"Wir haben verstanden, wir werden besser..." - die Rückfahrt (Allgemeines Forum)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 13. Mai 2019, 20:45 (vor 96 Tagen)
bearbeitet von Alibizugpaar, Montag, 13. Mai 2019, 20:48

Salute!

Es folgt ein kurzer Blick auf meine heutige Rückfahrt zurück nach Köln, für die ich ab Mannheim nicht einen Moonglum-City, sondern den 2312 gebucht hatte. Über die mittelprächtige DB-Leistung auf der Hinfahrt berichtete ich am Samstag hier:

http://www.ice-treff.de/index.php?id=564482

Heute nun mit Regio pünktlich (+5) in Mannheim angekommen schaute ich auf Gleis 2 noch dem 370 nach Berlin bei der Ausfahrt zu. Verkehrt gereiht, 2. Klasse voraus nach Frankfurt. Naja, kann ja mal ausnahmsweise passieren. Dann die Ansage, daß der 2312 mit etwa +4 erwartet würde. Grund war eine verspätete Bereitstellung des Zuges in Stuttgart. Tja, dann ist das eben so.

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Auf der Anzeige konnte man lesen, daß auch der 2312 verkehrt herum unterwegs war - wie lustig. Die Anzeige war okay. Tipp: Die Bahn sollte ihre Reihungspläne besser einfach auf den Kopf gestellt aushängen. Nicht gut war die darauf hinweisende Durchsage, denn die kam erst, als man den Zug schon einfahren sehen konnte. DAS war wieder Mist - was soll dieses ständige 'kurz vor knapp'? Daß Bahnsteigansagen alles andere als unwichtig sind konnte man daran erkennen, daß wieder viele Leute begannen nach hinten zu laufen - als der Zug bereits an ihnen vorbei zog. Naja, ich saß dann jedenfalls.

Der Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich (nördlich Koblenz) geht sichlich voran.

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Vor Mainz und Bonn kamen wiederholte Durchsagen, daß die beiden letzten Wagen wegen der Zug-Überlänge nicht am Bahnsteig halten würden und man bitte bis Wagen 5 vorgehen möge, wenn man aussteigen wolle. (Wieso können diese Bahnhöfe eigentlich keine 14 Wagen aufnehmen???) Das war jedenfalls in so fern wieder interessant, weil der letzte 'außen' stehende Wagen der Steuerwagen mit Fahrradabteil war. Neben einem längeren Aufenthalt in Mainz gab es in Bonn die betriebliche Durchsage, daß die Außentüren nochmals freigegeben werden und ein zweites Mal abgefertigt werden müsse. Grund dafür waren heran laufende Fahrradfahrer, die man doch noch hinten irgendwie zu verstauen versuchte. In Bonn sind wir dann mit +20 raus. DAS wieder zum Thema "Wie Verspätungen ganz mühelos DB-hausgemacht entstehen!" Hat jemand dazu noch Fragen???

In meinem Wagen gab es übrigens keine elektronischen Reservierungsanzeigen und auch kein 'GGF. RESERVIERT', dafür steckten noch Zettel einer Vorleistung wie Niebüll-Hamburg, Husum-Düsseldorf usw., was in Mainz, Koblenz und Bonn nicht nur für verunsicherte Blicke, sondern auch für sich wiederholende Plätzchentausch-Spielchen sorgte. Eine in Bonn zusteigende Reiende mit zwei Kindern reklamierte, daß in Bonn bis 2 Minuten vor Einfahrt des IC nur ZUGDURCHFAHRT angeschrieben stand und die Info über den gedrehten Zug erst 2 Minuten vor Einfahrt kam. Komisch, dachte ich, das erinnert mich irgendwie an Köln (Hinfahrt) und Mannheim (gerade vorhin).

Kurz vor der Zielgeraden in Köln, Lok, 2x B und A-Block mit Bistro voraus.

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Das Wetter war hochsommerlich und wunderbar, die Rheintalkurven wie immer herrlich, auch der KD-Raddampfer Goethe kam mir entgegen, die Zubs waren durch die Reihe freundlich und nett und in Bonn Hbf wurde tatsächlich emsig am Südkopf des Bahnsteiges 1 gewerkelt.

Aber die DB-Performance dieser Wochenendtour möchte ich insgesamt als kaum ausreichend, eher mangelhaft bezeichnen.

Unter "Wir haben verstanden, wir werden besser..." stelle ich mir echt was anderes vor. Nicht weil es die Bahn ganz neu versucht, sondern weil sie es zum gefühlt 1.473. Mal verspricht und schon 1.472 Mal nicht gehalten hat. Es geht wie gehabt zu viel krumm und schief. Nach meinem Geschmack ist von den Heilsversprechen unten noch nichts angekommen.

So long!

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Einfach nichts versprechen, was man nicht halten kann!

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 13. Mai 2019, 21:02 (vor 96 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von J-C, Montag, 13. Mai 2019, 21:03

Zumindest in Punkto Wagenreihung.

Es sollte im 21. Jahrhundert ein Leichtes sein, eine veränderte Wagenreihung direkt zum Fahrgast zu kommunizieren und das möglichst immer und vor allem rechtzeitig.

Oder einen anderen Schritt gehen. Einfach die Wagenreihung so anzeigen, wie sie grad ist. Also keine Papieranzeiger, sondern Monitore, die die Wagenreihung in Echtzeit anzeigen!

Ich würde mich wundern, wenn nur die ÖBB das eingeführt hätten. Es läuft auch dort nicht immer perfekt, aber ich glaube, dass man gerade in Deutschland sich von einer planmäßigen Wagenreihung verabschieden sollte und eine dynamische Anzeige wesentlich mehr Sinn ergibt. Am besten gleich beim Aufgang platziert.

Denn klar, die Umlaufpläne der Züge sorgen eben dafür, dass sie auch mal verkehrt herum unterwegs sind. Aber gerade dann interessiert es den Fahrgast doch herzlich wenig, wie die Wagenreihung eigentlich sein sollte, sondern wie sie eben jetzt ist.

Jedenfalls könnte das auch dafür sorgen, dass man den Fahrplan besser einhalten kann.

Ansonsten, ich finde, jemand sollte der DB mal beibringen, 100% zu geben ;-)

--
Pilsner Urquell - schlägt jedes Panorama

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Einfach nichts versprechen, was man nicht halten kann!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 13. Mai 2019, 21:20 (vor 96 Tagen) @ J-C

"Ansonsten, ich finde, jemand sollte der DB mal beibringen, 100% zu geben"

Deine Idee ist gut und 90% würden schon reichen, sind aber wohl nicht mehr in diesem Leben umzusetzen. Denn wie ich neulich schrub fängt das bahninterne aneinander Vorbeiwerkeln schon früh morgens vor dem ersten Hahnenschrei an. Als kleine Gratiszugabe zu den DB-hausgemachten Verspätungen.

http://www.ice-treff.de/index.php?mode=entry&id=563789

Wie will die Bahn Zugreihungen tagaktuell in Monitorsysteme einpflegen, wenn sie das nicht mal bei Reservierungsanzeigen und Bahnsteigdurchsagen schafft...

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Fahrräder und Fahrradwagen hält nicht am Bahnsteig?

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Montag, 13. Mai 2019, 23:40 (vor 96 Tagen) @ Alibizugpaar

Vor Mainz und Bonn kamen wiederholte Durchsagen, daß die beiden letzten Wagen wegen der Zug-Überlänge nicht am Bahnsteig halten würden und man bitte bis Wagen 5 vorgehen möge, wenn man aussteigen wolle. (Wieso können diese Bahnhöfe eigentlich keine 14 Wagen aufnehmen???) Das war jedenfalls in so fern wieder interessant, weil der letzte 'außen' stehende Wagen der Steuerwagen mit Fahrradabteil war.

Was tun dann reisende, die mit Rad raus wollen? Und ggf. ein besonders sperriges haben mit dem sich kaum bis gar nicht zwei Wagen vorgehen lässt (die Bahn transportiert ja ausdrücklich auch Tandems. Auch Velomobile?)

Und wer rein will und Fahrkarte + Reservierung hat?

Wieso kann man dann nicht so halten, dass der Zug nach vorne zu weit raussteht und der Fahrradwagen Platz hat? Ausfahrsignal?

selbst ist der Mann/ die Frau

idle2, Jenseits des FVs, Dienstag, 14. Mai 2019, 15:13 (vor 96 Tagen) @ martarosenberg
bearbeitet von idle2, Dienstag, 14. Mai 2019, 15:14

Was tun dann reisende, die mit Rad raus wollen? Und ggf. ein besonders sperriges haben mit dem sich kaum bis gar nicht zwei Wagen vorgehen lässt (die Bahn transportiert ja ausdrücklich auch Tandems. Auch Velomobile?)

Einfach kurz den Lenker "gerade" montieren und das Fahrrad durch den Gang schieben. Solange man kein Dreirad hat funktioniert das. Selbst mit Tandems hat man da ausreichend Platz an den Wagenübergängen um zu rangieren.
Die Türen der (von mir häufig erwähnten ;)) Bimdz sind ja auch zu schmal für moderne Fahrradgeometrien wie 29", da muss man sich eben zu behelfen wissen.

lösungsorientierte Grüße

--
Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein.

Ja -- und wenn die Sicherheitsvorschriften es verbieten?

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Dienstag, 14. Mai 2019, 15:20 (vor 96 Tagen) @ idle2
bearbeitet von martarosenberg, Dienstag, 14. Mai 2019, 15:23

Was tun dann reisende, die mit Rad raus wollen? Und ggf. ein besonders sperriges haben mit dem sich kaum bis gar nicht zwei Wagen vorgehen lässt (die Bahn transportiert ja ausdrücklich auch Tandems. Auch Velomobile?)


Einfach kurz den Lenker "gerade" montieren und das Fahrrad durch den Gang schieben. Solange man kein Dreirad hat funktioniert das. Selbst mit Tandems hat man da ausreichend Platz an den Wagenübergängen um zu rangieren.
Die Türen der (von mir häufig erwähnten ;)) Bimdz sind ja auch zu schmal für moderne Fahrradgeometrien wie 29", da muss man sich eben zu behelfen wissen.

Tja, und wann soll ich das machen?

Lösungsorientiert wäre: Rechtzeitig vor der Ankunft.
Aus Sicherheitsaspekten (Freisein von Fluchtwegen) wäre das während der Fahrt wohl verboten. Und es könnte ZUBs geben, die das durchsetzen. Und wenn ich erst nach dem Halt damit beginne, ist der Zug entweder längst abgefahren bevor ich an einer Tür bin wo ich aussteigen darf, oder ein Zub verzögert die Abfahrt lange genug, was zu weiteren Verspätungen führt (Gänge sind ja auch manchmal eher voll mit Leuten samt Gepäck bei einem Halt).

Einfach ohne Bahnsteig aussteigen wäre die andere lösungsorientierte Lösung.

(Ja, ich fand' Fahrradmitnahme in Litauen vor vielen vielen Jahren auch sehr schön unkompliziert. Einfach rein wo man es reinbekommt. Leider lässt man einen in D damit oft nicht gewähren, bzw. vermittelt den Leuten bereits Angst davor, selbst mal was zu machen.)

Ja -- und wenn die Sicherheitsvorschriften es verbieten?

idle2, Jenseits des FVs, Dienstag, 14. Mai 2019, 15:33 (vor 96 Tagen) @ martarosenberg

Tja, und wann soll ich das machen?

Lösungsorientiert wäre: Rechtzeitig vor der Ankunft.

Genau, Vorbereitung ist alles.

Aus Sicherheitsaspekten (Freisein von Fluchtwegen) wäre das während der Fahrt wohl verboten. Und es könnte ZUBs geben, die das durchsetzen. Und wenn ich erst nach dem Halt damit beginne, ist der Zug entweder längst abgefahren bevor ich an einer Tür bin wo ich aussteigen darf, oder ein Zub verzögert die Abfahrt lange genug, was zu weiteren Verspätungen führt (Gänge sind ja auch manchmal eher voll mit Leuten samt Gepäck bei einem Halt).

Die Sicherheitsbestimmungen kann ich nicht beurteilen. Aber ich persönlich würde auf eigene Faust handeln und das Fahrrad bereits vor der Einfahrt des Zuges "positionieren". Dazu muss man natürlich rechtzeitig wissen, dass das Fahrradabteil nicht am Bahnsteig hält.

Dazu muss ich erwähnen, dass ich Überstand nur einmal erlebt habe (Gotha 411+411) und die Information durch das Personal vorbildlich war. (2xDurchsage + persönliches Ansprechen im betroffenen Wagen)

(Ja, ich fand' Fahrradmitnahme in Litauen vor vielen vielen Jahren auch sehr schön unkompliziert. Einfach rein wo man es reinbekommt. Leider lässt man einen in D damit oft nicht gewähren, bzw. vermittelt den Leuten bereits Angst davor, selbst mal was zu machen.)

Ich verstehe diese weit verbreitete Grundskepsis ggü ZUBs nicht. Im Großen und Ganzen sind diese doch freundlich und hilfsbereit. Das hast du natürlich nicht in Frage gestellt, wollte ich hier nur noch einmal verdeutlichen.

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Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein.

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