Fußball mit der Bahn I – Mönchengladbach und Göteborg (33 B) (Reiseberichte)

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 13:07 (vor 247 Tagen)

Hallo zusammen,

im Jahr 2018 hat mich das Fußballfieber gepackt und ich bin meinem Verein erstmals hinterher gefahren…und dann nochmal und noch einige Male mehr. Die Bahn greift in diesem Werbevideo das Thema selbst auf und die ein oder andere Szene kommt mir bekannt vor. Neben Freud und Leid kenne ich auch das Gefühl, als einziger Gästefan in einen vollbesetzten Bus mit den Fans der Heimmannschaft zu steigen – zu meiner eigenen Sicherheit bin ich dann natürlich nicht als Gästefan erkennbar.

6600km habe ich in diesem Jahr aus diesem Anlass zurückgelegt, quer durch die Republik, einmal nach Schweden und einmal nach Österreich. Den Großteil meiner Reisen habe ich mit der Bahn zurückgelegt. Wenn es nicht anders ging, dann mit IC Bus oder Flixbus. Ausgangspunkt war immer eine Großstadt in Sachsen, in der ein gewisser Brauseclub ansässig ist. Ich bin meistens alleine aufgebrochen, aber der schöne Aspekt bei diesen Reisen ist: Man bleibt selten allein.

Mir ist es wichtig, nicht nur für 90 Minuten Fußball durch die Gegend zu fahren, sondern immer auch von den Städten etwas zu sehen. Im Folgenden möchte ich einen kurzen Streifzug durch Teil 1 meiner Fußball-/Reisehistorie im vergangenen Jahr geben. Es wartet ein bunter Mix aus Reiseerlebnissen, Sehenswürdigkeiten, Zügen und ein wenig Fußball.


Mönchengladbach

Die erste Fußball-Auswärtsfahrt in meinem Leben führt Anfang Februar von Leipzig zur Borussia nach Mönchengladbach. An einem verlängerten Wochenende schlage ich meine Zelte dazu in Düsseldorf auf. Für die Hinfahrt nutze ich ein Upgrade in die 1. Klasse und fahre am Freitag Abend mit der S5X von Leipzig Messe nach Halle(Saale) und von dort mit dem IC2 nach Hannover.


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Meine erste Fahrt mit dem Doppelstock-Intercity ist noch von einer gewissen Vorfreude geprägt, die bald von der Realität eingeholt wird. Wohlfühlatmosphäre sieht wahrlich anders aus und fühlt sich auch anders an. Der ICE 2 von Hannover nach Düsseldorf besänftigt mich, als ich in den Ledersesseln einsinken darf.

In Düsseldorf habe ich mich für das InterCityHotel in der Nähe vom Hauptbahnhof entschieden. Perfekte Lage, komfortabel, ausgiebiges Frühstück, für Fußball-Fans gibt’s sogar Sky und ein schönes Goodie gibt’s noch oben drauf. Es gibt für die Dauer des Aufenthalts ein Ticket für den ÖPNV. Was ich vorher nicht wusste: Das Ticket gilt nicht nur für Düsseldorf, sondern für den gesamten VRR – ein klasse Extra für Urlauber.

Bevor es zum Fußball geht, nutze ich die erste Tageshälfte für einen Rundgang durch die City und einen Besuch des Rheintowers.

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Blick von ganz oben auf Düsseldorf

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Am Rhein entlang

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Die Königsallee: Es sieht ruhig und idyllisch aus, doch nur wenige Schritte entfernt tobt auf der rechten Seite das Shoppingfieber.

Die S-Bahn bringt mich nach Mönchengladbach und ich staune darüber, wie viel Sicherheitspersonal hinter dem Zugbegleiter steht. Ist NRW so gefährlich, dass es 3 Mann zur Fahrkartenkontrolle braucht? Am Hauptbahnhof in Mönchengladbach wartet schon ein Heer von Shuttle-Bussen. Dicht gedrängt geht es dann weiter zum Borussia-Park.


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Das Stadion leuchtet in stimmungsvollem Grün. Wenn die Borussen „Die Seele brennt“ singen, kann man das nach der 89. Minute durchaus glauben. Nachdem Leipzig in einem eher zähen Spiel in vorletzter Minute in Führung geht, wollen die Gladbacher die Nachspielzeit nicht mehr sehen und verlassen in großer Zahl schon das Stadion.

Den Sonntag verbringe ich bei den Erzfeinden der Borussia-Anhänger - in Köln.

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Schokobrunnen mit Rheinblick: Ich besuche das Schokoladenmuseum. Neben allem Wissenswerten rund um das braune Gold darf natürlich auch eine Kostprobe nicht fehlen.


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Das passende Urlaubssouvenir finde ich im Museum ebenfalls. Wie es geformt wird, weiß ich nun auch – und wie es schmeckt. :-)


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Ans Museum schließt sich der Rheinauhafen an, wo Historie und Moderne aufeinandertreffen. Aus dem Hafen ist mittlerweile ein modernes Wohn- und Gewerbegebiet geworden.


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Es wird dunkel in Köln und ich befinde mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Die Aussichtsplattform des KölnTriangle bietet einen spektakulären Blick auf das abendliche Köln.

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Am Montag geht es nach Essen ins Ruhrmuseum (Zeche Zollverein), ein spannender Blick auf das Lebensgefühl des Potts und die Bedeutung der Kohle.


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Riesige Bauten und ein weitläufiges Areal – alles im Dienste der Kohle.

Mit Highspeed geht’s am Dienstag schließlich zurück nach Hause über die KRM und Erfurt.


Göteborg, Schweden

Es war mehr eine verrückte Idee: „Du hast Zeit, du hast Urlaub, warum denn eigentlich nicht?“ Ob organisatorisch alles hinhaut, entscheidet sich erst 7 Stunden vor der geplanten Abreise. Die Reisebuchung stellt schon das erste Abenteuer dar. Die Hinreise konnte ich online noch selbst buchen. Die Rückreise wird buchungstechnisch zum Alptraum. Gewünscht war für Samstag Morgen eine Reise mit dem X2000 von Göteborg nach Kopenhagen, ab dort mit dem IC über Puttgarden nach Hamburg und weiter per ICE nach Leipzig. Ein Preis wurde angezeigt, aber beim Buchen eines Sitzplatzes für den reservierungspflichtigen X2000 kommt „Buchung nicht möglich“. Ein Anruf bei der Hotline: Kurze Warteschleife, motivierter Berater, aber dann „Ich brauch Hilfe“. Es vergehen zahlreiche Minuten in der Warteschleife, bis der Kollege kapitulieren muss und mich an ein anderes Callcenter weiterverbindet. Die Beraterin dort ebenfalls engagiert, braucht nach einer Weile auch Hilfe und kann die gewünschte Reise am Ende nicht buchen. Statt schwedischem Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Neigetechnik gibt’s nun für die Rückfahrt den Öresundzug von Göteborg nach Kopenhagen. Ein Anruf kostet Sie 20 Cent aus dem deutschen Festnetz und eine Menge Zeit: 51 Minuten.

Die geplante Hinreise war nun wie folgt:
Mittwoch, 1. August 2018
21:15 Uhr ab Leipzig Hbf mit ICE 594
22:30 Uhr an Berlin Hbf (tief)

23:00 Uhr ab Berlin Hbf Europaplatz mit IC Bus 42202
07:30 Uhr an Kopenhagen

08:27 Uhr ab Kopenhagen mit R1026
12:05 Uhr an Göteborg Central

Die Realität begann genauso, wie die Reisebuchung aufgehört hat: mit Verzögerungen. ICE 594 hatte schon weit vor Leipzig 40 Minuten Verspätung auf dem Konto. Plan B wäre der ICE eine Stunde zuvor, der aus Richtung München kommt. Leider hat der schon 2 Stunden Verspätung auf der Uhr. Meine Reise war schon in Gefahr, bevor es überhaupt richtig losging. Ich habe mich auf den Weg zum Leipziger Hauptbahnhof gemacht, ohne genau zu wissen, wie ich nun am besten nach Berlin komme, aber mit dem ICE-Sprinter 1000 ab Halle(Saale) bot sich noch eine Möglichkeit – die hat nur funktioniert, weil besagter ICE ebenfalls einige Verspätungsminuten angesammelt hat und somit in Halle(Saale) noch erreichbar war. Dass der ICE ziemlich voll war, war mittlerweile fast schon Nebensache. Ein Wandstehplatz zum Anlehnen, eine freie Gepäckablage für den Koffer und die Tatsache, wieder im Reiseplan zu sein, können auch glücklich machen. Zwischenzeitlich hatte ich zwei Weggefährten gefunden, die ebenfalls auf dem Weg nach Göteborg waren. Ihre Reisepläne waren schon etwas mehr gefährdet, sollten doch beide in Hamburg eigentlich den Nacht-IC nach Kopenhagen erreichen. Der Anschluss war definitiv nicht mehr zu schaffen und eine Umbuchung auf den IC-Bus ging nicht: vollständig ausgebucht. Auch ich hatte zuerst eigentlich den Nacht-IC im Visier, konnte diesen aber nicht buchen: ebenfalls vollständig ausgebucht. Erstaunlich, dass zu solchen Uhrzeiten so viele Reisende nach Dänemark unterwegs sind.



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In der Hauptstadt angekommen geht es bei immer noch sommerlichen Temperaturen weiter zum IC Bus. Wir setzen uns pünktlich in Bewegung, drehen eine Runde um den Block und stehen wieder an der Haltestelle: Dem Busfahrer wurde die Kasse geklaut. Wir warten nun eine Stunde vergeblich auf die Polizei und fahren schließlich doch los.


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Beim nächsten Halt am Hamburger ZOB wartet schließlich die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl und nimmt alle Reisenden und den kompletten Bus unter die Lupe, morgens zwischen 3 und 5 Uhr. Die Laune ist bei den meisten Passagieren inzwischen auf dem Tiefpunkt, an Schlaf war bisher sowieso kaum zu denken mit der Ungewissheit, ob vielleicht Diebe an Bord sind. Das Ergebnis der Kontrolle: Niemand hat was gesehen, niemand hat die Kasse. Wir setzen uns mit mittlerweile 3 Stunden Verspätung wieder in Bewegung und auch die Sonne geht langsam auf.

Fortsetzung

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 13:08 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

Langsam glaube ich an höhere Mächte, die meine Fahrt nach Göteborg verhindern wollen. Was soll nach den Schwierigkeiten bei der Buchung, den Verspätungen der Berlin-ICEs und der geklauten Kasse noch kommen? Rammen wir bei der Fährüberfahrt nach Dänemark einen Eisberg? Stürzt zwischen Kopenhagen und Malmö die Öresundbrücke ein?

Ich bin nun mittlerweile über 11 Stunden unterwegs, habe gerade mal 550km zurückgelegt und kurz nach 7 Uhr morgens geht es auf die Fähre zwischen Puttgarden und Rødby. Zur Beruhigung: Die Fähre hat keinen Eisberg gerammt, tatsächlich ist die Fährüberfahrt das erste echte Highlight meiner Reise.

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Eine leichte, kühle Brise und die Aussicht auf nichts als Meer zaubern trotz absolutem Schlafentzug ein Lächeln in mein Gesicht. Der nächste Glücksmoment, als wir Kopenhagen zeitlich so günstig erreichen, dass ein schlanker Anschluss an den Zug nach Göteborg entsteht.

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Mein nächster, fahrbarer Untersatz steht schon bereit: Es geht mit dem Öresundståg (Öresundzug) direkt weiter nach Göteborg. Der Öresundzug wurde im Jahr 2000 mit der Eröffnung der Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö eingeführt und ist eine grenzüberschreitende Verbindung von Dänemark bis tief nach Schweden hinein.


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Die gewaltigen Ausmaße der fast 8km langen Öresundbrücke lassen sich bei der Überfahrt nur erahnen. Klarer ist jedoch die große, völkerverbindende Aufgabe dieses Bauwerks, das im 20-Minuten-Takt oder noch öfter befahren wird – für unsere Verhältnisse definitiv nichts Alltägliches im grenzüberschreitenden Verkehr.



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Um 14:05 Uhr fahren wir in Göteborg Central ein. Ich weiß, wo mein Hotel ist, welche Linien dorthin fahren, aber ich weiß nicht, wo ich ein Ticket kaufen kann. Tatsächlich finde ich lange keinen Ticketautomaten, aber nach einiger Suche einen Ticketschalter. Man bekommt eine „Scheckkarte“ als Ticket, die man nach dem Einsteigen an ein Entwertungsterminal hält. Mit dem Bus fahre ich zum Hotel und probiere das aus – irgendwas sagt mir das Entwertungsterminal, aber ich verstehe kein Wort. Noch weniger verstehe ich von den Haltestellenansagen im Bus. Geschrieben kommt einem Schwedisch doch ein wenig vertraut vor, gesprochen überfordert es mich völlig. Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, ist die Anzeigetafel mit den nächsten Haltestellen defekt.

Mit ein wenig Glück steige ich trotzdem an der richtigen Haltestelle aus und finde zum Hotel. Wenig später mache ich mich auf den Weg zum Stadion. An der Bushaltestelle werde ich von einem schwedischen Jungen angeschaut, als käme ich von einem anderen Stern – ich habe mein RB-Trikot schon an. Ansonsten überrascht mich aber, wie wenig Leute zum Stadion fahren. In Leipzig platzen eine Stunde vor dem Spiel die Straßenbahnen aus allen Nähten, hier sind gerade mal 3 Personen im Bus zum Stadion.

Heute ist Europa League Qualifikation, das Rückspiel zwischen BK Häcken und RB Leipzig. Die Ausgangsbasis aus dem Hinspiel war gut, dort ging es 4:0 für Leipzig aus. Sonderlich viel Bedeutung hatte das heutige Spiel damit eigentlich nicht mehr.


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Dafür ist es definitiv mal was anderes, in einem so kleinen Stadion zu Gast zu sein und so nah dran zu sein. Die Nähe lässt sich besonders spüren, als die Mannschaft beim Aufwärmen noch einige, kraftvolle Schüsse aufs Tor abgibt – da sind auch Torhüterreflexe im Publikum gefragt. Das Spiel an sich ist vielleicht weniger sehenswert, die Stimmung aber ausgelassen gut. Man kommt leicht ins Gespräch und jeder hatte so seinen eigenen Weg und Grund, nach Göteborg zu reisen. Einen Wegbegleiter vom Vorabend treffe ich wieder und bin erstaunt über die Großzügigkeit der Bahn: Ihm wurde eine Taxifahrt von Hamburg nach Kopenhagen spendiert.

Unter der strahlenden Abendsonne endet das Spiel mit einem 1:1, die besondere Atmosphäre dieses Spiels war die Strapazen der Reise definitiv wert.

Auch einen Tag später bin ich noch halb auf Schlafentzug, aber die Zeit will trotzdem für Göteborg genutzt werden. Mein Streifzug beginnt wieder mit dem örtlichen Nahverkehr, zu dem in Göteborg auch Fähren gehören:


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Mein Rundgang führt mich auch in den touristischen Teil des Hafens, dort gibt’s historische Schiffe zu entdecken.

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Der nächste Weg führt mich auf den Skanskaskrapan, von oben bietet sich diese Aussicht auf Göteborg:

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Zugegeben: Der Ausblick könnte schöner sein. Fasziniert hat mich, wie wenig Verkehr eigentlich in den zentralen Gebieten der Stadt unterwegs ist. Die Schweden hat man an diesem Freitag Nachmittag auch eher in den zahlreichen Parkanlagen angetroffen.


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Die modernen Busse in Göteborg halten für die Fahrgäste auch USB-Steckdosen bereit, man kann aber auch den kompletten Kontrast mit der historischen Straßenbahn erleben.

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Meine Zeit in Göteborg war viel zu kurz. Zu empfehlen wäre eigentlich auch noch ein Besuch der Inseln vor der Stadt, eine Portion Köttbullar und eine Sightseeing-Tour per Boot. Am frühen Samstag Morgen ging es jedoch schon zurück. Den X2000 (links im Bild) darf ich nur von außen anschauen, ich darf wieder den Öresundzug direkt gegenüber nutzen.

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Die Sitze im Öresundzug sind einladend und bequem.

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Eine Stunde Aufenthalt in Kopenhagen, danach geht’s im EuroCity über Puttgarden weiter nach Hamburg.

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Bequem ist es, allerdings ist der Zug gut besucht. Zwei Mitreisende an meinem Tisch tauschen sich darüber aus, wie viel Knoblauch sie ins Essen in ihrer Tupperdose gemischt hat: „Eine Knolle.“ Blankes Entsetzen macht sich in meinen Augen breit.

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Ein Blick zurück auf den EC, hier am Hamburger Hauptbahnhof. Den letzten Abschnitt nach Hause bestreite ich mit meinem „Paten“-ICE 1517. Pünktlich komme ich in Leipzig an. Während die Hinfahrt mit allen Verspätungen noch 18 Stunden dauerte, ging’s mit nur 13 Stunden wesentlich schneller zurück.

Einmal Göteborg und zurück in nur 72 Stunden. Verrückter Anlass, verrückte Reise, aber die Erlebnisse waren’s wert und ich hoffe, es gibt irgendwann ein Wiedersehen.


Ein Wiedersehen haben wir hoffentlich auch, wenn Interesse besteht. Das Jahr ginge noch weiter mit einer Unwetterwarnung für Frankfurt am Main, Schienenersatzverkehr nach Augsburg, der ersten Flixbus-Fahrt bei meinem Berlin-Trip, einem Käfigaufenthalt in Wolfsburg, dem Sonderzug nach Salzburg und „Stille Nacht, Heilige Nacht“ in München.

An dieser Stelle allen noch einen schönen Sonntag und viele Grüße aus Leipzig

Danke

sflori @, Sonntag, 13. Januar 2019, 16:10 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

An dieser Stelle allen noch einen schönen Sonntag und viele Grüße aus Leipzig

Ja, Danke für den sehr unterhaltsamen Bericht. :)


Bye. Flo.

Fähre und X2000

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 13. Januar 2019, 16:24 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

Hey.

geht es auf die Fähre zwischen Puttgarden und Rødby. (...) tatsächlich ist die Fährüberfahrt das erste echte Highlight meiner Reise.


Ja das stimmt! Sollte jeder, der da noch erleben will, dringend auf die To-Do-Liste setzen! In Kürze dürfte zumindest die Zugtrajektierung für immer und ewig enden ...

Den X2000 (links im Bild) darf ich nur von außen anschauen

Nicht soooooooo traurig sein ...

Mir persönlich gefiel der Zug durchaus. Aber seine Jährchen auf dem Buckel lassen sich nicht verstecken. Das spricht nicht gegen ihn. Aber eine Weltsensation ist es dann eben auch wieder nicht.

Das schönste am X2000 ist dann vor allem der RESERVIERUNGSZWANG!

Keine Zettelwirtschaft am oder überm Fenster. Keine ausfallenden Anzeigen, weil es keine gibt. Alle steigen ein, nehmen ihren Platz ein; fertig. Ein Segen im Vergleich zu den Zuständen hierzulande. Allerdings fand da auch jeder ohne Probleme seinen Sitzplatz und das ohne tausende Hinweisschilderchen und Piktogramme. Da sind hier in Land deutlich Degeneriertere im Zug.

Einmal Göteborg und zurück in nur 72 Stunden. Verrückter Anlass, verrückte Reise


Jawohl. So muß das. Das macht die 47.000 Minuspunkte wieder wett! ;-) Und wegen des schönen Berichtes bist du im Plus! ;-)

Ein Wiedersehen haben wir hoffentlich auch, wenn Interesse besteht.

Immer. Es liegt an Dir, die Punkteausbeute weiter zu verbessern! ;-)

Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Fähre und X2000

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 22:48 (vor 247 Tagen) @ Blaschke

Nicht soooooooo traurig sein ...


Ein bisschen schon. :-( Neigetechnik-Hochgeschwindigkeitsverkehr im Ausland. Die Gelegenheit hat man nicht alle Tage. Da kam der X2000 eigentlich gerade Recht und bahn.de hätte mir sogar einen etwas günstigeren Preis ausgegeben als für den Öresundzug.

Jawohl. So muß das. Das macht die 47.000 Minuspunkte wieder wett! ;-) Und wegen des schönen Berichtes bist du im Plus! ;-) Es liegt an Dir, die Punkteausbeute weiter zu verbessern! ;-)

Ich versuche mein Bestes. :-) Welcher Verein hätte denn eigentlich Pluspunkte gebracht?

OT: Fußball ...

Blaschke, Osnabrück, Montag, 14. Januar 2019, 01:39 (vor 246 Tagen) @ ICE 1517

Hy.

Jawohl. So muß das. Das macht die 47.000 Minuspunkte wieder wett! ;-) Und wegen des schönen Berichtes bist du im Plus! ;-) Es liegt an Dir, die Punkteausbeute weiter zu verbessern! ;-)

Ich versuche mein Bestes. :-) Welcher Verein hätte denn eigentlich Pluspunkte gebracht?

SSV Markranstädt ... ;-))))

Oder, wir sind ja in einem Eisenbahnforum: Lok Leipzig!


Aber ich sehe ein, dass du dann nicht weit rum kommst ...

Also dann doch eher Bayern München, wenn es nach mir ginge ;-)


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Fähre und X2000

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 14. Januar 2019, 09:01 (vor 246 Tagen) @ Blaschke

Mir persönlich gefiel der Zug durchaus. Aber seine Jährchen auf dem Buckel lassen sich nicht verstecken. Das spricht nicht gegen ihn. Aber eine Weltsensation ist es dann eben auch wieder nicht.

Würde ich so unterschreiben.

Das schönste am X2000 ist dann vor allem der RESERVIERUNGSZWANG!

Keine Zettelwirtschaft am oder überm Fenster. Keine ausfallenden Anzeigen, weil es keine gibt. Alle steigen ein, nehmen ihren Platz ein; fertig. Ein Segen im Vergleich zu den Zuständen hierzulande. Allerdings fand da auch jeder ohne Probleme seinen Sitzplatz und das ohne tausende Hinweisschilderchen und Piktogramme. Da sind hier in Land deutlich Degeneriertere im Zug.

Würde ich - mit meinem innerdeutschen Reiseverhalten - nicht haben wollen. Übrigens: wenn doch mal was ist (ich hatte gestern einen mir nicht genehmen Wandfensterplatz): das Zugpersonal in Schweden ist eigentlich immer supernett und spricht natürlich exzellentes Englisch. Kurzer Blick aufs Smartphone, schon wurden mir einige freie Plätze genannt, auf die ich mich dann umsetzen durfte.

Grüße aus dem Nachtzug kurz vor Kiruna (seit ca. einer Stunde dämmert es),
JeDi

--
Weg mit dem 4744!

Schwedisches Zugpersonal ...

Blaschke, Osnabrück, Montag, 14. Januar 2019, 11:23 (vor 246 Tagen) @ JeDi

Hey.

das Zugpersonal in Schweden ist eigentlich immer supernett und spricht natürlich exzellentes Englisch.

Unterschreibe ich auch ohne die Einschränkung "eigentlich". Habe die alle als positiv in Erinnerung. Und nicht nur Englisch klappt - im Öresundzug bekam ich auf mein erbärmliches Englisch nach Betrachtung der Fahrkarte durch den Schaffner eine Antwort in perfektem Deutsch!

"Was wollen Sie denn in Malmö Sud-Svagertorp? Da gibt's doch nichts zu sehen!"

Sah ich dann nach dem Ausstieg auch so ... Aber so habe ich das Unsehbare auch gesehen ...

Schöne Grüße von jörg


Nachtzug Kiruna klingt gut. Da muss ich WINTERS nochmal hin. Polarlichter will ich noch sehen im Leben. Und wenn's da einen wirklich richtigen megaeinsamen Job gibt ohne Kollegen, Kunden und Chef, könnte ich sogar über das Auswandern nachdenken. Rentiere im Wald zählen oder sowas. Bahnhofsvorsteher in Nattavaara. Obwohl, beim Anblick der Züge bekäme ich Herzschmerzen und Reisesucht. Nicht gut. Hm ...

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Schwedisches Zugpersonal ...

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 21. Januar 2019, 20:47 (vor 239 Tagen) @ Blaschke

Unterschreibe ich auch ohne die Einschränkung "eigentlich". Habe die alle als positiv in Erinnerung. Und nicht nur Englisch klappt - im Öresundzug bekam ich auf mein erbärmliches Englisch nach Betrachtung der Fahrkarte durch den Schaffner eine Antwort in perfektem Deutsch!

Wenn du keine Reservierung hast, wirds manchmal anstrengend. Sehr positiv fand ich übrigens auch das Ansagekonzept "Viel Text auf Schwedisch - Welcome abord this SJ High Speed Service to Stockholm. If you need more information in english language, please contact the train staff."

Nachtzug Kiruna klingt gut. Da muss ich WINTERS nochmal hin. Polarlichter will ich noch sehen im Leben. Und wenn's da einen wirklich richtigen megaeinsamen Job gibt ohne Kollegen, Kunden und Chef, könnte ich sogar über das Auswandern nachdenken. Rentiere im Wald zählen oder sowas. Bahnhofsvorsteher in Nattavaara. Obwohl, beim Anblick der Züge bekäme ich Herzschmerzen und Reisesucht. Nicht gut. Hm ...

Mmh. Polarlichter haben bei mir letzte Woche im Norden nicht geklappt, dafür mal vor ein paar Jahren im Emsland (!)...

Schöne Grüße vom
JeDi

--
Weg mit dem 4744!

Frage zum X2000

MC_Hans @, 8001376, Sonntag, 13. Januar 2019, 14:09 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

Göteborg, Schweden

Es war mehr eine verrückte Idee: „Du hast Zeit, du hast Urlaub, warum denn eigentlich nicht?“ Ob organisatorisch alles hinhaut, entscheidet sich erst 7 Stunden vor der geplanten Abreise. Die Reisebuchung stellt schon das erste Abenteuer dar. Die Hinreise konnte ich online noch selbst buchen. Die Rückreise wird buchungstechnisch zum Alptraum. Gewünscht war für Samstag Morgen eine Reise mit dem X2000 von Göteborg nach Kopenhagen, ab dort mit dem IC über Puttgarden nach Hamburg und weiter per ICE nach Leipzig. Ein Preis wurde angezeigt, aber beim Buchen eines Sitzplatzes für den reservierungspflichtigen X2000 kommt „Buchung nicht möglich“. Ein Anruf bei der Hotline: Kurze Warteschleife, motivierter Berater, aber dann „Ich brauch Hilfe“. Es vergehen zahlreiche Minuten in der Warteschleife, bis der Kollege kapitulieren muss und mich an ein anderes Callcenter weiterverbindet. Die Beraterin dort ebenfalls engagiert, braucht nach einer Weile auch Hilfe und kann die gewünschte Reise am Ende nicht buchen. Statt schwedischem Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Neigetechnik gibt’s nun für die Rückfahrt den Öresundzug von Göteborg nach Kopenhagen.

Danke für Deinen Bericht und schade, dass es nicht geklappt hat mit dem X2000!

Ist über die gängigen DB-Tarife, z.B. Sparpreis Europa Schweden, überhaupt eine Verbindung mit dem X2000 zwischen Malmö und Göteborg möglich?

Frage zum X2000

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 21:43 (vor 247 Tagen) @ MC_Hans

Ist über die gängigen DB-Tarife, z.B. Sparpreis Europa Schweden, überhaupt eine Verbindung mit dem X2000 zwischen Malmö und Göteborg möglich?

Also die Bahnseite hat mir das damals so suggeriert. Die Frau an der Hotline klang auch so, als würde sie das nicht zum ersten Mal buchen. Ich hab nochmal ein wenig im Internet geguckt und bin dann auf diese Info der DB gestoßen, dass eigentlich Züge der SJ (also auch der X2000) gehen müssten.

Frage zum X2000

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 14. Januar 2019, 08:56 (vor 246 Tagen) @ MC_Hans

Ist über die gängigen DB-Tarife, z.B. Sparpreis Europa Schweden, überhaupt eine Verbindung mit dem X2000 zwischen Malmö und Göteborg möglich?

Fahren da überhaupt X2000? Mir war so, als wären das eh nur noch X3000, also gepimpte Reginas.

--
Weg mit dem 4744!

Frage zum X2000

MC_Hans @, 8001376, Montag, 14. Januar 2019, 11:54 (vor 246 Tagen) @ JeDi

Ist über die gängigen DB-Tarife, z.B. Sparpreis Europa Schweden, überhaupt eine Verbindung mit dem X2000 zwischen Malmö und Göteborg möglich?


Fahren da überhaupt X2000? Mir war so, als wären das eh nur noch X3000, also gepimpte Reginas.

Die Online-Reiseauskunft nennt die Zugkategorie "X2", die Beschreibung lautet X2000, also für mich sieht das ganz danach aus.

Die Sache ist die, dass z.B. Hamburg-Göteborg online nur mit dem Öresundzug bepreist wird, selbst wenn man mit Aufenthalt in Kopenhagen oder Malmö arbeitet und so den X2 erzwingt. Und Öresundzug heißt ca. 30 Minuten höhere Netto-Fahrzeit und 11 statt 3 Zwischenhalte.

Antwort zum X2000/3000/Fahrscheine

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 21. Januar 2019, 20:43 (vor 239 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von JeDi, Montag, 21. Januar 2019, 20:45

Die Online-Reiseauskunft nennt die Zugkategorie "X2", die Beschreibung lautet X2000, also für mich sieht das ganz danach aus.

Das Produkt X2000 hat SJ bereits nach Einführung der Reginas abgeschafft, seit dem heißt das einfach nur noch Snabbtåg, also Schnellzug. Ich habe aber nochmal nachgeschaut: Es gibt eine abendliche X2000-Leistung (Zug 439) von Göteborg 18:38 nach Malmö.

Die Sache ist die, dass z.B. Hamburg-Göteborg online nur mit dem Öresundzug bepreist wird, selbst wenn man mit Aufenthalt in Kopenhagen oder Malmö arbeitet und so den X2 erzwingt. Und Öresundzug heißt ca. 30 Minuten höhere Netto-Fahrzeit und 11 statt 3 Zwischenhalte.

Buchbar ist das ganze freilich, es sind auch für die Schnellzüge Göteborg-Malmö Reservierungskontingente für Sparpreis Europa hinterlegt. Ich bekomme sogar auf bahn.de problemlos Preise, ob das dann buchbar ist, weiß ich aber natürlich nicht.

Mit welchen Parametern hast du denn gesucht? Das erzwingen des SJ-Fernverkehrs führt natürlich zu relativ langen Umsteigezeiten...

--
Weg mit dem 4744!

Antwort zum X2000/3000/Fahrscheine

MC_Hans @, 8001376, Montag, 21. Januar 2019, 21:36 (vor 239 Tagen) @ JeDi

Danke für die Rückmeldung! Hier mal eine Verbindungssuche (ein Tag im März) SE->D:

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Das wird also tatsächlich bepreist und enthält Schnellzüge X2 der Produktkategorie A.

Auf der Gegenrichtung wird es schon schwieriger, hier gibt es nur vereinzelt Verbindungen, die bepreist werden. Aber auch da scheint es entgegen meiner ersten Annahme als möglich.

Was ist jetzt der Unterschied zwischen der von Dir genannten Leistung um 18:38 (X2 439) und den anderen Zügen auf der Relation (495, 491, 489, 487, 485, 483)? Heißen alle X2... trotzdem anderes Fahrzeug?

Antwort zum X2000/3000/Fahrscheine

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 21. Januar 2019, 21:41 (vor 239 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von JeDi, Montag, 21. Januar 2019, 21:41

Danke für die Rückmeldung! Hier mal eine Verbindungssuche (ein Tag im März) SE->D:

[image]

Das wird also tatsächlich bepreist und enthält Schnellzüge X2 der Produktkategorie A.

Auf der Gegenrichtung wird es schon schwieriger, hier gibt es nur vereinzelt Verbindungen, die bepreist werden. Aber auch da scheint es entgegen meiner ersten Annahme als möglich.

Welche werden denn nicht bepreist? In der nicht bepreisten auf deinem Screenshot scheinen mir die Angebotsbestimmungen (nur Öresundzug ODER SJ) nicht eingehalten - sprich: Es wird über die Brücke ein Öresundzug genutzt, in Schweden dann aber ein SJ-Zug) Man kann ja sagen, was man will - aber SPE Schweden scheint inzwischen korrekt umgesetzt zu sein. Geht sogar mit IC-Bus ab/bis Kopenhagen.

Was ist jetzt der Unterschied zwischen der von Dir genannten Leistung um 18:38 (X2 439) und den anderen Zügen auf der Relation (495, 491, 489, 487, 485, 483)? Heißen alle X2... trotzdem anderes Fahrzeug?

Nochmal: Das Produkt X2 gibt es bereits seit einigen Jahren nicht mehr, warum die DB das anders beauskunftet weiß ich nicht. Aber im DB-Hafas gabs ja auch noch lange nach dessen Abschaffung den Eurostar Italia...

Der Zug 18:38 ab Göteborg ist - zumindest laut sj.se - ein X2000, alle anderen sind SJ 3000, also Fernverkehrsreginas der Baureihe X55.

--
Weg mit dem 4744!

Antwort zum X2000/3000/Fahrscheine

MC_Hans @, 8001376, Montag, 21. Januar 2019, 21:45 (vor 239 Tagen) @ JeDi

(nur Öresundzug ODER SJ)

Das war mir bisher nicht klar!

Was ist jetzt der Unterschied zwischen der von Dir genannten Leistung um 18:38 (X2 439) und den anderen Zügen auf der Relation (495, 491, 489, 487, 485, 483)? Heißen alle X2... trotzdem anderes Fahrzeug?

Nochmal: Das Produkt X2 gibt es bereits seit einigen Jahren nicht mehr, warum die DB das anders beauskunftet weiß ich nicht. Aber im DB-Hafas gabs ja auch noch lange nach dessen Abschaffung den Eurostar Italia...

Der Zug 18:38 ab Göteborg ist - zumindest laut sj.se - ein X2000, alle anderen sind SJ 3000, also Fernverkehrsreginas der Baureihe X55.

Vielen Dank!

Bitte, bitte!

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Montag, 21. Januar 2019, 23:10 (vor 239 Tagen) @ MC_Hans

- kein Text -

--
Weg mit dem 4744!

Dies und das ...

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 13. Januar 2019, 16:09 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

Huhu.

Ausgangspunkt war immer eine Großstadt in Sachsen, in der ein gewisser Brauseclub ansässig ist.

Der Wohnsitz ist ja okay. Aber der Retortendose hinterher zu fahren, bringt dann gleich 47.000 Minuspunkte ... ;-)

Meine erste Fahrt mit dem Doppelstock-Intercity ist noch von einer gewissen Vorfreude geprägt, die bald von der Realität eingeholt wird. Wohlfühlatmosphäre sieht wahrlich anders aus und fühlt sich auch anders an.

Ich liebe ihn! Allein schon die Blechelse im Zug ist ein Segen. Weil sie mich vor dem zu 95% GRAUSAMEN Gesabbel des Zugchefs bewahrt.

Die S-Bahn bringt mich nach Mönchengladbach und ich staune darüber, wie viel Sicherheitspersonal hinter dem Zugbegleiter steht. Ist NRW so gefährlich, dass es 3 Mann zur Fahrkartenkontrolle braucht?

Ganz NRW nun nicht ... Gibt selbst in dem Bundesland sehr viel Gegend und Einöden. Aber "der Pott", das Ruhrgebiet ist eine Gegend für sich. Mit ganz besonderem Charme. Den kann man mögen oder auch nicht. Aber man muss sich halt anpassen, wenn man klarkommen will. Und da kannn etwas Sicherheitspersonal hinterm Schaffner nicht schaden ... Was für die unmittelbare Umgebung dann auch gilt - Mönchengladbach ist ja nun nicht Pott, sondern liegt in einer der merkwürdigerweise vergessensten Gegenden Deutschlands - dem linken Niederrhein ...

und eine Umbuchung auf den IC-Bus ging nicht: vollständig ausgebucht. Auch ich hatte zuerst eigentlich den Nacht-IC im Visier, konnte diesen aber nicht buchen: ebenfalls vollständig ausgebucht. Erstaunlich, dass zu solchen Uhrzeiten so viele Reisende nach Dänemark unterwegs sind.


Erstaunlich ist eher, dass die beteiligten Eidenbahngesellschaften SEIT JAHRZEHNTEN nicht fähig und/oder nicht willens sind, die enorme Nachfrage auf der Relation auch nur ansatzweise anständig zu bedienen. Das ist seit laaaaangen ein einziges ARMUTSZEUGNIS für die Eisenbahn. Da gäbe es mal Nachfrage, aber dann will sie gar nicht. Sagt ja auch einiges aus über das Bahnwesen ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 13. Januar 2019, 19:45 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517

"Ist NRW so gefährlich, dass es 3 Mann zur Fahrkartenkontrolle braucht?"

Traurig, aber die Schaffner des Nacht-IC Frankfurt - Köln - Hamburg werden mindestens bis Dortmund auch immer von der Sicherheit eskortiert.

"Die Realität begann genauso, wie die Reisebuchung aufgehört hat: mit Verzögerungen. ICE 594 hatte schon weit vor Leipzig 40 Minuten Verspätung auf dem Konto. Plan B wäre der ICE eine Stunde zuvor, der aus Richtung München kommt. Leider hat der schon 2 Stunden Verspätung auf der Uhr."

Entschuldige, daß ich hier Tränen lache. Die Bahn ist in dieser Hinsicht echt super verlässlich. Ich bin vergangenes Jahr (11x) nicht einmal pünktlich in Leipzig angekommen, ab- oder durchgefahren. Die Bahn ist so geil, einfach nur geil!

"Möglichkeit ICE-Sprinter 1000 ab Halle(Saale) – die hat nur funktioniert, weil besagter ICE ebenfalls einige Verspätungsminuten angesammelt hat und somit in Halle(Saale) noch erreichbar war. Ein Wandstehplatz zum Anlehnen, eine freie Gepäckablage für den Koffer und die Tatsache, wieder im Reiseplan zu sein, können auch glücklich machen."

Ich könnte stundenlang weiterlesen, bitte nicht aufhören! Es deckt sich in der Wucht einfach mit meinen Erlebnissen und Du nimmst mir gerade eine beklemmende Angststörung, nämlich daß nur ich das Bahnpech anziehe wie ein Misthaufen die Fliegen. Ich begann schon dunkle Schatten an den Zugwänden zu sehen.

"Nacht-IC nach Kopenhagen: konnte diesen aber nicht buchen: ebenfalls vollständig ausgebucht. Erstaunlich, dass zu solchen Uhrzeiten so viele Reisende nach Dänemark unterwegs sind."

Naja, Überraschung! Auch bahnfahrende Skandinavier machen im August Ferien in Zentraleuropa. Mit einem nur 60 oder 120 Meter kurzen Nachtzug kann man natürlich nur eine handverlesene Zahl von Reisenden einsteigen lassen. Das ist reine Mathematik als Naturgesetz. Daß die beteiligten Bahnen mit diesem 'überraschenden' Nachfrage-Phänomen aber nicht lösungsorientiert umzugehen wissen, naja das ist dann die spezielle Bahn-Mathematik. Bahn-Mathematik tendiert in Richtung Chaos, nicht in Richtung Logik. Es symbolisiert das Dauerelend um die Vogelfluglinie. Auch wenn diese Nachtfahrt über Flensburg geht, aber zwischen Kopenhagen und hamburg gehört alles zusammen.

Und dann 3 Stunden Verspätung im Nachtbus? Sage mal, ist das noch Realität oder schreibst Du hier einen neuen ARD-Tatort für Saalfeld und Keppler?

Hast Du in Leipzig eine Datsche? Mache das nächste Mal dort Urlaub. Urlaub vom Zugfahren in Deutschland.

Danke Dir für die Rundreise! :)

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 21:39 (vor 247 Tagen) @ Alibizugpaar

Entschuldige, daß ich hier Tränen lache. Die Bahn ist in dieser Hinsicht echt super verlässlich. Ich bin vergangenes Jahr (11x) nicht einmal pünktlich in Leipzig angekommen, ab- oder durchgefahren. Die Bahn ist so geil, einfach nur geil!
Ich könnte stundenlang weiterlesen, bitte nicht aufhören! Es deckt sich in der Wucht einfach mit meinen Erlebnissen und Du nimmst mir gerade eine beklemmende Angststörung, nämlich daß nur ich das Bahnpech anziehe wie ein Misthaufen die Fliegen.

Heute lache ich drüber auch. :-) In der Nacht ging wirklich alles schief, das hatte ich so auch schon lange nicht mehr. Ansonsten hab ich eigentlich den Eindruck, dass Leipzig noch ein gutes Pflaster ist. Bei meinen sonst üblichen Fahrten kommt das alles aus sämtlichen Winkeln der Republik schon unpünktlich in Leipzig rein, aber hier wird's zumindest nicht schlimmer.

Ein bisschen Material mit "Bahnpech" hab ich noch übrig. Aber ich glaub, dass dieses Forum noch viel mehr Bahnpech zu bieten hat. Du bist definitiv nicht allein. :-)

Und dann 3 Stunden Verspätung im Nachtbus? Sage mal, ist das noch Realität oder schreibst Du hier einen neuen ARD-Tatort für Saalfeld und Keppler?

Es ist leider wahr. :-) Auch wenn ich mich über eine Rückkehr von Saalfeld und Keppler wirklich freuen würde.

Man darf ja nicht vergessen: Der IC Bus ist immer noch ein Produkt der Deutschen Bahn und selbstverständlich hat auch hier die Transportleitung ein Wörtchen mitzureden. Und wenn die Transportleitung angesichts einer geklauten Kasse sagt "Die Polizei soll den Fall aufnehmen", dann wird das ohne Rücksicht auf Verspätungen durchgezogen. Also das wurde wirklich vor Ort so gesagt, dass das alles gerade auf Anweisung der Transportleitung passiert. Ob die Entscheidung so klug war, ist die andere Frage:
1. Wie voll kann eine Kasse gewesen sein von einem Bus, der vollständig ausreserviert war?
2. Natürlich habe ich ein Fahrgastrechteformular eingereicht, ist ja trotz Busfahrt immer noch ein Bahnticket. Und ich hab dafür fast 90 Euro zurückgekriegt. Und das werden sicher noch mehr Leute gemacht haben.

Hast Du in Leipzig eine Datsche? Mache das nächste Mal dort Urlaub. Urlaub vom Zugfahren in Deutschland.

Leider nicht, ich bin zwar umzingelt von Kleingartensiedlungen, aber selber hab ich nichts. Aber Leipzig kann ich nur empfehlen.

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 13. Januar 2019, 23:13 (vor 247 Tagen) @ ICE 1517
bearbeitet von Alibizugpaar, Sonntag, 13. Januar 2019, 23:16

Ja, Leipzig habe ich mir auch gefallen lassen. Beim letzten Besuch wollten wir endlich mal durchs Paunsdorfcenter bummeln. Gleich zweimal waren mir überall in der Innenstadt bei höchsten Sommertemperaturen dunkel verkleidete Leute aufgefallen, so Gothic-mäßig. Früher auch schon. Ist Leipzig da so ein Szenen-Hotspot?

--
Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

ICE 1517, Sonntag, 13. Januar 2019, 23:19 (vor 247 Tagen) @ Alibizugpaar

Ja, Leipzig habe ich mir auch gefallen lassen. Gleich zweimal waren mir überall in der Innenstadt bei 35 Grad dunkel verkleidete Leute aufgefallen, so Gothic-mäßig. Und das nicht zum ersten Mal. Ist Leipzig da so ein Szenen-Hotspot?

Du warst dann sicherlich an Pfingsten hier, oder? Da ist alljährlich das Wave-Gotik-Treffen mit zehntausenden Teilnehmern. Ist immer recht schön anzuschauen, wenn die schwarze Szene dann für 4 Tage das Stadtbild bestimmt.

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 14. Januar 2019, 18:29 (vor 246 Tagen) @ ICE 1517

Die vielen schwarzen Gruppen waren mir anlässlich unserer Erzgebirgstour bei einem Leipzigbesuch im Juni letzten Jahres aufgefallen.

Anreise 09.06. mit ICE 1508 +60
Abreise 16.06. mit ICE 690 +20 (an Hamburg +60)

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

"Langsam glaube ich an höhere Mächte..."

RenateMD @, Montag, 14. Januar 2019, 17:21 (vor 246 Tagen) @ Alibizugpaar

"Möglichkeit ICE-Sprinter 1000 ab Halle(Saale) – die hat nur funktioniert, weil besagter ICE ebenfalls einige Verspätungsminuten angesammelt hat und somit in Halle(Saale) noch erreichbar war. Ein Wandstehplatz zum Anlehnen, eine freie Gepäckablage für den Koffer und die Tatsache, wieder im Reiseplan zu sein, können auch glücklich machen."

Ich könnte stundenlang weiterlesen, bitte nicht aufhören! Es deckt sich in der Wucht einfach mit meinen Erlebnissen und Du nimmst mir gerade eine beklemmende Angststörung, nämlich daß nur ich das Bahnpech anziehe wie ein Misthaufen die Fliegen. Ich begann schon dunkle Schatten an den Zugwänden zu sehen.

Hallo Olaf,

keine Angst mir geht es genauso. Bei mir sind Verspätung und Pünktlichkeit vertauscht seit Anfang letzten Jahres: 20% pünktlich, 80% unpünktlich.. Wie sind gerade gestern wieder um 22:32 Uhr in Bonn pünktlich mit dem ICE angekommen.... nicht. Ich bin ab Celle wieder umgekehrt...

Liebe Grüße
Renate

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