(ZM) 20 Jähriger fährt absichtlich Schwarz (Allgemeines Forum)

SveFC @, Somewhere, Sonntag, 10. Februar 2019, 13:01 (vor 105 Tagen)

Hallo,

ein 20-jähriger aus Bayern fährt absichtlich ohne Fahrkarte um für einen kostenlosen ÖPNV zu kämpfen, klingt nicht nur absurd, sondern ist es auch. Nun steht er vor Gericht.

Link zur SZ

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Dieses Forum ist wie gemacht um die DB immer und immer wieder schlecht darzustellen, egal was sie gemacht oder nicht gemacht hat. So wollen es die anwesenden Eisenbahnhater

Der will halt Aufmerksamkeit

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 10. Februar 2019, 13:15 (vor 105 Tagen) @ SveFC

Soll er sie haben, aber Aufmerksamkeit mindert das Bußgeld nicht.

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Geben wir 100%!

Er jobbt als Saisonarbeiter in der Gastronomie

worfie, Sonntag, 10. Februar 2019, 14:38 (vor 105 Tagen) @ J-C

Schade leider, dass der Name des Restaurants, in dem mal völlig umsonst essen gehen kann, nicht genannt wird.
Sonst hätten wir dort gerne mal ein kostenloses Forentreff veranstalten können.

Viele Leute können sich wegen der steigenden Preise den Betrag für ein Essen außer Haus nicht leisten.
Und wenn jemand meint, mit irgendwelchen Argumenten kommen zu müssen: Pasta und Tomatensoße kostet im Supermarkt vielleicht 2 Euro, wie kann dann ein Restaurant auf die Idee kommen so etwas für über 10 Euro zu verkaufen? Voll unsozial. Und dann wollen die einen noch ein einziges Glas Coke für 3-4 Euro andrehen. Außerdem kaufen Restaurants doch so viele Zutaten, dass sie viel weniger bezahlen als man im Supermarkt und außerdem haben die meisten Restaurants Stühle, Tische und was zu Essen übrig. Wenn da jetzt ein paar Leute mehr kommen, ist das doch egal.

Treffen wir uns einfach mal dort. Wir hängen uns alle ein Schild "Eisenbahner beim Schwarzessen" um den Hals und wenn irgendjemand meint, das würde nicht gehen, darf er mich gerne verklagen. Dann lernen die Leute mal meine Nachbarskatze kennen, die ich als Laienverteidigerin mitbringen werde. Sie hat auch weniger Ahnung vom Recht als ein Jurastudent in seiner ersten Vorlesungswoche, aber sie kann bezeugen dass essen und schlafen wichtige Grundrechte sind.

Was genau ist jetzt dein Beitrag?

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 15:02 (vor 105 Tagen) @ worfie

Ein kostenfreier ÖPNV ist in der breiten Diskussion durchaus angekommen (Luxemburg!). Das mit einem Restaurant zu vergleichen ist meiner Meinung nach fehl am Platz, zumal der Löwenanteil des ÖPNV ohnehin durch die öffentliche Hand finanziert wird und eben nicht über die Fahrscheine.

Das Problem an der Stelle stellt halt viel mehr die Infrastruktur dar, die in der Rushhour ohnehin am Limit fährt, zumindest in den Ballungsräumen in denen der kostenfreie ÖPNV die Leute weg vom Individualverkehr bewegen soll.

Gratis ÖPNV kann aber nicht alles auffangen

Power132 @, Sonntag, 10. Februar 2019, 15:29 (vor 105 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Power132, Sonntag, 10. Februar 2019, 15:32

in Luxembourg vielleicht mit den knapp 600.000 Einwohnern. Das haben aber Dortmund oder Düsseldorf allein. Und in NRW kann auch ein Gratis ÖPNV nicht alles von der Straße wegholen.

...kostenlos im ICE?

idle2, Jenseits des FVs, Sonntag, 10. Februar 2019, 15:45 (vor 105 Tagen) @ Power132

Im Artikel war die Rede von einer bayernweiten Protestfahrt im ICE - sollte das stimmen - habe ich für die Aktion wenig Verständnis.

Grüße

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Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein.

Hab ich doch geschrieben.

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:52 (vor 105 Tagen) @ Power132

- kein Text -

Ja und ist trotzdem Schwachsinn

Höllentalbahn @, Freiburg, Sonntag, 10. Februar 2019, 15:58 (vor 105 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Höllentalbahn, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:03

In Tallinn hat man es ja auch eingeführt und das Ergebnis war dass nicht die Autofahrer auf den ÖPNV umgestiegen sind sondern Leute die früher Rad gefahren oder zu Fuß gegangen sind.
Außerdem ist eine anteilige Subvention immer noch besser als eine volle Subvention, Steuergelder können nur einmal ausgegeben werden und von dem Nutzeranteil kann man dann noch zusätzliche Leistungen bestellen.
Mit freundlichen Grüßen
Höllentalbahn
Nachtrag:
"Ich sehe es als sinnvoll an, mit möglichst wenig Geld über die Runden zu kommen". Wenn jeder so denken würde würde in unserer Gesellschaft aber nichts voran gehen. Schwer vorstellbar dass es für einen 27-jährigen in München nicht möglich ist einen besser bezahlten Job zu bekommen.

Was genau ist jetzt dein Beitrag?

Destear @, Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:17 (vor 105 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Destear, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:18

Ein kostenfreier ÖPNV ist in der breiten Diskussion durchaus angekommen (Luxemburg!). Das mit einem Restaurant zu vergleichen ist meiner Meinung nach fehl am Platz, zumal der Löwenanteil des ÖPNV ohnehin durch die öffentliche Hand finanziert wird und eben nicht über die Fahrscheine.

Sehe ich auch so, zumal das durchaus auch im wesentlich größeren Zusammenhang betrachtet werden kann. In vielen Staaten wird inzwischen mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hantiert, in Finnland brachte ein Pilotprojekt das Ergebnis hervor, dass die Bezieher solcher Einkommen nicht fauler, doch immerhin gesünder werden. Und auch wir diskutieren mit Modellen wie z.B. einer Grundrente und einem Umbau des Sozialstaates weg von Hartz IV letztlich auch solche Elemente fast bedingungsloser Leistungen. Solche Diskussionen auch um kostenlosen ÖPNV sind, denke ich, das Ergebnis einer sich völlig verändernder Arbeitswelt und auch klimatischer Bedingungen. Ich bin nicht unbedingt ein Freund von vollständig kostenlosem ÖPNV (wäre ja auch eine bedingungslose Leistung des Staates), finde die Diskussion aber sehr spannend und glaube, dass wir da vor einem grundlegenden Wandel stehen.

Das Problem an der Stelle stellt halt viel mehr die Infrastruktur dar, die in der Rushhour ohnehin am Limit fährt, zumindest in den Ballungsräumen in denen der kostenfreie ÖPNV die Leute weg vom Individualverkehr bewegen soll.

Bedingungsloses Gundeinkommen?

idle2, Jenseits des FVs, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:39 (vor 105 Tagen) @ Destear

Man vergisst aber die Art von Menschen, die sich mit mehr Geld einfach nur totsaufen würden.

Grüße

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Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein.

Wie hoch ist deren Anteil?

Power132 @, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:42 (vor 105 Tagen) @ idle2

Man vergisst aber die Art von Menschen, die sich mit mehr Geld einfach nur totsaufen würden.

Grüße

Auch bei Gratisfahrt würden viele Fahrgäste mehr fordern!

Bahngenießer, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:02 (vor 105 Tagen) @ Power132

Und man darf nicht vergessen:

Was sollen die Fahrgäste bei mangelhafter Beförderungsleistung zurückfordern, wenn sie doch gar nichts bezahlen?
Obwohl viele Fahrgäste sicher auch bei Gratisfahrt noch Forderungen stellen würden: Zum Beispiel Entschädigungen für den Weg zur Haltestelle, Wartezeiten, Fahrzeiten, Verspätungen, volle Verkehrsmittel, unzureichende Klimatisierung oder Sitzplatzzahl …!

Hm, wie wäre es denn einfach damit,

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:12 (vor 105 Tagen) @ Bahngenießer

keine mangelhafte Beförderungsleistung abzuliefern?

Wieso muss man sich dabei denn gleich wieder Gedanken machen, worüber Fahrgäste sich beschweren können, wenn man es nicht gebacken bekommt?

Hm, wie wäre es denn einfach damit,

EK-Wagendienst @, Münster, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:17 (vor 105 Tagen) @ Paladin

keine mangelhafte Beförderungsleistung abzuliefern?


Das habe ich unter den heutigen Bedingungen aufgegeben!

Das Netz ist zu voll, und ohne Ausbau wird sich daran nichts ändern.
Das Personal dazu ist auch nicht mehr vorhanden.
und dann soll es auch noch nichts kosten.

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Ist das umweltpolitisch überhaupt sinnvoll?

Altmann @, Amstetten, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:33 (vor 105 Tagen) @ Bahngenießer

Also mal abgesehen von Unfinanzierbarkeit, mangelnden Kapazitäten (Strecken, Fahrzeugen, Personal), und Komfortverlust (das Dosensardinenerlebnis würden sich dann wohl reiche SUV-Fahrer nicht antun wollen):

Ist es wirklich sinnvoll, Fahrten gratis anzubieten? Das hieße doch, dass sich viele irgendwo eine Wohnung mitten im billigen Nirgendwo suchen, und in die Stadt zur Arbeit pendeln (um hier nur ein Beispiel für Zusatz-Fahrten zu erwähnen).

Und wie!

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:37 (vor 105 Tagen) @ Altmann

Ist es wirklich sinnvoll, Fahrten gratis anzubieten? Das hieße doch, dass sich viele irgendwo eine Wohnung mitten im billigen Nirgendwo suchen, und in die Stadt zur Arbeit pendeln (um hier nur ein Beispiel für Zusatz-Fahrten zu erwähnen).

BINGO. Hast du etwas von steigenden (explodierenden Mieten), aussterbenden Dörfern und Wohnungsknappheit in Deutschland mitbekommen?

Leider haben es die städtischen Wohnungsbaugesellschaften nicht annähernd so drauf wie die Kollegen in Wien. :-(

Gefragt war die umweltpolitische Sinnhaftigkeit

Altmann @, Amstetten, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:41 (vor 105 Tagen) @ Paladin

- kein Text -

Irgendwo müssen die Menschen doch hin

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:42 (vor 105 Tagen) @ Altmann

und da die Städte kaum noch nachverdichtet werden können, ist es doch besser die Menschen fahren mit elektrischem ÖPNV in die Stadt als mit SUVs.

Natürliche Auslese

Alter Köpenicker @, BSPF, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:46 (vor 105 Tagen) @ idle2

Man vergisst aber die Art von Menschen, die sich mit mehr Geld einfach nur totsaufen würden.

Die dürfen dann eben nur die Hälfte bekommen, ansonsten löst sich das Problem ganz von selbst, nenn sich 'Natürliche Auslese'.

(OT) Finnisches Grundeinkommen

Power132 @, Sonntag, 10. Februar 2019, 16:42 (vor 105 Tagen) @ Destear

Ein kostenfreier ÖPNV ist in der breiten Diskussion durchaus angekommen (Luxemburg!). Das mit einem Restaurant zu vergleichen ist meiner Meinung nach fehl am Platz, zumal der Löwenanteil des ÖPNV ohnehin durch die öffentliche Hand finanziert wird und eben nicht über die Fahrscheine.

Sehe ich auch so, zumal das durchaus auch im wesentlich größeren Zusammenhang betrachtet werden kann. In vielen Staaten wird inzwischen mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hantiert, in Finnland brachte ein Pilotprojekt das Ergebnis hervor, dass die Bezieher solcher Einkommen nicht fauler, doch immerhin gesünder werden. Und auch wir diskutieren mit Modellen wie z.B. einer Grundrente und einem Umbau des Sozialstaates weg von Hartz IV letztlich auch solche Elemente fast bedingungsloser Leistungen. Solche Diskussionen auch um kostenlosen ÖPNV sind, denke ich, das Ergebnis einer sich völlig verändernder Arbeitswelt und auch klimatischer Bedingungen. Ich bin nicht unbedingt ein Freund von vollständig kostenlosem ÖPNV (wäre ja auch eine bedingungslose Leistung des Staates), finde die Diskussion aber sehr spannend und glaube, dass wir da vor einem grundlegenden Wandel stehen.

Das Problem an der Stelle stellt halt viel mehr die Infrastruktur dar, die in der Rushhour ohnehin am Limit fährt, zumindest in den Ballungsräumen in denen der kostenfreie ÖPNV die Leute weg vom Individualverkehr bewegen soll.

Das scheint nicht der erwartete große Wurf gewesen zu sein.

2017 starteten die Finnen ein Experiment: Sie wollten testen, was passiert, wenn niemand mehr zur Arbeit gezwungen wäre – dank eines Grundeinkommens. Nun liegen erste Ergebnisse vor. Und sie sind ernüchternd.

(OT) Finnisches Grundeinkommen

Ösi, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:07 (vor 105 Tagen) @ Power132

Man sollte nicht nur Überschrift und Teaser lesen.

Der Artikel hat etwas von: Wiener Schnitzel schmeckt nicht so gut wie erwartet. Im Text erfährt man dann, dass aus Kostengründen das Schnitzel durch Sellerie ersetzt wurde.

(OT) Finnisches Grundeinkommen

Henrik @, Montag, 11. Februar 2019, 00:38 (vor 105 Tagen) @ Ösi

Man sollte nicht nur Überschrift und Teaser lesen.

Der Artikel hat etwas von: Wiener Schnitzel schmeckt nicht so gut wie erwartet. Im Text erfährt man dann, dass aus Kostengründen das Schnitzel durch Sellerie ersetzt wurde.

Der Regierungswechsel und dadurch Änderungen wird angesprochen.

sehr interessant finde ich:

„Perustulo“-Bezieher hatten mehr Vertrauen

Allerdings ging es den Teilnehmern des Experiments trotzdem besser als der Kontrollgruppe der anderen Arbeitslosen: Sie fühlten sich gesünder und weniger gestresst.

Dabei ging es auch um Stress.

Außerdem waren die Grundeinkommensbezieher selbstbewusster und zuversichtlicher, in naher Zukunft eine neue Arbeitsstelle zu finden. Auch deutsche Politiker dürften bei einem weiteren Befund aufhorchen: Demnach hatten die „Perustulo“-Bezieher höheres Vertrauen in die Politik, ihre Mitmenschen und die gesamte Gesellschaft.

Das finde ich einen sehr interessanten, sehr positiven Punkt.

Ein anderer hatte hier auf einen vermeintlichen höheren Alkoholkonsum angesprochen.
Das macht man ja nicht einfach so.
Der Alkohol- wie auch Nikotinkonsum ist bei uns hier bei den Menschen unter Armut doppelt so hoch als bei den anderen.
Es fehlt an Anerkennung, Perspektive, Hoffnung, Eingliederung etc.

Wenn ein Grundeinkommen-Modell hier viel leistet, ist das sehr viel wert.

Bedingungsloses Grundeinkommen sind ja auch nur zwei Worte, es gibt da so viele unterschiedliche Modelle.
Vertrauen, Anerkennung und Perspektive zu schaffen ist da ein sehr wichtiger Bestandteil.
Man sollte die Menschen motivieren, und nicht bestrafen, oder falsches schlechtes Gewissen einreden.

20 Millionen Bürger, die in Armut leben oder davon bedroht sind.
mehr Menschen, die auf Transferleistung angewiesen sind als solche, die "sich selbst finanzieren"
und das System funktioniert damit.
Aber bloß immer moralisch auf die (finanziell) armen Menschen eindreschen..

(OT) Top.

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:44 (vor 105 Tagen) @ Power132

Hallo.

2017 starteten die Finnen ein Experiment (...) Nun liegen erste Ergebnisse vor. Und sie sind ernüchternd.

Klingt gut.


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Der will halt Aufmerksamkeit

Co_Tabara-98 @, Hannover, Sonntag, 10. Februar 2019, 18:15 (vor 105 Tagen) @ J-C

Soll er sie haben, aber Aufmerksamkeit mindert das Bußgeld nicht.

Sehe ich es richtig, dass es in dem Artikel nur um den strafrechtlichen Aspekt geht?

Ein erhöhtes Beförderungsentgelt, also die zivilrechtliche Vertragsstrafe, müsste das Verkehrsunternehmen doch in jedem Fall eintreiben können? Da geht es ja darum, ob ein gültiger Fahrschein vorliegt und nicht um die "Leistungserschleichung". Oder sehe ich das falsch?

Aus Juristenkreisen (nicht nur einzelne Personen, eher Richterbund o.ä.) gibt es auch immer wieder den Vorschlag, Schwarzfahren nicht mehr strafrechtlich zu sanktionieren. In erste Linie müssten also die Verkehrsunternehmen selbst dafür sorgen, dass der Fahrpreis bezahlt wird.

Der will halt Aufmerksamkeit

sibiminus @, Sonntag, 10. Februar 2019, 23:11 (vor 105 Tagen) @ Co_Tabara-98

Ein erhöhtes Beförderungsentgelt, also die zivilrechtliche Vertragsstrafe, müsste das Verkehrsunternehmen doch in jedem Fall eintreiben können?

Wenn bei ihm was zu holen ist, sicher. Ansonsten mit einem vollstreckbaren Titel die nächsten 30 Jahre lang, sobald er an Geld kommt.

Da geht es ja darum, ob ein gültiger Fahrschein vorliegt und nicht um die "Leistungserschleichung". Oder sehe ich das falsch?

Wenn kein gültiger Fahrschein vorliegt, kann eine Leistungserschleichung vorliegen. Das zu klären ist aber Aufgabe des zuständigen Gerichts, nicht des Verkehrsunternehmens.

Aus Juristenkreisen (nicht nur einzelne Personen, eher Richterbund o.ä.) gibt es auch immer wieder den Vorschlag, Schwarzfahren nicht mehr strafrechtlich zu sanktionieren. In erste Linie müssten also die Verkehrsunternehmen selbst dafür sorgen, dass der Fahrpreis bezahlt wird.

Es wird sich in der Regel um ein Antragsdelikt handeln (§§248a iVm 265a Abs 3 StGB) und deswegen kann das Verkehrsunternehmen eine gerichtliche Klärung beantragen. Möglich ist auch dass in solchen öffentlich wirksamen Fällen die Strafverfolgung von Amts wegen eingeleitet wird.

Bitte ausbauen das System.

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 10. Februar 2019, 19:31 (vor 105 Tagen) @ SveFC

Huhu.

ÖPNV ist ein Grundrecht und muss gratis nutzbar sein.

Nun gibt's aber ja auch noch andere Grundrechte. Ich möchte also bald gratis wohnen, gratis einkaufen, gratis tanken, gratis alle Medien nutzen (auch Zeitungen! Und Stichwort GEZ ...). Kultur- und Freizeiteinrichtungen: gratis! Sogar ins Fußballstadion komme ich gratis!

Und selbst das Grundstück für die letzte Ruhe hat gefälligst gratis zu sein.


Schöne Grüße von jörg

der dann auch die FDP unterstützt, wenn sie den verdammten Mindestlohn abschaffen will.

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Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Ein gratis ÖPNV ist sicherlich kein Grundrecht (kwt)

Gleiswechsel, Sonntag, 10. Februar 2019, 20:29 (vor 105 Tagen) @ Blaschke

- kein Text -

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