Viele Grüße

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Warum bei IRIS+ keine lokalen Overrides möglich?

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Dienstag, 30.06.2020, 15:48 (vor 8 Tagen) @ weichenknecht

Dies soll alles mit dem Rollout von IRIS+ behoben werden, da dort dann nur noch die Ist- und Solldaten auf die Anzeiger durchgeschleift werden, die ohnehin am RIS-Server vorliegen. Damit wird auch die Kundeninformation im Navigator und am Bahnsteig einheitlicher, da auf die gleichen Hintergrunddaten zugegriffen wird. Es entfällt dann aber auch weitestgehend die Möglichkeit, dass über die Ansagezentren die Anzeigen am Bahnsteig angepasst werden,

Die Möglichkeit, lokal was anzupassen, könnte man doch lassen, in dem zwar per defautl durchgeschleift wird, aber lokal Overrides eingegeben werden können?

Warum macht man das nicht?

Warum bei IRIS+ keine lokalen Overrides möglich?

gnampf @, Dienstag, 30.06.2020, 16:05 (vor 8 Tagen) @ martarosenberg

Die Möglichkeit, lokal was anzupassen, könnte man doch lassen, in dem zwar per defautl durchgeschleift wird, aber lokal Overrides eingegeben werden können?

Warum macht man das nicht?

Um zu vermeiden das am Bahnhof was anderes angezeigt wird als in der App und im Web etc. Man müsste also schon den zentralen Datenbestand ändern, aber dann gibts ggf. sogar Ärger vom betroffenen EVU.

Warum bei IRIS+ keine lokalen Overrides möglich?

sibiminus @, Dienstag, 30.06.2020, 19:39 (vor 8 Tagen) @ martarosenberg

Die Möglichkeit, lokal was anzupassen, könnte man doch lassen, in dem zwar per defautl durchgeschleift wird, aber lokal Overrides eingegeben werden können?

Warum macht man das nicht?

Prinzipiell gibt es die Möglichkeit noch, es ändert sich nur der Ansprechpartner. Bisher hat der Zugansager den Zug zurückgeholt, mit IRIS+ müsste das EVU eine neue Prognose eingeben.

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