BT: Keine Subventionen für Nachtzugverkehre (Allgemeines Forum)

Henrik @, Dienstag, 12.05.2020, 00:59 (vor 14 Tagen)

Keine Subventionen für Nachtzugverkehre

Verkehr und digitale Infrastruktur/Antwort - 07.05.2020 (hib 482/2020)

Berlin: (hib/HAU) Die Bundesregierung steht nach eigener Aussage einer Ausweitung des Angebotes für Nachtzugverkehre offen gegenüber. Voraussetzung sei eine wirtschaftlich tragfähige Gestaltung des Angebots, heißt es in der Antwort (19/18819) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/17474). Der Nachtzugverkehr falle in den Bereich des Personenfernverkehrs und werde eigenwirtschaftlich von Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) betrieben, die die erwartete Nachfrage und Wirtschaftlichkeit abwägen würden, heißt es in der Antwort. Gleichzeitig werde die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene in der Nachfrage und Wirtschaftlichkeit von entsprechenden Angeboten beeinflusst.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Personenfernverkehrs gegenüber dem Luftverkehr zu stärken, habe die Bundesregierung im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 Maßnahmen beschlossen. Durch die Senkung des Umsatzsteuersatzes beim Bahnfahren im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent würden Bahntickets günstiger - die Steuer auf Flugtickets sei hingegen zum 1. April 2020 erhöht worden. "Um die Klimaschutzziele 2030 aus dem Klimaschutzgesetz zu erreichen werden weitere Maßnahmen im Verkehrsbereich erforderlich sein, die dazu beitragen dürften, die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene weiter zu erhöhen", schreibt die Bundesregierung. Sie zeigt sich überzeugt davon, "dass ein steigendes Nachfragepotential nach Nachtzugverkehren durch den jedem offenstehenden Markt für Fernverkehr befriedigt werden kann". Eine Subventionierung der Nachtzugverkehre in Deutschland sei nicht geplant, heißt es in der Antwort.

https://www.bundestag.de/presse/hib/694702-694702

Blos nicht foerdern, sonst muesste man selbst damit reisen.

br752 @, Dienstag, 12.05.2020, 02:04 (vor 14 Tagen) @ Henrik

Eine Subventionierung der Nachtzugverkehre in Deutschland sei nicht geplant, heißt es in der Antwort.

Diese Kaste ist schlau. Wenn sie sich ernsthaft dafuer einsetzen, wuerde so ein Verkehr dann auch eingerichtet und man muesste auch damit von Berlin nach Paris reisen.

Solange sowas verhindert wird, kann man entweder den Flieger oder den Dienstwagen nehmen oder wenn es sein muss, den Tageszug mit einem extra Anreisetag.


BR752

im Nachtzug nach Nizza mit Flixtrain

Henrik @, Dienstag, 12.05.2020, 02:59 (vor 14 Tagen) @ br752

Eine Subventionierung der Nachtzugverkehre in Deutschland sei nicht geplant, heißt es in der Antwort.

Diese Kaste ist schlau. Wenn sie sich ernsthaft dafuer einsetzen, wuerde so ein Verkehr dann auch eingerichtet und man muesste auch damit von Berlin nach Paris reisen.

Solange sowas verhindert wird, kann man entweder den Flieger oder den Dienstwagen nehmen oder wenn es sein muss, den Tageszug mit einem extra Anreisetag.

..oder eben den Thalys:

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Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus Modellen wie bei der Wiedereinführung des Nachtzugs Brüssel–Amsterdam, wo das Risiko für die ersten drei Jahre des Betriebes von der öffentlichen Hand übernommen werden (vgl. Vortrag von Elmer van Buuren auf der Konferenz von „Back on Track“ in Hamburg am 19. Oktober 2019)

Eine Nachtzugverbindung Brüssel – Amsterdam ist der Bundesregierung nicht bekannt.

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köstlich gekontert :D

mit Paris wird das wohl nichts - von dort geht's dann nur nach Nizza.

FRANCE – Nicolas Forien said that the government had accepted the case for renovating
older night train stock and its new Mobility Law included a study or domestic and
international night trains. Flixtrain was planning a night service to Nice but it was not yet
clear if this would have couchettes or only seating. SNCF had a new CEO and was offering
some lower prices.

https://back-on-track.eu/wp-content/uploads/2019/11/Back-on-track_conf-report_2019.pdf

Nach Paris?

Blaschke, Dienstag, 12.05.2020, 08:54 (vor 13 Tagen) @ br752
bearbeitet von Blaschke, Dienstag, 12.05.2020, 08:55

Huhu.

Eine Subventionierung der Nachtzugverkehre in Deutschland sei nicht geplant, heißt es in der Antwort.

Diese Kaste ist schlau. Wenn sie sich ernsthaft dafuer einsetzen, wuerde so ein Verkehr dann auch eingerichtet und man muesste auch damit von Berlin nach Paris reisen.

Was sollen Regierung und deren nachrangige Lakaien denn in Paris? Isses wieder soweit?

Solange sowas verhindert wird, kann man entweder den Flieger oder den Dienstwagen nehmen oder wenn es sein muss, den Tageszug mit einem extra Anreisetag.

Na zum Glück. Letztens erregte sich noch wer im Forum, dass der Nachtzug von/nach Brüssel womöglich voll sei mit EU-Beschäftigten und Normalgebürgernde keine Plätze mehr erhielten.

Mit 'extra Anreisetag' und Nachtzug geht das doch heute schon: Berlin Wien, Wien Brüssel. Können sie in Wien noch bei der OPEC reinschauen (gibt's die überhaupt noch?). Und bei J-C.

Schöne Grüße von jörg

Nicht alles dreht sich um den Eigennutz

platz42, Berlin, Dienstag, 12.05.2020, 09:44 (vor 13 Tagen) @ br752

Da ich regelmäßig für die Bundesregierung nach Paris muss (und noch öfter nach Straßburg), kann ich nur sagen: Aus Straßburg kommt man prima mit dem Nachtzug wieder nach Berlin, und das haben auch schon Minister praktiziert (selbst gesehen - allerdings keine Verkehrsminister, natürlich). Für Paris wäre das eine tolle Option, und das sehe nicht nur ich so. Die allermeisten, die dienstlich unterwegs sind, haben keine Dienstwagenoption; bei uns im Ministerium gibt es so was nur für die Leitung. Nach Paris fliegen ist mehr als ätzend. Seit der TGV nach Frankfurt fährt, ist das eine für mich viel angenehmere Variante.

Glaub bitte nicht, dass alle Bundesbeamten nur Autolobbyisten sind. Die sind alle beim Verkehrs- und Wirtschaftsministerium, wir anderen sind die Guten :-)

Warum auch? Die ÖBB sind doch sooooooooooo toll!

Blaschke, Dienstag, 12.05.2020, 08:47 (vor 13 Tagen) @ Henrik

Hallöchen.

Da hätte die Bundesregierung auch hier auf die ganzen Jubelbeiträge über die ÖBB verweisen können! Die demzufolge doch 'rentabel' können, während die doofe DB total unfähig und teuer ist.

Dass das nicht so ganz richtig ist -->sei's drum ...


Schöne Grüße von jörg

Ohne Nachtzüge keine Chance gegen Flieger

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 13.05.2020, 18:08 (vor 12 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 13.05.2020, 18:10

Man MUSS Nachtzüge tatsächlich nicht unterstützen, es besteht keine Pflicht. Man darf sich dann aber auch nicht wundern, daß die Schiene gegen europäische Kurz- und Mittelstrecken-Flugdestinationen keine nennenswerte Chance hat. Dazu sind unsere ICE zu lahmarschig unterwegs.

Als Transitreisender durch Deutschland könnten einem bei einem Blick auf die Fahrzeiten die Tränen kommen. Das mag auf Köln - Paris noch klappen, wobei das Angebot hier sehr mager ist. Aber von Warschau/Berlin nach Paris oder Rom wird die Bahn nie eine Chance bekommen - höchstens eine untergeordnete. Da fahren nur Hartgesottene mit dem Zug, die aber auch im Stehen an der Bushaltestelle schlafen können.

Es zeigt sich wieder einmal, daß die hohe deutsche Politik im Eisenbahnsektor nicht ausnahmslos, aber doch weitestgehend nur national, also bis an unsere Bundesaußengrenzen denken kann.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

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