UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 09. Juli 2019, 10:02 (vor 11 Tagen)

Hello ICE fans,

gestern hatte ich eine Diskussion im Gesichtbuch über den Sinn und Unsinn von High Speed 2, die vorgeschlagene Rennbahn London-Birmingham-Manchester(-Glasgow?).
Positiv an High Speed 2 ist, dass man damit den Inlandsflugverkehr in UK zunichte machen kann. London-Manchester 320 km in anderthalb Stunden, die 700 km London-Glasgow in drei.
Negativ daran ist, dass die Sache eine Menge Geld kostet und zudem nur ein Teil der Nachfrage abdeckt (zumal ja die Städtereihe der Ostküste ignoriert wird). Für das benötigte Geld könnte man ja auch die bereits vorhandenen Magistralen für 230 km/h ausbauen (Lafas beseitigen) und es gäbe London-Glasgow in 4 Stunden, immer noch konkurrenzfähig zum Flieger und definitiv konkurrierend mit dem "automobile" (wo ja mehr zu holen ist).

Dokumente dazu: 1, 2.

Es wurde aber erwähnt, dass die vorhandenen Magistralen nicht immer 200-230 km/h zulassen, weil die Rennzüge durch langsamere Züge (vor allem Cargos) ausgebremst werden. So betrachtet könnte man statt HighSpeed2 eher "HighCapacityFreight2" bauen und dort die ganzen Cargos verlagern. Dann gibt es mehr Platz für 200-230 km/h Züge, die man dann öfter anbieten kann. Von Stundentakt zu Halbstundentakt bedeutet ja im Schnitt 15 Minuten weniger Wartezeit.

Vermutlich sind gezielte Ausbauten auch kostensparender als High Speed 2. Mit dem ausgesparten Geld könnte man weitere Magistralen elektrifizieren. Es gibt in der UK noch haufenweise Strecken die fahrdrahtlos sind. Mit der "Entdieslung" ist die Umwelt vermutlich besser geholfen als mit 300-360 km/h Rennzügen über eine noch zu bauen Rennbahn.

Wie seht Ihr das?


Cheers,

Oscar (NL).

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UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

JumpUp @, Dienstag, 09. Juli 2019, 10:38 (vor 11 Tagen) @ Oscar (NL)

Es sind doch immer die gleichen Argumente,
ob in Deutschland, Italien oder nun auch in UK:

"Für so viel Geld einer Neubaustrecke, könnte man doch auch überall sonst die Strecken elektrifizieren", natürlich kann man Geld was an der einen Stelle ausgegeben wird, nicht für etwas ausgeben. Aber der gesamte Kontext muss doch betrachtet werden, meist ist ein "Ausbau der Bestandsstrecke" gar nicht so einfach möglich bzw. noch komplexer und kostspieliger als eine Neubaustrecke die auf der grünen Wiese querfeldein von Grund auf neu erstellt wird. Den Bestand mehrgleisig auszubauen, ggf. Kurven zu begradigen ist aufgrund der engen Bebauung - Bahnstrecken wurden früher immer durch die Städte gebaut - nicht möglich.

Natürlich könnte man in Deutschland statt einer Neubaustrecke von Nürnberg nach Erfurt auch das Geld nehmen um Dresden - Görlitz zu elektrifizieren. Oder statt einem Fehmarnbelttunnel könnte man die S-Bahn Lübeck weiter ausbauen etc. etc.

Mich stört es, dass sinnvolle, notwendige (und kostenintensive) Projekte sich immer gegen irgendeinen Vergleich rechtfertigen müssen: "Aber ihr könnt doch stattdessen auch ganz woanders etwas bauen!!!" Proteste wird es immer geben, zwischen Hamburg und Lübeck baut man demnächst eine S4 Ost um den Verkehr nach Skandinavien abfahren zu können und um den Nahverkehr zu verdichten - alle Anwohner "baut doch bitte eine Neubaustrecke um die Orte herum", zwischen Bielefeld und Hannover möchte man eine Neubaustrecke bauen und plötzlich alle Anwohner "Baut doch bitte die Bestandsstrecke viergleisig aus". Bei der zweiten Stammstrecke in München gibt es ähnliches Stammtischgeschwätz "nach Bayreuth wird gedieselt, aber in München baut man einen zweiten Tunnel".

Wir sollten froh sein, über jedes Großprojekt was endlich umgesetzt wird,
die Vergangenheit zeigt doch, dass unsere Neu- und Ausbaustrecken alle zum Erfolg wurden (VDE 8 hat mehr Fahrgäste als je geplant - die Takte werden immer weiter verdichtet, Stuttgart - Mannheim ist eine Pendlerrelation und Rückgrad für den gesamten Süd/West-FV in Deutschland).

UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

Steffen ⌂ @, Dienstag, 09. Juli 2019, 11:02 (vor 11 Tagen) @ JumpUp

Den Bestand mehrgleisig auszubauen, ggf. Kurven zu begradigen ist aufgrund der engen Bebauung - Bahnstrecken wurden früher immer durch die Städte gebaut - nicht möglich.

Das ist falsch. Bahnhöfe wurden immer an den Rand einer Stadt, mal mehr, mal weniger auf der grünen Wiese gebaut. Die Städte sind mit der Zeit um die Bahnhöfe und Bahnstrecken herum gewachsen. Wir können das in Limburg und Montabaur beobachten.

Ich finde für die Frage, ob Neu- oder Ausbau, gibt es verschiedene "richtige" Varianten. Wichtig ist aber immer, dass es ein Gesamtkonzept gibt, das über Jahrzehnte verfolgt wird. Die Schw*** (aua - das darf ich jetzt nicht schreiben oder?) hat eines, Niederlande hat auch eines. Japan auch. Das Projekt ist dann richtig, wenn es zum Gesamtkonzept passt.

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UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

JumpUp @, Dienstag, 09. Juli 2019, 11:04 (vor 11 Tagen) @ Steffen

Den Bestand mehrgleisig auszubauen, ggf. Kurven zu begradigen ist aufgrund der engen Bebauung - Bahnstrecken wurden früher immer durch die Städte gebaut - nicht möglich.


Das ist falsch. Bahnhöfe wurden immer an den Rand einer Stadt, mal mehr, mal weniger auf der grünen Wiese gebaut. Die Städte sind mit der Zeit um die Bahnhöfe und Bahnstrecken herum gewachsen. Wir können das in Limburg und Montabaur beobachten.

Ich finde für die Frage, ob Neu- oder Ausbau, gibt es verschiedene "richtige" Varianten. Wichtig ist aber immer, dass es ein Gesamtkonzept gibt, das über Jahrzehnte verfolgt wird. Die Schw*** (aua - das darf ich jetzt nicht schreiben oder?) hat eines, Niederlande hat auch eines. Japan auch. Das Projekt ist dann richtig, wenn es zum Gesamtkonzept passt.

Deutschland hat den Bundesverkehrswegeplan 2030 , der an sich für ein engpassfreies Schienennetz sorgt. Die Schweiz hat übrigens auch zahlreiche Neubaustrecken gebaut - neben Bern - Olten nämlich noch die Basistunnel (die ja auch eine Art der Neubaustrecke / Schnellfahrstrecke darstellen).

UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

Steffen ⌂ @, Dienstag, 09. Juli 2019, 11:13 (vor 11 Tagen) @ JumpUp

Deutschland hat den Bundesverkehrswegeplan 2030 , der an sich für ein engpassfreies Schienennetz sorgt.

Engpass frei sicher nicht, aber Engpässe entschärft. Ein Gesamtkonzept ist das aber nicht.

Dieser "Deutschlandtakt" ist an sich ein Gesamtkonzept. Der sieht allerdings eher nach einem politisch motivierten Schnellschuss aus, über den spätestens nach der nächsten Wahl keiner mehr spricht.

Die Schweiz hat übrigens auch zahlreiche Neubaustrecken gebaut - neben Bern - Olten nämlich noch die Basistunnel (die ja auch eine Art der Neubaustrecke / Schnellfahrstrecke darstellen).

Ja. Ein gutes Beispiel für meine Aussage. Die Schweiz hat mit "Bahn 2000" ein Gesamtkonzept erstellt, das einen ITF vorsieht. Und um das Konzept umzusetzen, also die passenden Fahrzeiten für die Knoten zu bekommen, hat man zwischen Bern und Olten eine SFS gebaut.

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UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

BGSMH, Dienstag, 09. Juli 2019, 13:46 (vor 11 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von BGSMH, Dienstag, 09. Juli 2019, 13:50

Man kann das Geld nur einmal ausgeben, insofern ist doch immer die Frage ob man für x € woanders nicht einen größeren Nutzen stiftet. Zumindest, solange das Geld nicht auf den Bäumen wächst. Ansonsten ist es natürlich egal.

Im Hinblick auf Hochgeschwindigkeitsneubaustrecken ist also wirklich die Frage, ob der Ausbau des Bestandsnetz nicht einen größeren Nutzen bringt. Aus politischer Perspektive ist das natürlich nicht so, schließlich ist der Neubau viel besser dem Wähler zu vermarkten, als ein Ausbau.

Insofern wären Sachargumente für ein bestimmte Projekt sinnvoller, als sich der Diskussion zu entziehen.

Du sprichst noch an, dass "alle Aus- und Neubauprojekte" ein Erfolg wären: Die Frage ist erstmal wie wir Erfolg messen. Wenn wir dafür gestiegene Fahrgastzahlen nehmen, dann hast du den Erfolg immer. Die Frage ist aber, ob die x Millarden die da verbaut werden es wirklich wert waren. Das ist denke ich gerade bei der VDE8 eine große Frage.

UK: HighSpeed2, oder eher HighCapacityFreight2?

JumpUp @, Dienstag, 09. Juli 2019, 14:12 (vor 11 Tagen) @ BGSMH

Man kann das Geld nur einmal ausgeben, insofern ist doch immer die Frage ob man für x € woanders nicht einen größeren Nutzen stiftet. Zumindest, solange das Geld nicht auf den Bäumen wächst. Ansonsten ist es natürlich egal.

Im Hinblick auf Hochgeschwindigkeitsneubaustrecken ist also wirklich die Frage, ob der Ausbau des Bestandsnetz nicht einen größeren Nutzen bringt. Aus politischer Perspektive ist das natürlich nicht so, schließlich ist der Neubau viel besser dem Wähler zu vermarkten, als ein Ausbau.

Insofern wären Sachargumente für ein bestimmte Projekt sinnvoller, als sich der Diskussion zu entziehen.

Du sprichst noch an, dass "alle Aus- und Neubauprojekte" ein Erfolg wären: Die Frage ist erstmal wie wir Erfolg messen. Wenn wir dafür gestiegene Fahrgastzahlen nehmen, dann hast du den Erfolg immer. Die Frage ist aber, ob die x Millarden die da verbaut werden es wirklich wert waren. Das ist denke ich gerade bei der VDE8 eine große Frage.

Hierfür werden die volkswirtschaftlichen Effekte der Maßnahmen berechnet,
für alle aktuellen Maßnahmen lässt sich dies unter bvwp-projekte.de nachlesen. Alle Maßnahmen, die volkswirtschaftlich nicht sinnvoll bzw. zielführend sind, wurden im Bewertungsprozess des BVWP 2030 aussortiert.

Es wäre in der Tat spannend, für die VDE 8 nun erneut die volkswirtschaftliche Rechnung durchzuführen, wie das Ergebnis nun aussieht.

VDE8 noch gar nicht fertig

flierfy, Dienstag, 09. Juli 2019, 15:02 (vor 11 Tagen) @ JumpUp

Es wäre in der Tat spannend, für die VDE 8 nun erneut die volkswirtschaftliche Rechnung durchzuführen, wie das Ergebnis nun aussieht.

Lass das VDE8 doch erst einmal fertig werden. Die Einzelteile, die derzeit in Betrieb sind, können derzeit doch überhaupt nicht ihre volle Wirkung entfalten.

VDE8 noch gar nicht fertig

Multi, Dienstag, 09. Juli 2019, 15:07 (vor 11 Tagen) @ flierfy

Hallo,

gibt es irgendwo einen Ueberblick, was noch fehlt und welche Auswirkungen dadurch erwartet werden?

Mir ist noch der Ausbau in/durch Bamberg und der viergleisige Ausbau Forchheim-Bamberg bekannt.

Was fehlt noch?

Gruss

VDE8 noch gar nicht fertig

oska, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:04 (vor 11 Tagen) @ Multi

Hallo,

gibt es irgendwo einen Ueberblick, was noch fehlt und welche Auswirkungen dadurch erwartet werden?

Mir ist noch der Ausbau in/durch Bamberg und der viergleisige Ausbau Forchheim-Bamberg bekannt.

Was fehlt noch?

http://www.vde8.de/

VDE8 - Was fehlt noch?

ktmb @, iOS, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:30 (vor 11 Tagen) @ oska

Neu-/Ausbau Halle/Leipzig auf 300 km/h

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VDE8 noch gar nicht fertig

Multi, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:31 (vor 11 Tagen) @ oska

Was fehlt noch?


http://www.vde8.de/

Danke fuer die Antwort :)

Uebersehe ich da etwas oder werden die weiteren Ausbauten keinen Einfluss mehr auf die Fahrtzeit haben?

Die Ausbauten scheinen eher der Kapazitaetssteigerung zu dienen oder?

Gruss

VDE8 noch gar nicht fertig

oska, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:43 (vor 11 Tagen) @ Multi

VDE8 noch gar nicht fertig

Multi, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:50 (vor 11 Tagen) @ oska

Die Ausbauten scheinen eher der Kapazitaetssteigerung zu dienen oder?


Mit einer Güterzugtrasse wird der langsamere Verkehr vom schnelleren getrennt, mehr Züge können auf zuverlässigen, pünktlichen und schnelleren Verbindungen fahren.

Hallo,

Kann man den erwarteten Zeitgewinn schon beziffern?

Gruss

VDE8 noch gar nicht fertig

oska, Dienstag, 09. Juli 2019, 17:07 (vor 11 Tagen) @ Multi

Mit einer Güterzugtrasse wird der langsamere Verkehr vom schnelleren getrennt, mehr Züge können auf zuverlässigen, pünktlichen und schnelleren Verbindungen fahren.


Kann man den erwarteten Zeitgewinn schon beziffern?

Mehr Züge, nicht schnellere Züge. Also statt 2 ICE und 2 Regionalbahnen pro Stunde in Zukunft 4 ICE pro Stunde. Zahlen sind ausgedacht.

VDE8 - geplante Fahrzeiten(?)

Celestar, Donnerstag, 11. Juli 2019, 11:46 (vor 9 Tagen) @ Multi

Bin mir nicht sicher, aber der Zielfahrplan sieht eine Fahrzeit von 3:40 vor (was vermutlich heute fahrbar ist, wenn auch mit wenigen Reserven):

München-Nürnberg: 1:01
Nürnberg-Erfurt: 0:56
Erfurt-Halle: 0:28
Halle-Berlin Süd: 1:01
Berlin Süd-Berlin Hbf: 0:05

Celestar

VDE8 noch gar nicht fertig

flierfy, Dienstag, 09. Juli 2019, 16:54 (vor 11 Tagen) @ Multi

Breitengüssbach-Bamberg und Eltersdorf-Fürth müssen auch noch ausgebaut werden. Der Bahnhofsumbau in Halle ist noch im Gang. Im Dezember wird dort der für die SFS relevante Teil fertig. Bitterfeld-Halle soll noch mit ETCS ausgerüstet werden, um dann mit 200 km/h befahren werden zu können. Es kommt also noch was.

HS2 - der dringend benötigte Befreiungsschlag

flierfy, Dienstag, 09. Juli 2019, 14:57 (vor 11 Tagen) @ Oscar (NL)

Lieber Oscar,
mit diesem Beitrag enttäuschst du mich völlig. Ich weiss nicht, wo du dich informiert hast. Aber sonderlich akurat sind deine Informationen nicht.

HS2 ist ein Projekt, dass den Neubau zweier Hochgeschwindigkeitsstrecken vorsieht, die in Form eines Y den schnellen Fernverkehr zwischen London und den Metropolen Nordenglands und Schottlands bündeln soll. Mit dieser Bündelung wird erreicht, dass drei Hauptrouten vom schnellen Fernverkehr befreit werden, um mehr Platz für Güter- und Regionalverkehr zu schaffen.

Das britische Bahnnetz leidet nach Jahrzehnte-langem Verkehrswachstums unter argem Kapazitätsmangel. Zwischen britischen Metropolen reden wir nicht von Stundentakt. Hier fahren heute schon zwei bis drei schnelle Zugpaare pro Stunden. Diese Vielzahl an schnellen Zügen verstopft unweigerlich die Strecken und lassen kaum anderen Verkehr zu. HS2 ist der dringend benötigte und längst überfällige Befreiungsschlag, um diese Probleme zu lösen.

HS2 wird neben mehr Trassen für mehr Züge auch grössere Züge ermöglichen. Im Gegensatz zu kontinental-europäischen Schnellfahrstrecken umfasst das Projekt nicht nur den Bau der Strecken, sondern auch der dazugehörigen Bahnhöfe. Und gerade diese neuen Bahnhöfe werden endlich 400 m lange Züge und damit wesentlich mehr Sitzplätze ermöglichen.

Fahrzeitverkürzungen wird das Projekt zwar auch erreichen. Die sind aber nur zwischen den London und den schottischen Metropolen Glasgow und Edinburgh wichtig. Innerhalb Englands sind die Fahrzeiten dagegen schon heute kurz genug. Hier geht es ausschliesslich um mehr Kapazitäten.

Ernsthaft Alternativen zu dem Projekt gibt es im Grunde keine. Kritisiert werden nur die hohen Kosten. Aber die muss man nun mal bereit sein, auszugeben, wenn man ein leistungsfähiges Bahnnetz haben will.

UK: Nachtrag anlässlich High-Speed Survey (quick vs. fast).

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 11. Juli 2019, 13:46 (vor 9 Tagen) @ Oscar (NL)

Hello ICE fans,

heute wurde mir dieses Artikel gesendet.

Anyone who’s been on a train elsewhere in Europe knows the sad truth – that our trains are substandard.

Bin ich mir nicht sicher. Klar sollte man einen Class 390 nicht mit einem chinesischen CRH380A vergleichen. Der spielt in einer anderen Liga. Genauso wie der TGV Duplex.
Aber Class 390 vs. ICE-T, railjet, FS-ETR480, SBB Giruno, SJ Regina? Das sind alles 200-230 km/h Züge. Ist der Class 390 immer noch "substandard"?

The current issue of Railway Gazette makes a powerful case for HS2 with reference to its own biennial survey of high-speed train times around the world. This study, based on real-time performance – ie the speeds that trains actually achieve day in, day out, rather than the maximum speed they can reach – puts Britain in 13th place, below all the major European countries, some way below Morocco and a long, long way behind China, which tops the table.

Auch hier kann ich Fragen stellen. Im HSS werden die schnellsten Stadt-Stadt Verbindungen miteinander verglichen. Besser wäre ein Vergleich wobei man pro Land 10 Städte auswählt, danach für alle 45 möglichen Verbindungen die vdurch berechnet und schlussendlich daraus den Durchschnitt berechnet. Ist UK dann immer noch so weit hinter DE/FR/ES/IT/TR?

The only question is whether people really need – rather than want – to get places quicker.

Im Artikel zweifelt man, ob der Reisende wirklich mit 250 Meilen pro Stunde (402 km/h) von London nach Glasgow jagen möchte. Tun 250 Kilometer pro Stunde es auch? (für deutlich weniger Moneten und bei deutlich kleinerem Umweltimpakt)

Sollte man wirklich (wie ein Chinese) schnell unterwegs sein, oder reicht es, (wie ein Schweizer) flott unterwegs zu sein?


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

UK: Nachtrag anlässlich High-Speed Survey (quick vs. fast).

brandenburger, Perleberg, Freitag, 12. Juli 2019, 00:43 (vor 8 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von brandenburger, Freitag, 12. Juli 2019, 00:44

Auch hier kann ich Fragen stellen. Im HSS werden die schnellsten Stadt-Stadt Verbindungen miteinander verglichen. Besser wäre ein Vergleich wobei man pro Land 10 Städte auswählt, danach für alle 45 möglichen Verbindungen die vdurch berechnet und schlussendlich daraus den Durchschnitt berechnet. Ist UK dann immer noch so weit hinter DE/FR/ES/IT/TR?

Ja, wenn du Nordirland einbeziehst schon.

Es gibt auch in Deutschland Städte, die etwas abseits liegen- Emden, Trier oder Greifswald bspw. Aber wer nach Nordirland will, muss von Ayr über eine Stunde Bus fahren, bevor er/sie zum Schiff kommt. Oder Transit durch die Republik Irland. Oder mit dem Nachtschiff von Liverpool. Bevor man von London in Nordirland ankommt, könnte man auch in Berlin oder Barcelona sein, schätze ich.

Bahnhof wechseln in London kann auch nervig und zeitraubend sein.

Von daher: 250 oder 400 km/h ist nicht das Problem des UK.

Vielleicht gehören Nordirland und Schottland ohnehin bald schon nicht mehr dazu?

UK: Nachtrag anlässlich High-Speed Survey (quick vs. fast).

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Freitag, 12. Juli 2019, 08:10 (vor 8 Tagen) @ brandenburger

Aber wer nach Nordirland will, muss von Ayr über eine Stunde Bus fahren, bevor er/sie zum Schiff kommt.

10 min ab Stranraer reichen. Früher war da der Hafen mal direkt am Bahnhof...

Da von den 10 größten Städten im UK aber eh keine in Nordirland liegt, ist das mutmaßlich aber auch egal (Belfast ist auf Platz 14).

--
Weg mit dem 4744!

UK: Nachtrag anlässlich High-Speed Survey (quick vs. fast).

lokuloi @, Freitag, 12. Juli 2019, 21:58 (vor 8 Tagen) @ Oscar (NL)


Auch hier kann ich Fragen stellen. Im HSS werden die schnellsten Stadt-Stadt Verbindungen miteinander verglichen. Besser wäre ein Vergleich wobei man pro Land 10 Städte auswählt, danach für alle 45 möglichen Verbindungen die vdurch berechnet und schlussendlich daraus den Durchschnitt berechnet. Ist UK dann immer noch so weit hinter DE/FR/ES/IT/TR?

Nun ja. Auch und gerade in UK ist der Verkehr in der Fläche nicht sonderlich schnell. Im Wesentlich ist er im Verkehr auf London schnell, aber auch da langsamer als in Deutschland.

Ein paar Beispiele:

London – Birmingham   182 km  01:23  131,6 km/h
Berlin – Hamburg       287 km  01:42  168,6 km/h


London – Glasgow      643 km  04:29  143,4 km/h
Berlin – München      617 km  03:59  154,7 km/h

London – Liverpool    312 km  02:01  154,7 km/h
Berlin – Köln         551 km  04:22  128,1 km/h

London – Bristol      190 km  01:30  115,1 km/h
Berlin – Frankfurt    522 km  03:52  134,8 km/h

London – Leeds        299 km  02:15  132,9 km/h
Berlin – Leipzig      166 km  01:12  138,3 km/h


Birmingham – Glasgow  472 km  03:57  119,5 km/h
Hamburg – München     780 km  05:40  137,5 km/h

Manchester – Bristol  276 km  03:01   91,5 km/h
Stuttgart – Frankfurt 185 km  01:18  142,1 km/h

Edinburgh – Leeds     370 km  03:03  121,3 km/h
Dortmund – Leipzig    471 km  04:51   93,8 km/h

Liverpool – Sheffield 125 km  01:49   68,8 km/h
Köln – Dortmund       117 km  01:12   97,1 km/h


Man sieht die Tendenz: Deutschland ist "schneller" als Großbritannien. Ich bin sicher das bestätigt sich auch über die anderen Relationen.

Für DE, FR und IT hab ich deine oben genannten Verbindungen zwischen den jeweiligen 10 größten Städten übrigens mal "zum Spaß" ausgewertet. DE Stand 2018, FR und IT Stand 2017. DE getrennt nach 10 größten Städten und 10 größten "Agglomerationen", FR nach Eröffnung Paris – Bordeaux, IT ohne Palermo und Catania)
Ergebnis:

                                DE Städte    DE Agglo        FR          IT
Mittlere Distanz                   410 km      404 km      640 km       440 km
Mittlere Reisezeit                  03:16       03:04       04:08        03:17
Mittlere Reisegeschwindigkeit  126,7 km/h  133,5 km/h  161,6 km/h   140,6 km/h
Mittlere Frequenz                    21,8        19,7         7,2         21,6
Ohne Direktverbindung                   0           1           6            6

Für Großbritannien (oder NL) darfst du das jetzt selbst ausrechnen.

Ciao,
Uli

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