EU will Fahrgastrechte einschränken (Allgemeines Forum)

flyingska @, Freitag, 29.11.2019, 19:54 (vor 11 Tagen)

Falls es dazu schon einen Thread gibt: Sorry, habe ich übersehen.

Die EU will nächste Woche die Fahrgastrechte einschränken.
Siehe: www.fuldainfo.de/eu-staaten-wollen-entschaedigungsansprueche-von-bahnkunden-einschraenken/

u.a. soll es keine Entschädigung bei höherer Gewalt mehr geben.

Wird schon seit 2017 thematisiert

Power132 @, Freitag, 29.11.2019, 20:21 (vor 11 Tagen) @ flyingska

Jeder EU Parlamentarier hat Rechtsanwalt (in Reichweite)

br752 @, Freitag, 29.11.2019, 20:56 (vor 11 Tagen) @ flyingska

u.a. soll es keine Entschädigung bei höherer Gewalt mehr geben.

Das ist kein Problem, aber wer sagt was hoehere Gewalt ist?

Der Baum vor meinem ICE schon*, aber was ist mit der Rueckleistung?

Ist das hoehere Gewalt wenn der Zug in Basel zu spaet ankommt und spaeter wendet oder hat die Bahn verschlafen fuer die Rueckleistung einen puenktlichen Ersatzzug losfahren zu lassen?

Wenn es in Norddeutschland stuermt und man dann auch in Muenchen den FV einstellt?

Die ganzen sch**ss Diskussionen einschliesslich Gerichtsverfahren erspart man sich im Moment. Wenn das kommt werden monate lange Schriftverkehre X3 u.ae. fuellen.


Meine Loesung: Jedes Ticket 20 Cent teuerer machen und dafuer anlasslos die Verspaetung wie bisher auszahlen.


BR752


* Oder ich kann mit einem RA nachweisen, dass die Bahn vor 2 Monaten den Guenschnitttermin nicht ausreichend wahrgenommen hat.

Einfach die Ust. Senkung umlegen

Hansjörg, Freitag, 29.11.2019, 21:01 (vor 11 Tagen) @ br752

Meine Loesung: Jedes Ticket 20 Cent teuerer machen und dafuer anlasslos die Verspaetung wie bisher auszahlen.

Oder alternativ nächstes Jahr jedes Ticket wieder um 10% erhöhen, dann merkt man es gar nicht.

Jeder EU Parlamentarier hat Rechtsanwalt (in Reichweite)

Fulda_NBS, Samstag, 30.11.2019, 20:04 (vor 10 Tagen) @ br752

Wieso sollte der Baum vor dem Zug höhere Gewalt sein? Ist einfach fehlende Investition in Rückschnitt und damit zu Lasten der Bahn zu legen.

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

Matze86 @, München, Samstag, 30.11.2019, 20:13 (vor 10 Tagen) @ Fulda_NBS

- kein Text -

Lösung im gelobten Bahnland

WbuIV, Samstag, 30.11.2019, 20:42 (vor 10 Tagen) @ Matze86

In der Schweiz gibt es scheinbar ein Lösungsschema mit den entsprechenden rechtlichen Implikationen:


https://www.waldwissen.net/technik/naturgefahren/wsl_waldpflege_bahnlinien/index_DE

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

Aphex Twin, Sonntag, 01.12.2019, 10:52 (vor 9 Tagen) @ Matze86

Dann muss man einfach den Grundeigentümer haftbar machen falls der Baum umfällt und dadurch Kosten für die Bahnbetreiber entstehen.

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

Manitou, Dienstag, 03.12.2019, 01:51 (vor 8 Tagen) @ Aphex Twin

Und dann heißt es bei "BLÖD": Die raffgierige DB plündert armen Kleingärtner aus.

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

GibmirZucker @, Göding, Sonntag, 01.12.2019, 13:12 (vor 9 Tagen) @ Matze86

Werden übrigens durch FGR entstandene Kosten, die ein Dritter verursacht, heute auf den Verursacher abgewälzt? Beginnt ja bei privaten Baum auf den Gleisen, geht über PU bis zu Streiks?

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

EK-Wagendienst @, Münster, Sonntag, 01.12.2019, 13:18 (vor 9 Tagen) @ GibmirZucker

Werden übrigens durch FGR entstandene Kosten, die ein Dritter verursacht, heute auf den Verursacher abgewälzt? Beginnt ja bei privaten Baum auf den Gleisen, geht über PU bis zu Streiks?

Eben nicht, deswegen ist das DB Netz auch ganz egal, die haben davon keine Nachteile.
Das EVU muss bezahlen.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Und wenn der Baum auf Privatgrund steht?

Manitou, Dienstag, 03.12.2019, 01:55 (vor 8 Tagen) @ EK-Wagendienst

Das EVU könnte erst mal den Netzbetreiber bei einer Streckensperrung in Regres nehmen, dieses dann den Verursacher. So beschäftigt man Anwälte und Gerichte

Jeder EU Parlamentarier hat Rechtsanwalt (in Reichweite)

markw @, Sonntag, 01.12.2019, 09:24 (vor 9 Tagen) @ br752

u.a. soll es keine Entschädigung bei höherer Gewalt mehr geben.


Das ist kein Problem, aber wer sagt was hoehere Gewalt ist?

Der Baum vor meinem ICE schon*, aber was ist mit der Rueckleistung?

Ist das hoehere Gewalt wenn der Zug in Basel zu spaet ankommt und spaeter wendet oder hat die Bahn verschlafen fuer die Rueckleistung einen puenktlichen Ersatzzug losfahren zu lassen?

Wenn es in Norddeutschland stuermt und man dann auch in Muenchen den FV einstellt?

Die ganzen sch**ss Diskussionen einschliesslich Gerichtsverfahren erspart man sich im Moment. Wenn das kommt werden monate lange Schriftverkehre X3 u.ae. fuellen.

Als die Fahrgastrechte eingeführt waren, war das ganz einfach. Da war nämlich höhere Gewalt ausgeschlossen (das ist soweit ich weiß erst durch ein Gerichtsurteil geändert worden) und das offensichtlich juristisch hervorragend gebildete Zugpersonal, wusste dann immer sofort, dass es sich um höhere Gewalt handelte und rückte die Formulare dann erst gar nicht raus.

Der Ausschluss von höherer Gewalt ist offensichtlich keine Lösung. Gleichzeitig kann ich die Position der DB gut verstehen. Der Fernverkehr soll ja eigenwirtschaftlich betrieben werden und insbesondere bei Sturmereignissen treibt das die Kosten ganz schön in die Höhe.

Man kann natürlich argumentieren, die DB müsste zur Vermeidung und Einschränkung von Verspätungen:
- Wieder mehr Ausweichstrecken und Ersatzfahrzeuge mit entsprechendem Personal bereithalten.
- Bewuchs entlang der Bahnstrecken beseitigen.
- Generell mehr in Fahrzeuge investieren.
- Manche Fahrpläne nicht ganz so auf Kante nähen, damit Verspätungen aufgeholt werden können.
- Die Netze so ausbauen, dass die Strecken weniger überlastet sind

Alles Dinge über die man sich vernünftigerweise auseinandersetzen kann, nur würde es dann teurer und man müsste sehen, welche dieser Aufgaben, dann Gesamtgesellschaftlich und nicht Aufgabe der DB sind.

Jeder EU Parlamentarier hat Rechtsanwalt (in Reichweite)

Hansjörg, Sonntag, 01.12.2019, 15:53 (vor 9 Tagen) @ markw

Alles Dinge über die man sich vernünftigerweise auseinandersetzen kann, nur würde es dann teurer und man müsste sehen, welche dieser Aufgaben, dann Gesamtgesellschaftlich und nicht Aufgabe der DB sind.

Das ist alles dem Fahrgast egal. Es muss eine Situation eintreten in der man davon ausgehen kann pünktlich anzukommen und FGR die Ausnahme werden.
Der Ansatz die Rechte der Reisenden einzuschränken ist genau die falsche Richtung.

EU will Fahrgastrechte einschränken

Frecciarossa, Freitag, 29.11.2019, 21:18 (vor 11 Tagen) @ flyingska

1. Noch vor gar nicht so langer Zeit gab es überhaupt keine Fahrgastrechte. Weder hat sich das Reiseverhalten durch die Einführung dramatisch geändert noch ist die Welt stehen geblieben. Daher gehe ich davon aus, dass auch diese Änderung keine nennenswerten Auswirkungen haben wird.

2. Der Grundsatz der höheren Gewalt kommt nicht nur im Flugverkehr zur Anwendung sondern ist der Normalfall im bürgerlichen Recht. Wir erleben hier also eine Normalisierung.

3. Die notwendigen juristischen Abgrenzungen sind kein Novum sondern jahrzehnte- oder gar Jahrhundertelang eingeübte Praxis unseres Rechtssystems.

Wenn es nicht der Faktor 1:10.000 waere.

br752 @, Samstag, 30.11.2019, 04:07 (vor 11 Tagen) @ Frecciarossa

1. Noch vor gar nicht so langer Zeit gab es überhaupt keine Fahrgastrechte. Weder hat sich das Reiseverhalten durch die Einführung dramatisch geändert noch ist die Welt stehen geblieben. Daher gehe ich davon aus, dass auch diese Änderung keine nennenswerten Auswirkungen haben wird.

Doch!
Keine FGR: Keine Diskussion
FGR immer: Keine Diskussion
FGR ja, aber nur wenn: VIELE Diskussionen!

2. Der Grundsatz der höheren Gewalt kommt nicht nur im Flugverkehr zur Anwendung sondern ist der Normalfall im bürgerlichen Recht. Wir erleben hier also eine Normalisierung.

Nein!
Ich kenne keine 10.000 Reisenden die an einem Tag im Luftverekehr wegen 5 Minuten Verspaetung den Anschluss verloren haben und somit 1 Stunde spaeter am Ziel ankommen.
Wenn ich mir die Falle im Flugverkehr und Bahnverkehr so ansehe wuerde ich auf ein Verhaeltniss von 1:10.000 kommen.

3. Die notwendigen juristischen Abgrenzungen sind kein Novum sondern jahrzehnte- oder gar Jahrhundertelang eingeübte Praxis unseres Rechtssystems.

Stimmt. Aber wenn die Anzahl der Faelle explodiert, dann sind Gerichte, Schiedsstellen und die Gesellschaft unzufrieden. Den Aerger sollte man vermeiden.


Hier geht es schlicht um die Menge der anfallenden Faelle. Wenn es nur 10 pro Tag bei der Bahn waeren, dann waere das togal.


BR752

Gut so. Und die Bahn?

Gast @, Montag, 02.12.2019, 09:17 (vor 8 Tagen) @ flyingska

Wenn die EU irgendwelche Vorgaben einschränkt, kann ich das nur begrüßen. Mich würde in diesem Zusammenhang mehr interessieren, ob die Bahnunternehmen vorhaben, in so einem Fall die Sorge für das Ankommen ihrer Fahrgäste auf das neue gesetzliche Mindestmaß abzusenken und die AGB entsprechend zu verschlechtern.

Die Mitgliedsstaaten wollen dies - nicht das EU-Parlament

JW, Dienstag, 03.12.2019, 00:53 (vor 8 Tagen) @ flyingska

Die EU will nächste Woche die Fahrgastrechte einschränken.

Dies haben die Verkehrsminister der EU-Mitgliedsstaaten auf Vorschlag der vorherigen EU-Kommision so beschlossen. Also die Regierungen der einzelnen Mitgliedsstaaten.
Unsere Vertreter im EU-Parlament sehen dies mehrheitlich anders. Es gibt dort sogar Bestrebungen die Fahrgastrechte auszubauen.

Gruß Jörg

EU will Fahrgastrechte einschränken

Manitou, Dienstag, 03.12.2019, 01:49 (vor 8 Tagen) @ flyingska

Eine solche Regelung entspricht durchaus dem BGB. Wenn die Bahnen z.B. Drittverursacher in Regress nehmen, regen sich auch wieder alle auf, z.B., wenn die Hinterbliebenen eines Selbstmörders eine Rechnung bekommen. So Geschehen vor einigen Jahren, wo die DB in einer RTL-Sendung mit Schmutz durch die Hinterblieben beworfen wurde, obwohl lediglich die gesetzliche Unfallversicherung gesetzesgemäß Regress für den Gesundheitsschaden, den der selbstmörder dem Lokführer zugefügt hatte, Regress gefordert hat, wie es gesetzlich vorgesehen ist.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum