[6MGA] Teil 09: Von Krokodilen und Bären [m98B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 21.03.2020, 13:57 (vor 18 Tagen)

Einen Teil des Programms hatte ich letzte Woche ja schon angekündigt: Wie immer nach Filisur und von da mit dem Nostalgiezug Richtung Davos. Falls das warum auch immer nicht klappt, lege ich mir aber auch einen Plan B zurecht, bei dem ich meine Tour in umgekehrter Reihenfolge machen würde und die Rückfahrt des Zuges von Davos nach Filisur bekäme. Schon in Lausanne scheint es so, als bräuchte ich den tatsächlich, denn um 6:13 steht plötzlich da, dass der IC1, der um 6:20 abfährt, ausfiele. Ohne Zeit, die Hintergründe zu erfahren, laufe ich zum anderen Gleis, wo der IC5 noch steht, der bereits um 6:15 aufbricht, und bekomme ihn zum Glück noch. Das dezimiert zwar meine Umstiegszeit in Zürich, aber besser so als gar nicht dorthin zu kommen. Während der Fahrt erfahre ich dann, dass zwischen Bern und Olten die Strecke dicht ist, und die Anzeige nur vorläufig war, da man noch nicht wisse, wie lange. Und tatsächlich wäre der IC1 wohl auch ganz normal gefahren, zumindest überholt er uns wie immer, während wir in Olten stehen. Aber auch der IC5 ist rechtzeitig, wenn ich auch im IC3 keinen Fensterplatz mehr bekomme. Dafür, und das ist umso wichtiger, stehen in Chur heute sogar zwei normale Wagen zwischen Lok und Albula-Gliederzug und sind beide nicht reserviert. Also schnell rein da, und natürlich wieder auf die rechte Seite.

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1 Die Straße überquert hier bei Reichenau-Tamins den frisch geborenen Alpenrhein.

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2 Komplementärbild zu Teil 8 Bild 5, also der Blick auf den Hinterrhein hinter Thusis in Richtung Via mala.

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3 Komplementärbild zu Teil 8 Bild 6, also der Blick vom Solisviadukt.

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4 Und das erste Mal kann ich Selbigen auch aufnehmen.

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5 Kurz vor dem Landwasserviadukt wird der Lehnenviadukt überquert - Generalprobe sozusagen. Aus meiner Sicht etwas ungünstig erfolgt im Zug auch eine Ansage, die das Motiv ankündigt, sodass alle zu den Fenstern stürmen und ihre Handys zücken.

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6 Zum Glück habe ich längere Arme und bin etwas abgehärteter, was das weite Herauslehnen aus Zügen betrifft. So ist nur wenig Handy und viel Viadukt zu sehen.

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7 Und da kommt der Landwassertunnel.

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8 Blick auf den Landwasser selbst, wiederum komplementär zu Teil 8, Bild 7.

In Filisur sind eigentlich 6min Umstiegszeit, die ich zum ausführlichen Fotografieren des Zugs nutzen wollte. Leider haben wir beim Warten auf den Gegenzug in Thusis schon 5min Verspätung gesammelt, und dann öffnen sich beim Halt in Filisur die Türen wegen einer technischen Störung nicht direkt - sowas gibt es selbst bei der RhB! Also wechsel ich schnellstmöglich in einen der offenen Wagen und es geht auch sofort los. Zum Glück habe ich meine Winterjacke dabei, denn der Fahrtwind ist vor allem in den Tunnels wirklich eisig, und laut ist der Zug auch - bringt dadurch natürlich umso mehr Spaß.

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9 Ich verspreche, dass ich nie wieder so ein schlechtes Bild hochladen werde. Aber das Motiv kam komplett unerwartet und ist auch nur für eine halbe Sekunde im Bild, sodass ich die Kamera nur noch schnell rumgerissen und irgendwie abgedrückt habe. Also falls bald jemand von euch die Strecke fährt, lasst euch gesagt sein, dass man hier den Landwasserviadukt von hinten sieht, der eigentlich ein schönes Bild gibt.

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10 Endlich ein Bild passend zum Titel. Es zieht heute übrigens nicht die letzte Woche beobachtete 415, sondern die 414, es sind also tatsächlich noch beide betriebsfähig.

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11 Die höchste Brücke der RhB, der Wiesener Viadukt, ist schnurgerade und daher vom Zug aus schlechter aufzunehmen als die meisten anderen.

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12 Ja, hier gehts weit runter - 89m etwa.

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13 Hier schnuppern wir schonmal am zweiten Teil des Titels. Zwischen zwei Tunnels wird eine 10m lange Brücke überquert, von der aus man den Bärentritt-Wasserfall sieht. Aufgrund der Vorbereitung auf das Bild, die zwangsweise im Dunkeln erfolgt, habe ich auf dem ersten Foto hauptsächlich einen Balken des Wagens drauf, aber zum Glück reicht die Zeit für ein zweites, wenn auch nicht mehr frontales Bild.

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14 Der Gegenzug ist mit einer normalen Garnitur unterwegs.

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15 Bei lauter schönen Loks und Brücken lohnt sich ab und zu auch ein Blick in die nicht weniger beeindruckende Landschaft.

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16 Aber auch nur ab und zu :) vor allem, wenn die Lok mal in der Sonne ist.

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17 Zwischendurch geht es auch mal schnurgerade am Landwasser entlang.

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18 In Davos steht auch ein Glacier-Wagen, warum auch immer.

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19 Drüben steht schon mein nächster Zug bereit, an dem heute ein SPAR-Wagen hängt. Bisher wusste ich nicht mal, dass es den Laden überhaupt in der Schweiz gibt. Aber vielleicht ist er ja auch nur nicht im französischen Teil.

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20 Hier ist maximales Gegenlicht angesagt, und der Zug steht hinter dem südlichsten Bahnsteig, hinter dem wiederum nur Gleise und Häuser sind. Also keine Chance auf ein Foto von der anderen Seite.

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21 Für die nächste Fahrt wird dann schon mal umrangiert.

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22 Hier noch ein paar technische Details.

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23 Dann gehts rüber zum Zug nach Landquart, der von einer Ge4/4 III gezogen wird. Und geschoben, denn die Lok ist mitten in der Mitte eingebaut. Dem lokalen Radiosender scheint es auch gut zu gehen, denn die haben ja zusätzlich eine Ge4/4 II mit ihrer Werbung im Umlauf.

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24 Ins Skigebiet führt hier auch eine Standseilbahn.

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25 Darunter liegt der Davosersee.

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26 Vorne fährt natürlich ein Steuerwagen, sonst könnte die Lok ja nicht in der Mitte stehen.

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27 Blick zurück auf den See und Davos.

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28 Bei Davos Wolfgang wird mit 1625m der höchste Punkt der Strecke erreicht. Ich kann mich daran zwar nicht mehr erinnern, aber offenbar war der Zug auch laut unterwegs, denn die Wartenden halten sich die Ohren zu.

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29 In einer Kurve passt der ganze Zug vor mir aufs Bild. Neben dem Zug stand hier auch ein Fotograf - zufällig einer von euch? (Datum war der 26.10.2019)

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30 Zoom an die Lok,

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31 und in der nächsten Kurve auf den hinteren Zugteil.

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32 Entgegen kommt der im 2h-Takt fahrende Verstärker Klosters-Davos, der Anschluss an den Engadin-Star bietet. Viele Leute sitzen aber nicht im Stammnetz-Pendel.

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33 Nach einer ersten Kehre kann man schon ins Prättigau schauen.

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34 Den Betrieb auf der Strecke hatte ich ja letzte Folge bereits angesprochen; weit unter uns ist hier vor Klosters unser Gegenzug nach Davos.

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35 Dann fahren wir erstmal durch die nächste Kehre.

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36 Und hier ist hinter dem Zug von Bild 34 derjenige nach Scuol-Tarasp. Bereits aus dieser Perspektive ist zu erkennen, dass der hinten irgendwelche Glacierwagen mitzieht.

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37 Kurz vor Klosters sieht man ebenfalls den Zug aus Scuol-Tarasp in Richtung Disentis/Mustér, dem wir danach hinterherfahren.

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38 Hier besteht auch die Möglichkeit im gemeinsamen Tunnel beider Strecken vor Klosters, das Gleis zu wechseln.

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39 Im Bahnhof kommt dann auch erst unser Gegenzug entgegen, gezogen mal von einer werbefreien Lok,

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40 und dann der nach Scuol-Tarasp, mit einer grünen Lok. Das sieht wirklich seltsam aus und es wundert mich ehrlich gesagt, dass die RhB das zugelassen hat. Alle anderen Werbungen sind im Wesentlichen in Rot oder Weiß mit wenigen Farbakzenten gehalten. Vielleicht war der Zuständige ja rot-grün-blind oder so.

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41 Neben einem normalen Glacier-Wagen und einem passenden Speisewagen hängt auch noch ein Alpine Classic Pullmann Express hinten dran. Hatte offenbar eine Gruppe gechartert.

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42 Nochmal ein Blick auf unseren Vorzug. Der hat ja auch den wesentlichen Vorteil, dass mein Zug jetzt ziemlich leer bleibt, weil er an den wichtigen Stationen halt immer erst als zweiter hält. Die weniger wichtigen Bahnhöfe sind zwischen den Zügen aufgeteilt.

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43 Im Schatten ist die Sunnibergbrücke wieder zu sehen.

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44 Gegenbild zu 36 auf die Kehre in Richtung Davos. Wenn man nicht genau weiß, wo die ist, ist sie mit bloßem Auge kaum zu sehen.

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45 Wortspiel in Klosters Dorf, wo das RhBuffet geöffnet hat.

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46 Inzwischen ist der Zug nach Davos verschwunden.

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47 Die Kühe hier sind den Zug gewohnt und schenken ihm keine Aufmerksamkeit.

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48 Bei Saas hat man einen neuen Tunnel neben den alten gebaut.

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49 Ein paar schöne Viadukte gibt es hier auch.

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50 Das Kraftwerk Küblis heute mal von der anderen Seite.

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51 Das Prättigau wird am Ende nochmal recht eng und steil.

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52 Das nächste Zugduo kommt entgegen; wie immer erst der Zug nach Davos mit einer Lok, die dafür wirbt, dass man auf ihr werben kann.

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53 Den Zug nach Scuol-Tarasp zieht wieder eine Lok mit Eigenwerbung, dieses Mal für den neuen Albulatunnel.

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54 Bei bestem Wetter sind hier auch ein paar Paraglider unterwegs.

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55 Kurz vor Landquart ist die RhB dabei, ein zweites Gleis

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56 und eine neue Werkstatt zu bauen.

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57 Der Capricorn steht inzwischen hier. Wer jetzt denkt, das wars von heute, hat weit gefehlt. Die Runde um Davos ist ja so klein, dass ich an demselben Tag es noch schaffe, das Streckennetz der RhB zu komplettieren, und dafür muss ich wieder nach Chur.
Da ich mehr als genug Zeit zur Verfügung habe, steige ich in unseren Vorzug (von Bild 37 und 42) und genieße nochmal die RhB-Strecke dorthin. Das Highlight dieser ist natürlich, dass man bei fast 100km/h seinen Kopf aus dem Fenster halten kann - man sollte nur auf den Gegenzug achten!

Im nächsten Beitrag geht es weiter!

[6MGA] Teil 09: Von Krokodilen und Bären [m98B]

Math5D, Samstag, 21.03.2020, 13:58 (vor 18 Tagen) @ Math5D

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58 Nebenan steht auch der nächste Engadin-Star nach St. Moritz bereit, heute mit der RhB-Club-Lok.

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59 Rückblick auf meinen Zug aus Davos.

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60 Auch an Industrie mangelt es hier nicht.

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61 Da kommt die SBB-Strecke dazu,

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62 die wir mit dieser Brücke überqueren.

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63 Gegenzug mit einer chinesischsprachigen Werbelok.

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64 In Chur kann man hier einmal schön sehen, was alles so fährt.

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65 Mein nächster Zug ist der nach Arosa, der hier nur eine recht kurze Wendezeit hat, und trotzdem auf Gleis 1 (rechts) ankommt und auf 2 abfährt.

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66 Da ist er.

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67 Und jetzt wird auch klar, warum das so gemacht wird. Die Strecke wird (noch) ohne Steuerwagen gefahren, sodass der Allegra immer ziehen muss. Dazu fährt er nach dem Rausschmeißen aller Fahrgäste an zwei bereitstehende Wagen ran, schiebt diese noch etwas weiter vor, sodass die "alten" Wagen an derselben Stelle zum Stehen kommen. Diese werden einfach abgekoppelt und bleiben 1h so stehen, während der Allegra mit den neuen Wagen auf Gleis 2 fährt. Genial, aber potenziell natürlich sehr störanfällig, wenn es auch hier zuverlässig zu klappen scheint.

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68 Da kommt er wieder an. Der Fenster wegen setze ich mich in den einzigen 2.-Klasse-Wagen, der als Spezialwagen für Kinder konzipiert ist und das zweite Titelmotiv der Folge thematisiert. Keine Ahnung, ob es hier wirklich Bären gibt, aber sowohl von außen als auch von innen stellt der Wagen eine "Bärenhöhle" dar. Einige thematisch passende Kinderbücher liegen (angekettet) bereit und auf der Streckenkarte sind ein paar Fotostellen mit einem Bärenkopf markiert. Beim Passieren ertönt außerdem ein Bärenschrei als Ankündigung.

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69 Bis zum ersten Halt, Chur Altstadt, geht es ausschließlich als Straßenbahn voran, teilweise sogar zweigleisig auf der entsprechenden Fahrspur.

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70 Kurz danach verlassen wir aber die Straße und es geht als Vollbahn weiter. Das Besondere der Strecke ist dabei, dass es nahezu nie geradeaus geht, weil das Gelände in diesem Tal - dem Schanfigg - einfach kurvig ist. Auch dient dies der Streckenverlängerung, um die Höhenunterschiede zu schaffen. In fast jeder talabgewandten Kurve wird eine Brücke überquert, hier eine, die irgendwann mal durch diese neue Konstruktion ersetzt wurde.

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71 Die hier sieht noch original aus.

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72 Und noch eine andere Konstruktion über den Castieler Tobel, die in den Tunnel "Bärenfalle" führt.

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73 Die hier über den Clasauer Tobel sieht fast aus wie ein kleiner Landwasserviadukt.

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74 Und über den Grosstobel.

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75 Die Bahnhöfe an der Strecke sehen alle gleich aus, exemplarisch hier St. Peter-Molinis (nicht Ording). Auf den Gebäuden stehen motivierende Sprüche, hier "Fürcht nicht die Welt, greif tapfer an".

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76 Noch eine ältere Brücke.

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77 Langsam kommt der Punkt in Sicht, an dem das Tal abzweigen wird.

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78 Und noch eine neuere Brücke.

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79 Kurz vor Langwies wird der Gründjitobel-Viadukt überquert, der dem folgenden schon ähnelt.

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80 Das ist der Langwieser Viadukt, die mit 284m längste Brücke der RhB. Fast alle deren Brücken wurden beim Bau aus herumliegenden Steinen hergestellt und schmiegen sich daher in die Landschaft ein, was hier wegen der Länge nicht möglich war. Somit entstand die Brücke als eine der ersten im Stahlbetonbau. Hier auf der Hintour ist sie noch im starken Gegenlicht, aber ich hoffe, dass die Sonne auf der Rücktour weit genug gewandert sein wird. Mit der Brücke wird der Plessur überquert, danach macht das Tal den angekündigten Knick und steigt sehr steil an.

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81 In Litzirüti warten wir kurz auf den Gegenzug, der sich hier durch ein paar Kehren runterschraubt. Entgegen mancher Streckendarstellungen gibt es hier aber keine Kreiskehre, die Strecke kreuzt sich selbst an keiner Stelle.

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82 Ein Stück weiter unten,

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83 dann fahren wir weiter.

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84 Blick voraus

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85 und zurück von ganz oben.

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86 Hier sieht man den S-förmigen Verlauf.

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87 Kurz vor Arosa ist links der Stausee Arosa.

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88 Im Ort selbst auf 1739m Höhe ist dann der Obersee,

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89 hinter dem hier der Bahnhof liegt und dahinter die Seilbahn auf das Weisshorn.

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90 Die großzügige Wendezeit von 39min ermöglicht einen kleinen Rundgang zum Untersee

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91 und auf der anderen Seite wieder hoch, wo der Zug inzwischen umrangiert hat.

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92 Gegenbild zum Tunnel.

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93 In Litzirüti wartet dieses Mal der Gegenzug auf uns.

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94 Blick vom Langwieser Viadukt ins Tal runter. Die Sonne ist offensichtlich weit genug rum, aber die Berge sind in dieser Richtung so hoch, dass sie hier gar nicht mehr ankommt.

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95 Macht aber nichts, das Bild wird trotzdem viel besser als auf der Hintour.

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96 Schon wieder in Chur wirbt dieses Gebäude mit dem Spruch "Heute hier, morgen fort". Warum man von hier weg will, ist mir zwar unklar, aber eine kleine Recherche ergibt, dass es sich um eine temporäre Studentenunterkunft handelt - passt also.

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97 Und noch ein Kirchturm in der Sonne.

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98 Kurz vor dem Bahnhof geht es wieder über die vielbefahrene Straße.

Um 16:51 erreiche ich zum vorerst letzten Mal Chur und nehme dieselben Züge zurück wie in der letzten Folge.
Es ist vollbracht, ich habe das Streckennetz der vielleicht legendärsten Bahn überhaupt vollständig bereist. Vor ein paar Jahren noch ein weit entfernt scheinender Traum ist überraschend schnell wahr geworden.

Dass die nächsten paar Folgen an so eine Fülle von Highlights nicht rankommen, ist klar, aber dafür werden sie auch wieder etwas kürzer.

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