Hypothetische Frage zu einem Hybrid-ICE4 (Allgemeines Forum)

EDO, Samstag, 08. Juni 2019, 19:22 (vor 8 Tagen)

Wäre es eigentlich theoretisch möglich (gewesen), einen siebenteiligen ICE4 als Hybrid-Fahrzeug mit zusätzlichem Diesel-Aggregat - zulasten von Sitzplätzen in einem Wagen - auszustatten, das auf nicht elektrifizierten Strecken so viel elektrische Energie liefert, die für den Betrieb mit einer Geschwindigkeit von 140 bis 160 km/h ausreicht?

Hypothetische Frage zu einem Hybrid-ICE4

ICE16, Samstag, 08. Juni 2019, 19:35 (vor 8 Tagen) @ EDO

Sitzplätze müsste man nicht opfern

Power132 @, Samstag, 08. Juni 2019, 19:50 (vor 8 Tagen) @ EDO

Die RENFE haben es ja auch geschafft und diese Hybrid Züge schaffen 180km/h.

Sitzplätze müsste man nicht opfern

gnampf @, Sonntag, 09. Juni 2019, 10:08 (vor 7 Tagen) @ Power132

Wäre es eigentlich theoretisch möglich (gewesen)

wie sagte schon einst ein japanischer Autobauer: nichts ist unmöglich. Widerspricht aber dem Konzept des ICE4 mit seinen Powercars. Im Powercar kriegst du keinen Diesel mehr unter, da schauts ja wohl mit der elektrischen Mehrsystemtechnik schon sehr schlecht aus. Also müßte der Generator in einen anderen Wagen. Seine einzige Möglichkeit die Powercars zu versorgen wäre dann aber über die 15kV-Leitung, er müßte also seine erzeugte Spannung auch nochmal über einen Trafo jagen damit sie dann ein paar Meter weiter wieder runter transformiert wird. Das erhöht sowohl das Gewicht als auch die Verluste unnötig. Da hätte es andere Triebzüge gegeben die für sowas wesentlich besser geeignet gewesen wären

Die RENFE haben es ja auch geschafft und diese Hybrid Züge schaffen 180km/h.

wobei das eben technisch eher eine Ansammlung von Wagen mit 2 Lokomotiven (=Triebköpfe) ist und wohl sogar jeder Triebkopf seinen eigenen Generatorsatz bekommt. Da braucht man nicht erst hochspannen sondern kann direkt den Zwischenkreis speisen.

Aber ob das ganze in Deutschland überhaupt Sinn macht? Einen ganzen Haufen Zusatzgewicht mitschleifen das man dann eher selten braucht und das einem ja auch z.B. nutzbare Bahnsteiglänge klaut. Aktuell liegen die Dieselstrecken ja auch eher am Ende der Routen, nicht mittendrin. Da macht es sicherlich mehr Sinn eine Lok vorzuspannen, den Antrieb vom Triebzug auf der Dieselstrecke tot mitzuschleppen und nur die ZS fremdzuversorgen. Macht zwar auf dem Dieselabschnitt die Bahnsteige dann noch länger durch die Führerstände, und den Zug schwerer sowie den Dieselverbrauch höher durch die im Triebzug tot mitgeschleppte Antriebstechnik, aber nachdem der Dieselanteil eher gering sein sollte und die Geschwindigkeiten dort auch geringer sein werden wohl das kleinere Übel. Man könnte es ja auch noch optimieren indem man statt einer echten Lok z.B. ein selbstverschiebendes Modul baut, das per Funkfernsteuerung im Rangiermodus sich von hinten an den Zug schiebt um anschließend dort vom Zug gesteuert zu werden. Obs aber viel ändert ist die Frage, denn ein gewisses Gewicht braucht das Modul ja durchaus um genug Traktion auf die Schiene bringen zu können.

Renfe 730 - Sinnhaftigkeit

Benjamin.Keller @, Sonntag, 09. Juni 2019, 11:54 (vor 7 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von Benjamin.Keller, Sonntag, 09. Juni 2019, 11:55

Aber ob das ganze in Deutschland überhaupt Sinn macht?

Es ist sogar die Frage, ob die spanischen Züge BR 730 [1] in Spanien Sinn machen. Ihre pure Existenz ist jedenfalls kein Beweis ihrer Sinnhaftigkeit ;) Sie sind vielmehr für ihre exorbitanten Produktionskosten bekannt.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/RENFE-Baureihe_730

Hybrid Fahrzeuge

Power132 @, Sonntag, 09. Juni 2019, 12:39 (vor 7 Tagen) @ Benjamin.Keller
bearbeitet von Power132, Sonntag, 09. Juni 2019, 12:40

Aber ob das ganze in Deutschland überhaupt Sinn macht?


Es ist sogar die Frage, ob die spanischen Züge BR 730 in Spanien Sinn machen. Ihre pure Existenz ist jedenfalls kein Beweis ihrer Sinnhaftigkeit ;)

Scheinbar haben sie ihre Existenzberechtigung. Es gibt mehrere Youtube Videos, die deren Einssatz zeigen.

Über den Sinn und Unsinn einer OL bspw nach Westerland haben wir lang und breit diskutiert. Anstelle aufwändiger Konstruktionen von Oberleitungen die man vor Salznebel schützen muss, wäre dass eine theoretische Alternative. Laut Wiki Eintrag haben die Züge eine vmax von 180km/h. Also ist im Schnitt 160 durchaus drin. Und wäs spräche denn gegen ein solches Konzept? Man würde südliche Ober/Mittelzentren im Süden an die See durchbinden.

Oder eine andere Überlegung: Es gibt ja noch einige stromlose Strecken im Süden (Ulm-Oberstdorf) oder in Franken/Bayern (der ganze nördliche Bereich von Nürnberg und Regensburg). Anstatt hier einen OL aufzubauen und Tunnel aufzuschlitzen könnte man hier bis Hof unter Draht und bis Nürnberg/Regensburg mit Diesel duchfahren. Ähnliches gilt für FV Überlegungen in der Oberlausitz.

Mögen sie in der Beschaffung kostenintensiv sein, aber wird nicht immer über "Billigschrot" geschimpft. Hier wäre ein Produkt mit Potential, was nicht unter "Billigschrot" fallen würde. Aber dann gäbs sicher wieder andere Sachen, die kritikwürdig wären, Sitze und andere Komfortausstattung.

Hybrid Fahrzeuge

gnampf @, Sonntag, 09. Juni 2019, 13:18 (vor 7 Tagen) @ Power132

Scheinbar haben sie ihre Existenzberechtigung. Es gibt mehrere Youtube Videos, die deren Einssatz zeigen.

Wäre dumm sie nicht zu nutzen wenn sie da sind, außer sie sind teurer als die vorhandenen Alternativen im Betrieb. Hei0t aber nicht unbedingt das es richtig war sie anzuschaffen.

Über den Sinn und Unsinn einer OL bspw nach Westerland haben wir lang und breit diskutiert. Anstelle aufwändiger Konstruktionen von Oberleitungen die man vor Salznebel schützen muss, wäre dass eine theoretische Alternative. Laut Wiki Eintrag haben die Züge eine vmax von 180km/h. Also ist im Schnitt 160 durchaus drin. Und wäs spräche denn gegen ein solches Konzept?

- Es wird weiterhin Diesel verbraucht, mit geringem Wirkungsgrad in einer Verbrennungsmaschine
- ggf. Bahnsteiglängen, denn das Modul hängt ja nicht am Ende vom sondern im Fahrzeug
- zusätzliches Gewicht unter Draht mitzuschleppen
- Anschaffungskosten
- Wartungskosten
- ggf. sogar die Infrastruktur... komm ich mit den Modulen überhaupt an die Tankstelle? Die Gleise da sind ja vielfach auch eher auf Loks und typische Regio-Triebzüge ausgelegt

Man würde südliche Ober/Mittelzentren im Süden an die See durchbinden.

Was nur für den Touristikverkehr eine Rolle spielt. Vielleicht wäre es da sinnvoller wieder Gepäckwagen und Gepäckträgerservice einzuführen, dann spielt umsteigen für die Touris auch keine Rolle mehr ;-)

Oder eine andere Überlegung: Es gibt ja noch einige stromlose Strecken im Süden (Ulm-Oberstdorf) oder in Franken/Bayern (der ganze nördliche Bereich von Nürnberg und Regensburg). Anstatt hier einen OL aufzubauen und Tunnel aufzuschlitzen könnte man hier bis Hof unter Draht und bis Nürnberg/Regensburg mit Diesel duchfahren. Ähnliches gilt für FV Überlegungen in der Oberlausitz.

Und dann auf ewig und immer mit ökologisch fragwürdigem Treibstoff und hohen Kosten unterwegs sein. Bei Strecken mit seltenem Takt und geringen Geschwindigkeiten kann man sich ja über Dieselbetrieb auf Dauer streiten, aber bei echtem Hochgeschwindigkeitsfernverkehr? Dann hätte man direkt die ICE-TD weiter laufen lassen können, mit Umsteigen ab dem Punkt wo Strippe hängt.

Mögen sie in der Beschaffung kostenintensiv sein, aber wird nicht immer über "Billigschrot" geschimpft. Hier wäre ein Produkt mit Potential, was nicht unter "Billigschrot" fallen würde. Aber dann gäbs sicher wieder andere Sachen, die kritikwürdig wären, Sitze und andere Komfortausstattung.

Teuerschrott machts aber nicht besser ;-) Der Preis sagt ja erstmal noch rein gar nichts über die Qualität, nur weil ein Produkt teurer wird wird es nicht besser. Das Gegenteil könnte sogar der Fall sein, wenn der Zug z.B. wegen defektem Diesel plötzlich nichtmals unter Fahrdraht fahren kann. Sitze & Co haben mit dem Antrieb mal eh nichts zu tun, außer der Antrieb wäre so rappelig das man zwangsweise weichere Sitze verbauen muß.

Hybrid Fahrzeuge

Benjamin.Keller @, Sonntag, 09. Juni 2019, 23:42 (vor 7 Tagen) @ Power132

Es ist sogar die Frage, ob die spanischen Züge BR 730 in Spanien Sinn machen. Ihre pure Existenz ist jedenfalls kein Beweis ihrer Sinnhaftigkeit ;)


Scheinbar haben sie ihre Existenzberechtigung.

Ich sag doch schon: eine Existenz ist ja noch kein Beweis einer Sinnhaftigkeit!?

Es gibt mehrere Youtube Videos, die deren Einssatz zeigen.

Wenn ich Züge gekauft hätte würde ich sie auch einsetzen.

Über den Sinn und Unsinn einer OL bspw nach Westerland haben wir lang und breit diskutiert.

Ohne mich hoffentlich, was für eine langweilige Debatte. Trotzdem beantwortet so eine Diskussion auch nicht, ob eine eingebaute, in einem Hochgeschwindigkeitszug mitgeschleppte Dieselgeneratoranlage wirklich sinnvoll ist oder ob es nicht besser ist, den Zug einfach nur auf einem Teilzug von einer Lok schleppen zu.

Und wäs spräche denn gegen ein solches Konzept? Man würde südliche Ober/Mittelzentren im Süden an die See durchbinden.

Dass man die Dieselausrüstung die ganze Strecke mitschleppen muss?

Mögen sie in der Beschaffung kostenintensiv sein, aber wird nicht immer über "Billigschrot" geschimpft. Hier wäre ein Produkt mit Potential, was nicht unter "Billigschrot" fallen würde. Aber dann gäbs sicher wieder andere Sachen, die kritikwürdig wären, Sitze und andere Komfortausstattung.

Jeder schimpfe über seine eigenen Themen... ich persönlich empfinde heutige Wagen als deutlich hochwertiger als n-Wagen, Linte hochwertiger als Schienenbusse und ich bin mehr sicher, dass die Betriebsstatistiken dies auch zeigen (jedoch sind die Anforderungen heute duetlich häher als früher, Stichwort Alibizüge der Behördenbahn).

Westerland braucht keinen FV

ktmb @, iOS, Sonntag, 09. Juni 2019, 10:30 (vor 7 Tagen) @ EDO

Usedom hat ja auch keinen mehr und Autos sind viel effektiver, wenn es darum geht, die Landschaft zu verschandeln. :)

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Westerland braucht keinen FV

echter HGV, Sonntag, 09. Juni 2019, 12:40 (vor 7 Tagen) @ ktmb

Und da Fernverkehr ja nur, ausschließlich und überhaupt, weil gut für den Tourismus und die Wirtschaft und unsere Hochschule vor Ort wo Wissenschaftsstandort, ICE ist brauchen wir dringend Diesel ICE.

Westerländer Diesel-FV

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 09. Juni 2019, 13:34 (vor 7 Tagen) @ echter HGV

... brauchen wir dringend Diesel ICE.

Weshalb wir ja den ICE 5, ähm... ECE, ähm... ECx bekommen. Und alle sind glücklich über ihren tollen Diesel-ICE-Bahnhof ;-)

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Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Hypothetische Frage zu einem Hybrid-ICE4

ICE-TD, Sonntag, 09. Juni 2019, 11:07 (vor 7 Tagen) @ EDO

Man könnte den Zug auch einfach hinter eine Diesellok hängen...

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