"Mein Gemach". (Ein Text vom gemütlichen Reisezugwagen.) (Allgemeines Forum)

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Mittwoch, 09. Januar 2019, 13:26 (vor 74 Tagen)
bearbeitet von martarosenberg, Mittwoch, 09. Januar 2019, 13:27

Geschrieben von meiner Mutter. Nach der Erfahrung vom Mitfahren.


Mein Gemach

Langsam nähert er sich dem Bahnhof. Ich stehe hinter der Schranke und denke, er kommt aus Österreich. Unten Olivgrün, darüber grau mit einem orangefarbenen Streifen. In großen Lettern „ALEX“. Ist es die österreichische Bahn? Ein älteres Modell, schon in die Jahre gekommen.
Nix Österreich. Bayrische Privatbahn, früher Reichsbahn, sagt die Schaffnerin.
Die Waggons sind in 6-er Abteile im alten Stil unterteilt. Die komfortabel gepolsterten Sitze sind ausziehbar, bezogen mit weichem Stoff in anthrazit. Möchtest du dich hinlegen, klappst du die einfach die Armlehnen hoch, denn zwischen den Sitzen sind nur sehr feine schmale Ritzen. Ziehst du die dunkelblauen Vorhänge am Fenster zu und löschst das Licht – das geht per Hand – kannst du gemütlich schlummern. Du kannst auch die Leselampe einschalten.
Aber vorher hast du schon deinen großen Koffer auf die sehr stabile stählerne Gepäckablage gehievt, auch deine Taschen und die deiner Mitreisenden finden darauf Platz. Darunter auf der schmalen legst du deinen Kleinkram ab. An die Doppelhaken, die auch aus Stahl sind, hängst du deinen Mantel und solltest du im Traum daran mal ziehen und zerren werden sie nicht abbrechen. Deinen Brotkasten und die Trinkflasche stellst du auf den kleinen Tischchen unter den Fenstern ab. Falls dir jetzt zu kalt oder zu warm ist, kannst du den Drehschalter darunter bedienen und dir eine gemütliche Wärme einstellen. Hast du kalte Füße, stellst du sie auf den Heizkörper unter dem Fenster. Ach ja, du willst nicht von den Lautsprecheransagen gestört werden? Dann reguliere doch einfach die Lautstärke mit dem Hebel über der Tür. Und damit du nicht erstickst, schiebe die Luftklappe an der Tür so, dass durch das perforierte Blech ein wenig Luft in dein Gemach kommt. So, nun ist alles perfekt. Aber halt: Noch eben pinkeln gehen. Es ist vollbracht, und du säuberst die schon in die Jahre gekommene Schüssel mittels Fußhebel, sodass die Klappe nach unten aufgeht und Wasser nachspült. Und jetzt das Fenster öffnen! Du gehst zurück zum Abteil, aber jetzt musst du dich durchquetschen, denn mehrere Sitze auf dem Gang sind besetzt. Vorher hast du gar nicht bemerkt, dass sich unter jedem Fenster zwei Klappsitze befinden. Du hast es geschafft, betrittst dein Gemach und dir fällt jetzt auf, dass es in Mintgrün gestrichen ist und auf dem Boden blaues Linoleum liegt, Ton in Ton mit den blauen Tischchen und den dunkelblauen Vorhängen. Du schaust noch in den kleinen Spiegel unter der Hutablage und lächelst dir zufrieden zu.
Nun aber gute Nacht. Du schaltest die Deckenlampe aus und ein schwaches Nachtlicht sorgt für Gemütlichkeit. Eine Weile hörst du noch das dir vertraute und beruhigende gleichmäßige Geräusch deines alten Zuges d-dm, d-dm....

"Mein Gemach". (Ein Text vom gemütlichen Reisezugwagen.)

gnampf @, Mittwoch, 09. Januar 2019, 13:57 (vor 74 Tagen) @ martarosenberg

Hm, ganz schoen asozial deine Mutter, wenn sie sich im Abteil hinlegt waehrend andere im Gang auf den Notsitzen sitzen muessen. Und das der Lautstaerkeregler ausschliesslich fuer die Musik (die du im Regelzug eh nie hast) und nicht fuer die Durchsagen ist hat sie auch nicht gemerkt?
Und Koffer auf die Ablage hieven? Absolut out, macht doch keiner. Im Gang ist doch Platz, oder auf dem Nachbarsitz. Hoch hieven ist viel zu schwer, ausserdem passt der Schrankkoffer niemals da hoch, und wenn doch fliegt er gleich bei der naechsten Bremsung wieder runter.
Und vermutlich ist deine Mutter im Fruehjahr oder Herbst gefahren? Im Sommer waere sie naemlich trotz offenem Fenster vor Hitze kaputt gegangen, im Winter hingegen haette sie geschaut das sie Abstand vom Fenster bekommt, durch das es selbst in geschlossenem Zustand zieht.
Und das sie ein Plumpsklo vorzieht kann ich irgendwie auch nicht nachvollziehen. Weder laeuft die Reinigung besser, denn eine Buerste gibts trotzdem nicht, noch hat es sonst einen Vorteil fuer den Reisenden. Und wenn dann mal wieder einer nicht schnallt das der Zug gerade im Bahnhof steht...

Einspruch, eure Ehren!

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 09. Januar 2019, 14:50 (vor 74 Tagen) @ gnampf

Denn eines soll klar sein, nicht überall ist die Auslastung so hoch, dass man nicht ein ganzes Abteil für sich okkupieren kann!

Kann ich aus eigener Erfahrung sagen, wo man durchaus mal eine so geringe Auslastung hat, dass man sich ein Abteil für sich okkupieren kann.

Ich bin sogar so asozial, dass ich meinen Koffer meistens auf dem Boden vom Abteil stehen lasse :P

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Einspruch, eure Ehren!

gnampf @, Mittwoch, 09. Januar 2019, 15:01 (vor 74 Tagen) @ J-C

Dann lies dir den Text nochmal durch: "seine Mutter" beschreibt das auf dem Rueckweg vom Lokus sie sich an lauter Reisenden die auf den Notsitzen im Gang sitzen vorbei quetschen muss, da der Zug mittlerweile voll geworden waere, und sich dann im Abteil wieder gemuetlich hinlegt. Sie hatte also vermutlich sogar richtig asozial das Abteil mit Vierkant verschlossen waehrend sie weg war, damit auch ja keiner da rein kommt und ihr den Platz weg nimmt.

Grundlose Vermutung!

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 09. Januar 2019, 15:17 (vor 74 Tagen) @ gnampf

Sie hat glaub ich nicht gesagt, ob sie ihr Abteil alleine hatte oder gar illegal per Vierkant verschlossen hätte. Es wäre doch besser, wenn wir nicht etwas dazudichten, wovon wir nichts wissen.

Vielleicht wollten die Fahrgäste am Gang auch nicht ins Abteil, etwa weil sie nicht so lang fahren?

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Grundlose Vermutung!

gnampf @, Mittwoch, 09. Januar 2019, 15:55 (vor 74 Tagen) @ J-C

Wenn sie sich auf andere drauf gelegt hat waere das ganze ja noch schlimmer. Und klar, die Leute hocken alle freiwillig und auf dem Gang und sorgen dafuer das sich andere an ihnen vorbei quetschen muessen, weil sie so auf den engen Koerperkontakt mit Unbekannten stehen. Wohl eher nicht, dann stuenden sie im Eingangsbereich wo zumindest etwas Platz ist.

Grundlose Vermutung!

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 09. Januar 2019, 18:15 (vor 73 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 09. Januar 2019, 18:17

Es ist ebenso nicht überliefert, ob sie die ganze Fahrt über sich dort hinlegte. Wäre auch komisch, gerade wo sie mal die "Facilities" benutzte, wäre sicher jemand ins Abteil gegangen, wenn's darum ginge.

Wenn es darum ginge, einen Platz einzunehmen, hätte man halt darum gefragt.

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Grundlose Vermutung!

Paladin @, Hansestadt Rostock / Berlin, Mittwoch, 09. Januar 2019, 18:27 (vor 73 Tagen) @ J-C

Es ist ebenso nicht überliefert, ob sie die ganze Fahrt über sich dort hinlegte. Wäre auch komisch, gerade wo sie mal die "Facilities" benutzte, wäre sicher jemand ins Abteil gegangen, wenn's darum ginge.

Wenn es darum ginge, einen Platz einzunehmen, hätte man halt darum gefragt.

Ich denke, man muss nicht erst darum bitten, dass eine Person nicht ein ganzes Abteil allein belegt.
Das Problem ist doch, dass da sofort eine Hemmschwelle erzeugt wird, die nicht notwendig ist.

Ich habe aus dem Artikel im Übrigen auch herausgelesen, dass die werte Dame dort lag während auf dem Gang saßen.

Alternativ - den Leuten aktiv Plätze anbieten. Gutes Karma!

Grundlose Vermutung!

gnampf @, Mittwoch, 09. Januar 2019, 18:48 (vor 73 Tagen) @ J-C

Nein, sie lag nicht die ganze Fahrt da, sondern verließ das Abteil, das ist beschrieben. Und wie du schon bemerkt hast: das Abteil wäre dann wohl nicht leer geblieben nachdem sich der restliche Zug bis in die Gänge gefüllt hat. Außer natürlich sie hätte den Zugang zum Abteil gesperrt, ergo es abgeschlossen, und das nur nicht erwähnt weil sie genau wusste das man sowas nicht darf.

Und davon ab, bevor ich mich in ein Abteil begeb in dem jemand seine Käsefüße ausgepackt hat suche ich mir auch lieber was anderes...

An solchen Geschichten, und denen von Blaschi, kann man aber erkennen warum Abteile im Sterben sind. Jeder findet sie toll, wenn er sie für sich allein hat, und tut ggf. sogar alles um es anderen unangenehm zu machen. Bedeutet für die Bahn dann aber verschenkte Kapazitäten. Und das am besten noch an irgendwelche Studenten mit erheblich reduzierten Fahrscheinen... äh... Sommertickets.

Wie ich's mir dachte...

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 09. Januar 2019, 21:33 (vor 73 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 09. Januar 2019, 21:38

Nein, sie lag nicht die ganze Fahrt da, sondern verließ das Abteil, das ist beschrieben. Und wie du schon bemerkt hast: das Abteil wäre dann wohl nicht leer geblieben nachdem sich der restliche Zug bis in die Gänge gefüllt hat. Außer natürlich sie hätte den Zugang zum Abteil gesperrt, ergo es abgeschlossen, und das nur nicht erwähnt weil sie genau wusste das man sowas nicht darf.

...auch plausibel. Wobei auch nicht klar ist, wie viele Leute denn im Gang waren. Ich war auch mal am Gang gesessen, obwohl sicher noch irgendwo ein Platz frei wäre. Aber wozu für 10 Minuten sich ein Abteil suchen?

Und davon ab, bevor ich mich in ein Abteil begeb in dem jemand seine Käsefüße ausgepackt hat suche ich mir auch lieber was anderes...

...in der Regel zieht man sich nicht gleich die Socken aus.... also ich tu das nicht im Winter.

An solchen Geschichten, und denen von Blaschi, kann man aber erkennen warum Abteile im Sterben sind. Jeder findet sie toll, wenn er sie für sich allein hat, und tut ggf. sogar alles um es anderen unangenehm zu machen. Bedeutet für die Bahn dann aber verschenkte Kapazitäten. Und das am besten noch an irgendwelche Studenten mit erheblich reduzierten Fahrscheinen... äh... Sommertickets.

Achso? Das ist ziemlich faszinierend, jede Woche gebe ich 28€ aus für Hin- und Rückfahrt auf meiner Strecke, die ich am Wochenende pendel. Ich weiß nicht, ob du es schon wusstest, aber so ein Sommerticket gilt auch nur im Sommer. Und da musste wegen mir niemand stehen.

Das letzte Mal, dass Leute stehen mussten, während ich saß, war im EuroCity nach Danzig, da hatte ich ein Ticket erster Klasse nebst Reservierung und die, die standen, hatten halt ein Ticket ohne Platzgarantie.

Aber klar, Leute wie ich gehören offensichtlich nicht auf die Bahn, huh?

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Wie ich's mir dachte...

Destear @, Berlin, Mittwoch, 09. Januar 2019, 23:48 (vor 73 Tagen) @ J-C

Aber klar, Leute wie ich gehören offensichtlich nicht auf die Bahn, huh?

Karma.

Mist.

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 10. Januar 2019, 17:56 (vor 72 Tagen) @ Destear

- kein Text -

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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"asozial" ist in Wahrheit aktiver Fahrgastschutz!

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 09. Januar 2019, 18:05 (vor 73 Tagen) @ gnampf

Huhu.

Sie hatte also vermutlich sogar richtig asozial das Abteil mit Vierkant verschlossen waehrend sie weg war, damit auch ja keiner da rein kommt und ihr den Platz weg nimmt.


Ging mir mal so im IC 2020 Passau Hamburg.

Ab Passau im IR-Wägelchen mitgefahren. Im langweiligen Part zwischen Nürnberg und Würzburg horizontal in voller Breite kurz gedöst im Abteil. Bis vor Frankfurt war alles ruhig. Nun hatte die Fuhre da etwas Pause und ich wollte Essen fassen und trinken. Vorhänge zu, an Fenster und Tür, okay. Aber das erschien mir nicht sicher genug. Also vorm Ausstieg aus Gründen der Sicherheit (das Grundprinzip der Eisenbahn verinnerlicht: immer zur sicheren Seite!) das Abteil abgeschlossen. In Ruhe die Süchte befriedigt und quasi mit Abfahrt zurück ins Wägelchen. Alle Fahrgäste hatten einen Platz gefunden. Von 100% Auslastung waren wir weit entfernt. Also wieder das Abteil eingenommen. Dann noch Airport Frankfurt überstehen und dann genießen: die Fahrt durch die Nacht am geöffneten Fenster stehend genießen. Natürlich zur Rheinseite hin. Na, und da ich das keinem anderen Fahrgast zumuten will, einen höchstagilen quietschevergnügten Blaschi nachts rumturnen ertragen zu müssen, schloß ich sicherheitshalber zwischenzeitlich die Bude ab.


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Wieso alleine im Abteil?

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Donnerstag, 10. Januar 2019, 16:04 (vor 72 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von martarosenberg, Donnerstag, 10. Januar 2019, 16:05

Dann lies dir den Text nochmal durch: "seine Mutter" beschreibt das auf dem Rueckweg vom Lokus sie sich an lauter Reisenden die auf den Notsitzen im Gang sitzen vorbei quetschen muss, da der Zug mittlerweile voll geworden waere, und sich dann im Abteil wieder gemuetlich hinlegt.

Dass sie alleine war und nicht in einer Gruppe ist auch nur eine Vermutung, die Ihr hier unterstellt.

Wie sähen Eure Kommentare aus, wenn das Abteil dennoch gut gefüllt war?

Das geht aus dem Stück Literatur auch nicht hervor.

Wieso alleine im Abteil?

gnampf @, Donnerstag, 10. Januar 2019, 16:49 (vor 72 Tagen) @ martarosenberg

Wie sähen Eure Kommentare aus, wenn das Abteil dennoch gut gefüllt war?

Genauso, denn es ist genauso asozial sich auf andere Leute drauf zu legen, oder die im Abteil stehen zu lassen damit man selsbt auf den Sitzen liegen kann.

Das geht aus dem Stück Literatur auch nicht hervor.

Was man halt so Literatur nennt... dann bin ich jetzt halt Literaturkritiker ;-)

Gemeinsam reisen??

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Donnerstag, 10. Januar 2019, 17:34 (vor 72 Tagen) @ gnampf

Wie sähen Eure Kommentare aus, wenn das Abteil dennoch gut gefüllt war?


Genauso, denn es ist genauso asozial sich auf andere Leute drauf zu legen, oder die im Abteil stehen zu lassen damit man selsbt auf den Sitzen liegen kann.

Gut gefüllt mit einer Gruppe Leute, die zusammen reist, und sich gemeinsam im Abteil einrichten?

Gemeinsam reisen??

gnampf @, Donnerstag, 10. Januar 2019, 17:45 (vor 72 Tagen) @ martarosenberg

Gut gefüllt mit einer Gruppe Leute, die zusammen reist, und sich gemeinsam im Abteil einrichten?

Es ist nicht von einrichten die Rede, sondern von sich quer über die Sitze legen. Das können maximal 2 Personen ohne sich dabei ins Gehege zu kommen, sind es mehr müssen sie übereinander liegen. Und wenn sich dann je Sitzreihe 3 Leute übereinander stapeln wäre das aus Sicherheitsgründen auch abzulehnen, da die oberen Personen so keinen sicheren Halt haben.

Gemeinsam reisen??

heinz11 @, Donnerstag, 10. Januar 2019, 18:05 (vor 72 Tagen) @ gnampf

Gut gefüllt mit einer Gruppe Leute, die zusammen reist, und sich gemeinsam im Abteil einrichten?


Es ist nicht von einrichten die Rede, sondern von sich quer über die Sitze legen. Das können maximal 2 Personen ohne sich dabei ins Gehege zu kommen, sind es mehr müssen sie übereinander liegen. Und wenn sich dann je Sitzreihe 3 Leute übereinander stapeln wäre das aus Sicherheitsgründen auch abzulehnen, da die oberen Personen so keinen sicheren Halt haben.


Tja, da schwärme ich doch wieder vom D 450 Warschau - Frankfurt/M.! Dort konnte man die Sitze ausziehen und sich eine komfortable Schlaflandschaft für sechs Leute einrichten. Da mußte niemand übereinanderliegen! Das war noch Reisen und nicht Befördern.

Abteil als Liegefläche.

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Donnerstag, 10. Januar 2019, 22:50 (vor 72 Tagen) @ gnampf

Gut gefüllt mit einer Gruppe Leute, die zusammen reist, und sich gemeinsam im Abteil einrichten?


Es ist nicht von einrichten die Rede, sondern von sich quer über die Sitze legen. Das können maximal 2 Personen ohne sich dabei ins Gehege zu kommen,

Es ist von ausziehbaren Sitzen die Rede. Also das Abteil zu einer Liegefläche verwandeln. Kennst Du solche Sitze (noch)?

Abteil als Liegefläche.

gnampf @, Freitag, 11. Januar 2019, 17:48 (vor 71 Tagen) @ martarosenberg

Es ist von ausziehbaren Sitzen die Rede. Also das Abteil zu einer Liegefläche verwandeln. Kennst Du solche Sitze (noch)?

Es ist zwar von ausziehbaren Sitzen die Rede, direkt danach aber davon das man die Armlehnen hochklappen kann weil man so eine fast durchgehende Fläche mit nur kleinen Ritzen erhält auf die man sich legen kann. Solltest deine eigene Geschichte doch eigentlich kennen...

Abteil als Liegefläche.

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Freitag, 11. Januar 2019, 22:32 (vor 71 Tagen) @ gnampf

Es ist von ausziehbaren Sitzen die Rede. Also das Abteil zu einer Liegefläche verwandeln. Kennst Du solche Sitze (noch)?


Es ist zwar von ausziehbaren Sitzen die Rede, direkt danach aber davon das man die Armlehnen hochklappen kann weil man so eine fast durchgehende Fläche mit nur kleinen Ritzen erhält auf die man sich legen kann. Solltest deine eigene Geschichte doch eigentlich kennen...

Wenn sich mehr als 3 Leute auf die Liegefläche legen dann lägen auch welche "zwischen" den Sitzen.

Und ja, aus dem Text geht nicht hervor wie es dann letztendlich gemacht wurde, wie viel Platz sonst im Zug war, und vieles weitere. Vieles lässt sich spekulieren, nur mit Sicherheit sagen eben nicht.

Es ist eine emotionale Hommage an die Wagen und so zu verstehen und zu lesen.

Hey ich hab mich auch mal im Abteil hingelegt!

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 10. Januar 2019, 17:51 (vor 72 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 10. Januar 2019, 17:54

Und ich war nicht alleine. War im Bwmz 111, damals, als der damalige EN Wien-Hamburg noch einen Sitzwagen von der DB bekam.

Ich habe mich längst zur Fahrtrichtung gelegt und während eigentlich der ganze Wagen ausgebucht sein sollte, war es am Ende ganz anders gekommen. Der Wagen war recht spärlich ausgelastet.

Jedenfalls sind in Nürnberg 2 Mädels zugestiegen und die haben sich genauso wie ich eben im Wagen hingelegt. Hatten wir ausreichend Platz und so reiste man für Stunden techt chillig durch die Nacht.

Es wurde ja doch im Startpost erwähnt, dass man die Sitze auseinanderziehen konnte, was ja auch geschah.

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Hey ich hab mich auch mal im Abteil hingelegt!

gnampf @, Freitag, 11. Januar 2019, 17:47 (vor 71 Tagen) @ J-C

Es wurde ja doch im Startpost erwähnt, dass man die Sitze auseinanderziehen konnte,

stimmt

was ja auch geschah.

stimmt nicht. Steht zumindest nicht da, nichtmals im Ansatz. Da steht das die Armlehnen hochgeklappt wurden, weil man so bis auf feine schmale Ritzen eine durchgehende Fläche hat. Zum Ausziehen bräuchte man die Armlehnen nicht hochklappen.
Bin mir auch nicht sicher ob du in den Alex-Wagen die Sitze noch so weit ausziehen kannst.

Original "Bernd das Brot" ;-)

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 09. Januar 2019, 15:00 (vor 74 Tagen) @ gnampf

Huhu.

Passender kann ein Username gar nicht sein. Meine Güte ... Eine nette Story. Nicht in allen Details perfekt. Aber mich erinnerte es an die TMT-Nachtfahrten.

Wichtig war, das Fenster hinterm Rollo einen Spalt breit offen zu lassen, so dass es laut war und zog. So manch nachträglich Zugestiegener verkrümelte sich dann auch wieder. Das offene Lüftungsgitter in der Abteiltür war da auch nützlich. Aber das erkannte manch störender Mitreisender ja noch selbst.


Dein Einwand mit "asozial" geht übrigens ins Leere - zumindest bei korrekter Textinterpretation. Demnach wird das Abteil in voller Größe erst nach Abschluss aller Vorbereitungen genutzt - also erst nach Abortnutzung. Wenn sich also Leute nur deswegen auf den Notsitz setzen, weil der Vorhang zugezogen ist, dann ist denen nicht zu helfen.


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

"Mein Gemach". (Ein Text vom gemütlichen Reisezugwagen.)

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Donnerstag, 10. Januar 2019, 16:00 (vor 72 Tagen) @ gnampf

Es ist ein Stück Literatur und kein objektiver Sachbericht.

Koffer auf die Sitze währe ebenso asozial wie das Verhalten, was Du kritisierst.

Ausserdem ist nicht bekannt, mit wie vielen Leuten das Abteil dann belegt war.

Und vermutlich ist deine Mutter im Fruehjahr oder Herbst gefahren? Im Sommer waere sie naemlich trotz offenem Fenster vor Hitze kaputt gegangen, im Winter hingegen haette sie geschaut das sie Abstand vom Fenster bekommt, durch das es selbst in geschlossenem Zustand zieht.

Winter. Jahreswechsel rum.

Sommer?

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Freitag, 11. Januar 2019, 11:04 (vor 72 Tagen) @ gnampf

Und vermutlich ist deine Mutter im Fruehjahr oder Herbst gefahren? Im Sommer waere sie naemlich trotz offenem Fenster vor Hitze kaputt gegangen,

Wie kommst Du darauf?

Noch nie bei Hitze in einem unklimatisierten Zug gefahren?

Fenster Auf ist da eher das kühlende.

Ich sehe hier viele Annahmen die Du tätigst.

Gruß!

Sommer!

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 11. Januar 2019, 11:25 (vor 72 Tagen) @ martarosenberg
bearbeitet von JanZ, Freitag, 11. Januar 2019, 11:25

Und vermutlich ist deine Mutter im Fruehjahr oder Herbst gefahren? Im Sommer waere sie naemlich trotz offenem Fenster vor Hitze kaputt gegangen,


Wie kommst Du darauf?

Noch nie bei Hitze in einem unklimatisierten Zug gefahren?

Doch. Ich erinnere mich an 2003 in Frankreich. Beim Anfahren und Abbremsen reichte die Luftzirkulation aus, um eine einigermaßen angenehme Temperatur zu erzeugen, während der Fahrt und bei stehendem Zug eher nicht. An eine funktionierende Klimaanlage kommt Lüftung durch Durchzug spätestens ab 30°C nicht heran. Mal abgesehen davon, dass sie auch nur bei mäßigen Geschwindigkeiten funktioniert, damit es genug, aber nicht zu viel Luftaustausch gibt.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 11. Januar 2019, 12:17 (vor 72 Tagen) @ martarosenberg
bearbeitet von J-C, Freitag, 11. Januar 2019, 12:18

Ich war durchaus längere Strecken im Cityshuttle - einem unklimarisierten Wagen des Regionalverkehrs - gefahren. Eben im Sommer, wo es auch mal recht warm wurde.

Kann daran liegen, dass es Großraumwagen waren, aber prinzipiell war's auszuhalten, wobei bei höheren Geschwindigkeiten es unangenehm zieht.

Es hat aber einen gewissen anderen Charme, den ich in einer Anekdote nochmal zeigen will.

Es war ein Sonntag Nachmittag, ich wollte mit meinem Sommerticket mal eine Reise unternehmen.

Ich kam also am Bahnhof Wien Meidling an, da erblickte ich eine Garnitur aus Siemens ER20 und einigen Cityshuttle-Wagen. An der Tür auf dem Schild steht "Fehring" - ein Ziel, das ich eigentlich schon immer mal anfahren wollte.

So hieß es erstmal einsteigen in einen Zug mit Übersetzfenstern, der gerade aus der Abstellung kommt.

Wer schonmal sein Fahrzeug eine gewisse Zeit in der Sonne anstellte, weiß, wie es drinnen sich danach anfühlt. Es war heiß. Also erstmal die Fenster aufgemacht!

Besser wurde es, als der Zug anrollte. Mit bis zu 160 km/h ging's zunächst nach Wiener Neustadt. Die Fenster waren offen, es zieht, aber das war mir wurscht. Die erhoffte Abkühlung kam dann auch in gewisser Weise.

Ab Wiener Neustadt ging die eigentliche Reise nach einem längeren Aufenthalt erst richtig los. Langsamer wurde es, sodass es wesentlich angenehmer wurde, da es nicvt mehr so zog.

Hinter Aspang hatte man dann das Rundum-Erlebnis. Es quitscht und rattert durch Kurven und Tunnels, besonders gut hörbar eben bei offenem Fenster. Dezent hält sich dabei die dieselelektrische Zuglok zurück von den Geräuschen her.

Die Landschaft rundet das Erlebnis ab, man hat hier über 2 Stunden vollsten Genusses an Geräuschen und Aussichten.

Ein gewisses Gemeinschaftsgefühl kam im Wagen selber auf. Der Zug war zumehmend überschaubar ausgelastet, der Zugbegleiter war sehr freundlich. Zwischendurch regnete es, die Fenster wursen also für eine Zeit lang geschlossen.

Zum Ende der Reise hin dann durchaus was interessantes: Der Zugbegleiter fragte jeden nach seinem Reiseziel. Der Grund wurde später klar. Einige Bedarfshalte konnten so im Lokbespannten Zug ausgelassen werden.

Am Ende steigt man aus und hat eine abwechslungsreiche und erfüllende Reise gehabt, die ich gerne mal wiederholen würde.

Im Winter muss es wohl auch schön sein...

Nebenbei zeigt es, dass so ein lokbespannter Zug gar nicht so unflexibel ist, wie manch einer denkt. Hier werden auch außerhalb des Railjets lokbespannte Wendezüge geflügelt und vereinigt. Und wie beschrieben kann man auch mit Bedarfshalten umgehen. Also quasi alles, was bei einem Triebwagen geht, tun die ÖBB mit lokbespannten Wendezügen.

--
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

gnampf @, Freitag, 11. Januar 2019, 18:24 (vor 71 Tagen) @ J-C

Kann daran liegen, dass es Großraumwagen waren, aber prinzipiell war's auszuhalten, wobei bei höheren Geschwindigkeiten es unangenehm zieht.

Großraum ist sicherlich etwas besser, weil man da nicht zwangsläufig direkt am offenen Fenster hockt und den ganzen Wind abbekommt.

Es hat aber einen gewissen anderen Charme, den ich in einer Anekdote nochmal zeigen will.

...

Wer schonmal sein Fahrzeug eine gewisse Zeit in der Sonne anstellte, weiß, wie es drinnen sich danach anfühlt. Es war heiß. Also erstmal die Fenster aufgemacht!

deswegen werden Züge ja auch vorklimatisiert... auch soo, geht ja nicht ohne Klimaanlage. Tolle Sache für Leute mit Kreislaufproblemen.

Besser wurde es, als der Zug anrollte. Mit bis zu 160 km/h ging's zunächst nach Wiener Neustadt. Die Fenster waren offen, es zieht, aber das war mir wurscht. Die erhoffte Abkühlung kam dann auch in gewisser Weise.

Dann hock dich mal bei 160 ans offene Fenster, in Fahrtrichtung, vor eine Wand. Da drückt dann der Wind mit 160 in deine Augen. Geil! Von der Geräuschkulisse mal ganz zu schweigen.

Ab Wiener Neustadt ging die eigentliche Reise nach einem längeren Aufenthalt erst richtig los. Langsamer wurde es, sodass es wesentlich angenehmer wurde, da es nicvt mehr so zog.

Wie zu Großmutters Zeiten... aber wer das heute haben will bucht eine Sonderfahrt. Wer hingegen von A nach B will, was wohl die meisten sein werden, der will sowas genau nicht, sondern möglichst wenig Zeit, die dafür möglichst angenehm im Zug verbringen.

Hinter Aspang hatte man dann das Rundum-Erlebnis. Es quitscht und rattert durch Kurven und Tunnels, besonders gut hörbar eben bei offenem Fenster. Dezent hält sich dabei die dieselelektrische Zuglok zurück von den Geräuschen her.

Siehe oben. Für Eisenbahnromantiker toll, werf noch den Diesel weg und häng 'ne Dampflok davor, perfekt. Um auf der Strecke volle Züge zu bekommen hingegen völlig ungeeignet. Und die Anwohner freuts natürlich auch.

Die Landschaft rundet das Erlebnis ab, man hat hier über 2 Stunden vollsten Genusses an Geräuschen und Aussichten.

Ein gewisses Gemeinschaftsgefühl kam im Wagen selber auf. Der Zug war zumehmend überschaubar ausgelastet, der Zugbegleiter war sehr freundlich. Zwischendurch regnete es, die Fenster wursen also für eine Zeit lang geschlossen.

Jo, alles klar... Wien Neustadt - Fehring per Zug 2:34, per Auto 1:17. Kein Wunder das du viel Platz hattest ;-)
Besonders toll wirds wenn durch den Regen keine wirkliche Abkühlung kommt. Dann kannste die Fenster kaum auf machen und es wird richtig brüllend heiß.

Zum Ende der Reise hin dann durchaus was interessantes: Der Zugbegleiter fragte jeden nach seinem Reiseziel. Der Grund wurde später klar. Einige Bedarfshalte konnten so im Lokbespannten Zug ausgelassen werden.

Doof wenn unterwegs dein Kumpel anruft und dich fragt ob du nicht kurz unterwegs bei ihm auf'n Kaffee raushüpfen willst. Da muß der dann erstmal zum Bahnhof dackeln und dich abholen, weil sonst rauscht der Zug leider durch. Andere bauen für sowas einfach Haltewunschtaster ein... was selbstverständlich auch bei Wagenparks möglich wäre.

Am Ende steigt man aus und hat eine abwechslungsreiche und erfüllende Reise gehabt, die ich gerne mal wiederholen würde.

Ja, mal. Ich buche auch jedes Jahr mehrere Sonderfahrten, mit Dampflok, V200, Umbauwagen, m-Wagen, etc. Aber das will ich nicht im Alltag haben wenn ich von A nach B und retour will/muss.

Im Winter muss es wohl auch schön sein...

Zumindest stört die fehlende Klimaanlage nicht. Wenn die Dichtungen der Fenster was taugen kann man es da wahrscheinlich sogar aushalten... wenn sie so gut in Schuß sind wie zum Schluß bei den n-Wagen, dann hockste wieder am Gang, sonst wirst von unten von der Heizung gekocht während oben die Eiszapfen von der Nase hängen.

Nebenbei zeigt es, dass so ein lokbespannter Zug gar nicht so unflexibel ist, wie manch einer denkt. Hier werden auch außerhalb des Railjets lokbespannte Wendezüge geflügelt und vereinigt. Und wie beschrieben kann man auch mit Bedarfshalten umgehen. Also quasi alles, was bei einem Triebwagen geht, tun die ÖBB mit lokbespannten Wendezügen.

Lokbespannte Züge sind im Nahverkehr wohl vor allem daher verpönt, weil sie mit der Lok, gerade auf solchen Strecken, viel überflüssige Masse mitschleppt. An den Bedarfshalten liegt das weniger.
Und klar kannst du auch lokbespannte Züge "flügeln". Der Aufwand ist halt höher als zwei Zugteile per Schaku zu vereinigen oder zu trennen. Schon die Bremsprobe dauert da wohl länger als das ganze Flügeln beim Triebwagen... und erfordert deutlich mehr Personal.

Auch im alltag lieber angenehm als schnell.

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Freitag, 11. Januar 2019, 22:40 (vor 71 Tagen) @ gnampf

Ab Wiener Neustadt ging die eigentliche Reise nach einem längeren Aufenthalt erst richtig los. Langsamer wurde es, sodass es wesentlich angenehmer wurde, da es nicvt mehr so zog.


Wie zu Großmutters Zeiten... aber wer das heute haben will bucht eine Sonderfahrt. Wer hingegen von A nach B will, was wohl die meisten sein werden, der will sowas genau nicht, sondern möglichst wenig Zeit, die dafür möglichst angenehm im Zug verbringen.

Wenn ich von A nach B will dann schaue ich, dass das von-A-nach-B-kommen auch als Lebenszeit eine gute Zeit ist, und wenn ich die Option habe 1h Stress ohne Umstieg oder 2.5h angenehmes Fahren mit Umstieg und die Zeit habe wähle ich 2.5h angenehmes Fahren mit Umstieg. Dieses Beispiel kommt bei mir häufiger vor und wird so gewählt. Gleiche Überlegung trifft auch auf längere, auch Mehrtagesfahrten, zu (lieber 2 Nächte Nachtzug mit gemütlich ausschlafen als 1 Nacht mit früh raus/ Grenzkontrolle in der Nacht). Trifft auch auf Dienstreisen zu (die längere Fahrzeit lässt sich ggf. als unbezahlter Urlaub verhandeln).

Ich habe erstmals in der Ukraine sehr deutlich erlebt: Für viele die dort im Zug sind scheint die Zeit des Unterwegsseins wie selbstverständlich mit zur Lebenszeit zu gehören, und nicht zu verlorerner Zeit die möglichst wegoptimiert werden sollte, wie ich es stärker in Westeuropa wahrnehme. -- Die Leute denen ich in der Ukraine im Zug begegne sind sicherlich nicht repräsentativ für die Leute in der Ukraine die von A nach B wollen, aber es war so ein Gesamtflair was mir dort wirklich aufgefallen ist. Und auch bei uns gibt es solche und solche, ich meine eher eine Tendenz unter den Zugfahrenden die mir auffiel.

Wenn Leute möglichst schnell von A nach B wollen finde ich das auch OK.

Generell bin ich ja für Vielfalt -- z.B. eben bei längeren nicht-HGV-Zügen einen unklimatisierten Bereich pro Zug, verschiedene Sitze, etc. Manche Menschen mögen das eine, manche bevorzugen das andere.

Gruß!

Auch im alltag lieber angenehm als schnell.

gnampf @, Montag, 14. Januar 2019, 18:10 (vor 68 Tagen) @ martarosenberg

Wenn ich von A nach B will dann schaue ich, dass das von-A-nach-B-kommen auch als Lebenszeit eine gute Zeit ist, und wenn ich die Option habe 1h Stress ohne Umstieg oder 2.5h angenehmes Fahren mit Umstieg und die Zeit habe wähle ich 2.5h angenehmes Fahren mit Umstieg. Dieses Beispiel kommt bei mir häufiger vor und wird so gewählt.

Sag das mal dem Pendler, das er doch lieber jeden Tag 3h länger im Zug sitzen soll, weil es dafür doch viel romantischer ist ;-) Ausflugs-/Sonderfahrten sind sicher was anderes, oder halt "Gelegenheitsfahrten", aber wer im Alltag ständig auf die Bahn "angewiesen" ist, der wird für Romantik nichts mehr übrig haben. Aber er wird wohl zu einem wesentlich größeren Teil als der Gelegenheitsfahrer die Bahn finanzieren. Und nur weil es kürzer/schneller ist muß es ja noch kein Streß werden, erstrecht wenn es ohne Umstiege läuft, die meist einen guten Teil vom Streß ausmachen.

Gleiche Überlegung trifft auch auf längere, auch Mehrtagesfahrten, zu (lieber 2 Nächte Nachtzug mit gemütlich ausschlafen als 1 Nacht mit früh raus/ Grenzkontrolle in der Nacht). Trifft auch auf Dienstreisen zu (die längere Fahrzeit lässt sich ggf. als unbezahlter Urlaub verhandeln).

Unbezahlter Urlaub ist wohl nur für die wenigsten was, den muß man sich erstmal leisten können und wollen. Kommt auch nicht bei jedem Arbeitgeber gut an. Allerdings werden wohl die wenigsten vor der Frage stehen ob sie 1 oder 2 Tage im Nachtzug für eine berufliche Fahrt verbringen, die Frage ist dann eher Flugzeug oder Bahn. Und da ist die Zeit im Nachtzug, obwohl länger, dann ggf. die vorteilhaftere Lösung, denn die Zeit wäre so oder so "nutzlos" mit Schlafen verbracht worden. Andere Situation also als bei Tagzügen.

Generell bin ich ja für Vielfalt -- z.B. eben bei längeren nicht-HGV-Zügen einen unklimatisierten Bereich pro Zug, verschiedene Sitze, etc. Manche Menschen mögen das eine, manche bevorzugen das andere.

Tja, ist da teils wie mit Raucherabteilen, würden auch manche liebend gern wieder einführen. Nur was tun wenn man mehr Nichtraucher hat als in die Nichtraucherbereiche passen, aber weniger Raucher als die Raucherbereiche fassen können? So gehts auch mit den Klimas... manche können gesundheitlich Probleme in unklimatisierten Wagen bekommen. In (funktionierenden und richtig eingestellten) klimatisierten Wagen sollte aber keiner ein Problem bekommen.
Mit den Sitzen ist es eine Sache wie mit der Ruhezone... im Zweifel hast du dann 2 Leute die jeweils den anderen Sitz gebraucht hätten, aber bei der Reservierung nichts mit den Möglichkeiten anzufangen wußten. Wobei die Frage ist ob es wirklich so viele verschiedene Sitze braucht... im PKW wählst du auch nicht aus 50 verschiedenen Sitzen, sondern stellst dir den einen passend ein. Ggf. gibts nochmal einen Sportsitz mit besserem Seitenhalt... aber da du in der Bahn keinen Einfluß auf das Tempo hast wäre das Wurscht. Ist also eher ein Thema der Flexibilität der Sitze, das aber auch wieder ein Thema der Rentabilität. Willst du sie z.B. so weit wie im Auto zurücklehnen können, dann mußt du die Sitzabstände vergrößern und kannst weniger Leute befördern. Im Auto störts keinen wenn hinten kein Platz mehr ist, denn wenn der Fahrer in Liegeposition geht steigst du eh freiwillig aus ;-)

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 11. Januar 2019, 23:12 (vor 71 Tagen) @ gnampf

Großraum ist sicherlich etwas besser, weil man da nicht zwangsläufig direkt am offenen Fenster hockt und den ganzen Wind abbekommt.

Das kann aber auch ganz anders sein, wenn mehrere Fenster offen sind. Denn dann ist es nicht ein Fenster, sondern eine Armada an Fenstern, wo es so richtig zieht - so bei den 4020ern (die jedoch bis 2020 ausgemustert sein sollen) zu erleben.

deswegen werden Züge ja auch vorklimatisiert... auch soo, geht ja nicht ohne Klimaanlage. Tolle Sache für Leute mit Kreislaufproblemen.

Es ist dann jedoch eine große Fete, wenn die Klimaanlage streikt. Das soll in Deutschland ja öfters passieren.

Dann hock dich mal bei 160 ans offene Fenster, in Fahrtrichtung, vor eine Wand. Da drückt dann der Wind mit 160 in deine Augen. Geil! Von der Geräuschkulisse mal ganz zu schweigen.

Ich war mal bei 200 mehrmals im Bimz gewesen, im Abteil entsprechend. Das war auch bei offenem Fenster kein Problem.

Wie zu Großmutters Zeiten... aber wer das heute haben will bucht eine Sonderfahrt. Wer hingegen von A nach B will, was wohl die meisten sein werden, der will sowas genau nicht, sondern möglichst wenig Zeit, die dafür möglichst angenehm im Zug verbringen.

Wäre natürlich cool, wenn man die Strecke dort ausbauen will, aber schau dir mal die äußere Aspangbahn an, die vereint 2 Nachteile: Sie ist verdammt lang UND bedient auf langer Strecke nur kleine Ortschaften.

Siehe oben. Für Eisenbahnromantiker toll, werf noch den Diesel weg und häng 'ne Dampflok davor, perfekt. Um auf der Strecke volle Züge zu bekommen hingegen völlig ungeeignet. Und die Anwohner freuts natürlich auch.

Keine Bange, auf der Strecke fährt in der Regel ein Desiro - klimatisiert natürlich. Nur die wenigen Züge aus Wien, die in der HVZ verstärken, werden mit dem Wagenzug-Fuhrpark befahren - hauptsächlich aus Kapazitätsgründen. Teils setzt man auch auf klimatisierte Doppelstockwagen, aber so hoch ist die Auslastung eben nur zur Spitzenzeit. Der REX am Sonntag entspricht wohl dem Wunsch einer Direktverbindung von Wien nach Fehring auch am Wochenende.

Mit anderen Worten, man kommt so oder so barrierefrei mit klimatisierten Zügen ans Ziel, bloß gibt es noch zusätzlich eben den Zug mit Übersetzfenstern als Draufgabe quasi.

Wäre die Strecke elektrifiziert, würde man wohl einen Cityjet oder so nehmen.

Jo, alles klar... Wien Neustadt - Fehring per Zug 2:34, per Auto 1:17. Kein Wunder das du viel Platz hattest ;-)

Ist eben eine recht hügelige Strecke, wo man offenbar keine Ambitionen hat, sie auszubauen. Sie ist halt keine wichtige Magistrale. Es war bereits von einer teilweisen Einstellung die Rede, die aber bisher nicht eintrat und auch mittelfristig nicht eintreten wird.

Besonders toll wirds wenn durch den Regen keine wirkliche Abkühlung kommt. Dann kannste die Fenster kaum auf machen und es wird richtig brüllend heiß.

Das war nicht der Fall, lag wohl daran, dass es nachmittags war, aber unangenehm wurde es nicht. Bei der Sonneneinstrahlung hat man ja auch noch Rollos, die übrigens durchaus die Sonne fernhalten können.

Doof wenn unterwegs dein Kumpel anruft und dich fragt ob du nicht kurz unterwegs bei ihm auf'n Kaffee raushüpfen willst. Da muß der dann erstmal zum Bahnhof dackeln und dich abholen, weil sonst rauscht der Zug leider durch. Andere bauen für sowas einfach Haltewunschtaster ein... was selbstverständlich auch bei Wagenparks möglich wäre.

Einfach dem Zugbegleiter rechtzeitig Bescheid geben und fertig. Zumal man an den Haltestellen auf dem Weg nur selten für einen Kaffee "kurz" raus kommt. Das sind Bedarfshalte, die Aufenthalte sind da eher kurz.

Und wieso sollte man Haltewunschtaster bei Wagen nachrüsten, die man ohnehin nicht mehr allzu lange betreiben will? Die Cityshuttle waren ursprünglich Wagen, die dem selben Zwecke dienten wie die Bimz. Also im unteren Fernverkehrssegment angesiedelt. Dass da keine Haltewunschtasten drin sind, ist da kein Wunder.

Ja, mal. Ich buche auch jedes Jahr mehrere Sonderfahrten, mit Dampflok, V200, Umbauwagen, m-Wagen, etc. Aber das will ich nicht im Alltag haben wenn ich von A nach B und retour will/muss.

Muss man ja auch nicht. Wie schon oben gesagt wird man im Alltag im Desiro gefahren sein.

Zumindest stört die fehlende Klimaanlage nicht. Wenn die Dichtungen der Fenster was taugen kann man es da wahrscheinlich sogar aushalten...

der Tatsache nach, dass man durchaus Kraft aufwenden muss, um die Fenster zu öffnen bzw. zu schließen, würde ich entsprechendes vermuten.

wenn sie so gut in Schuß sind wie zum Schluß bei den n-Wagen, dann hockste wieder am Gang, sonst wirst von unten von der Heizung gekocht während oben die Eiszapfen von der Nase hängen.

Keine Bange, hier mal die Wagen in Bildern:

Link

Man kann da sehen, dass die Wagen auch ein wenig moderner sind als die n-Wagen.

Lokbespannte Züge sind im Nahverkehr wohl vor allem daher verpönt, weil sie mit der Lok, gerade auf solchen Strecken, viel überflüssige Masse mitschleppt. An den Bedarfshalten liegt das weniger.
Und klar kannst du auch lokbespannte Züge "flügeln". Der Aufwand ist halt höher als zwei Zugteile per Schaku zu vereinigen oder zu trennen. Schon die Bremsprobe dauert da wohl länger als das ganze Flügeln beim Triebwagen... und erfordert deutlich mehr Personal.

...aber trotzdem gibt es dafür auch nach wie vor Anwendungsgebiete - ich behaupte sogar, dass das was für den deutschen Fernverkehr wäre.

--
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

gnampf @, Montag, 14. Januar 2019, 18:29 (vor 68 Tagen) @ J-C

Das kann aber auch ganz anders sein, wenn mehrere Fenster offen sind. Denn dann ist es nicht ein Fenster, sondern eine Armada an Fenstern, wo es so richtig zieht - so bei den 4020ern (die jedoch bis 2020 ausgemustert sein sollen) zu erleben.

Was nicht schlimmer sein muß, im Gegenteil. Ein großes Problem ist ja die Wand im Abteil, wo sich das ganze dann staut und ganz anders verwirbelt als wenn du einen Großraum hast. Die Luft muß schon nicht zum gleichen Fenster raus zu dem sie rein kam, was auch auf die Strömungsgeschwindigkeiten positive Auswirkungen haben kann.

Es ist dann jedoch eine große Fete, wenn die Klimaanlage streikt. Das soll in Deutschland ja öfters passieren.

Ja, die hast du auch wenn das Fenster klemmt. Oder sich nicht schließen läßt. Bei richtiger Wartung wirst du weder das eine noch das andere oft erleben. Und bei fehlender Wartung hast du eh diverse Probleme und es wird so oder so nicht angenehm.

Ich war mal bei 200 mehrmals im Bimz gewesen, im Abteil entsprechend. Das war auch bei offenem Fenster kein Problem.

Brillenträger? Gangplatz? In Fahrtrichtung vorne? Und bei allen anderen hätte ich vermutet das die Ohren schon von der Disco her taub sind...

Wäre natürlich cool, wenn man die Strecke dort ausbauen will, aber schau dir mal die äußere Aspangbahn an, die vereint 2 Nachteile: Sie ist verdammt lang UND bedient auf langer Strecke nur kleine Ortschaften.

Lang ist doch gut, da kann man schnell fahren und muß nicht ständig bremsen. Wenn sie hingegen Luftlinie kurz, Fahrtweg aber lang ist, dann taugts eben nicht. Das es anders ginge sieht man ja beim PKW. Sind dann halt so Nebenstrecken die man lieber stilllegt anstatt in sie zu investieren, weil kann sich ja eh nie rechnen.

Mit anderen Worten, man kommt so oder so barrierefrei mit klimatisierten Zügen ans Ziel, bloß gibt es noch zusätzlich eben den Zug mit Übersetzfenstern als Draufgabe quasi.

Na, wenn man es sich leisten kann regelmäßig sozusagen Sonderzüge anzubieten ;-) Wobei das Geld vielleicht besser dann im Ausbau investiert wär...?

Ist eben eine recht hügelige Strecke, wo man offenbar keine Ambitionen hat, sie auszubauen. Sie ist halt keine wichtige Magistrale. Es war bereits von einer teilweisen Einstellung die Rede, die aber bisher nicht eintrat und auch mittelfristig nicht eintreten wird.

dachte ich mir, klingt nach Schmalspurbähnle in Deutschland, das schon vor einigen Jahrzehnten seine Schienen für einen Radweg hergeben durfte und jetzt von einem Bus bedient wird.
Wobei Verstärkerzüge zur HVZ eben auch wieder anderes erkennen lassen, nämlich ggf. ungenutztes Potential das man mit besserer Anbindung vielleicht nutzen könnte.

Das war nicht der Fall, lag wohl daran, dass es nachmittags war, aber unangenehm wurde es nicht. Bei der Sonneneinstrahlung hat man ja auch noch Rollos, die übrigens durchaus die Sonne fernhalten können.

Rollos + Übersetzfenster? Das kannte ich auch noch nicht, nur in Dostos wo man sich dann entscheiden darf ob Klappfenster auf oder Rollo runter. Im Endeffekt aber egal, weil beides bringt nix. Ansonsten bei Übersetzfenstern Gardinen... die dann fröhlich zum Fenster rausflattern. Obwohl... in den Nachtzügen hatte ich glaube schonmal die Kombi aus Übersetzfenster und Rollo... aber das waren auch damals schon die ÖBB-Wagen, in den deutschen hatte ich wieder nur Klappfenster.

Einfach dem Zugbegleiter rechtzeitig Bescheid geben und fertig. Zumal man an den Haltestellen auf dem Weg nur selten für einen Kaffee "kurz" raus kommt. Das sind Bedarfshalte, die Aufenthalte sind da eher kurz.

Rechtzeitig Bescheid geben klappt halt nicht wenns spontan passiert. Und das kurz raus bezog sich ja mehr darauf das du halt 1 oder 2 Takte später weiter fährst.

Und wieso sollte man Haltewunschtaster bei Wagen nachrüsten, die man ohnehin nicht mehr allzu lange betreiben will? Die Cityshuttle waren ursprünglich Wagen, die dem selben Zwecke dienten wie die Bimz. Also im unteren Fernverkehrssegment angesiedelt. Dass da keine Haltewunschtasten drin sind, ist da kein Wunder.

Naja, weil man sie ja eben an Bedarfshalten einsetzen will? Wenn es eh nur Verstärker sind könnte man sie ja auch entweder grundsätzlich halten oder grundsätzlich durchfahren lassen.

der Tatsache nach, dass man durchaus Kraft aufwenden muss, um die Fenster zu öffnen bzw. zu schließen, würde ich entsprechendes vermuten.

Oh, das muß man in den Umbauwagen auch, weil sich das Fenster nämlich ständig verkantet ;-) Bei Regen wars hingegen Wurscht ob es zu oder auf war, naß wurde es drinnen so oder so.

...aber trotzdem gibt es dafür auch nach wie vor Anwendungsgebiete - ich behaupte sogar, dass das was für den deutschen Fernverkehr wäre.

Und ich behaupte der deutsche Fernverkehr hat ganz andere Probleme als so teure Baustellen. Wie man am Ganzzugkonzept sieht setzt man da ja auch eher aufs Gegenteil. Aber ja, einzelne Lok-Flügel gabs tatsächlich auch bei der DB, wo im Endeffekt zu komplette ICs aus Berlin? kommend aneinander geklöppelt und in Hannover dann getrennt wurden. Hieß aber auch überflüssige Lok mitschleppen (Traktionsleistung konnte sie keine erbringen weil in der Mitte vom Zug), kein Durchgang möglich, etc.

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

Colaholiker @, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 15. Januar 2019, 07:54 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Rollos + Übersetzfenster? Das kannte ich auch noch nicht, nur in Dostos wo man sich dann entscheiden darf ob Klappfenster auf oder Rollo runter.

Just one word: Lazarettsilberlinge.

Kurzfassende Grüße
der Colaholiker

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Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Dienstag, 15. Januar 2019, 12:11 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Das kann aber auch ganz anders sein, wenn mehrere Fenster offen sind. Denn dann ist es nicht ein Fenster, sondern eine Armada an Fenstern, wo es so richtig zieht - so bei den 4020ern (die jedoch bis 2020 ausgemustert sein sollen) zu erleben.


Was nicht schlimmer sein muß, im Gegenteil. Ein großes Problem ist ja die Wand im Abteil, wo sich das ganze dann staut und ganz anders verwirbelt als wenn du einen Großraum hast. Die Luft muß schon nicht zum gleichen Fenster raus zu dem sie rein kam, was auch auf die Strömungsgeschwindigkeiten positive Auswirkungen haben kann.

Ja, positiv im Sinne von größer (relativ zum Wagen).

Bei einem Fenster + Abteil wirbelt es vllt. mehr, aber zieht weniger. Weniger Luft wird ausgetauscht, geringere Strömungsgeschwindigkeit.

Mess' mal nach oder simulier, wenn Du es nicht glaubst.

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

gnampf @, Dienstag, 15. Januar 2019, 12:18 (vor 68 Tagen) @ martarosenberg

Bei einem Fenster + Abteil wirbelt es vllt. mehr, aber zieht weniger. Weniger Luft wird ausgetauscht, geringere Strömungsgeschwindigkeit.

Mess' mal nach oder simulier, wenn Du es nicht glaubst.

Das kommt drauf an wie du "es zieht" definierst. Ich definiere das nicht nach der Menge des Luftstroms, sondern nach seiner "Unangenehmheit". Vergrößerst du die Öffnung erhöht sich die Menge, die Strömungsgeschwindigkeiten sinken aber ggf. Und genau die Strömungsgeschwindigkeit, in Kombination noch mit den Verwirbelungen, sind das unangenehme was zu Augenreizungen führt. Also genau das was ich sage: im Abteilwagen sind Übersetzfenster noch schlimmer als im Großraumwagen, obwohl der Großraumwagen mehr davon hat die ggf. alle offen sind.

Ok, man könnte im Abteil dann die Tür auf lassen, das würde vielleicht was helfen... aber was ist schlimmer als ein Abteil mit mehreren Personen? Richtig, ein Abteil mit mehreren Personen und offener Tür.

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

Colaholiker @, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 15. Januar 2019, 12:44 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Das kommt drauf an wie du "es zieht" definierst. Ich definiere das nicht nach der Menge des Luftstroms, sondern nach seiner "Unangenehmheit".

Ich verstehe nicht, was an einem Luftstrom, der nicht gerade orkanartig oder feuchtkalt ist, unangenehm ist. Vom Sprießen der ersten Krokusse im Frühjahr bis zum Fall der letzten Blätter im Herbst steht hier auf der Arbeit auf meinem Tisch ein Ventilator, der mich volle Pulle anpustet. Ich liebe bewegte Luft, vielleicht bin ich auch deshalb so gerne an der See. Vielleicht aber auch wegen der niedlichen Möwen, stimmts Herr gnampf?

Mich auf des gnampfens Reaktion freuende Grüße
der Colaholiker

--
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Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

gnampf @, Dienstag, 15. Januar 2019, 12:54 (vor 68 Tagen) @ Colaholiker

Ich verstehe nicht, was an einem Luftstrom, der nicht gerade orkanartig oder feuchtkalt ist, unangenehm ist. Vom Sprießen der ersten Krokusse im Frühjahr bis zum Fall der letzten Blätter im Herbst steht hier auf der Arbeit auf meinem Tisch ein Ventilator, der mich volle Pulle anpustet. Ich liebe bewegte Luft, vielleicht bin ich auch deshalb so gerne an der See. Vielleicht aber auch wegen der niedlichen Möwen, stimmts Herr gnampf?

Nichts, wenn ich eine Schutzbrille trage. Da ich aber kein Brillenträger bin und abseits von Sonderfahrten keine Schutzbrille beim Zugfahren trage führt der Wind zu Augenreizungen, tränenden Augen, etc. Und das liegt dann ausnahmsweise nicht an der Allergie... die bei einem klimatisierten Fahrzeug natürlich auch wesentlich weniger schlimm ist. Den Ventilator kann ich mir aus gleichem Grund nicht längere Zeit aufs Gesicht richten, erstrecht nicht seitlich.
Und das Touristen auf Möwen stehen ist ja nichts neues, zumindest bis sie ihnen das Essen geklaut haben. Die stehen in Venedig ja auch auf Tauben. Wer sich tagtäglich mit den Ratten der Lüfte rumplagen muß sieht das halt anders. Und spätestens im Zug hat weder die eine noch die andere (Luft)Ratte was verloren.

Mich auf des gnampfens Reaktion freuende Grüße
der Colaholiker

den Colaholiker hoffentlich ausreichend befriedrigt habende Grüße,
der Gnampf

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

Colaholiker @, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 15. Januar 2019, 12:57 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Nichts, wenn ich eine Schutzbrille trage. Da ich aber kein Brillenträger bin und abseits von Sonderfahrten keine Schutzbrille beim Zugfahren trage führt der Wind zu Augenreizungen, tränenden Augen, etc. Und das liegt dann ausnahmsweise nicht an der Allergie... die bei einem klimatisierten Fahrzeug natürlich auch wesentlich weniger schlimm ist. Den Ventilator kann ich mir aus gleichem Grund nicht längere Zeit aufs Gesicht richten, erstrecht nicht seitlich.

Okay, ich trage eine Brille, daher ist das vielleicht etwas anderes. Allerdings habe ich bei Klimaanlagen oft das Problem der viel zu trockenen Luft, die auch ganz ohne nennenswerte Bewegung die Augen mächtig reizt.

Und das Touristen auf Möwen stehen ist ja nichts neues, zumindest bis sie ihnen das Essen geklaut haben.

Jeder, der schon mal auf Kreuzfahrt war und während der Hafenliegezeit im Außenbereich des Restaurants was gegessen hat, hatte dieses Erlebnis schon. Na und? Die wollen auch leben. Und die wissen, wo es lecker ist. So what? Warum sollten sie deshalb weniger niedlich sein?

Die stehen in Venedig ja auch auf Tauben. Wer sich tagtäglich mit den Ratten der Lüfte rumplagen muß sieht das halt anders. Und spätestens im Zug hat weder die eine noch die andere (Luft)Ratte was verloren.

Du bist echt ein tierlieber Mensch. Übrigens sind auch Ratten niedlich, wenn man sie mal genauer betrachtet. Ich hatte ja letztens das Vergnügen, als das arme Tierchen, das sich in den Keller verirrt hat, in der Falle gelandet ist. (Lebendfalle versteht sich, Schlagfallen machen übel Sauerei!)
Zugegeben, der Zug ist für keines der genannten Tiere der geeignete Ort.

den Colaholiker hoffentlich ausreichend befriedrigt habende Grüße,
der Gnampf

Gelangweilt gähnende Grüße
der Colaholiker

--
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Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

gnampf @, Dienstag, 15. Januar 2019, 13:38 (vor 68 Tagen) @ Colaholiker

Okay, ich trage eine Brille, daher ist das vielleicht etwas anderes. Allerdings habe ich bei Klimaanlagen oft das Problem der viel zu trockenen Luft, die auch ganz ohne nennenswerte Bewegung die Augen mächtig reizt.

Das wäre jedoch einfach zu lösen, indem man die Luftfeuchte z.B. durch gezielte Verdunstung des Kondensats auf akzeptablem Niveau hält. Außer natürlich die gereizten Augen kommen nicht von der trockenen Luft an sich, sondern vom Luftstrom der wieder ungeschickt direkt auf Personen geleitet wird.

Jeder, der schon mal auf Kreuzfahrt war und während der Hafenliegezeit im Außenbereich des Restaurants was gegessen hat, hatte dieses Erlebnis schon. Na und? Die wollen auch leben. Und die wissen, wo es lecker ist. So what? Warum sollten sie deshalb weniger niedlich sein?

Wenn sie leben wollen, dann sollen sie arbeiten gehen und sich ihr Brot selbst verdienen. Meins gehört mir. Wie konnten die armen Viecher nur vor den Menschen leben?
Von den im Kot übertragenen Krankheiten reden wir mal gar nicht erst...

Du bist echt ein tierlieber Mensch. Übrigens sind auch Ratten niedlich, wenn man sie mal genauer betrachtet. Ich hatte ja letztens das Vergnügen, als das arme Tierchen, das sich in den Keller verirrt hat, in der Falle gelandet ist. (Lebendfalle versteht sich, Schlagfallen machen übel Sauerei!)
Zugegeben, der Zug ist für keines der genannten Tiere der geeignete Ort.

Sag ich ja. Ich mag Tiere, aber eben keine deren Hauptaufgabe es ist Krankheiten zu verbreiten und Schädling zu sein. Ich hab z.B. null Probleme mit Spinnen, die tun mir nix, die schaden mir nicht, also so what?
Im Keller hab ich dagegen null Probleme mit Viechern... gut, hab ja auch keinen.

Gelangweilt gähnende Grüße
der Colaholiker

Keine Zigarette-danach anbietende Grüße,
der Gnampf

Übersetzfenster im Sommer? Eine Anekdote

Colaholiker @, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 15. Januar 2019, 15:12 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Das wäre jedoch einfach zu lösen, indem man die Luftfeuchte z.B. durch gezielte Verdunstung des Kondensats auf akzeptablem Niveau hält. Außer natürlich die gereizten Augen kommen nicht von der trockenen Luft an sich, sondern vom Luftstrom der wieder ungeschickt direkt auf Personen geleitet wird.

Ich habe im ICE 1 jedenfalls noch keine Luftbewegungen gespürt. Wobei der für die Klimaanlage wohl auch eher ein schlechtes Beispiel ist, der ist ja in der Regel eher zu warm als zu kalt.

Wenn sie leben wollen, dann sollen sie arbeiten gehen und sich ihr Brot selbst verdienen. Meins gehört mir.

Wenn ich schon solidarisch teile, dann mit denen.

Wie konnten die armen Viecher nur vor den Menschen leben?

Indem der nicht vorhandene Mensch nicht die Ozeane leer gefischt hat?

Von den im Kot übertragenen Krankheiten reden wir mal gar nicht erst...

Ach ja, die alten Panikstudien. Außer der Schädigung durch die enthaltene Säure, die Dir aber wenig ausmachen sollte, sofern Du weder lackiert noch aus Beton oder Sandstein bist, ist mittlerweile klar, daß das Risiko nicht größer ist als ein durchschnittlicher Toilettentürgriff bei der Arbeit.

Sag ich ja. Ich mag Tiere, aber eben keine deren Hauptaufgabe es ist Krankheiten zu verbreiten und Schädling zu sein.

Und Du definierst, wer Schädling ist und wer nicht?

Ich hab z.B. null Probleme mit Spinnen, die tun mir nix, die schaden mir nicht, also so what?
Im Keller hab ich dagegen null Probleme mit Viechern... gut, hab ja auch keinen.

Im Keller hatte ich mit der Ratte durchaus Probleme. Erstens hat sie da unten weder gescheite Nahrung noch Wasser. Zweitens fangen die dann an, alles mögliche anzufressen, was sie nicht anfressen sollten, weil es nix zu fressen ist.

Keine Zigarette-danach anbietende Grüße,
der Gnampf

Mit dem Stinkezeug eh nix anfangen könnende Grüße
der Colaholiker

--
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+1

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 15. Januar 2019, 15:15 (vor 68 Tagen) @ Colaholiker

- kein Text -

--
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Roaminggebühren in die Schweiz entfallen sollten.
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Formulierung: Mutmaßungen <-> Fakten, Subjektiv <-> ∀ gültig

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Dienstag, 15. Januar 2019, 14:20 (vor 68 Tagen) @ gnampf

Moin,

Bei einem Fenster + Abteil wirbelt es vllt. mehr, aber zieht weniger. Weniger Luft wird ausgetauscht, geringere Strömungsgeschwindigkeit.

Mess' mal nach oder simulier, wenn Du es nicht glaubst.


Das kommt drauf an wie du "es zieht" definierst. Ich definiere das nicht nach der Menge des Luftstroms, sondern nach seiner "Unangenehmheit". Vergrößerst du die Öffnung erhöht sich die Menge, die Strömungsgeschwindigkeiten sinken aber ggf. Und genau die Strömungsgeschwindigkeit, in Kombination noch mit den Verwirbelungen, sind das unangenehme was zu Augenreizungen führt. Also genau das was ich sage: im Abteilwagen sind Übersetzfenster noch schlimmer als im Großraumwagen, obwohl der Großraumwagen mehr davon hat die ggf. alle offen sind.

ich denke die meisten Auseinandersetzungen hier im Thema (nicht nur konkret diese hier mit den Fenstern) kommen daher, dass Du viele Aussagen triffst die subjektiv für Dich (und vermutlich einige weitere Leute, aber eben nicht automatisch für alle) sind bzw. die Mutmaßungen sind, ich sie ob der Formulierung aber so wahrnehme als wären die Aussagen so getroffen dass sie allumfassend für alle Leute immer gültig seien oder anstatt Mutmaßungen Fakten seien.

Ich denke gerade das ist der Kern, warum wir hier überhaupt so viel hin-und-her-schreiben.

Gruß!

Sommer?

gnampf @, Freitag, 11. Januar 2019, 18:04 (vor 71 Tagen) @ martarosenberg

Wie kommst Du darauf?

Noch nie bei Hitze in einem unklimatisierten Zug gefahren?

Fenster Auf ist da eher das kühlende.

Ich sehe hier viele Annahmen die Du tätigst.

Ui, das hat aber gedauert bis du da drauf gekommen bist.
Und natürlich hatte ich schon das "Vergnügen" bei Hitze z.B. in n-Wagen unterwegs zu sein. Im Stand brüllend heiß, egal ob Fenster auf oder zu. Bei langsamer Fahrt gehts mit offenen Fenstern gerade so, sobald es etwas schneller wird kannst du die Plätze am offenen Fenster gleich meiden (oder brauchst eine Schutzbrille damit du keine Bindehautentzündung bekommst), es wird laut, aber wirklich kühl wird es trotzdem nicht. Mit Glück holst du dir dafür noch eine Sommergrippe dank der Kombination aus Schweiß und Wind.
Aber weil offene Fenster so toll sind erlebt man das ja auch noch so oft... die bauen die Klimaanlagen in die modernen Züge ja nur ein um die Fahrgäste zu ärgern (und nein, technisch wären sie im Nahverkehr mit Ausnahme vom MüNüX nicht nötig, wie man an den Bimzen, n-Wagen etc, sieht).
Und genauso in den Autos... die sieht man im Sommer ja auch alle mit offenen Fenstern rumfahren... ok, zumindest bis die Kippe rausgeflogen ist, dann geht das Fenster sofort wieder hoch damit die Klima besser kühlt.

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