Schweizer kritisieren die DB (Allgemeines Forum)

MartinN @, Fricktal, Schweiz, Freitag, 11. Januar 2019, 07:56 (vor 165 Tagen)

Hallo zusammen

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Schweizer-kritisieren-Deutsche-Bahn-article20774808.html

Obs was bringt das sei dahingestellt. Dies hat allerdings Bundeskanzlerin Merkel bereits gesagt bei der Eröffnung de Gotthardbasistunnel, dass Deutschland mit dem Ausbau noch hinterherhinkt.

Gibt in der Schweiz also nur unmündige Kunden ...

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 11. Januar 2019, 09:49 (vor 165 Tagen) @ MartinN

Tach.

Die nicht selbst sprechen können, sondern dafür irgend so einen Schweizer Politiker brauchen.

Ansonsten gilt: hat der Kunde halt den falschen Standort ausgewählt. Eigene Fehlentscheidung.

Aber die typische Großkotzigkeit den kleinen unnützen Landes Schweiz ist ja hinlänglich bekannt.

Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Gibt in der Schweiz also nur unmündige Kunden ...

Münchner, Freitag, 11. Januar 2019, 10:11 (vor 165 Tagen) @ Blaschke

Tach.

Die nicht selbst sprechen können, sondern dafür irgend so einen Schweizer Politiker brauchen.

Ansonsten gilt: hat der Kunde halt den falschen Standort ausgewählt. Eigene Fehlentscheidung.

Aber die typische Großkotzigkeit den kleinen unnützen Landes Schweiz ist ja hinlänglich bekannt.

Schöne Grüße von jörg


Ich würde eher sagen, die typische Überheblichkeit gewisser Leute, die aber offenbar nicht in der Schweiz sitzen.

Von einem Projekt wie dem Gotthard-Basistunnel können wir in Deutschland doch nur träumen. Hier bekommt man noch nicht mal einen Konzertsaal, einen Flughafen oder einen unterirdischen Bahnhof einigermaßen und ohne Kostensteigerungen um ein Vielfaches auf die Reihe.

Nee?

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 11. Januar 2019, 14:43 (vor 165 Tagen) @ Münchner

Was war nochmal mit der VDE8? Die ist doch jetzt recht glatt über die Bühne gelaufen.

--
Pilsner Urquell - schlägt jedes Panorama

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Nee?

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 11. Januar 2019, 14:48 (vor 165 Tagen) @ J-C

Was war nochmal mit der VDE8? Die ist doch jetzt recht glatt über die Bühne gelaufen.

Kostenmäßig wohl ja, nur zeitlich hat es sich „etwas“ verzögert.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Außerhalb der Schweiz nichts ungewöhnliches

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 11. Januar 2019, 22:18 (vor 165 Tagen) @ JanZ

Vieles, was in Österreich im Bau ist, hätte eigentlich schon längst fertiggestellt sein können/müssen.

Das ist in einigen Ländern halt unsexy einen toleranteren Zeit- bzw. Geldrahmen zu veranschlagen. Ich vermute, dass da politische Gründe dahinter stecken.

Letzteres war der Grund, wieso der Semmering-Basistunnel so lange brauchte. Ein gewisser Niederösterreichischer Landeshauptmann wollte unbedingt seine Macht ausspielen oder so.

Also keine Sorge, auch in Österreich kennt man sich mit Verzögerungen von Bauprojekten aus ;-)

...man hat trotzdem 3 coole Basistunnel grad am Laufen.

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Pilsner Urquell - schlägt jedes Panorama

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Auf Kritik positiv reagieren

MartinN @, Fricktal, Schweiz, Freitag, 11. Januar 2019, 10:19 (vor 165 Tagen) @ Blaschke


Aber die typische Großkotzigkeit den kleinen unnützen Landes Schweiz ist ja hinlänglich bekannt.

Schöne Grüße von jörg

Das ist ja lediglich eine Kritik und dann noch nicht mal an den Haaren herangezogen. Es ist nicht nur das Begehr der Schweiz möglichst viele Güter auf die Schiene zu bringen sondern Plan der EU. Die Schweiz ist hinsichtlich weiter als Deutschland das ist ein Fakt.
Und hier sich über die angeblich grosskotzige Schweizer Mentalität aufzuregen, anstatt eine Kritik oder besser gesagt eine Warheit mal einfach anzunehmen bringt mehr.
Gruss von der anderen Rheinseite
Martin

Auf Kritik positiv reagieren

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 11. Januar 2019, 10:41 (vor 165 Tagen) @ MartinN

Das ist halt Blaschkes Beißreflex. Kritik an der D/deutschen Bahn und Lösungsvorschläge dürfen halt von überall kommen, inklusive nicht zu knapp von ihm selber, nur eben nicht aus der Schweiz.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Ach der Blaschi..

guru61, Arolfingen, Freitag, 11. Januar 2019, 11:02 (vor 165 Tagen) @ JanZ

ist doch ein heimlicher Bewunderer der Schweiz.
Dieser Reflex, zu verdammen, was man liebt, ist doch hinlänglich bekannt!
:-)

Gruss Guru

Ach der Blaschi..

MartinN @, Fricktal, Schweiz, Freitag, 11. Januar 2019, 11:55 (vor 165 Tagen) @ guru61

ist doch ein heimlicher Bewunderer der Schweiz.
Dieser Reflex, zu verdammen, was man liebt, ist doch hinlänglich bekannt!
:-)

Gruss Guru

Kann sein, aber wahrscheinlich weiss er es nicht :-)

Gruss MartinN

Total OT (war: Ach der Blaschi..)

Meinrad aus Kanada @, Oakville, Canada, Freitag, 11. Januar 2019, 21:16 (vor 165 Tagen) @ MartinN

Erstmal rundraus: Ich bin bekennender Blaschi-Fan. Trotz meiner CH.erkunft - auch das noch. Mir kommt es fast so vor als ob Blaschi mal eine Schweizer Mausi poussierte. Wenn ihm Schweizerisches jetzt zur Hassliebe wird, muss man das halt einfach hinnehmen. Aber man darf ihn schon ein bisschen reizen mit dem Thema, dann kommt er so richtig in Fahrt.

Sag's mit einem Lied:
A lover spurned, a lesson learned
On love you've got your fingers burnt
Shed bitter tears, now love has turned
The sweet revenge of a lover spurned…

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Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 11. Januar 2019, 14:03 (vor 165 Tagen) @ MartinN

"Das ist ja lediglich eine Kritik und dann noch nicht mal an den Haaren herangezogen."

Zumal man in Deutschland selbst nicht weniger diskutiert und kritisiert, die Worte aus der Schweiz ergänzen das passgenau. Auch die SBB-Lok 'Rastatt' fand ich stark. Die Zustände unserer Bahn sind und uns allen doch selber bekannt und oft genug nur mit Parodien und bissiger Satire zu ertragen . Und ohne mich in irgendwelche Vertragswerke eingelesen zu haben möchte ich mir vorstellen, daß die Schweiz ihren Megatunnel nicht wie blind ins Nachtblau hinein gebaut hat, sondern auf Grundlage von Schienenverkehrsverträgen mit den Nachbarstaaten, die ihren Teil dazu beizutragen haben.

Aber so lähmend langsam, wie es hier bei uns in fast allen Bereichen voran geht wundere ich mich, daß überhaupt noch ein Land Lust hat mit Deutschland irgend einen Verkehrsinfrastrukturvertrag abzuschließen. Wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere, dann hatte die Schweiz schon in den 60er/70er Jahren angeboten die Elektrifizierung der Allgäumagistralen vorzufinanzieren. Etwa 40-50 Jahre später wären wir dann heute soweit.

Ich stelle mir gerade vor, daß der Tunnel Puttgarden - Rodby und die Gleise nach Kopenhagen fertiggestellt sind, Deutschland aber noch in den Vorabplanungen zum Neubau der Fehmarnbrücke steckt und allein für diese Vorplanung schon 75 Mio EUR ausgegeben und 150 Aktenmeter produziert hat, sonst aber nichts zu sehen ist.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

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brun, Freitag, 11. Januar 2019, 14:52 (vor 165 Tagen) @ Alibizugpaar

Naja, die Schweiz ist wie die Niederlande (ich bin Niederländer) und zeigte schon immer leidenschaftlich gerne auf andere Länder, wie sie es besser machen sollen. Und das mit einer ziemlich eindeutigen Überheblichkeit.

Der Unterschied ist aber, dass die Schweiz heute ein Inselstaat mitten in der EU ist, und deswegen eigentlich GAR nichts mehr zu sagen hat, weil sie wirtschaftlich sehr abhängig von dieser EU geworden ist. Das frustet die stolze Schweizer natürlich.

Die Niederländer dagen haben inzwischen verstanden, dass man öfters den Mund halten soll, und besser den wirtschaftlich stärkeren Nachbarn unterstützt, weil man da am Ende mehr davon hat.

Letzteres nennt sich EU.

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Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 11. Januar 2019, 18:15 (vor 165 Tagen) @ brun
bearbeitet von Alibizugpaar, Freitag, 11. Januar 2019, 18:15

Gut, aber das erklärt noch nicht, warum hier alles so ewig lang dauert. Und dabei so teuer ist, daß es kaum teurer sein könnte. Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!

--
Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

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brun, Freitag, 11. Januar 2019, 19:03 (vor 165 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von brun, Freitag, 11. Januar 2019, 19:06

> Gut, aber das erklärt noch nicht, warum hier alles so ewig lang dauert. Und dabei so teuer ist, daß es kaum teurer sein könnte. Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!

Ehrliche Antwort?

Die Schweizer hatten es verdammt einfach. Ein Tunnel zu bauen braucht nur Menschen und (planbar teure) Technik, mehr nicht. So bald der Bohrer in dem Berg steckte, waren da *nur* 57 km Fels. Nichts anderes. Keine Menschen, keine Tiere. Keine Bürger die sich benachteiligt fühlten, keine Arten die umgesiedelt werden mussten. Keine Lärmprobleme. Keine Dörfer. Nur Fels, Fels, Fels. Also: bohren bohren bohren und irgendwann ist man am anderen Ende und fertig.

Und da dort drüber nur das unendlich massive Gotthardmassiv ist, beschwert sich sogar in der weiten Umgebung kein Alpen-Peter wegen der Lärmbelästigung oder der Rissen in seinen Mauern. "Wie, 1000 Meter unter mir wird gebohrt? Gar nix gespürt. Meine Ziegen schlafen wie immer."

Wenn ich aber 57 km Neubaustrecke in Deutschland (oder sonst wo in Europa) baue, muss ich für die GANZE Strecke Land kaufen, Lärmschutzwände bauen, Menschen enteignen, Straßen und Leitungen verlegen, Brücken und Überführungen konstruieren, mich mit Bürgerinitiativen vor Gericht einigen, Naturschutz berücksichtigen, lokalen Behörden zufriedenstellen und und und.

Deswegen finde ich das Prahlen der Schweizer mit diesem Projekt etwas daneben.

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SveFC @, Somewhere, Freitag, 11. Januar 2019, 19:08 (vor 165 Tagen) @ brun

> Gut, aber das erklärt noch nicht, warum hier alles so ewig lang dauert. Und dabei so teuer ist, daß es kaum teurer sein könnte. Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!

Ehrliche Antwort?

Die Schweizer hatten es verdammt einfach. Ein Tunnel zu bauen braucht nur viel Geld und viel Technik, mehr nicht. So bald der Bohrer in dem Berg steckte, waren da *nur* 57 km Fels. Nichts anderes. Keine Menschen, keine Tiere. Keine Bürger die sich benachteiligt fühlten, keine Arten die umgesiedelt werden mussten. Keine Lärmprobleme. Keine Dörfer. Nur Fels, Fels, Fels. Also: bohren bohren bohren und irgendwann ist man am anderen Ende und fertig.

In Deutschland wären aber genau an den Stellen, wo die TBM gestartet oder angekommen wär urplötzlich irgendein seltenes Tier aufgetaucht.

So Getier wie die Zauneidechse fühlt sich nur dort wohl, wo die DB baut!

Und da dort drüber nur das unendlich massive Gotthardmassiv ist, beschwert sich sogar in der weiten Umgebung kein Alpen-Peter wegen Lärmbelästigung oder Risse in seinen Mauern. "Wie, 1000 Meter unter mir wird gebohrt? Gar nix gespürt."

Würd in D auch ganz anders aussehen...

--
Dieses Forum ist wie gemacht um die DB immer und immer wieder schlecht darzustellen, egal was sie gemacht oder nicht gemacht hat. So wollen es die anwesenden Eisenbahnhater

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Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 11. Januar 2019, 21:00 (vor 165 Tagen) @ brun

Beim Tunnelbau kommen aber um so höhere Kosten hinzu und bohren, bohren, bohren dauert. Die sind ja manchmal nur ein paar Meter am Tag voran gekommen und immer gilt 'Man weiß nie was hinter der Wand kommt' (sollen Bergleute so sagen). Also es ist auch nicht ohne Probleme und an den Tunneleingängen gab es ja auch große Bauhöfe und technische Anlagen. Aber na gut.

Ich denke insgesamt gesehen spielt die DB mindestens eine Liga unter der SBB. Mindestens eine, wenn nicht sogar zwei. Und auch das deutsche Nahverkehrs-Ausschreibesystem bereitet mir von Beginn an Bauchweh. Es muß eine Lösung geben zwischen träger Bundesbahnverwaltung und Verdrängungswettbewerb zu Discountpreisen.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Ausschreibungssystem als Quelle des Übels?

Alphorn (CH), Freitag, 11. Januar 2019, 22:01 (vor 165 Tagen) @ Alibizugpaar

Ich denke insgesamt gesehen spielt die DB mindestens eine Liga unter der SBB. Mindestens eine, wenn nicht sogar zwei. Und auch das deutsche Nahverkehrs-Ausschreibesystem bereitet mir von Beginn an Bauchweh. Es muß eine Lösung geben zwischen träger Bundesbahnverwaltung und Verdrängungswettbewerb zu Discountpreisen.

Hm, ich dachte, das Ausschreibungssystem funktioniere recht gut? Im Vergleich zum Fernverkehr scheint mir der Nah- und Regionalverkehr einiges besser dazustehen. Konkurrenz belebt das Geschäft... solange sie im richtigen Bereich bleibt. Die Fahrplangestaltung soll nicht konfrontativ geschehen, darum macht sie der Besteller.

Das einzige Problem sehe ich bei der Fahrzeugfrage. Die Netze werden für etwa 10-15 Jahre ausgeschrieben, und das EVU riskiert, nach dieser Zeit mit nicht gebrauchten Fahrzeugen dazustehen, wenn es die Ausschreibung verliert. Das Risiko schlägt sich im gebotenen Preis nieder. Teilweise haben ja aber die Kommunen angefangen, die Fahrzeuge zu kaufen und an die EVU zu verleasen, scheint mir eine gute Lösung zu sein.

Ja, wahnsinnig fertig ...

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 11. Januar 2019, 19:09 (vor 165 Tagen) @ Alibizugpaar

Huhu.

Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!

Und auch da waren sie entgegen ERSTEN Planungen in Verzug. Und wenn ich so an den Lötschberg-Basistunnel denke oder den Zimmerberg-Basistunnel II - jo, alles voll fertig voll pünktlich.


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Ja, wahnsinnig fertig ...

mdln @, Freitag, 11. Januar 2019, 19:16 (vor 165 Tagen) @ Blaschke

Huhu.

Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!


Und auch da waren sie entgegen ERSTEN Planungen in Verzug. Und wenn ich so an den Lötschberg-Basistunnel denke oder den Zimmerberg-Basistunnel II - jo, alles voll fertig voll pünktlich.

Hierzulande wären nicht mal die Planungen fertig und eine Fertigstellung in unter 100 jahren völlig ausgeschlossen.

Ein Hoch auf das Entwicklungsland:/

Der Mut zum Nein

Alphorn (CH), Freitag, 11. Januar 2019, 22:13 (vor 165 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von Alphorn (CH), Freitag, 11. Januar 2019, 22:15

Ich meine: Die Schweizer sind fertig mit ihrem Tunnel!


Und auch da waren sie entgegen ERSTEN Planungen in Verzug.

Korrekt. Aber bei einem Tunnel, wie es ihn noch nie gab (grösste Länge und vor allem grösste Überdeckung) kann man keine exakte Vorhersage erwarten. Es waren dann 16 statt 13 Jahre Bauzeit, den Fehler finde ich moderat.

Und wenn ich so an den Lötschberg-Basistunnel denke oder den Zimmerberg-Basistunnel II - jo, alles voll fertig voll pünktlich.

Die NEAT ist ein Güterverkehrsprojekt und ist insofern (fast) fertig, als dass sie allen Güterverkehr, den Deutschland zu ihr durchbringt, auch aufnehmen kann. Doppelspur-Lötschberg und Zimmerberg-Basistunnel (wo übrigens keine Güterzüge fahren) hat man zurückgestellt, um im Kostenrahmen zu bleiben.

Lieber wenige Projekte und die dafür zügig fertigbauen, als viele Projekte gleichzeitig zu haben, von denen dann jedes pro Jahr nur noch wenig Geld bekommt und daher eine ewige Bauzeit hat. Sowas sieht man ja in Deutschland oft (z.B. VDE8).

OT (CH vs. NL)

ThomasK, Samstag, 12. Januar 2019, 00:06 (vor 165 Tagen) @ brun

Naja, die Schweiz ist wie die Niederlande (ich bin Niederländer) und zeigte schon immer leidenschaftlich gerne auf andere Länder, wie sie es besser machen sollen. Und das mit einer ziemlich eindeutigen Überheblichkeit.


In der Kritik an Deutschland haben die Schweizer absolut recht.

Nur zeigt die Erfahrung, dass Berlin extrem beratungsresistent ist und einfach sein eigenes Süppchen kocht.

Außerdem haben die Schweizer die Kritik sehr sachlich und höflich geäussert.

So, wie Deutschland die internationalen Verträge zum Ausbau der Rheintalbahn Karlsruhe - Basel verletzt, hätte ich volles Verständnis, wenn die Schweizer in Bern den deutschen Botschafter einbestellen würden und ihm mal mitteilen, was für ein Saftladen Deutschland ist.


Der Unterschied ist aber, dass die Schweiz heute ein Inselstaat mitten in der EU ist, und deswegen eigentlich GAR nichts mehr zu sagen hat, weil sie wirtschaftlich sehr abhängig von dieser EU geworden ist. Das frustet die stolze Schweizer natürlich.

Die Niederländer dagegen haben inzwischen verstanden, dass man öfters den Mund halten soll, und besser den wirtschaftlich stärkeren Nachbarn unterstützt, weil man da am Ende mehr davon hat.

Deutschland versteht sich sowohl mit den Niederlanden sehr gut, als auch mit der Schweiz.

Richtig aber, dass es zwischen den Niederlanden und der Schweiz einen fundamentalen Mentalitätsunterschied in den Beziehungen zu Deutschland gibt.

Die Schweiz achtet im Verhältnis zu Deutschland ganz extrem auf Distanz und Unabhängigkeit. Die Schweiz verhält sich fair gegenüber Deutschland und es ist das gute Recht der Schweizer auf Distanz zu Deutschland zu gehen.

Ganz anders die Niederländer. Die Niederländer hätten bei weitem mehr Grund als die Schweizer Deutschland gegenüber distanziert zu sein. Im Zweiten Weltkrieg hat Deutschland die Niederlande - anders als die Schweiz - überfallen und besetzt.

Doch die Niederländer sind da sehr pragmatisch und offen und sagen: "Ach, der uralte Quatsch interessiert uns nicht. Die Leute von damals sind längst tot und heute haben wir andere Probleme."

Extrem viele Niederländer (ungefähr 70 %) können perfekt Deutsch und haben kein Problem mit Deutschen ganz offen so zu reden, wie wenn sie Niederländer wären. Die Wirtschaft der Niederlande ist extrem stark mit Deutschland verflochten. Die Niederlande und die Deutschen sind wie ein extrem intimes Liebespaar. Der kulturelle Austausch ist perfekt, die Wirtschaftsbeziehungen sind perfekt, man versteht sich und alles ist Bestens. Und den emotionalen Käsekuchen zwischen paar hirnamputierten deutschen und niederländischen Fußballfans nimmt sowieso keiner ernst.

Ökonomen haben anhand der Wirtschaftsdaten einmal ausgerechnet, dass die Niederlande so eng mit Deutschland wirtschaftlich vernetzt sind, wie wenn sie das 17. deutsche Bundesland wären. Keine einzige andere Nation ist so stark mit Deutschland vernetzt wie die Niederlande. Die Wirtschaft zwischen den Niederlanden und Deutschland ist wesentlich enger verflochten als zwischen Frankreich und Deutschland. Doch in den Niederlanden stört das niemanden. Eine ähnlich starke Verflechtung zwischen der Schweiz und Deutschland würde in der Schweiz ganz sicher zu Grundsatzdiskussionen über die nationale Souveränität führen.

____________


Zur Ehrenrettung der Schweizer muss man allerdings sagen, dass es für die Flachländer viel einfacher ist, gegenseitig zu kommunizieren. Durch die hohen Berge wurde in der Schweiz der "Kantönlisgeist" geopolitisch jahrhundertelang doch sehr begünstigt. Vor 200 Jahren war es im Winter bei meterhohem Schnee eben eine halbe Weltreise von Uri über den Oberalppass nach Graubünden zu kommen.

Wann hat es zwischen Amsterdam und Rotterdam denn schon einmal eine meterhohe Schneebarriere gegeben? Die Niederländer waren zudem aufgrund ihrer Küstenlage schon vor Jahrhunderten in der halben Welt mit ihren Schiffen unterwegs und kennen einiges.

Gesellschaftspolitisch sind die Niederländer bei weitem liberaler als die Schweizer. Die Homoehe gibt es schon seit 15 Jahren in den Niederlanden. Als ich vor einigen Jahren in Amsterdam war, war ich doch überrascht, wie offen auf der Straße geflirtet wurde, wobei es kein Unterschied machte zwischen gleich- und gemischtgeschlechtlicher sexueller Anziehungskraft. Wenn zwei Leute sexuell aufeinander Bock hatten, dann ging´s ab in die Kiste, egal, ob Mann - Mann, Mann - Frau oder Frau - Frau. So extrem habe ich das in der Schweiz noch nie beobachten können. Auch die Drogenpolitik in den Niederlanden ist viel lockerer und pragmatischer.

Deutschland liegt gesellschaftspolitisch zwischen den Niederlanden und der Schweiz. Nicht so liberal wie die Niederlande, aber auch nicht so konservativ wie die Schweiz.

Ich komme sowohl mit Schweizern als auch mit Niederländern sehr gut klar.

Das einzige, was man zwischen den Niederlanden und der Schweiz vergleichen kann, sind ordentliche Haushalte der öffentlichen Hand und die Tatsache, dass beide Länder flächenmäßig etwa gleich groß sind.

Schweiz und Niederlande (Sammelantwort).

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Montag, 14. Januar 2019, 11:42 (vor 162 Tagen) @ brun

brun:

Der Unterschied (CH vs. NL) ist aber, dass die Schweiz heute ein Inselstaat mitten in der EU ist, und deswegen eigentlich GAR nichts mehr zu sagen hat, weil sie wirtschaftlich sehr abhängig von dieser EU geworden ist. Das frustet die stolze Schweizer natürlich.

Das "funktioniert" auch andersrum. Die Niederlande, Belgien, Deutschland und Italien sind auch von der Schweiz abhängig. Die Europamagistrale Rotterdam-Genova liegt ja teilweise in der Schweiz. NL/BE/DE/IT sind somit abhängig von den Fortschritten in CH.
Anders gesagt: die Schweiz hat die NEAT nicht nur für sichselbst gebaut.

Die Schweizer hatten es verdammt einfach. Ein Tunnel zu bauen braucht nur Menschen und (planbar teure) Technik, mehr nicht. So bald der Bohrer in dem Berg steckte, waren da *nur* 57 km Fels. Nichts anderes.

Bin ich mir nicht sicher. So eine TBM bewegt sicht nicht vonselber. Nicht alle Felsschichten kann man mit der TBM durchqueren. Bestimmte Felsmassive muss man sprengen; die Sprengstoffe entzünden (zum Glück!) nicht vonselber. Ist also Menschenarbeit; die Menschen müssen irgendwie rein- und raustransportiert werden.
Dann gibt es das Ausbruchmaterial. Mehr als was man für die Betonnierung der Tunnelwand benötigt. Das muss also verarbeitet werden. Die dazu benötigten Steinbrecher, LKWs usw. sind nicht lärmlos.

Alibizugpaar:

Ich denke insgesamt gesehen spielt die DB mindestens eine Liga unter der SBB. Mindestens eine, wenn nicht sogar zwei.

Ich denke dass Deutschland in Vergleich zu gleich grossen Staaten wie Frankreich, Spanien und Italien gleich gut da steht. Kleine Länder wie BE/CH/AT/NL/DK sind eher von grossen Nachbarn abhängig. "Fernverkehr", so wie ICE und TGV, ohnt sich bei uns erst wenn man die Grenze überquert; es sind nur wenige die Amsterdam-Arnhem mit dem ICE reisen.

Grosses Land bedeutet auch andere Priosetzung. Arnhem-Oberhausen ist aus NL-Sicht eine Verlängerung einer Hauptmagistrale, Oberhausen-Arnhem aus DE-Sicht eher eine Nebenbahn. Derselbe Streckenabschnitt, unterschiedliche Blickpunkte.
Vielleicht ist das der Grund wieso Zevenaar-Oberhausen immer noch in Bau ist während Maasvlakte-Zevenaar fast fertig ist. In Deutschland sind Bestandteile wie Oberhausen-Köln-Mannheim-Karlsruhe wichtiger und die haben schon dekadenlang einen guten Ausbaustatus. Auch Karlsruhe-Basel hat einen relativ grossen Inlandskomponent, dies in Gegensatz zu Arnhem-Oberhausen.

Und auch das deutsche Nahverkehrs-Ausschreibesystem bereitet mir von Beginn an Bauchweh. Es muß eine Lösung geben zwischen träger Bundesbahnverwaltung und Verdrängungswettbewerb zu Discountpreisen.

Bei uns werden Regionetze wie Groningen/Friesland, Achterhoek und Provinz Limburg auch ausgeschrieben. Allgemeiner Eindruck ist dass der Verkehr seitdem besser funktioniert: Züge fahren wieder halbstündlich, Anschlüsse Bahn/Bus sind verbessert obwohl die Busnetze separat ausgeschrieben werden. Nicht alles ist besser, aber summa summarum schon. Was macht Ihr falsch?

Alphorn (CH):

Zimmerberg-Basistunnel (wo übrigens keine Güterzüge fahren)

Wo fahren die Güterzüge denn? Um den Berg?

Lieber wenige Projekte und die dafür zügig fertigbauen, als viele Projekte gleichzeitig zu haben, von denen dann jedes pro Jahr nur noch wenig Geld bekommt und daher eine ewige Bauzeit hat. Sowas sieht man ja in Deutschland oft (z.B. VDE8).

In einem kleinen Land ist das noch überschaubar. Deutschland hat schon mehr ausbaubedürftige Stellen. Wenn das Bahnbudget dann auch noch limitiert ist, muss man es vernünftig spendieren.

Oder man gibt es einen nationalen Nenner, wie bei uns PHS ("Programma Hoogfrequent Spoorvervoer", umfasst Streckenausbauten die für Taktverdichtungen nötig sind). PHS ist eine Milliardensache, aber dadurch, dass es eine nationale Sache ist, wird es ernstgenommen.
Ich vermute, man kriegt in Deutschland Bahnprojekte schneller hin, wenn man sie im Rahmen des Deutschland-Taktes stelt. Selbstverständlich muss es jedem klar sein, dass das Teilprojekt in der Tat für den Deutschland-Takt benötigt ist.

ThomasK:

Extrem viele Niederländer (ungefähr 70 %) können perfekt Deutsch...

Bin ich mir nicht sicher. Eine Sprache können ist eins; eine Sprache auf Wert schätzen ist zwei.
Wenn das letzte der Fall wäre, dann wären bei uns solchen Initiative wie "Mach mit" nicht nötig gewesen. Ein Schüler wählt als erster Fremdsprache eher englisch als deutsch. Englisch wird als Internet- und Geschäftssprache gewählt, deutsch eher als (Wintersport-)Urlaubssprache.
Auch im Kulturbereich ist das sichtbar. Deutsche Filme sieht man hier selten im Kino, dafür zahlreiche amerikanische. Auch in unseren Charts sind deutsche Interpreten eher seltsam; Stromae hat mehr Impakt auf unsere Charts als Peter Fox.
Mea culpa: ich muss gestehen, dass ich manchmal gerne Stephen King lese, aber keine deutschen Thrillerautoren kenne.

Andererseits ist im Sportbereich Deutsch(land) sehr gut dabei. Bzgl. Auslandsfussball orientiert man sich gerne an die Bundesliga.

Keine einzige andere Nation ist so stark mit Deutschland vernetzt wie die Niederlande.

Das könnte auch bahntechnisch stimmen. Ich zähle 6 Grenzübergänge: Nieuweschans, Bad Bentheim, Glanerbrug, Emmerich, Venlo und Herzogenrath.
Umso erstaunlicher, dass in NRW und NL der Bahnverkehr gut da steht, aber zwischen beiden nur relativ wenig Züge verkehren.
Nach Groningen, Enschede, Venlo und Heerlen kommt man mit dem "IC".
Nach Leer, Münster, Düsseldorf und Aachen kommt man mit dem IC(E).
Aber zwischen den Städten NL-DE kann man nur mit einem Bummelzug reisen.

Gut, kommt Zeit, kommt LIMAX... ;)


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

Schweiz und Niederlande (Sammelantwort).

Alphorn (CH), Montag, 14. Januar 2019, 17:07 (vor 162 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Alphorn (CH), Montag, 14. Januar 2019, 17:11

Alphorn (CH):

Zimmerberg-Basistunnel (wo übrigens keine Güterzüge fahren)


Wo fahren die Güterzüge denn? Um den Berg?

Ja, grossräumig. Der Zimmerberg-Basistunnel verbindet Zürich südwärts mit Zug und Chur. Sowohl der Tunnel als auch der Knoten Zürich sind stark belastet und sollen nicht durch Güterverkehr weiter belastet werden. Daher wird fast aller Güterverkehr über die doppelspurige gering belastete Strecke via Lenzburg und das Zugersee-Westufer zum Gotthard geführt. Das Zugersee-Ostufer ist zudem eingleisig.

Siehe hier (PDF) auf Seite 23; die Güter- und Personenlinien sind ziemlich gut voneinander getrennt, hier das Netz zur Orientierung.

Lieber wenige Projekte und die dafür zügig fertigbauen


In einem kleinen Land ist das noch überschaubar. Deutschland hat schon mehr ausbaubedürftige Stellen. Wenn das Bahnbudget dann auch noch limitiert ist, muss man es vernünftig spendieren.

Ich finde, das hat mir der Landesgrösse nichts zu tun. Sagen wir halt wenige Projekte pro zur Verfügung stehende Milliarde. Aber ja, Deutschland sollte natürlich pro Kopf mehr ausgeben als es momentan tun, dann könnte es die aktuelle Anzahl projekte vernünftig schnell fertigbauen.

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