Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 01.05.2020, 20:40 (vor 180 Tagen)

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Wer E-Bikes, Bahncards, ÖPNV-Abos kauft, soll Geld bekommen

Statt Autoprämie: Verbraucherschützer, Radlobbyisten, Verbände und Unternehmen wie Nextbike fordern eine Mobilitätsprämie für alle.

Am 5. Mai lädt das Kanzleramt zum Autogipfel, dort soll über eine Kaufprämie für Autos beraten werden. Nun haben sich Gegner einer reinen Förderung von PKW zusammengetan. Der Fahrradclub ADFC und die Verbraucherzentrale Bundesverband fordern mit zahlreichen anderen Verbänden und Unternehmen wie dem Fahrradverleiher Nextbike stattdessen: eine Mobilitätsprämie für alle. Jede und jeder soll sich entscheiden können, für was sie oder er das Geld ausgeben will - für ein E-Auto, ein Fahrrad, eine Bahncard, ein ÖPNV-Abo.

https://www.nw.de/umwelt/22765073_Wer-E-Bikes-Bahncards-OePNV-Abos-kauft-soll-Geld-beko...

hhmm.. das Foto sieht mir nicht so nach Deutschland aus..
eher Sao Paulo, Av Paulista

https://www.n-tv.de/ticker/Verbaende-fordern-staatliche-Kaufpraemien-nicht-nur-fuer-Aut...


https://www.energiezukunft.eu/mobilitaet/mobilitaetspraemie-fuer-alle-statt-reine-autop...

https://radmarkt.de/nachrichten/bvzf-breites-buendnis-fordert-mobilitaetspraemie-fuer-alle

https://www.lifepr.de/inaktiv/ace-auto-club-europa-ev/Verkehrs-Buendnis-fordert-MobilPr...

https://edison.media/verkehr/coronahilfe-abwrackpraemie-fuer-autos-oder-kaufpraemie-fue...

#MobilPrämieFürAlle

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

Murrtalbahner, Samstag, 02.05.2020, 00:18 (vor 180 Tagen) @ Henrik

Danke fürs Einstellen.

Das ist eine interessante Forderung und würde dem Ansatz folgen, die Krise für ein schnellere Umsetzen von Umweltzielen zu nutzen. Man könnte insbesondere die BC100 zu einer echten Mobilitätskarte ausbauen und den Kauf auf 2-5 Jahre um 50% fördern. Das würde insbesondere dem Gelegenheitsverkehr zugute kommen, weil man ja eh schon ein Ticket hat.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 10:23 (vor 180 Tagen) @ Murrtalbahner

Das ist eine interessante Forderung und würde dem Ansatz folgen, die Krise für ein schnellere Umsetzen von Umweltzielen zu nutzen.

Ich hoffe mal das sie wirklich ihr Geblubber durchziehen und auf Einhaltung der Klimaschutzziele pochen, glauben kann ichs aber noch nicht... vermutlich wird am Ende doch wieder die Wirtschaft und allen voran die Automobilindustrie siegen.

Man könnte insbesondere die BC100 zu einer echten Mobilitätskarte ausbauen und den Kauf auf 2-5 Jahre um 50% fördern. Das würde insbesondere dem Gelegenheitsverkehr zugute kommen, weil man ja eh schon ein Ticket hat.

Gelegenheitsverkehr ist genau das was man nicht fördern will und soll. Dazu zählen nämlich die ganzen Fahrten die eigentlich gar nicht nötig sind und wenn man sie bezahlen müßte auch nicht gemacht würden. Und die umweltfreundlichste Fahrt ist immer noch die, die nicht stattfindet. Ist ja auch gar nicht nötig das die Bahn "umsonst" ist. Sie muß nur günstiger je Fahrt sein als die Alternativen, bei vergleichbarem oder besserem Komfort. Wobei sie eben nie bei allen Parametern das Auto ausstechen kann, gerade den klassischen Benziner/Diesel nicht.

Aber auch klar, reine Förderprämien für die Automobilindustrie, die am besten auch wieder für klassische Benziner/Diesel ausgeschüttet werden und am besten noch damit gekoppelt werden das völlig intakte Fahrzeuge weit vor Lebensendedauer verschrottet werden müssen sind natürlich absoluter Schwachsinn für die Umwelt. Und doch würde es mich überhaupt nicht wundern wenn es genau so kommt. Und natürlich auch kräftig genutzt wird.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

Murrtalbahner, Samstag, 02.05.2020, 13:20 (vor 179 Tagen) @ gnampf

Gelegenheitsverkehr ist genau das was man nicht fördern will und soll. Dazu zählen nämlich die ganzen Fahrten die eigentlich gar nicht nötig sind und wenn man sie bezahlen müßte auch nicht gemacht würden. Und die umweltfreundlichste Fahrt ist immer noch die, die nicht stattfindet. Ist ja auch gar nicht nötig das die Bahn "umsonst" ist. Sie muß nur günstiger je Fahrt sein als die Alternativen, bei vergleichbarem oder besserem Komfort. Wobei sie eben nie bei allen Parametern das Auto ausstechen kann, gerade den klassischen Benziner/Diesel nicht.

Gelegenheitsverkehr findet aber statt. Man kann natürlich die Augen davor verschließen und sagen "will ich nicht", oder aber schauen, dass man auch diese Fahrten auf den ÖV verlagert. Denn dieses "nehmen wir das Auto, es kostet ja nix" ist genau das Problem, warum der ÖV zu Randzeiten (und damit leider oft auch insgesamt) zu unattraktiv ist. Aber genau bei diesen spontanen Freizeitfahrten zu unattraktiven Zeiten mit unattraktivem Angebot sind die Kosten für den ÖV besonders hoch.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 13:27 (vor 179 Tagen) @ Murrtalbahner

Gelegenheitsverkehr findet aber statt. Man kann natürlich die Augen davor verschließen und sagen "will ich nicht", oder aber schauen, dass man auch diese Fahrten auf den ÖV verlagert. Denn dieses "nehmen wir das Auto, es kostet ja nix" ist genau das Problem, warum der ÖV zu Randzeiten (und damit leider oft auch insgesamt) zu unattraktiv ist. Aber genau bei diesen spontanen Freizeitfahrten zu unattraktiven Zeiten mit unattraktivem Angebot sind die Kosten für den ÖV besonders hoch.

Also ein "wir nehmen das Auto, es kostet ja nix" hab ich bisher nur von Leuten mit Firmenwagen gehört. Alle anderen sind sich zumindest sehr drüber bewusst was sie an Geld zur Tanke tragen, auch wenn die anderen Kosten ggf. vergessen werden.
Gelegenheitsfahrten auf die Bahn zu verlegen ist ja völlig ok, aber Freifahrten sind dafür nunmal der völlig falsche Anreiz, denn damit werden vor allem mal viele neue Gelegenheitsfahrten geschaffen die es sonst gar nicht gegeben hätte.
Davon ab, viel mehr ist der Umwelt geholfen wenn die regelmäßigen Fahrten auf die Bahn verlegt werden, und da hast du ganz andere Probleme, nämlich mit der jetzt (also vor Corona...) schon nicht ausreichenden Kapazität. Gie Gelegenheitsfahrten wirst du eh nicht zu 100% auf die Bahn bekommen, schon allein weil mancher mit dem Auto fährt um mit dem Auto zu fahren. So wie mancher Bahn fährt um Bahn zu fahren. Aber auch weil ich in die Bahn nunmal den Ikea-Einkauf nicht rein bringe. Oder kein Platz für den 100en Kinderwagen ist

Zu einer Belebung der Tagesrandlagen würde das übrigens auch nicht führen. Die Leute machen ihren Ausflug mit dem Auto ja nicht um 1 Uhr nachts, also werden sie das mit der Bahn auch nicht machen. Zu einer stellenweisen Belebung von freien Tagen mags führen, aber da eben auch wieder nur zu Stoßzeiten.

Auto: Wahrnehmung von Kosten in Zusammenhang mit Entstehung.

martarosenberg, Samstag, 02.05.2020, 13:46 (vor 179 Tagen) @ gnampf

Also ein "wir nehmen das Auto, es kostet ja nix" hab ich bisher nur von Leuten mit Firmenwagen gehört. Alle anderen sind sich zumindest sehr drüber bewusst was sie an Geld zur Tanke tragen, auch wenn die anderen Kosten ggf. vergessen werden.

Ich kenne das Argument "Auto kostet ja nix" aber schon:

* Anschaffung ist bereits bezahlt, Unterhaltskosten fallen nicht in direkt spürbarem Zusammenhang zur Fahrt an, und reine Spritkosten sind dann preiswerter als die unrabattierte Gelegenheitsfahrkarte Verbund oder Bahn-Tarif zum Vollpreis.
* Auch "ach komm, die paar km", der Tank ist eh voll, die Tankkosten werden nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Fahrt wahrgenommen.
- schön auch zu sehen am Straßenmaut: Der wird unmittelbar in Zusammenhang mit der Entscheidung, dort langzufahren, wahrgenommen, so dass die Fahrt München -> Südtirol via Mittenwald und Brennerlandstraße gegenüber Autobahn (Vignette + Brennermaut) bevorzugt wird. (Gut, könnte in diesem Falle auch wirklich auch preiswerter sein für die Autonutzer.)

Ein Auto ist aktuell für viele sicherer.

ktmb, iOS, Samstag, 02.05.2020, 13:57 (vor 179 Tagen) @ martarosenberg
bearbeitet von ktmb, Samstag, 02.05.2020, 14:00

Im Auto gibt es keinen Maskenzwang, keine möglichen Virenträger usw.
Der Verlierer wird möglicherweise in Städten der ÖPNV sein. Auto und Fahrrad holen auf: -->

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-krise-rad-auto-bahn-die-verkehrswende-ste...

Aber auch für weitere Strecken würde ich derzeit lieber das Auto nehmen, wenn ich könnte.

--
STAY home. STOP the spread. SAVE lives.

Ein Auto ist aktuell attraktiver ...

Tobs, Region Köln/Bonn, Samstag, 02.05.2020, 17:49 (vor 179 Tagen) @ ktmb

... aber auch nur, weil die Bahn - durch höhere Gewalt - an Attraktivität eingebüßt hat:

Im Auto gibt es keinen Maskenzwang, keine möglichen Virenträger usw.

Zudem dürfte nun das Frühstück, der Kaffee zwischendurch oder gar das "Abendessen" - zumindest in den NV-Zügen - entfallen. Auch wenn das für mich persönlich unter den gegebenen Rahmenbedingungen uneingeschränkt in Ordnung ist, macht es die Bahn doch tendenziell unattraktiver, da diese Dinge nun alle zuhause stattfinden müssen. Eine Fahrt bspw. von Köln nach Bielefeld im durchgehenden RE 6 (NRW) ohne die Möglichkeit zu haben, zumindest zwischendurch etwas zu trinken, ist nicht nur unangenehm, sondern auch eine entgangene Einnahmequelle für die Bahnhofsgastronomie und zur Folge, dass sich manch einer eher ins Auto setzt, ggf. mal einen Parkplatz ansteuert und eine Snackpause einlegt.

Noch ein Wort zum Maskenzwang:
Auch im Auto ist man ja vor diesem nicht befreit, denn man ist verpflichtet, diese abzulegen (so man eine trägt). Das ist im meinen Augen vergleichbar mit dem Zwang, in der Moschee, die Schuhe auszuziehen. (Dass die - insbesondere kulturellen - Rahmenbedingungen hier ganz andere sind, versteht sich.) Überspitzt formuliert, könnte man - rein im Falle des Autofahrens - argumentieren, dass der Bürger hier unmündig ist, da für ihn entschieden wird. (Dagegen halten würde ich jedoch das Argument, dass in den hier beschriebenen Fällen der Eigentümer sein "Hausrecht" rechtens geltend macht, denn die Straßen gehören ja letztendlich dem Staat. Auch die Straßenverkehrsordnung sehe ich als ein solches "Hausrecht" an. *) Aber ich stimme Dir insofern zu, dass das für viele ein Argument sein dürfte. Ich frage mich dann aber auch zugleich, ob es nicht lästiger ist, sie für´s Tanken wieder auf- und absetzen zu müssen. -:)

* Dass die Argumentation mit dem "Hausrecht" spätestens dann hinkt, wenn es darum geht, dass es derzeit untersagt ist, in seiner (freistehenden) Eigentumsimmobilie eine private Party auszurichten, ist mir bewusst (und hat zudem mein vollstes Verständnis). Sie scheint mir in den beschriebenen Fällen aber zu greifen.

Auto: Wahrnehmung von Kosten in Zusammenhang mit Entstehung.

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 14:05 (vor 179 Tagen) @ martarosenberg

* Anschaffung ist bereits bezahlt, Unterhaltskosten fallen nicht in direkt spürbarem Zusammenhang zur Fahrt an, und reine Spritkosten sind dann preiswerter als die unrabattierte Gelegenheitsfahrkarte Verbund oder Bahn-Tarif zum Vollpreis.
* Auch "ach komm, die paar km", der Tank ist eh voll, die Tankkosten werden nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Fahrt wahrgenommen.
- schön auch zu sehen am Straßenmaut: Der wird unmittelbar in Zusammenhang mit der Entscheidung, dort langzufahren, wahrgenommen, so dass die Fahrt München -> Südtirol via Mittenwald und Brennerlandstraße gegenüber Autobahn (Vignette + Brennermaut) bevorzugt wird. (Gut, könnte in diesem Falle auch wirklich auch preiswerter sein für die Autonutzer.)

nun, jemanden der so argumentiert wird dann aber auch mit einer BC100 für Lau die Bahn nicht mehr nutzen. Das Auto ist ja eh da, wird womöglich sogar benötigt um zum Bahnhof zu kommen. Warum soll ich da jetzt erst 'ne Stunde auf den Zug warten, da kann ich doch lieber gleich mit dem Auto fahren, kostet ja nichts. Und zurück kann ich auch wann ich will. Außerdem muß ich mir dann nicht die ganzen Handytelefonierer antun sondern kann selbst in Ruhe telefonieren. Und umsteigen muß ich auch nicht.

Die Bahn zu verramschen ist keine Lösung um die Leute vom Auto weg zu bringen, erstrecht nicht wenn sie der Ansicht sind das Auto kostet nichts. Sorgt lieber dafür das die echten Kosten vom Auto den Leuten bewußt werden.

Ach ja, ich hab auch schon die österreichischen Landstraßen den Autobahnen vorgezogen... die Autobahnen sind da ja teils grausam, elendig landige Betonwüsten wo du nichts siehsts außer Beton nachdem links und recht auch lediglich Betonlärmschutzwände sind, und das kilometerweit schnurgeradeaus. Da war die (länger dauernde) Fahrt über Land viel angenehmer.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

brandenburger, Perleberg, Montag, 04.05.2020, 15:44 (vor 177 Tagen) @ gnampf

Gelegenheitsverkehr ist genau das was man nicht fördern will und soll. Dazu zählen nämlich die ganzen Fahrten die eigentlich gar nicht nötig sind und wenn man sie bezahlen müßte auch nicht gemacht würden. Und die umweltfreundlichste Fahrt ist immer noch die, die nicht stattfindet.

Jein. Was den öffentlichen Verkehr betrifft, ist nur dann eine Fahrt schlecht für die Umwelt, wenn zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden müssen.

Bei einem taktorientierten Angebot, bei dem man auch die Fahrzeuggrößen nicht so einfach ändern kann, ist außerhalb der Hauptverkehrszeiten in der Regel viel Platz im Zug oder Bus.

Wenn also Fahrgäste abends oder am Wochendende "nicht notwendige" Fahrten unternehmen, für die sie nichts (Abo, BC100) oder wenig (Wochenend- oder Länderticket) bezahlen, ist das grundsätzlich eine Win-Win-Situation.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

gnampf, Montag, 04.05.2020, 17:29 (vor 177 Tagen) @ brandenburger

Selbst wenn das Fahrzeug Plätze frei hat ist der zusätzliche Kunde nicht resourcenneutral. Jedes Gramm Zusatzgewicht braucht Energie beim Beschleunigen/Bremsen. Aber wie willst du dafür sorgen das die "unnützen" Fahrten nur zu Zeiten gemacht werden wo die Fahrzeuge noch Kapazitäten haben? Wer eine Free-BC100 hat muß aussteigen wenn der letzte Platz besetzt wurde oder jemand steht? Selbst wenn die Karte nur Samstags z.B. gilt würde es immer noch sich zu bestimmten Zeiten knubbeln, weil halt nicht die einen ihren Ausflug auf die Nacht verschieben damit sich das ganze entzerrt, sondern alle direkt morgens zum See fahren um ihr Handtuch auszulegen und sich den Platz zu sichern.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 02.05.2020, 13:20 (vor 179 Tagen) @ Murrtalbahner

Man könnte insbesondere die BC100 zu einer echten Mobilitätskarte ausbauen und den Kauf auf 2-5 Jahre um 50% fördern.

Angeblich kostet eine BC100 2. Klasse aktuell 3.952 EUR/Jahr.

Wenn mein Rechner nicht kaputt ist, dann wären das 10,83 am Tag.

Um 50% reduziert haben wir eine bundesweite Vollflex-ICE-Netzkarte inklusive städtischem ÖPNV für schlappe 5,40 EUR/Tag.

Also liebe Leute, bei aller Liebe: Ich bin mit dem Lechzen nach dem endgültigen Preisverfall und verschiedenen überzogenen Anspruchshaltungen überhaupt nicht einverstanden. Auch wenn einige hier im Bahnforum aus sehr naheliegenden Gründen die quasi-kostenlose beliebige Beförderung in allen Zügen sehr geil fänden, so müssen diverse Dinge im Leben echt ihren Preis behalten. Alles was keinen nennenswerten Preis mehr hat verkommt zur beliebigen Wegwerfware. "Ach nix zu tun, drehe ich morgen mal eine ICE-Runde Köln - Nürnberg - Berlin - Köln. Das ist so sinnfrei wie Freibier und Freibenzin für alle. Man fängt auch beim Verkehr an den Ressourcenverbrauch aus den Augen zu verlieren und das ist saugefährlich. Wie ich auch unbedingt dafür bin, daß Nahrungsmittel wieder wertige Preise bekommen.

Wenn dann bezuschusst das Jobticket für den täglichen Weg von Daheim zur Arbeit und in die Stadt zum einkaufen. Dann ist aber gut. MEHR muß man sich echt erarbeiten und nimmt dann meinetwegen ein SSP mit Zugbindung. Als Kölner habe ich aber nichts mit einem fast-gratis-Ticket in Tübingen, Hof und Greifswald verloren. Macht doch keinen Sinn.

Nehmt mal wieder eine Erdungsstange in die Hände.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

Murrtalbahner, Samstag, 02.05.2020, 13:26 (vor 179 Tagen) @ Alibizugpaar

Man könnte insbesondere die BC100 zu einer echten Mobilitätskarte ausbauen und den Kauf auf 2-5 Jahre um 50% fördern.

Angeblich kostet eine BC100 2. Klasse aktuell 3.952 EUR/Jahr.

Wenn mein Rechner nicht kaputt ist, dann wären das 10,83 am Tag.

Um 50% reduziert haben wir eine bundesweite Vollflex-ICE-Netzkarte inklusive städtischem ÖPNV für schlappe 5,40 EUR/Tag.

Also liebe Leute, bei aller Liebe: Ich bin mit dem Lechzen nach dem endgültigen Preisverfall und verschiedenen überzogenen Anspruchshaltungen überhaupt nicht einverstanden. Auch wenn einige hier im Bahnforum aus sehr naheliegenden Gründen die quasi-kostenlose beliebige Beförderung in allen Zügen sehr geil fänden, so müssen diverse Dinge im Leben echt ihren Preis behalten. Alles was keinen nennenswerten Preis mehr hat verkommt zur beliebigen Wegwerfware. "Ach nix zu tun, drehe ich morgen mal eine ICE-Runde Köln - Nürnberg - Berlin - Köln. Das ist so sinnfrei wie Freibier und Freibenzin für alle. Man fängt auch beim Verkehr an den Ressourcenverbrauch aus den Augen zu verlieren und das ist saugefährlich. Wie ich auch unbedingt dafür bin, daß Nahrungsmittel wieder wertige Preise bekommen.

Wenn dann bezuschusst das Jobticket für den täglichen Weg von Daheim zur Arbeit und in die Stadt zum einkaufen. Dann ist aber gut. MEHR muß man sich echt erarbeiten und nimmt dann meinetwegen ein SSP mit Zugbindung. Als Kölner habe ich aber nichts mit einem fast-gratis-Ticket in Tübingen, Hof und Greifswald verloren. Macht doch keinen Sinn.

Nehmt mal wieder eine Erdungsstange in die Hände.

Als Touristiker muss ich dir widersprechen. Auch als Kölner bist du in meiner Region herzlich willkommen! Und am liebsten mit dem ÖV.

Außer ein paar Freaks wird kaum jemand eine Runde drehen, wie du sie genannt hast. Sondern eher das Auto in der Freizeit eben stehen lassen. Das Leben ist nicht immer planbar, wie es die SSP-Auslastungs-Freaks sich das immer vorstellen. Da muss eben auch kurzfristig was gehen und da ist der ÖV immer noch recht teuer.
Wenn du schon von Ressourcen sprichst: Ich fände das ganz sinnig, wenn die ganzen Busse und Züge am Wochenende nicht rumstehen würden (jaja, ich weiß, Verschleiß und so). Aber jeder Bus, der statt zehn Autos fährt, ist ein guter Deal. Und von dem Bus profitiert auch die örtliche Bevölkerung, wodurch die Fläche auch wieder attraktiver wird. Den fetisch, alles auf und in Ballungsgebiete zu zentralisieren, sollte man endlich aufhören. Das kann sich keiner leisten. Finanziell, Ressourcen usw.

OT: Attraktivität BahnCard 100 für ÖPNV

michael_seelze, Samstag, 02.05.2020, 16:47 (vor 179 Tagen) @ Alibizugpaar

Man könnte insbesondere die BC100 zu einer echten Mobilitätskarte ausbauen und den Kauf auf 2-5 Jahre um 50% fördern.

Angeblich kostet eine BC100 2. Klasse aktuell 3.952 EUR/Jahr.

Wenn mein Rechner nicht kaputt ist, dann wären das 10,83 am Tag.

Um 50% reduziert haben wir eine bundesweite Vollflex-ICE-Netzkarte inklusive städtischem ÖPNV für schlappe 5,40 EUR/Tag.

Definiere "städtischer ÖPNV": Es soll durchaus Städte geben, deren Stadtgebiet nicht oder nicht vollständig vom Geltungsbereich nach Nr.7 Preisliste ab Seite 78
erfasst wird. Pendler aus den nicht erfassten Gebieten werden unter Umständen vom Lauf einer BahnCard 100 Abstand nehmen, da sie für den Weg zum Bahnhof ja weiterhin eine Fahrkarte ihres örtlichen Verbundes/ihrer Verkehrsgemeinschaft benötigen.
Wie wäre es da mit einer bundesweiten Karte für den ÖPNV, die eine Nutzung des Fernverkehrs ausschließt oder beschränkt?

OT: Attraktivität BahnCard 100 für ÖPNV

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 02.05.2020, 17:06 (vor 179 Tagen) @ michael_seelze

Definiere "städtischer ÖPNV": Es soll durchaus Städte geben, deren Stadtgebiet nicht oder nicht vollständig vom Geltungsbereich nach Nr.7 Preisliste ab Seite 78 erfasst wird.

Zum Beispiel das nicht so ganz kleine Berlin. Es gibt aber auch Städte, deren Stadtverkehre in der BC100 enthalten sind, aber nicht in Nr. 7 der Preisliste erfasst sind, wie zum Beispiel Cuxhaven.

--
Weg mit dem 4744!

OT: Attraktivität BahnCard 100 für ÖPNV

agw, NRW, Sonntag, 03.05.2020, 11:23 (vor 179 Tagen) @ michael_seelze

Wie wäre es da mit einer bundesweiten Karte für den ÖPNV, die eine Nutzung des Fernverkehrs ausschließt oder beschränkt?

Das ist natürlich schwierig: "bundesweit" und "ÖPNV" in einem Satz. Das wird noch dauern.
Ansonsten plädiere ich ja für weiter Varianten der DB BC100 (bzw. Deutschlandbahncard 100). Eine davon ist diese:
100% Rabatt auf allen SPNV (und falls möglich auch allen ÖPNV) und hohen Rabatt auf allen FV (z.B. 50% oder je nach Kartenpreis auf 80 oder 90%).

Eine bundesweit geltende NV-Karte müsste auch nicht teuer sind. (Und nein, den Preis errechnet man nicht, in dem man den Monatspreis aller Verbundmonatskarten in Deutschland zusammen rechnet.)

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

OT: Attraktivität BahnCard 100 für ÖPNV

brandenburger, Perleberg, Montag, 04.05.2020, 15:48 (vor 177 Tagen) @ agw

Wie wäre es da mit einer bundesweiten Karte für den ÖPNV, die eine Nutzung des Fernverkehrs ausschließt oder beschränkt?


Das ist natürlich schwierig: "bundesweit" und "ÖPNV" in einem Satz. Das wird noch dauern.

Hallo,

die gibt es schon. Aber nur für Schwerbehinderte mit Merkzeichen (a)G, H, Gh oder Bl. ;)

Bc 100 ist eh ein Schnäppchen

WbuIV, Samstag, 02.05.2020, 14:23 (vor 179 Tagen) @ Murrtalbahner
bearbeitet von WbuIV, Samstag, 02.05.2020, 14:24

Ich halts alle Zuschüsse, ob für Auto oder Bshn für unnötig.

Mit meiner Bc100 bin ich normalerweise 80.000 km im Jahr unterwegs. Macht 5 ct/km. Dann kommt noch der Steuervorteil weg. Dann bin ich bei unter 4 ct/km. Einen Preis für Mobiliät muss es geben, sie ist immer mit Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung verbunden. Da täuschen auch keine grüne Streifen darüber weg.

Von mir aus könnte die Pendlerpauschale ganz weg (obwohl ich als Gutverdiener sie maximal ausnutzen kann). M. E. Fördert die Relation im Grünen wohnen, in der Großstadt wohnen nur unnötig den Verkehr. In Verbindung mit irrsinnigen Grundstückspreisen und wahsinnigen Mieten könnte es die Besiedelung im flschen Land fördern. Meine absolute Privatmeinung, durch nix abgesichert und völlig konträr zu meiner eigenen Situation.

Pendlerpauschale

Dieter4711, Samstag, 02.05.2020, 18:13 (vor 179 Tagen) @ WbuIV

Hallo,
so einfach ist das mit dem Wegfall der Pendlerpauschale nicht. Die Idee hört sich zwar gut an, aber die Ausgestaltung dürfte extrem schwierig werden.
Es sei denn Wegekosten würden prinzipiell steuerlich nicht als Ausgabe anerkannt. Das ist eine einfache Lösungsvariante, hier werden dann aber die Unternehmen protestieren.

Pendlerpauschale

heinz11, Samstag, 02.05.2020, 18:51 (vor 179 Tagen) @ Dieter4711

Hallo,
so einfach ist das mit dem Wegfall der Pendlerpauschale nicht. Die Idee hört sich zwar gut an, aber die Ausgestaltung dürfte extrem schwierig werden.
Es sei denn Wegekosten würden prinzipiell steuerlich nicht als Ausgabe anerkannt. Das ist eine einfache Lösungsvariante, hier werden dann aber die Unternehmen protestieren.


Die Unternehmen werden nicht protestieren, denn es betrifft sie ja nicht. Und der einfachen Lösungsvariante steht ein Urteil des BVerfG aus dem Jahr 2008 entgegen.

Über die Pendlerpauschale nicht nur km Kosten fürs Auto

Power132, Samstag, 02.05.2020, 18:46 (vor 179 Tagen) @ WbuIV

denn in der Steuererklärung wirden Kosten angesetzt, die über Monats und Jahrestickets laufen und wenn das dann auch gestrichen wird, ist der Aufschrei so groß, das selbst Trump in den USA erschrecken würde.
Außerdem kann man nicht die km Pauschale (ausschließlich) für die Autofahrer streichen, um sie zur Bahn zu bewegen. Das würde über den BFH oder das BVG kassiert werden. Und dann bleibt noch offen, wie der Wegeaufwand sonst steuerlich zu behandeln ist.

Über die Pendlerpauschale nicht nur km Kosten fürs Auto

heinz11, Samstag, 02.05.2020, 18:54 (vor 179 Tagen) @ Power132

...
Außerdem kann man nicht die km Pauschale (ausschließlich) für die Autofahrer streichen, um sie zur Bahn zu bewegen. Das würde über den BFH oder das BVG kassiert werden. Und dann bleibt noch offen, wie der Wegeaufwand sonst steuerlich zu behandeln ist.


Über letzteres definitiv nicht, allenfalls über das BVerfG.

Über die Pendlerpauschale nicht nur km Kosten fürs Auto

WbuIV, Samstag, 02.05.2020, 18:58 (vor 179 Tagen) @ Power132

Logischerweise muss wenn die Pendlerpauschale für alle gestrichen werden.

Und wie willst du die Kosten verrechnen

Power132, Samstag, 02.05.2020, 19:05 (vor 179 Tagen) @ WbuIV
bearbeitet von Power132, Samstag, 02.05.2020, 19:09

die für den Weg von/zur Arbeit anfallen?

Jemanden der in Werlte im Emsland wohnt und in Meppen oder Cloppenburg arbeitet nutzt eine BC100 wenig

30km bei Wind und Wetter nach Cloppenburg oder 36km nach Meppen ist nicht jedem zuzumuten.

mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter (fehlt da)

Power132, Samstag, 02.05.2020, 19:14 (vor 179 Tagen) @ Power132

- kein Text -

Gar nicht

WbuIV, Samstag, 02.05.2020, 19:29 (vor 179 Tagen) @ Power132

wenn ich die beschriebenen Effekte erzielen will: gar nicht.

Ich selbst wohne ca. 200 km vom meinem Dienstsort entfernt. Warum? weil ich es will. Was kann mein Dienstherr dafür: Nichts. Was kann der Staat dafür: Auch nichts. Natürlich könnte ich mir das sparen und nach München ziehen. Muss der Staat mir dann die überteuerte Miete bezuschuschussen? Kein Mensch würde auf die Idee kommen.

Jede Steuersparmöglichkeit hilft besonders den Cleveren und Gutverdienern. Ich fände einen niedrigeren Steuersatz besser. Unser Einkommensteuergesetz wird ständig erweitert, um "Ungerechtigkeiten" auszugleichen und Lücken zu stopfen. Wohin das System mit Abzugsfäihgkeiten merke ich bei der Steuererklärung, was all die Schlupflöcher bewirken zegen die entsprechenden Prozesse, soweit der Staat überhaupt Interesse daran hat.

Und wie willst du die Kosten verrechnen

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 02.05.2020, 19:48 (vor 179 Tagen) @ Power132

Jemanden der in Werlte im Emsland wohnt und in Meppen oder Cloppenburg arbeitet nutzt eine BC100 wenig

Zumindest dem der in Meppen arbeitet würde sie prinzipiell schon nutzen - oder wird die BC100 bei der EEB neuerdings nicht mehr anerkannt?

--
Weg mit dem 4744!

Was hat die EEB in Werlte mit ÖPNV zu tun?

Power132, Samstag, 02.05.2020, 20:07 (vor 179 Tagen) @ JeDi
bearbeitet von Power132, Samstag, 02.05.2020, 20:09

und das die einen Busverkehr betreiben wäre mir ehrlich gesagt neu. https://www.eeb-online.de/45.html da ist nix von einem Busbetrieb zu sehen.

Was hat die EEB in Werlte mit ÖPNV zu tun?

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 02.05.2020, 20:25 (vor 179 Tagen) @ Power132
bearbeitet von JeDi, Samstag, 02.05.2020, 20:28

und das die einen Busverkehr betreiben wäre mir ehrlich gesagt neu. https://www.eeb-online.de/45.html da ist nix von einem Busbetrieb zu sehen.

Die betreiben unter anderen den "SEV" von Werlte über Sögel nach Lathen (Fahrplan) und ein wenig Schülerverkehr nach Dörpen. Den direkten Schulbus Werlte - Meppen betreibt allerdings ein örtlicher Privatunternehmer, mindestens die Rückfahrt um kurz nach 13 Uhr ab Meppen wäre aber auch nur leidlich attraktiv.

Hier findest du auch mehr zu deren Busverkehr.

--
Weg mit dem 4744!

Über die Pendlerpauschale nicht nur km Kosten fürs Auto

Dieter4711, Sonntag, 03.05.2020, 10:07 (vor 179 Tagen) @ WbuIV
bearbeitet von Dieter4711, Sonntag, 03.05.2020, 10:07

Logischerweise muss wenn die Pendlerpauschale für alle gestrichen werden.

Ok, dann wird die Pauschale gestrichen und es müssen die konkret anfallenden Kosten ermittelt werden. Das bedeutet einen erheblichen Mehraufwand.

Nun "Spass beiseite", gemeint war vermutlich die "Anrechenbarkeit von Wegekosten für Arbeitnehmer (und nur für diese!) auf dem Weg zumn Arbeitsplatz sind keine Aufwendungen in steuerlichem Sinn".

Diese Regelung ist allerdings - im Rahmen der Gleichbehandlung - problematisch. Denn der Angestelllte muss seine Fahrtkosten privat tragen, für den Selbstständigen dagegen sind es weiterhin Betriebsausgaben.

Das "fühlt" sich auch nicht akzeptabel an.

Wer glaubt die Prämien fürs Auto

WbuIV, Samstag, 02.05.2020, 14:09 (vor 179 Tagen) @ Henrik

Hätten irgendwas mit Mobilität, Umweltschutz oder Verbrauchern zu tun träumt.

Die Prämie ist eine 100 %ige Auto-Lobbyismus-Aktion. Da können sich ADFC und irgendwelche Grüne auf den Kopf stellen. Die Heilige Kuh der Deutschen ist aus Plech.
Deshalb darf diese Industrie betrügen wie sie will,sie wird immer weiter mit Steuergeldern zugeschüttet. Da ist das Ausbaugeld für die Bahn nur Geld zur Beruhigung.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

agw, NRW, Samstag, 02.05.2020, 16:00 (vor 179 Tagen) @ Henrik


Am 5. Mai lädt das Kanzleramt zum Autogipfel, dort soll über eine Kaufprämie für Autos beraten werden. Nun haben sich Gegner einer reinen Förderung von PKW zusammengetan. Der Fahrradclub ADFC und die Verbraucherzentrale Bundesverband fordern mit zahlreichen anderen Verbänden und Unternehmen wie dem Fahrradverleiher Nextbike stattdessen: eine Mobilitätsprämie für alle. Jede und jeder soll sich entscheiden können, für was sie oder er das Geld ausgeben will - für ein E-Auto, ein Fahrrad, eine Bahncard, ein ÖPNV-Abo.

Das Problem ist hier, dass die Gegner der Abwrackprämie deren Sinn absichtlich falsch verstehen.
Der Sinn ist doch, die heimische Industrie und die heimischen Arbeitsplätze in dieser zu stärken.

Ein E-Bike aus China oder eine BC100 für einen Zug aus Spanien, Polen oder China bringt es da nicht.

Aber vielleicht kann man ja eine Prämie ausgeben, mit der Anteile an in Deutschland gebauten Premium-Zügen erworben werden können? Oder noch nachhaltiger: Anteile an den "Redesign"-Kosten für in Deutschland zu modernisierende Züge. Neubauen ist ja auch immer schlecht für die Umwelt. Das ICE1-Redesign wäre da doch mal was tolles. Allerdings dürften da viel weniger Arbeitsplätze dran hängen als in der deutschen Automobilindustrie.

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"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 02.05.2020, 17:55 (vor 179 Tagen) @ agw

Das Problem ist hier, dass die Gegner der Abwrackprämie deren Sinn absichtlich falsch verstehen.

Unangebrachte Pauschalisierung.

Der Sinn ist doch, die heimische Industrie und die heimischen Arbeitsplätze in dieser zu stärken.

Man kann auch alternative heimische Industrien stärken, zum Beispiel durch die Bestellung hunderttausender neuer Busse, Regiozüge, U-Bahnen und durch den Ausbau von Straßenbahnnetzen und den flächendeckenden Ausbau wertiger P+R-Anlagen etc. Auch diese Industrien haben reichlich Zulieferer.

Denen Du hier ein 'absichtliches falsch verstehen' unterstellt erlauben sich einfach mal in anderen Wegen zu denken statt nur in alten eingetretenen Pfaden. Ins Glück haben uns diese Pfade jedenfalls nicht geführt. Wir stecken in einem Verkehrs- und Stau-Chaos mit einer ungeheuren ökologischen Minusbilanz.

Meinetwegen kann man gerne einzelne Autosparten untertützen, die sich in Kleinwagen wie Smart, Polo, Lupo bewegen und bei einem geringsten Spritverbrauch echt effektiv sind. Aber für große Pkw-Schlachtschiffe und SUV keinen einzigen Cent!

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

gnampf, Samstag, 02.05.2020, 19:32 (vor 179 Tagen) @ agw

Das Problem ist hier, dass die Gegner der Abwrackprämie deren Sinn absichtlich falsch verstehen.

Nö, die Abwrackprämie sollte laut Aussagen der Politik eine Maßnahme für die Umwelt sein. Dass das gelogen war hat natürlich auch jeder gesehen der nicht komplett blind war. Das man aus der Politik belogen wird ist widerrum auch nicht neues und passiert des öfteren mal.

Der Sinn ist doch, die heimische Industrie und die heimischen Arbeitsplätze in dieser zu stärken.

Nicht der offiziell kommunizierte Sinn. Zumindest wenn du noch von der Abwrackprämie redest, denn die war vor einigen Jahren. Was jetzt kommt und ob das wieder eine Abwrackprämie, oder nur so Kaufanreize etc. wird weiß noch keiner offiziell genau.

Ein E-Bike aus China oder eine BC100 für einen Zug aus Spanien, Polen oder China bringt es da nicht.

Auch Züge werden zum Teil in Deutschland gebaut, genauso wie Autos vielfach nicht in Deutschland gebaut werden. Züge werden in Deutschland entwickelt und Züge werden in Deutschland betrieben. Im Gegensatz zu z.B. LKWs sogar zum Großteil von Personal das in Deutschland lebt. Und auch das E-Bike wird meist wohl in Deutschland vertrieben und gewartet werden, womöglich sogar entworfen (Bosch mischt z.B. auch da ganz gut mit).

Aber vielleicht kann man ja eine Prämie ausgeben, mit der Anteile an in Deutschland gebauten Premium-Zügen erworben werden können? Oder noch nachhaltiger: Anteile an den "Redesign"-Kosten für in Deutschland zu modernisierende Züge. Neubauen ist ja auch immer schlecht für die Umwelt. Das ICE1-Redesign wäre da doch mal was tolles. Allerdings dürften da viel weniger Arbeitsplätze dran hängen als in der deutschen Automobilindustrie.

Die Werke für Modernisierungen sind doch eh ganz gut ausgelastet, was du daran erkennst das die MÜnchner S-Bahnen durchs Land kutschiert werden dafür.
Tja, und wenn dann bei den Autobauern der ein oder andere rausfliegt... es gibt jede Menge freie Stellen als Lokführer, Zugbegleiter, etc. Und Schichtarbeit ist man ja gewohnt. In der Entwicklung wird eh keiner rausfliegen, die sind genug damit beschäftigt ihren Rückstand in Sachen E-Mobilität aufzuholen, und wenn sie das nicht schaffen sind sie früher oder später eh hinüber... dann besser früher als später da keine Kohle mehr rein stecken und die Leute wo anders unterbringen.
Ach ja, Bahnbaufirmen könnten sicherlich auch noch eine Menge Leute brauchen. Oder solche zur Erstellung von Stromtrassen. Sofern denn irgendwann mal die Politik endlich ihre Genehmigungen durchbringt.

Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

agw, NRW, Sonntag, 03.05.2020, 11:15 (vor 179 Tagen) @ gnampf

Das Problem ist hier, dass die Gegner der Abwrackprämie deren Sinn absichtlich falsch verstehen.


Nö, die Abwrackprämie sollte laut Aussagen der Politik eine Maßnahme für die Umwelt sein. Dass das gelogen war hat natürlich auch jeder gesehen der nicht komplett blind war. Das man aus der Politik belogen wird ist widerrum auch nicht neues und passiert des öfteren mal.

Ja, aber alle wissen, dass es nicht um die Umwelt ging. Daher tut man so, als wenn es jetzt auch wieder um die Umwelt gehen sollte, obwohl ALLE wissen, dass das nicht so ist.

Der Sinn ist doch, die heimische Industrie und die heimischen Arbeitsplätze in dieser zu stärken.


Nicht der offiziell kommunizierte Sinn. Zumindest wenn du noch von der Abwrackprämie redest, denn die war vor einigen Jahren. Was jetzt kommt und ob das wieder eine Abwrackprämie, oder nur so Kaufanreize etc. wird weiß noch keiner offiziell genau.

Ich rede nicht von Presseerklärungen. Ich Rede von den Fakten. Jede von der Industrie geforderte Prämie ist für die Industrie und für nix anderes. Das kann man eigentlich gar nicht leugnen.

Ein E-Bike aus China oder eine BC100 für einen Zug aus Spanien, Polen oder China bringt es da nicht.


Auch Züge werden zum Teil in Deutschland gebaut, genauso wie Autos vielfach nicht in Deutschland gebaut werden. Züge werden in Deutschland entwickelt und Züge werden in Deutschland betrieben. Im Gegensatz zu z.B. LKWs sogar zum Großteil von Personal das in Deutschland lebt. Und auch das E-Bike wird meist wohl in Deutschland vertrieben und gewartet werden, womöglich sogar entworfen (Bosch mischt z.B. auch da ganz gut mit).

Es geht aber um die Industrie und die Herstellung. Da nützt ein e-Bike aus China wenig, das hab ich doch geschrieben. Außerdem muss man dann schon 100 e-Bikes für einen etron verkaufen. Auch schwierig.
Und wenn selbst die bundeseigene DB Züge aus Polen und Spanien bestellt, was soll das der Industrie in Deutschland bringen? Hab ich doch schon oben geschrieben.

Richtig sagst du, dass auch Autos aus anderen Ländern hier verkauft werden. Daher wird man sich bei der nächsten Abwrackprämie Mühe geben, das zu vermeiden. Ein Vorschlag ist ja, die MWst für Autokäufe zu senken, damit man beim privat gekauften etron vielleicht 10k Euro spart und beim privat gekauften Dacia nur 1k Euro.

Aber vielleicht kann man ja eine Prämie ausgeben, mit der Anteile an in Deutschland gebauten Premium-Zügen erworben werden können? Oder noch nachhaltiger: Anteile an den "Redesign"-Kosten für in Deutschland zu modernisierende Züge. Neubauen ist ja auch immer schlecht für die Umwelt. Das ICE1-Redesign wäre da doch mal was tolles. Allerdings dürften da viel weniger Arbeitsplätze dran hängen als in der deutschen Automobilindustrie.


Die Werke für Modernisierungen sind doch eh ganz gut ausgelastet, was du daran erkennst das die MÜnchner S-Bahnen durchs Land kutschiert werden dafür.
Tja, und wenn dann bei den Autobauern der ein oder andere rausfliegt... es gibt jede Menge freie Stellen als Lokführer, Zugbegleiter, etc. Und Schichtarbeit ist man ja gewohnt. In der Entwicklung wird eh keiner rausfliegen, die sind genug damit beschäftigt ihren Rückstand in Sachen E-Mobilität aufzuholen, und wenn sie das nicht schaffen sind sie früher oder später eh hinüber... dann besser früher als später da keine Kohle mehr rein stecken und die Leute wo anders unterbringen.
Ach ja, Bahnbaufirmen könnten sicherlich auch noch eine Menge Leute brauchen. Oder solche zur Erstellung von Stromtrassen. Sofern denn irgendwann mal die Politik endlich ihre Genehmigungen durchbringt.

Es geht gerade weniger um eine Transformation der Arbeitswelt als kurzfristig die vorhandene Arbeitswelt auszulasten.
Wenn alle bahnnahen Firmen noch auf Jahre ausgelastet sind, dann braucht es da wohl keine Prämie. Die würde ja erst in vielen Jahren wirken.

Mal angenommen, man würde ab morgen die BC100 steuerfinanziert zum halben Preis anbieten. Wann würde man einen Effekt für "die deutsche Industrie" sehen und wie wäre der im Umfang mit einer Prämie für (deutsche) Premiumautos vergleichbar?

Die Strecken sind alle ausgelastet, d.h. man müsste erstmal 15-30 Jahre neue Gleise bauen, bis man mehr Züge fahren lassen könnte. Alleine bis die ersten Bautrupps für ab heute neu geplante Strecken anrücken würden, vergingen doch 5-15 Jahre.
Selbst man man alle Züge älter 15 Jahre unsinnigerweise "abwracken" und ersetzen möchte, wie lange würde die Bahnindustrie dafür brauchen, wo die Kapazitäten doch eh schon so ausgelastet sind, dass praktisch alle Bestellungen verspätet kommen? Oder gibt es etwa Züge, die zu tausenden auf Halde stehen, wie in der Autoindustrie?

Wie gesagt, diese Prämien werden von den Gegenern absichtlich falsch verstanden. Daher wird das auch nix.

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"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
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Wer Bahncards kauft, soll Geld bekommen

gnampf, Sonntag, 03.05.2020, 11:44 (vor 179 Tagen) @ agw

Ja, aber alle wissen, dass es nicht um die Umwelt ging. Daher tut man so, als wenn es jetzt auch wieder um die Umwelt gehen sollte, obwohl ALLE wissen, dass das nicht so ist.

Aktuell tut man noch gar nichts, denn von politischer Seite gibt es bisher dazu noch keine offiziellen Statements. Es gibt lediglich Forderungen der Autombilbranche, die selbstverständlich ausschließlich den Zweck haben die deutschen Autobauer zu stärken. Da sollen andere Branchen selbstverständlich genauso rausfallen wie ausländische Autofirmen. Das gleiche fordern diverse andere Branchen für sich selbstverständlich genauso. Und bei den Forderungen spielt es logischerweise auch gar keine Rolle ob die mit dem Gesetz vereinbar wären oder nicht, fordern kann ich alles.

Ich rede nicht von Presseerklärungen. Ich Rede von den Fakten. Jede von der Industrie geforderte Prämie ist für die Industrie und für nix anderes. Das kann man eigentlich gar nicht leugnen.

Ja, und? Wie schon gesagt: forder kann ich alles, es geht nicht im geringsten darum was die fordern, sondern was die Politik beschließt. Und wenn die Politik dann Maßnahmen beschließt die nicht mit dem Gesezt vereinbar sind, dann werden die eben gekippt von den Gerichten.

Es geht aber um die Industrie und die Herstellung. Da nützt ein e-Bike aus China wenig, das hab ich doch geschrieben. Außerdem muss man dann schon 100 e-Bikes für einen etron verkaufen. Auch schwierig.

Weil? Zum einen wie kommst du überhaupt auf die Zahl 100, aus der Luft gegriffen? Es geht überhaupt nicht um Industrie und Herstellung, es geht um Arbeitsplätze. Offiziell um Arbeitsplätze für das Volk, inoffiziell leider auch um Arbeitsplätze für abgeschriebene Politiker. Letztere kommen natürlich besser in großen Firmen unter als in einem E-Bike-Shop. Für erstere dagegen spielt es überhaupt keine Rolle. Und die offizielle Begründung bezieht sich immer auf erstere!

Und wenn selbst die bundeseigene DB Züge aus Polen und Spanien bestellt, was soll das der Industrie in Deutschland bringen? Hab ich doch schon oben geschrieben.

Das z.B. Talgo dann Werkstätten zur Unterhaltung der Züge in Deutschland betreibt und damit Arbeitsplätze schafft. Das die DB auch nicht nur Züge in Spanien oder Polen bestellt, sondern zu einem sehr guten Teil z.B. auch bei Siemens, Bombardier etc. die in Deutschland fertigen. Und das auch im Bahnbereich Zulieferer involviert sind, die dann z.B. aus Deutschland kommen selbst wenn der Zug im Ausland zusammengeschraubt wird.

Richtig sagst du, dass auch Autos aus anderen Ländern hier verkauft werden. Daher wird man sich bei der nächsten Abwrackprämie Mühe geben, das zu vermeiden. Ein Vorschlag ist ja, die MWst für Autokäufe zu senken, damit man beim privat gekauften etron vielleicht 10k Euro spart und beim privat gekauften Dacia nur 1k Euro.

Wenn du europäische Hersteller benachteiligst kippt dir die EU das ganze schneller als du es zu Papier bringen kannst, kannste erden. Eine MwSt-Senkung würde denen genauso zu gute kommen wie den deutschen Firmen.

Es geht gerade weniger um eine Transformation der Arbeitswelt als kurzfristig die vorhandene Arbeitswelt auszulasten.

Ein guter Teil der neuen Jobs steht bereits zur Verfügung und ist unbesetzt. Und die Autofirmen würden wohl kaum ohne Staatshilfe pleiten gehen und all ihre Mitarbeiter in Deutschand von jetzt auf gleich auf die Straße setzen.

Wenn alle bahnnahen Firmen noch auf Jahre ausgelastet sind, dann braucht es da wohl keine Prämie. Die würde ja erst in vielen Jahren wirken.

Stimmt, die braucht es nicht. Die braucht es für die Automobilbranche auch nicht, die fahren Jahr für Jahr genug Gewinne ein, selbst trotz Strafzahlungen für ihren Betrug. Wenn von den Gewinnen auf einmal nichts mehr übrig ist, dann kann da jemand nicht wirtschaften, Pech gehabt. Die Automobilbranche behauptet das aber ja nichtmals, immerhin möchten sie ja auch weiterhin noch fette Dividenden und Boni ausschütten. Da gibts auch null Notwendigkeit das zu unterstützen.

Mal angenommen, man würde ab morgen die BC100 steuerfinanziert zum halben Preis anbieten. Wann würde man einen Effekt für "die deutsche Industrie" sehen und wie wäre der im Umfang mit einer Prämie für (deutsche) Premiumautos vergleichbar?

Wovon ich wie an anderer Stelle geschrieben ja überhaupt nichts halte, da das Verramschen von Mobilität keinerlei positiven Effekt für die Umwelt hat. Es geht nicht darum Freifahrten zu Verramschen, sondern das Streckennetz auszubauen, das Angebot auszuweiten, etc.

Die Strecken sind alle ausgelastet, d.h. man müsste erstmal 15-30 Jahre neue Gleise bauen, bis man mehr Züge fahren lassen könnte. Alleine bis die ersten Bautrupps für ab heute neu geplante Strecken anrücken würden, vergingen doch 5-15 Jahre.

Geplant ist schon genug, und mit politischem Willen lassen sich Planungen auch schneller durchziehen als das aktuell der Fall ist. Aktuell fehlt eben der politische Wille dazu und deswegen wird sowas blockiert wo es nur geht.

Selbst man man alle Züge älter 15 Jahre unsinnigerweise "abwracken" und ersetzen möchte, wie lange würde die Bahnindustrie dafür brauchen, wo die Kapazitäten doch eh schon so ausgelastet sind, dass praktisch alle Bestellungen verspätet kommen? Oder gibt es etwa Züge, die zu tausenden auf Halde stehen, wie in der Autoindustrie?

Na, wenn die Autoindustrie von heute auf morgen von der Herstellung von Autos auf die Herstellung von medizinischen Gütern umstellen kann, dann wird sie es doch auch schaffen auf die Herstellung von Zügen umzustellen. Also übernehmen einfach Stadler, Bombardier, Siemens, Alstom und wie sie alle heißen die Werke und Mitarbeiter der Autobauer ;-)
Und wo bringen denn Autos die auf Halde stehen Arbeitsplätze? Die Dinger sind bereits gebaut. Den Autofirmen wäre es natürlich am liebsten die würden alle verschrottet auf Kosten des Steuerzahlers. Und die noch gar nicht produzierten Autos auch. Dann kann man sich sehr grün zeigen, einfach das Geld einsacken und die Autos gar nicht erst produzieren. Gleichzeitig kann man dann auch noch die Stellen in den Werken streichen, denn wenn man nichts mehr produzieren muß um Geld einzunehmen kosten die ja nur unnütz Geld. Wenn die Politik also immer genau das macht was die Autofirmen wollen, so wie du behauptest, dann wäre das die Lösung.

Wie gesagt, diese Prämien werden von den Gegenern absichtlich falsch verstanden. Daher wird das auch nix.

Nein, werden sie nicht. Sie werden von den Befürwortern absichtlich falsch verkauft. So wie uns die Abgaswerte absichtlich falsch verkauft wurden. Nur das es sich hier diesmal nicht um Betrug handelt, da man nunmal fordern kann was man will, egal unter welchem Deckmäntelchen.

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