[6MGA] Teil 20: Oberalppass und Rheinschlucht [m111B] (Reiseberichte)

Math5D, Dienstag, 19.05.2020, 14:29 (vor 13 Tagen)

Prosit Neujahr! Ach ne, das sagen ja die Österreicher. Aber trotzdem geht es jetzt 2020 mit 6MGA weiter. Und dieses Mal sind meine Fahrten wesentlich systematischer, denn über den Jahreswechsel habe ich mir zwei Listen gemacht: Eine mit Strecken, die ich noch fahren möchte und wie man die vermutlich verbinden kann, und eine mit Terminen, an denen ich Zeit habe. So musste ich nur noch regelmäßig in den Wetterbericht schauen und daran entscheiden, welche Fahrt ich wann mache. Dazu kamen noch einige Nebenbedingungen, wie etwa Fahrten, die ich am Wochenende machen wollte, oder genau im Gegenteil unter der Woche wegen des dichteren Takts auf manchen Strecken, oder Tage, an denen ich keine extrem weiten Touren fahren wollte, weil am nächsten Tag etwas Wichtiges anstand, für das ich ausgeschlafen sein wollte. Nochmal als Erinnerung, besonders sehenswert sind dabei die Folgen 31, 29, 25 und 20 - genau, heute.

Damit auch endlich zu dieser Fahrt, bei der ich im Wesentlichen Teil 1 wiederholen und Fotos aus der Rheinschlucht machen möchte. Zudem bieten sich ein paar weitere Fotostellen an, aber dazu später mehr. Erstmal fahre ich mit meiner 5:41er S4, der ich auch 2020 treu bleibe, nach Morges und von da mit dem IR90 nach Visp. Den schnelleren EC nach Brig habe ich nicht genommen, um ggf. direkt den Zug nach Andermatt in Visp nehmen zu können.

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1 Der ist dann aber genau wie im Sommer (Folge 4) ein Komet, auf den ich keine Lust habe. Der Zug eine Stunde später fährt erst ab Brig, aber es wäre zu früh, dort schon hin zu fahren.

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2 Am Ende desselben Gleises steht ein Tea2/2 mit ein paar anständigen Wagen. Auf dem anderen Gleis desselben Bahnsteigs fährt kurz darauf der Zug nach Zermatt ein, den ich in der Überbrückungszeit eine Station weit fahren kann.

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3 So kann ich von Teil 3 wieder das Foto der Ortsumfahrung machen, natürlich jetzt absichtlich etwas exzentrisch.

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4 Über dem Rhônetal geht währenddessen die Sonne auf.

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5 Obwohl der Zug voll ist mit Skifahrern, lässt mich ein nettes Ehepaar auf ihrer Seite dieses Foto machen. Uns zieht offensichtlich die HGe4/4II mit Glacier-Werbung. Von dem fährt im Winter nur ein Zugpaar, sodass genug Wagen übrig sind, dass die MGB in jeden lokbespannten Zug nach Zermatt einen 1.Klasse-Glacier-Wagen stellt, wie hier am Bildrand zu sehen.

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6 Wie gesagt steige ich schon in Stalden-Saas aus und bin nicht schnell genug vorne, um die Lok frontal bei der Abfahrt zu erwischen. Aber auch so sieht man die etwas veraltete Anschrift, denn nach Davos fahren keine Glaciers mehr. Tickets dorthin werden trotzdem verkauft, aber ab Filisur muss man den R nehmen. Früher fuhr der Glacier im RhB-Netz ja häufig an einen Albulazug angehängt, sodass leicht ein Wagen nach Davos geflügelt werden konnte, was aber heute alles nicht mehr der Fall ist. Zwischendurch gab es sogar mal Glacier-Wagen, die über Landquart nach Davos fuhren, auch das ist Geschichte.

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7 Zurück nach Stalden-Saas. Der Bahnhof ist spektakulär in der Steigungsänderung gebaut.

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8 Direkt nebenan startet die Seilbahn nach Staldenried.

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9 Bahnhof nochmal von der anderen Seite

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10 und Blick ins Saastaal, über dem die Seilbahn fährt.

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11 Hier wieder die Berge gegenüber der Rhône, deren Gipfel nun ganz in der Sonne liegen

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12 Da kommt schon der Gegenzug, wieder mit einem Glacier-Wagen. Dieser hat einen babyblauen Anstrich, der (so meine Vermutung) den weißen langsam ersetzen soll. Zumindest habe ich im Sommer diese Farbe nur vereinzelt gesehen und im Winter immer häufiger. Sieht mMn auch extrem seltsam aus, könnte aber auf Fotos im Schnee mit ungeschickt eingestelltem Weißabgleich besser sein.

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13 Wieder runter

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14 mit Zoom auf die Überquerung der Vispa

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15 und Gegenbild. Von Visp könnte ich anschließend den MGB-Zug nach Brig nehmen und dort in den nach Andermatt umsteigen, käme dann aber nach dem nächsten IR90 an, der vermutlich die meisten Fahrgäste bringt. Stattdessen nehme ich sofort den Regio von RegionAlps, der aus St. Gingolph kommt.

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16 So habe ich in Brig genug Zeit für weitere Bilder. Hier die Ausfahrt in Richtung Furkapass

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17 und hier mal wieder die Abfahrtstafel mit dem Zug nach Andermatt.

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18 Der hat hinten einen 2.Klasse-Glacier-Wagen, den ich aber nicht benutzen darf. Auf Nachfrage erfahre ich nämlich, dass ein paar Hotels oben diesen Wagen für ihre Gäste gechartert haben. Schade, aber in den normalen Wagen kann ich natürlich eh bessere Bilder machen.

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19 Aus dem Depot fährt währenddessen der Zug nach Zermatt ein.

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20 Dann werfe ich zumindest mal einen Blick in den Glacier-Wagen. Hübsch ist er schon und komforttechnisch ok, aber nicht herausragend.

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21 Kleines Spaßbild, Blick hinten raus mit dem charakteristischen Logo. Dann setze ich mich in einen der normalen Wagen und tatsächlich wird der Zug inklusive Glacier-Wagen mit Leuten aus dem IR90 komplett gefüllt.

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22 Da kommt der alternative Zug aus Visp, den ich zum Glück nicht genommen habe. Laut Fahrplan soll er übrigens auf Gleis 11 ankommen, aber da stehen wir ja schon. Deshalb überrascht es mich nicht, als er auf 12 einfährt.

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23 Los geht's. Bereits in Betten steigen die zwei netten Damen aus, die mit mir auf dem Vierer saßen. Sie wollten dort auf die Bettmeralp fahren und sich einen entspannten Tag machen. An ihrer Stelle setzen sich drei sehr unfreundliche Skifahrer zu mir, die mich jedes Mal, wenn ich das Fenster öffne, mit ihrem Todesblick anstarren. Solange sie sich nicht bei mir beschweren, höre ich damit aber nicht auf - und immerhin schließe ich es auch nach jeder Fotostelle wieder.

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24 In Grengiols kommt nun ein Komet nach Zermatt entgegen.

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25 Danach geht es wieder über die Rhône in den Kreiskehrtunnel. Oben kann man die Fortsetzung der Bahnstrecke sehen.

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26 Gegenbild.

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27 Die Brücke hätte ich fast verpasst.

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28 Diese Stelle bei Lax hatte ich bei allen vorherigen Fahrten verpasst, jetzt habe ich sie endlich.

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29 In Fiesch ist inzwischen der ÖV-Hub fertig. Direkt über dem Bahnhof startet nun eine Umlaufbahn in Richtung Eggishorn.

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30 Ein Stück nach dieser Brücke

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31 kann man die auch sehen.

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32 Im Goms wird der Zug nach und nach leerer. Aber offenbar war ich nicht nervig genug, dass sich die Leute von meinem Vierer umsetzen. Erst in Oberwald steigen sie schließlich auch aus. Hier ist das Paradies für Langlauffahrer, die sich nicht groß anstrengen wollen, denn man kann einige Bahnhöfe zurück immer leicht bergab fahren und dann den Zug wieder hoch nehmen, was die meisten Fahrgäste hier auch vorhaben.

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33 Deshalb wird es richtig leer. Dann geht es erst in diesen Tunnel,

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34 nach dessen Ende man deutlicher als im Sommer die Furka-Bergstrecke sieht.

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35 So sieht das letzte Ende der Rhône im Winter aus.

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37 Dann geht es in den Furka-B

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36 sistunnel. Beim schnellen Fotografieren aus beiden Seiten heraus ist mir also nur ein "A" abhanden gekommen. Vielleicht muss ich das in der Sesamstraße nachkaufen. Zusätzlich verrät das Portal das Erbauungsjahr von 1982 und die Länge von 15.4km. (Und ja, die Nummern sind absichtlich vertauscht, da sie die korrekte Reihenfolge der Bilder widerspiegeln. Aber nur umgekehrt funktioniert dieser dämliche Witz.)

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38 Dieses Mal sind wir pünktlich unterwegs und warten deshalb im Tunnel auf den Gegenzug. Danach wird direkt die Furkareuss überquert.

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39 Auf der anderen Seite stehen hinten ein eingeschneiter Wagen der DFB und davor ein Autoverlad-Zug.

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40 Der wird seltsamerweise nicht von einer der Ge4/4, sondern einer HGe4/4II geschoben. Ich hätte gedacht, Letztere wären im Winter eher knapp.

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41 Rückblick in Richtung Furkapass

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42 und Vorblick in Richtung Oberalppass. Oberhalb der Haltestelle am Nätschen sieht man schon ganz klein den Zug in Richtung Andermatt runterkommen. Im Sommer wäre noch ein Glacier in Richtung St. Moritz zu sehen, aber dieser Umlauf pausiert im Winter.

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43 Vor Hospental geht's wieder auf die andere Seite der Furkareuss, die dort mit der Gotthardreuss zur Reuss wird.

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44 Inzwischen ist der Oberalpzug eine Schleife weiter unten angekommen.

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45 In Andermatt gucke ich mal wieder blöd. Da steht bereits mit der Lok voraus mein Zug in Richtung Oberalppass. Der kann doch unmöglich so schnell hier angekommen sein und schon die Lok umrangiert haben?!

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46 Hat er auch nicht, da kommt der Gegenzug an, mit HGe4/4II Nr. 105 voraus. Im Winter wird hier offenbar mit Langwende gefahren.

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47 Das ist auch praktisch so, denn die 105 rangiert direkt an meinen alten Zug ran

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48 und schnappt sich den Glacierwagen mitsamt der Passagiere darin.

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49 Dann setzt sie mit dem wieder zurück

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50 und hängt ihn an meinen neuen Zug hinten ran - so geht es für die Hotelgäste umstiegsfrei ins Vorderrheintal.

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51 Hier steht also eine Ge4/4 rum, die auch einen Autozug hinten dran hat. Keine Ahnung, was die in Andermatt zu suchen hatte.

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52 Schließlich fahren wir los.

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53 Die 105 bleibt uns dabei auf den Fersen und setzt direkt wieder zurück an ihren alten Zug ran, der links steht. Ein Indiz, an dem ich die Langwende im Vorhinein schon hätte erkennen können, ist übrigens die Après-Ski-Bar. Die kam zwar mit dem Zug der 105 runter, aber mein Zug rauf fährt nun fahrplanmäßig ohne - erst der nächste führt sie wieder mit.

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54 Nach ein paar Kurven erreichen wir die Sonne.

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55 Auf diesem Bild sieht man so ziemlich die gesamte Bahnstrecke vom Furka-Basistunnel bis Andermatt, exklusive beider Extrema.

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56 Die Kurve vorm Nätschen, hier innen

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57 und hier außen.

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58 Dann geht es durch meine Lieblingsstation hier oben.

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59 Wenig später kommt der Oberalppass in Sicht, der sehr schön in der Sonne liegt. Auch Schnee ist reichlich vorhanden. Da, wo er nicht verschoben oder sonstwie bearbeitet wurde, liegt er etwa 1m tief.

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60 Hier fahren etwas schmalere Gondeln.

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61 Gemäß meines Plans steige ich hier aus, um eine Stunde zu warten. In der Zeit suche ich mir eine gute Stelle für Fotos (und versinke dabei bis fast zur Hüfte im Schnee, was mich davon abhält, noch näher an den See zu gehen). Zum Glück habe ich an meine Sonnenbrille gedacht, sonst wäre man hier vermutlich nach 10min blind.

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62 Da fährt der Gegenzug, der meinem Zug am Pass begegnet ist, mit der Lok 104 und wieder mit Bar.

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63 Als nächster Zug in Richtung Andermatt kommt der Oberalp-Autoverlad an, der überhaupt nur im Winter fährt und auch da nur auf Voranmeldung maximal dreimal am Tag. Grund dafür ist genau das Stück Andermatt-Oberalppass, auf das nur zwei Züge pro Stunde und Richtung passen. Einer davon ist schonmal immer der Regio

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64 und der andere ab und zu der, der hier mit gut 10min Verspätung anrollt und der Grund ist, aus dem ich hier die Pause mache.

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65 Genau so ein Bild wollte ich einfach haben - der Glacier im Winter an seiner höchsten Stelle

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66 und nochmal mit Hintergrund

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67 und am Bahnhof.

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68 Schließlich fährt der sehr gut besetzte Autoverlad-Zug weiter.

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69 Ich werfe derweil einen Blick in Richtung Rhein

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70 und den Leuchtturm "Rheinquelle".

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71 Dann gehe ich wieder runter zur Station und wärme mich im Häuschen auf. Dort gibt es auch eine sehr saubere Toilette, die vermutlich nie jemand benutzt, und ein paar Bänke, auf denen ich etwas für die Arbeit vorbereite, die erst in der kommenden Woche wieder beginnt.

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72 Nun kommt die Lok 105 mit meinem nächsten Zug und der Bar an.

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73 Der Gegenzug in dieser Stunde wird von einem Deh4/4 gezogen.

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74 In der Sonne geht es nun steil abwärts.

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75 In Tschamut-Selva kommt der andere Glacier des Tages entgegen.

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76 Nachschuss auf den vielleicht letzten Glacier dieser Serie.

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77 Auch auf den Adhäsionsabschnitten sieht man im Schnee sehr gut, wo Zahnradzüge entlang gefahren sind (insbesondere durch den Glacier auch auf dem RhB-Netz, davon habe ich aber kein gutes Foto gemacht).

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78 Rueras und Sedrun

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79 und der Bugnei-Viadukt.

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80 Zoom an die Bar. In voller Auflösung kann man hier die einzelnen Flaschen erkennen, wenn auch nicht deren Aufschriften.

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81 Dieses Bild hatte ich bei meiner ersten FO-Fahrt komplett verhauen - Disentis/Mustér mit Kloster und Bahnhof, in dem man klein den Glacier-Wagen von vorhin erkennt.

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82 Unser Zug dort

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83 und der eben schon angesprochene Wagen. Beim Fotografieren lag mein Fokus offensichtlich so sehr auf dem, dass ich die Türme des Klosters nichtmal mangelhaft mit drauf habe und auch das Verbotsschild schön durchschneide. Definitiv ein Kandidat für das schlechteste Foto des Tages, das es trotzdem in diese Auswahl geschafft hat.

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84 Nun geht es mit dem RE der RhB weiter, der heute recht leer ist. Gleichzeitig ist es im Vorderrheintal erstaunlich warm, sodass das ab und zu geöffnete Fenster direkt angenehm ist.

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85 Rückblick auf das Kloster.

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86 Einfahrt in Trun (zum Glück kann man die RhB mit StreetView entlangfahren, sonst hätte ich nie mehr gewusst, welcher Ort das ist). Langsam wird der Zug voll und ich entscheide mich natürlich dieses Mal dafür, die linke Fensterseite zu behalten.

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87 Etwas später in Ilanz. Hier beginnt die Rheinschlucht, aber vorher passiert noch etwas völlig Unerwartetes: Wie immer hatte ich im Zug die Fenster nur für Fotos geöffnet und dann sofort wieder geschlossen. Die anderen Fahrgäste im Wagen hatten damit offensichtlich auch kein Problem, aber der Schaffner spricht mich an, ob ich nicht lieber auf die Einstiegsplattform gehen wolle, um dort Fenster zu beiden Seiten zu haben. Als ich dies verneine und sage, links reiche ja für die Schlucht, bittet er mich recht unfreundlich, dann auch im Wagen kein Fenster zu öffnen und hat mich damit dann doch überzeugt, auf die Plattform zu gehen. Durch dieses Detail komme ich immerhin endlich zu einer Entscheidung in der Frage, ob ich die RhB oder die MGB lieber mag. Schon lange hatte ich Argumente für beide gesammelt, aber nun überwiegen die pro MGB.

Im nächsten Beitrag geht es weiter!

[6MGA] Teil 20: Oberalppass und Rheinschlucht [m111B]

Math5D, Dienstag, 19.05.2020, 14:30 (vor 13 Tagen) @ Math5D

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88 Jetzt geht es aber endlich durch die Schlucht

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89 vorbei an Felswänden

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90 und Geröllhängen. Der ganze Komplex ist ja durch einen ähnlichen Bergsturz wie in Randa entstanden, nur größer. Der Fluss musste sich anschließend über Jahrtausende einen neuen Weg suchen und hinterließ dabei eben die Schlucht.

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91 Bis zu 400m tief geht es in den Fels.

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92 Hier macht der Vorderrhein einen plötzlichen Knick, den die Bahn natürlich nicht bekommt.

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93 Auch ein paar Nebenflüsse haben sich ihren Weg durch den Fels gegraben und Unmengen Kies hinterlassen.

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94 Langsam wird es wieder flacher

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95 und schließlich überqueren wir vor Reichenau-Tamins erst den Vorderrhein

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96 und dann den Hinterrhein für mich das erste Mal auf der inzwischen renovierten alten Brücke. Die neue ist rechts daneben zu sehen.

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97 Auf der anderen Seite vereinen sich die Flüsse zum Alpenrhein, der heute offensichtlich die Farbe des Vorderrheins übernimmt - ist auch logisch, denn ich hatte ja schon vorhin festgestellt, dass das Vorderrheintal erstaunlich warm war, sodass dessen Wasser eben obenauf fließt.

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98 Spontan steige ich in Reichenau-Tamins aus - so bin ich direkt den wenig freundlichen Schaffner los. Im Nachhinein ärgere ich mich eigentlich, dass ich am Oberalppass nicht noch eine Stunde länger gestanden habe, um den Gegen-Glacier auch dort aufzunehmen. Denn den Puffer hätte ich noch locker gehabt, da ich ab Chur endlich den in Teil 8 verpassten IC um 16:39 nehmen möchte. So kann ich dafür hier den IR nach Chur aufnehmen, der unserem Zug direkt folgt. Erstaunlicherweise fährt der heute nicht mit einem Albula-Gliederzug, sondern normalen Wagen.

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99 Auch wird er nicht von einer Ge4/4 III geschoben (oder sollte man besser sagen "gebremst"?), sondern von einem ABe8/12 Allegra, und zwar dem aus Teil 6 bekannten mit ABB-Werbung.

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100 Ich nehme die nachfolgende S2 mit ABe4/16 Allegra, in dem dieses Fenster sich öffnen lässt und den Blick auf das Dreischienengleis freigibt. Der vierte Zug dieser Strecke, die S1, fährt übrigens direkt vor dem RE aus Disentis, sodass sie allesamt innerhalb von 20min durchrauschen und dann 40min Pause haben - nicht gerade optimal, aber so haben sie alle in Chur einen passablen Anschluss auf den in jeder Stunde verkehrenden Takt des IC3. In der Gegenrichtung ist das an sich genauso, nur dass die Reihenfolge nicht exakt gespiegelt ist. In beiden Richtungen fährt nämlich der RE vor dem IR und beide verfolgen auf dem Abschnitt eine maximal inkonsequente Haltepolitik (dazu am besten mal in den Taktfahrplan schauen).

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101 Schon um 15:22 kommt der ICE71 inzwischen als ICE4 hier an und mit ihm warte ich über eine Stunde auf die Rückfahrt, die man natürlich an einem geschäftigen Bahnhof schnell herumbringt. Diese lange Wartezeit ergibt sich daraus, dass dieser Umlauf eben nur alle 2h fährt.

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102 Hier der nächste RE nach Disentis sowie der eben schon gesehene IR.

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103 Etwas weiter stehen ein IR13 und ein RE nach Zürich, die auch erst um :12 und :16 fahren.

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104 Hinten fährt der Zug aus Arosa ein. Ich lasse mich zwischendurch noch absichtlich von ein paar Mädels anquatschen, die Unterschriften für irgendeine Petition sammeln, nur um ihnen dann im letzten Moment zu sagen, dass ich kein schweizer Staatsbürger bin und damit gar nicht dazu berechtigt bin, die zu unterschreiben. War aus meiner Sicht dadurch ein sehr lustiges Gespräch, auch wenn die Komik glaube ich nicht bei der Gesprächspartnerin angekommen ist - dabei hätte sie es auch direkt an meinem Hochdeutsch erkennen können und höchstens deshalb zweifeln, weil ich ihr konsequentes Bündnerdeutsch gut verstand. Naja, normalerweise weiche ich solchen Werbeleuten immer aus, weil sie einem mit sinnlosem Quatsch die Zeit stehlen, da wollte ich den Spieß halt mal umdrehen.

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105 Oberhalb der Gleise befindet sich der Busbahnhof, in dem gerade eine ganze Armee unterschiedlicher Bauarten wartet.

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106 Hier kommt der nächste IR aus St. Moritz an, der hinten dran noch drei Postwagen hat.

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107 Diese werden schließlich abgekuppelt und an den Zug nach Scuol-Tarasp rangedieselt. Ich vermute aber, dass sie den in Landquart wieder verlassen und die Spurweite gewechselt haben.

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108 Nach der Abfahrt des vorherigen IC um 16:09 (der aus dem um 15:52 wendet) gehe ich zu meinem ICE4, den jemand hier als Kunstobjekt verstanden hat - durchaus gelungen, finde ich. Viel schöner als irgendwelche seltsamen Graffiti!

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109 Dann laufe ich aber doch nochmal zu Gleis 14 rüber, denn dort zieht diese Ge4/4 I einen kurzen Güterzug durch.

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110 Zurück zum Zug, der hier immerhin an den relevanten Stellen gesäubert wurde. Ich finde es dabei durchaus erstaunlich, dass der ICE4 in der Lage ist, seine Gattung als IC korrekt anzuzeigen. Da hat bei Siemens wohl doch jemand mitgedacht.

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111 Die Anzeige drinnen kennt wohl schon einen zukünftigen Basistunnel von Chur bis zum Walensee. Danach folgt der rote Strich der korrekten Streckenführung entlang der Limmat - die heißt zwar in echt vor dem Zürichsee noch Linth, aber das wussten die Programmierer dieses Bildschirms wohl nicht. Oder sie wird bei der Fertigstellung des Tunnels auch umbenannt werden, wer weiß.

Mit exzellenter Laune fahre ich zurück mit diesem IC3, dem IC5 und der S3 nach St-Prex und streiche auf meinen beiden Listen den jeweils ersten Eintrag. Heute hat wirklich alles geklappt und das Wetter war perfekt, so kann es doch weiter gehen für 2020.

sehr schön! :)

sflori @, Dienstag, 19.05.2020, 23:21 (vor 12 Tagen) @ Math5D

Erst dachte ich "Oh Gott! 111 Bilder!", aber durch die Beschreibungen war der Bericht sehr unterhaltsam. Außerdem machte es Spaß, sich mal wieder an die Stellen zu erinnern, wo man vor ein paar Jahren selbst gewesen ist.

Danke dafür! :)


Bye. Flo.

[6MGA] Teil 20: Oberalppass und Rheinschlucht [m111B]

Alpen-See-Express, Donnerstag, 21.05.2020, 13:40 (vor 11 Tagen) @ Math5D

Danke für den Reisebericht!

Von den zwei Ge 4/4 81-82 ist nur noch die 81 vorhanden. Die 82 ist im Jahr 2017 verschrottet worden, so dass einer der beiden Autozugumläufe von einer HGe 4/4 bespannt wird.
Die Tage gab es auf DSO einen sehr interessanten Beitrag als die Ge 4/4 von der RhB zur FO überstellt wurden.
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,9271765

Unfreundliche Zugbegleiter habe ich auf meinen sieben Urlauben bei der RhB übrigens noch nie erlebt, höchstens "höflich bestimmt". Fotografen ist man da ja gewohnt. Ich nehme an, es war ein wohlgemeinter Rat von ihm, vielleicht auch wegen der Temperaturen.

MGB Ge4/4

Math5D, Donnerstag, 21.05.2020, 14:12 (vor 11 Tagen) @ Alpen-See-Express

Danke für den Reisebericht!

Von den zwei Ge 4/4 81-82 ist nur noch die 81 vorhanden. Die 82 ist im Jahr 2017 verschrottet worden, so dass einer der beiden Autozugumläufe von einer HGe 4/4 bespannt wird.

Tatsache, das war mir bisher nicht aufgefallen. Aber was die 81 dann in Andermatt zu suchen hatte, bleibt mir ein Rätsel. Zumal demnach wohl an dem Tag beide Autozugumläufe mit HGe4/4 II unterwegs gewesen sein müssen. Oder war vielleicht nur 1 Umlauf überhaupt in Betrieb? Der zweite ist im grafischen Fahrplan jedenfalls gestrichelt, was eigentlich für eine Fahrt auf dem rechten Gleis steht - aber das ergibt in einem eingleisigen Tunnel ja keinen Sinn, also muss es wohl irgendwas wie 'bei Bedarf' oder so bedeuten.

Die Tage gab es auf DSO einen sehr interessanten Beitrag als die Ge 4/4 von der RhB zur FO überstellt wurden.
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,9271765

Danke für den Link! Sehr lustig auch, dass die beiden Loks da aus rechtlichen Gründen noch nen Deh4/4 vorgespannt bekommen haben, obwohl sie gerade ohne Wagen ja locker die Steigungen schaffen müssten.

Unfreundliche Zugbegleiter habe ich auf meinen sieben Urlauben bei der RhB übrigens noch nie erlebt, höchstens "höflich bestimmt". Fotografen ist man da ja gewohnt. Ich nehme an, es war ein wohlgemeinter Rat von ihm, vielleicht auch wegen der Temperaturen.

Ich ansonsten auch nicht (überhaupt in der Schweiz sehr selten, gerade bei den Privaten), aber jeder hat ja mal einen schlechten Tag. Die Situation habe ich natürlich auch extra polemisch beschrieben

MGB Ge4/4

guru61, Arolfingen, Montag, 25.05.2020, 13:34 (vor 7 Tagen) @ Math5D
bearbeitet von guru61, Montag, 25.05.2020, 13:34

Unfreundliche Zugbegleiter habe ich auf meinen sieben Urlauben bei der RhB übrigens noch nie erlebt, höchstens "höflich bestimmt". Fotografen ist man da ja gewohnt. Ich nehme an, es war ein wohlgemeinter Rat von ihm, vielleicht auch wegen der Temperaturen.


Ich ansonsten auch nicht (überhaupt in der Schweiz sehr selten, gerade bei den Privaten), aber jeder hat ja mal einen schlechten Tag. Die Situation habe ich natürlich auch extra polemisch beschrieben

Andere Länder andere Sitten:
Ein Schweizer hätte die erste Aufforderung so interpretiert:
Heh Sie: Da tuet mer kes Feischter uf!

Auf berlinerisch: Mach det Fenster zu!

https://schweizermonat.ch/6-deeskalierend-hoeflich/
Gruss Guru

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