Lässt sich Templin mit <1 h Fahrzeit an Berlin Hbf anbinden? (Allgemeines Forum)

плацкарт, Dienstag, 31.03.2020, 10:10 (vor 102 Tagen)
bearbeitet von плацкарт, Dienstag, 31.03.2020, 10:11

Guten Morgen!
Ich nutze mal die Viruspause für eine Optimierungsträumerei.

Wenn ich mir die Anbindung von Templin und Zehdenick ansehe, dann fällt die S-Form des Fahrwegs der RB12 auf. Anstatt den direkten Weg über die Nordbahn ins Zentrum von Berlin zu nehmen fährt der Dieselzug über den Außenring nach Ostkreuz. Fahrzeit Ostkreuz-Templin Stadt sind 1:31/1:29

Die Nordbahn steht nicht zur Verfügung. Möglicherweise vergeht bis zur Rekonstruktion der Nordbahn ab Mauerfall mehr Zeit als 40 Jahre zweite deutsche Diktatur... Nehmen wir an, die Nordbahn wird wieder in Gang gebracht, sind 12 min von Gesundbrunnen nach Oranienburg realistisch?

Wie realistisch sind folgende Entwicklungen?
1. Halbstundentakt nach Templin mit je einem RE und einer RB stündlich
2. Elektrifizierung der Strecke nach Templin
3. Verlegung der Linie vom Außenring auf die irgendwann gebaute Nordbahn
4. Zwischenzeitlich Beschleunigung der Verbindung zum Ostkreuz durch Fahrweg über Außenring-Stettiner Bahn-Ringbahn

Was ist eure Einschätzung?

Gäbe es genug Nachfrage für ein solches Angbeot

Power132 @, Dienstag, 31.03.2020, 11:15 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Es bleibt die Frage, warum man ausserhalb der HVZ einen 30min Takt braucht? Laut diesem Artikel sind es ingesamt 10.000 Pendler aus dem Kreis Uckermark heraus. Bei 119.000 Einwohnern sind das gerade mal knapp 10% für den gesamten Kreis, der ja zu den flächenmäßig größten gehört.

Lässt sich Templin mit <1 h Fahrzeit an Berlin Hbf anbinden?

ITF, Dienstag, 31.03.2020, 12:06 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Die Wiedereröffnung der Nordbahn wäre natürlich toll, das würde ja auch dem gesamten Verkehr von Rostock helfen.
Allerdings frage ich mich, ob das baulich durchsetzbar ist. War die Nordbahn denn vor dem Krieg 4gleisig?

Ansonsten halte ich eine Fahrzeit von 60 Minuten von Templin nach Hbf schon für realistisch. Der RE von Fürstenberg braucht 40 Minuten. Dann müsste man die 32 km bis Templin nochmal in 20 Minuten schaffen. Führe der Zug dort als RE auf einer für 120km/h ausgebauten Hauptbahn, dannn wäre das realistisch.

Die Frage ist, ob es genügend Fahrgastnachfrage für so einen RE von Templin gäbe?

Von Oranienburg könnte ich mir aber sehr wohl einen halbstündlichen RE zum Hbf vorstellen. Der Zug von Templin würde dann bis Oranienburg alle Halte bedienen und ab dort halbstündlich versetzt zum jetzigen RE nach Hbf fahren. Das ergäbe zwar keine Fahrzeit von 60 Minuten von Templin nach Hbf, wäre aber trotzdem eine deutlich Verbesserung zu heute.

Ob man die RB Oranienburg - Hohenschönhausen noch braucht wenn gleichzeitig irgendwann die S-Bahn von Wartenberg zum Karower Kreuz verlängert wurde, würde ich mal hinterfragen.

Lässt sich Templin mit <1 h Fahrzeit an Berlin Hbf anbinden?

Giovanni @, Dienstag, 31.03.2020, 14:02 (vor 102 Tagen) @ ITF

Die Wiedereröffnung der Nordbahn wäre natürlich toll, das würde ja auch dem gesamten Verkehr von Rostock helfen.
Allerdings frage ich mich, ob das baulich durchsetzbar ist. War die Nordbahn denn vor dem Krieg 4gleisig?

Die Nordbahn war vor dem Krieg bis km 22,9 (nördlicher Bahnhofskopf von Borgsdorf) viergleisig. Später wurde die Viergleisigkeit bis Lehnitz ausgedeht.

Ob man die RB Oranienburg - Hohenschönhausen noch braucht wenn gleichzeitig irgendwann die S-Bahn von Wartenberg zum Karower Kreuz verlängert wurde, würde ich mal hinterfragen.

Kurzfristig ist eine weitere RB Oranienburg - Lichtenberg - Flughafen - Ludwigsfelde bereits bestellt. Wobei die geplante Kapazität von 4 oder 5 Doppelstockwagen auf mich ehrlich gesagt ziemlich absurd wirkt.

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

Lässt sich Templin mit <1 h Fahrzeit an Berlin Hbf anbinden?

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Dienstag, 31.03.2020, 21:23 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Wie realistisch sind folgende Entwicklungen?
1. Halbstundentakt nach Templin mit je einem RE und einer RB stündlich

Eher unwahrscheinlich. So wirklich voll sind die Züge derzeit ja nicht.

2. Elektrifizierung der Strecke nach Templin

Auch eher unwahrscheinlich, zumal die Strecke relativ gut für BEMU geeignet scheint.

3. Verlegung der Linie vom Außenring auf die irgendwann gebaute Nordbahn

Möglich, zumal in Oranienburg ein relativ großer Fahrgastaustausch erfolgt. Über den Außenring würde dann vermutlichst eine echte "Osttangente" fahren.

4. Zwischenzeitlich Beschleunigung der Verbindung zum Ostkreuz durch Fahrweg über Außenring-Stettiner Bahn-Ringbahn

Das bringt - siehe RB24-Umleitung derzeit - wenns hochkommt 5 Minuten (eher weniger...), bindet aber Hohenschönhausen und Lichtenberg ab. Eher unwahrscheinlich.

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Weg mit dem 4744!

"Express-S-Bahn Berlin"

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Dienstag, 31.03.2020, 21:50 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Als regelmäßiger Rostock-Berlin Pendler bin ich ein großer Fan des Nordbahnausbaus. Ich halte es auch für folgerichtig, den "Speckgürtel" Berlins weiter zu fassen und so auszubauen, dass man von außerhalb schnell nach Berlin gelangen kann.

Ich würde dem aber noch einen "i-Tüpfelchen" aufsetzen und das Netz in Berlin teilweise umstrukturieren und die RBs ab Landesgrenze als "Express-S-Bahn" bezeichnen. RBs in Berlin und Umgebung sind dann "Express-S-Bahnen".

Derzeit sieht es ja so aus, dass die REs und RBs aus dem (erweiterten) Umland kommen und Leute ein- und auspendeln lassen. Das Berliner S-Bahnnetz kann keine zusätzlichen Expresszüge aufnehmen, da es an Kapazitäten mangelt. Tatsächlich braucht sie das auch gar nicht, da die REs und RBs das bereits erledigen. RBs könnte man entsprechend umlackieren, um den Zusammenhang zur S-Bahn Berlin herzustellen. Nicht sicher bin ich mir, ob die REs auf VBB-Gebiet auch als "Express-S-Bahn" fahren sollen oder nicht, denn letztendlich erfüllen sie dort genau diesen Zweck wie auch die RBs.

"Express-S-Bahn Berlin"

плацкарт, Mittwoch, 01.04.2020, 00:21 (vor 101 Tagen) @ Paladin

Diesel-S-Bahn ist mindestens so gut wie eine Pferde-Straßenbahn...

"Express-S-Bahn Berlin"

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Mittwoch, 01.04.2020, 16:04 (vor 101 Tagen) @ плацкарт

Wieso denn nicht elektrisch fahren?

"Express-S-Bahn Berlin"

flierfy, Mittwoch, 01.04.2020, 20:36 (vor 101 Tagen) @ Paladin

Derzeit sieht es ja so aus, dass die REs und RBs aus dem (erweiterten) Umland kommen und Leute ein- und auspendeln lassen. Das Berliner S-Bahnnetz kann keine zusätzlichen Expresszüge aufnehmen, da es an Kapazitäten mangelt. Tatsächlich braucht sie das auch gar nicht, da die REs und RBs das bereits erledigen. RBs könnte man entsprechend umlackieren, um den Zusammenhang zur S-Bahn Berlin herzustellen. Nicht sicher bin ich mir, ob die REs auf VBB-Gebiet auch als "Express-S-Bahn" fahren sollen oder nicht, denn letztendlich erfüllen sie dort genau diesen Zweck wie auch die RBs.

Welcher Zusammenhang soll denn das sein? Und für was soll es gut sein, Regionalbahnen nicht als solche zu bezeichnen? Mit S-Bahn haben diese Linien nichts zu tun und der Begriff Express-S-Bahn ist ein Widerspruch in sich.

"Express-S-Bahn Berlin"

Giovanni @, Samstag, 04.04.2020, 14:26 (vor 98 Tagen) @ flierfy

Derzeit sieht es ja so aus, dass die REs und RBs aus dem (erweiterten) Umland kommen und Leute ein- und auspendeln lassen. Das Berliner S-Bahnnetz kann keine zusätzlichen Expresszüge aufnehmen, da es an Kapazitäten mangelt. Tatsächlich braucht sie das auch gar nicht, da die REs und RBs das bereits erledigen. RBs könnte man entsprechend umlackieren, um den Zusammenhang zur S-Bahn Berlin herzustellen. Nicht sicher bin ich mir, ob die REs auf VBB-Gebiet auch als "Express-S-Bahn" fahren sollen oder nicht, denn letztendlich erfüllen sie dort genau diesen Zweck wie auch die RBs.

Welcher Zusammenhang soll denn das sein? Und für was soll es gut sein, Regionalbahnen nicht als solche zu bezeichnen? Mit S-Bahn haben diese Linien nichts zu tun und der Begriff Express-S-Bahn ist ein Widerspruch in sich.

Viele heutige Regionalbahnen im Berliner Raum hießen bis in die 80er Jahre "S-Bahn", später dann "Züge des S-Bahntarifs" oder "Züge des S-Bahnverkehrs".

Zum Verständnis sei angemerkt, dass die S-Bahnen einen besonders günstigen Tarif hatten und auf einigen Strecken wesentlich häufiger fuhren als andernorts üblich. So fuhren etwa in den 30er Jahren die Dampf-S-Bahnen von Nauen teilweise alle 10, die von Wustermark überwiegend alle 20 Minuten.

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Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

"Express-S-Bahn Berlin"

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Samstag, 04.04.2020, 14:39 (vor 98 Tagen) @ Giovanni

Aber die Bezeichnung der Züge am Tarif festzumachen, macht in Zeiten des VBB nicht wirklich Sinn. Der HVV hat die „Pseudo-S-Bahnen“ (außerhalb des S-Bahn-Bereiches, aber innerhalb des ursprünglichen HVV) ja mit der Gebietserweiterung auch aufgegeben.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

"Express-S-Bahn Berlin"

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Samstag, 04.04.2020, 16:06 (vor 98 Tagen) @ JanZ

Aber die Bezeichnung der Züge am Tarif festzumachen, macht in Zeiten des VBB nicht wirklich Sinn.

Wieso? Immerhin kannte der VBB mal einen RE-Zuschlag.

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Weg mit dem 4744!

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