Skandal bei Fahrgastzählung! Täter-Opfer-Umkehr... (Reiseberichte)

Proeter @, Montag, 02.12.2019, 10:22 (vor 6 Tagen)

Servus Freunde,

als regelmäßiger ICE-Treff-Leser wurde auch ich entsprechend eingenordet. Längst habe ich verinnerlicht, dass hinter dem Fahrgastzähler nicht nur ein Mensch steckt, sondern auch ein ganzes Schicksal. Entsprechend genießen Fahrgastzähler von mir stets überdurchschnittliche Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft und Wohlwollen. So etwa begrüße ich sie mindestens doppelt so freundlich wie das sonstige Personal, antworte ausgesprochen ausführlich auf sämtliche Fragen und lasse die Zähler sogar an meinem Reiseproviant partizipieren, was nahezu ausnahmslos in Anspruch genommen wird.

Vor einigen Tagen kam die große Wende - kaum zu fassen: Alles begann vielversprechend, außerdem war der Zug so leer, dass ich mir nahezu sicher sein konnte, auch bei der Befragung dabei zu sein. Schon nach wenigen Minuten näherte sich der Mocai (Manager of Counting and Interrogation), und ich legte vorbildlich Fahrkarte und Antworten zurecht. Und was geschah, zunächst wurde ein gelangweilter Berufspendler auf dem Nachbarsitz ausgewählt, der erst einmal irgendwas von Datenschutz daherfaselte. Dachte ich mir gleich, dass sich nun zu all meiner Gnade nun auch noch Vorbildwirkung hinzugesellen kann. Doch was geschah dann? Nachdem der Pendlerflegel befragt war, machte der Mocai schon Anstalten weiterzuziehen. Beinah ungläubig blökte ich schräg von hinten: "Ich will aber auch." Aber nix. Als Antwort kam ein blasses "Ne, den da hab ich schon, das reicht jetzt erstmal." Nicht nur erstmal, sondern für immer. *schluchz*

Kann mir jemand sagen, was da passiert ist? Was habe ich falsch gemacht?

Skandal bei Fahrgastzählung! Täter-Opfer-Umkehr...

Christian_S, Montag, 02.12.2019, 10:45 (vor 6 Tagen) @ Proeter

Was war passiert?

Du hast sie einfach zu sehr verwöhnt. Die haben es schlicht nicht mehr nötig, sich Deine vorformulierten Antworten anzuhören. Geschweigeden den Keks, der aus Deiner Tüte für sie abfällt :-P

Wenn man hier von Blaschi oder dem ICETreffErfurt liest dann weiss man: am Proviant mangelt es ihnen sicher nicht ;-) Blaschi hat bei all den Verspätungen ja auch immer genug Zeit zum Kauf :-P

Skandal bei Fahrgastzählung! Täter-Opfer-Umkehr...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 02.12.2019, 11:31 (vor 6 Tagen) @ Proeter
bearbeitet von Alibizugpaar, Montag, 02.12.2019, 11:33

Das müssen wir Stück für Stück zerpflücken, sezieren und einordnen. Was bedeutet im Detail "So etwa begrüße ich sie mindestens doppelt so freundlich"

Läuft da vielleicht schon was in der Einstiegs-Kommunikation verkehrt?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Skandal bei Fahrgastzählung! Täter-Opfer-Umkehr...

oska, Montag, 02.12.2019, 12:39 (vor 5 Tagen) @ Alibizugpaar

Das müssen wir Stück für Stück zerpflücken, sezieren und einordnen. Was bedeutet im Detail "So etwa begrüße ich sie mindestens doppelt so freundlich"

Läuft da vielleicht schon was in der Einstiegs-Kommunikation verkehrt?

Ich stelle mir das so vor: Eine freundliche Umarmung, Bussi links, Bussi rechts und dann die Frage "Möchtest Du mal an meinem Brötchen beissen?" ;-)

Klickbating. Wo ist hier ein "Skandal"?

Power132 @, Montag, 02.12.2019, 13:18 (vor 5 Tagen) @ Proeter
bearbeitet von Power132, Montag, 02.12.2019, 13:18

War dein Wochenende so schlecht, dass du Öffentlichkeit brauchst? Hast du denn den "Skandal" schon ans EBA und ans Ministerium gemeldet?

Vielleicht hattest Du nie ne Coke dabei?

Altmann @, Amstetten, Montag, 02.12.2019, 15:18 (vor 5 Tagen) @ Proeter

- kein Text -

Oh je, oh je .... ;-)

Blaschke, Osnabrück, Montag, 02.12.2019, 22:55 (vor 5 Tagen) @ Proeter

Hey.

Längst habe ich verinnerlicht, dass hinter dem Fahrgastzähler nicht nur ein Mensch steckt, sondern auch ein ganzes Schicksal.

Ähm, ja. In der Tat! Wären meine Kollegen und ich 'ganz normal', hätten wir einen anderen Job. Gut, natürlich gibt es Ausnahmen. Aber prinzipiell sind wir schon 'ganz besondere' Geschöpfe ... ;-)

Entsprechend genießen Fahrgastzähler von mir stets überdurchschnittliche Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft und Wohlwollen. So etwa begrüße ich sie mindestens doppelt so freundlich wie das sonstige Personal, antworte ausgesprochen ausführlich auf sämtliche Fragen und lasse die Zähler sogar an meinem Reiseproviant partizipieren, was nahezu ausnahmslos in Anspruch genommen wird.

Das ist alles sehr nett. Wenn auch so nicht zwingend notwendig. Vor allem sei bitte zum 'sonstigen Personal' genauso nett! Die haben es genauso verdient!!!

Vor einigen Tagen kam die große Wende - kaum zu fassen: Alles begann vielversprechend, außerdem war der Zug so leer, dass ich mir nahezu sicher sein konnte, auch bei der Befragung dabei zu sein. Schon nach wenigen Minuten näherte sich der Mocai (Manager of Counting and Interrogation), und ich legte vorbildlich Fahrkarte und Antworten zurecht. Und was geschah, zunächst wurde ein gelangweilter Berufspendler auf dem Nachbarsitz ausgewählt, der erst einmal irgendwas von Datenschutz daherfaselte. Dachte ich mir gleich, dass sich nun zu all meiner Gnade nun auch noch Vorbildwirkung hinzugesellen kann. Doch was geschah dann? Nachdem der Pendlerflegel befragt war, machte der Mocai schon Anstalten weiterzuziehen. Beinah ungläubig blökte ich schräg von hinten: "Ich will aber auch." Aber nix. Als Antwort kam ein blasses "Ne, den da hab ich schon, das reicht jetzt erstmal." Nicht nur erstmal, sondern für immer. *schluchz*


Also, ich bitte erstmal um Entschuldigung. Prinzipiell hätte das nicht passieren sollen.

Grundsätzliche Vorgaben sind:

- Neueinsteiger sind zuerst zu befragen
- Pro Halt ist mindestens ein Einsteiger zu befragen (sofern wer einsteigt)
- es sind soviele Fahrgäste wie möglich zu befragen. 'Pause' ist nur erlaubt, wenn alle Fahrgäste in der Platzgruppe befragt wurden.

Kann mir jemand sagen, was da passiert ist? Was habe ich falsch gemacht?

Vermutlich hast du dich zu offensichtlich angebiedert.

Die Fahrgäste, die unbedingt gefragt werden wollen, gliedern sich in 2 Gruppen:

- die, die stundenlang erzählen möchten, wie schlimm die Eisenbahn ist und überhaupt das ganze Leben, wobei sie dann Trost, Mitgefühl und Lebenshilfe erwarten

- die, die sich einen Spaß draus machen wollen und den tumben Fahrgastbefrager ein wenig vorführen wollen.

Aufgrund deiner Schilderungen zählst du natürlich wieder zur Ausnahme. Aber das wußte mein Kollege sicherlich nicht.

Ich persönlich komme mit beiden o.g. Gruppen durchaus klar. Und habe da auch keine Berührungsängste. Brauche ich hier nun nicht weiter ausführen - Blaschis Gequassel und seine weltfremde Gedanken sind ja hinlänglich berüchtigt.

Tja, lieber Forenkollege, ich hoffe, dass du dich von dem Fehlverhalten meines Kollegen einigermaßen erholt hast. Und weiter freundlich und mutig bleibst. Und nie aufgibst. DANKE!

Oft wollen mich Fahrgäste abwimmeln mit der Aussage, dass man das schon öfters gemacht habe. Ich sag dann immer fröhlich: "Ich auch!". Oder: "Wem sagen Sie das ... Ich mach das auch täglich zig Mal!" Meistens schauen sie dann etwas bedröppelt drein; hat nicht geklappt der Kniff ... Schön, dass du da anders bist!

Und wer weiß, irgendwann treffen wir vielleicht auch mal aufeinander. Du wirst mich erkennen, da der hier benutzte Name mein echter ist und auch auf meinem Schildchen prangert. Vielleicht sind wir uns auch schon mal begegnet - aber davon hättest du bestimmt erzählt. ;-)

Leider habe ich heute mal wieder zu wenig Zeit, um noch mehr zu erzählen. Das Körbchen ruft und die Zeitungszustellung und der RE nach Bremen und das Essen-/Pillenfahren ... Irgendwie brauche ich doch mal jemanden, der mich begleitet und all das festhält, was ich so anrichte. Aber wer sollte das schon mit mir aushalten - ich selbst bin ja froh, dass ich ab und an schlafe und mich nicht 24/7 selbst aushalten muss.


Herzlichste Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

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