Datteln 4 -> DB nur auf Papier klimafreundlich? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 14.02.2020, 23:58 (vor 257 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

inwiefern muss ich dieses Artikel ernst nehmen?
Das Artikel behauptet dass DB ihren klimafreundlichen Ruf zunichtemacht und ihre Kund*innen irreführt. Und zwar dadurch, dass sie Energie aus einem Kohlekraftwerk bezieht.

Übrigens fährt DB immer noch Dieselzüge.
Das durfte auch nicht allzu grün sein.
Na gut, das sind relativ wenige Leistungen, nehme ich mal an.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Kraftwerk Datteln

sflori, Samstag, 15.02.2020, 00:24 (vor 257 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von sflori, Samstag, 15.02.2020, 00:25

inwiefern muss ich dieses Artikel ernst nehmen?

K.A., ich kannte sumofus.org bislang nicht.

Infos zum Kraftwerk Datteln hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Datteln

Dass sich die Bahn derzeit nicht vollständig abhängig von Wind- oder Wasserenergie machen kann, dürfte jedem klar sein, der sich schonmal mit Energieversorgung beschäftigt hat. Wenn also die AKWs abgeschafft werden, dann bleibt ja nicht mehr viel anderes übrig...

Wenn man also möglichst viel mit "grüner" Energie abdeckt und die Lücken mit Kohlestrom aus dem hochmodernen Kraftwerk Datteln füllt, klingt das für mich nach einem sinnvollen Plan. Parallel sollte daran gearbeitet werden, den Anteil grüner Energie konsequent zu erhöhen.

Und dass die Bahn noch Dieselzüge fährt, hat nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun!? Keine Ahnung, wie man darauf in Verbindung mit einem Kohlekraftwerk kommt.


Bye. Flo.

Kraftwerk Datteln

agw, NRW, Samstag, 15.02.2020, 09:23 (vor 257 Tagen) @ sflori

Wenn man also möglichst viel mit "grüner" Energie abdeckt und die Lücken mit Kohlestrom aus dem hochmodernen Kraftwerk Datteln füllt, klingt das für mich nach einem sinnvollen Plan.

Mit Kohlekraftwerken deckt man Grundlast ab, keine Lücken/Spitzen.
Will man Lücken/Spitzen abdecken, braucht man was ganz anderes (z.B. Gaskraftwerke).

Kohlekraftwerke als Grundlast verdrängen möglichst viel "grüne" Energie, also das Gegenteil von dem, was du schreibst.

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Lücken/Spitzen

sflori, Samstag, 15.02.2020, 13:37 (vor 257 Tagen) @ agw

Mit Kohlekraftwerken deckt man Grundlast ab, keine Lücken/Spitzen.
Will man Lücken/Spitzen abdecken, braucht man was ganz anderes (z.B. Gaskraftwerke).

Danke für die Korrektur. Ich bin in dem Bereich auch wirklich kein Experte. :)

Auf der Betreiberseite habe ich jedoch den folgenden Hinweis gefunden: "Datteln 4 ist für schnelle Laständerungen ausgelegt." Das klingt für mich so, als ob man damit Lücken/Spitzen abdecken könnte. Ist der Satz falsch oder habe ich ihn nur falsch interpretiert?


Bye. Flo.

Lücken/Spitzen

agw, NRW, Samstag, 15.02.2020, 14:03 (vor 257 Tagen) @ sflori

Mit Kohlekraftwerken deckt man Grundlast ab, keine Lücken/Spitzen.
Will man Lücken/Spitzen abdecken, braucht man was ganz anderes (z.B. Gaskraftwerke).


Danke für die Korrektur. Ich bin in dem Bereich auch wirklich kein Experte. :)

Auf der Betreiberseite habe ich jedoch den folgenden Hinweis gefunden: "Datteln 4 ist für schnelle Laständerungen ausgelegt." Das klingt für mich so, als ob man damit Lücken/Spitzen abdecken könnte. Ist der Satz falsch oder habe ich ihn nur falsch interpretiert?

Wahrscheinlich ist das einfach gutes Marketing.

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Lücken/Spitzen

Aphex Twin, Samstag, 15.02.2020, 14:29 (vor 256 Tagen) @ sflori

Mit Kohlekraftwerken deckt man Grundlast ab, keine Lücken/Spitzen.
Will man Lücken/Spitzen abdecken, braucht man was ganz anderes (z.B. Gaskraftwerke).


Danke für die Korrektur. Ich bin in dem Bereich auch wirklich kein Experte. :)

Auf der Betreiberseite habe ich jedoch den folgenden Hinweis gefunden: "Datteln 4 ist für schnelle Laständerungen ausgelegt." Das klingt für mich so, als ob man damit Lücken/Spitzen abdecken könnte. Ist der Satz falsch oder habe ich ihn nur falsch interpretiert?

Datteln ist besser als ältere Kohlekraftwerke aber nicht so gut wie Gaskraftwerke dabei die Leistung hoch und runter zu regulieren.

Und ob die Inbetriebnahme von Datteln gut oder schlecht für das Klima ist hängt von einer Reihe von anderen Entscheidungen ab. Wenn z.B. als Kompensation ein älteres Braunkohlekraftwerk geschlossen wird (und die gesamte Strommenge die mit Kohle erzeugt wird die gleiche bleibt), dann reduzieren sich die CO₂-Emissionen da zum einen Steinkohlekraftwerke generell weniger CO₂ pro generierter Nutzwärme ausstossen und zum anderen moderne Kraftwerke allgemein effizienter sind. (Ich würde auch sagen dass dies die zusätzlichen Energiebedarf für den Transport von importierter Steinkohle mehr als kompensiert, wobei bilanztechnisch gesehen diese Emissionen momentan nicht einmal Deutschland zugeordnet wären).

Wenn dies wiederum dazu führt dass Sachsen-Anhalt den Kohlekompromiss aufkündigt (da dort Kandidaten für die Abschaltung von Braunkohlekraftwerken stehen die wiederum aus Braunkohlebergwerken von dort beliefert werden) ist es schwierig zu sagen was genau die Folgen sein werden.

Wirtschaftlich gesehen kann man auch argumentieren dass ein reduzierter Kohleimport von Deutschland (oder Europa) die globalen Kohlepreise tendenziell reduzieren wird. Dies kann dazu führen dass in Ländern ohne wirkliche CO₂-Emissionsrestriktionen etwas mehr Kohle anstelle von Gas verfeuert wird.

Dies zeigt dass es sowohl technische, politische wie auch wirtschaftliche Aspekte zu beachten gibt und diese auf verschiedenen Ebenen (global, national, regional, individuell) und entlang von verschiedenen Zeitachsen miteinander agieren.

Lücken/Spitzen

agw, NRW, Samstag, 15.02.2020, 15:06 (vor 256 Tagen) @ Aphex Twin


Wirtschaftlich gesehen kann man auch argumentieren dass ein reduzierter Kohleimport von Deutschland (oder Europa) die globalen Kohlepreise tendenziell reduzieren wird. Dies kann dazu führen dass in Ländern ohne wirkliche CO₂-Emissionsrestriktionen etwas mehr Kohle anstelle von Gas verfeuert wird.

Am besten ganz viel Kohle, Öl und Gas importieren, aber nur das Gas für die Verbrauchsspitzen verbrennen. Öl und Kohle einfach irgendwo einlagern. Sort für hohe Preise und sinkenden Verbraucht.


Dies zeigt dass es sowohl technische, politische wie auch wirtschaftliche Aspekte zu beachten gibt und diese auf verschiedenen Ebenen (global, national, regional, individuell) und entlang von verschiedenen Zeitachsen miteinander agieren.

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Danke für den interessanten Beitrag!

sflori, Samstag, 15.02.2020, 19:42 (vor 256 Tagen) @ Aphex Twin

- kein Text -

Kohlekraftwerke sind Spitzenlastkraftwerke

numi, Sonntag, 16.02.2020, 13:31 (vor 256 Tagen) @ Aphex Twin

In der Praxis ist es jedoch so, dass Kohlekraftwerke in Deutschland als Spitzenlastkraftwerke betrieben werden.

Die Reihenfolge ist dabei folgendermaßen:
Atomkraft - Läuft fast immer mit der vollen Nennleistung
Braunkohle - Soll so viel laufen wie möglich, muss jedoch manchmal schon wegen zu vieler erneuerbaren Energien runtergefahren werden.
Steinkohle - Deckt Lastspitzen im Netz zu Zeiten geringer erneuerbarer Energien ab
Erdgas - Läuft nur, wenn durch angeschlossene Kraft-Wärme-Kopplung notwendig, da sonst die angeschlossenen Wohnungen kalt bleiben würden. Im Winter daher eine nennenswerte Produktion, im Sommer laufen Gaskraftwerke kaum.

Wenn man sich das in Zeiten erhöhtem CO2 Ausstoßes ansieht, ist es natürlich totaler Quatsch. Gaskraftwerke sollten möglichst viel laufen, da sie die effizientesten sind. Eigentlich sollten die Steinkohlekraftwerke das tun was die Braunkohle macht und die Gaskraftwerke das, was die Steinkohle macht.

Ursprünglich war das auch alles einmal so gedacht, dass es CO2 optimal funktioniert. Der Emissionshandel ist jedoch gescheitert, da es zu viele Zertifikate gibt und diese daher zu günstig sind. Es kostet daher kaum Geld, mehr CO2 auszustoßen und dementsprechend ist das den Kraftwerksbetreibern ziemlich egal. Daher wird das Netz jetzt so betrieben wie oben dargestellt. Dadurch sparen die Kraftwerksbetreiber ein klein wenig Geld und stoßen dafür massiv mehr CO2 aus. Das obwohl die Kraftwerke eigentlich da sind, man müsste nur die einen ein- und die anderen ausschalten.

Kohlekraftwerke sind Spitzenlastkraftwerke

Aphex Twin, Sonntag, 16.02.2020, 17:14 (vor 255 Tagen) @ numi

Ursprünglich war das auch alles einmal so gedacht, dass es CO2 optimal funktioniert. Der Emissionshandel ist jedoch gescheitert, da es zu viele Zertifikate gibt und diese daher zu günstig sind. Es kostet daher kaum Geld, mehr CO2 auszustoßen und dementsprechend ist das den Kraftwerksbetreibern ziemlich egal.

Man hat dies inzwischen aber etwas korrigiert. Gut sechs Jahre war der Preis für eine Tonne CO₂ unter 10 Euro (im Schnitt vielleicht 6-7 Euro). Seit über einem Jahr ist er jetzt aber über 20 Euro (im Schnitt vielleicht 24 Euro).

Kohlekraftwerke sind Spitzenlastkraftwerke

Splittergattung, Sonntag, 16.02.2020, 19:21 (vor 255 Tagen) @ numi
bearbeitet von Splittergattung, Sonntag, 16.02.2020, 19:22

In der Praxis ist es jedoch so, dass Kohlekraftwerke in Deutschland als Spitzenlastkraftwerke betrieben werden.

Die Reihenfolge ist dabei folgendermaßen:

Erneuerbare - die laufen immer auf Volllast (nur was Volllast ist, ist natürlich wetterabhängig). Einmal aufgestellt, haben die praktisch keine variablen Kosten mehr.

Atomkraft - Läuft fast immer mit der vollen Nennleistung
Braunkohle - Soll so viel laufen wie möglich, muss jedoch manchmal schon wegen zu vieler erneuerbaren Energien runtergefahren werden.
Steinkohle - Deckt Lastspitzen im Netz zu Zeiten geringer erneuerbarer Energien ab
Erdgas - Läuft nur, wenn durch angeschlossene Kraft-Wärme-Kopplung notwendig, da sonst die angeschlossenen Wohnungen kalt bleiben würden. Im Winter daher eine nennenswerte Produktion, im Sommer laufen Gaskraftwerke kaum.

Wenn man sich das in Zeiten erhöhtem CO2 Ausstoßes ansieht, ist es natürlich totaler Quatsch. Gaskraftwerke sollten möglichst viel laufen, da sie die effizientesten sind. Eigentlich sollten die Steinkohlekraftwerke das tun was die Braunkohle macht und die Gaskraftwerke das, was die Steinkohle macht.

Ursprünglich war das auch alles einmal so gedacht, dass es CO2 optimal funktioniert. Der Emissionshandel ist jedoch gescheitert, da es zu viele Zertifikate gibt und diese daher zu günstig sind. Es kostet daher kaum Geld, mehr CO2 auszustoßen und dementsprechend ist das den Kraftwerksbetreibern ziemlich egal. Daher wird das Netz jetzt so betrieben wie oben dargestellt. Dadurch sparen die Kraftwerksbetreiber ein klein wenig Geld und stoßen dafür massiv mehr CO2 aus. Das obwohl die Kraftwerke eigentlich da sind, man müsste nur die einen ein- und die anderen ausschalten.

Soweit richtig, allerdings sind, wie Aphex Twin schon korrekt angemerkt hat, seit 2018 die Preise für CO2-Emissionsrechte deutlich angestiegen und seitdem beginnt auch die Merit Order (so nennt man diese nach variablen Kosten gestaffelte Einsatzreihenfolge von Kraftwerken, die du oben skizziert hast) sich zu ändern. Gas ist inzwischen kostenmäßig weitgehend identisch mit Steinkohle und die Steinkohleverstromung ist (die Quelle müsste ich allerdings nochmal raussuchen) in den Jahren 2018/2019 um irgendwas bei 20-30% gesunken. Eben weil Gas jetzt häufiger die Spitzenlast übernimmt.

Eben genau deswegen halte ich Datteln 4 auch für eine Investitionsruine, die den Betreibern in den nächsten paar Jahren noch ordentlich auf die Füße fallen dürfte. Die Emissionsrechtebörse preist Steinkohle gerade, ganz ohne weiteres politisches Zutun, schneller aus dem Markt raus als die Kohlekommission es wahrhaben will.

(Außerdem beginnen sich gerade die Kapitalmärkte gegen längerfristige fossile Investitionen zu wenden, weil die Unsicherheit über die wirtschaftliche Laufzeit zu groß wird, aber das hat mit Datteln 4 erstmal nichts zu tun und wird sich auf dem Strommarkt auch eher mittel- bis längerfristig bemerkbar machen.)

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

ffz, Samstag, 15.02.2020, 08:01 (vor 257 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo,

das „verstromen“ von Kohle ist ganz normal in Europa, ich wüsste kaum Länder die das nicht machen. Das geht mit moderner Filtertechnik und Abgasnachbehandlung auch recht sauber heute. Ein AKW ist auch nicht gerade Umweltfreundlich abgesehen von den Folgekosten für die Zwischen-/Endlagerung ist Uranbergbau und der Transport nach Europa mit hohen Umweltbelastungen verbunden.

CO2 freie Energieerzeugung ist technisch nicht möglich, auch ein Wasserkraftwerk und ein Windkraftwerk erzeugt CO2 und dazu beim Windkraftwerk sehr hohe Umweltbelastungen für die Natur und Anwohner.

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

Altmann, Amstetten, Samstag, 15.02.2020, 09:12 (vor 257 Tagen) @ ffz

Hallo,

das „verstromen“ von Kohle ist ganz normal in Europa, ich wüsste kaum Länder die das nicht machen. Das geht mit moderner Filtertechnik und Abgasnachbehandlung auch recht sauber heute. Ein AKW ist auch nicht gerade Umweltfreundlich abgesehen von den Folgekosten für die Zwischen-/Endlagerung ist Uranbergbau und der Transport nach Europa mit hohen Umweltbelastungen verbunden.

Also ich kenne da ein Land, wo weder Kohle verstromt noch AKWs betrieben werden ;-).


CO2 freie Energieerzeugung ist technisch nicht möglich, auch ein Wasserkraftwerk und ein Windkraftwerk erzeugt CO2

?

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

EK-Wagendienst, Münster, Samstag, 15.02.2020, 11:05 (vor 257 Tagen) @ Altmann

Also ich kenne da ein Land, wo weder Kohle verstromt noch AKWs betrieben werden ;-).

Lichtenstein?
Andorra?
Monaco?

Wobei die ersten 2 Länder Wasserkraft haben könnte.
Innerhalb von Italien gibt es da auch noch so 2 Länder.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

Altmann, Amstetten, Samstag, 15.02.2020, 11:06 (vor 257 Tagen) @ EK-Wagendienst

Also ich kenne da ein Land, wo weder Kohle verstromt noch AKWs betrieben werden ;-).


Lichtenstein?
Andorra?
Monaco?

Wobei die ersten 2 Länder Wasserkraft haben könnte.
Innerhalb von Italien gibt es da auch noch so 2 Länder.

Wie wär ´s mit meiner Heimat Österreich? Allerdings ja, als eiserne Reserve gibt ´s Kohlekraftwerke, die aber im Normalfall nicht eingesetzt werden.

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

mrhuss, ICE 275, Samstag, 15.02.2020, 11:35 (vor 257 Tagen) @ Altmann

Also ich kenne da ein Land, wo weder Kohle verstromt noch AKWs betrieben werden ;-).


Lichtenstein?
Andorra?
Monaco?

Wobei die ersten 2 Länder Wasserkraft haben könnte.
Innerhalb von Italien gibt es da auch noch so 2 Länder.


Wie wär ´s mit meiner Heimat Österreich? Allerdings ja, als eiserne Reserve gibt ´s Kohlekraftwerke, die aber im Normalfall nicht eingesetzt werden.

Fällt mir spontan noch Neuseeland ein sowie Norwegen (nur Festland).

Kohleverstromung ist etwas ganz Normales

WbuIV, Samstag, 15.02.2020, 13:23 (vor 257 Tagen) @ Altmann

Ösiland hat lt. Statistika einen Anteil von 2,7 % für Kohle. Klingt wirklich wie ein Reservekraftwerk. Die gute Nutzung der Wasserkraft ist in Bayern nicht durchzusetzen.

Im Gegenteil: Nachts kaufen die Ösis den Deutschen billigen Strom ab, um wasser nach oben zu pumpen, aus dem Tags wieder teurer Strom wird. Wie sagt der Bayer: Hund sans scho.

Und die Idee von Kohle als einheimische und damit unabhänhgige Stromquelle ist eh pure Illussion. Das meiste davon Kommt aus Russland, USa oder Kolumbien.

Mehrere Länder in der EU ohne Kohlverstromung

Power132, Samstag, 15.02.2020, 12:15 (vor 257 Tagen) @ EK-Wagendienst
bearbeitet von Power132, Samstag, 15.02.2020, 12:18

https://www.dw.com/image/41223145_401.png

außer den schon genannten

Belgien, Schweiz, Estland, Lettland, Litauen, Island und Zypern

Datteln 4 -> DB nur auf Papier klimafreundlich?

Galibier96, Hannover, Samstag, 15.02.2020, 08:04 (vor 257 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ICE-Fans,

inwiefern muss ich dieses Artikel ernst nehmen?

Artikel? Ernsthaft? Das klingt ja, als wäre der Text aus dem Wissenschaftsteil einer überregionalen Tageszeitung. Aber nein, es handelt sich um eine Petition einer stellenweise ziemlich unreflektierte Organisation, die es auf die "Großkonzerner" und ihre "Profite" abgesehen hat. Habe mich da mal durchgeblättert. Mit sachlicher Argumentation hat das nicht immer zu tun.
Was z. B. an Glyphosat auf Bahnschotter schlimm sein soll, erschließt sich mir nach wie vor nicht - auf der von dir verlinkten Seite ist aber die Rede von einer "35.000 Kilometer langen Giftspur durch die Bundesrepublik". Dass Glyphosat überhaupt "krebserregend" ist, ist dabei noch bei weitem noch nicht einmal abgesichtert - für sumofus hingegen ist es natürlich klar. Fakten sind halt nur interessant, wenn sie die eigene Denke stützen :)

Also...wenn ein Beitrag rethorisch auf dem Niveau "riesigen Kohle-Dreckschleuder" und "Klimakiller" rumdümpelt hat man es selten mit sachlicher, faktenorientiert Information zu tun, sondern eher mit einseitigen Plädolyers für die eigene Einstellung.
Wegklicken, weitergehen :)

nix für ungut

Das Artikel behauptet dass DB ihren klimafreundlichen Ruf zunichtemacht und ihre Kund*innen irreführt. Und zwar dadurch, dass sie Energie aus einem Kohlekraftwerk bezieht.

Übrigens fährt DB immer noch Dieselzüge.
Das durfte auch nicht allzu grün sein.
Na gut, das sind relativ wenige Leistungen, nehme ich mal an.


gruß,

Oscar (NL).

Dieselzüge, die unterwegs sind. Bsp NRW

Power132, Samstag, 15.02.2020, 09:09 (vor 257 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar

Nur für NRW gab es eine Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage: https://www.google.com/amp/s/amp.ksta.de/wirtschaft/dieselzuege-unterwegs-viele-bahnstr...

40% von den 5500km Strecke werden nur in NRW mit Diesel gefahren.

Gruss Robert

Dieselzüge, die unterwegs sind. Bsp NRW

mrhuss, ICE 275, Samstag, 15.02.2020, 09:16 (vor 257 Tagen) @ Power132

40% von den 5500km Strecke werden nur in NRW mit Diesel gefahren.

Der Anteil an den gefahrenen Zugkilometern wäre bedeutend interessanter als der Anteil an der Strecke.

Dieselzüge, die unterwegs sind. Bsp NRW

agw, NRW, Samstag, 15.02.2020, 09:26 (vor 257 Tagen) @ mrhuss

40% von den 5500km Strecke werden nur in NRW mit Diesel gefahren.


Der Anteil an den gefahrenen Zugkilometern wäre bedeutend interessanter als der Anteil an der Strecke.

https://www.kcitf-nrw.de/fileadmin/03_KC_Seiten/KCITF/Elektrifizierung/Sachstand_Elektr...

Zugkilometer Dieselantrieb unter Fahrdraht: 6,6%
Zugkilometer Dieselantrieb: 23%

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Dieselzüge, die unterwegs sind. Bsp NRW

Giovanni, Sonntag, 16.02.2020, 09:38 (vor 256 Tagen) @ agw

40% von den 5500km Strecke werden nur in NRW mit Diesel gefahren.


Der Anteil an den gefahrenen Zugkilometern wäre bedeutend interessanter als der Anteil an der Strecke.


https://www.kcitf-nrw.de/fileadmin/03_KC_Seiten/KCITF/Elektrifizierung/Sachstand_Elektr...

Zugkilometer Dieselantrieb unter Fahrdraht: 6,6%
Zugkilometer Dieselantrieb: 23%

(link gefixt)
Anzumerken ist, das bei einer Betrachtung der Tonnenkilometer oder Beförderungsleistung der Dieselanteil noch geringer wäre - schließlich liegen die oft eher kleinen Dieseltriebwagen in anderen Verbrauchs- und Leistungskategorien als typische Doppelstockzüge.

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

Personen/Tonnen-km noch interessanter als Zugkilometer.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 15.02.2020, 10:14 (vor 257 Tagen) @ mrhuss

Power132:

40% von den 5500km Strecke werden nur in NRW mit Diesel gefahren.

= "In NRW werden schon 40% von 5500 km Strecke mit Diesel gefahren"?

(Dein Satz lässt sich lesen als ob ganz Deutschland nur 5500 km an Strecken hat, und NRW 40% davon mit Diesel betreibt...)

mrhuss:

Der Anteil an den gefahrenen Zugkilometern wäre bedeutend interessanter als der Anteil an der Strecke.

Das ist zwar richtig, aber noch ausschlaggebender ist zu wissen, was mit diesen Zugkilometer gemacht wird.
Eine Diesel-S-Bahn mit 1x VT643 durfte weniger Umweltimpakt haben als ein Güterzug vierstelliger Tonnage mit Class 66 vorne.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Personen/Tonnen-km / Akku-Züge

mrhuss, ICE 275, Samstag, 15.02.2020, 11:31 (vor 257 Tagen) @ Oscar (NL)

Der Anteil an den gefahrenen Zugkilometern wäre bedeutend interessanter als der Anteil an der Strecke.

Ja.

Das ist zwar richtig, aber noch ausschlaggebender ist zu wissen, was mit diesen Zugkilometer gemacht wird.
Eine Diesel-S-Bahn mit 1x VT643 durfte weniger Umweltimpakt haben als ein Güterzug vierstelliger Tonnage mit Class 66 vorne.

Der Vergleich geht wahrscheinlich für die Class 66 gar nicht mal so schlecht aus, wenn der Güterzug zig LKW-Fahrten ersetzt während der 643 am Sonntag Morgen um 5 Uhr nur mit drei Leuten besetzt ist.

Bei der SWEG sollen im Ortenau-Netz übrigens Akku-Triebwagen kommen, die unter Fahrdraht fahren und aufgeladen werden können. Bei den dortigen Streckenverhältnissen könnte das Konzept gut aufgehen. Wenn sich das bewährt, wird es sicher auch anderswo auf nicht elektrifizierten Strecken kommen.

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