Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 16:05 (vor 13 Tagen)

Hallo liebes Forum,

ich nutze mal die Winterzeit, um bei meinen Reiseberichten etwas aktueller zu werden. ;-)

Ich fahre ja regelmäßig von München nach Berlin. Für den 29.04.17 hatte ich mir eine etwas andere Route herausgesucht. Gesetzt waren als schöne Strecke der Prager Semmering und als exotischer Bahnhof Bayerisch Eisenstein. Das ist nur nordwärts an einem Tag machbar, mit sehr langen Umsteigezeiten: über 30 min an der Grenze, fast 1 h in Beroun, 2:07 h in Prag, letzteres ist wahrscheinlich bei 2-h-Takt genau 1:59 h mehr als die MÜZ.^^
Nachdem ich zwei Monate im Voraus gebucht hatte, schaute ich drei Wochen vorher nochmal in den Fahrplan und sah SEV von Dobřany nach Pilsen. Drei Tage vor Abfahrt schaute ich mir nochmal die Baustelleninfos an, die ja nur in der Weltsprache Tschechisch verfügbar sind: Komplettausfall des Prager Semmerings, als Ersatz wurde auf die Tram verwiesen! Info per E-Mail kam übrigens keine, das habe ich von den ČD auch schon anders erlebt (damals wegen Bauarbeiten bei Landshut die Abfahrtszeit München – Prag um mehr als 30 min vorverlegt, ich erhielt eine automatische Mail). Ob dieser schlechten Nachrichten schmiss ich mein Programm um: Mit dem SEV konnte ich leben, statt des Prager Semmerings schaute ich mir Pilsen an.

Äußerst früh am Morgen nahm ich nach Anreise per Nachtbus den Alex um 4:55 Richtung Prag. Kurz nach halb sechs stieg ich in Landshut schon aus, um mit dem Mops nach Plattling zu fahren. Es war der erste Isar-Donau-Express und so früh am Morgen, dass dieser noch nicht ab München fuhr. Als ich einsteigen wollte, drückte ich den Türknopf, während die Tür gerade zuging. Daraufhin ging sie wieder auf. So weit, so gut. Doch nun ging sie nicht mehr zu.^^ Sie ging in Dauerschleife unter widerborstigem Piepen fast zu und gleich wieder auf. Zur Kulisse des Türpiepens (bald stimmte auch eine weitere Tür ins Konzert ein) gesellte sich bald das nicht minder eindrucksvolle niederbayrische Fluchen des Tf. Der Glatzkopf in seinen 30ern machte sich unter Ausstoß von Wörtern, die ich diesem freundlich wirkenden Menschen gar nicht zugetraut hätte, an den Türen zu schaffen. Irgendwann war er erfolgreich, und mit + 11 begann der Ritt entlang der Unterisar. Die eingleisige Strecke hatte für imaginäre Zugkreuzungen massig Puffer, schnell war die Verspätung komplett aufgeholt, Plattling wurde pünktlich erreicht.
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1 TGV ohne Pfeiler in der Fresse. Der Zug steht ja die ganze Nacht in der Bahnhofshalle. Ab wann ist eigentlich der Zustieg möglich?
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2 International Nahverkehr
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3 Morgennebel
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4 Mops in Plattling nach überwundener Türstörung
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5 Hier herrscht dichter Zugverkehr^^

In Plattling hatte ich 20 min Aufenthalt bis zur Abfahrt der Waldbahn, der ein einteiliges Regioschüttel ausreichte. Es überquerte die Donau und tauchte kurz darauf in den Morgennebel des Bayrischen Waldes ein. Der Abschnitt zwischen Deggendorf und Gotteszell muss bestimmt landschaftlich richtig schön sein, die Strecke gewinnt dort mit einer weiten doppelten Kehrschleife an Höhe, aber leider sah man nicht viel. Weiter oben lichtete sich der Nebel wenigstens etwas.
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6 Die Waldbahn (die heißt wirklich so^^)
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7 Überquerung der Donau
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8 Hier hat man normalerweise bestimmt ein schönes Panorama
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9 Schöne Aussicht. Nicht…
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10 Nein, heute heißt der Niederschlag Nebel…

Auch das Schüttel erreichte pünktlich sein Ziel: den deutschen Teil des Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein/Železná Ruda-Alžbětín. 1878 wurde der Bahnhof mit dem Mittelteil seiner Empfangshalle genau auf die Grenze zwischen Bayern und damals noch Österreich gebaut. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs blieb war der tschechische Teil ungenutzt, Stacheldrahtzaun wurde über die unterbrochenen Gleise gespannt, selbst im Empfangsgebäude war der Grenzverlauf mit einer Mauer markiert. Mittlerweile herrschen andere Zeiten: Man kann grenzüberschreitend reisen; im deutschen Teil des Gebäudes hat der Naturpark Bayerischer Wald das Museum NaturparkWelten eingerichtet. Samstagmorgen war es leider noch geschlossen. Eine Dreiviertelstunde hatte ich an diesem exotischen Ort Aufenthalt. Anbei ein Bilder der Grenzerfahrung Bahnhof:
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11 Schüttel am Ziel
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12 Das weiße Schild rechts der Bildmitte neben der schwarzen Tafel weißt unmissverständlich auf die Staatsgrenze hin
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13 Bei genauem Hinschauen erkennt man die rote Linie, die mitten über den Bahnsteig verläuft und die Grenze markiert
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14 Grenzstein auf dem Bahnsteig
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15 Es muss doch bestimmt irgendwelche Regeln geben, zu welchem Land diese Tür gehört^^
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16 Blick Richtung Nordosten auf die Rückseite des schmucken Gebäudes auf tschechischer Seite. Darin ist eine Gaststätte untergebracht. Deutschland ist gar nicht auf diesem Bild.
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17 Von der gleichen Stelle Blick Richtung Südwesten. Die Linie im Kopfsteinpflaster im Vordergrund markiert den Grenzverlauf
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18 Blick Richtung Nordosten. Die Grenze verlässt das Gebäude kurz vor der Stelle, wo links im Bild das Autoheck zu sehen ist. Am rechten Bildrand ruht sich das Schüttel aus.
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19 Letztes Bild der Grenze: Sie trifft unter dem Bahnsteigdach aufs Gebäude und verläuft quer hindurch. Unter dem Baldachin versteckt sich das Schüttel.

Auf tschechischer Seite stand schon ein Zug mit einem Monster von Diesellok bereit. Die Wagen waren vorsintflutlich, wenigstens konnte man die Fenster öffnen. In Bayerisch Eisenstein konnte man schon sehen, dass weiter oberhalb noch etwas Schnee liegt. Aber ich staunte nicht schlecht, als ich im weiteren Verlauf der Fahrt noch eine geschlossene Schneedecke sah – am 29. April! Es war eine landschaftlich sehr schöne Strecke, immer wieder gab es schöne Ausblicke, und diesmal sah man auch etwas.^^ Nach dem Scheiteltunnel hinter Špičák begann die Abfahrt, und der Schnee schmolz rasch. Mehrere der Bahnhöfe lagen in der völligen Pampa, und – untypisch für Tschechien – dort stieg tatsächlich niemand ein oder aus. Mein Ticket First Minute Evropa hatte ich erst ab Hamry-Hojsova Stráž lösen können, deshalb hatte ich bis dort noch ein extra Inlandsticket. Das wollte ich dem tschechischen Zub so auf Slowakisch erklären, und nur weil mir nicht schnell genug der Genitiv von Hamry-Hojsova Stráž einfiel (nach + Ort --> Ortsname immer im Genitiv), wechselte er in ein Englisch, das bestimmt nicht besser war als mein Slowakisch – hmpf… In Klatovy gab es einen längeren Aufenthalt, dort wurde der Diesel-Dino durch eine E-Lok ersetzt, die man am freundlichsten mit „altehrwürdig“ beschreiben kann.
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20 Dieses Monster bringt mich weiter
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21 Nein, das ist kein Museumszug^^
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22 Klischee pur: Gleich hinter der Grenze gibt’s Schnee :p
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23 So viel Schnee am 29.04.!
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24 Zugkreuzung in Špičák, dem höchstgelegenen Bahnhof der Strecke
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25 – 27 Winterwunderland
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28 Haltepunkt in der Wildnis
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29 Nochmal Schnee
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30 – 31 Hier hatte ich mein Ticket gesplittet^^
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32 Der Schnee wird weniger
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33 Und das Wetter scheint sich etwas zu bessern
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34 Landschaft im Böhmerwald
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35 Fast schon Frühlingsidylle
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36 Gegenzug in Klatovy
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37 Das Dieselmonster trollt sich von dannen…
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38 …und wird abgelöst von einem nicht weniger modernen Gefährt

Weiter ging es auf einer wenig spektakulären Strecke, mit größter Mühe gewann ich den Kleinkrieg gegen den Schlaf. Bei Ankunft in Dobřany war bereits alles gut organisiert: Drei Busse standen bereit, der Zub passte auf, dass alle in die Busse verfrachtet wurden, und fuhr auch selbst mit. Eigentlich war die Strecke ja nur zwischen Plzeň zast. und Plzeň hl. n. (Hbf.) gesperrt, aber ab Dobřany über die Schnellstr. war viel schnellerer SEV möglich. Der Zug fuhr von Dobřany auch weiter bis Plzeň zast., wer wollte, konnte natürlich mitfahren. Ich fuhr SEV zum Hbf. und war nicht Zug bis zast., weil ich am Hbf. meinen Koffer lassen konnte und ihn nicht durch die Stadt schleppen wollte. Der dicke, schwer atmende SEV-Fahrer hatte eine Warnleuchte im Bus einfach abgeklebt, damit sie nicht nervt. Und die ganze Fahrt über ertönte ein monotones Piepen, das er ebenso lange gekonnt ignorierte. Immerhin fuhr er nicht wie von der Tarantel gestochen, sondern in Ordnung.^^ Plzen hl. n. wurde 9 min nach planm. Ankunft des Zuges an anderen Daten erreicht. Auch interessant: Der Tarif der Gepäckaufbewahrung in Pilsen-Hbf. berechnete sich nach Gewicht.^^

Es geht gleich weiter…

Das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 2/2

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 16:06 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo liebes Forum,

nach Ankunft in Pilsen erkundete ich 3 h lang die Stadt, wirklich viel sah in der kurzen Zeit freilich nicht. Die Stadt ist schon ganz nett (auch wenn es in meinem Fall nur als Lückenfüller gedient hatte):
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39 – 40 Tram am Náměstí Republiky (Hauptplatz) in Pilsen
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41 – 42 St.-Bartholomäus-Kathedrale am Hauptplatz in Pilsen
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43 – 45 Ausblick vom Kirchturm
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46 Bahnhof hinter der Baustelle

Weiter fuhr ich mit einem Rx, diese Zuggattung hatte mich auch schon von der Grenze hierher gebracht. Der Zug kam aus Cheb und hatte, genau wie sein Gegenzug, einen längeren Aufenthalt hier zur Aufnahme aller möglichen Anschlussreisenden. Er war gut besetzt, ich fand nur noch Abteile mit freien Gangplätzen. Durch Mitteltschechien ging es mit Halt in Zdice (wo keine internationalen Züge halten) nach Beroun. Ab dort waren auch die letzten Plätze belegt und es ging weiter entlang des Flusses Berounka nach Prag. Und da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, waren nach Dobřany und dem Prager Semmering auch für Prag selbst Bauarbeiten angekündigt: Der Zug sollte nicht in Smíchov halten (damit gab es auch keine schöne Aussicht auf der Moldaubrücke), sondern schon auf der Brücke der Intelligenz die Moldau überqueren – immerhin eine Strecke, die normalerweise nicht im Personenverkehr befahren wird – und dann über Praha Krč und Vršovice weiter zum Hbf. fahren, auch nett.^^ In den Fahrplan wurde das nicht eingearbeitet, bei den Baustelleninfos stand nur der lapidare Hinweis, dass Züge ihre Verspätung um bis zu 5 min erhöhen können.^^ Mein Zug war in Plzen hl. n. mit + 2 abgefahren und schaffte es aber trotz der Umleitung, die Verspätung bis Praha hl. n. zu halbieren. ;-) Am Prager Hbf. gab’s zum ersten Mal an diesem Tag Regen. Zum dritten Mal stieg ich nun schon hier um, aber zum ersten Mal schaffte ich es, wenigstens mal das Bahnhofsgebäude zu verlassen.^^
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47 In Prag macht sich die Lok schnell aus dem Staub
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48 Buden auf dem Bahnhofsvorplatz
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49 Nicht schön, aber immerhin ein Außenbild^^
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50 Und hier die Bahnhofshalle, auch dort allerlei Verkaufsstände

Das Gleis für die Weiterfahrt stand erst 15 min vor Abfahrt fest (die Tschechen haben ein genau so blödes System wie die Franzosen, dass die Gleise erst 20 min vor Abfahrt feststehen, oder eben noch kurzfristiger). Der Zug fuhr mit 6 min Verspätung ab, Ansagen gab’s nur die automatisierten zum nächsten Halt. Die Ausfahrt aus Prag ist sicherlich schön, aber leider voll mit Lärmschutzwänden, man sieht immer nur kurz etwas. Im Dosto müsste das toll sein. ;-) Da in Pilsen doch recht wenig Zeit gewesen war, nutzte ich die Happy Aua von JLV und futterte erstmal Lende mit Knödeln für umgerechnet grob 6,50 €. Ich glaube, ich habe es geschafft, vom Kellner die ganze Zeit für einen Slowaken gehalten zu werden *freu*. Die paar wichtigsten Sätze, die man im Restaurant immer wieder braucht, kann ich gut und akzentfrei, und das übrigens auch in einer Reihe von Sprachen (wegen meiner Weigerung, einen dieser komischen Dialekte zu sprechen, wurde ich in Belgien immer für einen Niederländer gehalten – das hat sogar in Maastricht geklappt! :D). Während ich mit Essen beschäftigt war, verpasste ich leider schon ein paar schöne Blicke ins Elbtal (man muss halt Prioritäten setzen!), aber da kamen ja noch genug Gelegenheiten. Zum Glück waren die Abteile auch der Elbe zugewandt. Bis Ústí war der Zug wieder pünktlich, dort verließen meine beiden Mitreisenden mein Abteil und ließen mich mit der Erkenntnis zurück, mal wieder sinnlos 3 € für die Reservierung vergeudet zu haben – mein Abteil behielt ich allein bis Berlin.^^
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51 Doppelelefant & Privater
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52 Lok und Triebwagen
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53 Václav fährt nach Deutschland
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54 – 55 In leichtem Regen verlassen wir Prag
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56 Tschechische Idylle ;-)
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57 Elbüberquerung
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58 Schick!
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59 Rollendes Restaurant
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60 Schmale Elbe
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61 – 62 Hier wird das Elbtal schon dramatischer
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63 Spiegelung
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64 Ein Güterzug überquert die Elbe bei Ústí
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65 Von alt zu neu
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66 Weiter flussabwärts
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67 Spiegelei im Tunnel
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68 Piratenspielplatz in Děčín

Děčín wurde ebenfalls pünktlich erreicht, aber es ging nicht weiter. Das Info-System im Gang verkündete, dass wir auf einen entgegenkommenden Zug warteten – ähm, die Strecke ist zweigleisig. Das deutsche Zugpersonal war auch schon da, daran kann’s also auch nicht gelegen haben. Also bitte nochmal würfeln.^^ Mit + 6 ging’s los, die Grenze wurde mit + 3 überquert, also pünktlich. Mittels der heutigen drei Fahrten konnte Tschechien seine Pünktlichkeit bei meinen Fahrten von 25 % auf 57 % mehr als verdoppeln. :D Mein innigster Wunsch wurde erfüllt: das deutsche Zugpersonal beließ es bei Deutsch & Englisch und versuchte sich Gott sei Dank nicht an Ansagen auf Tschechisch. Ich habe bei DB Fv schon komplette Ansagen auf Niederländisch und Dänisch erlebt, ersteres war definitiv, letzteres erschien mir sehr wie die abgelesene Umschrift für Deutschsprachige, aber bei Tschechisch stell ich mir das schwer vor :-O. Bereits Dresden wurde wieder pünktlich erreicht. Dort hatte die Knödelpresse Feierabend und wurde vom Klops der Gattung 101 ersetzt.
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69 – 71 In der Sächsischen Schweiz
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72 Sehr schön!
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73 Rückblick aufs Elbtal
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74 – 75 Elbsandsteingebirge
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76 Hier ist die Landschaft wieder sanfter und die Elbe schmaler
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77 Dresden-Hbf.
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78 Ablösung für Václav

Bevor die Fahrt nun durch die Einöde führen sollte, holte ich schon mal meinen Laptop raus. Gerade noch im richtigen Moment sah ich, dass wir gerade die Elbe überquerten, und konnte noch ein Foto schießen. Dann folgte nur noch Einöde. Z. T. ging es über Strecken, die außerhalb der damaligen Baustellenumleitung nur von Güterzügen befahren werden. Die waren dann aber auch so langsam, dass es einen schon aggressiv machte: schnurgerade, weit und breit keine Anwohner, die der Lärm stören könnte, und trotzdem nur 100 km/h. Ab Jüterbog ging es dann auf der Leipziger Strecke nach Berlin.
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79 Elbflorenz
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80 Umleitungsstrecke im Abendlicht
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81 Dieses Bild gibt es mittlerweile so auch nicht mehr

Nach über 16 Stunden erreichte ich pünktlich, aber todmüde die Gruft des Mehdorniums. Mit 800 km (davon 347 in CZ) hatte die Strecke gut 50 km weniger als die der Umleiter-ICEs 2016 von Berlin via Fulda nach München. Selbst wenn man den fehlenden Abschnitt Dobřany – Pilsen mit einrechnet, ist es über Fulda weiter.^^
Insgesamt war es mal wieder eine sehr schöne Fahrt. Allerdings bevorzuge ich für regelmäßige Fahrten mittlerweile doch die RbTW (Rennbahn Thüringer Wald). ;-)

Es grüßt,
das Krümelmonster

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Vielen Dank. Sehr schön. + Frage/Anmerkungen

EC 178 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 16:38 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Danke für den interessanten Bericht. Einiges kommt mir bekannt vor, einiges nicht.

Frage: Woher/Wieso kannst Du slowakisch?

Es gibt übrigens einen (nur einen?) Dresdner Zugführer beim Fv, der fließend tschechisch spricht und auch auf tschechisch ansagt. Wenn Du den gehabt hättest... ;-)

Es grüßt EC 178.

Vielen Dank. Sehr schön. + Frage/Anmerkungen

Alexander, Sonntag, 02. Dezember 2018, 17:20 (vor 13 Tagen) @ EC 178

Es gibt übrigens einen (nur einen?) Dresdner Zugführer beim Fv, der fließend tschechisch spricht und auch auf tschechisch ansagt. Wenn Du den gehabt hättest... ;-)

Ich kenne die Grenzbetriebsvereinbarung für Bad Schandau/Decin nicht, was ist den die festgelegte Betriebssprache?
Eventuell müssen die Zugbegleiter die Leistungen nach Decin fahren der tschechischen Sprache eh mächtig sein.

Ich habe bei den EC schon öfters auch tschechische Durchsagen vom deutschen Zugpersonal aus Dresden gehört und gefühlt war dies flüssiger und umfangreicher als die Englische.

Viele Grüße

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Fremdsprachenkenntnisse DB-Zubs

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:23 (vor 13 Tagen) @ Alexander

Ich kenne die Grenzbetriebsvereinbarung für Bad Schandau/Decin nicht, was ist den die festgelegte Betriebssprache?
Eventuell müssen die Zugbegleiter die Leistungen nach Decin fahren der tschechischen Sprache eh mächtig sein.

Dazu müsste doch einer der hier anwesenden Zubs Bescheid wissen. ;-)


Ich habe bei den EC schon öfters auch tschechische Durchsagen vom deutschen Zugpersonal aus Dresden gehört und gefühlt war dies flüssiger und umfangreicher als die Englische.

Viele Grüße

In den Zügen aus Deutschland nach Belgien und Frankreich fand ich die französischen Ansagen auch jedes Mal viel besser als die englischen. (Gut, die englischen Ansagen in Qualität zu überbieten sollte keine Herausforderung sein :p)
Ist ja auch logisch: Das Personal, das eh Französisch können muss, fährt regelmäßig dorthin, wo man diese Sprache spricht, kann sie vor Ort anwenden und bleibt in Übung. Wahrscheinlich übernachten sie auch gelegentlich dort.
Englischsprachiges Gebiet hingegen erreicht DB-Personal dienstlich nicht. ;-) Und sicher hat man auch nicht an jedem Arbeitstag mit englischsprachigen Fahrgästen zu tun.

Wenn man eh Tschechisch kann und regelmäßig nach Děčín kommt, ist es ja so ähnlich.

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Fremdsprachenkenntnisse DB-Zubs

EK-Wagendienst @, Münster, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:35 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Ich kenne die Grenzbetriebsvereinbarung für Bad Schandau/Decin nicht, was ist den die festgelegte Betriebssprache?
Eventuell müssen die Zugbegleiter die Leistungen nach Decin fahren der tschechischen Sprache eh mächtig sein.


Dazu müsste doch einer der hier anwesenden Zubs Bescheid wissen. ;-)


Ich habe bei den EC schon öfters auch tschechische Durchsagen vom deutschen Zugpersonal aus Dresden gehört und gefühlt war dies flüssiger und umfangreicher als die Englische.

Viele Grüße

Einfach nachlesen hier: https://fahrweg.dbnetze.com/resource/blob/1355786/9ab4c6541339fcbd9a0fa1d9e7bbfa0b/rw_3... und https://fahrweg.dbnetze.com/resource/blob/1355796/1733fe697d3ba3a99795b80a9753bae6/rw_3...

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Fremdsprachenkenntnisse DB-Zubs

Ösi, Montag, 03. Dezember 2018, 12:37 (vor 12 Tagen) @ EK-Wagendienst

In insgesamt 1.247 Seiten kann man sicher "einfach nachlesen".

Fremdsprachenkenntnisse DB-Zubs

EK-Wagendienst @, Münster, Montag, 03. Dezember 2018, 13:09 (vor 12 Tagen) @ Ösi

In insgesamt 1.247 Seiten kann man sicher "einfach nachlesen".

wenn es einen interessiert soll er es eben machen, dazu sind es die Vorgaben vom EIU.

Die Sprache des ZUB ist eine interne Angelegenheit des EVU.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Fremdsprachenkenntnisse DB-Zubs

Krümelmonster @, München, Montag, 03. Dezember 2018, 21:04 (vor 12 Tagen) @ EK-Wagendienst

Einfach nachlesen hier: https://fahrweg.dbnetze.com/resource/blob/1355786/9ab4c6541339fcbd9a0fa1d9e7bbfa0b/rw_3... und https://fahrweg.dbnetze.com/resource/blob/1355796/1733fe697d3ba3a99795b80a9753bae6/rw_3...

Soweit ich das als Laie korrekt verstehe, besagen diese Wälzer, dass die Tf im Grenzgebiet beide Sprachen beherrschen müssen. Das finde ich auch nicht überraschend.

Eher frage ich mich aber, inwieweit die Zubs in den ECs Tschechisch beherrschen müssen:
a) gar nicht
b) Umschrift der Ansagen vorlesen (analog Niederländisch in den Belgien-ICEs)
c) in der Lage sein, selbst Nicht-Standard-Ansagen zu halten, und wahrscheinlich auch in der Lage sein, Fragen von Fahrgästen in dieser Sprache zu beantworten (analog Französisch in den HGV-Zügen nach Belgien & Frankreich)
Vielleicht kann einer der Zubs dazu etwas sagen?

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

OT: Slowakisch in Tschechien

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:24 (vor 13 Tagen) @ EC 178

Danke für den interessanten Bericht. Einiges kommt mir bekannt vor, einiges nicht.

Frage: Woher/Wieso kannst Du slowakisch?

Gerne :-)

Slowakisch habe ich tatsächlich selber gelernt.
Ich wollte damals eine Sprache lernen, mit der man möglich viel in Osteuropa versteht. Die Slowakei liegt ja ungefähr in der Mitte des slawischen Sprachgebietes. Und ist zudem ein sehr interessantes Reiseziel!
Polnisch, Slowenisch & Serbo-Kroatisch (politisch ist der Ausdruck nicht mehr korrekt, aber aus linguistischer Sicht handelt es sich um dieselbe Sprache) kann man mit Slowakisch-Kenntnissen durchaus zu einem gewissen Grad verstehen. Mit den ostslawischen Sprachen habe ich mich beim ersten Kontakt allerdings sehr schwer getan. In Bulgarien/Mazedonien war ich noch nie (vom Badeurlaub als 5-jähriges Kind mal abgesehen^^).

Ich habe damals den Winter über die Online-Kurse gebüffelt und war dann im Juni 2015 knapp drei Wochen in der Slowakei per Fahrrad und Zug unterwegs. Seitdem versuche ich dranzubleiben, was natürlich nicht so ganz einfach ist. Übrigens wurde ich erst durch diese Reise in die Slowakei so richtig zum Ferro-Freak. ;-)
Ich beherrsche die Sprache auch nicht meisterhaft. Lesen & Schreiben geht gut, Reden geht auch noch halbwegs, aber Hörenverstehen fällt mir schwer, weil es eben am schwersten zu üben. Einfache Gespräche kriege ich aber hin.

Wer genug Leidensfähigkeit hat und die Sprache probieren möchte, findet hier Online-Kurse: klick mich

Für jemanden, der sich in Tschechien nicht auskennt, mag Slowakisch erstmal wie "die falsche Sprache" klingen. Haben sich die Slowaken nicht extra unabhängig gemacht?
Tatsächlich sind Slowakisch und Tschechisch nahezu gleich. Der Wortschatz ist angeblich zu 80 % identisch. Die Endungen unterscheiden sich (auch nicht immer), es gibt ein paar Lautverschiebungen, v. a. die kleinen, kurzen Worte, die man oft braucht, sind anders (und schnell gelernt). Aber die Sprachen sind sich so ähnlich, dass man sich auch dann unterhalten kann, wenn einer Tschechisch und einer Slowakisch spricht. Gerade mit meinem geringen Maß an Hörenverstehen ist es mir im Prinzip egal, ob mein Gegenüber Tschechisch oder Slowakisch spricht.
Schriftlich sind die Unterschiede etwas größer. Ich sage immer, ungefähr so wie zwischen Hochdeutsch und Sächsisch, wenn der Sachse seinen Dialekt schreiben würde.^^ Bayrisch wäre schon zu weit weg.^^
Ich wurde in Tschechien auch nie komisch angeguckt oder gar angefeindet, weil ich Slowakisch spreche und kein Tschechisch. Im Gegenteil, die meisten freuen sich, dass sie nicht auf Englisch oder Deutsch wechseln müssen. Und wie gesagt, eine Verständigung ist möglich.

Hoffe, Licht ins Dunkel gebracht zu haben ;-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
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OT: Slowakisch in Tschechien

Sören Heise @, Region Hannover, Montag, 03. Dezember 2018, 11:46 (vor 12 Tagen) @ Krümelmonster

Moin,

danke für die Berichtersattung und besonders den Hinweis auf die gegenseitige Verständlichkeit des Tschecho-Slowakischen. Größere Gemeinsamkeiten als Deutsch und Bairisch zu haben, ist nun ja kein großes Kunststück. ;-)

Südlich der Benrather Linie durchaus mal Sprachprobleme habende Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

OT: Slowakisch in Tschechien

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Montag, 03. Dezember 2018, 12:05 (vor 12 Tagen) @ Krümelmonster

Ich wurde in Tschechien auch nie komisch angeguckt oder gar angefeindet, weil ich Slowakisch spreche und kein Tschechisch.

Auch die Studenten im jeweils anderen Land sprechen gerne einfach ihre Sprache und hören die jeweils andere des Gegenübers, wurde mir von solchen gesagt.

Es ist wohl recht üblich, das so zu handhaben, dass die slowaken in TSchechien slowakisch reden und die Tschechen in der Slowakei tschechisch.

(Vllt. gibt es auch "Mischformen"?)

Zudem scheinen die Länder ja auch recht gut zu kooperieren, zumindest im Bahnverkehr sieht man das.

Gruß!

OT: Slowakisch in Tschechien

Krümelmonster @, München, Montag, 03. Dezember 2018, 20:58 (vor 12 Tagen) @ martarosenberg

Ich wurde in Tschechien auch nie komisch angeguckt oder gar angefeindet, weil ich Slowakisch spreche und kein Tschechisch.


Auch die Studenten im jeweils anderen Land sprechen gerne einfach ihre Sprache und hören die jeweils andere des Gegenübers, wurde mir von solchen gesagt.

Es gibt viele slowakische Studenten in Tschechien, v. a. in Brünn. Diese müssen ihr Studium aber ganz normal auf Tschechisch absolvieren. Im Alltag können sie natürlich trotzdem auf Slowakisch kommunizieren.

Es ist wohl recht üblich, das so zu handhaben, dass die slowaken in TSchechien slowakisch reden und die Tschechen in der Slowakei tschechisch.

Eben!

(Vllt. gibt es auch "Mischformen"?)

Kann ich mir nicht vorstellen. Dazu sind die Sprachen einfach zu ähnlich.

Zudem scheinen die Länder ja auch recht gut zu kooperieren, zumindest im Bahnverkehr sieht man das.

Nicht nur im Bahnverkehr scheint die Kooperation recht tief zu sein.
Mir fallen auf Anhieb keine anderen zwei Länder in Europa östlich von Deutschland ein, die so eng miteinander kooperien. Mögliche Kandidaten wären allenfalls: Bei Russland & Weißrussland bin ich mir nicht sicher, die Situation im Kosovo & Albanien kann ich mangels Besuch nicht einschätzen.

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Rx und "Einöde".

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Montag, 03. Dezember 2018, 11:27 (vor 12 Tagen) @ Krümelmonster
bearbeitet von martarosenberg, Montag, 03. Dezember 2018, 11:27

Moin,

schöner Bericht,

Weiter fuhr ich mit einem Rx, diese Zuggattung hatte mich auch schon von der Grenze hierher gebracht.

Zu dem Zug ab der Grenze schreibst Du von "vorsintflutlich" und vergleichst mit einem Museumszug. Wenn es sich aber um einen Rx handelt, dann sollte er auch mindestens einen modernisierten und klimatisierten Wagen gehabt haben -- fiel der aus?

Dann folgte nur noch Einöde. Z. T. ging es über Strecken, die außerhalb der damaligen Baustellenumleitung nur von Güterzügen befahren werden. Die waren dann aber auch so langsam, dass es einen schon aggressiv machte: schnurgerade, weit und breit keine Anwohner, die der Lärm stören könnte, und trotzdem nur 100 km/h. Ab Jüterbog ging es dann auf der Leipziger Strecke nach Berlin.

Ich finde sowas ruhiges hat auch was beruhigendes. Einfaches. Unmittelbares. Ich mag sowas. Da ist Zeit irgendwann einfach egal und alles gut.

Vgl. auch Budapest - Subotica - Beograd.

Gruß!

Rx und "Einöde".

Krümelmonster @, München, Montag, 03. Dezember 2018, 20:56 (vor 12 Tagen) @ martarosenberg
bearbeitet von Krümelmonster, Montag, 03. Dezember 2018, 20:58

Moin,

Tag!

schöner Bericht,

Freut mich zu hören ;-)

Weiter fuhr ich mit einem Rx, diese Zuggattung hatte mich auch schon von der Grenze hierher gebracht.


Zu dem Zug ab der Grenze schreibst Du von "vorsintflutlich" und vergleichst mit einem Museumszug. Wenn es sich aber um einen Rx handelt, dann sollte er auch mindestens einen modernisierten und klimatisierten Wagen gehabt haben -- fiel der aus?

Bei Vagonweb sind für den Zug zwei Reihungen angegeben. Ich verstehe noch nicht, wann die erste und wann die zweite zur Anwendung kommen sollte. Ich hatte definitiv die zweite Reihnung, die vorsintflutliche Variante, die lt. Vermerk auch nur als R geführt wird.

Dann folgte nur noch Einöde. Z. T. ging es über Strecken, die außerhalb der damaligen Baustellenumleitung nur von Güterzügen befahren werden. Die waren dann aber auch so langsam, dass es einen schon aggressiv machte: schnurgerade, weit und breit keine Anwohner, die der Lärm stören könnte, und trotzdem nur 100 km/h. Ab Jüterbog ging es dann auf der Leipziger Strecke nach Berlin.


Ich finde sowas ruhiges hat auch was beruhigendes. Einfaches. Unmittelbares. Ich mag sowas. Da ist Zeit irgendwann einfach egal und alles gut.

Dafür bin ich wahrscheinlich noch zu jung.^^ Wenn ich allein unterwegs bin und draußen nichts passiert, werde ich wahnsinnig. :D

Vgl. auch Budapest - Subotica - Beograd.

Für mich lieber nicht. Zumindest nicht tagsüber.^^

Gruß!

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Wagenreihung der Rx, Einöde

Gast, Dienstag, 04. Dezember 2018, 14:18 (vor 11 Tagen) @ Krümelmonster

Die Rx haben normalerweise immer die obere Reihung aus Vagonweb, also zwischen Eisenstein und Pilsen drei moderne klimatisierte Wagen und ein modernisierter, aber nicht klimatisierter, und fahren ab Klattau mit der E-Lok 362. Nur während sie baubedingt in Plzen zastavka endeten, kamen fast ausschließlich unmodernisierte Wagen zum Einsatz, teils mit rotem Kunstleder, teils neubezogene Sitze, aber sonst alles original, und als Zuglok die dort ausreichende Einsystemlok 242. In der Zeit habe ich die Züge gern genutzt und mich an die guten alten Zeiten erinnert, die bei der CD ja noch gar nicht so fern sind.

Ich finde sowas ruhiges hat auch was beruhigendes. Einfaches. Unmittelbares. Ich mag sowas. Da ist Zeit irgendwann einfach egal und alles gut.

Dann fahren Sie mal von Rakovnik nach Becov. 88 km im Schienenbus, Fahrzeit mindestens 2 1/2 Stunden, teils durch lange Aufenthalte deutlich länger, Landschaft schön und einsam, aber nicht spektakulär. Bei Zugbegegnungen zwischen Blatno und Becov muß ein Schaffner per Hand die Weichen stellen.

Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 2/2

hardy @, Montag, 03. Dezember 2018, 17:54 (vor 12 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo Krümelmonster,

Danke für den Bericht. Schonmal dran gedacht München-Cheb-Most-Moldava (wenn wieder in Betrieb) und Altenberg-Dresden-Berlin zu probieren? Zwischen Moldava und Altenberg liegt eine Wanderung über den Erzgebirgskamm (Alternative: Ehemalige Bahnlinie bis Holzhau und dann über Freiberg weiter).

Bei den Fotos muss ich leider etwas korrigieren, 69-72 zeigen die Böhmische Schweiz, den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges, wobei Bild 71 bereits aus der Sächsischen Schweiz aufgenommen wurde.
Bild 76 gehört chronologisch und geografisch vor Bild.

Gruß
Hardy

Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 2/2

Sören Heise @, Region Hannover, Montag, 03. Dezember 2018, 18:27 (vor 12 Tagen) @ hardy

Danke für den Bericht. Schonmal dran gedacht München-Cheb-Most-Moldava (wenn wieder in Betrieb) [...]

Also seit neulich. Wiedereröffnung am 17. November 2018.

Gruß Sören

Danke, war mir entgangen

hardy @, Dienstag, 04. Dezember 2018, 15:19 (vor 11 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von hardy, Dienstag, 04. Dezember 2018, 15:23

Dann muss ich mal sehen, wann es mit der Wanderung klappt. Vor ein paar Jahren gab es da ein Kommunikationsproblem. Statt Treff in Altenberg zum Kaffetrinken wurde ich in Moldava mit Auto abgeholt.

Gruß
Hardy

Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 2/2

Krümelmonster @, München, Montag, 03. Dezember 2018, 20:59 (vor 12 Tagen) @ hardy

Hallo Krümelmonster,

Hallo Hardy!

Danke für den Bericht. Schonmal dran gedacht München-Cheb-Most-Moldava (wenn wieder in Betrieb) und Altenberg-Dresden-Berlin zu probieren? Zwischen Moldava und Altenberg liegt eine Wanderung über den Erzgebirgskamm (Alternative: Ehemalige Bahnlinie bis Holzhau und dann über Freiberg weiter).

Schafft man das auch noch an einem Tag? ;-)
Fährt da am Wochenende überhaupt etwas öfter als dreimal am Tag? ;-)


Bei den Fotos muss ich leider etwas korrigieren, 69-72 zeigen die Böhmische Schweiz, den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges, wobei Bild 71 bereits aus der Sächsischen Schweiz aufgenommen wurde.
Bild 76 gehört chronologisch und geografisch vor Bild.

Ah! Da ich bei vielen Bildern den Ort nicht mehr wusste, dachte ich mir, wenn ich eh nichts dazu schreiben kann, sortiere ich wenigstens so, dass es ähnlich aussieht. :D
Bei Bild 72 dachte ich zunächst, der Ort müsse doch leicht zu finden sein. Ich suchte vergeblich auf der Karte - eben nur auf deutscher Seite.^^
Bild 76 fand ich zum Ende ganz treffend. ;-)

Danke für die Richtigstellung!

Gruß
Hardy

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Moldava

hardy @, Dienstag, 04. Dezember 2018, 16:22 (vor 11 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo Krümelmonster,

Der Ort auf Bild 72 ist Hrensko und das ist auch seine schönste Ansicht, ins Seitental rein gibt es dann jede Menge Buden und Läden für die deutschen Grenzgänger. Dahinter kommen aber die lohnenswerten Klammen.
Das mit Bild 76 kann ich verstehen, das Ende des Elbsandsteingebirges in Pirna ist dann gleich wieder Industriegebiet oder -brache.

Die Strecke über Moldava ist mit gleichem Zug ab München, wie in deinem Bericht an einem Tag machbar. Ankunft in Moldava 14:46, Abfahrt in Holzhau 16:43 oder in Altenberg 17:18. Deshalb und wegen der Aussicht würde ich Altenberg bevorzugen.
Unschön ist natürlich die insgesamt 3 Stunden Aufenthalt unterwegs. DB sagt 2 Stunden in Cheb und 1 Stunde in Most. Optimum wäre ein Aufenthalt von zweieinhalb Stunden in Chomutov (Depot Technikmuseum, Stadt), dann bleibt immer noch mehr als eine halbe Stunde für einen Imbiss im Bahnhof Most. Aber natürlich könntest du dir auch Cheb oder Karlsbad anschauen. Ob sich Most selbst lohnt, weiß ich nicht, ebensowenig, ob eine kleine Schienenkreuzfahrt um Most zeitlich machbar ist.
Mit dem Bayern-Böhmen-Ticket kommst du über Cheb bis Moldava (gilt nicht bei GWTR Plzen-Most).

Gruß
Hardy

Doppeldaumen! Sehr gut +?

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 16:44 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Bis Klatovy hängt ja der Fahrdraht. Gibt es eigentlich Bestrebungen den noch bis Byerisch Eisenstein zu verlängern? Was auf der anderen Seite schade wäre, wären dann die Taucherbrillen dort weg.

Elektrifizierung Klatovy - Železná Ruda?

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:25 (vor 13 Tagen) @ Power132

Bis Klatovy hängt ja der Fahrdraht. Gibt es eigentlich Bestrebungen den noch bis Byerisch Eisenstein zu verlängern? Was auf der anderen Seite schade wäre, wären dann die Taucherbrillen dort weg.

Bei schneller Recherche habe ich gerade nichts Entsprechendes gefunden.

Hier steht im letzten Abschnitt, dass eine Elektrifizierung wohl geplant sei, aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
So richtig kann ich mir das bei der langsamen, kurvigen Nebenbahn aber auch nicht vorstellen. Zumal es in Tschechien ja noch jede Menge Dieselstrecken gibt. ;-)

Vielleicht kann jemand aus der Region mehr sagen?

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Děkuji!

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 02. Dezember 2018, 17:26 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Danke für den schönen Bericht! Noch jemand, der außer der Bahn auch Sprachen als Hobby hat. Ich weiß allerdings nicht, ob ich Restaurantphrasen in so vielen Sprachen zustande bekäme … Immerhin konnte ich in Ungarn nachdrücklich darauf hinweisen, dass ich keinen Käse möchte :-).

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

PS: „Brücke der Intelligenz“ gefällt mir :-) …

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 02. Dezember 2018, 17:34 (vor 13 Tagen) @ JanZ
bearbeitet von JanZ, Sonntag, 02. Dezember 2018, 17:37

… auch wenn der Name eher einen ernsten Hintergrund hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCcken_in_Prag#Branick%C3%BD_most_(Most_inteligence...

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Děkuji!

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:23 (vor 13 Tagen) @ JanZ

Danke für den schönen Bericht! Noch jemand, der außer der Bahn auch Sprachen als Hobby hat. Ich weiß allerdings nicht, ob ich Restaurantphrasen in so vielen Sprachen zustande bekäme … Immerhin konnte ich in Ungarn nachdrücklich darauf hinweisen, dass ich keinen Käse möchte :-).

In vielen Ländern bleibt einem gar nichts übrig, als ein paar Worte der jeweiligen Sprache zu lernen. V a Richtung Süden und Osten. Und der Wortschatz, den man im Restaurant braucht, ist ja sehr begrenzt, solange man die Karte verstehen kann ;-)
Ungarisch kann ich allerdings trotz mehrmaligem Besuch des Landes (so gut wie) gar nicht. Ich erinnere mich noch, als mir ich das Wort "Entschuldigung" einprägen wollte. Nachdem ich es zum dritten Mal binnen zwei Stunden nachgeschlagen und wieder sofort vergessen habe, gab ich auf :D

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Děkuji!

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 02. Dezember 2018, 21:39 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Danke für den schönen Bericht! Noch jemand, der außer der Bahn auch Sprachen als Hobby hat. Ich weiß allerdings nicht, ob ich Restaurantphrasen in so vielen Sprachen zustande bekäme … Immerhin konnte ich in Ungarn nachdrücklich darauf hinweisen, dass ich keinen Käse möchte :-).


In vielen Ländern bleibt einem gar nichts übrig, als ein paar Worte der jeweiligen Sprache zu lernen. V a Richtung Süden und Osten. Und der Wortschatz, den man im Restaurant braucht, ist ja sehr begrenzt, solange man die Karte verstehen kann ;-)
Ungarisch kann ich allerdings trotz mehrmaligem Besuch des Landes (so gut wie) gar nicht. Ich erinnere mich noch, als mir ich das Wort "Entschuldigung" einprägen wollte. Nachdem ich es zum dritten Mal binnen zwei Stunden nachgeschlagen und wieder sofort vergessen habe, gab ich auf :D

Oh, das Wort kenne ich auch nicht. Dafür war ich ganz stolz, als ich übersetzen konnte, dass es beim Lidl täglich frisches Obst und Gemüse gibt :-).

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Danke.

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 03. Dezember 2018, 11:42 (vor 12 Tagen) @ Krümelmonster

Schöne Bilder, die du gemacht hast un drecht unterhaltsam ist es auch.

Scheinbar ist die Gattung Rx nicht überall eknheitlich. Dort, wo ich fahre, gibt's als Rx bzw. Sp einen Interpanter - einen modernen klimatisierten Elektrotriebwagen. Es ist also von Gegend zu Gegemd ganz unterschiedlich, was man kriegt.

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