Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 02.05.2020, 19:00 (vor 264 Tagen)

Hallo liebes Forum,

ich bringe mal wieder etwas Farbe hier rein. ;-)
Nachdem wir in der letzten Reihe schon ziemlich exotische Orte besucht hatten, wird es diesmal gar außereuropäisch! ;-)

Im Spätsommer 2018 fragte ich einen ehemaligen Teilnehmer des Forums: „Hast du Lust, an Silvester irgendwas Verrücktes zu machen?“ Da ich nicht schon wieder in den Osten wollte (zu viele ukrainische Stempel werden irgendwann auffällig^^), überlegte ich nach einer anderen Himmelsrichtung. Wenn man weit genug Richtung Südwesten fährt, hat man auch im Winter ganz vernünftiges Wetter, und man ist relativ schnell so weit, dass es verrückt ist. ;-)
Also wollten wir von Berlin nach Madrid fahren, das dauert nicht ganz zwei Tage. Dann fiel mir noch auf, dass man von Madrid gar nicht mehr so lange bis Marokko unterwegs ist. ;-) Wir würden also Silvester exotischerweise in Marokko verbringen – damit hatte ich selbst das Vorjahr getoppt. :D Der ursprüngliche Plan sah vor, am 01.01. um 4:50 Uhr den Flug ab Tanger via Casablanca nach Paris zu nehmen. Das war zwar eine unschöne Zeit, aber am Neujahrstag die einzige halbwegs bezahlbare Variante – außerdem war eine Hotelnacht weniger nötig. ;-)
Auf Empfehlung eines Madrid-Kenners ließen wir jedoch Madrid im Winter weg und stoppten stattdessen in Andalusien, wo wir größere Chancen auf gutes Wetter haben würden. Glücklicherweise bekam ich die erste Januar-Woche komplett frei – ja dann konnten wir ja bis Marrakesch durchfahren! :D Außerdem sollte im 4. Quartal 2018 der erste HGV-Zug Afrikas in Betrieb gehen – ein weiteres schwerwiegendes Argument. ;-)
Obwohl ich ja über die Schweiz Ansichten habe, die die Mehrheit dieses Forums nicht teilt, sind Berge halt trotzdem schön. ;-) Nach Andalusien war Interrail eh schon die günstigste Variante, also ging es für mich danach noch drei Tage allein in die Schweiz.
Diesen Plan hielt ich nun für verrückt genug!

Am 27.12. früh um 6 begab ich mich also wieder weihnachtlich überfressen zum Berliner Ostbahnhof, wo ich am Rande feststellte, dass mit diesen ominösen „Verzögerungen im Betriebsablauf“ inzwischen sogar schon S-Bahn-Ausfälle begründet werden können. Im Kontrast dazu erfolgte die Bereitstellung meines Buckelwals sogar 15 min vor Abfahrt, da hatte DB Fernverkehr mal Zielwasser getrunken. ;-) Freilich ohne Reservierungsanzeigen.^^ Ab Frankfurt hatte ich mir und meinem Mitstreiter Plätze reserviert, dort setzte ich mich jetzt schon hin. Kurz vor Spandau gingen die Reservierungsanzeigen tatsächlich an, da sah ich, dass ich zwischen Braunschweig und Fulda Gesellschaft bekommen würde. Abgesehen von den beiden Leuten behielt ich ein Einzelabteil bis Frankfurt. Der Buckelwal verließ Spandau pünktlich und fuhr konstant ohne stehenzubleiben bis Wolfsburg, trotzdem schaffte er es magischerweise, dort mit + 5 anzukommen. Mein Mitstreiter versicherte mir, dass auch im IRIS keine Begründung stand. Wie kann es denn passieren, dass der Zug im Niemandsland zwischen Berlin und Wolfsburg Verspätung bekommt und niemand weiß warum? Ist der Tf einfach zu energiesparend gefahren? Durch Braunschweig war ich schon ewig nicht mehr gefahren, die letzte Fahrt müsste im September 2016 auf der Strecke Spandau – München gewesen sein. Die Fahrt war zunächst arg langweilig, denn erst hinter Braunschweig begann es zu dämmern. Die + 5 blieben bis einschl. Hildesheim bestehen, aber wurden überhaupt nicht erwähnt, es hieß immer nur „alle planmäßigen Anschlüsse werden erreicht“. Bis Göttingen war ich wieder fast pünktlich (bestimmt war unterwegs Tf-Wechsel^^), aber kurz vor der Assel mit K sprangen wir wieder auf + 5, da war wohl was vor uns. -.- Diese + 5 blieben dann auch die gesamte restliche Fahrt über bestehen. In Fulda wechselte der Zc, der neue Zugchef entschuldigte sich plötzlich für eine Verspätung, die vorher gar nicht erwähnt worden war – ein Grund wäre ja interessant gewesen, so bleibt einfach die Vermutung, der Tf war halt zu langsam, Pech. Die Hessenrennbahn bot schöne Aussichten in der Morgensonne. Das Kinzigtal war ja auch ganz nett, da war ich schon glaub dreieinhalb Jahre nicht mehr bei Tag durchgefahren und damals war ich noch kein Ferro-Freak.^^ Das schöne Wetter hielt an bis kurz vor Hanau, ab dort herrschte schlagartig wirklich dickste Nebelsuppe. Die aggressiven Wolken-Kratzer in Frankfurt waren selbst vom Hbf. aus überhaupt nicht zu erkennen. Unser Treffen klappte (mein Mitfahrer kam aus NRW). Alles andere wäre auch blöd gewesen, denn unsere Reservierungen für den TGV, vorsichtshalber ab Baden-Baden gelöst, hatte beide ich in der Tasche. :p
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1 Zu meiner großen Überraschung kam der Buckelwal gar nicht aus Rummelsburg, sondern aus Richtung Mehdornium
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2 Sonnenaufgang auf der Nord-Süd-Rennbahn
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3 Morschen am Morgen
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4 Die berühmte Skyline von Frankfurt
Mannheim erreichten wir mit + 5, das haute hin für den 12-min-Anschluss. Die zwei Stunden Puffer, die ich eingeplant hatte (weniger traute ich DB Fernverkehr nicht zu), konnten wir also für einen kleinen Schlenker nutzen. Der einzige Umweg auf dem Weg nach Marrakesch war nicht einmal meine Idee.^^ Wir stiegen in den Süwex und fuhren in 20 min weit ins größte Neustadt, wo wir während der gut halbstündigen Wartezeit die dramatisch langsame Durchfahrt des flinken französischen Fuhrwerks aus der Métropole de Moustache beobachteten. Dann tuckerten wir 50 min lang im Lint Richtung Süden über den Grenzübergang mit den wahrscheinlich seltensten Reisemöglichkeiten nach Frankreich hinein. Dass im Westen direkt neben der Strecke ein Gebirge stand, war überhaupt nicht zu erahnen.^^ In Wissembourg hatten wir nochmal eine gute halbe Stunde Wartezeit, dann mit steigen wir in einen der seltenen Züge auf dieser Strecke und fuhren abermals 50 min bis Straßburg. Es war ein typisches französisches Regionalvehikel, diesmal mit Dieselantrieb, und gar nicht schlecht besetzt. Auch diese Fahrt verlief unspektakulär unter immer noch tristem Hochnebel.
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5 Weg isser
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6 Neustädter Begegnung
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7 Um die Dramatik der langsamen Durchfahrt zu unterstreichen, ist das Bild schwarz-weiß ;-)
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8 Deutscher Zug
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9 Französischer Zug
In der größten Stadt des Elsass hatten wir 1:12 h Wartezeit. Wir gingen kurz runter zur Tram. Auf dem Bahnhofsvorplatz fanden wir leider keinen Glühwein. Ich versuchte, Bastogne zu kaufen, aber auch die fand ich nicht, dafür wenigstens Macarons.^^ In den Hallen warteten vor den Bildschirmen riesige Menschenmengen, bis irgendwann mal ein Gleis bekannt gegeben wurde (wenn da mal ne Massenpanik ausbricht…). Unser TGV war zwar mit + 5 angekündigt, aber letztlich tadellos pünktlich. Es kam dasselbe Fahrzeug, das wir zuvor schon durch Neustadt hatten kriechen sehen. Wir fuhren pünktlich ab, trotzdem vermeldete die Anzeige im Zug ständig, dass wir + 5 hätten. Zunächst ging die Fahrt flott mit 220 Sachen Richtung Süden, langsam besserte sich das Wetter, sodass wenigstens die Vogesen zu erkennen waren. Es ist offenbar tatsächlich schneller, einmal um Mülhausen drumherum zu fahren als dort kopfzumachen (beim TGV dauert letzteres ja deutlich länger als beim ICE). So bog unser TGV vor dem Bahnhof Richtung Nordosten ab, fuhr über Mulhouse-Nord eine Dreiviertelrunde im Uhrzeigersinn um die Stadt, um im Bahnhof nicht kopfmachen zu müssen.^^ Mülhausen wurde knapp eine Stunde nach Abfahrt in Straßburg erreicht. Spätestens ab dort (vorher weiß ich’s nicht mehr genau) waren die Ansagen im internationalen Zug aus Francfort-sur-Main nur einsprachig. Bei größeren Orten wurden die automatischen Durchsagen auch auf Deutsch und Englisch gespielt, aber die ausführlicheren manuellen Ansagen gab‘s nur Französisch. Hinter Mülhausen war es schon wieder dunkel. Es ging zunächst langsam (mit 160) raus, bald über die Rennbahn weiter Richtung Dijon. Der TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard lag im kompletten Funkloch (und das im Roaming, sprich keiner der Anbieter hatte dort Netz) – gibt es so etwas in Deutschland?^^ In Besançon-Franche Comté bestand sogar Anschluss nach Besançon – ui, wie exotisch.^^ Die 320 km/h wurden selbst bei nur 20 min Fahrzeit zwischen zwei Halten (fast) ausgefahren, auch wenn man davon nur auf der Anzeige etwas mitbekam. Hinter Besançon-Franche Comté gab es wieder fast eine Stunde keinen Halt. Zunächst raste der Zug die Rennbahn bis zum westlichen Ende, dann das letzte Stück nach Dijon rein. Kurz vor dem Bahnhof Dijon bog er links ab und wechselte direkt ohne Kopfmachen auf die alte Strecke Paris – Marseille Richtung Süden bis Chalon-sur-Saône. Dort sorgte eine Türstörung für + 7 bei der Weiterfahrt. Auch bis Lyon-Part-Dieu war es eine Stunde ohne Halt. Ich war mir so sicher, dass der Zug ab Mâcon über die Rennbahn fahren würde, dass ich gar nicht darauf geachtet habe, doch mein Begleiter meinte, wir sind über die Altstrecke gefahren, und so verstand ich es auch aus der Google-Zeitachse. Wahrscheinlich kann man bei Verspätungen immer noch flexibel über die Rennbahn umleiten. Bei Ankunft in Lyon war die Verspätung wieder fast abgebaut, bei der Abfahrt planmäßig 10 min später sowieso. Bis zum nächsten Halt in Avignon dauerte es sogar mehr als eine Stunde. Kurz vor Erreichen des Bahnhofs bremste der Rennzug schnell ab (es war keine Notbremsung, aber konstant von 320 auf 0), es ertönte eine Durchsage, eine technische Störung verhindere noch einen Moment lang die Weiterfahrt. Nach 10 min ging es schon weiter, bis zum Ziel konnte die Verspätung auf + 5 reduziert werden. Der Zug war stets gut gefüllt, an jeder Station gab es reichlich Fahrgastwechsel, in Avignon sowie dahinter in Aix-en-Provence gab es natürlich fast nur noch Aussteiger. Ca. 5:45 h nach Verlassen von Straßburg waren wir abends kurz vor 10 in Marseille angekommen. Seit Berlin-Ostbahnhof hatte ich 1.512 Schienen-km zurückgelegt.
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10 – 11 Trammen in der Straßburger Unterwelt
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12 Da ist das UFO
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13 UFO von innen
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14 Die Vogesen im Abendlicht
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15 Mulhoue-Ville
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16 Ich hatte auch nicht vor, die Seife zu trinken. :-s Eher war die Gelegenheit verlockend, den Seifenspender mitzunehmen – kann man bei der nächsten Pandemie bestimmt mal gebrauchen. ;-)
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17 Chalon-sur-Saône abseits der Rennbahnen
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18 Avignon-TGV
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19 Aix-en-Provence TGV
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20 Von Berlin ans Mittelmeer in einem Tag – geschafft!
Mit 12 Grad herrschten ganz angenehme Temperaturen. Wir erkundeten noch kurz den Bahnhof und die Aussicht. Leider konnte man das Meer nachts nicht erkennen. Unser Hotel war zum Glück direkt neben dem Bahnhof. Geschafft vom langen Tag gingen wir auch bald schlafen.
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21 Die Iberrenne stand schon am Vorabend am Gleis
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22 Bahnhof Marseille-Saint-Charles
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23 Blick von der Höhe des Bahnhofs Marseille-Saint-Charles in Richtung der markanten Kirche Notre-Dame de la Garde

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Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Krümelmonster, München, Samstag, 02.05.2020, 19:00 (vor 264 Tagen) @ Krümelmonster

Der Wecker klingelte früh, denn schon 7:18 Uhr zwang uns die DB zur Weiterfahrt. Eigentlich hatten wir 8:01 mit dem AVE direkt nach Madrid fahren wollen. Die Plätze musste ich wohl oder übel im DB Reisezentrum reservieren. Ich gehe da ja wirklich nur dann hin, wenn entweder meine masochistische Ader rauskommt – verdammt selten – oder wenn es wirklich nicht anders geht… -.- Den ersten Versuch unternahm ich am 1. Dezember. Da war der Zug noch nicht buchbar, ich solle in einer Woche nochmal wiederkommen. Also stand ich am 9. Dezember nochmal auf der Matte. Da war der Zug angeblich nicht mehr buchbar. War halt voll, schulterzuck. Für uns war das ziemlich blöd, denn über die Grenze fahren ja nicht so viele Züge, und mittlerweile hatten wir die Hotels sowohl in Marseille als auch in Córdoba reserviert. Ich versuchte herauszubekommen, auf welchem Abschnitt der Zug voll war. Nach etlichen Nachfragen meinerseits stellte sich heraus, dass Montpellier – Madrid noch buchbar war, selbst bei separater Buchung war Marseille – Montpellier ausgebucht. Also reservierten wir ab Montpellier. So hat die Reservierung wenigstens nur 27,40 € gekostet, ab Marseille wären es 35 € gewesen – 2. Klasse, zusätzlich zum Interrail, pro Person! 45 min hatte ich allein dafür den Schalter in München Hbf. beschäftigt. Falls ich irgendwann mal keine Reiseberichte mehr hier verfasse, dann haben die im Reisezentrum einen Indianer engagiert, der mich am Eingang abfängt und mit seinen Giftpfeilen zur Strecke bringt… Oder sie kooperieren mit dem KGB. -.-
Also fuhren wir mit dem Regionalverkehr eine Dreiviertelstunde vor dem AVE von Marseille nach Montpellier, sodass wir dort noch 22 min Umsteigezeit haben würden. Bei Tageslicht haben wir Marseille nicht gesehen. Morgens war es noch ziemlich kalt, knapp über 5 Grad. Die Fahrt war sehr schön, abschnittsweise entlang der Küste im Morgengrauen. In Miramas standen wir fast 10 min rum ohne Info, was mich in Anbetracht des Anschlusses leicht nervös machte.^^ Ab Arles herrschte plötzlich dickster Nebel. Mit + 7 fuhr der Zug die Altstrecke bis Tarascon, bog links ab und überquerte den wasserreichsten Fluss Frankreichs – zumindest in der Theorie, denn leider war überhaupt nichts zu sehen. Es gab zwei Brückenteile, ich könnte nicht einmal sagen, welcher davon die Rhone überspannte.^^ So plötzlich wie der Nebel gekommen war, verschwand er auch wieder hinter dem Fluss. Nun ging es durchs Hinterland mit reifbedeckten Wiesen, mein Handy verkündete sogar leichten Frost draußen. Ab Nîmes baute der Zug die Verspätung ab, nun war es herrlich sonnig. Montpellier wurde pünktlich erreicht, der Umstieg gelang ohne Probleme (wir hätten sogar am selben Gleis stehen bleiben können, aber dafür war es zu kalt^^).
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24 Die Ibererrenne stand die ganze Nacht dort
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25 Aber dank der DB durften wir damit vorfahren -.-
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26 Wenigstens sind die Sitze übelst bequem^^
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27 Ein Waggon im Garten – warum auch nicht?^^
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28 – 29 Mündung der Rhône, des wasserreichsten Flusses Frankreichs ;-)
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30 Morgendlicher Frost
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31 Da krabbelt die Raupe entlang einer Hausfassade in Nîmes
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32 Küsschen
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33 Weg isser
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34 Die moderne Bahnhofskathedrale von Montpellier
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35 Such die Tram
Der angeblich ausgebuchte Zug traf in Montpellier ein, nur wenige Leute stiegen aus und die Auslastung lag bei unter 50 %. Aber wenn die DB sagt, der Zug ist voll, dann ist das natürlich so. Die Sitze im AVE waren mäßig bequem, wimre nicht verstellbar (wobei ich darauf eh keinen Wert lege, für mich zählen Sitzhärte und v. a. Sitzabstand), ich fand ihn immer noch ein bisschen bequemer als den ICE4. Über den Durchgängen gab es einen Lauftext mit u. a. Ziel, Uhrzeit, nächstem Bahnhof und ausgerechnet der Innentemperatur. Letztere war natürlich die ganze Fahrt konstant bei 21 Grad. :D In Spanien sind die Züge generell etwas wärmer klimatisiert als bei uns. ;-) Der AVE fuhr zunächst ohne Halt durch Sète und dann schön an der Küste entlang. Kurz nach dem ersten Zwischenhalt Béziers war die Kathedrale auf einem Felsen über dem Ufer des Flusses Orb gut erkennbar. Bereits in Narbonne, dem vorletzten Halt in Frankreich, stieg spanische Polizei zu. Dann führte die Strecke über Dämme teilweise mitten durch die Étangs, auf beiden Seiten war Wasser. Das ganze natürlich typisch französisch mit Affenzahn, mit 150 Sachen preschte der Zug auf kurviger Streckenführung scheinbar durchs Wasser. Bis Perpignan gab es zweisprachige Ansagen (FR, ES) vom französischen Personal. Grund für den planmäßigen 11-minütigen Aufenthalt in Perpignan war die Anschlussaufnahme der Fahrgäste des dort endenden TGV aus Paris. Mit + 4 ging es weiter: Der AVE zeigte, was in ihm steckte und beschleunigte auf 300 km/h. Der Übergang von französischem Links- zu spanischem Rechtsbetrieb erfolgte höhenfrei über Rampen auf französischer Seite ein ganzes Stück südlich der Ausfädelung der Rennbahn. Während der Raserei bot sich eine gute Sicht auf die Pyrenäen. Die Grenze wurde in einem längeren Tunnel unterquert. Auf deren Südseite wurde der Wetter zu meiner Überraschung zunächst deutlich schlechter.
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36 Endlich dürfen wir raus aus der Kälte und rein in die Ibererrenne
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37 Den Sinn der Angabe der Innentemperatur habe ich irgendwie immer noch nicht verstanden :-s
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38 Gestühl
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39 Béziers: Raben umkreisen die finstere Burg
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40 – 43 Die Étangs auf dem Weg nach Perpignan
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44 In Perpignan
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45 Die Nordseite der Pyrenäen…
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46 …ist deutlich imposanter als die Südseite
In Figueres sah man, warum die DB so einen Mangel an 403ern hat – die wurden alle gewinnbringend nach Spanien verscherbelt. ;-) Ab hier waren die Ansagen viersprachig, nämlich Spanisch, Möchtegern-Französisch, Englisch und erst zuletzt Katalanisch, dabei blieb es bis Madrid. Das Französisch mit heftigem spanischen Akzent war kaum zu verstehen. :D Die 38 min von Girona bis Barcelona waren bisher der längste Abschnitt ohne Halt im AVE. Das Wetter wurde wieder besser bis Barcelona, hier hatten wir nochmal 12 min Fotostopp. Dann legte der AVE 620 km (das entspricht München – Berlin) trotz zweier Zwischenhalte in 2:55 h zurück! Draußen war es wechselhaft, mal strahlender Sonnenschein, mal grau in grau – bei 300 km/h ändert sich das ja recht schnell. ;-) Camp de Tarragona liegt direkt an der Rennbahn, dahinter ging es 61 min ohne Halt weiter. Zaragoza Delicias hingegen ist nur über eine mehrere km lange Anbindungsstrecke erreichbar. Ab hier waren es 80 min nonstop nach Madrid bei nun durchgehend schönem Wetter. Was auffiel: Trotz der atemberaubenden Raserei waren die Bahnhofseinfahrten in Spanien jedes Mal quälend langsam. Die Landschaft entlang der Rennbahn war sehr dünn besiedelt, spätestens hinter Lleida (ohne Halt vorbei) war völlige Einöde. Die Auslastung unseres Wagens war nie über 90 %. Kurz vor Barcelona war sie am höchsten, selbst auf dem Weg nach Madrid nicht bei über 80 %.
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47 Figueres Vilafant
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48 Ach deshalb der eklatante Wagenmangel bei DB Fv :p
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49 Der Bau des neuen Hauptbahnhof Barcelona Sagrera läuft schon so lange, dass er bald der Sagrada Familia Konkurrenz machen kann. Bereits hier sind die großen Dimensionen erkennen, in denen in Spanien gebaut wird.
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50 Asterix bei den Iberern
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51 Unsere Renne in Barcelona Sants
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52 In Zaragoza-Delicias
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53 – 57 Der Weg nach Madrid führt durchs kaum besiedelte Landesinnere mit tollen Landschaften
Nach abermals sehr langsamer Einfahrt war um 15:45 Uhr Madrid mit – 3 erreicht. Atocha ist zwar Kopfbahnhof, aber mit extrem langen Gleisen. Doppelbelegungen sind möglich und werden auch praktiziert. Am südlichen Teil des Bahnsteigs, weg vom Querbahnsteig, halten die ankommenden Züge und spucken ihre Fahrgäste aus. Am nördlichen Teil, näher am Querbahnsteig, findet der Zustieg statt. So werden die Reisendenströme getrennt. Wir hatten hier 50 min Übergangszeit – zum Glück! Vom Ankunftsbereich liefen wir erst vor zum Bahnhofsgebäude, dafür gibt es Fahrtreppen wie am Flughafen.^^ Dort kauften wir was zu futtern und gingen kurz raus. Dann suchten wir den Abfahrtsbereich, rasch fanden wir eine Gepäckkontrolle. Immerhin ging es zügig voran, doch erst als wir am Ende der Schlange waren, sahen wir einen Zettel: „Hier ist die Kontrolle für folgende Ziele“. Ich fragte in meinem (dürftigen) Spanisch und erfuhr, dass wir für unser Ziel in eine ganz andere Halle mussten. Die Ziele waren auch nicht in irgendeiner Weise geographisch sortiert, welche Ziele ab welcher Halle kontrolliert wurden, schien völlig willkürlich.^^ In der anderen Halle durften wir uns wieder anstellen. Ich weiß gar nicht genau, was dort kontrolliert werden soll. Flüssigkeiten sind auf jeden Fall erlaubt. Nagelscheren im Rucksack auch, wie ich später feststellte…^^ Ich leerte schon ganz routiniert wie am Flughafen meine Hosentaschen und zog die Jacke aus, dann merkte ich, dass nur das Gepäck kontrolliert wurde und nicht die Reisenden… Hinter der Gepäckkontrolle waren wie am Flughafen Gates, wo man sich nochmal für die Ticketkontrolle anstellte. Es war Fr Nachmittag und dementsprechend ein ziemliches Chaos. Einmal fragte ich jemanden vor mir in der Schlange, für welches Gleis wir anstanden, er wusste es auch nicht. :D Ohne Ortskenntnis sollte man mindestens 25 – 30 min für einen Umstieg in Atocha einrechnen! Interessanterweise verkauft Renfe knappere Umstiege.^^ Die Hinweisschilder waren zwar auf Englisch, aber wenn man jemanden fragen wollte, kam man in der Sprache nicht weit.^^ Endlich hatten wir das richtige Gate. Von dort ging es auf Rolltreppen hinunter gleich auf den richtigen Bahnsteig und in den Zug.
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58 – 59 Einfahrt nach Madrid
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60 – 61 Angekommen!
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62 – 63 Da kommt eine Ente
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64 – 65 Die gigantische Gleishalle
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66 Von außen ist das Gebäude weniger schön
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67 Schlange für die Sicherheitskontrolle
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68 Im ersten Stock sind weitere Kontrollen
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69 Vorher noch ein Blick auf die Bahnhofshalle mit den Palmen
Weiter brachte uns ein Entenschnabel. Der Zug war voll besetzt, die Gepäckfächer deshalb voll. Ich räumte oben das Fach über den Sitzen um, um meinen Koffer dort unterzubringen. Gerade als ich fertig war, kam eine Frau herbei und packte ihren kleinen Koffer in die gerade von mir geschaffene große Lücke. Ich dachte erst, sie will mich ärgern, aber dafür war sie zu freundlich. Sie hat es echt nicht kapiert. Voll faszinierend! Da ich mich ja auch kaum verständigen konnte, habe ich meinen Koffer dann einfach im Gang stehen lassen. Das hat der Zubine natürlich nicht gefallen. Die konnte immerhin etwas Englisch. Wir haben erklärt, dass oben kein Platz ist für den Koffer und die leeren Ablagen vorn viel zu klein sind, um dort Koffer unterzubringen. Daraufhin hat sie die Leute auf Spanisch gebeten, kleine Gepäckstücke vorn unterzubringen, denn mein Koffer könne nicht im Gang stehen bleiben. Oben waren fast nur kleine Koffer, die auch vorn reingepasst hätten. Was nach ihrem Aufruf passierte: Ein Mensch bemühte sich, seinen Koffer umzustellen. Genau ein einziger. Das half uns natürlich nicht weiter. Daraufhin stellte die genervte Zubine den Koffer einfach ans Ende des Ganges, wo er genauso im Weg stand wie vorher, bloß zudem vorm Feuerlöscher. :D
Pünktlich zur Abfahrtszeit rollten wir los, aber nur 100 – 200 m entlang des Bahnsteigs, dann blieben wir nochmal 5 min stehen. :D Bis Córdoba waren es 345 km, die nonstop in planmäßig 1:42 h zurückgelegt wurden. Dafür waren mit Interrail nochmal 10 € fällig. Die Ausfahrt war wieder langsam, aber dann ging es gleich auf die Rennbahn und die Geschwindigkeit hoch auf 270 km/h. Die Ortsdurchfahrt in Ciudad Real lässt „nur“ 190 km/h zu, dann ging es kurz hoch auf 300 km/h. In Puertollano gab es eine weitere Ortsdurchfahrt, hier waren gar nur 80 km/h drin. In beiden Städten gibt es auch Halte anderer Rennzüge. Mit 250 Sachen ging es auf die Berge zu, an deren Fuße sich wieder Nebel breit machte. Selbst der kurvigste Abschnitt der Rennbahn in den Bergen gibt immer noch 215 km/h her. Córdoba erreichten wir mit – 2. Trotz des im Vergleich langsamen Geschwindigkeitsprofils der Strecke und offensichtlicher Fahrplanpuffer konnte sich die planmäßige Durchschnittsgeschwindigkeit mit 203 km/h sehen lassen. In den letzten 11 Stunden hatten wir 1.489 km zurückgelegt, also für mich seit Berlin-Ostbhf stolze 3.001 km in zwei Tagen!
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70 Auf der Rolltreppe hinab zum Gleis ist rechts eine Ente und ein Rennzug mit gallischen Wurzeln erkennbar, …
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71 …links steht ein verkaufter ICE3 sowie unsere Ente.
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72 Die friedliche Abendstimmung…
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73 …macht bald der Nebel zunichte
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74 Sonnenuntergang. Den in der Fensterscheibe gespiegelten Laptop fand ich für die Stimmung derart unpassend, dass ich ihn entfernt habe. :p
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75 Ente in Córdoba
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76 Dieses Jahr gibt’s ja keine Wiesn. :-C Daher hier eine Erinnerung an den Wiesn-Hit der letzten beiden Jahre…
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77 Die Gleishalle von Córdoba
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78 Das Bahnhofsgebäude von Córdoba

Abends überlegten wir noch nach der weitesten Strecke, die man in Europa an einem Tag (bis 3 Uhr) fahren könnte ohne Züge zu benutzen, die vor 3 Uhr losfahren oder nach 3 Uhr nachts ankommen. Falls jemand eine weitere Strecke findet als Málaga – York, darf er sich gern melden. ;-) Nach meinen Berechnungen sind das inkl. RER Paris 3.011 km ;-)

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Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Krümelmonster, München, Samstag, 02.05.2020, 19:00 (vor 264 Tagen) @ Krümelmonster

Am Ankunftsabend suchten wir bloß noch ein Restaurant, machten aber nach der langen Fahrt nicht mehr viel.^^
Dafür gingen wir gleich am nächsten Morgen in die Mezquita. Zwischen 8:30 und 9:30 Uhr ist der Eintritt nämlich kostenlos (außer sonntags, wenn Gottesdienst ist). ;-) Im Jahre 784 als Moschee begonnen und danach fortwährend erweitert wurde das Gotteshaus 1236 nach der Reconquista in eine katholische Kirche umgewandelt. Heute ist es v. a. eine Touristenattraktion. In erster Linie ist es ein riesiger Raum mit einem faszinierenden Muster an Säulen. Sicher war viel los, doch drinnen verteilten sich die Leute ganz gut.
Den Rest der Zeit erkundeten wir die Stadt. Das Wetter war schön, nachmittags war es bei 12 – 13 Grad gut erträglich, in der Sonne richtig warm. Nach den klaren Nächten herrschten morgens allerdings nur 2 Grad. Anderthalb Tage blieben wir in Córdoba.
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79 – 81 Der Torre Campanario auf dem Gelände der Mezquita diente ursprünglich als Minarett
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82 – 84 Im Inneren der Mezquita
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85 Das Deckengewölbe
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86 Diese Decke sieht eher nach christlichem Ursprung aus :-s
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87 – 88 Das sieht schon eher wie eine christliche Kirche aus ;-)
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89 Außenfassade der Mezquita
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90 Die Stadtmauer
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91 Die Puente Romano überspannt schon seit römischer Zeit den Fluss Guadalquivir
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92 Auf der Puente Romano
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93 Deren der Innenstadt gegenüber liegendes Ende wird geschützt vom Torre de la Calahorra
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94 Die enge Gasse Calleja de las Flores
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95 Caballerizas Reales, früher das royale Gestüt
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96 – 97 Alcázar de los Reyes Cristianos, der einstige Königsresidenz nach der Reconquista
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98 Der Plaza de la Corredera versprüht spanische Lebensfreude
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99 – 101 Hübsche Häuser & Balkone
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102 – 104 Weihnachtliche Dekoration

Erst nachdem unsere Planung feststand, las ich, dass auf der Strecke nach Algeciras seit Ende Oktober Bauarbeiten stattfanden, die bis vsl. Januar 2020 (also noch ein Jahr später) dauern sollten. Tolle Wurst… Einfach mit dem Rennzug nach Málaga und dann per Bus nach Algeciras fanden wir nicht bahnaffin genug, via Sevilla und Cádiz wäre recht umständlich. Also blieben wir bei der ursprünglichen Streckenführung und fuhren halt Bus, durch die Berge würde das bestimmt schön sein. Bis vor kurzem gab es sogar zwei direkte Züge aus (Madrid und) Córdoba nach Algeciras mit Umspuren in Antequera-Santa Ana, die danach auf der Breitspurstrecke nur in Ronda, San Roque und Algeciras hielten. Deren SEV sollte gar nicht in Ronda halten. Wir suchten extra einen Bus, der einen MD (Interregio) ersetzte und alle Zwischenhalte bedienen sollte. Ich war acht Tage unterwegs, Interrail gab es aber nur für sieben Tage, deshalb musste ich diesen Tag selbst bezahlen. Blöderweise sind in Spanien i. d. R. keine Umsteigeverbindungen von HGV zu konventionellen Zügen (oder deren SEV) buchbar, also musste ich splitten, was die ganze Sache ziemlich teuer machte: Ich zahlte im Voraus online über 20 € für die 35 min von Córdoba nach Antequera-Santa Ana (109 km), dann nochmal 20 € für die 3 h SEV. Die Tickets für den SEV bekommt man praktischerweise nur am Schalter, da renfe.es nicht mit der Kombi Reservierungspflicht + SEV klarkommt.^^ Mein Begleiter nutzte an dem Tag Interrail, brauchte also nur zwei Reservierungen à 6,50 € (SEV kostet genauso wie Zug). Also reservierten wir am Bahnhof, wo der Schaltermensch kein Wort Englisch konnte, sich aber wenigstens bemühte, Kastilisch ohne Dialekt zu sprechen.^^ Unsere erstandenen Reservierungen enthielten tatsächlich Wagennummer & Sitzplatz, es gab einen mündlichen Hinweis, dass kein Zug fahre, sondern ein Bus. :D Ich hatte in der Schule zwar Spanisch, das war aber zusätzlich zum normalen Unterricht. Erst war der Lehrer dauernd krank, dann bekamen wir eine andere Lehrerin, die kurz darauf an Krebs erkrankte. Am Ende hatten wir den Stoff des ersten Lehrjahres zur Hälfte geschafft – verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren. Dementsprechend gut ist mein Spanisch.^^
Zur Abreise aus Córdoba gingen wir durch die Gepäckkontrolle. Dahinter, direkt vor dem Zugang zum Bahnsteig war die Ticketkontrolle. Dort sagte man uns, dass wir gerade durch die falsche Gepäckkontrolle gegangen sind, hier war der Zug nach Madrid, nach Antequera müssten wir eine Kontrolle weiter. Es gab zwar einen direkten Durchgang, aber der war nur Deko. Das wäre ja viel zu einfach! Wir mussten also wieder komplett raus, einen Bahnsteig weiter laufen und uns nochmal für die Gepäckkontrolle anstellen, auch wenn sichtbar war, dass man keine Waffen bei uns gefunden hatte. Einen Zettel, welches Ziel wo kontrolliert wird, gab es diesmal gar nicht, ZZA waren erst unten auf dem Bahnsteig. Zwar wurde in der Bahnhofshalle angezeigt, von welchem Gleis welcher Zug fährt, aber wir hatten einfach nicht damit gerechnet, dass die Gleise separat kontrolliert wurden und der Durchgang zwischen den beiden Kontrollen auch für bereits kontrollierte Fahrgäste, die des Spanischen kaum mächtig sind, nicht benutzbar ist. Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht? :p Anders als in Madrid kamen in Córdoba zur Kontrolle auch Taste-Piepsis wie am Flughafen zum Einsatz.
Nahe Madrid gibt es eine Verbindungskurve der beiden Rennbahnen aus Richtung Barcelona und aus Richtung Süden, sodass man nicht in Atocha (mit langsamer Ein- und Ausfahrt) kopfmachen muss. Genau diese Kurve hatte unser Zug genutzt, es war eine der beiden täglichen Direktverbindungen aus Barcelona. Der vordere Zugteil fuhr nach Sevilla, der hintere via Antequera nach Málaga. Für die Flügelung blieb er planmäßig 18 min in Córdoba stehen (unsere Fahrzeit war nur 35 min^^), während er von einer schnelleren Ente aus Madrid, die von hier nonstop nach Málaga weiterfuhr, überholt wurde.^^ Türschluss war bereits 2 min vor Abfahrt. Noch im Stadtgebiet erreichte die Ente Tempo 200, die 300 km/h wurden aber wenn dann nicht lange ausgefahren. Auch spanische Rennbahnen sind durchgehend (oder zumindest größtenteils) von Zäunen umgeben. Generell baut man in Spanien sehr viel üppiger und überdimensionierter als bei uns – allein schon die Tatsache, dass die Rennbahnen ein völlig anderes System sogar mit anderer Spurweite als die Bestandsstrecken nutzen. Das ist nicht nur bei der Bahn-Infrastruktur erkennbar, sondern auch auf den Straßen. Oder auch bei Wohnungsbauprojekten – ein Grund, dass Spanien so sehr von der Wirtschaftskrise betroffen war… Aber lassen wir die Politik. Die Landschaft war abwechslungsreich (bei dem Tempo auch kein Wunder^^), teils hügelig, teils mit Olivenbäumen, Richtung Süden wurde es bergig. Am Zwischenhalt Puente Genil-Herrera gab es nur eine kurze Ansage auf Spanisch, kein Englisch, kein Katalanisch. An unserem Ausstiegshalt Antequera-Santa Ana gab es eine umfangreichere Ansage auf Spanisch und Englisch, Reisende nach Granada und Algeciras mögen bitte in die Busse umsteigen, aber immer noch keine Ansage auf Katalanisch, obwohl der Zug in Barcelona gestartet war. Ankunft war mit – 1. Spanische Züge sind so gut wie immer pünktlich, ganz selten sahen wir auf den Anzeigen verspätete Züge, und wenn dann waren 10 – 15 min schon echt viel! Unser Zielbahnhof lag wirklich am Ende der Welt, auf direktem Weg sind es bis ins namensgebende Antequera nicht weniger als 20 km! :D In dieser völligen Prärie hätte ich so etwas wie Limburg-Süd erwartet. Aber mich überraschte ein großer, betriebsamer Bahnhof: Ich glaube fünf Bahnsteigkanten waren es, man fand eine hübsche Bahnhofshalle, kostenfreie WCs, reichlich Sitzgelegenheiten, ein großes Reisezentrum sowie ein Café. Es war jede Menge los!
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105 Die Gleishalle von Córdoba tagsüber
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106 Die Ente wird geflügelt
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107 Almodóvar del Río wenige min hinter Córdoba. Kurz vorher zweigte die Rennbahn nach Málaga von der nach Sevilla ab.
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108 – 111 Andalusische Hatz
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112 Links entfernt sich die Ente. Rechts ein MD, der eigentlich von Algeciras nach Madrid fahren würde.
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113 Ente weg
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114 Sicht Richtung Norden, wo wir hergekommen waren
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115 Interessantes Vehikel
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116 Wie sauber diese Unterführung einfach ist – sowas würde man in Schland an keinem Bahnhof finden!
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117 Hier tobt ja das Leben! :-O
Unser SEV aus Granada stand schon eine ganze Weile vor Abfahrt bereit. Der SEV-Fahrer fragte (nur auf Spanisch), ob jemand nach Bobadilla, Campillos oder Almargen fahren wollte. Keiner regte sich, allerdings waren bestimmt die Hälfte der Leute im Bus keine Spanier.^^ Er fuhr einfach an den Orten vorbei. Na hoffentlich wollte da keiner zusteigen.^^ Es war eine schöne Fahrt auf kurviger Strecke entlang der Berge, selten lagen kleine Orte auf dem Weg. Irgendwann erreichten wir Ronda, die einzige größere Stadt weit und breit, wo sich der Bus deutlich leerte. Die berühmte Brücke bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Mit – 7 ging es weiter.^^ Leider führte die Busfahrt dann nicht mehr entlang der Bahnstrecke längs durch die Berge, sondern quer durch die Berge von Ronda Richtung Süden an die Küste. Immerhin war er überhaupt nach Ronda gefahren, der schnelle SEV ohne Halt dort hat wahrscheinlich auf der Stinktierrenne das Gebirge an der schmalsten Stelle durchquert und ist dann langweilig entlang der Küste gefahren. (Warum man dann den Zug nicht gleich bis Málaga fahren lässt und erst ab dort SEV einsetzt, verstehe ich nicht :-s) Wir bekamen nun hinter Ronda reichlich Berge vor die Augen. Kurvenreich führte die Straße hinauf bis auf 1130 m Höhe und von dort hinunter zur Costa del Sol. Zum Glück fahren die Spanier viel zivilisierter als z. B. die Italiener. :D Bei San Pedro de Alcántara erreichten wir die Küste und fuhren weiter über die Stinktierrenne. Links war die Costa del Sol zu sehen, aber ich fand die Berge rechts spannender. Bei San Roque verließ der Bus die Stinktierrenne, um den letzten Zwischenhalt San Roque-La Línea zu bedienen, dann ging es über Landstraßen das letzte Stück weiter nach Algeciras. Ich war überrascht, das war ja eine durchaus große Stadt: 120.000 Leutchen wohnen dort.
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118 – 121 Noch ist es schön grün
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122 – 123 Andalusische Architektur im Dorf Cuevas del Becerro
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124 – 125 Andalusische Landschaft
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126 Bahnübergang in Ronda
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127 Der Bahnhof ebendort
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128 Straßenzeile in der Nähe
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129 Weiter südwärts bzw. höher wurde die Gegend immer felsiger und immer weniger grün
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130 Ausblick
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131 Nun geht es durch die wilden Berge
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132 – 135 Bergab
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136 Wieder am Mittelmeer: Die Costa del Sol ist in Sicht
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137 – 138 Hier wird wieder in riesigen Dimensionen gebaut für Bedarf, der (noch) weit in der Zukunft ist. Einerseits weitsichtig, in Krisenzeiten aber auch riskant…
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139 Auf Höhe von Estepona landeinwärts fotografiert
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140 Hier ist zwar seit Monaten kein Zug mehr gefahren, mangels Schienen wird sich daran so schnell auch nichts ändern, aber die Signale zeigen brav rot :D
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141 Warum mussten wir ausgerechnet damit am südlichsten Bahnhof Europas ankommen? -.-
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142 Bahnsteige
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143 Dieselmonster
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144 Die Schalter in der Bahnhofshalle sind regulär besetzt
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145 Das Bahnhofsgebäude
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146 Bahnhof von oben

Wir brachten unsere Koffer ins Hotel Reina Cristina, ein gutes 4*-Haus, das beste Hotel der Reise. Einziger Kritikpunkt war höchstens die Lage etwas abseits. In der Hafenstadt Algeciras war es nun noch wärmer als in Córdoba im Landesinneren, nachmittags bis zu 17 Grad, aber ordentlich windig.
Der Kauf der Fährtickets für den folgenden Abend war problemlos möglich. Dann gingen noch etwas durch die Stadt, die für Reisende normalerweise nur als Durchgangsstation dient. Nach dem Abendessen mit Bierchen wurde es dann doch wieder etwas später.^^
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147 Weihnachtsdeko am Hafen
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148 – 150 Weihnachtsdeko in der Stadt
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151 Die Dekoration am Hauptplatz Plaza Alta schien mir unabhängig von Weihnachten zu sein
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152 Damit hätte ich im Süden von Andalusien auch nicht gerechnet :D
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153 – 154 Sonnenaufgang in Algeciras

Demnächst geht es dann weiter. ;-)

Bis dahin grüßt
Das Krümelmonster

--
Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)

¡Gracias!

JanZ, Aschaffenburg, Samstag, 02.05.2020, 19:34 (vor 264 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank auch für diesen Bericht, der wie aktuell wahrscheinlich jeder mein Fernweh weckt :-). Bis Madrid müssten das alles Strecken sein, die ich auch schon befahren habe, der Rest war neu für mich. An die Zeit vor meiner Ferrophilie kann ich mich übrigens kaum erinnern. Die müsste bei mir so mit 11–12 angefangen haben.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

¡Gracias!

Krümelmonster, München, Samstag, 02.05.2020, 21:11 (vor 264 Tagen) @ JanZ

Vielen Dank auch für diesen Bericht, der wie aktuell wahrscheinlich jeder mein Fernweh weckt :-).

Immer wieder gern. =)

Bis Madrid müssten das alles Strecken sein, die ich auch schon befahren habe, ...

Auch die Strecke von Neustadt nach Vendenheim? ;-)

An die Zeit vor meiner Ferrophilie kann ich mich übrigens kaum erinnern. Die müsste bei mir so mit 11–12 angefangen haben.

Gern oder zumindest regelmäßig Bahn gefahren bin ich schon immer. Ausschlaggebend dafür, dass ich mich wirklich dafür interessiere oder letztendlich solche Touren unternehme, war ausgerechnet die Slowakei.
Im Juni 2015 war ich dort zweieinhalb Wochen im ganzen Land unterwegs. Die kurzen und schönen Strecken radelte ich, für die längeren oder weniger schönen Strecken nahm ich den Zug. Für meine Fahrradmitnahme wurde ich so einige Male vom Zugpersonal verflucht - gut, dass Voodoo-Puppen dort nicht verbreitet sind. ;-) Die uralten Fahrzeuge haben sich in meine Erinnerung eingebrannt. Viele von denen fahren ja heute noch rum.^^

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
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¡Gracias!

JanZ, Aschaffenburg, Samstag, 02.05.2020, 23:08 (vor 263 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank auch für diesen Bericht, der wie aktuell wahrscheinlich jeder mein Fernweh weckt :-).


Immer wieder gern. =)

Bis Madrid müssten das alles Strecken sein, die ich auch schon befahren habe, ...


Auch die Strecke von Neustadt nach Vendenheim? ;-)

Ja, das war mal einer meiner Tagesausflüge. Nach Kehl, von da mit der neuen Tram nach Straßburg und über Wissembourg zurück, von da weiter mit dem durchgehenden Zug nach Mainz.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Zynismus vom Feinsten

flierfy, Samstag, 02.05.2020, 19:50 (vor 264 Tagen) @ Krümelmonster

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Die Fahrbahnmarkierung hat definitiv ein Zyniker gemacht oder machen lassen.

Zynismus vom Feinsten

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 20:11 (vor 264 Tagen) @ flierfy

Wenn eher ein Förderer der Karosseriebetriebe ;-) Wobei wahrscheinlicher ist das die rechte Spur in ein paar Metern endet und der Pfeil einem nur mitteilt das man sich links einordnen muß wenns weiter gehen soll. Deswegen zeigt er ja auch nicht direkt nach links wie ein Abbiegepfeil, sondern nach schräg vorne links, wenn ich das richtig sehe.

Das gibts auch in D

Power132, Samstag, 02.05.2020, 20:14 (vor 264 Tagen) @ flierfy

https://www.frag-den-fahrlehrer.de/2016/02/23/einf%C3%A4delungsstreifen-und-endender-fa... ein wenig nach unten bis zum Reißverschlußverfahren scrollen.

Das gibts auch in D: OT

heinz11, Samstag, 02.05.2020, 20:44 (vor 264 Tagen) @ Power132

https://www.frag-den-fahrlehrer.de/2016/02/23/einf%C3%A4delungsstreifen-und-endender-fa... ein wenig nach unten bis zum Reißverschlußverfahren scrollen.


Das wären mal sinnvolle Werbespots,denn leider herrschen bei beiden Sachverhalten überwiegend die falschen Meinungen vor. Beim Reißverschlußverfahren wird oft gemeint, der andere darf nicht bis vor rollen und beim Einfädeln, derjenige, der auf der rechten BAB-Spur fährt, muß mich reinlassen.

Das gibts auch in D: OT

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 20:53 (vor 264 Tagen) @ heinz11

das die Deutschen sich zwar für die besten Autofahrer der Welt halten, in der Realität aber von den Verkehrsregeln oft genug entweder keine Ahnung haben oder sie bewusst ignorieren ist ja nichts neues. Blinken beim Spurwechsel? Rechtsfahrgebot? Rechtsüberholverbot? Abstand? Geschwindigkeit? Blinken am Kreisverkehr? Blinken bei abknickender Vorfahrt? Passieren von Bussen mit Warnblinkanlage? Um nur mal zu nennen was mit so auf die schnelle einfällt an Sachen die am laufenden Band bewußt und unbewußt falsch gemacht werden.

Unzulaessige Verallgemeinerung

br752, Sonntag, 03.05.2020, 00:07 (vor 263 Tagen) @ gnampf

das die Deutschen sich zwar für die besten Autofahrer der Welt halten, in der Realität aber von den Verkehrsregeln oft genug entweder keine Ahnung haben oder sie bewusst ignorieren ist ja nichts neues.

Da sollte mal die Datenschutztruppe von FB druebergucken. Mach den "Gag" doch mal mit Syrern, Polen oder Amerikanern. Alternativ auch mal mit Ostfriesen oder Rotationseuropaeern.

Blinken beim Spurwechsel? Rechtsfahrgebot? Rechtsüberholverbot? Abstand? Geschwindigkeit? Blinken am Kreisverkehr? Blinken bei abknickender Vorfahrt? Passieren von Bussen mit Warnblinkanlage?

Sollte dich das stoeren, dann empfehle ich dir der Empfehlung der Bundeskanzlerin zu folgen: "Man muss die Ursachen bekaempfen". - Vorher mal die Ursachen eruieren.

Kann man an der naechsten roten Ampel mal drueber nachdenken.


BR752

Unzulaessige Verallgemeinerung

gnampf, Sonntag, 03.05.2020, 00:23 (vor 263 Tagen) @ br752

Da sollte mal die Datenschutztruppe von FB druebergucken. Mach den "Gag" doch mal mit Syrern, Polen oder Amerikanern. Alternativ auch mal mit Ostfriesen oder Rotationseuropaeern.

Was sollte das mit Datenschutz zu tun haben? Was sollte das mit Syrern, Polen, Amerikanern, Ostfriesern oder Rotationseuropäern (was auch immer das sein mag) zu tun haben? Und wo überhaupt siehst du einen "Gag"?

Sollte dich das stoeren, dann empfehle ich dir der Empfehlung der Bundeskanzlerin zu folgen: "Man muss die Ursachen bekaempfen". - Vorher mal die Ursachen eruieren.

Natürlich stört es mich das in Deutschland anscheinend jeder einen Führerschein bekommt, egal ob er Autofahren kann oder nicht. Selbst ein Bahnfahrer-Forum liefert da wie man sieht ja beste Beispiele. Ich habe das was in meiner Macht steht dagegen getan, ich bin auf die Bahn umgestiegen um mir das Elend nicht mehr jeden Tag antun zu müssen. Das Fehlverhalten der Anderen ändere ich nicht, für die Polizei bin ich untauglich, für die Politik kann ich nicht gut genug in Hintern kriechen und wäre auch zu spät damit dran um zu Lebzeiten noch eine entsprechend hohe Position zu erreichen. Fahrprüfer wird körperlich ebenfalls ausfallen und hätte wohl einen noch geringeren Effekt als Polizei.

Kann man an der naechsten roten Ampel mal drueber nachdenken.

Du darfst auch gerne bevor du dich das nächste Mal ans Steuer setzt drüber nachdenken, wäre sicherlich sinnvoll. Den Führerschein abzugeben ist nicht der Untergang der Welt. Und allemal besser als hinterher einen Unfall verschuldet zu haben, obwohl man doch 50 Jahre lang immer unfallfrei unterwegs war.

Angeblich die pc Bezeichnung für Sinti und Roma

Power132, Sonntag, 03.05.2020, 10:19 (vor 263 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von Power132, Sonntag, 03.05.2020, 10:19

Rotationseuropäern (was auch immer das sein mag)

https://www.stupidedia.org/stupi/Rotationseurop%C3%A4er

Zu so später Stunde sollte man das Posten sein lassen

Power132, Sonntag, 03.05.2020, 08:37 (vor 263 Tagen) @ br752

ansonsten kommt nur sowas merkwürdiges raus.

Rotationseurpäer? Und was hat eine zutreffende Aussage über das Verkehrsverhalten von Deutschen mit anderen Nationen zu tun (wo der Verkehr teilweise auch sehr kurios von statten geht)? Eine Datenschutzgruppe von Facebook?

Nach Mitternacht sollte man sich zur Ruhe betten und den Kopf die Gedanken sortieren lassen...

Unzulaessige Verallgemeinerung

heinz, Berlin Stadtbahn, Sonntag, 03.05.2020, 09:37 (vor 263 Tagen) @ br752

So ein schöner Reisebericht und dann so eine wirre Antwort. Ich hab das jetzt mehrmals durchgelesen und verstehe nicht, was uns der Autor hier sagen will... Ostfriesen, Syrer, Datenschutzgruppe - häh?

--
In Saarbrücken Hbf kann mit Anschluß nicht gerechnet werden.

+1

Henrik, Sonntag, 03.05.2020, 12:35 (vor 263 Tagen) @ br752

- kein Text -

Zynismus vom Feinsten

Krümelmonster, München, Samstag, 02.05.2020, 20:58 (vor 264 Tagen) @ flierfy

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Die Fahrbahnmarkierung hat definitiv ein Zyniker gemacht oder machen lassen.

Das ist keine Durchfahrtsstraße, sondern nur die Zufahrt direkt zum Bahnhofsgebäude. Links abbiegend kommt man zurück zur Durchgangsstraße, geradeaus nur zur Parkplatz-Schranke. Die auf dem Bild hintere Spur ist für Taxis, die so direkt vor dem Gebäude halten können und nicht auf den Parkplatz müssen. ;-)
Besser erkennbar ist das ganze in Google Streetview.

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Toller Bericht! - Nächstes mal im Sommer ;)

bendo, Sonntag, 03.05.2020, 00:06 (vor 263 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo,

vielen Dank für den interessanten Bericht! Nehme ich mir auch auf den Plan! Allerdings im Sommer: Mehr Tageslicht und weniger Nebel :-P

Eine Kleinigkeit:

... Bei Ankunft in Lyon war die Verspätung wieder fast abgebaut, bei der Abfahrt planmäßig 10 min später sowieso. Bis zum nächsten Halt in Avignon dauerte es sogar mehr als eine Stunde. Kurz vor Erreichen des Bahnhofs bremste der Rennzug schnell ab (es war keine Notbremsung, aber konstant von 320 auf 0),...

da kann was nicht stimmen: Der (kurze) Abschnitt der LGV Med, auf dem 320km/h erlaubt sind, beginnt aus Lyon-Sicht erst nach Avignon. D.h. es müsste ein Bremsen aus max. 300km/h gewesen sein ;)

Was mich noch interessieren würde:
Ist mittlerweile bekannt, woran die Buchungsprobleme für den Zug ab Marseille lagen? Wäre die Verbindung online nicht buchbar (auf einschlägiger französischer Buchungsseite geht es tatsächlich nicht...)?!

Gruß, bendo

Toller Bericht! - Nächstes mal im Sommer ;)

Krümelmonster, München, Sonntag, 03.05.2020, 18:31 (vor 263 Tagen) @ bendo

Hallo,

vielen Dank für den interessanten Bericht! Nehme ich mir auch auf den Plan! Allerdings im Sommer: Mehr Tageslicht und weniger Nebel :-P

Wir wollten ja explizit über Silvester irgendwo hinfahren. Da haben wir schon so ziemlich das beste rausgeholt, finde ich. ;-)
Nebel war v. a. im Rhein-Main-Raum, in Rheinland-Pfalz und (grob) entlang des Oberrheins ein Problem, danach nur noch kurzzeitig.
Den kurzen Tagen versuchten wir zu entkommen, indem wir möglichst schnell möglichst weit Richtung Südwesten fuhren. ;-)
Im Sommer wäre mir das ganze hinter Barcelona viel zu warm. ;-)

Eine Kleinigkeit:
Der (kurze) Abschnitt der LGV Med, auf dem 320km/h erlaubt sind, beginnt aus Lyon-Sicht erst nach Avignon. D.h. es müsste ein Bremsen aus max. 300km/h gewesen sein ;)

Ah ok, danke für die Info! Das hatte ich dann falsch in Erinnerung.
Aber egal, ob von Tempo 320 oder 300 – so eine schnelle Bremsung bis runter auf 0 ist ein Erlebnis. :D

Hab gerade nochmal nachgeschaut - der 320er-Abschnitt sieht ja wirklich kurz aus. Lohnt sich so ein kurzer Abschnitt überhaupt? Von 300 auf 320 hochzubeschleunigen dürfte ja im TGV so einige km dauern, und Avignon - Marseille dauert ja bloß eine halbe Stunde. Der Zeitgewinn dürfte doch höchstens bei wenigen Minuten liegen, oder?

Was mich noch interessieren würde:
Ist mittlerweile bekannt, woran die Buchungsprobleme für den Zug ab Marseille lagen? Wäre die Verbindung online nicht buchbar (auf einschlägiger französischer Buchungsseite geht es tatsächlich nicht...)?!

Die Buchungsprobleme lagen daran, dass das DB Reisezentrum vor und nach dem Fahrplanwechsel nicht auf die Kontingente zugreifen konnte.
Ob Renfe-SNCF keine Kontingente an die DB übermittelt hat, oder ob der Anwender im Reisezentrum nicht auf die Kontingente zugreifen konnte, kann ich natürlich nicht sagen…

Mein Kenntnisstand ist bloß, dass verpflichtende Interrail-Reservierung in min. 98 % der Fälle am Schalter vorgenommen werden müssen. (Mit teils gigantischen Wartezeiten… Und dann wundert man sich, dass das Ticket im heutigen Zeitalter immer seltener verkauft wird…)
Die restlichen 1 – 2 % kenne ich ehrlich gesagt nicht auswendig. Bist du sicher, dass es für diese Züge grenzüberschreitend online geht?
Aktuell kann man es mangels Verbindungen ja schlecht prüfen…

Gruß, bendo

Es grüßt
Das Krümelmonster

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320km/h auf 40km der LGV Med

bendo, Montag, 04.05.2020, 15:11 (vor 262 Tagen) @ Krümelmonster


Hab gerade nochmal nachgeschaut - der 320er-Abschnitt sieht ja wirklich kurz aus. Lohnt sich so ein kurzer Abschnitt überhaupt? Von 300 auf 320 hochzubeschleunigen dürfte ja im TGV so einige km dauern, und Avignon - Marseille dauert ja bloß eine halbe Stunde. Der Zeitgewinn dürfte doch höchstens bei wenigen Minuten liegen, oder?

Hallo,
ja, es handelt sich lediglich um 40km (Strecken-km 636-676; Avignon-TGV liegt bei km625). Leider habe ich ich keine Quelle, und nur meine waage Erinnerung: Dieser Abschnitt war der erste (in Europa bzw. sogar der Welt), auf dem (seit 2001) Züge planmäig bis zu 320km/h fuhren. M.W. war dies ein erster Versuchsabschnitt im Hinblick auf die nachfolgenden LGV Est, Rhin-Rhone, SEA. Der Zeitvorteil liegt bei diesen 40km rein rechnerisch bei 30s gegenüber 300km/h. Ob sich das lohnt? ;)
Ich hatte da mal einen Link zu einer (wohl privaten) französischen Homepage. Dort konnten sehr detailliert Schemata aller LGV betrachtet werden, sowie detaillierte Positionsangaben zu Höchstgeschwindigkeiten, Haltestellen, Kunstbauten etc. Leider scheint es die Seite nicht mehr zu geben....

Gruß, bendo

320km/h auf 40km der LGV Med

Krümelmonster, München, Montag, 04.05.2020, 18:36 (vor 262 Tagen) @ bendo

Hallo,

Nabend!

Leider habe ich [...] nur meine waage Erinnerung: Dieser Abschnitt war der erste (in Europa bzw. sogar der Welt), auf dem (seit 2001) Züge planmäig bis zu 320km/h fuhren. M.W. war dies ein erster Versuchsabschnitt im Hinblick auf die nachfolgenden LGV Est, Rhin-Rhone, SEA.

Ah, das klingt plausibel. ;-)

Der Zeitvorteil liegt bei diesen 40km rein rechnerisch bei 30s gegenüber 300km/h. Ob sich das lohnt? ;)

Hat jemand genug Langeweile, um auszurechnen, wie viel % mehr Energie man dadurch verbraucht. :D

Ich hatte da mal einen Link zu einer (wohl privaten) französischen Homepage. Dort konnten sehr detailliert Schemata aller LGV betrachtet werden, sowie detaillierte Positionsangaben zu Höchstgeschwindigkeiten, Haltestellen, Kunstbauten etc. Leider scheint es die Seite nicht mehr zu geben....

Ach schade. Na für den groben Überblick gibt es ja immer noch Openrailwaymap.

Gruß, bendo

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

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knapp 14% mehr Energie..

bendo, Sonntag, 10.05.2020, 14:21 (vor 256 Tagen) @ Krümelmonster

Der Zeitvorteil liegt bei diesen 40km rein rechnerisch bei 30s gegenüber 300km/h. Ob sich das lohnt? ;)


Hat jemand genug Langeweile, um auszurechnen, wie viel % mehr Energie man dadurch verbraucht. :D

Dazu braucht es nicht viel langeweile, sondern geht schnell ;):
Rein auf den Luftwiderstand bezogen (der bei diesen Geschwindigkeiten das allermeiste ausmachen dürfte):
Kraft F~v² und Arbeit W=F*s;
ergibt:
W2/W1 = (v2/v1)²; mit v2=320km/h und v1=300km/h ergibt sich ein Energiemehrverbrauch von ca. 13,8%.

Interessanter als die Prozentangabe wären allerdings absolute Vrabrauchswerte. D.h. wieviel khW elektrischer Energie wird auf den 40km bei 320km/h mehr verbraten als bei 300km/h. Dazu müsste ich wissen, wie hoch die abgerufene Leistung eines TGV bei 300km/h ist...

Gruß, bendo

Vielen Dank für den schönen Bericht!

heinz, Berlin Stadtbahn, Sonntag, 03.05.2020, 09:33 (vor 263 Tagen) @ Krümelmonster

- kein Text -

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In Saarbrücken Hbf kann mit Anschluß nicht gerechnet werden.

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Tubs, Riesa, Sonntag, 03.05.2020, 12:35 (vor 263 Tagen) @ Krümelmonster

Auch von mir: Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich freue mich schon auf die beiden kommenden.

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Murrtalbahner, Sonntag, 03.05.2020, 13:10 (vor 263 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo Krümelmonster,

vielen Dank für das erste Kapitel und dem wiedermal hervorragenden Bericht.

Bis auf das nächste gespannt. Noch unter dem Hindernis meiner Flugangst hatte ich schon eine ähnliche Reiseroute geplant um Marokko zu erreichen. Letztlich sind wir dann doch mit dem Flieger unterwegs gewesen, als über den doch beschwerlichen Landweg. Daher bin ich auf den folgenden Teil umso gepannter!
Grüße

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

kllaas, Sonntag, 03.05.2020, 16:27 (vor 263 Tagen) @ Murrtalbahner

Hallo ......,

eine Reise wert. Wann immer die bei mir kommen wird.

Danke fürs Mitnehmen .... Kristian

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Krümelmonster, München, Sonntag, 03.05.2020, 18:31 (vor 263 Tagen) @ Murrtalbahner

Hallo Krümelmonster,

Nabend!

vielen Dank für das erste Kapitel und dem wiedermal hervorragenden Bericht.

Immer wieder gern!

Bis auf das nächste gespannt. Noch unter dem Hindernis meiner Flugangst hatte ich schon eine ähnliche Reiseroute geplant um Marokko zu erreichen. Letztlich sind wir dann doch mit dem Flieger unterwegs gewesen, als über den doch beschwerlichen Landweg. Daher bin ich auf den folgenden Teil umso gepannter!

Ach, da habe ich schon beschwerlichere Reisen hinter mir. :D
In Anbetracht der ja wirklich riesigen Entfernung fand ich Marokko per Bahn überwältigend bequem und v. a. schnell zu erreichen!

Grüße

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

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Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Murrtalbahner, Montag, 04.05.2020, 13:33 (vor 262 Tagen) @ Krümelmonster

Ach, da habe ich schon beschwerlichere Reisen hinter mir. :D
In Anbetracht der ja wirklich riesigen Entfernung fand ich Marokko per Bahn überwältigend bequem und v. a. schnell zu erreichen!

Ja du, wenn man deine Osteuropa-Tour als Maßstab nimmt, dann ist Marokko bequem :D Komplex ist eben, wenn man alles zeitig vorher buchen will, weil es eben nur diese eine Möglichkeit gibt. Dann ist man schnell aufgeschmissen. Und alles was hinter Algeciras kommt...da möchte ich nicht spoilern und bin auf eure Lösung gespannt!

Kapitel 1/3: Verrückter Plan ;-) Raserei bis Andalusien

Krümelmonster, München, Montag, 04.05.2020, 18:35 (vor 262 Tagen) @ Murrtalbahner

Ach, da habe ich schon beschwerlichere Reisen hinter mir. :D
In Anbetracht der ja wirklich riesigen Entfernung fand ich Marokko per Bahn überwältigend bequem und v. a. schnell zu erreichen!


Ja du, wenn man deine Osteuropa-Tour als Maßstab nimmt, dann ist Marokko bequem :D

Ok, ich meinte mit unbequem und langsam eigentlich noch eine andere Tour, aber da möchte ich nicht spoilern. ;-)

Komplex ist eben, wenn man alles zeitig vorher buchen will, weil es eben nur diese eine Möglichkeit gibt. Dann ist man schnell aufgeschmissen. Und alles was hinter Algeciras kommt...da möchte ich nicht spoilern und bin auf eure Lösung gespannt!

Wenn es dich beruhigt:
Im Voraus gebucht hatten wir nur die Fahrten bis Córdoba (sowie alle Hotels). Alle Fahrten danach haben wir immer so ~ 12 - 24 h vor Abfahrt reserviert.
Ich hatte noch ein Ticket von Córdoba nach Antequera im Voraus gekauft. Die Reservierung in diesem Zug für meinen Begleiter haben wir ca. 24 h vor Abfahrt vorgenommen. Zwar konnte er nicht im selben Wagen sitzen wie ich, aber für 35 min Fahrt war das zu verkraften. Wenn wir zwei Plätze hätten reservieren wollen, hätte ich sich sicher auch woanders im Zug etwas gefunden, oder wir wären früher gefahren.

Dank der großartigen Zuverlässigkeit des spanischen Bahn-Systems braucht man hinter der spanischen Grenze auch keine Puffer mehr einzuplanen, denn große Verspätungen sind eigentlich nicht-existent (also vielleicht bei Naturkatastrophen, anders als die DB meine ich damit keine für die Jahreszeit typischen Windereignisse ;-) ).

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
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Link zum nächsten Kapitel

Krümelmonster, München, Samstag, 23.05.2020, 09:27 (vor 243 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo liebes Forum,

wer erst später reinschaut, findet hier den Link zum nächsten Kapitel. ;-)

Es grüßt
Das Krüemlmonster

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