[6MGA] Teil 28: Travys, BLS, RBS und WSB [m16B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 27.06.2020, 15:08 (vor 12 Tagen)

In den letzten Folgen und den kleinen Fahrten, die in Teil 30 zusammengefasst werden, habe ich im Wesentlichen die Strecken bei mir in der Nähe und rund um Bern besucht. Auf meiner Karte der gefahrenen Strecken klaffen hier nur noch wenige Lücken, die ich in diesem Teil schließe.
Aufgrund des späten Sonnenaufgangs und günstigerer Anschlüsse fahre ich einen Zug später als sonst, also um 6:10, los nach Lausanne. Von dort fährt nämlich in dieser Stunde eine zusätzliche S-Bahn entlang der TGV-Strecke nach Vallorbe (auf der wegen des Streiks derzeit weniger bis keine TGVs fahren). Das Wetter ist leider etwas suboptimal - will sagen, auf meinem Weg zum Bahnhof bin ich nasser geworden als bei allen anderen Touren zusammen.

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1 So richtig hell ist es in Vallorbe noch nicht. Klar, die Sonne ist noch nicht wirklich aufgegangen, aber die Wolken verhindern auch das Durchkommen der ersten Strahlen. Nach 17min fährt von hier der stündliche Zug nach Le Brassus, auf den man von der normalen S-Bahn zwar einen perfekten Anschluss in Le Day hätte, aber in Vallorbe eben 56min warten müsste - deshalb meine Anfahrt mit dem Verstärker.

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2 Nach Le Brassus hat mich der EAV-Zug (EAV steht hier nicht für die Erste Allgemeine Verunsicherung, sondern das Eidgenössische Amt für Verkehr) rechts gebracht, der so alt ist, dass in den ganz normalen Wagen noch die Fenster zu öffnen waren. Bei Dauerregen habe ich davon aber abgesehen. Zurück fährt nun der linke Zug, den ich bis nach Le Day nehme.

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3 Dort müssen wir kurz auf die S-Bahn zurück in Richtung Lausanne warten, was alle wegen des Niederschlags, der inzwischen als Schneeregen runterkommt, in der überdachten und durch eine Tür abgetrennten Treppe machen. Da waren aber auch ein paar Raucher dabei, weshalb ich mich lieber draußen hinstelle und auf den minimalen Schutz des Vordachs baue.

Aus dieser S-Bahn steige ich Cossonay-Penthalaz aus, um so schnell wie möglich nach Bern zu kommen. Die Fahrplanauskunft schlägt dafür übrigens den Weg über Lausanne und dann IC1 vor, schneller ist aber die S-Bahn nach Yverdon-les-Bains, IC5 nach Neuchâtel und RE nach Bern. So erreiche ich dort die S4 nach Langnau im Emmental, die ich bis Burgdorf nehmen möchte. Der Grund dafür ist folgender: Von Bern aus in Richtung Olten fahren die Züge ohne Halt ja alle über die Schnellfahrstrecke und die mit Zwischenhalten (Burgdorf, Herzogenbuchsee, Langenthal) benutzen die alte Strecke. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass zwischen Bern und Mattstetten auch die langsamen Züge, selbst die im letzten Teil befahrene S44, ein Stück Neubaustrecke mitbenutzen. Einzig die S4 fährt bis Zollikofen noch auf der Strecke Bern-Biel und zweigt dann über Schönbühl in Richtung Mattstetten ab, wo die alte und neue Strecke sich kreuzen.

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4 Hier ist der Abzweig zu sehen. Unten verläuft die SFS, oben die Altstrecke und dazwischen liegen ein paar Rampen, die die S44, RE und IR17 nutzen.

In Burgdorf steige ich dann wieder aus, um die S44 zurück nach Bern zu nehmen. Wie im letzten Teil beschrieben, wird die in dieser Richtung hier aus zwei Zugteilen zusammengesetzt, von denen der erste aus Solothurn pünktlich ist, aber der zweite aus Sumiswald-Grünen 10min zu spät - und das bei 7min Umstiegszeit in Bern, in denen ich auch noch in den RBS-Tiefbahnhof runter muss. Das wird also nichts und ich plane schnell um.

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5 Hier noch ein Gegenbild zu 4 aus der S44.

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6 In Bern bleibe ich dann bei meinem Plan, mit der S9 nach Unterzollikofen zu fahren, die zum Glück im 15min-Takt unterwegs ist. Zunächst stehen im Bahnhof aber noch ein RE nach Solothurn

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7 sowie die S7 nach Worb.

Dann kommt meine S9, die parallel zu allen RBS-Linien nach Worblaufen fährt und dann die sehr kurze Stichstrecke nach Unterzollikofen befährt. Ein Foto von diesem Endbahnhof habe ich leider nicht, da es zu stark regnet. So fahre ich zurück nach Worblaufen und beginne da meine Fahrt auf der letzten mir fehlenden RBS-Strecke nach Worb.

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8 Im Berufsverkehr wird der 15min-Takt auf der S7 noch durch weitere 4 Züge pro Stunde bis Bolligen verstärkt. So einen erwische ich auch und steige an dessen Endstation aus.

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9 Kurz vor der liegt hier nur für den BUe Dreischienengleis.

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10 Da kommt der nächste Zug, der nach Worb fährt.

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11 Dort startet direkt neben dem Bahnhof die Berner Tramlinie 6, die ebenfalls teilweise von der RBS betrieben wird und mich zum Bahnhof Bern zurückbringt. Da diese im 10min-Takt unterwegs ist spare ich mir hier gegenüber meines ursprünglichen Plans 5min Umstiegszeit. Da ich in Bern ursprünglich 17min von der Tram auf den nächsten Zug hatte, bleiben mir nun 7 - wenn das klappt, wäre ich wieder voll im Plan.

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12 Die Tram (oder das Tram, wie die Schweizer sagen) überquert hier die Aare. Sie hat zwar 2min Verspätung, aber in 5min schaffe ich es von ihrer Kante zum am weitesten abgelegenen Gleis 13C, an dem die S6 nach Schwarzenburg hält.

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13 An deren Endbahnhof liegt sogar noch etwas Schnee.

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14 Besonders sehenswert an der Strecke ist der Blick von der Schwarzwasserbrücke, neben der das Schwarzwasser in die Sense mündet - irgendwie klingen die Namen hier alle dunkel.

Nun bin ich alle Strecken der Berner S-Bahn bis auf die derzeit gesperrte S2 nach Laupen gefahren (oder habe sie für meinen Abfahrtstag aus der Schweiz eingeplant), sodass ich das Ende des Tages zum Schließen einer weiteren Lücke nutze, die in Aarau liegt, das ich mit dem IR16 erreiche. Den Teil der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) nach Schöftland war ich ja bereits in Teil 23 gefahren, der andere folgt nun. (Diese beiden Strecken einzuplanen, war tatsächliche eine der größten Herausforderungen der Planung 2020)

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15 Mit diesem Diamant, genauer einem Saphir, fahre ich anschließend nach Menziken. Der Bahnhof liegt in einer Art Schuppen,

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16 dessen Tore diesen Blick freigeben.

Da im IR36 die Toilette zumindest in meinem Wagen defekt war und es im Diamant gar keine gab, wollte ich eigentlich diejenige im Endbahnhof nutzen. Die war dann aber nicht kostenlos, weshalb ich mich unverrichteter Dinge wieder in den Zug zurück nach Aarau setze. In Suhr improvisiere ich dann etwas: Ich steige hier aus und suche die Bahnhofstoilette auf, die jedoch ebenfalls etwas kostet. Also renne ich zurück zum Bahnsteig, an dem ich gerade noch die S28 nach Lenzburg bekomme und mich endlich erleichtern kann. Auch zeitlich sollte ich dadurch keinen Verlust machen, da ich in Aarau normalerweise 40min auf den IC5 gehabt hätte. In dieser Zeit fahren drei Züge von Lenzburg nach Aarau: Die S26 nach Olten (von vornherein recht aussichtslos, da nur 2min Umstiegszeit), der RE nach Aarau (fällt mit 4min-Umstieg auch weg, da wir in Suhr 8min auf den verspäteten Gegenzug warten) und letztlich die Verstärker-S11 nach Aarau, die mit 10min-Umstieg nun auch knapp wird. Klappt aber, und zu meiner Freude wird sie mit einer Zugart gefahren, die ich vorher noch nicht benutzt hatte: Die Zürcher S-Bahn hat vor ein paar Jahren ihre Doppelstockpendelzüge (DPZ) aus drei Wagen und Re4/4 V (Re450) Lok modernisiert und dabei jeweils einen Wagen durch einen neuen mit Niederflureinstieg ausgetauscht. Die nicht mehr benötigten Wagen wurden jeweils zu sechst zwischen zwei Re4/4 II (Re420) gespannt und dienen nun als HVZ-Verstärker. Genau so einer ist meine S11 auch, sodass der Einsatz nur logisch ist. Mit ihm bekomme ich locker meinen IC5 und kann in Aarau sogar noch ein paar Einkäufe erledigen - die Läden in St-Prex haben bei meiner Ankunft mit der S3 um 20:46 längst zu.

Hat jemand mitgezählt? Heute habe ich meinen Umstiegsrekord nochmal steigern können, und zwar auf satte 24, bei denen ich nur einen Anschluss verpasst habe. In der nächsten Folge geht es mit etwas weniger Zügen in der Hinsicht entspannter zu, dafür gibt es nach ein paar mittelmäßigen Tagen wieder ein Highlight der Serie.

Danke!

Langsamfahrstelle @, Sonntag, 28.06.2020, 13:46 (vor 11 Tagen) @ Math5D

... und davon jetzt ne Karte wie bei den Berichten von TD, bitte!
;-)

Karten

Math5D, Sonntag, 28.06.2020, 13:56 (vor 11 Tagen) @ Langsamfahrstelle

Hatte ich überlegt, aber war mir für die vielen Teile einzeln dann doch zu viel Arbeit. Aber hier gibt es eine wunderbare Karte der Schweiz, in der auch alle Bahnstrecken eingezeichnet sind, und wo man, wenn man möchte, sehr gut den Touren folgen kann.

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