[CZ] Tschechien will Konzessionsmodell statt Open-Access (Allgemeines Forum)

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 24.06.2020, 20:52 (vor 19 Tagen)

Link (Tschechisch)

In Tschechien ist der Wettbewerb im Personenverkehr durchaus stark ausgeprägt, so verwundert es nicht, dass man überlegt, statt des Open-Access wie in der Schweiz auf Konzessionen zu setzen.

Sofern das europarechtlich möglich ist, könnte das eine interessante Entwicklung ganz generell werden.

--
Make Ice Cream great again!

Oder UK

Höllentalbahn @, Freiburg, Mittwoch, 24.06.2020, 21:05 (vor 19 Tagen) @ J-C

*duckundweg*
Wobei ich es persönlich gut finde

[CZ] Tschechien will Konzessionsmodell statt Open-Access

GibmirZucker @, Göding, Mittwoch, 24.06.2020, 23:19 (vor 18 Tagen) @ J-C

Klar, dass die Preise damit steigen würden. Könnte auch weitere Nachteile für den Fahrgast bringen. Statt in einer Stunde einen Zug mit 7 Wagen, einen mit 9 und einen fünfteiligen Triebzug dann eben pro Stunde einen einzigen Zug mit 12 Wagen...
Vorteil wäre wiederum, dass eine striktere Trennung in Zugkategorien vorgenommen werden könnte. Um genügend Fahrgäste zu bekommen hat zum Beispiel Leo immer mehr Zwischenhalte bedient. So könnte eine Trennung der Verkehre wirtschaftlicher werden.

[CZ] Preise und Wettbewerb um den Endkunden

JW, Freitag, 26.06.2020, 08:17 (vor 17 Tagen) @ GibmirZucker

Hallo GibmirZucker,

Klar, dass die Preise damit steigen würden.

Das muss nicht so sein, man kann auch den Betrieb des Zuges an ein EVU vergeben und diesem zur Auflage machen, dass mindestens 50% der Zuglänge für Wagons der Mitbewerber reserviert sind, welche zu regulierten Preisen Wagons anhängen dürfen.
So nutzt man die Trassen optimal aus und schafft gleichzeitig Wettbewerb bei Ticketpreisen, Komfort- und Servicemerkmalen.

Gruß Jörg

[CZ] Open Access hat Vor- aber auch Nachteile

ffz, Freitag, 26.06.2020, 09:30 (vor 17 Tagen) @ GibmirZucker

Hallo,

Open Access hat zwar für den Kunden auf den ersten Blick viele Vorteile, wie neue Fahrzeuge, viel Komfort, verschiedene Preise,...

Allerdings hat es wirtschaftlich viele Nachteile, es wird für den Staat, bzw den Anbieter der das Grundangebot fährt wirtschaftlich immer schwieriger den Mindeststandard an Zügen zu fahren, weil die Einnahmen in den Keller gehen. Entweder muss der Staat bzw der Aufgabenträger dann ständig Geld nachschieben, bzw die Angebote werden mit jeder Ausschreibung teurer, oder das Unternehmen mit dem Grundangebot muss die Verkehre quer finanzieren, was auch nur bedingt geht. Gerade in Kriesenzeiten ist Open Access ein großes Problem, in CZ, DE und UK waren die Open Access Anbieter die ersten die den kompletten Verkehr eingestellt haben, weil sich ja kein Geld verdienen ließ, soll doch der Anbieter des Grundangebotes schauen wie er die Verkehre durchführt und finanziert.

Wie Open Access auch große Anbieter wirtschaftlich in die Knie zwingen kann sieht man schön an der East Coast Main Line in UK, wo es durch Arriva Grand Central und First Hull Trains 2 finaziell starke Open Access Konkurrenten gibt: National Express hat das Franchise 2 Jahre (von November 2007 bis Dezember 2009) durchgehalten bevor die Insolvenz vor der Türe stand, danach hat der Staat das erste Mal übernommen. Als nächstes hatte sich ein Joint-Venture aus Stagecoach und Virgin Group an den Franchise versucht, die haben es 3 Jahre geschafft (März 2015 - Juni 2018) bevor wieder die Insolvenz vor der Tür stand und der Staat übernehmen durfte. Dieses Mal will man die Strecke beim Staat lassen bis 2025, man hat es mit einem Franchise Vertrag versucht, es gab genau "null" Bewerber.

Markt Kapitalismus und Eisenbahn vertragen sich leider wenig bis gar nicht, Verlierer bei dem Spiel ist am Ende immer der Steuerzahler, denn die Privaten Unternehmen sind keine Wohlfahrtsorganisationen sondern an Profit interessiert, ob der Steuerzahler die Kosten dann über Sozialleistungen teilweise übernimmt, weil die Mitarbeiter kaum von dem Geld leben können, geschweige denn in rente gehen könne, oder ob der Steuerzahler dann die Verluste des Anbieters ausgleichen darf der die Grundlast fährt ist dann auch egal.

Es wurde nachdem wegen Corona alle Franchises in GB zur Zeit pausieren und der Staat den Verkehr direkt finanziert festgestellt, dass aktuell pro Monat bei gleichem Verkehr wie zu Nicht-Kriesenzeiten pro Monat über 1 Million Britische Pfund Sterling dem Steuerzahler erspart bleiben, wie wenn die Franchises laufen. Insgesamt gesehen spart der Britische Staat aktuell jeden Monat viel Geld im Bahnbereich. Denn aktuell kann der Staat viele Synergieeffekte nutzen und viel mehr die Einnahmen Schwankungen ausgleichen.

Gruß

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum