2241 umgekehrt gereiht! (Allgemeines Forum)

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 14. August 2019, 06:36 (vor 11 Tagen)
bearbeitet von Blaschke, Mittwoch, 14. August 2019, 06:38

Hallöchen.

DB FV weiß es nicht. Also schreib ich es dem Laden hiermit. Garnitur 7702 übrigens. Hätte man natürlich wissen können bei der DB - gestern abend nach Münster stand die Komposition bei meiner Mitfahrt auch falsch. Da ist es einleuchtend, dass sich das über Nacht nicht ändert.

Mir war das daher klar und ich stand am richtigen falschen Ende zwischen all der First-Class-Elite. Nett anzuschauen, wie sie dann bei der Einfahrt 'ihrem' Wagen hinterher rannten, um ihn am anderen Bahnsteigende einzuholen. Motto: DB FV erspart den Jogginglauf daheim ...

Aber nun, was soll man erwarten. Wer die Züge der Linie in beiden Richtungen nutzt und sich mal gemütlich dem Faltblatt 'Ihr Reiseplan' widmet, der wird, wenn er denn aufmerksam genug ist für Details, feststellen, dass die abgedruckte Wagenreihung in beiden Richtungen gleich ist: egal, ob Berlin oder Amsterdam: hinter der Lok kommt demnach immer Wagen 12, 1. Klasse. Und immer am Ende ist Wagen 4; der mit den Fahrrädern. Ob man sich im Hause DB FV vorstellen kann, dass es noch sowas wie einen Intercity gibt, der keinen Steuerwagen hat? Wo man tatsächlich noch nach jeder Fahrt (bzw. an der Staatsgrenze) wie zu Großvaters Zeiten die Lok umhängen muss ans andere Ende!


Wobei mir die Taktik natürlich schon einleuchtet. Anno 2023 oder so sollen ja die Talgo kommen. Mit, wenn ich die Diskussion richtig im Kopf habe, weniger(!) Sitzplätzen als derzeit. Wenn ich dann schaue, wie ausgelastet die Züge heute teilweise schon sind, dann frage ich mich schon, wohin da mit all den zusätzlichen Fahrgästen. Es sei denn, bis dahin schafft man es, ein paar der heutigen Reisenden zu vergraulen. Die man dann ab 2023 wieder begrüßt und dann die Steigerungen bejubelt ...

So, nächster Halt, dasselbe Spielchen: am Fenster fegt die höhere Klasse eiligen Schrittes vorbei in Richtung ihres Biotops. Während hier im Großraumwägelchen herrliche Ruhe herrscht: kein Geblase und Gerausche der Klimaanlage. Die ist nämlich komplett aus. Immerhin schwitzt bei mickrigen 12 Grad plus niemand ...

Hach, so fängt doch der Arbeitstag auf der Schiene gut an ... Wir sind pünktlich. Das ist doch auch mal was. Also bei den nächsten zwei Halten noch etwas Sportschau - und dann mal gucken, wo es angesichts einer Stunde Pause in Hannover leckeres Frühstück gibt ...

Euch allzeit richtig gereihte Gedanken wünschende Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Wow! Die Zentrale brummt!

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 14. August 2019, 07:32 (vor 11 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von Blaschke, Mittwoch, 14. August 2019, 07:35

Huhu.

Von wegen, in der Plüschetage schläft man! Und beginnt den Tag mit Besprechungen. Nix da. Da wird schon malocht. Und der ICE-Treff ausgewertet.

In Minden um 6.45h war man noch etwas verschlafen. In der Reihungsansicht auf der Anzeige war der falsche Dreh berücksichtigt - nur lief das Laufband mit dem Hinweis nicht durch.

Ich denk so: oh, neue Taktik? Hängen sie zum Fahrplanwechsel die Wagenstandanzeiger ab? Und schaffen Platz für Werbung? So wie in Hannover, wo großformatig beim Abgang vom FV-nach-Wolfsburg-Bahnsteig für die Autostadt geworben wird?! Nota bene: am Bummelzug-nach-Wolfsburg-Bahnsteig übrigens nicht ... - VW will nicht Plebs und Pöbel.

Dann erreichen wir Hannover Hauptbahnhof und siehe da: es funktioniert! Nicht mal eine Stunde nach meinem Hinweis im Forum klappt es und es läuft das weiße Laufband auf dem Anzeiger durch. Und alle Fahrgäste stehen richtig!

Da bin ich jetzt doch mal beeindruckt!!! Hut ab, DB! Du bist am Ohr Deiner Reisenden.

Und ich werde in Zukunft noch öfters das Bordbistro aufsuchen! Denn wenn was ausverkauft ist, werde ich nicht traurig sein: einfach hier im Forum berichten und zack, wird der Mangel behoben werden. Wenn das jetzt auch 'moonglum' erfährt ...


Schöne Grüße von jörg


der grad am Eiscafé Colosseum verweilt. Aber die sind schon reich - kommt keiner, der mir ein Frühstück verkaufen will ... Doch jetzt, wo ich grad zu Ende getippt habe. Alles Wahnsinn heute ...

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Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Neues Einsatzgebiet bitte

Christian_S, Mittwoch, 14. August 2019, 07:42 (vor 11 Tagen) @ Blaschke

Liebe Auftraggeber in Niedersachsen, bitte verlagert Eure Fahrgastbefragter mal in andere Einsatzgebiete. Lasst den Blaschke mal auf Hude-Brake oder Bremerhaven-Cuxhaven zählen, wo er die IC der Linie 77 nicht immer beobachten kann.

Uns wäre damit sehr geholfen ;-)

Neues Einsatzgebiet bitte

Bluenight1983 @, Mittwoch, 14. August 2019, 08:01 (vor 11 Tagen) @ Christian_S

Ich wäre ja dafür das man ihn für einen "Schüleraustausch" in den brasilianischen Dschungel schickt. Ohne Internetempfang. ^^ Zum Feuerameisen zählen oder sowas. ^^

Wäre übrigens praktizierter Umweltschutz ...

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 14. August 2019, 15:16 (vor 11 Tagen) @ Bluenight1983
bearbeitet von Blaschke, Mittwoch, 14. August 2019, 15:19

Huhu.

Ich wäre ja dafür das man ihn für einen "Schüleraustausch" in den brasilianischen Dschungel schickt. Ohne Internetempfang. ^^ Zum Feuerameisen zählen oder sowas. ^^

Hätte den großen Vorteil, dass die Holzfällereien ein Ende hätten. Die würden alle flüchten - wer will schon Diskussion mit dem Blaschke ertragen ...

Im Regenwald wäre Ruhe!

Und auch Flora und Fauna wären artig und kuschen. Da fließt der Fluß anständig in seinem Bett und kein Ast wächst da in die falsche Richtung oder wie ihm das gerade paßt. Und der Frosch hüpft artig auf seiner Fahrbahnseite. Bloß nicht den Blaschke auf den Plan rufen. Dann ist's mit der Ruhe Essig, weil der erdt wieder ausgiebig daher schwiemelt.

Nur im Forum wäre großes Katzenjammer, an wem soll sich die Kommune denn abarbeiten?


Schöne Grüße von jörg


Größtes Problem: da hin zu kommen. Ich flieg ja nicht! Da muss erst der Beringsee-Tunnel fertig werden. Und das dauert noch. Tja ... - müsst ihr den Dicken wohl noch länger ertragen ....

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Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

.... nutzt nix

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 14. August 2019, 09:06 (vor 11 Tagen) @ Christian_S

Huhu.

Liebe Auftraggeber in Niedersachsen, bitte verlagert Eure Fahrgastbefragter mal in andere Einsatzgebiete. Lasst den Blaschke mal auf Hude-Brake oder Bremerhaven-Cuxhaven zählen, wo er die IC der Linie 77 nicht immer beobachten kann.

Uns wäre damit sehr geholfen ;-)

Glaube ich weniger. Was meinst, was es von da alles zu berichten gäbe ...

Außerdem: was hättest du mit der Zeit, die du für das Lesen und schreiben verbracht hast, sonst nutzloses angestellt?

Wenn ich bedenke, über was ich noch alles berichten könnte. Aus Ostbevern z.B. Oder vom Sorpesee. Oder oder oder ... Zum Glück für Euch arbeite ich so viel, dass ich zu wenig Zeit zum Schreiben habe. Der Reisebericht Rikeka 2005 ist auch noch nicht fertig. Ach ja, Coevorden neulich nicht zu vergessen.

Und ja: demnächst verlagert sich der Schwerpunkt wieder. Osnabrück Bremerhaven liegt wieder an. Und das NWB-Netz in Weser-Ems. Und die Bentheimer Eisenbahn.


Schöne Grüße von jörg

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Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

.... nutzt nix

Christian_S, Mittwoch, 14. August 2019, 09:16 (vor 11 Tagen) @ Blaschke

Außerdem: was hättest du mit der Zeit, die du für das Lesen und schreiben verbracht hast, sonst nutzloses angestellt?

Doof aus dem Fenster geguckt. Ich hab den Beitrag im Bus auf dem Weg zur Arbeit geschrieben. Und die langsame Fahrt durch Nescher kenne ich in- und auswendig, da kann mich nix mehr begeistern am Wegesrand.

das klingt soooo traurig ...

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 14. August 2019, 11:07 (vor 11 Tagen) @ Christian_S

Huhu.

Außerdem: was hättest du mit der Zeit, die du für das Lesen und schreiben verbracht hast, sonst nutzloses angestellt?

Doof aus dem Fenster geguckt. Ich hab den Beitrag im Bus auf dem Weg zur Arbeit geschrieben. Und die langsame Fahrt durch Nescher kenne ich in- und auswendig, da kann mich nix mehr begeistern am Wegesrand.

Das klingt alles traurig. Also ich entdecke jedes Mal immer wieder was neues. Oder was, was ich für neu halte, aber bestimmt irgendwann früher schon mal gesehen und wieder vergessen habe.

Oder ich formuliere in Gedanken meinen nächsten Beitrag. Oder ich denke über die Weltläufte. Oder wo ich zum nächsten Essen einkehre. Oder ich bilde mich in Form des Lesens eines Printerzeugnisses. Oder manchmal nutze ich die Zeit zum Schlafen. Aber selbst dann schimpfen die Leute: 2 Omas hätten sich mal bei Erzieherinnen über den Kinderlärm beschwert. Die hätten nur auf mich gezeigt und gesagt: wenn der da schlafen kann, kann es so schlimm nicht sein ...


Also, carpe diem oder wie heißt das? Nutze jede Minute, jede Stunde, jede Sekunde deines Lebens. Dumm rumgucken kannst du noch genug, wenn du tot bist ...


Schöne Grüße von jörg

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Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

das klingt soooo traurig ...

Christian_S, Mittwoch, 14. August 2019, 12:01 (vor 11 Tagen) @ Blaschke


Das klingt alles traurig. Also ich entdecke jedes Mal immer wieder was neues. Oder was, was ich für neu halte, aber bestimmt irgendwann früher schon mal gesehen und wieder vergessen habe.

Ist eher die Alltagsroutine. In Deutschland habe ich bei von mir oft befahrenen Strecken dann bei privaten Fahrten auch nicht mehr aus dem Fenster geschaut. Das geht mir hier mittlerweile genauso.
Aber es gibt Ausnahmen. Gelegentlich fahre ich mit dem Zug innerhalb von Haifa. Im Abschnitt Bat Galim - Chof HaKarmel, wo man direkt am Meer entlang fährt, schaue ich immer begeistert aus dem Fenster. Egal wie oft ich die Strecke schon gefahren bin. Das tut einfach der Seele gut. Innerhalb von Städten aber kann mich sowas nicht mehr vom Hocker hauen.

Grüße aus Israel, wo die Gattung lästiger Fahrgastbefrager auch existent ist ;-)

das klingt soooo traurig ...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 14. August 2019, 14:37 (vor 11 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 14. August 2019, 14:39

"schaue ich immer begeistert aus dem Fenster. Egal wie oft ich die Strecke schon gefahren bin."

Das veruche ich jedesmal, wenn ich wieder Köln - Norddeich fahre. In Münster klemme ich Streichhölzer in die Augen und sage mir: Heute guckste mal raus, heute hältste durch und saugst die Gegend in dich auf. In Münster pfeift der Zugchef, die Bim-Türen knallen, der IC rollt an: Film läuft, Klappe Versuch 518 und los!

Aber die Strecke ist so einschläfernd wie eine gelungene OP-Narkose, wo der Anästhesist auffordert bitte runterzuzählen: 10 Münster, 9 Greven, 8 Emsdetten, 7 Rheine, 6 Dampflok in Salzbergen... (chrrrrrrrr). Spätestens wenn es hinter Salzbergen in die Rechtskurve geht sackt mein Kopf vorne über und ich sabbere wieder auf mein Oberhemd. Kommt mir jedesmal vor wie ein Zeitsprung - schwupps sind zwei Stunden weg.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

das klingt soooo traurig ...

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 14. August 2019, 14:42 (vor 11 Tagen) @ Alibizugpaar

Das ist eigentlich lustig, wenn ich von Wien nach Tschechien reise - und das tu ich sehr oft - habe ich es mit Feldern, Feldern, Dlrfern und Feldern zu tun. Also an sich tatsächlich eher flach. Und trotzdem gelingt es mir, jedes Mal was neues zu sehen. Ich konzentriere mich da halt auf die kleinen Dinge, sofern ich nicht ohnehin eine Mahlzeit im Bordrestaurant verzehre.

Oft kommt's mir auch wie ein Zeitsprung vor, aber ich finde es irgendwie cool, wenn man mit der Zeit sich immer besser darin auskennt, wo man durchfährt.

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Pilsner Urquell - schlägt jedes Panorama

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Blick aus dem Fenster

ktmb @, iOS, Mittwoch, 14. August 2019, 15:05 (vor 11 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von ktmb, Mittwoch, 14. August 2019, 15:07

Im Emsland bin ich mindestens auch einmal pro Woche unterwegs, gelegentlich auch zwei. Ich finde es immer interessant, aus dem Fenster zu sehen. Wald, Felder, Dörfer und viel Natur. Leider sind die Zeiten dieser alten und gemütlichen Wagen vorbei.
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Februar 2019 (irgendwo zwischen Papenburg und Meppen)

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das klingt soooo traurig ...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 14. August 2019, 14:20 (vor 11 Tagen) @ Blaschke

Aber wenn man tot ist nutzt es auch nichts vorher jede Minute, jede Stunde, jede Sekunde des Lebens genutzt zu haben. Weil dann nämlich der komplette Datenspeicher zwischen den Ohren gelöscht wird - jeder Strom weg. Keine Erinnerung an nichts, schwarte oder blau-weiße Anzeigen wie auf so manchem ICE-Bildschirm, der nicht einmal mehr seine eigene Wagennummer kennt.

Da kann man die Bits und Bytes vorher noch so voll gestopft haben - wird alles gelöscht.

http://abload.de/image.php?img=20180807_001201ehfa8.jpg

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Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

Moonglum kann das auch...

moonglum @, Hagen, Mittwoch, 14. August 2019, 12:57 (vor 11 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von moonglum, Mittwoch, 14. August 2019, 12:58

Wenn öfters etwas im EC6/EC8 im Speiseprogramm fehlt, weiss er, wo er insistieren kann, und manchmal geschehen dann in Basel SBB so etwas wie echte Wunder :-) Kommt nachgereicht und danach kommt der Mangel nicht mehr vor :-)

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Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen & keine Mikrowelle gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

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Bei mir auch immer ein Wunder

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 14. August 2019, 14:42 (vor 11 Tagen) @ moonglum
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 14. August 2019, 14:43

Wenn ich was erblicke und mich ärgere, ich den Umstand melde und bei DB-Stellen vortrage, dann ändert sich nie was.

Das verwundert mich dann auch immer... ;)

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Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

2241 umgekehrt gereiht!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 14. August 2019, 14:10 (vor 11 Tagen) @ Blaschke

"Es sei denn, bis dahin schafft man es, ein paar der heutigen Reisenden zu vergraulen."

Zum Talgo: Da bleibt in Zusammenhang mit dem politischen Ziel '50% mehr Reisende' nur eines - Zugshalte streichen, Deckname 'Vergraulung 2030'. Reisende mit Nachdruck zwingen Alternativen zu nutzen und sei es eine RE-Verbindung nach Berlin mit 3x umsteigen statt in einem Rutsch mit dem IC. Verantwortung auf den Regionalverkehr abwälzen, wie man es in Dortmund oder Mainz schon lange macht, indem viele Fern/Fern-Anschlüsse aufgegeben werden mit Verweis auf den RE.

Bahnens unterschriftsreife Pläne sehen folgendes vor:

- Halte des IC-Talgo werden in Rheine, Osnabrück und Minden grundsätzlich aufgegeben
- ein Alibizugpaar nach Berlin bleibt für Osnabrück: Morgens ab 03:10, nachts zurück 00:50
- sonst Ersatzhalte in Ibbenbüren, Melle und Bad Oeynhausen, den Medien wird das als "Regionen stärken" verkauft
- bei den Ersatzhalten droht nicht so viel die Bahn überfordernder Nachfrage-Krawall und die politische Vorgabe '50% mehr' dürfte hier leichter zu schaffen sein
- Zusteiger Osnabrück 150 Reisende + 50% = 225 (das schafft kein Talgo zusätzlich)
- Zusteiger Melle 6 Reisende + 50% = 9 (das geht noch)
- begründen wird man diesen bedauerlichen Umstand auch mit Trassenengpässen, dazu geht eine sich ideal quer stellende SSP-628-Wanderdüne als Linienverlängerung von Westerland bis in den Osnabrücker Raum in die konkrete Vorbereitung

- nicht zuletzt: 50% mehr Reisende ab Melle können Verkehrsminister Scheuer bzw dem nachfolgenden CSU-Mann als Erfolg gemeldet werden "wir haben geliefert, lasst uns feiern"


Zu den umgedrehten Reihungen: Die Bahn scheint echt drauf zu scheißen - ich muß den Kraftausdruck ausnahmsweise ausschreiben. Aber bei aller Etikette, es wird exakt das sein, was die Bahnkunden bei Einfahrt des Zuges denken und 9 Wagenlängen sprinten dürfen - Scheiße.

Wie hatte ich Lutz vor genau einem Jahr noch zitiert:

"Einige Erfolge konnten wir bereits verbuchen, andere Maßnahmen brauchen noch Zeit, um Wirkung zu entfalten. Natürlich sind wir noch nicht da, wo wir am Ende sein wollen. Aber: Die Richtung stimmt."

Bahnchef Lutz, DB Halbjahres-Pressekonferenz 2018


http://www.ice-treff.de/index.php?id=529977

Also Jörg, die Sache mit den Zugskompositionsreihungen braucht noch Zeit zur Wirkungsentfaltung. Geben wir der Bahn die benötigte Zeit, denn die Richtung soll stimmen. Sagen wir noch 75 Jahre, wäre das okay für Dich?

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Erklärungsversuch

Junior @, Mittwoch, 14. August 2019, 15:09 (vor 11 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Junior, Mittwoch, 14. August 2019, 15:14

Das mit der Anzeige der Wagenreihungen kann ich mir nur so erklären (ausdrücklich überwiegend auf Vermutungen basierend, keine Gewähr auf Richtigkeit): Seit einiger Zeit werden die tatsächlichen Wagenreihungen ja automatisch an bestimmten Streckenpunkten erfasst und ins System übertragen, u.a. ja auch an den DB Navigator. Zumindest für ICE. Meiner Erfahrung nach klappt das auch sehr zuverlässig. Leider aber erst nach Abfahrt vom Startbahnhof, so dass am Startbahnhof und auch an den folgenden Bahnhöfen häufig noch falsche Reihungen angezeigt werden, solange bis das System die geänderte Reihung automatisch erfasst. Vorher müsste es wohl manuell eingegeben werden, woran es oft hapert. Ich weiß nicht genau, ob es bei IC so ähnlich läuft, aber zumindest bei ICE habe ich es schon oft so beobachtet.

PS: Bei IC sogar komplett manuell? Das würde weitere Verzögerungen da erklären...

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