Komplizierte FGR Frage (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

Stefan030691, Dienstag, 12.03.2019, 18:22 (vor 272 Tagen)

Hallo zusammen,

Ich hatte für den 11.03. Ein Sparpreisticket mit dem ich um 9:30 einen Zug nehmen wollte, und um 16:54 an meinem Ziel gewesen wäre.

Durch den Sturm habe ich bereits einen Zug früher genommen und bin trotzdem erst um 16:54 angekommen, da die "Ersatzverbindung" entsprechend verspätet war.

Hier Details:
Ursprungs-IC: ausgefallen wegen Sturm
ERSATZVERBINDUNG: ICE planmäßig, danach IC Entfall, dann mit RE weiter

Stehen mir hier die 25% zur Erstattung zu?

Grüße vorab.

Ich würde es einreichen

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 18:25 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691
bearbeitet von musicus, Dienstag, 12.03.2019, 18:25

- kein Text -

Keine FGR, da ganz einfach keine +60 am Zielort.

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 18:34 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691

Füllst Du das FGR Formular imaginär schnell aus steht dort auch genau +0.

FGR, da Zug ganz einfach über +60 verspätet.

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 18:38 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg
bearbeitet von musicus, Dienstag, 12.03.2019, 18:40

Füllst Du das FGR Formular imaginär schnell aus steht dort auch genau +0.

Kann man auch anders sehen.

FGR, da Zug ganz einfach über +60 verspätet.

Frecciarossa, Dienstag, 12.03.2019, 18:49 (vor 272 Tagen) @ musicus

Muss man sogar.

Warum? Ankunft war pünktlich

Power132 @, Dienstag, 12.03.2019, 18:53 (vor 272 Tagen) @ musicus
bearbeitet von Power132, Dienstag, 12.03.2019, 18:53

d urch den Sturm habe ich bereits einen Zug früher genommen und bin trotzdem erst um 16:54 angekommen, da die "Ersatzverbindung" entsprechend verspätet war.

Und es heißt doch mehr als 60min am Zielort. Das wäre dann ab 17.54Uhr laut gebuchter Verbindung.
Es war doch nur die Zugbindung aufgehoben.

Warum? Ankunft war pünktlich

Frecciarossa, Dienstag, 12.03.2019, 18:55 (vor 272 Tagen) @ Power132

Nein, bei Abfahrt um 8:30 Uhr war die fahrplanmäßige Ankunft um 15:54 Uhr (Zeiten angenommen für Stundentakt).

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Power132 @, Dienstag, 12.03.2019, 18:57 (vor 272 Tagen) @ Frecciarossa

Und die hat eine Ankunft um 16:54Uhr ausgewiesen und darauf wird sich die Bahn beziehen.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 19:03 (vor 272 Tagen) @ Power132
bearbeitet von musicus, Dienstag, 12.03.2019, 19:04

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...
Aufgehobene Zugbindung verhält sich hinsichtlich FGR analog zum Flexpreis: zugrundezulegen ist die jeweils vom Fahrgast gewählte Reisekette.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 19:08 (vor 272 Tagen) @ musicus

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...

Doch das hätte er.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 19:56 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...

Doch das hätte er.

Nö. Aus Art. 17 Abs. 4 VO 1371/2007 EG würde ich analog schließen, dass kein Entschädigungsanspruch für jene „Verspätungen“ besteht, die der Kunde freiwillig wählt. Leider kann ich‘s gerade nicht dir zuliebe ausprozessieren...

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 20:03 (vor 272 Tagen) @ musicus

Dort steht ja vor dem Kauf der Fahrkarte.
Das ist ja nicht der Fall wenn ich es am Bahnhof oder von mir aus in der App nach dem Kauf merke.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Dienstag, 12.03.2019, 20:17 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

Dort steht ja vor dem Kauf der Fahrkarte.
Das ist ja nicht der Fall wenn ich es am Bahnhof oder von mir aus in der App nach dem Kauf merke.

Deshalb schrieb der Kollege ja auch analog.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 20:28 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Dort steht ja vor dem Kauf der Fahrkarte.
Das ist ja nicht der Fall wenn ich es am Bahnhof oder von mir aus in der App nach dem Kauf merke.


Deshalb schrieb der Kollege ja auch analog.

Ich sage aber es besteht der Anspruch auf 50% wenn ich aufgrund der ersten 20 Minuten Regel ein spätere Verbindung nehme und mit +120 ankomme.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

keksi @, Dienstag, 12.03.2019, 21:17 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

Dort steht ja vor dem Kauf der Fahrkarte.
Das ist ja nicht der Fall wenn ich es am Bahnhof oder von mir aus in der App nach dem Kauf merke.


Deshalb schrieb der Kollege ja auch analog.


Ich sage aber es besteht der Anspruch auf 50% wenn ich aufgrund der ersten 20 Minuten Regel ein spätere Verbindung nehme und mit +120 ankomme.

Totaler Schwachsinn. Wenn ich keine Zugbindung habe und deswegen wie ein Flexpreis Ticket fahren kann, dann gilt die tatsächliche Abfahrtzeit und dann die tatsächliche Ankunftszeit. Nur wenn auf dieser neuen Verbindung dann wirklich mehr als 60min mache, bestehen Ansprüche.. Aber nicht wenn ich selbst 3 Std später los fahre und dann 50% wieder möchte.. Nur weil ich freiwillig später losfahre...

Hier machen sich manche Leute ihre eigenen Regeln....

Mfg

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Dienstag, 12.03.2019, 23:28 (vor 272 Tagen) @ keksi

Dort steht ja vor dem Kauf der Fahrkarte.
Das ist ja nicht der Fall wenn ich es am Bahnhof oder von mir aus in der App nach dem Kauf merke.


Deshalb schrieb der Kollege ja auch analog.


Ich sage aber es besteht der Anspruch auf 50% wenn ich aufgrund der ersten 20 Minuten Regel ein spätere Verbindung nehme und mit +120 ankomme.


Totaler Schwachsinn. Wenn ich keine Zugbindung habe und deswegen wie ein Flexpreis Ticket fahren kann, dann gilt die tatsächliche Abfahrtzeit und dann die tatsächliche Ankunftszeit. Nur wenn auf dieser neuen Verbindung dann wirklich mehr als 60min mache, bestehen Ansprüche.. Aber nicht wenn ich selbst 3 Std später los fahre und dann 50% wieder möchte.. Nur weil ich freiwillig später losfahre...

Hier machen sich manche Leute ihre eigenen Regeln....

Mfg

Hier legt nur jemand einen handwerklich schlechten Unionsrechtsakt nach den anerkannten Auslegungsgrundsätzen aus.

Und nein der Flexpreisfahrgast bekommt die 50% nicht, weil er durch die von ihm gewählte Abfahrt erst die geschuldete Ankunftszeit konkretisiert (Wahlschuld). Der Fahrgast der eine anderweitige (spätere) Beförderung wählt macht hingegen alleine von seinen "Gewährleistungsrecht" nach Art. 16 der Verordnung Gebrauch. Man kann höchstens noch diskutieren ob meine Auffassung auch dann greift, wenn der Fahrgast wegen +20 einen späteren Zug wählt oder erst wenn die von der Verordnung vorgesehenen, +61 erreicht werden.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Mittwoch, 13.03.2019, 06:14 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Wieso ergibt sich für den Sparpreiskunden bei der Nutzung eines anlassbezogenen Wahlrechts ein Anspruch und für den Flexpreiskunden bei der Nutzung seines generellen Wahlrechts keiner? Der Unterschied in der Argumentation wird nicht deutlich. Oder anders gefragt: Wieso wird bei Nutzung des Wahlrechts durch den Sparpreiskunden aus Anlass einer nicht zu einer Erstattung berechtigenden Verspätung nicht die Verspätung der tatsächlich gewählten Verbindung zugrunde gelegt, beim Flexpreiskunden aber sehr wohl? Hier klafft in Deiner Argumentation noch eine Lücke, die nicht einfach mit anerkannten Auslegungsgrundsätzen geschlossen werden kann.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 08:05 (vor 271 Tagen) @ Frecciarossa

Wieso ergibt sich für den Sparpreiskunden bei der Nutzung eines anlassbezogenen Wahlrechts ein Anspruch und für den Flexpreiskunden bei der Nutzung seines generellen Wahlrechts keiner? Der Unterschied in der Argumentation wird nicht deutlich. Oder anders gefragt: Wieso wird bei Nutzung des Wahlrechts durch den Sparpreiskunden aus Anlass einer nicht zu einer Erstattung berechtigenden Verspätung nicht die Verspätung der tatsächlich gewählten Verbindung zugrunde gelegt, beim Flexpreiskunden aber sehr wohl? Hier klafft in Deiner Argumentation noch eine Lücke, die nicht einfach mit anerkannten Auslegungsgrundsätzen geschlossen werden kann.

Ganz einfach, weil der Flexpleiskunde zunächst nur sein Wahlrecht aufgrund des Beförderungsvertrags ausübt, der Sparpreiskunde aber eins, das ihm erst aufgrund einer Vertragswidrigkeit (Verspätung) zusteht. Dieses Wahlrecht darf nicht dadurch ausgehöhlt werden, dass man ihm andere Ansprüche aberkennt, wenn er es in einer bestimmten Weise ausübt.


Hat sich der Flexpreiskunde einmal für eine Verbindung entschieden und damit sein Wahlrecht ausgeübt (und dieses Wahlrecht nicht rückgängig gemacht), konkretisiert sich die geschuldete Beförderungsleistung auf diese Verbindung, sodass sich seine Rechte nicht von denen des Sparpreiskundens unterscheiden

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Mittwoch, 13.03.2019, 08:58 (vor 271 Tagen) @ mmandl

Das beantwortet immer noch nicht die Frage, weshalb die normale Berechnung der Verspätung am Zielbahnhof auf Grundlage der tatsächlich gewählten, fahrplanmäßigen Verbindung eine Aushöhlung des Wahlrechtes sein soll, wenn der Fahrgast mit der ursprünglichen Verbindung doch auch keine Erstattung erhalten hätte. Durch die Ausübung des Wahlrechts wird er hier doch nicht schlechter gestellt, also wird das Wahlrecht auch nicht ausgehöhlt.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 09:14 (vor 271 Tagen) @ Frecciarossa

Das beantwortet immer noch nicht die Frage, weshalb die normale Berechnung der Verspätung am Zielbahnhof auf Grundlage der tatsächlich gewählten, fahrplanmäßigen Verbindung eine Aushöhlung des Wahlrechtes sein soll, wenn der Fahrgast mit der ursprünglichen Verbindung doch auch keine Erstattung erhalten hätte. Durch die Ausübung des Wahlrechts wird er hier doch nicht schlechter gestellt, also wird das Wahlrecht auch nicht ausgehöhlt.

Die Verspätung ist aufgrund der tatsächlichen Verspätung am Zielbahnhof im Vergleich zu der vertraglich geschuldeten Ankunftszeit (ursprüngliche Verbindung) zu berechnen.


Warum hätte der Fahrgast mit der ursprünglichen Verbindung auch keine Ersattung erhalten? Für mich sind da zwei Fälle denkbar:


1. Die nach Art. 16 geforderte Verspätungsprognose tritt nicht ein -> das ist unerheblich, weil der Fahrgast nicht "schlauer als die Prognose" sein muss.


2. Die alternative Verbindung wurde aufgrund der 20-Minuten-Regelung gewählt. In diesem Fall könnte man wie gesagt (im Fernverkehr) argumentieren, dass es sich nur um ein beförderungsvertragliches Wahlrecht handelt, und daher das Wahlrecht nach Art. 16 nicht ausgehöhlt werden kann, weil dieses noch gar nicht besteht. Ist das der Fall den du gemeint hast?

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 10:59 (vor 271 Tagen) @ mmandl

Die Verspätung ist aufgrund der tatsächlichen Verspätung am Zielbahnhof im Vergleich zu der vertraglich geschuldeten Ankunftszeit (ursprüngliche Verbindung) zu berechnen.

Ergänzung: Das ergibt sich recht klar aus Art. 3 Nr. 12 der VO.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Mittwoch, 13.03.2019, 15:52 (vor 271 Tagen) @ mmandl
bearbeitet von musicus, Mittwoch, 13.03.2019, 15:53

Die Verspätung ist aufgrund der tatsächlichen Verspätung am Zielbahnhof im Vergleich zu der vertraglich geschuldeten Ankunftszeit (ursprüngliche Verbindung) zu berechnen.


Ergänzung: Das ergibt sich recht klar aus Art. 3 Nr. 12 der VO.

Nein. "Veröffentlichter Fahrplan" meint nicht die zuggebundene Reiseverbindung. Das ergibt sich recht klar aus Art. 3 Nr. 12 der VO.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 18:26 (vor 271 Tagen) @ musicus
bearbeitet von mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 18:29

Die Verspätung ist aufgrund der tatsächlichen Verspätung am Zielbahnhof im Vergleich zu der vertraglich geschuldeten Ankunftszeit (ursprüngliche Verbindung) zu berechnen.


Ergänzung: Das ergibt sich recht klar aus Art. 3 Nr. 12 der VO.

Nein. "Veröffentlichter Fahrplan" meint nicht die zuggebundene Reiseverbindung. Das ergibt sich recht klar aus Art. 3 Nr. 12 der VO.

Veröffentlichter Fahrplan meint m.E. den dem Beförderungsvertrag zugrundeliegenden Fahrplan, sei es der auf der Fahrkarte aufgedruckte Fahrplan, sei es der sich aus der Publikation ergebende Fahrplan, wenn die Fahrkarte keine Ankunftszeit ausweist. Nur so bekommt man das Problem in den Griff, wenn auf der Fahrkarte eine "falsche" Zeit aufgedruckt wurde.

Fakt ist einfach, dass die FGR-VO handwerklich schlecht ist und wir Rechtsanwender das irgendwie ausbügeln müssen, um zu einem stimmigen System zu kommen.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Mittwoch, 13.03.2019, 19:17 (vor 271 Tagen) @ mmandl

Veröffentlichter Fahrplan meint m.E. den dem Beförderungsvertrag zugrundeliegenden Fahrplan, sei es der auf der Fahrkarte aufgedruckte Fahrplan, sei es der sich aus der Publikation ergebende Fahrplan, wenn die Fahrkarte keine Ankunftszeit ausweist. Nur so bekommt man das Problem in den Griff, wenn auf der Fahrkarte eine "falsche" Zeit aufgedruckt wurde.

Nein, das ergibt keinen Sinn. Wir haben zwei Arten von Fahrkarten, solche ohne eine auf der Fahrkarte angegebene Ankunftszeit (z.B. Flexpreis, Sparpreise mit NV-Nachlauf) und solche mit. Erstere müssen wir als den allgemeinen Fall betrachten, letztere als den speziellen. Nun gibt es nur eine Definition für Verspätung, also kann diese sich nur auf den allgemeinen Fall beziehen (der den speziellen mit beinhaltet). Wenn sich die Definition auf den speziellen Fall bezöge, hätten wir keine Definition für den allgemeinen. Mit ein wenig Logik kommt man hier zum Ergebnis.

Das passt auch sehr gut zum Wortlaut, der einen Bezug zum Fahrplan herstellt und nicht zur Fahrkarte. Eine Angabe auf der Fahrkarte ist nicht veröffentlicht sondern individuell. Veröffentlicht ist der für jedermann zugängliche Fahrplan.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 19:59 (vor 271 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 20:02

Veröffentlichter Fahrplan meint m.E. den dem Beförderungsvertrag zugrundeliegenden Fahrplan, sei es der auf der Fahrkarte aufgedruckte Fahrplan, sei es der sich aus der Publikation ergebende Fahrplan, wenn die Fahrkarte keine Ankunftszeit ausweist. Nur so bekommt man das Problem in den Griff, wenn auf der Fahrkarte eine "falsche" Zeit aufgedruckt wurde.


Nein, das ergibt keinen Sinn. Wir haben zwei Arten von Fahrkarten, solche ohne eine auf der Fahrkarte angegebene Ankunftszeit (z.B. Flexpreis, Sparpreise mit NV-Nachlauf) und solche mit. Erstere müssen wir als den allgemeinen Fall betrachten, letztere als den speziellen. Nun gibt es nur eine Definition für Verspätung, also kann diese sich nur auf den allgemeinen Fall beziehen (der den speziellen mit beinhaltet). Wenn sich die Definition auf den speziellen Fall bezöge, hätten wir keine Definition für den allgemeinen. Mit ein wenig Logik kommt man hier zum Ergebnis.

Das passt auch sehr gut zum Wortlaut, der einen Bezug zum Fahrplan herstellt und nicht zur Fahrkarte. Eine Angabe auf der Fahrkarte ist nicht veröffentlicht sondern individuell. Veröffentlicht ist der für jedermann zugängliche Fahrplan.

Erstens verbietet es sich hier von allgemeinen und speziellen Fällen im deutschen Tarifsystem zu sprechen. Die VO gilt unionsweit. Man müsste sich überlegen, was für eine Vorstellung der Unionsgesetzgeber hatte. Vermutlich gar keine, er hat (von der Kapitelüberschrift und der Regelung für Zeitkarten abgesehen) ja nicht einmal wirklich bedacht, dass es auch Umsteigeverbindungen und ausgefallene Züge gibt.

Legen wir einmal zugrunde, dass der veröffentlichte Fahrplan die Grundlage ist (was ist eigentlich der veröffentliche Fahrplan? Hafas? Der auf Gleis 1 oder auf Gleis 2? Der im Reisezentrum?), dann dürfte der Fahrgast nach deiner Logik nie eine Entschädigung bekommen, wenn er sich für einen anderen Zug entscheidet und dieser tatsächlich genutzte Zug pünktlich ist, ganz egal ob der erste ausfällt, er den Anschluss verpasst oder warum auch immer.

Aber selbst wenn wir immer den veröffentlichten Fahrplan heranziehen, sagt das noch gar nichts aus, die Verspätung welchen Zugs wir heranziehen müssen. Irgendwie muss ja noch eine Verbindung zwischen dem veröffentlichen Fahrplan und dem Fahrgast hergestellt werden. Und das funktioniert über die Ausübung des Wahlrechts, das dem Fahrgast aufgrund der nicht zuggebundenen Fahrkarte zusteht. Sucht sich der Fahrgast eine Verbindung aus, wird der veröffentlichte Fahrplan dieser gewählten Verbindung zur geschuldeten Ankunftszeit. Kommt der Fahrgast wegen eines verspäteten Zugs - mit oder ohne Nutzung eines alternativen Zugs nach Art. 16 VO - im Vergleich zu dieser geschuldeten Ankunftszeit zu spät an, entsteht der Entschädigungsanspruch je nach Höhe der Verspätung.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Mittwoch, 13.03.2019, 20:37 (vor 271 Tagen) @ mmandl

Erstens verbietet es sich hier von allgemeinen und speziellen Fällen im deutschen Tarifsystem zu sprechen. Die VO gilt unionsweit. Man müsste sich überlegen, was für eine Vorstellung der Unionsgesetzgeber hatte. Vermutlich gar keine, er hat (von der Kapitelüberschrift und der Regelung für Zeitkarten abgesehen) ja nicht einmal wirklich bedacht, dass es auch Umsteigeverbindungen und ausgefallene Züge gibt.

Fahrkarten dieser beiden Kategorien gibt es unionsweit, das ist keine deutsche Spezialität.

Legen wir einmal zugrunde, dass der veröffentlichte Fahrplan die Grundlage ist (was ist eigentlich der veröffentliche Fahrplan? Hafas? Der auf Gleis 1 oder auf Gleis 2? Der im Reisezentrum?), dann dürfte der Fahrgast nach deiner Logik nie eine Entschädigung bekommen, wenn er sich für einen anderen Zug entscheidet und dieser tatsächlich genutzte Zug pünktlich ist, ganz egal ob der erste ausfällt, er den Anschluss verpasst oder warum auch immer.

Nein, Verbindung verknüpft immer eine Abfahrtszeit mit einer Ankunftszeit, auf einen einzelnen Zug in dieser Verbindung kommt es nicht an.

Aber selbst wenn wir immer den veröffentlichten Fahrplan heranziehen, sagt das noch gar nichts aus, die Verspätung welchen Zugs wir heranziehen müssen. Irgendwie muss ja noch eine Verbindung zwischen dem veröffentlichen Fahrplan und dem Fahrgast hergestellt werden. Und das funktioniert über die Ausübung des Wahlrechts, das dem Fahrgast aufgrund der nicht zuggebundenen Fahrkarte zusteht. Sucht sich der Fahrgast eine Verbindung aus, wird der veröffentlichte Fahrplan dieser gewählten Verbindung zur geschuldeten Ankunftszeit. Kommt der Fahrgast wegen eines verspäteten Zugs - mit oder ohne Nutzung eines alternativen Zugs nach Art. 16 VO - im Vergleich zu dieser geschuldeten Ankunftszeit zu spät an, entsteht der Entschädigungsanspruch je nach Höhe der Verspätung.

Bei der Berechnung der Verspätung muss, wenn nach der Definition der Verordnung eine auf der Fahrkarte angegebene Zeit nicht maßgeblich ist, die planmäßige Ankunftszeit einer Verbindung, also einer Verknüpfung von Abfahrts- und Ankunftszeit, die Grundlage sein. Natürlich, wenn ein Zusammenhang zwischen ursprünglich gewählter Abfahrtszeit und tatsächlich gewählter Verbindung besteht, dann bleibt die ursprünglich gewählte Zeit maßgeblich. Wenn also der erste Zug einer Verbindung ausfällt und man auf den nächsten warten muss, dann muss natürlich die Ankunftszeit der ursprünglichen Verbindung maßgeblich bleiben. Jedoch besteht kein sachlicher Zusammenhang, wenn man aus freien Stücken einen mehrstündigen Aufenthalt einlegt, hieraus kann kein erweiterter Erstattungsanspruch erwachsen.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 21:04 (vor 271 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 21:08

Aber selbst wenn wir immer den veröffentlichten Fahrplan heranziehen, sagt das noch gar nichts aus, die Verspätung welchen Zugs wir heranziehen müssen. Irgendwie muss ja noch eine Verbindung zwischen dem veröffentlichen Fahrplan und dem Fahrgast hergestellt werden. Und das funktioniert über die Ausübung des Wahlrechts, das dem Fahrgast aufgrund der nicht zuggebundenen Fahrkarte zusteht. Sucht sich der Fahrgast eine Verbindung aus, wird der veröffentlichte Fahrplan dieser gewählten Verbindung zur geschuldeten Ankunftszeit. Kommt der Fahrgast wegen eines verspäteten Zugs - mit oder ohne Nutzung eines alternativen Zugs nach Art. 16 VO - im Vergleich zu dieser geschuldeten Ankunftszeit zu spät an, entsteht der Entschädigungsanspruch je nach Höhe der Verspätung.


Bei der Berechnung der Verspätung muss, wenn nach der Definition der Verordnung eine auf der Fahrkarte angegebene Zeit nicht maßgeblich ist, die planmäßige Ankunftszeit einer Verbindung, also einer Verknüpfung von Abfahrts- und Ankunftszeit, die Grundlage sein. Natürlich, wenn ein Zusammenhang zwischen ursprünglich gewählter Abfahrtszeit und tatsächlich gewählter Verbindung besteht, dann bleibt die ursprünglich gewählte Zeit maßgeblich. Wenn also der erste Zug einer Verbindung ausfällt und man auf den nächsten warten muss, dann muss natürlich die Ankunftszeit der ursprünglichen Verbindung maßgeblich bleiben. Jedoch besteht kein sachlicher Zusammenhang, wenn man aus freien Stücken einen mehrstündigen Aufenthalt einlegt, hieraus kann kein erweiterter Erstattungsanspruch erwachsen.

Ich glaube wir liegen im Grundsatz gar nicht so weit auseinander. Maßgeblich ist der veröffentlichte Fahrplan. Dieser wird Bestandteil des Beförderungsvertrags. Nicht anderes habe ich gemeint als ich auf den Fahrplan laut Beförderungsvertrag abgestellt habe. Dann gibt es die Fälle, in denen dem Fahrgast individuelle Zeiten mitgeteilt oder auf der Fahrkarte aufgedruckt werden. Soweit dies der Fall ist, müssen diese Zeiten Vorrang vor irgendwelchen veröffentlichten Fahrplänen (=AGB i.S.d. Klauselrichtlinie) haben. Wenn der Fahrgast "aus freien Stücken" einen Aufenthalt einlegt (weil er dazu lt. Beförderungsbedingungen das Recht hat, zB Flexpreis) wird die so gewählte Verbindung die geschuldete Verbindung und auf deren Grundlage die geschuldete Ankunftszeit berechnet.

Macht der Fahrgast aber von seinem Wahlrecht nach Art. 16 VO Gebrauch, gesteht die VO dem Fahrgast das Recht zu, eine dem Fahrgast "genehme Verbindung" zu wählen (um z.B. von den Hilfeleistungsrechten nach Art. 18 Gebrauch zu machen, etwas zu speisen oder auch eine Übernachtungsmöglichkeit zu nutzen). Kommt der Fahrgast deshalb später an als er angekommen wäre wenn er den nächsten Zug genommen hätte, kann man dem Fahrgast die (höhere) Entschädigung nicht verweigern. Würde man den Fahrgast jetzt jedes Mal darlegen lassen müssen, warum er sich für eine spätere Verbindung entschieden hat, würde das pauschalisierte Entschädigungsverfahren, das alleine auf eine Zeitdifferenz abstellt, beeinträchtigt. Daher müssen die Motive des Fahrgasts grundsätzlich außer Betracht bleiben. Missbrauchsfälle lassen sich über Treu und Glauben lösen, wenn das Eisenbahnunternehmen Anhaltspunkte für einen Missbrauch hat.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Dienstag, 12.03.2019, 20:17 (vor 272 Tagen) @ musicus

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...

Doch das hätte er.

Nö. Aus Art. 17 Abs. 4 VO 1371/2007 EG würde ich analog schließen, dass kein Entschädigungsanspruch für jene „Verspätungen“ besteht, die der Kunde freiwillig wählt. Leider kann ich‘s gerade nicht dir zuliebe ausprozessieren...

Das ist wirklich eine spannende Frage, aber nein, den Fahrgast trifft insoweit keine Schadensminderungspflicht, das würde sein Wahlrecht nach Art. 16 faktisch einschränken.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 20:39 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...

Doch das hätte er.

Nö. Aus Art. 17 Abs. 4 VO 1371/2007 EG würde ich analog schließen, dass kein Entschädigungsanspruch für jene „Verspätungen“ besteht, die der Kunde freiwillig wählt. Leider kann ich‘s gerade nicht dir zuliebe ausprozessieren...


Das ist wirklich eine spannende Frage, aber nein, den Fahrgast trifft insoweit keine Schadensminderungspflicht, das würde sein Wahlrecht nach Art. 16 faktisch einschränken.

Das mag ja sein - aber würdest du wirklich soweit gehen, zu behaupten, der Kunde darf ein EVU durch seine Wahlfreiheit erst regresspflichtig machen? Die DB wäre mit ihrer 20-Minuten-Regelung dann sehr schlecht beraten. In jedem dieser Fälle ließen sich dann 50% abgreifen, mit dem Vorwand, im Rahmen der eigenen Wahlfreiheit die Fahrt eine Station vor dem Ziel nochmal 121 Minuten lang unterbrochen zu haben.
Deine Formel lautet also: +21(+x) = Flexfahrschein + 50% Entschädigung. Ernsthaft?

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Dienstag, 12.03.2019, 21:15 (vor 272 Tagen) @ musicus

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Eben nicht. Sonst hätte er ja, wenn er eine Alternative drei Stunden später gewählt hätte, in jedem Fall Anspruch auf 50%, selbst wenn die Alternative pünktlich wäre...

Doch das hätte er.

Nö. Aus Art. 17 Abs. 4 VO 1371/2007 EG würde ich analog schließen, dass kein Entschädigungsanspruch für jene „Verspätungen“ besteht, die der Kunde freiwillig wählt. Leider kann ich‘s gerade nicht dir zuliebe ausprozessieren...


Das ist wirklich eine spannende Frage, aber nein, den Fahrgast trifft insoweit keine Schadensminderungspflicht, das würde sein Wahlrecht nach Art. 16 faktisch einschränken.

Das mag ja sein - aber würdest du wirklich soweit gehen, zu behaupten, der Kunde darf ein EVU durch seine Wahlfreiheit erst regresspflichtig machen? Die DB wäre mit ihrer 20-Minuten-Regelung dann sehr schlecht beraten. In jedem dieser Fälle ließen sich dann 50% abgreifen, mit dem Vorwand, im Rahmen der eigenen Wahlfreiheit die Fahrt eine Station vor dem Ziel nochmal 121 Minuten lang unterbrochen zu haben.
Deine Formel lautet also: +21(+x) = Flexfahrschein + 50% Entschädigung. Ernsthaft?

Ja, weil die Alternative wäre, dass man dem Fahrgast den Anspruch nur gewährt, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Wahl der späteren Verbindung hat. Die Verordnung ist aber auf einfache und standardisierte Leistungen angelegt. Daher ist das kein gangbarer Weg.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Dienstag, 12.03.2019, 21:20 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Die Fahrgastrechte zielen auf durch die Eisenbahn verursachte Verspätungen ab, nicht aufgrund eigener Reiseentscheidungen des Fahrgastes entstandene Verzögerungen. Mit Deiner Argumentation könnte ein Flexpreiskunde auch ohne Ausgangsverspätung durch einen Unterwegsaufenthalt eine Fahrpreiserstattung geltend machen.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 21:22 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Ja, weil die Alternative wäre, dass man dem Fahrgast den Anspruch nur gewährt, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Wahl der späteren Verbindung hat.

Nö. Die Alternative wäre, dass der Fahrgast eine einen Entschädigungsanspruch begründende Verspätung der tatsächlich gewählten Verbindung wenigstens glaubhaft vorträgt. So wie dass jeder mit +61 oder +121 auch tun muss. Deine Theorie dagegen stellt (betrügerische) Fahrgäste mit +21 ohne jede Plausibilitätsprüfung besser als jene, die +110 auf dem Formular haben.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Dienstag, 12.03.2019, 23:22 (vor 272 Tagen) @ musicus

Ja, weil die Alternative wäre, dass man dem Fahrgast den Anspruch nur gewährt, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Wahl der späteren Verbindung hat.

Nö. Die Alternative wäre, dass der Fahrgast eine einen Entschädigungsanspruch begründende Verspätung der tatsächlich gewählten Verbindung wenigstens glaubhaft vorträgt. So wie dass jeder mit +61 oder +121 auch tun muss. Deine Theorie dagegen stellt (betrügerische) Fahrgäste mit +21 ohne jede Plausibilitätsprüfung besser als jene, die +110 auf dem Formular haben.

Der Fahrgast muss natürlich genauso beweisen, dass er die Verbindung mit +120 gewählt hat wie sonst bei +60 oder +120 auch. Es geht allein um die tatsächliche Verspätung am Zielort. Glaubhaftmachung genügt übrigens nicht, der Fahrgast muss im Streitfall schon noch normalen Regeln den Vollbeweis erbringen sofern dies von ihm verlangt wird.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Mittwoch, 13.03.2019, 05:59 (vor 272 Tagen) @ mmandl

Der Fahrgast muss natürlich genauso beweisen, dass er die Verbindung mit +120 gewählt hat

Nö. Man kann ohne weiteres irgendeinen Zug angeben, der den Zielort am fraglichen Tag erreicht hat. "Beweise" werden nicht verlangt.

wie sonst bei +60 oder +120 auch.

Auch hier sind keine Beweise nötig, es reicht stets aus, dass es plausible Weise so hätte sein können.

Glaubhaftmachung genügt übrigens nicht, der Fahrgast muss im Streitfall schon noch normalen Regeln den Vollbeweis erbringen sofern dies von ihm verlangt wird.

Puh... Ein Glück - denn da fallen mir (ohne jede Betrugsabsicht) ganz praktische Fälle ein, in denen das schwer bis unmöglich gewesen wäre. Welche Form hat denn dein lieber Vollbeweis??

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Mittwoch, 13.03.2019, 07:59 (vor 271 Tagen) @ musicus

Der Fahrgast muss natürlich genauso beweisen, dass er die Verbindung mit +120 gewählt hat

Nö. Man kann ohne weiteres irgendeinen Zug angeben, der den Zielort am fraglichen Tag erreicht hat. "Beweise" werden nicht verlangt.

Da weichen Theorie und Praxis einfach voneinander ab, weil sonst ein zügiges Erstattungsverfahren mit dem bisherigen Personal kaum möglich wäre.

wie sonst bei +60 oder +120 auch.

Auch hier sind keine Beweise nötig, es reicht stets aus, dass es plausible Weise so hätte sein können.

Glaubhaftmachung genügt übrigens nicht, der Fahrgast muss im Streitfall schon noch normalen Regeln den Vollbeweis erbringen sofern dies von ihm verlangt wird.

Puh... Ein Glück - denn da fallen mir (ohne jede Betrugsabsicht) ganz praktische Fälle ein, in denen das schwer bis unmöglich gewesen wäre. Welche Form hat denn dein lieber Vollbeweis??

Der Fahrgast hat nach Art. 18 Abs. 4 gerade einen Anspruch auf Austellung einer Verspätungsbescheinigung. Legt der Fahrgast diese später vor, hat er den Vollbeweis erbracht. Wird ihm diese nicht ausgestellt oder trägt das Eisenbahnunternehmen nicht dafür Sorge, dass solche Bescheinigungen ausgestellt werden können (keine ZUBs, unbesetzte Bahnhöfe) liegt ein Fall der Bewesisvereitelung vor, die dann (müsste ich nochmal nachschauen) zur Umkehr der Beweislast führt. Im Übrigen ist natürlich auch der Zegenbeweis möglich.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

JumpUp @, Donnerstag, 14.03.2019, 10:02 (vor 270 Tagen) @ mmandl

Der Fahrgast muss natürlich genauso beweisen, dass er die Verbindung mit +120 gewählt hat

Nö. Man kann ohne weiteres irgendeinen Zug angeben, der den Zielort am fraglichen Tag erreicht hat. "Beweise" werden nicht verlangt.


Da weichen Theorie und Praxis einfach voneinander ab, weil sonst ein zügiges Erstattungsverfahren mit dem bisherigen Personal kaum möglich wäre.

wie sonst bei +60 oder +120 auch.

Auch hier sind keine Beweise nötig, es reicht stets aus, dass es plausible Weise so hätte sein können.

Glaubhaftmachung genügt übrigens nicht, der Fahrgast muss im Streitfall schon noch normalen Regeln den Vollbeweis erbringen sofern dies von ihm verlangt wird.

Puh... Ein Glück - denn da fallen mir (ohne jede Betrugsabsicht) ganz praktische Fälle ein, in denen das schwer bis unmöglich gewesen wäre. Welche Form hat denn dein lieber Vollbeweis??


Der Fahrgast hat nach Art. 18 Abs. 4 gerade einen Anspruch auf Austellung einer Verspätungsbescheinigung. Legt der Fahrgast diese später vor, hat er den Vollbeweis erbracht. Wird ihm diese nicht ausgestellt oder trägt das Eisenbahnunternehmen nicht dafür Sorge, dass solche Bescheinigungen ausgestellt werden können (keine ZUBs, unbesetzte Bahnhöfe) liegt ein Fall der Bewesisvereitelung vor, die dann (müsste ich nochmal nachschauen) zur Umkehr der Beweislast führt. Im Übrigen ist natürlich auch der Zegenbeweis möglich.

Der Fahrgast hat einen Anspruch auf eine Verspätungsbescheinigung,
dies ist vollkommen korrekt und in den FGR auch geregelt. Jedoch ergeht aus dem Anspruch
auf die Bescheinigung keine Pflicht, solch eine Bescheinigung auch zu besorgen.
In den FGR wird an keiner Stelle vom Fahrgast verlangt, zu beweisen (durch eine Bescheinigung), dass er den verspäteten Zug auch genutzt hat.

Im Zweifelsfall lässt es sich ja in einigen Fällen (nicht in allen!) durch die Kontrolle des Online-Tickets nachweisen bzw. den Zangenabdruck.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

mmandl, Donnerstag, 14.03.2019, 16:40 (vor 270 Tagen) @ JumpUp

Der Fahrgast hat einen Anspruch auf eine Verspätungsbescheinigung,
dies ist vollkommen korrekt und in den FGR auch geregelt. Jedoch ergeht aus dem Anspruch
auf die Bescheinigung keine Pflicht, solch eine Bescheinigung auch zu besorgen.
In den FGR wird an keiner Stelle vom Fahrgast verlangt, zu beweisen (durch eine Bescheinigung), dass er den verspäteten Zug auch genutzt hat.

Das ist soweit richtig. Aber die Durchsetzung der Verspätungsrechte wir in der überhaupt nicht ansatzweise geregelt. Dies ist typisch für unionsrechtliche Rechtsakte und nennt sich "Verfahrenshoheit der Mitgliedstaaten". Und nach deutschem Recht muss der Anspruchssteller die Voraussetzungen seines Anspruchs beweisen.

Im Zweifelsfall lässt es sich ja in einigen Fällen (nicht in allen!) durch die Kontrolle des Online-Tickets nachweisen bzw. den Zangenabdruck.

Damit hat der Fahrgast streng genommen nur bewiesen, dass er einen bestimmten Zug genutzt hat, nicht aber die konkrete Verspätung. Da die Verspätung aber den Eisenbahnunternehmen bekannt ist (Tatsache aus dem Herrschaftsbereich der Eisenbahnunternehmen), genügt ein einfaches Bestreiten nicht.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Dienstag, 12.03.2019, 19:15 (vor 272 Tagen) @ Power132

In den Fahrgastrechten geht es um die fahrplanmäßige Verbindung, nicht um die gebuchte.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 19:19 (vor 272 Tagen) @ Frecciarossa

In den Fahrgastrechten geht es um die fahrplanmäßige Verbindung, nicht um die gebuchte.

Wo steht das? Damit bin ich schon öfter im Reisezentrum gescheitert.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 19:59 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

Damit bin ich schon öfter im Reisezentrum gescheitert.

Surprise, surprise...
Was soll das jetzt beweisen?

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Hansjörg, Dienstag, 12.03.2019, 20:04 (vor 272 Tagen) @ musicus

Was soll das jetzt beweisen?

Gar nichts. Ich würde gerne wissen wo das steht, dann kann ich das nächste Mal im RZ darauf verweisen.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 20:40 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

dann kann ich das nächste Mal im RZ darauf verweisen.

Was soll das dann bringen?

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Frecciarossa, Dienstag, 12.03.2019, 20:55 (vor 272 Tagen) @ Hansjörg

Die Fahrgastrechte kennen den Begriff Zugbindung nicht. Daher kann auch die Definition einer Verspätung nicht auf eine durch eine Zugbindung definierte Ankunftszeit referenzieren und daher kann die Berechnungsgrundlage nur die tatsächlich gewählte Verbindung sein, bei der eine Abfahrtszeit immer mit einer fahrplanmäßigen Ankunftszeit zusammengehört.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 21:09 (vor 272 Tagen) @ Frecciarossa

Die Fahrgastrechte kennen den Begriff Zugbindung nicht.

Selbst wenn - die Zugbindung ist ja gerade aufgehoben.

Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung

Rote-Augen-Sprinter, Mittwoch, 13.03.2019, 09:49 (vor 271 Tagen) @ musicus

Sehe ich im Ergebnis auch so.

Letztlich geht es um die Auslegung des Begriffs "Verspätung".

Ich würde wie folgt argumentieren: Mit Abschluss des Vertrags kommt zunächst ein Beförderungsvertrag zustande, der nur die Reise zu einen bestimmten Zeitpunkt zulässt. Diese Bestimmung greift aber nach der 20-Minuten-Regel nicht mehr bei einer erwarteten entsprechenden Ankunftsverspätung. Damit lässt sich das Problem auf einen Beförderungsvertrag ohne Zugbindung zurückführen. Dort liegt eine verspätete Ankunft dann vor, wenn die Reisezeit sich um 60 Minuten oder mehr verlängert. Dies entspricht auch der Definition in der zugrunde liegenden EU-Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 (Art. 3 Nr. 12: "„Verspätung“ die Zeitdifferenz zwischen der planmäßigen Ankunftszeit des Fahrgasts gemäß dem veröffentlichten Fahrplan und dem Zeitpunkt seiner tatsächlichen oder erwarteten Ankunft;").

Einen Grenzfall könnte man nur dann konstruieren, wenn die ursprüngliche Verbindung weniger als 60 Minuten Verspätung erwarten ließ, so dass in dieser Hinsicht keine Entschädigung nach Art. 17 zu zahlen gewesen wäre. Das müsste dann ggf. der EuGH klarstellen.

Warum? Ankunft war pünktlich

musicus, Dienstag, 12.03.2019, 18:57 (vor 272 Tagen) @ Power132

Es war doch nur die Zugbindung aufgehoben.

...und infolgedessen kam ein neuer Beförderungsvertrag zustande. Eben ein anderer, als bei der Buchung angegeben. Die DB hätte ja nicht pauschal alle Bindungen am 11. März aufheben müssen...

Komplizierte FGR Frage

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 12.03.2019, 18:35 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691

Stehen mir hier die 25% zur Erstattung zu?

Warum nicht? Ich gehe natürlich davon aus, dass a) du mit der Ersatzverbindung planmäßig spätestens um 15.54 angekommen wärst und b) eine eventuelle Zugbindung wegen des Sturms aufgehoben war. Dann liegen die Voraussetzungen für die FGR ganz klar vor.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Komplizierte FGR Frage

Junior @, Dienstag, 12.03.2019, 19:01 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691

Wenn man früher fährt aufgrund aufgehobener Zugbindung, gilt als planmäßige Ankunftszeit nicht mehr die gebuchte, sondern die neu geplante. Hat mir die DB zuletzt noch auf Nachfrage so mitgeteilt, und so wurde es auch dann vom Servicecenter Fahrgastrechte gehandhabt.

Einreichen und Ergebnis hier posten

Ösi, Dienstag, 12.03.2019, 19:12 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691

- kein Text -

Einreichen und Ergebnis hier posten

Stefan030691, Dienstag, 12.03.2019, 19:49 (vor 272 Tagen) @ Ösi

Fakt ist, die ursprüngliche Alternative lt. BAHN navigator um 8:30 sagte, ich sei mit ice, ic und dann Re um 15:54 am Ziel. Ich war um 16:54 am Ziel.

Werde es einreichen und dann das Ergebnis kundtun.

Danke schonmal!

Gruss

Um welchen IC hat es sich gehandelt der ausgefallen ist?

keksi @, Dienstag, 12.03.2019, 21:12 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691

Fakt ist, die ursprüngliche Alternative lt. BAHN navigator um 8:30 sagte, ich sei mit ice, ic und dann Re um 15:54 am Ziel. Ich war um 16:54 am Ziel.

Werde es einreichen und dann das Ergebnis kundtun.

Danke schonmal!

Gruss

Um welchen IC hat es sich gehandelt der ausgefallen ist?

Stefan030691, Dienstag, 12.03.2019, 22:25 (vor 272 Tagen) @ keksi

Gebucht war IC2024.
Alternative war ICE 726 von Würzburg bis Düsseldorf dann verspäteter IC 2218 bis Münster. Dieser ist dann ebenfalls ausgefallen, somit IC 2200 genommen.

Oft gestellte FGR Frage

bers @, Mittwoch, 13.03.2019, 05:58 (vor 272 Tagen) @ Stefan030691
bearbeitet von bers, Mittwoch, 13.03.2019, 05:59

Da das hier ohne jeden Verweis auf frühere Fragen diskutiert wird, dachte ich, es wäre hilfreich, zu erwähnen, dass diese scheinbar sehr außergewöhnliche Frage sogar recht häufig gestellt wird. Antworten sind z.B.:

Fahrgastrechte greifen nur bei verspäteter Ankunft

https://community.bahn.de/questions/1432655-fahrgastrechte-fruherer-abfahrt

Wenn Sie früher losfahren, um zu der Zeit anzukommen, die ursprünglich gebucht war, dann besteht kein Erstattungsanspruch.

https://community.bahn.de/questions/1442032-fahrgastrechte-1-stunde-fruher-abfahren-mus...

Außerdem:
http://www.ice-treff.de/index.php?mode=thread&id=484521
http://www.ice-treff.de/index.php?mode=thread&id=473727
http://www.ice-treff.de/index.php?mode=thread&id=194993
... und sicher noch zahlreiche mehr.

Oft gestellte FGR Frage

agw @, NRW, Mittwoch, 13.03.2019, 07:26 (vor 271 Tagen) @ bers

Es ist doch bekannt, dass es in einigen FGR-Fällen hier verschiedene Meinungen gibt und auch in der Bahn-Community gerne falsche Antworten als richtig angesehen werden.

Solange da kein EBA-Stempel drunter ist, sollte man für sich nachteiliges nicht unbedingt glauben.

--
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- bahn.de

Oft gestellte FGR Frage

bers @, Mittwoch, 13.03.2019, 07:29 (vor 271 Tagen) @ agw

Solange da kein EBA-Stempel drunter ist, sollte man für sich nachteiliges nicht unbedingt glauben.

Wollte ich auch nicht implizieren - ich wollte nur darauf hinweisen, dass die meisten Argumente schon mal ausgetauscht worden sind.

Wie bei Flexpreis denken, da Zugbindung aufgehoben!

Bahngenießer, Mittwoch, 13.03.2019, 21:33 (vor 271 Tagen) @ Stefan030691

Hallo zusammen,

Ich hatte für den 11.03. Ein Sparpreisticket mit dem ich um 9:30 einen Zug nehmen wollte, und um 16:54 an meinem Ziel gewesen wäre.

Durch den Sturm habe ich bereits einen Zug früher genommen und bin trotzdem erst um 16:54 angekommen, da die "Ersatzverbindung" entsprechend verspätet war.

Hier Details:
Ursprungs-IC: ausgefallen wegen Sturm
ERSATZVERBINDUNG: ICE planmäßig, danach IC Entfall, dann mit RE weiter

Stehen mir hier die 25% zur Erstattung zu?

Grüße vorab.

Da meines Wissens auch für den 11.03.2019 alle Zugbindungen pauschal aufgehoben waren, hattest du quasi ein Flexpreisticket.
Vergesse einfach den Zug um 9.30 Uhr. Trage nur die Verbindung ein, die du tatsächlich genommen hast und stelle hierfür fest, um wieviel Minuten du verspätet am Zielbahnhof angekommen bist. (+60 ?)

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