Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach? (Aktueller Betrieb)

sfn17, Freitag, 01. März 2019, 14:35 (vor 82 Tagen)

Info UK tritt am 29. März 2018 um 24 Uhr MEZ aus (23 Uhr britische Zeit).

Voraussetzung dieses Fadens: Der Austritt erfolgt wirklich zum genannten Zeitpunkt. Heute in vier Wochen also...

Wie wird eisenbahntechnisch der Austritt (un)geregelt? Die ganzen grenzüberschreitenden Bahnverträge gelten dann doch plötzlich nicht mehr oder sowas ? Wie verkehren Eurostars und die üblich verdächtigen Fähren (Oostende-Dover etc.)? Wie verläuft der Bahnverkehr auf der irischen Insel?

Bitte keine Europadiskussionen. Nur Bahnbezogenes. Danke.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 14:50 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Wie wird eisenbahntechnisch der Austritt (un)geregelt? Die ganzen grenzüberschreitenden Bahnverträge gelten dann doch plötzlich nicht mehr oder sowas ?

Natürlich gelten sie noch, sofern es sich um bilaterale Verträge etwa zwischen GB und Frankreich handelt. Gerade im Zusammenhang mit dem Eurotunnel gibt es da einige; wie es mit Irland geregelt ist, weiß ich nicht. Und da die Züge ja dieselben bleiben, erfüllen sie auch weiterhin EU-Normen. Insofern sehe ich rein betrieblich erst mal kein größeres Problem, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

Aphex Twin, Freitag, 01. März 2019, 15:29 (vor 82 Tagen) @ JanZ

Wie wird eisenbahntechnisch der Austritt (un)geregelt? Die ganzen grenzüberschreitenden Bahnverträge gelten dann doch plötzlich nicht mehr oder sowas ?


Natürlich gelten sie noch, sofern es sich um bilaterale Verträge etwa zwischen GB und Frankreich handelt. Gerade im Zusammenhang mit dem Eurotunnel gibt es da einige; wie es mit Irland geregelt ist, weiß ich nicht. Und da die Züge ja dieselben bleiben, erfüllen sie auch weiterhin EU-Normen. Insofern sehe ich rein betrieblich erst mal kein größeres Problem, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

In Bezug auf die Verrechnung der Mehrwertsteuer könnten sich die Regeln zwischen EU-Staaten und Nicht-EU-Staaten unterscheiden. Inwieweit dies irgendwelche Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Bahnverkehr hat kann ich nicht beurteilen, aber dies wäre wahrscheinlich ein Problem zwischen den einzelnen Bahnunternehmen und den einzelnen Staaten die den Verbraucher nicht betreffen würde.

Meine Annahme wäre dass wenn z.B. ein einzelner Staat seine Mehrwertsteuer erhöht, Bahntickets die vor der Bekanntgabe der neuen Sätze noch unter Annahme der vorherigen Sätze verkauft wurden weiterhin gelten und eventuelle Mehrkosten entweder vom Unternehmen selber übernommen werden oder dass ein Bestandsschutz gilt und für Produkte bzw. Dienstleistungen die vor Veröffentlichung von neuen Regeln verkauft wurden (mit einer Produktlieferung bzw. Dienstleistungserbringung zu einem späteren Zeitpunkt) die alten Regeln weiter gelten.

Dies nur als Beispiel für einen Fall in dem sich Regeln zwischen dem Abschluss eines 'Verkaufsvertrages' und der Vertragserfüllung in einer nichtvorhersehbaren Weise ändern. Nichtsdestotrotz würde ein No-Deal-Brexit sicherlich die Köpfe vieler Juristen zum Rauchen bringen.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

ICE-TD, Freitag, 01. März 2019, 15:19 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Chaos, Verkehrseinstellung.
Warum eigentlich? Wir fahren doch auch Züge in andere Nicht-EU Staaten und das sogar mit weniger Grenzkontrollen als jetzt nach GB, z.B. in die Schweiz.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Freitag, 01. März 2019, 15:23 (vor 82 Tagen) @ ICE-TD

Weil es da eben Verträge gibt. Verträge, die UK momentan aber lieber nicht haben will.

Notfallplan der EU (mit Link) Stand 12.02.19

Power132 @, Freitag, 01. März 2019, 15:21 (vor 82 Tagen) @ sfn17
bearbeitet von Power132, Freitag, 01. März 2019, 15:21

Die EU hat am 12.02.19 einen Notfallplan vorgelegt. railway safety and connectivity (in englischer Sprache)

Siehe auch: https://www.internationales-verkehrswesen.de/no-deal-brexit-europaeische-kommission/

Erhebliche Störungen des grenzüberschreitenden Eisenbahnbetriebs, insbesondere für den Tunnel durch den Ärmelkanal, könnte es geben, wenn das Vereinigte Königreich am 30. März ohne ein Abkommen aus der EU ausscheiden sollte (No-deal-Brexit). Das will die EU-Kommission verhindern und hat heute (12. Feb 2019) einen Vorschlag unterbreitet, der die Sicherheit im Eisenbahnbetrieb und den Zugang zum Schienennetz absichern soll: Sicherheitsgenehmigungen für bestimmte Teile der Eisenbahninfrastruktur sollen für einen streng begrenzten Zeitraum von drei Monaten weiter gültig sein, damit langfristige Lösungen im Einklang mit dem EU-Recht gefunden werden können.

Notfallplan der EU (mit Link) Stand 12.02.19

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 15:39 (vor 82 Tagen) @ Power132

OK, also nicht ganz so einfach, wie ich vermutet habe. Aber zumindest hat man sich Gedanken gemacht.

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(EAV: Es fährt kein Zug)

Der Sanktnimmerleinstag ...

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 01. März 2019, 21:53 (vor 82 Tagen) @ Power132

Hallo.

Sicherheitsgenehmigungen für bestimmte Teile der Eisenbahninfrastruktur sollen für einen streng begrenzten Zeitraum von drei Monaten weiter gültig sein, damit langfristige Lösungen im Einklang mit dem EU-Recht gefunden werden können.

Und welche Lösung soll in 3 Monaten gefunden werden, die man nicht auch in den Monaten/Jahren bis jetzt hätte finden können?


Schöne Grüße von jörg


Bitte, liebe Briten, geht in 4 Wochen einfach raus und gut ist's. Ihr wolltet es, dann zieht es auch durch!

Und wenn das Problem dann für euch größer ist als für uns, dann ist das eben euer Problem. Ihr wollt ja unbedingt wieder eine gewöhnliche Nordseeinsel sein.

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Der Sanktnimmerleinstag ...

worfie, Samstag, 02. März 2019, 13:21 (vor 81 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von worfie, Samstag, 02. März 2019, 13:22

Bitte, liebe Briten, geht in 4 Wochen einfach raus und gut ist's. Ihr wolltet es, dann zieht es auch durch!

Und wenn das Problem dann für euch größer ist als für uns, dann ist das eben euer Problem. Ihr wollt ja unbedingt wieder eine gewöhnliche Nordseeinsel sein.

Die Briten könnten sich doch auch einfach einen Trump importieren und der kann dann ne Mauer drumherum bauen. Dann können die Engländer machen was sie wollen und die Waliser, Schotten und Iren müssen nicht durch so ein Kindergartenspiel genervt werden. Aber gut, hier wird die Diskussion langsam etwas bahnfremd...

Obwohl... die Römer hatten ja damals mit der Mauer schon angefangen. Wikipedia sagt über die Konstruktion:

"Vermutlich wurde der Wall nicht nach den ursprünglichen Plänen fertiggestellt. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren, wurde die [...] Mauer [... ]verschmälert. Stellenweise änderte man [...] ihren Verlauf ab[...]. Ereignisse [...] zwangen die Römer bei der Ausführung ihrer Bauvorhaben oft zu Kompromissen. Auch die Transportlogistik warf wohl große Probleme auf. Es ist unklar, ob der Wall in voller Länge fertiggestellt wurde, im Vergleich mit anderen römischen Großprojekten scheint es nicht ausgeschlossen, dass er nur ein Provisorium blieb. "

Das hört sich doch nicht anders an als stinknormale Bauprojekte, wie sie heutzutage bei der Deutschen Bahn durchgeführt werden.
Vielleicht könnten die Engländer ja ihre letzten vier Wochen in der EU auch nutzen, um den Mauerbau europaweit auszuschreiben und dadurch noch viel, viel Geld zu sparen.

Vorgezogene Grenzkontrollen

Simon Töller, Freitag, 01. März 2019, 16:10 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Spannenden dürfte das bzgl der vorgezogenen Grenzkontrollen beim Eurostar. Ich bin mir nicht sicher, ob diese bilateral geregelt sind oder im Gemeinschsftsrecht. Sollte zweiter3s der Fall sein, dann wären diese so nicht mehr möglich.

Vorgezogene Grenzkontrollen

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 16:43 (vor 82 Tagen) @ Simon Töller

Spannenden dürfte das bzgl der vorgezogenen Grenzkontrollen beim Eurostar. Ich bin mir nicht sicher, ob diese bilateral geregelt sind oder im Gemeinschsftsrecht. Sollte zweiter3s der Fall sein, dann wären diese so nicht mehr möglich.

Ich schätze bilateral, da die Einführung der Eurostars ab Amsterdam hauptsächlich daran hing, dass noch keine Vereinbarung über die Grenzkontrollen mit den Niederlanden geschlossen wurde. Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass sie sich darüber auch schon Gedanken gemacht haben und ihnen nicht am 29. März um 24 Uhr einfällt, dass sie jetzt auf einmal den Zugbetrieb einstellen müssen.

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(EAV: Es fährt kein Zug)

Vorgezogene Grenzkontrollen

Giovanni @, Freitag, 01. März 2019, 16:56 (vor 82 Tagen) @ JanZ

Spannenden dürfte das bzgl der vorgezogenen Grenzkontrollen beim Eurostar. Ich bin mir nicht sicher, ob diese bilateral geregelt sind oder im Gemeinschsftsrecht. Sollte zweiter3s der Fall sein, dann wären diese so nicht mehr möglich.


Ich schätze bilateral, da die Einführung der Eurostars ab Amsterdam hauptsächlich daran hing, dass noch keine Vereinbarung über die Grenzkontrollen mit den Niederlanden geschlossen wurde. Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass sie sich darüber auch schon Gedanken gemacht haben und ihnen nicht am 29. März um 24 Uhr einfällt, dass sie jetzt auf einmal den Zugbetrieb einstellen müssen.

Die Grenzkontrollen dienen bislang (fast?) ausschließlich dem Personenverkehr - was ist mit dem Warenverkehr?
Ein No-Deal würde auch zum Ende der Zollunion führen und deshalb zu Problemen im Warenverkehr, inklusive Reisegepäck oder Einkaufsmitbringseln.
Zumal: Der Eurostar ist vermutlich weder See- noch Flugverkehr, also hat geringere Freigrenzen als andere Verkehrsmittel?

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

Vorgezogene Grenzkontrollen

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 17:36 (vor 82 Tagen) @ Giovanni
bearbeitet von JanZ, Freitag, 01. März 2019, 17:40

Spannenden dürfte das bzgl der vorgezogenen Grenzkontrollen beim Eurostar. Ich bin mir nicht sicher, ob diese bilateral geregelt sind oder im Gemeinschsftsrecht. Sollte zweiter3s der Fall sein, dann wären diese so nicht mehr möglich.


Ich schätze bilateral, da die Einführung der Eurostars ab Amsterdam hauptsächlich daran hing, dass noch keine Vereinbarung über die Grenzkontrollen mit den Niederlanden geschlossen wurde. Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass sie sich darüber auch schon Gedanken gemacht haben und ihnen nicht am 29. März um 24 Uhr einfällt, dass sie jetzt auf einmal den Zugbetrieb einstellen müssen.


Die Grenzkontrollen dienen bislang (fast?) ausschließlich dem Personenverkehr - was ist mit dem Warenverkehr?
Ein No-Deal würde auch zum Ende der Zollunion führen und deshalb zu Problemen im Warenverkehr, inklusive Reisegepäck oder Einkaufsmitbringseln.

Natürlich müssen dann auch Zollkontrollen durchgeführt werden. Aber wenn ich den OP richtig verstehe, war ja nach speziellen eisenbahnrechtlichen/-technischen Vorschriften gefragt, und das halte ich nicht für eine solche. Bei meinem Arbeitgeber aus der Logistikbranche beschäftigen wir uns seit Monaten gefühlt mit nichts anderem.

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Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Vorgezogene Grenzkontrollen

martin.elsner, Freitag, 01. März 2019, 17:27 (vor 82 Tagen) @ JanZ

Es wird ganz viel geben was den Briten erst NACH dem Brexit auffallen wird.

Im Flugverkehr müssen dann ja wohl auch erstmal Vereinbarungen aktiviert werden, ob alle Behörden dann auch an dem Wochenende Dienst schieben, sei mal fraglich.

Erstaunlich ist die Zuversicht der Briten, mit denen ich gesprochen habe, die alle zwar gegen einen Brexit sind, aber auch alle glauben, das es im Alltag so gut wie keine Auswirkung haben wird und es auch am 30.03. dann nicht zum Chaos kommt.

Theoretisch muss ALLES neuverhandelt werden, was bisher auf EU Ebene geregelt war. Zum Glück sind die Briten nicht im EURO und auch nur eingeschränkt in Schengen, was wiederrum bedeuten könnte das zumindest Grenzabkommen für Brüssel und Paris bestand haben.

Gruß
Martin

Vorgezogene Grenzkontrollen

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 17:39 (vor 82 Tagen) @ martin.elsner

Es wird ganz viel geben was den Briten erst NACH dem Brexit auffallen wird.

Das glaube ich sofort. Aber ich glaube kaum, dass dazu die Tatsache von Grenz-/Zollkontrollen an sich gehört. Eher irgendwelche Feinheiten der Vorschriften dazu oder dass man allgemein den Aufwand unterschätzt.

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(EAV: Es fährt kein Zug)

Brexit - gleiche Panik wie vor dem Jahrtausendwechsel

RhBDirk @, Köln und Hamburg, Freitag, 01. März 2019, 18:08 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Wer erinnert sich noch an die Panikmache vor dem Jahr 2000?

So sehe ich das beim Brexit auch.
Viel Gelaber und Diskutiererei, passiert ist nix, wir leben alle noch.

Es ist ja auch wieder nur ein Bürokratiemonster. Der Transport von Ware und Mensch kann weiterhin stattfinden. Die Insel wird ja nicht wegradiert.

Und damit wären wir vom Bahnthema abgekommen

Aphex Twin, Freitag, 01. März 2019, 20:59 (vor 82 Tagen) @ RhBDirk

Wer erinnert sich noch an die Panikmache vor dem Jahr 2000?

So sehe ich das beim Brexit auch.
Viel Gelaber und Diskutiererei, passiert ist nix, wir leben alle noch.

Entweder die Britten einigen sich noch rechtzeitig mit der EU (auch z.B. auf eine Verschiebung) oder es müssen bald Zölle erhoben werden. Dies ist zwar in den meisten Fällen nicht etwas womit die Britten nicht leben könnten aber wenn z.B. im Autobereich ein 10% Zoll (auf Importe in die EU) erhoben wird (plus Zölle für Teile die das Vereinigte Königreich aus der EU importieren müssen), plus Kosten für Zollabfertigung, mehr Lagerkapazitäten weil Just-In-Time nicht mehr so gut produziert), wird das ganz schön schmerzhaft für britische Firmen und würde im Prinzip eine Lohnsenkung um 20% erfordern um halbwegs dieselben Margen zu behalten.

Und es ist im Moment ja gerade die Zollunion die für viele Konservative in Grossbritannien der grösste Stein des Anstosses am ausgehandelten Abkommen ist.

Natürlich überlebt man das alles. Die Griechen leben ja auch noch.

Es ist ja auch wieder nur ein Bürokratiemonster. Der Transport von Ware und Mensch kann weiterhin stattfinden. Die Insel wird ja nicht wegradiert.

Und zur Reduzierung dieses Bürokratiemonsters wärst Du dann dafür einfach alle Zölle, Lebensmittelvorschriften, Medikamentenzulassungen und vieles mehr abzuschaffen?

Und damit wären wir vom Bahnthema abgekommen

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 21:21 (vor 82 Tagen) @ Aphex Twin

Es ist ja auch wieder nur ein Bürokratiemonster. Der Transport von Ware und Mensch kann weiterhin stattfinden. Die Insel wird ja nicht wegradiert.

Und zur Reduzierung dieses Bürokratiemonsters wärst Du dann dafür einfach alle Zölle, Lebensmittelvorschriften, Medikamentenzulassungen und vieles mehr abzuschaffen?

Oder rätst du (RhBDirk) einfach allen Unternehmen, die irgendwas oder irgendwen transportieren, die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun, weil schon nichts passieren wird? Das wird ziemlich sicher nicht funktionieren.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Brexit - gleiche Panik wie vor dem Jahrtausendwechsel

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 01. März 2019, 21:20 (vor 82 Tagen) @ RhBDirk

Wer erinnert sich noch an die Panikmache vor dem Jahr 2000?

So sehe ich das beim Brexit auch.
Viel Gelaber und Diskutiererei, passiert ist nix, wir leben alle noch.

Einerseits ja, ich glaube auch nicht, dass beispielsweise ernsthaft die Gefahr bestand, dass Atomkraftwerke in die Luft fliegen. Andererseits weiß ich nicht, wie viele kleinere Ausfälle gerade dadurch verhindert worden sind, dass man sich mit dem Thema beschäftigt hat. Das Argument „Wir haben ja auch XY überlebt“ ist aus verschiedenen Gründen immer sehr mit Vorsicht zu genießen.

Es ist ja auch wieder nur ein Bürokratiemonster. Der Transport von Ware und Mensch kann weiterhin stattfinden. Die Insel wird ja nicht wegradiert.

Das ist in der Tat ein wichtiger Unterschied zum Y2K-Bug. Wenn irgendeine durch den Brexit geänderte Vorschrift nicht eingehalten wird und es niemand merkt, läuft einfach alles weiter wir bisher.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Vorgezogene Grenzkontrollen

Simon Töller, Freitag, 01. März 2019, 19:21 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Spannenden dürfte das bzgl der vorgezogenen Grenzkontrollen beim Eurostar. Ich bin mir nicht sicher, ob diese bilateral geregelt sind oder im Gemeinschsftsrecht. Sollte zweiter3s der Fall sein, dann wären diese so nicht mehr möglich.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

brandenburger, Perleberg, Freitag, 01. März 2019, 22:22 (vor 82 Tagen) @ sfn17

Wie verkehren Eurostars und die üblich verdächtigen Fähren (Oostende-Dover etc.)?

Von Ostende nach Dover fahren schon lange keine Fähren mehr. :(

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

ThomasK, Montag, 04. März 2019, 00:28 (vor 80 Tagen) @ sfn17

Der Bahnbetrieb ist schon jetzt wesentlich umständlicher, weil Großbritannien nicht beim Schengenabkommen dabei ist. Umständlicher wird es ab 30.03.2019 nicht werden.

Wesentlich amüsanter ist hingegen die Tatsache, dass mit dem Austritt Großbritanniens in der EU Englisch als Amts- und Arbeitssprache wegfällt, da jeder Mitgliedsstaat nur eine Sprache anmelden kann.
Obwohl Irland Englisch spricht, haben die Iren Gälisch angemeldet und Malta, das ebenfalls Englisch spricht, Maltesisch.

Frankreich bereitet hinter den Kulissen schon einiges vor, dass in Brüssel als Arbeitssprachen nur noch Französisch und Deutsch verwendet wird.

So amüsant es klingt, aber mit dem EU-Austritt Großbritanniens steht die Schweiz in Brüssel sprachlich bei weitem besser da, denn Deutsch wurde angemeldet von Deutschland und Österreich, Französisch von Frankreich und Italienisch von Italien, sodass bis auf Rätoromanisch, die Schweiz bei der EU sprachlich voll vertreten ist, aber ab 30.03.2019 ist in Brüssel Englisch raus.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

Aphex Twin, Montag, 04. März 2019, 18:57 (vor 79 Tagen) @ ThomasK

Wesentlich amüsanter ist hingegen die Tatsache, dass mit dem Austritt Großbritanniens in der EU Englisch als Amts- und Arbeitssprache wegfällt, da jeder Mitgliedsstaat nur eine Sprache anmelden kann.
Obwohl Irland Englisch spricht, haben die Iren Gälisch angemeldet und Malta, das ebenfalls Englisch spricht, Maltesisch.

Frankreich bereitet hinter den Kulissen schon einiges vor, dass in Brüssel als Arbeitssprachen nur noch Französisch und Deutsch verwendet wird.

So amüsant es klingt, aber mit dem EU-Austritt Großbritanniens steht die Schweiz in Brüssel sprachlich bei weitem besser da, denn Deutsch wurde angemeldet von Deutschland und Österreich, Französisch von Frankreich und Italienisch von Italien, sodass bis auf Rätoromanisch, die Schweiz bei der EU sprachlich voll vertreten ist, aber ab 30.03.2019 ist in Brüssel Englisch raus.

So mögen die Regeln sein, aber Regeln kann man auch ändern. Ich bin mir ziemlich sicher dass in der EU Englisch weiter eine wichtige Rolle spielen wird, zum einen haben Irland und Malta ein Interesse daran aber viel wichtiger ist es genügend Länder in der EU gibt in denen weder Sprachkenntnisse in Deutsch noch Französisch weit verbreitet sind, in Englisch hingegen schon. Und für die Aussenbeziehungen der EU, ob Handel oder Regulatorische Belange wird Englisch weiterhin wichtig bleiben, bzw. wenn Grossbritannien sich nicht vollkommen abnabelt sogar noch mehr.

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Montag, 04. März 2019, 20:01 (vor 79 Tagen) @ ThomasK

Wesentlich amüsanter ist hingegen die Tatsache, dass mit dem Austritt Großbritanniens in der EU Englisch als Amts- und Arbeitssprache wegfällt, da jeder Mitgliedsstaat nur eine Sprache anmelden kann.

Sicher kannst du für beides eine Quelle nennen.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

Aphex Twin, Montag, 04. März 2019, 21:54 (vor 79 Tagen) @ JanZ

Wesentlich amüsanter ist hingegen die Tatsache, dass mit dem Austritt Großbritanniens in der EU Englisch als Amts- und Arbeitssprache wegfällt, da jeder Mitgliedsstaat nur eine Sprache anmelden kann.


Sicher kannst du für beides eine Quelle nennen.

Ich habe das Gefühl dass allzu oft Leute aufhören sich zu einem Thema zu informieren sobald sie etwas gelernt haben dass sie, sagen wir einmal, fasziniert anstelle von weiter nach Informationen zu suchen bis sich ein stimmiges Bild ergibt.

In diesem Fall stimmt es dass jedes Land in der EU eine Sprache als Amtssprache in der EU nominieren darf und dass Malta und Irland jeweils nicht Englisch nominiert haben. Unter anderem hat aber Kommissionspräsident Juncker in einer Antwort zu einer parlamentarischen Anfrage erklärt dass die gegenwärtigen Regeln zu Nutzung von Sprachen innerhalb der EU durch eine einstimmige Abstimmung im Europäischen Rat beschlossen wurden und nur durch eine neue einstimmige Abstimmung geändert werden können (s. z.B. Wikipedia).

Brexit im Bahnbetrieb: Was passiert unmittelbar danach?

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Montag, 04. März 2019, 22:19 (vor 79 Tagen) @ Aphex Twin

Wesentlich amüsanter ist hingegen die Tatsache, dass mit dem Austritt Großbritanniens in der EU Englisch als Amts- und Arbeitssprache wegfällt, da jeder Mitgliedsstaat nur eine Sprache anmelden kann.


Sicher kannst du für beides eine Quelle nennen.


Ich habe das Gefühl dass allzu oft Leute aufhören sich zu einem Thema zu informieren sobald sie etwas gelernt haben dass sie, sagen wir einmal, fasziniert anstelle von weiter nach Informationen zu suchen bis sich ein stimmiges Bild ergibt.

In diesem Fall stimmt es dass jedes Land in der EU eine Sprache als Amtssprache in der EU nominieren darf und dass Malta und Irland jeweils nicht Englisch nominiert haben. Unter anderem hat aber Kommissionspräsident Juncker in einer Antwort zu einer parlamentarischen Anfrage erklärt dass die gegenwärtigen Regeln zu Nutzung von Sprachen innerhalb der EU durch eine einstimmige Abstimmung im Europäischen Rat beschlossen wurden und nur durch eine neue einstimmige Abstimmung geändert werden können (s. z.B. Wikipedia).

Danke für die Infos. Anscheinend scheint es da auch bei der EU verschiedene Ansichten zu geben, was ich nicht wusste. Realistischerweise glaube ich nicht, dass Englisch, ob intern oder offiziell, komplett aus der EU verschwindet, schon allein wenn ich die Französischkenntnisse meiner deutschen Kollegen und umgekehrt als Referenz nehme (und wenn die Iren plötzlich tatsächlich alle Irisch sprechen müssen, wird es auch lustig). Aber das soll es hier auch an OT gewesen sein.

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