Kapitel 3/3: Verrückter Plan ;-) Schweizer Käse (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Samstag, 16.05.2020, 19:45 (vor 15 Tagen)

Hallo liebes Forum,

willkommen zurück im Reisebericht meiner bis dahin verrücktesten Reise. (-: Jetzt schreib ich den Käse mal zu Ende. ;-)
In Kapitel 1 sowie in Kapitel 2 sind wir die ganze Strecke von Norddeutschland mit dem Zug nach Marrakesch gefahren. Gestoppt hatte der Bericht zuletzt im Flugzeug überm Mittelmeer.

Ich hätte damit gerechnet, dass im Flugzeug viele Auslandsmarokkaner sitzen, die nach dem Heimatbesuch über die Feiertage wieder an ihren Arbeitsort wollten. Aber doch deutlich in der Überzahl waren die italienischen Touristen.
Bei Savona erreichte der metallene Großvogel das italienische Festland und flog gerade Richtung Norden. Der Anflug führte direkt über die Innenstadt von Turin – viel sah ich nicht, aber das, was ich sah, schaute ganz gut aus. Kurz danach setzten wir gegen 11 Uhr auf. Die italienische Einreisekontrolle bestand nur aus der Sichtkontrolle meines Passes. :D Mein Gepäck war glücklicherweise im selben Flugzeug gereist wie ich.^^ Draußen war es sonnig, aber mit 2 Grad noch kälter als frühmorgens in Marrakesch.
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1 Die Alpen aus niedriger Flughöhe
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2 Anflug über die Stadt
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3 Die Alpen
Nach kurzer Suche fand ich den Bahnhof, hinterm Parkhaus versteckte sich der Gute. Ich freute mich, dass ich den Fahrpreis aus meinem vollen Kleingeldfach sogar passend bezahlen konnte – und dann war der Automat kaputt, nahm nur Scheine und gab mir noch mehr Münzen. :D Ich hatte Glück, dass beim 30-min-Takt der Zug schnell kam. Nach 20 min Fahrt war die Endstation Torino Dora am Stadtrand erreicht. Eine Metro gibt es dort nicht. Ein Bus ins Stadtzentrum war im Zug beworben, aber keine Ahnung, ob der mich zum Hauptbahnhof bringen würde. Google empfahl mir eine Tram, aber dafür fehlten die Schienen. :-s Ich nahm einfach den ersten Bus. Der hatte keine Außenanzeigen und auch drinnen keine Anzeigen, wo er hinfahren würde. Ich stieg an der ersten Haltestelle kurz aus, konnte aber selbst dort nichts Genaueres in Erfahrung bringen. Also fragte ich einen Mitreisenden in meinem tollen Italienisch: „Questo è il autobus número dieci al centro della città?“. Er musterte mich und antwortete: „Да. Куда идёшь?» Hallo, sehe ich so Russisch aus!? :D Ich war ganz verdattert. Auch wenn ich in Russland irgendwie zurecht gekommen bin, in Italien Russisch zu sprechen würde nicht funktionieren (zumal Italienisch das geringere Übel ist). Erst nach einem Moment konnte ich antworten: „Alla stazione Porta Susa“. Daraufhin wechselte er doch ins Italienische.^^ Ich wollte in Italien noch alles mögliche an Essen kaufen, um vier Tage in der Schweiz überleben zu können, sowie einen Berg Kekse. Die Ecke um den Bahnhof Porta Susa wirkte nicht sonderlich belebt, also fuhr ich zum Hbf. (der heißt in Turin übrigens nicht Centrale, sondern – genauso wie in Verona – Porta Nuova). Etwas nervös stellte ich fest, dass der Großteil der Regionalzüge ab Porta Susa gar nicht zum Hbf. fuhr. Irgendwann fand ich einen. Mittlerweile wurde die Zeit wirklich knapp, ich hatte bloß noch eine Dreiviertelstunde. Schnell kaufte ich die benötigten Lebensmittel in rauen Mengen. ;-) Danach kaufte ich noch in einem kleinen Laden eine Flasche, sagte „una botiglia di aqua sin gas“, woraufhin ich auf Spanisch bedient wurde – also heute lief’s wirklich bei mir auf Italienisch. :D Zu meiner Verteidigung: Ich war 48 h zuvor noch auf der Iberischen Halbinsel gewesen, und wenn man beide Sprachen nur so irgendwie kann, ist es wirklich schwierig sie auseinander zu halten. ;-)
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4 – 5 Bahnhof Caselle Aeroporto
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6 Blick aus dem Zug auf die Alpen
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7 Daraus hätte man wenigstens besser die Berge fotografieren können^^
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8 Ich fuhr aber damit
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9 Bahhof Torino Porta Susa
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10 Hauptbahnhof Torino Porta Nuova
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11 Ein besseres Foto war so schnell nicht drin^^
Zum Glück schaffte ich es rechtzeitig zurück zum Bahnhof, sonst hätte ich 20 € Reservierungsgebühren für die alternative Verbindung zahlen müssen und dabei auch noch weniger neue Strecke befahren. Kurz vor zwei verließ ich Turin mit dem Regio Richtung Mailand. Es war derselbe Zug, mit dem ich zuvor von Porta Susa zum Hbf. gefahren war, nun fuhr ich wieder dort durch und eine gute Stunde bis Novara. An den ersten beiden Stationen war die Abfahrt mit – 1. :D Das Wetter war toll, links bot sich durchgehend eine schöne Sicht auf die Alpen. Die automatischen Ansagen und an jeder Station lieferten Anschlussinformationen inkl. Gleisangabe selbst auf Englisch! Hier oben gab es sogar Taktverkehr, der Zug Turin – Mailand, der unserem RE entsprechen würde, verkehrte stündlich. Er fuhr durchaus schnell, aber natürlich nicht über die Rennbahn. In Novara stieg ich um in den gut ausgelasteten Minuetto nach Domodossola. Der Zug fuhr an, fuhr ca. 15 sek, bremste abrupt ab und der Tf latschte erstmal nach hinten. Vielleicht hatte er festgestellt, dass er lieber nochmal das WC aufsuchen sollte.^^ Mit + 2 ging es dann wirklich los. Einer der ersten Zwischenhalte hieß übrigens Momo. :D Später stieg ein junges Pärchen im Fahrrädern in den Zug, der KiN hatte offensichtlich was dagegen. Der Freund samt Fahrrad musste aussteigen, bevor seine Freundin und der KiN sich gegenseitig anschrien und scheinbar kurz davor waren, aufeinander loszugehen. Ich ärgerte mich sehr, dass mein Italienisch nicht ausreichte, um dem Gespräch zu folgen.^^ Irgendwann spendierte ein Mitreisender die 1,50 € für das Fahrrad. :D Im Laufe der Fahrt leerte sich der Zug ordentlich, später führte die Fahrt durch die Berge entlang des hübschen Lago d‘Orta. Nach 2 h Fahrzeit, wovon fast eine halbe Stunde für Standzeiten drauf ging, wurde in der späten Dämmerung Domodossola erreicht. Hier hatte ich eine gute halbe Stunde zum Umsteigen.
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12 – 13 Die Südseite der Alpen
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14 Weg isser
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15 Damit geht’s weiter
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16 Der Lago d’Orta gehört zu den Oberitalienischen Seen
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17 Domodossola ist erreicht
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18 Leere
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19 Das Bahnhofsgebäude
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20 Weihnachtsdeko
Dann stieg ich ins Schweizer Vehikel. Die Schweizer Zöllner befragten mich nach meinem Ziel und untersuchte meinen Pass tatsächlich gründlicher als der italienische Beamte am Flughafen, obwohl die Schweiz bekanntlich immer noch keine Schengen-Außengrenze hat. Für mein prall gepacktes Gepäck interessierten sie sich zum Glück nicht, meine Erklärung wäre wohl interessant geworden (man darf tatsächlich legal pro Person und Einreisetag 1 kg Fleisch sowie 1 kg Butter einführen, Käse sogar in unbegrenzter Menge :D). Die Abfahrt war pünktlich, Ankunft in Brig nach einer halben Stunde mit + 2. :p
Dort hatte ich nun nochmal eine knappe halbe Stunde Wartezeit (so viel zum Thema ITF :p), zum Glück stand der Dosto-IC Richtung Romanshorn schon früh mit offenen Türen bereit. Die Durchquerung des Lötschberg-Basistunnels dauerte etwas über 12 min. Sonst war die gut einstündige Fahrt ohne was zu sehen vorm Fenster schon arg langweilig.^^ Ankunft übrigens wieder mit + 2. :p Eigentlich wollte ich in Luzern übernachten, aber da fand ich nichts Bezahlbares mit Minibar (wichtigstes Kriterium; die Getränke waren mir egal, auf den Kühlschrank kam’s mir an :D). So buchte ich eben ein Hotel in Bern. Bei Anreise war mein gebuchtes Hotel geschlossen, ich kam direkt gegenüber unter, zusätzlich gab es Frühstück – aber keinen Kühlschrank. Stattdessen durfte ich meine Sachen in den Kühlschrank der Rezeption stellen. Ich wusste zu argumentieren, dass ich mich auf vier Tage Selbstversorger eingerichtet hatte und dafür so viel Verpflegung aus Italien angeschleppt hatte, sodass es für mich nicht ganz so peinlich war. :D Leider war das Bett extrem weich, sodass ich sehr schlecht schlief und es nicht zustande brachte, morgens noch früher aufzustehen, um mir was zu essen für den Tag vorzubereiten. Als Alternative wählte ich tatsächlich weniger essen – ich weiß im Nachhinein auch nicht mehr, wie ich das durchgehalten habe.^^
Ich fiel ziemlich tot ins Bett, aber besser sollte es die nächsten Tage eben nicht werden…
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21 Krümelmonster goes Schweiz! :-O
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22 Bern
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23 Wenn ich in die Schweiz fahre, erschrecken wir uns beide ;-)

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Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)

Kapitel 3/3: Verrückter Plan ;-) Schweizer Käse

Krümelmonster @, München, Samstag, 16.05.2020, 19:45 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen stieg ich schon morgens um 7 am Berner Hbf. in einen Zug. Bei hoher Auslastung fand ich nur rückwärts sitzend einen Platz, aber es war ja anfangs noch nicht einmal richtig hell. Über denselben Weg wie gestern Abend ging es zunächst aus der Stadt raus, hinter der Stadtgrenze sah man Schneeflecken, dann mit 160 Sachen auf die Alpen zu, deutlich gemütlicher ein Stück am Thunersee entlang (hier schon etwas mehr Schnee), dann relativ gemächlich in die Berge hinein und schließlich mit Highspeed durch den Berg. Ich fuhr nicht durch bis Brig, sondern stieg schon nach einer knappen Stunde in Visp aus, der 7-min-Anschluss klappte. Es war perfektes Wetter angekündigt. Schon in der Matterhorn-Gotthard-Bahn kaufte ich das Ticket für die Gornergratbahn und war ziemlich enttäuscht, dass mein Billet für 76 CHF nicht mit Gold überzogen war. Für die Kreditkartenzahlung brauchte es auf der Bergstrecke mehrere Versuche mangels Empfang.^^ Im Laufe der gut einstündigen Fahrt durchfuhr das Zügli nicht weniger als fünf Zahnstangenabschnitte, um gut 950 m Höhenunterschied auf 35 km Strecke zu bewältigen. Anfang war es noch recht leer, doch im Laufe der Fahrt stiegen immer mehr Leute zu, fast alle in Wintersportmontur.
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24 Hoch hinaus
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25 Armada der Wintersportler
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26 Zermatts einzige Verbindung zur Außenwelt. Hier nix Stinktier!
Nach Ankunft in Zermatt konnte ich gleich zum Bahnhof der Gornergratbahn gegenüber gehen, ohne erst ein Ticket kaufen zu müssen. Die Bahn verkehrt im einprägsamen 26-min-Takt. Warum lässt man sie bei solchem Massenandrang nicht öfter verkehren? Um das Chaos zu reduzieren, wartete man im vorderen Teil des Wartesaals auf die Züge, die alle Zwischenhalte bedienten, hinten war der Wartebereich für die Nonstop-Züge zum Gipfel. Da ich es eilig hatte und dachte, die Wintersportler würden nicht bis ganz nach oben fahren, ging ich nach vorn. Als der alte Zug eintraf, postierte ich mich bereits an der Tür zum Bahnsteig. Was nun folgte, als die Türen geöffnet wurden, lässt sich kaum beschreiben. „Mord und Totschlag“ wäre immer noch weit untertrieben. Die meisten Leute waren zum Skifahren hier, einige wenige, so auch ich, wegen des Panoramas. Wer nun glaubt, dass die Skifahrer (die x Mal am Tag mit der Bahn fahren) die Panorama-Gucker ans Fenster lassen würden, der vertut sich um Welten! Ich war ernsthaft überrascht, wie zielsicher man mit Skischuhen noch Knöchel & Achillessehne treffen kann. Schon die Kinder waren munter am Treten. Die Panorama-Gucker waren ohne Skischuhe nicht nur schlechter geschützt, sondern hatten auch kaum Chancen, sich zu wehren (Ellenbogen & Knie sind nicht so wirkungsvoll wie Skischuhe, außerdem konnten die Skifahrer das auch). Man merkte eben, dass hier nur Snobs unterwegs waren… Mit heftig schmerzenden Knöcheln konnte ich immerhin einen Fensterplatz an der Aussichtsseite erkämpfen, wenn auch entgegen der Fahrtrichtung. Gegenüber von mir sank ein älteres Ehepaar aus Deutschland erschöpft vom erbitterten Gefecht nieder. Sie trugen ebenfalls keine Bewaffnung (ich habe mal gehört, dass diese Bewaffnung wohl auch beim Skifahren hilfreich sein soll). Es dürfte ansatzweise so viele Stehplätze wie Sitzplätze gegeben haben, der Zug war brechend voll. Die Holzbänke waren hart, der Sitzabstand winzig, und der Zug kaum beheizt. Draußen waren „unten“ in Zermatt minus 10 Grad. Die Fenster wären wohl zu öffnen gewesen, aber so aggressiv wie die Skifahrer drauf waren, hätten die mich bestimmt aus dem Fenster geschmissen. Wenn ich das Handy gegen die Scheibe hielt, war ich mit den warmen Fingern so nah an der kalten Scheibe, dass diese allein davon schon beschlug.^^ Erwähnenswert finde ich die 7-sprachigen (!) Ansagen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch, Japanisch. Die letzte Sprache müsste Thai gewesen sein. Hindi oder Koreanisch definitiv nicht. Klang aber Asiatisch, eher weich und ziemlich melodisch. 100 %ig sicher bin ich mir nicht, in Asien war ich noch nie. Trotz der äußerst unangenehmen Gesellschaft war die Fahrt freilich spektakulär! Es bot sich eine perfekte Sicht aufs Matterhorn! Eine halbe Stunde dauerte die Nonstop-Fahrt bis zum Gipfel. Die Strecke ist gerade einmal 9,34 km lang, hat aber über 1.400 m Höhendifferenz, deshalb ist sie komplett auf Zahnstange mit bis zu 200 ‰ Steigung. Bei einer Hin- und Rückfahrt macht das einen km-Preis von schlappen 364 ct. Zum Vergleich: Die viel kürzere Drachenfelsbahn bietet 329 ct/km, die ebenfalls etwas kürzere Wendelsteinbahn 274 ct/km (und das ohne die Ermäßigung der Hin- und Rückfahrt), sonst war ich nie für mehr als 220 ct/km unterwegs gewesen.^^ Zugegeben sind das natürlich alles keine Strecken, die man regelmäßig fährt. ;-) Der Gipfelbahnhof liegt auf 3089 m und ist damit bereits höher als der Gipfel der Zugspitze (der dortige Bahnhof liegt ja „nur“ auf 2588 m, von dort fährt man mit der Seilbahn zum Gipfel). Da ich meine Beine weiterhin verwenden wollte, ließ ich oben angekommen zunächst die Bekloppten sich aus dem Zug stürzen, bevor ich ausstieg. Direkt neben dem Bahnsteig begann die Piste, und man musste ständig höllisch aufpassen, dass man nicht umgenietet wurde.
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27 Auf geht’s!
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28 Wenn man die Kamera gerade auf den Fensterrahmen legt^^
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29 Herrliches Matterhorn
Draußen herrschten nun minus 19 Grad. Das waren seit Marrakesch in 40 Stunden ein Temperatursturz um 40 Grad! Ich sah zu, dass ich immer in Bewegung blieb, und lief auch beim Fotografieren auf der Stelle.^^ Ganz oben war die Aussichtsplattform zunächst gesperrt, als ich mitbekam, dass sie nun offen war, war es leider schon zu spät. Vorher hatte ich schon nachgefragt, ob es hier auch irgendwo einen Ausblick Richtung Osten gibt, und hatte die lapidare Antwort „Gibt’s nicht“ erhalten. Die Sicht aufs Matterhorn war natürlich phänomenal! Richtung Süden & Westen hatte man ein atemberaubendes Panorama, mit etwas Kletterei auch Richtung Norden, ohne die „Gibt’s-nicht“-Aussichtsplattform nur nicht Richtung Osten. Es gab auch ein Haus mit Shops und Restaurants, das ich immer wieder in erster Linie zum Aufwärmen nutzte. :p Außerdem befindet sich dort das höchstgelegene Berghotel der Schweiz. Es gab auch diversen Krimskrams, natürlich alles spektakulär überteuert. Insgesamt blieb ich eine Stunde oben, dann fuhr ich wieder nach unten. Diesmal hatte ich einen Zug mit allen Zwischenhalten. Er war modern, trotzdem konnte man die Fenster öffnen. Bis zur ersten Station fuhr noch ein asiatisches Pärchen mit, dann hatte ich den ganzen Triebwagen für mich allein. :D Erst gegen Ende wurde es etwas voller. Die Fahrt mit Zwischenhalten dauerte eine knappe Dreiviertelstunde. Das Bähnli war so langsam, manchmal wurde es von skifahrenden Kriegern überholt.^^ Dann hatte ich noch eine Dreiviertelstunde Aufenthalt in Zermatt. Es hatte zwar – 9 Grad, aber nach den noch kälteren Temperaturen oben war es in der Sonne fast schon angenehm.^^ Ich lief etwas durch den Ort, was ich aber schnell bereute. So eine versnobte Atmosphäre hatte ich ja noch nirgendwo erlebt! Das war ja alles so dermaßen abnormal, abgehoben!
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30 – 31 Ganz oben
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32 – 34 Ohne Worte!
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35 Hier mal mit Schneepflug^^
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36 Zu erstehen für schlappe 198,50 CHF pro Stück, nur für Selbstabholer ;-)
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37 Auf der Rückfahrt gab’s einen leeren Zug…
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38 – 39 …mit Blick zum Lokführer (den man in der Schweiz ja noch so nennen darf)
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40 Die Entdeckung der Langsamkeit
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41 – 42 Zum Glück war ich allein, fürs Öffnen der Fenster wäre ich bei zweistelligen Minusgraden wahrscheinlich gelyncht worden ;-)
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43 Winterwunderland
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44 – 45 Begegnungen
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46 Allerhand los hier!
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47 Ein Panorama
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48 Such den Zug^^
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49 Die Riffelalptram ist die höchstgelegene Tram Europas. Leider nur im Sommer in Betrieb.
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50 Rauch entsteigt den Nüstern des Vulkans ;-)
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51 Wieder in Zermatt
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52 Snob-Haufen
Dann fuhr ich wieder hinab ins Rhone-Tal. In Visp endete mein Zug aus Zermatt, ich hatte schweizuntypische 20 min Umsteigezeit. Es folgte die auf dieser Tour längste umsteigefreie Fahrt in der Schweiz, 2:12 h dauerte es für die 77 km bis Andermatt.^^ Zunächst fuhr das Zügli parallel zur Normalspurstrecke, nur mit zusätzlichem Bahnhof. Nach einer Viertelstunde war der Briger Bahnhofsvorplatz erreicht. Ab hier kannte ich die Strecke bereits von 2017. Der Wagen war zunächst leer, es gab auf jeder Seite des Ganges acht 4er-Blöcke, davon waren bloß vier belegt. Nun kam ein altes störrisches Ehepaar und setzte sich an den 4er schräg gegenüber von mir, ich hatte bei mir auf beiden Seiten die Fenster geöffnet (natürlich hatte die Fenster im Winter nicht komplett offen, nur einen Spalt, damit es schneller ging, sobald ein Motiv in Sicht war), es war ja leer. Die störrische Dame stand regelmäßig auf, um wortlos das Fenster bei mir zu schließen (es war hinter ihr, sie saß also auch nicht im Luftzug), ich öffnete es kurz darauf wieder wortlos, um zu fotografieren. Das ging eine ganze Weile, bis sie sich irgendwann doch woanders hinsetzten. :p Das ist mir in der Schweiz auch nicht zum ersten Mal passiert, im Bernina Express zwischen St. Moritz und Chur setzte sich mal jemand bei fünf Fahrgästen im Wagen ausgerechnet neben mich und erwartete, dass ich den Rest der Fahrt bei geschlossenem Fenster verbringen würde. Ich erklärte ihr damals, dass ich deutlich mehr gezahlt hatte als sie, aber es sei doch der gesamte Zug frei, da ich zuerst da war, würde ich gern das Fenster am Wagenende offen lassen, damit niemand sonst den Luftzug abbekommt. Das Spielchen „Fenster auf --> meckern“ spielten wir auch damals ein paar Mal, bis sie aufgab. Und dann wundert ihr euch, dass ich die Schweizer nicht so sehr mag. :p In Fiesch (sprich man übrigens wie Vieh & Esch^^) habe ich wegen Wartens auf den Gegenzug 5 min Verspätung eingesackt. B-) Und die steigerten sich nun! Das Zügli fuhr nun nicht mehr unten durchs Tal, sondern ziemlich weit oben, in den Orten stiegen nachmittags zahlreiche Skifahrer zu und das ging nicht so schnell. (Selbstverständlich hatte ich jetzt bei hoher Belegung die Fenster geschlossen!) Hinter Biel waren wir bei + 8. Es setzte ordentlicher Wind ein, der den Neuschnee wild umherwirbelte – ausgerechnet dieses Wetter hatte aber keinen Einfluss auf die Verspätung.^^ Die Verspätung wurde übrigens nie begründet oder auch nur erwähnt, es gab nur anfangs eine automatische Durchsage, dass wir auf einen Gegenzug warteten. Bis zum Furka-Basistunnel hatte sich der Zug auf + 13 hochgearbeitet – bitte was!? Die Durchfahrt durch den Tunnel dauerte langweilige 16 min, dabei konnte etwas Verspätung abgebaut werden, dahinter waren’s nur noch + 8. Zuletzt standen wir in der Einfahrt zum Bahnhof Andermatt mehrere min herum ohne Infos, Ankunft letztlich mit + 11. Ich bin ja so ein böser Mensch, ich freue mich über jede Verspätung in der Schweiz. Besser noch: Jene + 11 waren die größte Verspätung meiner gesamten Tour, und das ausgerechnet in der Schweiz, ngjähähä. :p
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53 – 54 Wieder ganz unten im Tal
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55 Wie sagt der Ghetto-Mensch zum Holz?
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56 Dieses Unternehmen ist mir in erster Linie mit seinem grimmigen Zub in Erinnerung geblieben :p ab Bild 84
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57 Der einzige Weg zum Ort Bettmeralp mit immerhin 500 Einwohnern und zehnmal so vielen Touristenbetten ist diese Seilbahn
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58 Rentnerterrarium
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59 Irgendwann will ich da mal rüber latschen :-)
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60 Blick die Rhone hinauf. Den Fluss hatten wir schon am zweiten Morgen der Reise überquert – kurz hinter Marseille in dichtem Nebel. ;-)
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61 Münster im Wallis
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62 Alter, was geht hier ab!?!?!?!?!?
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63 Imposante Wolken
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64 Imposanter Schnee
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65 Imposanter Zug
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66 Imposan… Nein, hier muss ich wirklich aufhören. Aber nett anzusehen ist es allemal. =)
Die 20 min Umsteigezeit in Andermatt wollte ich eigentlich nutzen, um in den Ort zu gehen (lt. Google 8 min Fußweg zum Rathaus, die wollte ich unterbieten), das hatte sich ja jetzt erledigt.^^ Wir trafen 16:31 Uhr auf dem bahnsteiglosen Gleis ein (es war eh überall Schnee^^), der Zug um 16:29 nach Göschenen war noch erreichbar (warum auch immer wir vorher gewartet hatten), der Zug um 16:28 nach Disentis wartete auch noch auf seinen Gegenspieler, denn der hatte ebenfalls gut 10 min Verspätung. So, und jetzt habe ich hoffentlich das Weltbild etlicher Forenteilnehmer zerstört. O:-) Als der Zug Richtung Disentis losrollte, traf noch eine deutsche Familie in Skimontur schnaufend am Bahnsteig ein. „Scheiße“, präsentierte der ca 8-jährige Sohn gleich in voller Lautstärke, wie zivilisiert sie waren, „der macht’n Abflug!“. Daraufhin sagte die Bahnsteigfrau der MGB in ihren Walkie-Talkie: „Bitte noch einmal kurz anhalten und die Türen öffnen“. Obwohl auch dieser Zug schon bei über 10 min Verspätung war, tat der Lokführer wie geheißen und sackte die Familie ein. Der Zug 16:29 Uhr nach Göschenen war sehr voll, ich nahm den nächsten um 16:40 Uhr. Stündlich immer um :29 und :40 ist ja auch ein interessanter Takt.^^ Doch auch der nächste war gut besetzt, wo auch immer die ganzen Menschen herkamen.^^ Im letzten Licht des Tages kletterte der Zug neben der Straße, die sich dort in Serpentinen entlang schlängelt, die Göschenenschlucht hinab – auch das war wirklich eindrucksvoll! Leider verunmögliche die Trassierung fast komplett in Galerien sowie das schwache Licht gute Fotos. Die gesamte Strecke ist mit Zahnstange versehen, bis 179 ‰, entsprechend verlief die Fahrt im Schneckentempo: 3,7 km in 15 min (ohne Zwischenhalt), das war sogar noch langsamer als die Fahrt hinauf auf den Gornergrat. :D In Göschenen hielten wir auf dem Bahnhofsvorplatz natürlich möglichst weit vom Bahnhofsgebäude entfernt, damit der 3-min-Anschluss spaßiger wurde. Schließlich fuhr ich in der späten Dämmerung eine halbe Stunde lang im Flirt die alte Gotthardstrecke hinunter bis Erstfeld. Die SBB-App beschied mittlere Auslastung, tatsächlich waren min. 90 % der Plätze belegt. -.- Nach bahnsteiggleichem 10-min-Übergang fuhr ich zunächst flott weiter Richtung Luzern (insg. gute Stunde), kurz nach der Hälfte der Strecke waren in Arth-Goldau 8 min Standzeit angesetzt für alle möglichen Anschlussaufnahmen, dahinter war die Fahrt nicht mehr so flott. Auch Göschenen – Luzern war mir bereits bekannt.
In Luzern kam mein Zug außerhalb der Knotenzeit an, daher hatte ich 19 min Wartezeit. Zuletzt fuhr ich in der idealen Kantenzeit von exakt 60 min über Rothrist (bis Offingen 120 – 160 km/h, für Schweizer Verhältnisse ist das ja schon fast Raserei^^) und mit 200 Sachen über die Neubaustrecke nach Bern. Auf dieser Fahrt wollte zum ersten Mal seit Abfahrt in Berlin jemand meinen Ausweis zum Interrail-Ticket sehen. :D Und es liegt nicht daran, dass die Schweizer so gründlich waren, es war immerhin die 12. Fahrt mit Interrail in der Schweiz. :p
Nach 13 h war ich wieder in Bern. Die längste zuglose Zeit war die Stunde auf dem Gornergrat gewesen.^^
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67 Der zweite Zug nach Göschenen
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68 – 69 Die Göschenenschlucht
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70 Reichlich Eiszapfen
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71 Bahnhof Göschenen
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72 Der alte Gotthardtunnel

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Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)

Kapitel 3/3: Verrückter Plan ;-) Schweizer Käse

Krümelmonster @, München, Samstag, 16.05.2020, 19:46 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen fuhr ich etwas später los, sodass ich wenigstens das gute Frühstück im Hotel nutzen konnte. Der anvisierte IC halb neun nach Interlaken entpuppte sich als ICE1. :-) Das WLAN funktionierte nicht. Soll es in der Schweiz überhaupt funktionieren?^^ Bald kam ich auf die Idee, dass der Speisewagen doch deutsche Preise haben müsste. Er hatte sogar DB-Personal, das danach wahrscheinlich noch die Schicht nach Berlin fahren durfte (Plan-Ankunft 19:40 Uhr). Der Zug war 7:30 in Basel gestartet – mit denen möchte ich nicht die Schichten tauschen. Bei Kartenzahlung wären CHF-Preise zur Anwendung gekommen, Barzahlung war in € möglich. Ich kaufte gleich vier Doppelsandwiches. Für deutsche Verhältnisse waren sie ziemlich teuer, 4,00 € für ein Stück, das bei Coop 4,50 CHF kostete. Ich wusste nicht, dass der Kurs aktuell bei 1:1,13 lag (hatte auch schon mal 1:1,03 erlebt), von daher hat es sich monetär nicht einmal gelobt. Aber: die deutschen Sandwiches schmeckten nicht, weshalb ich sie nicht so schnell aufaß, weshalb ich nicht so schnell neues Essen kaufen musste – also letztlich doch gespart. ;-) Die Fahrt ging zunächst wieder mit 160 Sachen auf die Berge zu, ab Thun nur noch mit 90, ab Spiez mit 70 – 80 km/h direkt am Ufer des Thunersees entlang – diese Strecke kannte ich auch schon von 2017 bzw. bis Spiez sogar vom Vortag, schön war es natürlich trotzdem.
Südlich von Interlaken hingegen war ich 2017 nicht unterwegs gewesen, die Gegend reizte mich noch! Das Jungfraujoch ist natürlich schon verlockend, ich war sogar bereit, den Fahrpreis zu bezahlen. Da oben kann es aber wirklich arschkalt werden, wie kalt genau wusste ich ja fast zwei Wochen vorher bei meiner Abfahrt nach Berlin nicht. Ich hätte alle möglichen Sachen plus Yak-Fell einpacken müssen und von Berlin nach Marrakesch schleppen müssen und anschließend im Flieger nach Turin bringen. Deshalb beschloss ich, aufs Jungfraujoch fahre ich mal, wenn ich eine kürzere Anreise habe und v. a. nicht fliegen muss. ;-) In Interlaken Ost gab es einen 7-min-Anschluss zur BOB (hier heißt sie Berner Oberland-Bahn), die zunächst relativ flott (70 km/h ist gar nicht schlecht für Schmalspur) Richtung Süden fuhr. Aber auch ein oder zwei Zahnstangenabschnitte lagen auf dem 20-minütigen Weg bis Lauterbrunnen.
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73 – 74 Hübscher IC^^
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75 – 76 Ob im Thunersee auch Thunfische leben?
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77 Pause gefällig? :-)
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78 Teure Häuser in Interlaken
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79 DB Fernverkehr, wie Es leibt und lebt -.-
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80 Tschüß, IC!
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81 Dieses Teil bringt mich wieder in die Berge
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82 Zur groben Orientierung
Ich hätte gedacht, dass sich alle Fahrgäste auf die Bahn Richtung Jungfraujoch stürzen würden. Das taten auch die Touris. Aber Massen an Schweizern schoben sich mit mir zur Seilbahn. Früher gab es eine Standseilbahn, die Trasse verlief aber auf arg erdrutschgefährdetem Gebiet. Da die Instandhaltungsarbeiten immer umfangreicher wurden und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, entschloss man sich, stattdessen eine Luftseilbahn zu bauen. Diese wurde 2006 fertiggestellt. Die Gondel fasst 100 Personen, das war heute auch wirklich nötig! Man musste vorm Drehkreuz anstehen, so gab es wenigstens keinen unfairen Krieg gegen die Skischuh-Träger. Statt dem Drehkreuz zeigte ich meine am SBB-Schalter gekaufte Fahrkarte dem Menschen (mit Interrail gibt’s südlich von Interlaken übrigens nur 25 % Rabatt). Während der 13 min Umsteigezeit konnten gerade so alle in die Gondel gequetscht werden. Die Fahrzeit nach oben betrug unangenehme 4 min, fast 500 m Höhenunterschied. Um oben die Massen in die BLM direkt daneben zu verfrachten, waren nur 2 min vorgesehen, was natürlich nicht ausreichte. Hier ging es nicht so brutal kriegerisch zu wie am Gornergrat, hier war es ja auch nicht so teuer. :p Ich ergatterte einen Fensterplatz vorwärts an der Aussichtsseite. Weite Teile der Fahrt fotografierte ich durchs Klappfenster die tolle Aussicht auf Männlichen und auf das Massiv mit Jungfrau, Eiger und Mönch. Lokführer bei der BLM (Bergbahn Lauterbrunnen – Mürren, auch wenn ein Teil davon mittlerweile eine Luftseilbahn ist^^) muss doch auch unfassbar langweilig sein: man fährt immer nur hin und her, die Strecke misst nicht ganz 4,3 km und dauert 13 – 14 min. Und beim 100. Mal ist das Panorama auch nicht mehr so eindrucksvoll, erst recht nicht wenn man dort aufgewachsen ist. Mit max. 30 km/h erlebt man auch nicht gerade Geschwindigkeitsrausch.^^ Von der Bergstation der Seilbahn krabbelte das Zügli weitere 150 m bergauf. An der Mittelstation Winteregg leerte sich der hoffnungslos überfüllte Zug deutlich, sodass wenigstens jeder einen Sitzplatz hatte.
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83 – 84 Schweizer und Schwaben sollen zwar ähnlich ticken, aber die Schweizer rasten nicht nur dann völlig aus, wenn was umsonst ist ;-)
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85 – 89 Auf dem Weg nach Mürren ist das Panorama nicht von schlechten Eltern
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90 Einfahrt ins Ziel
Mürren gefiel mir sehr gut! Und allein die Tatsache, dass der Ort stinktierfrei ist, reichte dafür nicht aus, wie Zermatt sehr beweist. ;-) Das Panorama war gigantisch! Es herrschten sonnige minus 9 Grad. Eigentlich wollte ich nachmittags hierhin, da hätte ich kein Gegenlicht in Richtung des Bergpanoramas gehabt, aber der Wetterbericht beschied ab dem Nachmittag einsetzende Bewölkung, deshalb erledigte ich das sicherheitshalber lieber gleich in der Früh. Hier hatte ich wirklich zu wenig Zeit, nur eine halbe Stunde… Nach einem schnellen Rundgang ging ich wieder zum Bahnhof und sicherte mir einen guten Platz. Danach nahm rund um mich herum eine koreanische Reisegruppe Platz, das war auch interessant. :D Ich glaube, selbst diese Asiaten hatten mehr Zeit in Mürren verbracht als ich. :D Trotz der Gruppe war das Zügli rückzu nicht ganz so voll. Es bestand wieder ein 2-min-Übergang zur Seilbahn, diesmal stand ich nicht irgendwo in der Mitte, sondern ganz vorn an der Scheibe. B-) Unten blieben 15 min Wartezeit bis zur Abfahrt der BOB nach Interlaken.
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91 – 94 Das Panorama in Mürren lässt keinen Grund zum Murren
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95 Das Bahnhofsgebäude in Mürren
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96 Der Bahnsteig
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97 Schaltzentrale der Schildkröte
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98 Das Gepäck wird in Containern auf einem separaten Wagen transportiert, welche dann an der Übergangsstation von unten an die Kabinen der Seilbahn gehängt werden. Damit das einfacher geht, ist der Wagen immer an der Nordseite des Zuges angeordnet. Auf diesem Foto muss der Lokführer eben drüber gucken.
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99 Züglikreuzung im Winter-Ei
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100 – 101 Die einzige Verbindung zwischen Mürren und der Außenwelt
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102 Reste der früheren Standseilbahn
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103 Geräuschreiches Billabong
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104 Ach du grüne Neune!
Die Wengernalpbahn von der Kleinen Scheidegg (dort Anschluss zum Jungfraujoch) hatte über 10 min Verspätung, zum Glück für mich wartete die BOB den Anschluss nicht ab. 20 min später war ich wieder in Interlaken-Ost, nach einem 11-min-Anschluss fand ich mich in einem alten Bekannten von 2017 (hinter Bild 52) wieder. Leider ist der Adler flugunfähig, aber dafür schlau: Um hoch hinaus zu kommen, benutzt er seine Zähne. ;-) Es gab sogar ein Bordrestaurant in dem (besseren) Regionalzug. Mir war zwar die gesamte fast zweistündige Strecke bis Luzern bekannt, aber mit sehr gutem Eindruck. Zunächst führte die Fahrt entlang am traumhaften Brienzer See, hier soll sich JRR Tolkien seine Inspirationen geholt haben. Rund um Meiringen ist es kurz nicht so spannend, dann kraxelte mein Gefieder den ersten Zahnstangenabschnitt steil nach oben. Dahinter begann die Abfahrt mit mehreren Zahnstangenabschnitten entlang mehrerer fast schon etagenartig übereinander liegender Seen bis Luzern. Der Adler erreichte die Stadt mit – 3. In der Ecke ist ja auch der Pilatus interessant, dort hinauf fährt die steilste Zahnradbahn der Welt – aber leider nicht im Winter…
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105 – 106 Willkommen in Mittelerde!
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107 Blick auf den Lungernersee
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108 Da tut ein Ort am Ufer Lungern
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109 Oberhalb des Seeufers
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110 – 111 Zwischen dem Lungernersee und dem Sarnersee
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112 – 114 Der Sarnersee
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115 :-O
Ich drehte nochmal eine Runde durch die Stadt, der sehr positive Eindruck von 2017 hat sich bestätigt! Hier war es fast 0 Grad warm und immer noch schön sonnig. Knapp 3 h streifte ich durch die Stadt, dann fuhr ich zurück nach Bern. Um nicht denselben Weg zu nehmen wie gestern, wählte ich diesmal den RE über Wolhusen, Langnau und Konolfingen, auch wenn der 90 min statt 60 brauchte.^^ In den Bergen kam er auch „nur“ mit hoher zweistelliger Geschwindigkeit voran. Es war ein nicht mehr ganz taufrischer Lötschberger der BLS. Dort ist übrigens die 1. Klasse mittig, aber das WC in der hinteren 2. Klasse, sodass man als 2.-Klasse-Fahrgast mit einem menschlichen Bedürfnis die 1. Klasse durchqueren muss – finden die Erstklässler bestimmt super. :p Draußen sah man nichts, denn es war schon dunkel.
Abends halb sieben erreichte ich wieder Bern nach heute nur 10 h auf Berg-Pirsch. ;-)
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116 Die Kapellbrücke in Luzern
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117 Obusse nahe der Seebrücke
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118 – 119 Beim Mühlenplatz
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120 Manche Türme der ehemaligen Befestigung sind erhalten geblieben, aber ganz ehrlich: Verteidigungsanlagen mit den Namen Nölliturm & Männliturm kann man doch nicht Ernst nehmen, oder? ;-)
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121 Aussicht von der Reussbrücke
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122 – 125 In der Altstadt
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126 Die Kapellbrücke aus der anderen Richtung
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127 Von der Kapellbrücke aus fotografiert
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128 Der Rigi

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Kapitel 3/3: Verrückter Plan ;-) Schweizer Käse

Krümelmonster @, München, Samstag, 16.05.2020, 19:46 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen, mittlerweile war es Samstag, der 05.01., hatte sich das Wetter grundlegend geändert, nun war alles grau in grau. Wenn ich schon in Bern übernachtete, wollte ich mir auch die schöne Altstadt ansehen. Bisher hatte ich ja noch gar nichts gesehen außer den 5 min Weg zum Bahnhof (und auch die nur einmal bei Tageslicht^^). Just als ich losging, begann es kräftig zu schneien. Es waren übrigens genau die Schneefälle, die damals binnen kurzer Zeit weite Teile des österreichischen Schienennetzes lahmlegten.^^ Mit minus 3 Grad war es nicht allzu kalt, aber die Sicht war schlecht. So beschaute ich bei sehr unschönem Wetter die sehr schöne Altstadt. Wer in Bern übernachtet, bekommt eine Karte, mit der man für die gesamte Zeit des Aufenthaltes inkl. An- und Abreisetag die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt kostenlos nutzen kann – Übernachtungen sind dort ja eh schon teuer genug. ;-) So fuhr ich noch kurz mit der Tram umher.
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129 – 131 Gassen in der Altstadt von Bern
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132 – 133 Schweiz-Sprache für Fortgeschrittene
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134 Das Münster
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135 Hübsches Häuschen in der Nähe, sein Zweck oder Name ist mir leider nicht mehr bekannt – ich bin mir aber sicher, dass die Schweizer hier Erleuchtung bringen können ;-)
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136 Die Zytglogge (Schweiz-Sprache für „Uhrturm“)
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137 Das Stadttheater
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138 Das ehemalige Waisenhaus, heute Polizeistation
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139 Das Bundeshaus, Sitz des Parlaments. Das Gebäude links ist die Schweizer Nationalbank.
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140 – 141 Trams in der Altstadt
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142 Tram mit Münster
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143 Blick von der Aarebrücke links aufs Bundeshaus…
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144 …oder rechts aufs Münster
Um die Zeit in Museen zu verbringen, war mir das Interrail dann aber doch zu teuer, also wollte ich wieder zügig unterwegs sein. Dann werde ich mal weiter Weltbilder zerstören: neben einem völlig beschmierten Zug sah ich einen IC 1 (St. Gallen – Genf) mit unbestimmter Verspätung wegen einer technischen Störung am Zug. :-O Ihm gelang die Wiederauferstehung, und er konnte mit + 19 weiterfahren, allerdings nur bis zur Laus namens Anne. DB Fernverkehr würde bloß trocken antworten: „Willkommen in meinem Leben“. Mein IR um 11 Uhr war auch mit + 3 angekündigt, es waren letztlich + 4, die er in den 20 min Fahrzeit bis Freiburg sogar auf + 5 steigern konnte – yäääääy, noch eine Schweizer Verspätung. :p Just Sprachgrenze things: Eine ca. 7-Jährige im Zug redete mit ihrer Mutter abwechselnd Schwiizertüütsch und Französisch. :D Mit überwiegend 110 km/h und für die Hauptstrecke des Landes nicht allzu schnell, aber offenbar ITF-konform, ratterte mein Zug bis Fribourg, wo Schilder & Ansagen auf DE & FR waren, obwohl die Stadt offiziell nicht zweisprachig ist.
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145 – 146 The end is near…
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147 Hier geht es bisweilen ziemlich international zu
Weiter fuhr ich durch die Romandie, den französischsprachigen Landesteil, in einem Domino auf der Linie S30. Die S-Bahnen in der Schweiz fahren über Land und sind eher mit denen in Österreich vergleichbar, kaum mit den deutschen. Während der knapp einstündigen Fahrt mit 11 Zwischenhalten arbeitete sich der Zug mit 80 bis 120 km/h zeitweise entlang des Seeufers voran bis Yverdon. Dort hatte ich einen äußerst knappen 3-min-Umstieg, musste durch die Unterführung und am Bahnhofsgebäude vorbei aufs Stumpfgleis – ohne die + 1 bei Abfahrt hätte das wahrscheinlich nicht geklappt. Und das war ein offizieller Umstieg! Nun fuhr ich im Kurz-GTW der Gesellschaft Travys zunächst am Fuße der Jura entlang. Ich hatte gehofft, in den Bergen wäre ich vielleicht über dem Nebel, aber bei Hochnebel war das auch kein wirklich brauchbarer Plan. Jetzt wollte ich das aber auch durchziehen. :D Der Zug war kaum belegt, v. a. hinter Baulmes, dem Hauptort an der Strecke. Wimre waren alle anderen Stationen Bedarfshalte.^^ Zwischen Baulmes und Ste.-Croix gab es keinerlei Besiedlung entlang der Strecke.^^ Normalerweise hat man hier bestimmt eine schöne Sicht übers Mittelland auf die Alpen. -.- In Ste.-Croix hatte ich eine halbe Stunde Wartezeit, das war noch das Minimum, denn das Postauto fährt wahrlich nicht oft. Immerhin war das Bahnhofsgebäude beheizt.
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148 Urgestein namens Domino
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149 Jura-Panorama
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150 Schneepflug in Kriegsbemalung
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151 – 152 Alpen-Panorama
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153 In Ste.-Croix
Ich fragte die Fahrerin des Postautos, ob mein Interrail hier gilt, sie schaute es sich interessiert an. Ich fügte hinzu, für Züge gelte es normalerweise, da antwortete sie: „C’est valide, normalement, oui.“ Auch diese Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Sie führte bei nach wie vor deprimierendem Wetter über kurvige Straßen und einen Pass auf über 1000 m Höhe. Zunächst war ich allein mit der Fahrerin, in La Côte-aux-Fées stiegen zwei weitere Fahrgäste zu. Was genau dem Ort zu seinem Namen „Feenhang“ verhilft, konnte ich bei dem schlechten Wetter nicht feststellen.^^ Mit dieser Fahrt hatte ich alle Kantone der Schweiz wenigstens befahren. B-) In Nidwalden, Glarus & Aargau bin ich bislang nur ohne Zwischenhalt durchgefahren, in 18 Kantonen bin ich wenigstens umgestiegen, in 13 Kantonen habe ich mir etwas außerhalb der Bahnhöfe angesehen. ;-) (in Uri hat es die MGB ja mittels Verspätung verhindert).
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154 Aus dem dichten Takt…
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155 …resultiert eine dichte Belegung
Nach knappem Anschluss in Buttes fuhr ich mit dem nächsten Domino eine Dreiviertelstunde nach Neuenburg. Die Strecke war zunächst unspektakulär, doch hinter Travers verlief sie entlang einer engen Schlucht der Areuse quasi auf halber Höhe. Viele Tunnels sowie das schlechte Wetter verhinderten leider jegliche brauchbare Fotos. Das letzte Stück fuhr der Domino dann entlang des Neuenburgersees. Kurz vor der Endstation gab es eine Sicht auf das imposante Schloss.
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156 Postauto am Ziel
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157 Domino am Start
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158 Das monumentale Schloss Neuenburg in der gleichnamigen Kantonshauptstadt
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159 Der Neuenburgersee ist halb so groß wie der Bodensee und der größte See vollständig innerhalb der Schweiz. Dahinter das eindrucksvolle Panorama der Alpen. -.-
Der entspannte 11-min-Umstieg in Neuenburg war der längste seit Freiburg (bzw. Ste.-Croix).^^ Es kam ein alter Zug der BLS mit mächtiger Lok und ziemlich abgegrabbelten Wagen. Ein Nieser bewahrte mich vor der Fahrkartenkontrolle, der Kontrolleur kam aber auch nicht wieder.^^ Die Lok bretterte rasant mit 100 – 110 km/h hinauf mit Sicht auf den See, in Chambrelien wurde binnen 2 min die Fahrtrichtung gewechselt. Nicht weniger rasant ging es noch weiter bergauf, zwischen den vielen Tunnels hätte man bestimmt auch eine schöne Aussicht. Schließlich war La Chaux-de-Fonds erreicht, mit weniger als 40.000 EW schon die viertgrößte Stadt der Romandie (und die drittgrößte Stadt ist offiziell zweisprachig). Dort gab es wieder einen sehr knappen 5-min-Umstieg von einem der höchsten Gleise zu Gleis 1. Mit 1:18 h folgte die längste Fahrt heute.^^ Das Fahrzeug der CJ (Chemin de fer du Jura) war das gleiche wie in Appenzell, und auch hier fuhr es innerorts mitten auf der Straße.^^ Anschließend ging es aber wirklich durch die tiefste Suppe. Wenigstens hatte ich so mal Zeit für meinen Erreichbarkeitsknochen, der meckerte, die Speicherkarte sei voll, und ließ mich inzwischen überhaupt nicht mehr fotografieren. In Le Noirmont gab es einen Halt zur Anschlussaufnahme, in Saignelégier 12 min Standzeit, sonst nur 0-min-Halte, größtenteils Bedarfshalte. Hinter Saignelégier ging es bergab, die Sicht wurde besser, die Landschaft sah durchaus schön aus, doch nun wurde es dunkel. -.- Auch am am Spitzkehrenbahnhof Combe-Tabeillon waren 0 min Aufenthalt vorgesehen trotz Kopfmachen ohne Tf-Wechsel – gut, den ganzen Tag die planmäßig 10 min lange Strecke zwischen Combe-Tabeillon und der Endstation Glovelier hin- und herfahren wäre halt auch eine extrem unspannende Schicht. :D Weiterfahrt in Combe-Tabeillon war mit + 3, Ankunft in Glovelier mit – 2. Um Puffer zu schaffen, hatte man die Fahrzeit also einfach mal verdoppelt. :D
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160 Dieser Zug hatte mich aus Neuenburg hierhin gebracht
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161 Weiter geht’s damit
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162 Süß^^
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163 – 164 Genau wie im Appenzeller Land ;-)
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165 Überraschung: Auch in den Bergen war Nebel. :D
In Glovelier erwartete mich noch ein 5-min-Anschluss. Nun fuhr ich mit einem Flirt der S-Bahn Basel nur eine knappe Viertelstunde bis Delsberg mit. Dort gab es schon wieder einen 3-min-Anschluss, von Gleis 1 auf Gleis 3, also um die Treppe drumrum, die Treppe runter, durch die Unterführung, wieder hoch und in den Zug hechten. Währenddessen blieb Gleis 2, das einen bahnsteiggleichen Übergang geboten hätte, leer. Die Schweiz will mich doch gängeln! Von Delsberg fuhr ich in der Grinsebacke ICN eine knappe halbe Stunde nach Biel und erlebte die erste Fahrkartenkontrolle des heutigen Tages – solch eine Nachlässigkeit in der gründlichen Schweiz! :-O Ab Biel ging es weiter im „Deutsch“-sprachigen Gebiet im KISS ebenfalls eine knappe halbe Stunde zurück nach Bern. Bereits viertel vor sieben abends kam ich dort an und fuhr noch einfach so mit dem Obus nach Wankdorf und mit der Tram zurück.^^
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166 Treffen der Grinsebacken
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167 Obus

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Kapitel 3/3: Verrückter Plan ;-) Schweizer Käse

Krümelmonster @, München, Samstag, 16.05.2020, 19:47 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Nun war also schon der letzte Tag meiner Reise. Ich nahm zunächst um halb acht den morgendlichen, aber trotz Sonntag & Feiertag und Mistwetter nicht gerade leeren IC1, der nonstop 56 min bis Zürich brauchen sollte. Die Ankunft war sogar mit – 3. Dann brachte meinen Koffer unter. Die Gepäckschließfächer waren schlecht ausgeschildert, sie sind im Zwischengeschoss – es gibt auch Rolltreppen, aber die lassen das Zwischengeschoss aus und fahren gleich ins Untergeschoss. Wie in Genf kostete es 9 CHF, zahlbar auch mit Kreditkarte. Von Himmel kam ein deprimierender Mix aus Nebel und Schneeregen. Nichts wie weg hier! Ich nahm die leere Dosto-S9 Richtung Schaffhausen, die auf über 8 km Länge deutsches Gebiet durchquert und dabei an zwei mächtig schweizerisch aussehenden Bahnhöfen hält, man hat dort sogar durchgehend Schweizer Netz. Nach 50 min war ich in Neuhausen am Rheinfall.
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168 Zürcher Unterwelt
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169 Zürcher Linienplan
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170 – 171 Auch wenn es so aussieht, dieser Bahnhof liegt nicht in der Schweiz ;-)
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172 So ein Zug war es
Kurz vor dem Bahnhof bot sich bereits aus dem Zug ein spektakulärer Ausblick auf den Wasserfall. Das Wetter war immerhin etwas besser als in Zürich, aber immer noch Mistwetter. Wenigstens war dadurch nicht viel los.^^ Eigentlich wollte ich mit dem Schiffchen übersetzen, sah aber keines in Betrieb. Ich probierte auf der nördlichen Seite alle möglichen Perspektiven, wobei ich ziemlich weit hinauf kraxelte. Den besten Blick scheint man tatsächlich von der Bahnstrecke aus dem fahrenden Zug heraus zu haben: hoch gelegen, direkte Sicht, keine Bäume dazwischen. Fahren dort Züge, deren Fenster man öffnen kann?^^ Anschließend umrundete ich den Rheinfall. Ausgerechnet die Seite der Brücke, von der aus man den Wasserfall hätte sehen können, war mangels Winterdienst gesperrt, die Überquerung war nur auf der Seite ohne Aussicht möglich – da hat sich jemand in der Verwaltung so richtig Gedanken gemacht… -.- Ich wollte den Wasserfall noch von der südlichen Seite betrachten, aber dort standen überall Drehkreuze, die 5 CHF Bakschisch wollten – das sah ich nicht ein, so einen beträchtlichen Betrag zu zahlen, um einem Fluss bzw. Wasserfall näher zu kommen, den man auch von der anderen Seite sehen kann. Zumal keine offensichtlich aufwändige Instandhaltung nötig war, die den Preis rechtfertigen würde.
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173 Rheinfall aus dem fahrenden Zug
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174 Rheinfall von unten
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175 – 176 Rheinfall mit Zügli
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177 Hier ist die Sicht gut
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178 – 179 Einer der besten Aussichtspunkte auf den Rheinfall liegt an der Bahnstrecke
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180 – 181 Rheinfall von oben
Da ich den Wasserfall auch mal von der Brücke von oben sehen wollte, fuhr ich nach ca. 1,5 h Aufenthalt mit der S 33 vom Schloss Laufen eine Station nach Neuhausen (Stadtbahnhof, nicht der am Rheinfall). Die Fahrt dauerte planmäßig 4 min, tatsächlich aber nur halb so lange.^^ In Neuhausen wartete ich eine Viertelstunde, dann fuhr ich mit der S 12 Richtung Brugg zurück. In Gegenrichtung dauerte es bis zum Schloss Laufen nur eine Minute, das hat auch ausgereicht.^^ Der Blick von oben auf den Wasserfall war nicht so spektakulär. Die S 12 fuhr mit mir an Bord weiter über Winterthur und ab Dietlikon durch die Tunnelstrecke nach Zürich. Auch in der S-Bahn Zürich ist die 1. Klasse im Weg, wenn man aufs WC möchte.^^ Ich fuhr wieder nach Zürich, um meinen Koffer abzuholen, weil es in Schaffhausen keine Gepäckaufbewahrung gab. -.- Gut, dass man bei Interrail nicht jede einzelne Strecke zahlt.^^
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182 Zügli
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183 Meiner!
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184 Neuhausen am Rheinfall
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185 Blick von der Bahnbrücke auf den Rheinfall
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186 Direkt neben dem Zürcher Hbf. (<-- sorry, musste sein :p) befindet sich das Helvetische Nationalmuseum
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187 Hochwertiger internationaler Fernverkehr
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188 Neu, alt & neu
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189 :-O
Kurz nach halb zwei, nach nochmal einer knappen Stunde Wartezeit in Zürich, nahm ich den IC nach Singen. Der fuhr nonstop nach Schaffhausen schon mit schlechter Auslastung, danach waren nur noch 5 Leute in meinem Wagen. Nun hatte ich es zum dritten Mal an diesem Tag geschafft, der Schweiz zu entrinnen – diesmal war es auch von Dauer.^^ Der Zug überquerte die Grenze und blieb erstmal stehen. :D Die Ankunft in Singen war schließlich mit + 1, der beworbene direkte Übergang binnen 5 min war von Gleis 5 zu Gleis 1. -.- Ich habe es gerade so geschafft, aber mit Gepäck ist solch eine Verbindung in 20 Jahren auch für mich nicht mehr nutzbar (oh Gott, das klingt jetzt so, als wäre ich voll alt :D). Von Singen fuhr ich gut 2 h im IC2 nach Stuggi. Der zunächst leere Zug füllte sich im Laufe der Fahrt beträchtlich, es war Sonntagnachmittag und Ende der Weihnachtsurlaube sämtlicher Arbeitnehmer. ;-) Selbst im letzten Licht des Tages von der Panoramastrecke beschaut ist Stuttgart nicht schön. :p
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190 Meins
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191 Ausfahrt aus Zürich-HB
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192 Blick von der Rheinbrücke Richtung Westen…
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193 …oder Richtung Osten
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194 An der Gäubahn
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195 Spätzle City
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196 Der IC2 hat die Fahrt problemlos gemeistert
Am dem Weg schon erkundigte ich mich, wo ich in Stuttgart gscheid Döner essen konnte. Das Ergebnis war zwar keine Enttäuschung, mit Berlin natürlich nicht vergleichbar, aber für Süddeutschland schon ganz gut.^^ Für die Weiterfahrt wartete ich extra auf einen Zug aus NRW, denn ich dachte, was über die KRM fährt, ist ja kein 4er (mit Ausnahme von 3 Zugpaaren am Tag). Und was passierte: es kam genau einer der drei verdammten Züge… Grrrrr! Da ich aber nach dem komischen Bett in Bern eh schon von Tag zu Tag noch müder geworden war und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht noch länger warten wollte, stieg ich halt ein. Wenigstens hatte ich einen freien Doppelplatz, deshalb ging’s fast. Der Sitzabstand ist halt echt nicht schön: Ich versuchte, am Laptop meine Bahn-Statistik zu komplettieren. Wenn ich den Laptop am Tisch meines Vordersitzes hatte, funktionierte es nicht, der war ja viel zu nah dran an mir. Wenn ich ihn am Tisch daneben hatte, funktionierte es logischerweise auch nicht, das war dann natürlich viel zu schräg… Eines können die SBB ja wirklich besser: Englisch. :-/ Auf dem ganzen Weg von Stuttgart nach München sah ich kein einziges Mal DB-Personal. Das war mir auch ganz recht, denn Interrail gilt im eigenen Land nur von einem ausgewählten Ort zur Grenze, zu einem Flughafen oder zu einem Hafen – das liest sich für mich so, als wären keine Umwege erlaubt. Und Schaffhausen – Stuttgart – München kann man durchaus als Umweg bezeichnen. Ich bezweifle, dass mein Argument „Auf der Gäubahn bin ich halt noch nie langgegurkt“ den ICE-Zub beeindruckt hätte.^^ Zwar war ob der starken Schneefälle im Allgäu mittlerweile alles gesperrt (da war kein Durchkommen mehr, wegen der widrigen Straßenverhältnisse auch kein SEV möglich, einziger Weg wäre von Lindau via Ulm gewesen, genau das hat der Zürich-EC auch gemacht), aber der schnellste Weg ab Schaffhausen/Singen wäre im IRE nach Ulm gewesen. ;-)
Ich war froh, als die Kiste endlich pünktlich endlich München erreichte.
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197 Meine erste warme Mahlzeit seit Marrakesch^^
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198 Der Mumpsbacke entstiegen


Am Ende noch ein wenig Statistik für die Fahrten von Berlin bis München, ohne Tram. Der erste Teil bis Marrakesch war ja geprägt von hohen Geschwindigkeiten, der zweite Teil in der Schweiz von kurzen Fahrten. Insgesamt waren es 50 Fahrten.
Dabei legte ich 5.806 km zurück, d. h. mehr als die Hälfte der gesamten Strecke wurde in den ersten beiden Tagen absolviert. :-O Davon waren 1.164 km auf deutschem Boden, 1.152 km in Frankreich, 1.233 km in Spanien, 596 km in Marokko, 238 km in Italien und 1.423 km in der Schweiz. Nur 25 % der km waren in der Schweiz, allerdings 41 % der Fahrzeit. ;-)
Gedauert hat das ganze Spektakel 61:27 h, davon 4:58 h für Zwischenhalte. Das macht eine durchschnittliche Dauer von 1:13 h pro Fahrt. Diese kurze Dauer kommt durch die vielen kurzen Fahrten in der Schweiz (v. a. an den letzten beiden Tagen) zustande. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 103 km/h. In der Schweiz hingegen waren es nur 62 km/h. :D
Die kürzeste Fahrt dauerte planmäßig 4 min (tatsächlich nur die Hälfte davon^^) vom Schloss Laufen nach Neuhausen. Am längsten war die Fahrt von Perpignan nach Madrid mit 6:08 h.
23 min Abfahrtsverspätung standen 62 min Ankunftsverspätung gegenüber, jeweils minutengenau und Verfrühungen gegengerechnet. Nur vier Ankünfte waren um min. 5 min verspätet (davon die Hälfte in der Schweiz :p), das macht exzellente 92 % Pünktlichkeit!
Inkl. aller Zuschläge komme ich auf einen Preis von 6,2 ct/km, was merklich über meinem Durchschnitt liegt. Obwohl ich in der Schweiz nicht einmal Reservierungsgebühren gezahlt habe, lag dort der Wert durch die beiden teuren Panoramastrecken gleich bei 10,6 km/km.


Soweit also für heute.
Dann schon mal bis zur nächsten Reise. ;-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Danke

platz42, Berlin, Samstag, 16.05.2020, 20:19 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Großartig. Deine Berichte machen süchtig. Danke!

Danke

Regiosprinter @, Montag, 18.05.2020, 23:14 (vor 13 Tagen) @ platz42

Großartig. Deine Berichte machen süchtig. Danke!

Hallo,

auch von meiner Seite aus vielen Dank für deinen lebhaften Bericht!

Bei der Osteuropatour wollte ich dreimal früher ins Bett gehen, und jedes Mal bin ich in deinen Berichten hängengeblieben... :-)

Viele Grüße
Klaus

Danke

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 21.05.2020, 12:00 (vor 11 Tagen) @ Regiosprinter

Großartig. Deine Berichte machen süchtig. Danke!


Hallo,

auch von meiner Seite aus vielen Dank für deinen lebhaften Bericht!

Vielen Dank für die lobenden Worte - auch den anderen Kommentatoren ;-)

Bei der Osteuropatour wollte ich dreimal früher ins Bett gehen, und jedes Mal bin ich in deinen Berichten hängengeblieben... :-)

Zu so später Stunde habe ich sie doch gar nicht eingestellt ;-)

Viele Grüße
Klaus

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

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Bild 187: hat der Hund am Masten noch das Beinchen ... na ja

Blaschke, Samstag, 16.05.2020, 23:39 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

- kein Text -

Nicht ganz ;-)

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 21.05.2020, 12:01 (vor 11 Tagen) @ Blaschke

Ich musste es auch vergrößern, um es halbwegs genau erkennen zu können^^

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Alle Beine brav auf dem Boden ;-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Ähm, ja ... nun ....

Blaschke, Sonntag, 17.05.2020, 00:18 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Hey.

Und dann wundert ihr euch, dass ich die Schweizer nicht so sehr mag.

Nö. Gar nicht ...

Dieses Unternehmen ist mir in erster Linie mit seinem grimmigen Zub in Erinnerung geblieben

Also bitte ...


Schöne Grüße von jörg

Ausweis zum Interrail-Pass

sfasolack, Bonn, Sonntag, 17.05.2020, 02:54 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Auf dieser Fahrt wollte zum ersten Mal seit Abfahrt in Berlin jemand meinen Ausweis zum Interrail-Ticket sehen.

Moin!

Spannend, bei meiner Interrail-Tour letztes Jahr wollte ausnahmslos jeder Zugbegleiter in der Schweiz den Reisepass dazu sehen. Und das waren 14 Fahrten, von denen ich bei 13 kontrolliert wurde.

Außerhalb der Schweiz wollten den bestenfalls drei Zugbegleiter sehen (von 86 Fahrten).

Danke für die netten Bilder!

Grüße
sfasolack

Ausweis zum Interrail-Pass

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 21.05.2020, 12:01 (vor 11 Tagen) @ sfasolack

Auf dieser Fahrt wollte zum ersten Mal seit Abfahrt in Berlin jemand meinen Ausweis zum Interrail-Ticket sehen.


Moin!

Spannend, bei meiner Interrail-Tour letztes Jahr wollte ausnahmslos jeder Zugbegleiter in der Schweiz den Reisepass dazu sehen. Und das waren 14 Fahrten, von denen ich bei 13 kontrolliert wurde.

Außerhalb der Schweiz wollten den bestenfalls drei Zugbegleiter sehen (von 86 Fahrten).

Danke für die netten Bilder!

Grüße
sfasolack

Nö, bei mir nicht: es war nur ein oder maximal zwei, drei Zugbegleiter, die den Ausweis sehen wollten.^^
Auch gab es an dem einen Tag ja nur ein oder zwei Fahrkartenkontrollen bei zehn Fahrten.^^

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Zug auf Bild 7?

TD ⌂ @, Montag, 18.05.2020, 18:48 (vor 14 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank für den interessanten Reisebericht!

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7 Daraus hätte man wenigstens besser die Berge fotografieren können^^

Was hast Du denn da fotografiert? Ist das ein Regelzug?

Viele Grüße

Tobias

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www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.

Zug auf Bild 7!

Sören Heise @, Region Hannover, Montag, 18.05.2020, 19:07 (vor 14 Tagen) @ TD
bearbeitet von Sören Heise, Montag, 18.05.2020, 19:07

Moin.

Vielen Dank für den interessanten Reisebericht!

Zustimmung.

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7 Daraus hätte man wenigstens besser die Berge fotografieren können^^


Was hast Du denn da fotografiert? Ist das ein Regelzug?

Ja. GTT hat mal ein paar alte Gelbier gekauft. Hier mehr.

Viele Grüße
Edit und Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Zug auf Bild 7!

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 21.05.2020, 12:01 (vor 11 Tagen) @ Sören Heise

Moin.

Tagchen!

Vielen Dank für den interessanten Reisebericht!


Zustimmung.

Kam von Herzen ;-)

7 Daraus hätte man wenigstens besser die Berge fotografieren können^^


Was hast Du denn da fotografiert? Ist das ein Regelzug?


Ja. GTT hat mal ein paar alte Gelbier gekauft. Hier mehr.

Ui, ist das VV (vorsintflutiche Vehikel)? Hätte ich gar nicht erkannt!
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Viele Grüße
Edit und Sören

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

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Zug auf Bild 7?

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 21.05.2020, 12:01 (vor 11 Tagen) @ TD

Vielen Dank für den interessanten Reisebericht!

Vom wohl meistgeachteten Verfasser von Reiseberichten im ICE-Treff freut mich das natürlich besonders zu hören!

7 Daraus hätte man wenigstens besser die Berge fotografieren können^^


Was hast Du denn da fotografiert? Ist das ein Regelzug?

Der Zug war am Endbahnhof regulär am Gleis abgestellt.
Ich weiß nicht, ob diese Züge nur als Reserve dienen oder vielleicht bloß die Verstärker fahren, oder ob sie tatsächlich regulär eingesetzt werden.

Viele Grüße

Tobias

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

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