NL: Netzplan mit Linienführungen. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 08. Januar 2019, 13:50 (vor 222 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

für alle die sich bei uns mal über Takte und so austoben möchten, ist hier eine grafische Darstellung unseres Schienennetzes mit Linienführungen:

https://nieuws.ns.nl/download/611967/spoorkaart2019-231351.pdf

Quelle (NL).

Viel Spass!


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

gus78 @, Dienstag, 08. Januar 2019, 14:10 (vor 222 Tagen) @ Oscar (NL)

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

Daher die Frage, was der am weitesten entfernte Ort (und wie weit ist es) zum nächsten Bahnhof ist? Wie sieht das in Dtl. aus?

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 08. Januar 2019, 15:07 (vor 222 Tagen) @ gus78

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

Daher die Frage, was der am weitesten entfernte Ort (und wie weit ist es) zum nächsten Bahnhof ist? Wie sieht das in Dtl. aus?

In D: Helgoland. Auf dem Festland müsste die größte Entfernung zum regelmäßigen SPNV in der Gegend von Saterland/Friesoythe liegen. Luftlinienentfernung zur nächsten Strecke (Bahnhof habe ich auf die Schnelle nicht geprüft) etwas über 25 km.

In NL: Eine der westfriesischen Inseln (welche genau, ist etwas schwer zu ermitteln). Auf dem Festland dürfte es der westliche Rand des Nordostpolders sein. Luftlinienentfernung ebenfalls etwas über 25 km.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

Altmann @, Amstetten, Dienstag, 08. Januar 2019, 15:21 (vor 222 Tagen) @ JanZ

In NL: Eine der westfriesischen Inseln (welche genau, ist etwas schwer zu ermitteln).

Ich biete Sint Maarten ... ;-)

Sint Maarten...

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 08. Januar 2019, 15:31 (vor 222 Tagen) @ Altmann
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 08. Januar 2019, 15:32

In NL: Eine der westfriesischen Inseln (welche genau, ist etwas schwer zu ermitteln).


Ich biete Sint Maarten ... ;-)

Ich weiss was Du meinst, aber zur Vorbeugung von Missverständnissen:
Sint Maarten liegt 3 km westlich vom "IC"-Bahnhof Schagen, bei Sint Maartensbrug, Sint Maartensvlotbrug und Sint Maartenszee (aber nicht bei Sint-Maartensdijk, das liegt auf der Halbinsel Tholen, 25 km von Bergen op Zoom).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

Stimmt, die hatte ich vergessen ;-)

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 08. Januar 2019, 15:31 (vor 222 Tagen) @ Altmann

- kein Text -

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

4 Länder und ein Königreich ...

Blaschke, Osnabrück, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:06 (vor 222 Tagen) @ Altmann

Huhu.

In NL: Eine der westfriesischen Inseln (welche genau, ist etwas schwer zu ermitteln).

Ich biete Sint Maarten ... ;-)

Gehört aber nicht zu den Niederlanden, sondern ist eines der Länder des Königreichs Niederlande. Wie die Niederlande auch eines ist.

Und wäre im Fall der Fälle nicht Aruba am weitesten entfernt?


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

4 Länder und ein Königreich ...

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:09 (vor 222 Tagen) @ Blaschke

Huhu.

In NL: Eine der westfriesischen Inseln (welche genau, ist etwas schwer zu ermitteln).

Ich biete Sint Maarten ... ;-)


Gehört aber nicht zu den Niederlanden, sondern ist eines der Länder des Königreichs Niederlande. Wie die Niederlande auch eines ist.

Stimmt, dann nehmen wir stattdessen Saba.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Da hab ich keine Ahnung (ja, kommt manchmal vor!)

Altmann @, Amstetten, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:13 (vor 222 Tagen) @ Blaschke

Und wäre im Fall der Fälle nicht Aruba am weitesten entfernt?


Meine Überlegung: St. Maarten liegt relativ weit vom nächstgelegenen Festland entfernt, die ABC-Inseln liegen vor Venezuela. Und irgendwo gibt ´s ja in Venezuela auch Schienen, nehme ich an (???) ...

Da hab ich keine Ahnung (ja, kommt manchmal vor!)

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:25 (vor 222 Tagen) @ Altmann
bearbeitet von JanZ, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:25

Alles richtig, nur wie Blaschke ebenso richtig anmerkt, sind Aruba und St. Maarten keine direkten Teile der Niederlande (etwa so, wie die Isle of Man kein Teil des Vereinigten Königreichs ist). Bonaire, St. Eustatius und Saba sind das aber seit der Auflösung der Niederländischen Antillen sehr wohl, wenn auch mit Sonderstatus. Welche der Inseln jetzt am weitesten vom nächsten Bahnhof entfernt ist, habe ich noch nicht herausgefunden.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 08. Januar 2019, 15:10 (vor 222 Tagen) @ gus78

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

Bin ich mir nicht sicher.
Die Schweiz durfte da besser abschneiden. Orte wie Veghel/Uden, Drachten, Stadskanaal, Wageningen und Oosterhout hätten in CH Bahnanschluss.
In Amstelveen, Nieuwegein, Hoogvliet, Spijkenisse und IJsselstein kommen zwar Trambahnen aber keine Vollbahnen.
In der Gemeinde Westland (sechsstellige Einwohnerzahl) verkehren nur Busse.

Daher die Frage, was der am weitesten entfernte Ort (und wie weit ist es) zum nächsten Bahnhof ist?

Auf der Schnelle ein paar Beispiele:

- die Watteninseln...;) (vor allem Ameland und Schiermonnikoog)
- Drachten, 20 km von sowohl Leeuwarden als Heerenveen, 35 km von Groningen
- Oosterwolde, 20 km von Assen, 25 km von Heerenveen
- Emmeloord, 30-35 km von Meppel, Zwolle, Lelystad
- Den Oever, 20 km von Den Helder, 25 km von Hoorn
- Renesse, 30 km von Goes und Middelburg, 65 km von Rotterdam
- Middelharnis, 40 km zu denselben Bahnhöfen
- Terneuzen, 20-25 km von Goes (nur erreichbar via Belgien oder gebührenpflichtiger Tunnel)
- Raamsdonksveer, 20 km von Breda und Gorinchem
- Veghel und Uden, 20 km von Den Bosch, Eindhoven und Oss

Zum Glück haben wir ein zusätzliches Schnellbusnetz, obwohl da wesentlich Raum für Verbesserung besteht (z.B. Enkhuizen-Lelystad-Harderwijk-Apeldoorn-Arnhem).

Aber viel schlimmer sind einige Sackgassen im Netz.
Emmen-Groningen: Bus ist schneller als die Bahnfahrt via Zwolle.
Leeuwarden-Alkmaar: Bus ist schneller als die Bahnfahrt via Zwolle und Amsterdam (OK, auch bedingt durch die Geographie, man müsste eine Bahntrasse über den Abschlussdeich bauen).

Wie sieht das in Dtl. aus?

Das weiss ich nicht.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

Machbar wär's doch, würde ich so sagen ...

Blaschke, Osnabrück, Dienstag, 08. Januar 2019, 15:54 (vor 222 Tagen) @ Oscar (NL)

Huhu.

Leeuwarden-Alkmaar: Bus ist schneller als die Bahnfahrt via Zwolle und Amsterdam (OK, auch bedingt durch die Geographie, man müsste eine Bahntrasse über den Abschlussdeich bauen).

Was meiner Meinung nach kein großes Problem sein sollte, wenn wer wollen würde ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

Machbar wär's doch, würde ich so sagen ...

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Dienstag, 08. Januar 2019, 16:10 (vor 222 Tagen) @ Blaschke

Huhu.

Leeuwarden-Alkmaar: Bus ist schneller als die Bahnfahrt via Zwolle und Amsterdam (OK, auch bedingt durch die Geographie, man müsste eine Bahntrasse über den Abschlussdeich bauen).


Was meiner Meinung nach kein großes Problem sein sollte, wenn wer wollen würde ...

Höchstens ein finanzielles. Immerhin müsste man den Deich (eigentlich Damm) entsprechend verbreitern. Oder die Autobahn stilllegen, die die ursprünglich für eine Bahnlinie vorgesehene Fläche belegt.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 08. Januar 2019, 17:02 (vor 222 Tagen) @ Oscar (NL)

Wobei man in der Schweiz oft Züge fahren sehen kann, die aber nur sehr umständlich zu erreichen sind, weil eine tiefe Schlucht dazwischen liegt und man endlos 'Terpentinen' (O-Ton meiner Nichte) fahren müsste. Tief unten im Tal, hoch oben auf einem Pass usw. Gerade die Schweiz finde ich mit seinen Wegeführungen in einigen Gegenden außerst anspruchsvoll.

Wie im deutschen Rheintal: Kannst die Regionalbahn im Bahnhof gegenüber in 300m Entfernung sehen, um dort hin zu kommen musste aber 20 Kilometer Umweg über eine Brücke oder Fähre fahren.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

gus78 @, Dienstag, 08. Januar 2019, 17:25 (vor 222 Tagen) @ Alibizugpaar

Vielen Dank für die Antworten (auch wenn nur ein Teil wirklich zum Thema war)

Wie sieht es denn nun aber ohne Inseln und per üblichen Fahrweg (also nicht Luftlinie) aus?

Am weitesten entfernter Ort zum Schienennetz?

ICE11, Aachen, Dienstag, 08. Januar 2019, 22:01 (vor 222 Tagen) @ gus78

Nabend,

Wie sieht es denn nun aber ohne Inseln und per üblichen Fahrweg (also nicht Luftlinie) aus?

Dann würde ich ebenfalls aufs Deltagebiet tippen. Wenn Belgien nicht zählt, dann kämen wir z. B. von Aardenburg zum nächsten NS-Bahnhof nach Goes auf ca. 65 km (nächster tatsächlicher Bahnhof wäre Knokke in Belgien mit 16 km), oder von Ouddorp nach Schiedam auf 50 km.

Netzdichte ist keine Stärke des NL-Netzes

Alphorn (CH), Mittwoch, 09. Januar 2019, 04:19 (vor 221 Tagen) @ gus78

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

Der Eindruck täuscht definitiv. Die Niederlande haben 401 Bahnhöfe

Netzdichte ist keine Stärke des NL-Netzes

Alphorn (CH), Mittwoch, 09. Januar 2019, 05:37 (vor 221 Tagen) @ gus78
bearbeitet von Alphorn (CH), Mittwoch, 09. Januar 2019, 05:38

[Sorry für den doppelen Artikel, beim Abschicken des vorigen gabs einen Übertragungsfehler]

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

Der Eindruck täuscht. Die Niederlande haben 401 Bahnhöfe bei einer Fläche von 41'543 km², macht 9.6 Bahnhöfe pro 1000 km².

Zum Vergleich: In der gleich grossen Schweiz haben allein schon die SBB 793 Bahnhöfe und Haltestellen, zusammen mit den (manchmal tramähnlichen) Privatbahnen werden es 2000! Macht also 17 bis 48 Bahnhöfe pro km². Und das, obwohl Teile der Schweiz unbewohnbar sind.

Selbst Deutschland hat mit 5560 Bahnhöfen auf 357'578 km² eine deutlich höhere Bahnhofsdichte als die Niederlande (15.5 Bahnhöfe pro 1000 km²).

Die Stärke des NL-Netzes ist eine andere: Takt. Die langsamsten Züge sind wegen der grossen Haltestellenabstände vergleichsweise schnell, die schnellsten Züge sind wegen vmax=140 km/h vergleichsweise langsam. Das erhöht die Kapazität der Strecke enorm, weil sie sich weniger behindern, und ermöglicht hervorragende Takte. Diese sind in der Randstad auch nötig.

@Oscar, weisst Du, ob die Bahnhofsdichte zur Erreichung dieses Zustandes bewusst reduziert wurde oder war sie von Anfang an so?

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Railway_stations_in_the_Netherlands
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bahnh%C3%B6fe_in_der_Schweiz
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13357/umfrage/anzahl-der-bahnhoefe-im-be...

NL: eine Sache von Access-Points.

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Mittwoch, 09. Januar 2019, 09:12 (vor 221 Tagen) @ Alphorn (CH)

gus78:

Was mir immer wieder auffällt, wie dicht das Netz ist.

In dieser Diskussion sieht man die unterschiedliche Definitionen von "dichtes Netz".

a. dichter Takt (darüber sind wir, glaube ich, alle einig)
b. relativ kurze Entfernung zu einem Access-Point (da schneiden andere Länder besser ab)
c. Anzahl der Access-Points pro Einheit Landoberfläche (da ist NL in Vergleich zu CH eher armutig)
d. wenn die Bahn streikt, ist das Netz selbstverständlich auch dicht...;).

Ein Access-Point kann ein vollwertiger Bahnhof sein oder eine provisorische Haltestelle; Hauptsache ist, man hat Zutritt zum System Bahn.
Zwar haben wir relativ wenige Access-Points, aber man kann auch die Frage stellen:

- wieviele Leute bedient ein Access-Point? (Utrecht Centraal etwas mehr als Uithuizermeeden)
- wie gross ist das Einzugsgebiet eines Access-Points? (Steenwijk eher gross, Almere Parkwijk eher klein)
- wieviele Reisemöglichkeiten bietet das Access-Point? (auch hier Utrecht Centraal etwas mehr als Arnemuiden)
- wie stehen diese drei Merkmale relativ zueinander da?

Alphorn (CH):

Die Niederlande haben 401 Bahnhöfe bei einer Fläche von 41'543 km², macht 9.6 Bahnhöfe pro 1000 km².
In der gleich grossen Schweiz haben allein schon die SBB 793 Bahnhöfe und Haltestellen, zusammen mit den (manchmal tramähnlichen) Privatbahnen werden es 2000! Macht also 17 bis 48 Bahnhöfe pro km². Und das, obwohl Teile der Schweiz unbewohnbar sind.
Deutschland hat mit 5560 Bahnhöfen auf 357'578 km² eine deutlich höhere Bahnhofsdichte als die Niederlande (15.5 Bahnhöfe pro 1000 km²).

Die Schweiz hat Bergketten, die Niederlande Wasserflächen. Beide sind relativ dünn besiedelt. Beide sind auch herausfordernd bezüglich Bahnbau.
Durch Bergketten muss man tunneln und man braucht teilweise Zahnstangen um Höhenunterschiede zu überwinden. Bei Wasserflächen braucht man Brücken und Viadukte. Zudem haben die Landflächen eines wasserreichen Landes einen butterweichen Boden, was der Bau von Bahntrassen erheblich erschwert (für die HSL-Zuid musste man zuerst eine 5-6-stellige Zahl an Betonpfeilern in den Boden schlagen, damit die Strecke nicht ins Schwimmen gerät).

Aber: Flachland kann man auch mit Bussen oder mit dem Fahrrad oder zu Fuss leicht bereisen, und auf Wasserstrassen kann man per Boot reisen (zwischen Dordrecht-Rotterdam verkehrt sogar ein "Wasserbus").
In Bergregionen (und erst recht in der Schweiz) kommt man nur mit der Bahn. Da ist man teilweise alternativlos.
Zudem hat wasserreiches Flachland noch ein Gegner: der Wind. Vor allem elektrifizierte Strecken sind bei Sturm ausfallbedroht. Nicht umsonst nehmen die Züge auf grossen Teilen des DK-Netzes und auf dem Damm auf Sylt ihre eigene Kraftwerke mit, anstelle die benötigte Energie aus einem Kupferkabel zu ziehen.

Interessant wäre der Vergleich mit Dänemark. Das ist so etwas wie die Provinz Zeeland in NL-Grösse. Wären Goeree-Overflakkee (Middelharnis und Umgebung), Schouwen-Duiveland (Zierikzee, Renesse usw.) und Zeeuws-Vlaanderen (Oostburg, Terneuzen, Hulst) in DK, dann hätten die wohl Bahnanschluss gehabt.

Die Stärke des NL-Netzes ist eine andere: Takt. Die langsamsten Züge sind wegen der grossen Haltestellenabstände vergleichsweise schnell, die schnellsten Züge sind wegen vmax=140 km/h vergleichsweise langsam. Das erhöht die Kapazität der Strecke enorm, weil sie sich weniger behindern, und ermöglicht hervorragende Takte. Diese sind in der Randstad auch nötig.

@Oscar, weisst Du, ob die Bahnhofsdichte zur Erreichung dieses Zustandes bewusst reduziert wurde oder war sie von Anfang an so?

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte NL eine ähnliche Bahnhofsdichte wie die Schweiz heute. Auch gab es viele Lokalbahnen, teilweise sogar meterspurig; heute würde man die Regio-Tram nennen. Gemert, die Geburtort meines Vaters, 10 km von Helmond und 20 km von Eindhoven, hatte zum Beispiel eine Trambahn. An der Strecke Eindhoven-Venlo gab es auch Bahnhöfe in Eeneind, Griendtsveen und America. Es gab zwei Bahnstrecken ab Eindhoven nach Valkenswaard: eine direkt via Waalre und eine andere via Geldrop. Ab Valkenswaard gingen beide Strecken weiter nach Neerpelt (BE), ein Bahnknoten mit Strecken von/nach drei weiteren Richtungen: Weert, Hasselt und Antwerpen.
Umso erstaunlicher, dass Aigle (CH), ein Ort mit weniger Einwohnern als Gemert, auch heute noch ein Tramnetz von drei Linien hat! Die drei Schmalspurbahnen die in Aigle starten, haben im Ort eine Art Tramfunktion.

Ein erster Rückschlag war die Wirtschaftskrise in den 1930ern, aber der grosse Rückschlag war der 2. Weltkrieg. Viele Strecken und Bahnhöfe wurden von entweder der Besatzungsmacht oder Widerstandskräften abgebaut und nachher nicht mehr wiederhergestellt. Bahnhofseinstellungen nach 1945 erinnere ich mich nur eine: die von Soestduinen. Sonstige Strecken wie Boxtel-Veghel-Uden wurden nur noch einiger Zeit für Güterverkehr verwendet. Aber hier gab es den Aufmarsch des Lastkraftwagens. Das NL-Bahnnetz verlor zwischen 1960-1985 75-80% der Betriebsanschlüsse weil LKWs wirtschaftlicher waren als Wagenladungtransporte per Bahn.

Zwar sind für die weggefallenen Bahnhöfen neue gekommen, aber die sind meist in der Nähe von bereits existierenden Bahnhöfen gekommen: Eeneind, Griendtsveen und America gingen, dafür kamen dann Helmond Brouwhuis, Helmond 't Hout und Helmond Brandevoort. Eine Folge von Verstädtung ("Urbanisation") unseres Landes. Dorfbahnhöfe wurden als überflüssig betrachtet; Bus war wirtschaftlicher, und ab 1970 wurde das Auto populär.

In diesem Sinne ebenso erstaunlich, dass NL keine echten S-Bahnen hat wie BE (GEN Brüssel), FR (RER/Transilien), ES (Cercanias, Rodalies), DE/CH/AT/DK, SE (Storstockholms Lokaltrafiken, Västtrafiken) obwohl die allermeisten Länder weniger oder deutlich weniger dicht besiedelt sind. De Sprinter sind eher halb-RB, halb-S.
Andererseits kann man die Sprintern in der Randstad auch als S-Bahn bezeichnen. Und Systeme wie Randstadrail sind ähnlich wie S-Bahn Karlsruhe oder die FR-Tram-Trains. Die Zoetermeer- und Hofpleinstrecke, auf denen jetzt Tram- und Metrofahrzeuge verkehren, waren ja auch ehemalige Vollbahnen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

NL: eine Sache von Access-Points.

Aphex Twin, Mittwoch, 09. Januar 2019, 10:21 (vor 221 Tagen) @ Oscar (NL)

In dieser Diskussion sieht man die unterschiedliche Definitionen von "dichtes Netz".

a. dichter Takt (darüber sind wir, glaube ich, alle einig)
b. relativ kurze Entfernung zu einem Access-Point (da schneiden andere Länder besser ab)
c. Anzahl der Access-Points pro Einheit Landoberfläche (da ist NL in Vergleich zu CH eher armutig)
d. wenn die Bahn streikt, ist das Netz selbstverständlich auch dicht...;).

Ein Access-Point kann ein vollwertiger Bahnhof sein oder eine provisorische Haltestelle; Hauptsache ist, man hat Zutritt zum System Bahn.
Zwar haben wir relativ wenige Access-Points, aber man kann auch die Frage stellen:

- wieviele Leute bedient ein Access-Point? (Utrecht Centraal etwas mehr als Uithuizermeeden)
- wie gross ist das Einzugsgebiet eines Access-Points? (Steenwijk eher gross, Almere Parkwijk eher klein)

Eine relevante Metric dafür ist wohl wieviel Prozent der Bevölkerung in einem 'Abstand' von z.B. 15 Minuten von einer Bahnstation entfernt wohnen (bzw. arbeiten). Wobei man hier natürlich zwischen Fussweg, Fahrrad oder Bus differenzieren könnte. Oder umgekehrt was der Median-'Abstand' in Minuten ist. Grossstädte mit einer dichten Bebauung und einem dichten Bus- und/oder Tramnetz erlauben es eine Mehrheit der Bevölkerung gut zu versorgen auch wenn es in der Fläche Defizite gibt.

- wieviele Reisemöglichkeiten bietet das Access-Point? (auch hier Utrecht Centraal etwas mehr als Arnemuiden)
- wie stehen diese drei Merkmale relativ zueinander da?

NL: eine Sache von Access-Points.

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Mittwoch, 09. Januar 2019, 11:37 (vor 221 Tagen) @ Aphex Twin

Hallo Aphex Twin,

Ein Access-Point kann ein vollwertiger Bahnhof sein oder eine provisorische Haltestelle; Hauptsache ist, man hat Zutritt zum System Bahn.
Zwar haben wir relativ wenige Access-Points, aber man kann auch die Frage stellen:

- wieviele Leute bedient ein Access-Point? (Utrecht Centraal etwas mehr als Uithuizermeeden)
- wie gross ist das Einzugsgebiet eines Access-Points? (Steenwijk eher gross, Almere Parkwijk eher klein)

Eine relevante Metric dafür ist wohl wieviel Prozent der Bevölkerung in einem 'Abstand' von z.B. 15 Minuten von einer Bahnstation entfernt wohnen (bzw. arbeiten). Wobei man hier natürlich zwischen Fussweg, Fahrrad oder Bus differenzieren könnte.

Leider wird bei uns mit zwei Massstäben gemessen.

1. Ich nannte als Beispiel Almere Parkwijk. Der Bahnhof liegt zwischen Almere Centrum und Almere Buiten eingeklemmt. Zwischen Centrum und Buiten liegen 5 km.
a. Ihr werdet kaum wissen, wie LAUT Almere über den fehlenden "IC"-Status von Almere Buiten gemeckert hat! Als Kompromiss hält jetzt nur "IC" 24nn dort, weil der in Lelystad beginnt/endet. "IC"s die nicht in Lelystad beginnen/enden, halten weder in Almere Buiten noch in Lelystad, z.B. "IC" Amsterdam-Groningen).
b. Ähnlich laut wurde um den Bahnhof Almere Parkwijk gemeckert. Hier sieht man den Unterschied zwischen NL und den Europaländern mit S-Bahnen. Dort wäre so ein Bahnhof selbstverständlich; es hätte sogar Bahnhöfe Almere Literatuurwijk und Almere Faunabuurt gegeben. Und auch Muiderberg, jenseits der Wasserstrasse IJmeer/Gooimeer, hätte ein Bahnhof gehabt.

Auch sowas: Helmond. 4 Bahnhöfe. Darüber macht Eindhoven sich jedes Jahr lustig mit Karneval. Wann baut Ihr die Bahnhöfe Helmond Kasteelherenlaan und Helmond Bokhorst? In Deutschland oder der Schweiz hätte es diese Bahnhöfe vermutlich längst gegeben.

2. Eindhoven hat dagegen etwa soviele Einwohner wie Almere aber nur zwei Bahnhöfe. Wer ganz im Norden der Stadt wohnt, muss also erst mal 20-25 Minuten im Bus zur Stadtmitte. Oh Ironie: im Viertel 't Hofke, eingeklemmt zwischen den Strecken nach Venlo und Weert, meckern alle über Lärmbelästigung vorbeifahrender Züge aber keiner um einen fehlenden Bahnhof...

Oder umgekehrt was der Median-'Abstand' in Minuten ist. Grossstädte mit einer dichten Bebauung und einem dichten Bus- und/oder Tramnetz erlauben es eine Mehrheit der Bevölkerung gut zu versorgen auch wenn es in der Fläche Defizite gibt.

In Almere kommt man mit dem Rad und zu Fuss sehr gut zu den 6 Bahnhöfen. Dennoch hat die Stadt auch sehr gute Busverbindungen.
In Eindhoven, das nur 2 Bahnhöfe hat, sind die Reisewege sogar mit dem Bus noch lange, vor allem wenn man Veldhoven, Meerhoven (Airport) und Waalre dazurechnet.
Zwar haben wir freie Busspuren aber die zugehörigen Buslinien sind langsam.

Dann sieht es in Nijmegen schon besser aus. Drie Bahnrichtungen, alle drei von einem Randbahnhof versehen (Richtung Den Bosch sogar zwei = Goffert und Dukenburg). Ab Hauptbahnhof verkehren Busse via eine "Busrennbahn" in rasantem Tempo nonstop nach Heyendaal und bedienen ab dort die Aussenviertel und den Unicampus. Morgens wird dort etwa in Minutentakt gefahren.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

NL: Netzplan mit Linienführungen.

Sören Heise @, Region Hannover, Dienstag, 08. Januar 2019, 17:58 (vor 222 Tagen) @ Oscar (NL)

Moin Oscar,

besten Dank für den Link und die Karte!

Gruß Sören

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum