Es gibt noch Bahngewerkschaften m. schnellem Einigungswillen (Allgemeines Forum)

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 09:14 (vor 11 Tagen)

Wir hatten ja am letzten Montag einen Warnstreik bei den ÖBB. Heute nun die Nachricht, dass man sich geeinigt hat. Die ÖBBler bekommen ab 01.07.18 3,4% mehr Lohn/Gehalt.

Da muss man nicht ewig streiken und keinen Verhandlungswillen zeigen...

So einfach ist das nicht.

markw @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 09:49 (vor 11 Tagen) @ Power132

Wir hatten ja am letzten Montag einen Warnstreik bei den ÖBB. Heute nun die Nachricht, dass man sich geeinigt hat. Die ÖBBler bekommen ab 01.07.18 3,4% mehr Lohn/Gehalt.

Da muss man nicht ewig streiken und keinen Verhandlungswillen zeigen...

Ich muss mal hier eine Lanze für die "Gewerkschaft mit mangelndem Einigungswillen" brechen. Ich als betroffener Bahnkunde fand die Streiks immer unterstützenswert. Ich finde es wichtig, dass diejenigen, die diese für mich und viele andere wichtige Dienstleistung helfen zu erbringen ordentliche Arbeitsbedingungen haben und ordentlich bezahlt werden. Zu einer Einigung gehören immer mindestens zwei Seiten.
Ich kann mich sehr gut erinnern, dass einst der Verhandlungsführer der so super verhandlungswilligen Gewerkschaft kurz danach Personalvorstand der DB wurde. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Ich kann mich auch sehr gut daran erinnern, dass die DB ihrerseits eine Anwaltskanzlei engagiert hat, die dafür bekannt ist, Unionbusting zu betreiben. Sprich die DB war sehr wenig bis gar nichts bereit zu geben, aber hat es durch eine geschickte Medientatik und mit Hilfe schlecht rechercherchierender Journalist*innen die Gewerkschaft schlecht dastehen zu lassen. Die Details werden andere sich besser erinnern als ich. Aber was ich noch erinnere, dass es nicht nur ums Geld sondern auch um die generellen Arbeitsbedingungen (Überstunden) und die Ausbildung zusätzlicher Lokführer*innen ging. Wenn wir uns jetzt schauen, was die Themen sind, die bei Problemen im Bahnbetrieb immer wieder auftauchen, dann ist das neben der maroden Infrastruktur, der Mangel an Lokführer*innen. Hier hat die Gewerkschaft offensichtlich recht gehabt. Aber da haben wohl einige Bahnvorstände lieber sich hohe Prämien ausgezahlt, statt sich um die Probleme des Betriebs zu kümmern und ordentliche Arbeitsbedingungen zu kümmern. Die Bahnvorstände scheinen mir persönlich das größere Problem zu sein als streikfreundige Gewerkschaften.

Streikrecht ist unbestritten

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:10 (vor 11 Tagen) @ markw

aber sich über Wochen hinweg so zu verweigern wie 2014/2015 geschehen, dass grenzt schon an viel Selbstherrlichkeit und zeigt wenig Vernunft. Dabei ging und geht es meiner Ansicht nach nur darum, das einge Image zu pflegen, als wirklich einer Lösung offen entgegenzusehen/zu verhandeln. Selbt der Vorgänger, der selber auch ein harter Verhandler war (und am Ende herausgeworfen wurde), hat sich ja dann schon einschalten müssen und zur Vernunft aufgerufen. Das gleiche Spiel wird jetzt bei Amazon versucht, und auch hier ist die Einsicht überhaupt nicht da, dass man hier Eulen nach Athen trägt und den anderen TV in 100 Jahren nicht bekommen wird.
Das sich andere von anderen Gewerkschaften Posten sichern, nun das liegt in der Natur der Sache. Macht ist immer eine Versuchung, der mancheiner erliegt.

Schlußfolgerung: Strekrecht ja - aber wird eben auch gezeigt, wie und in welcher Art und Weise man verhandelt und den Gegner nicht um alles in der Welt in die Knie zwingen muss.

Streikrecht ist unbestritten

markw @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:43 (vor 11 Tagen) @ Power132

aber sich über Wochen hinweg so zu verweigern wie 2014/2015 geschehen, dass grenzt schon an viel Selbstherrlichkeit und zeigt wenig Vernunft. Dabei ging und geht es meiner Ansicht nach nur darum, das einge Image zu pflegen, als wirklich einer Lösung offen entgegenzusehen/zu verhandeln. Selbt der Vorgänger, der selber auch ein harter Verhandler war (und am Ende herausgeworfen wurde), hat sich ja dann schon einschalten müssen und zur Vernunft aufgerufen. Das gleiche Spiel wird jetzt bei Amazon versucht, und auch hier ist die Einsicht überhaupt nicht da, dass man hier Eulen nach Athen trägt und den anderen TV in 100 Jahren nicht bekommen wird.

Irgendwie bringst Du lauter nicht-Argumente. Schell wurde wenn ich den Artikel lese offensichtlich wegen persönlicher Querellen rausgeschmissen und die hatten wohl offensichtlich nichts mit seiner Streikbereitschaft zu tun. Der Nachfolger tat es ihm gleich. Das der Vorgänger sich dann den Spaß gegönnt hat, seinen Nachfolger zur Vernunft aufzurufen, wird er im Zusammenhang mit den persönlichen Querellen zu tun haben. Auch die Streike bei Amazon sind wichtig und ich wünschte die Gewerkschaften hätten hier mehr Power, um anständige Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Ich halte es für nichts Verwerfliches, wenn man sich an der harten Nuss Amazon versucht, auch wenn die Chancen erst mal schlecht stehen. Durchhaltevermögen ist hier wichtig. Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen Gewerkschaften für überflüssig und antiquiert halten. In mancher Hinsicht wirken sie in der Tat altbacken, aber gerade in einer Zeit in der unsere Wirtschaft im Umbruch ist und neue wirtschaftliche Akteure Hungerlöhne zahlen und unverschämte Arbeitsbedingungen schaffen, werden sie wieder wichtiger.

Das sich andere von anderen Gewerkschaften Posten sichern, nun das liegt in der Natur der Sache. Macht ist immer eine Versuchung, der mancheiner erliegt.

Nun, das jemand von einer Gewerkschaft einen Seitenwechsel vollzieht, nach dem er die, die er vertritt an die Gegenseite günstig verkauft hat, ist nichts, was man als in der Natur der Sache liegend betrachten sollte.

Schlußfolgerung: Strekrecht ja - aber wird eben auch gezeigt, wie und in welcher Art und Weise man verhandelt und den Gegner nicht um alles in der Welt in die Knie zwingen muss.

Das klingt wie Streikrecht ja, aber bitte benutzt es nicht. Die Gewerkschaften bekommen in der Regel keine besseren Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmenden, wenn sie freundlich "bitte" sagen.

Unterschied

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:10 (vor 11 Tagen) @ markw
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:15

Ich halte es für nichts Verwerfliches, wenn man sich an der harten Nuss Amazon versucht, auch wenn die Chancen erst mal schlecht stehen. Durchhaltevermögen ist hier wichtig

Die Nuß ist aber nicht zu knacken. Allein deshalb, weil es andere Logistiker mit noch niedrigeren Löhnen gem Logistiktarif gibt. Bsp: Amazon zahlte 2013 nach 1 Jahr Betriebszugehörigkeit (auch für ungelernte Kräfe) einen Grundlohn von ca 1900€ brutto in NRW. Der Discounter TeDi mit seiner Logistiktochter einen Grundlohn nach Tarif 1600€ brutto.

Das sich andere von anderen Gewerkschaften Posten sichern, nun das liegt in der Natur der Sache. Macht ist immer eine Versuchung, der mancheiner erliegt.
Nun, das jemand von einer Gewerkschaft einen Seitenwechsel vollzieht, nach dem er die, die er vertritt an die Gegenseite günstig verkauft hat, ist nichts, was man als in der Natur der Sache liegend betrachten sollte.

Doch weil es hier um eine Machtposition geht, die für viele erstrebenswert ist. Nur ist in dem Fall die Machtposition vorher geischert und gepolstert worden. Gewerkschaftsarbeit scheint in dem Fall weniger monetär erträglich gewesen.

Schlußfolgerung: Strekrecht ja - aber wird eben auch gezeigt, wie und in welcher Art und Weise man verhandelt und den Gegner nicht um alles in der Welt in die Knie zwingen muss.
Das klingt wie Streikrecht ja, aber bitte benutzt es nicht. Die Gewerkschaften bekommen in der Regel keine besseren Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmenden, wenn sie freundlich "bitte" sagen.

Nein. Aber es ist Unterschied zwischen sachlichen Verhandlungen (die durchaus kontrovers und um Punkte ringend sein dürfen) und einen Verhandlungsstil, der darauf aus ist, den Verhandlungspartner auf jegliche nur mögliche Art in die Knie zu zwingen.

Gegenrede

RenateMD @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:39 (vor 11 Tagen) @ markw
bearbeitet von RenateMD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:42

Ich muss mal hier eine Lanze für die "Gewerkschaft mit mangelndem Einigungswillen" brechen. Ich als betroffener Bahnkunde fand die Streiks immer unterstützenswert. Ich finde es wichtig, dass diejenigen, die diese für mich und viele andere wichtige Dienstleistung helfen zu erbringen ordentliche Arbeitsbedingungen haben und ordentlich bezahlt werden. Zu einer Einigung gehören immer mindestens zwei Seiten.

Tut mir Leid, aber da kann ich überhaupt nicht mitgehen aus folgenden Gründen:

- welche erhöhten Anforderungen/gestiegene Inflation/"Überstunden" rechtfertigen eine regelmäßige Forderung (alle 2 Jahre?) nach einer Lohnerhöhung von mehr als 7%? Es ist ja nicht so, dass man mit der Forderung reingeht, um am Ende bei 3% rauszukommen, nein, es werden eher 5% werden.
- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.
- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.
- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.
- wie wenig Verständnis für die aktuelle Lage kann man haben? Ist der Gewerkschaft bewusst, dass sie ein Ergebnis ausgehandelt hat, das signifikant zum aktuellen Personalmangel beiträgt? Ich sag nur gleiches Gehalt bei weniger Arbeit. Der Fachkräftemangel scheint von Weselsky nur dann erwähnt werden, wenn es ihm was nützt.
- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.

Diese Aussagen sollen im Übrigen keine Geringschätzung gegenüber Mitarbeitern ausdrücken. Ich schätze deren Arbeit sehr, aber die andere Seite der Medaille von Forderungen bei Verhandlungen von Tarifen werden m.M.n. häufig zu sehr ausgeblendet.

Gegenrede

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:14 (vor 11 Tagen) @ RenateMD

- welche erhöhten Anforderungen/gestiegene Inflation/"Überstunden" rechtfertigen eine regelmäßige Forderung (alle 2 Jahre?) nach einer Lohnerhöhung von mehr als 7%? Es ist ja nicht so, dass man mit der Forderung reingeht, um am Ende bei 3% rauszukommen, nein, es werden eher 5% werden.

Lesen und verstehen. Eine 7%-ige Forderung alle 2 Jahre bedeutet 3,5% pro Jahr Forderung, da kommt am Ende grad die Inflationsrate bei raus. Die Forderung ist viel zu niedrig um die Berufe mit dem größten Personalmangel wirklich attraktiver zu machen. Da werden dann in den nächsten Jahren noch mehr Züge ausfallen. Aber da bist du ja dann auch in vorderster Front dabei bei weinen und sich beschweren. Dein Denken bei vielen hat Deutschland zum Niedriglohnland unter den westl. Industrienationen gemacht und zu dem Fachkräftemangel geführt. Nur nichts dem Nachbarn gönnen, wenn alle wenig haben ist allen gedient.

Gegenrede

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:28 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD

- welche erhöhten Anforderungen/gestiegene Inflation/"Überstunden" rechtfertigen eine regelmäßige Forderung (alle 2 Jahre?) nach einer Lohnerhöhung von mehr als 7%? Es ist ja nicht so, dass man mit der Forderung reingeht, um am Ende bei 3% rauszukommen, nein, es werden eher 5% werden.

Lesen und verstehen. Eine 7%-ige Forderung alle 2 Jahre bedeutet 3,5% pro Jahr Forderung, da kommt am Ende grad die Inflationsrate bei raus.

Eine mögliche Lesart. Aber wenn ein TV mit einer Laufzeit für nur zwei Jahre abgeschlossen wird, liegt das an den Verhandlungspartnern. Aber die Forderung - sowie RenateMD und andere sie interpretiert, belief sich doch auf 7% (?) dauerhaft in den 2 Jahren. Und geht man mal (um es einfacher zurechnen) von 3000€ aus ergeben sich folgende Zahlen:
3000€ plus 7% macht 210€ 3000€ plus 3,5% macht 75€.

Die Forderung ist viel zu niedrig um die Berufe mit dem größten Personalmangel wirklich attraktiver zu machen.

Den Wert von Arbeit zu bestimmen, ist schwierig, weil für andere Berufsgruppen nicht nachvollziehnar. Die einen argumentieren viel zu hoch und die anderen viel zu wenig. Wenn aber dann eine Gewerkschaft nach zähem (im GdL Fall auch lähmenden) statt 7 nur 3 oder weniger Prozenz für eine Laufzeit x zustimmt, fragt sich ein Gerwerkschaftsmitglied - wozu der Kampf für nix? Ich würde dann schon die Art und Weise in Frage stellen.

Da werden dann in den nächsten Jahren noch mehr Züge ausfallen. Aber da bist du ja dann auch in vorderster Front dabei bei weinen und sich beschweren. Dein Denken bei vielen hat Deutschland zum Niedriglohnland unter den westl. Industrienationen gemacht und zu dem Fachkräftemangel geführt. Nur nichts dem Nachbarn gönnen, wenn alle wenig haben ist allen gedient.

Am Niedriglohnsektor sind andere schuld, aber keine die sich kritisch mit Forderungen und Ergebnissen auseinandersetzten.
Und den Fachkräftemangel (youtubeLink) - gibt es den wirklich oder ist das nur ein Wettbewerb Zugänge zum Arbeitsmarkt so zu gestalten, dass man politisch auf den Wunsch der Industrie eingeht, Löhne auf diese Art und Weise zu senken.

Gegenrede

RenateMD @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:47 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von RenateMD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:47

Hallo ICE-TD,

Lesen und verstehen. Eine 7%-ige Forderung alle 2 Jahre bedeutet 3,5% pro Jahr Forderung, da kommt am Ende grad die Inflationsrate bei raus.

7% auf zwei Jahre verteilt, nicht alle 2 Jahre. 3000€ im Jahr mal zwei macht 6000€ auf zwei Jahre. Und jetzt? 6.000*1,07=6420? Habe ich das richtig verstanden?
Aktuelle Inflationsrate: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschla...
2,5% maximaler Wert macht bei 3,5%-2,5% immer noch 1% mehr Geld als Inflation.

Die Forderung ist viel zu niedrig um die Berufe mit dem größten Personalmangel wirklich attraktiver zu machen. Da werden dann in den nächsten Jahren noch mehr Züge ausfallen. Aber da bist du ja dann auch in vorderster Front dabei bei weinen und sich beschweren. Dein Denken bei vielen hat Deutschland zum Niedriglohnland unter den westl. Industrienationen gemacht und zu dem Fachkräftemangel geführt. Nur nichts dem Nachbarn gönnen, wenn alle wenig haben ist allen gedient.

Das sehe ich anders. Im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern sind WIR noch Industrienation. Deine Gedanken zu mehr als 45 Millionen Beschäftigten? weniger als 3 Millionen Arbeitslosen? Dort wären wir nicht, würde es in allen Branchen auf zwei Jahre immer 7% mehr Gehalt bringen.

Übrigens: Laut WAZ: "Deutsche Bahn in den vergangenen zehn Jahren mit die großzügigsten Tariferhöhungen".
Nur mal so...

Liebe Grüße
Renate

Gegenrede

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:00 (vor 11 Tagen) @ RenateMD

Übrigens: Laut WAZ: "Deutsche Bahn in den vergangenen zehn Jahren mit die großzügigsten Tariferhöhungen".

Großzügig war da gar nichts vom Arbeitgeber, denn schon das musste hart erkämpft werden.

Streikrecht ist NICHT unbestritten

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:15 (vor 11 Tagen) @ RenateMD

Wie man u.a. an dieser Gegenrede erkennen kann, ist das Streikrecht in Deutschland eben nicht unbestritten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich:
- Die absolute Mehrheit der Medien in im Eigentum von Großkonzernen, die kein Interesse an einem funktionieren Streikrecht haben.
- Die SPD besitzt etliche Zeitungen, taugte aber schon vor New Labour nicht mehr als geeignete linke Kraft für eine Gegenmeinung. Dafür ist man zu oft und lange Teil der Regierung gewesen, die selbst zu den großen Arbeitgebern zählt. Zudem erhält auch die SPD massiv Spenden aus der Wirtschaft.
- Im Nachkriegsdeutschland wurde von Anfang an dafür gesorgt, dass es keine politischen Streiks geben darf. Gerade diese sind aber für die Entwicklung einer Streikkultur wichtig. Die Entscheidung des Bundesarbeitsgereichts aus den 1950er Jahren ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie nationalsozialistisch durchsetzt die Gericht in der Adenauer-Ära waren.

- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.
- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.

Ähnliche Argumente dürfen sich fast alle Bereiche der öffentlichen Dienstleistung anhören - auch die Privatisierten. Einzelne Bereiche davon (wie die Kindergärtner) haben einen gewissen Sympathiebonus, die meisten eher das negativen Beamten-Image.
Für Berufsgruppen, die so wichtig für das funktionieren des Staates erfoderlich sind, gibt es das Berufsbeamtentum. Passt nur halt nicht mit einer Privat-vor-Staat-Poltik zusammen.

Im Übrigen: Bei einem vernünftigen Organisationsgrad könnten unzählige andere Berufsgruppen zu Stillstand führen, man schaue in andere Eurpäische Staaten: Lkw-Fahrer, Einzelhändler etc.

- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.

Unser Wirtschaftssystem ist auf stetige Geldentwertung ausgelegt. Die Nationalbanken haben bei Stillstand oder gar Deflation "Alarmstufe Rot".
In allen nichtstaatlichen Brachen führt des fehlen von entsprechenden Gehaltserhöhungen zu einer Umverteilung nach oben. Die Beschäftigte der staatlichen Brachen sind in Folge dieses Wirtschaftssystems ebenso auf diese Erhöhungen angewiesen.

... Ist der Gewerkschaft bewusst, dass sie ein Ergebnis ausgehandelt hat, das signifikant zum aktuellen Personalmangel beiträgt? Ich sag nur gleiches Gehalt bei weniger Arbeit.

Genau das wird in den nächsten Jahrzehnten zu einer Kernforderung der Gewerkschaften werden müssen. Wenn die Digitaisierung ganze Berufsgruppen abbaut, bleibt uns gar nicht viel anderes übrig. Ein erstgemeintes bedingungsloses Grundeinkommen als Gegenlösung ist gar nicht mit der deutschen Mentalität vereinar.
Problem derzeit ist, dass es hierfür bisher keine aureichende Streikbereitschaft auf Beschäftigtenseite gibt. Dabei wäre gerade meine "Generation Y" von ihrem Grundwertebild dafür besonders gut geeignet.

- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.

Damit bestätigst du meinen Vorabsatz selbst.

--
Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Streikrecht ist NICHT unbestritten

RenateMD @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:56 (vor 11 Tagen) @ ES89
bearbeitet von RenateMD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:56

Hallo ES89,

Wie man u.a. an dieser Gegenrede erkennen kann, ist das Streikrecht in Deutschland eben nicht unbestritten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich:

Ich bestreite es nicht, wünsche mir auf Seiten der Gewerkschaften nur mehr Realitätsbezug.

- Die absolute Mehrheit der Medien in im Eigentum von Großkonzernen, die kein Interesse an einem funktionieren Streikrecht haben.
- Die SPD besitzt etliche Zeitungen, taugte aber schon vor New Labour nicht mehr als geeignete linke Kraft für eine Gegenmeinung. Dafür ist man zu oft und lange Teil der Regierung gewesen, die selbst zu den großen Arbeitgebern zählt. Zudem erhält auch die SPD massiv Spenden aus der Wirtschaft.
- Im Nachkriegsdeutschland wurde von Anfang an dafür gesorgt, dass es keine politischen Streiks geben darf. Gerade diese sind aber für die Entwicklung einer Streikkultur wichtig. Die Entscheidung des Bundesarbeitsgereichts aus den 1950er Jahren ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie nationalsozialistisch durchsetzt die Gericht in der Adenauer-Ära waren.

Dem stimme ich größtenteils zu.

- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.
- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.


Ähnliche Argumente dürfen sich fast alle Bereiche der öffentlichen Dienstleistung anhören - auch die Privatisierten. Einzelne Bereiche davon (wie die Kindergärtner) haben einen gewissen Sympathiebonus, die meisten eher das negativen Beamten-Image.
Für Berufsgruppen, die so wichtig für das funktionieren des Staates erfoderlich sind, gibt es das Berufsbeamtentum. Passt nur halt nicht mit einer Privat-vor-Staat-Poltik zusammen.

Stimmt auch.

Im Übrigen: Bei einem vernünftigen Organisationsgrad könnten unzählige andere Berufsgruppen zu Stillstand führen, man schaue in andere Eurpäische Staaten: Lkw-Fahrer, Einzelhändler etc.

- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.

Unser Wirtschaftssystem ist auf stetige Geldentwertung ausgelegt. Die Nationalbanken haben bei Stillstand oder gar Deflation "Alarmstufe Rot".
In allen nichtstaatlichen Brachen führt des fehlen von entsprechenden Gehaltserhöhungen zu einer Umverteilung nach oben. Die Beschäftigte der staatlichen Brachen sind in Folge dieses Wirtschaftssystems ebenso auf diese Erhöhungen angewiesen.

... Ist der Gewerkschaft bewusst, dass sie ein Ergebnis ausgehandelt hat, das signifikant zum aktuellen Personalmangel beiträgt? Ich sag nur gleiches Gehalt bei weniger Arbeit.

Genau das wird in den nächsten Jahrzehnten zu einer Kernforderung der Gewerkschaften werden müssen. Wenn die Digitaisierung ganze Berufsgruppen abbaut, bleibt uns gar nicht viel anderes übrig. Ein erstgemeintes bedingungsloses Grundeinkommen als Gegenlösung ist gar nicht mit der deutschen Mentalität vereinar.
Problem derzeit ist, dass es hierfür bisher keine aureichende Streikbereitschaft auf Beschäftigtenseite gibt. Dabei wäre gerade meine "Generation Y" von ihrem Grundwertebild dafür besonders gut geeignet.

Generation Y gibt es laut aktuellen empirischen Studien gar nicht: Klick

- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.

Damit bestätigst du meinen Vorabsatz selbst.

Liebe Grüße
Renate

Schein und Sein ...

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 02. Dezember 2018, 18:15 (vor 11 Tagen) @ ES89

Hey.

- Die SPD besitzt etliche Zeitungen, taugte aber schon vor New Labour nicht mehr als geeignete linke Kraft für eine Gegenmeinung.

Die SPD könnte ja mal darüber berichten, wie es um die Arbeitsbedingungen in ihren eigenen Zeitungen so steht.

Ob es noch so ist, wie mir damals die Zustellerkollegin aus dem dortigen Betriebsrat berichtete ...


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Gegenrede

Christian_S, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:34 (vor 11 Tagen) @ RenateMD

- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.

Dann hast Du denn Sinn eines Streiks nicht verstanden. Der ist nicht dazu da, das es keiner merkt oder man sich maximal im Fersehen anschaut, sondern der ist dafür da, dass die Leute es merken und somit der Druck auf die Arbeitgeber größer wird ...

- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.

Jede Berufsgruppe hat eine gewisse Macht dahingehend - man muss sich nur entsprechend organisieren. Schau mal in Nachbarländer, die können das besser als wir Deutschen ...

- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.

Das nennt sich freie Marktwirtschaft und dafür steht unser Land.

- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.

Völlig falsche Einschätzung. Zwar ist Geld nicht alles und nicht der einzig ausschlaggebende Punkt, aber ein enorm wichtiger! Geld muss im Verhältnis zu den Arbeitszeiten, Anforderungen etc stehen. Das ist einer der Hauptgründe, warum Lokführer kein so beliebter Beruf mehr ist. Für ähnliches Gehalt bekommt man in anderen Branchen deutlich bessere Arbeitsbedingungen und deshalb findest Du viele junge Leute heute im IT- und Hightech-Bereich oder bei großen Autoherstellern ...

Gegenrede

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:38 (vor 11 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:39

Völlig falsche Einschätzung. Zwar ist Geld nicht alles und nicht der einzig ausschlaggebende Punkt, aber ein enorm wichtiger! Geld muss im Verhältnis zu den Arbeitszeiten, Anforderungen etc stehen. Das ist einer der Hauptgründe, warum Lokführer kein so beliebter Beruf mehr ist. Für ähnliches Gehalt bekommt man in anderen Branchen deutlich bessere Arbeitsbedingungen und deshalb findest Du viele junge Leute heute im IT- und Hightech-Bereich oder bei großen Autoherstellern ...

Es gibt auch andere Berufsgruppen, die auch ein Drei-Schicht-System haben und die Gehälter (trotz eines Aufbruchs in der Politik) nie erreichen werden.

Gegenrede

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:04 (vor 11 Tagen) @ Power132

Es gibt auch andere Berufsgruppen, die auch ein Drei-Schicht-System haben und die Gehälter (trotz eines Aufbruchs in der Politik) nie erreichen werden.

Wir haben aber kein 3-Schichtsystem sondern unregelmäßigen Wechseldienst und das ist eine ganze Ecke härter und das haben auch nur wenige Berufsgruppen, in der Regel nur die im Verkehrswesen.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:15 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:15

alein wenn Perosnal fehlt. Und die haben kein Einstiegstarif von 2400€. Und darauf wollte ich hinaus, 2400€ sind in machen Berufsgruppen schon Endgehälter in Positionen, die über den normalen Angestellten hinausgehen.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:34 (vor 11 Tagen) @ Power132

alein wenn Perosnal fehlt. Und die haben kein Einstiegstarif von 2400€.

Du hast mal wieder das kleingedruckte nicht gelesen, das ist gerechnet für 40-45h Wochenarbeitszeit und da ist das dann ein lächerliches Einstiegsgehalt, in der Klitsche möchte ich nicht arbeiten.
Und die Berufe außerhalb des Verkehrswesen mit unregelmäßigem Wechseldienst im Normalfall bist du auch noch schuldig. Bei plötzlichem Personalausfall kann man solch eine Situation immer herbeikonstruieren, hat aber nichts mit dem Regelfall zu tun.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:52 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:55

Dann frag mal im Einzelhandel nach. Dort wird genug hin und hergeschoben, dass du mal 2 Tage Früh und 3 Tage spät hast oder einfach mal zwischendurch 14 bis 18Uhr - jenachdem wie sehr dich dein Personaler mag oder nicht und gerne mal auf Zuruf mit ein oder zwei Stunden Vorlauf. Plane da mal ein Abholen von Kindern oder Termine bei Behörden oder Ärzten. Das meist auf Basis vom Mindestlohn oder auf 450,00€ aber mit voller Flexibilität.
Von der Warte aus gesehen könnte man die Bezeichung "lächerlich" für 2400€ als leicht dekadent bezeichnen.

Du siehst also es gibt Berufsbranchen, den geht es wirklich nicht gut und wenn man da noch unter erschwerten Bedingungen noch Gewerkschaftsbeiträge abrechnet, überlegt man schnell ob man sich organisiert oder nicht. Das ist in den wengisten Fällen eine Sache von wollen, sondern auch von wirtschaftlichem Können.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:22 (vor 11 Tagen) @ Power132

Dann frag mal im Einzelhandel nach. Dort wird genug hin und hergeschoben, dass du mal 2 Tage Früh und 3 Tage spät hast oder einfach mal zwischendurch 14 bis 18Uhr -

Was hat das mit unregelm. Wechseldienst zu tun? Nichts. Unregelm. Wechseldienst heißt heute Dienstbeginn um 4 Uhr, morgen um 2 Uhr, übermorgen um 6 Uhr, gleiches für den Feierabend. Oder um 5 Uhr aus der Nachtschicht Feierabend, um 17 Uhr wieder Dienstbeginn in eine Übernachtung, dort dann um 5 Uhr Dienstbeginn. Ich bezweifle das Verkäuferinnen solche Arbeitszeiten haben.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:30 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:31

Dann frag mal im Einzelhandel nach. Dort wird genug hin und hergeschoben, dass du mal 2 Tage Früh und 3 Tage spät hast oder einfach mal zwischendurch 14 bis 18Uhr -

Was hat das mit unregelm. Wechseldienst zu tun? Nichts. Unregelm. Wechseldienst heißt heute Dienstbeginn um 4 Uhr, morgen um 2 Uhr, übermorgen um 6 Uhr, gleiches für den Feierabend. Oder um 5 Uhr aus der Nachtschicht Feierabend, um 17 Uhr wieder Dienstbeginn in eine Übernachtung, dort dann um 5 Uhr Dienstbeginn. Ich bezweifle das Verkäuferinnen solche Arbeitszeiten haben.

Wechselschichten sind je nach Beruf geregelt. Und wenn ihr so eine starke Gewerkschaft habt, warum habt ihr dann noch solche Diesnte?

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:36 (vor 11 Tagen) @ Power132

Wechselschichten sind je nach Beruf geregelt. Und wenn ihr so eine starke Gewerkschaft habt, warum habt ihr dann noch solche Diesnte?

Weil Menschen wie du und Güter der Meinung sind unbedingt zu Zeiten in denen andere schlafen transportiert werden zu müssen. Ich wäre auch der Meinung wie in anderen Ländern üblich den Zugverkehr Heiligabend ab 19 Uhr einzustellen statt die ganze Nacht durch zu fahren.

Das Argument zieht nicht

Power132 @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:45 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD

Wechselschichten sind je nach Beruf geregelt. Und wenn ihr so eine starke Gewerkschaft habt, warum habt ihr dann noch solche Diesnte?


Weil Menschen wie du und Güter der Meinung sind unbedingt zu Zeiten in denen andere schlafen transportiert werden zu müssen. Ich wäre auch der Meinung wie in anderen Ländern üblich den Zugverkehr Heiligabend ab 19 Uhr einzustellen statt die ganze Nacht durch zu fahren.

Geburten, Notoperation, Pflege, Verkehrsunfälle, Stahlproduktion - all das soll auch zwischen 20 Uhr 6 Uhr eingestellt werden und darf nach 19Uhr an Feiertagen auch nicht pasieren?

Sorry, aber die Denke sollte schleunigst in eine Bewerbung auf eine 9-5Stelle Mo-Fr münden.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

PZBer, Sonntag, 02. Dezember 2018, 14:50 (vor 11 Tagen) @ ICE-TD

Ich wäre auch der Meinung wie in anderen Ländern üblich den Zugverkehr Heiligabend ab 19 Uhr einzustellen statt die ganze Nacht durch zu fahren.

Das sehe ich genauso, zumal das eh nicht wirtschaftlich ist, wenn z. B. 2-3 Leute in einem ICE sitzen.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

Christian_S, Sonntag, 02. Dezember 2018, 15:11 (vor 11 Tagen) @ PZBer

Ich wäre auch der Meinung wie in anderen Ländern üblich den Zugverkehr Heiligabend ab 19 Uhr einzustellen statt die ganze Nacht durch zu fahren.


Das sehe ich genauso, zumal das eh nicht wirtschaftlich ist, wenn z. B. 2-3 Leute in einem ICE sitzen.

Da gebe ich Euch beiden zwar grundsätzlich Recht, aber nicht von den Uhrzeiten her. Eher sollte der Verkehr zwischen 16 und 20 Uhr eingestellt werden, denn das ist so die klassische Zeit der Weihnachtsbaumzeremonie, gemeinsamem Abendessen, bei manchen auch Kirchengang etc.

Nach 20/21 Uhr ist dann zumindest die jüngere Generation wieder unterwegs zum Teil, sodass zumindest ein Nahverkehrsgrundangebot herrschen sollte.
Der Fernverkehr kann an dem Abend gern bis auf ein Minimum ausgedünnt werden. Ähnlich an Silvester nach 19 Uhr ...

Habe z.B. nie verstanden, warum manche Bundesländer an Heiligabend bis 20 Uhr ganz normalen Samstagsverkehr hatten und danach den Verkehr auf manchen Linien komplett eingestellt haben. Mittlerweile ist das aber nicht mehr so.

unregelmäßige Wechseldienste gibt es auch bei anderen Berufe

PZBer, Sonntag, 02. Dezember 2018, 15:06 (vor 11 Tagen) @ Power132

alein wenn Perosnal fehlt. Und die haben kein Einstiegstarif von 2400€. Und darauf wollte ich hinaus, 2400€ sind in machen Berufsgruppen schon Endgehälter in Positionen, die über den normalen Angestellten hinausgehen.

Mittlerweile ist's mehr als 2400 Euro, zumindest bei der DB. Selbst Lrf und müssten etwas mehr kriegen. Hinsichtlich der Belastung der Lokführer ist es aber trotzdem recht wenig, z. B. auch in Bezug auf den unregelmäßigen Schichtdienst, der schon angesprochen wurde. Es gibt keine klassischen Früh-, Spät- und Nachtschichten, wie das in anderen Berufen der Fall ist. Das ist meiner Meinung nach die größte Belastung in diesem Beruf (nach dem PU, dem man aber nicht durchgehend ausgesetzt. Besonders im Güterverkehr ist das echt krass, Güterzüge fahren ja oft nachts. Außerdem wird da oft kurzfristig hin- und hergeschoben, was Dienstbeginn und -ende angeht. Das war auch einer der Gründe, warum ich nicht in den Güterverkehr gegangen bin. Die Freizeitplanung ist im Personenverkehr vergleichsweise besser, aber auch hier ist man vor Änderungen, Verspätungen etc. nicht geschützt. Und Nachtschichten gibt es auch im Personenverkehr reichlich, diese fallen mir persönlich leichter als Frühschichten, wo man 3 Uhr oder so Dienstbeginn hat.

Gegenrede

RenateMD @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:53 (vor 11 Tagen) @ Christian_S

Hallo Christian_S,

- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.


Dann hast Du denn Sinn eines Streiks nicht verstanden. Der ist nicht dazu da, das es keiner merkt oder man sich maximal im Fersehen anschaut, sondern der ist dafür da, dass die Leute es merken und somit der Druck auf die Arbeitgeber größer wird ...

Mehr als 4 Wochen Streik? Hat bestimmt niemand bemerkt. Und dennoch sind die kleinen Leute betroffen.

- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.


Jede Berufsgruppe hat eine gewisse Macht dahingehend - man muss sich nur entsprechend organisieren. Schau mal in Nachbarländer, die können das besser als wir Deutschen ...

Es könnte auch strukturelle Probleme haben. Wer soll mit welchem Geld eine ähnlich starke Gewerkschaft der Altenpfleger organisieren?

- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.


Das nennt sich freie Marktwirtschaft und dafür steht unser Land.

Falsch. "Soziale Marktwirthschaft" nennt sich unser Land. Und die vorgesehenen Streikformen sind legitim und richtig, das habe ich nie bestritten.

- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.


Völlig falsche Einschätzung. Zwar ist Geld nicht alles und nicht der einzig ausschlaggebende Punkt, aber ein enorm wichtiger!

Deswegen laufen ja auch eine Mehrheit der DB-Beschäftigten der letzten Runde dem Geld hinterher und nicht dem Urlaub....

Geld muss im Verhältnis zu den Arbeitszeiten, Anforderungen etc stehen.

Genau, sind die Anforderungen im letzten Jahr so gestiegen, dass man 2% nach Inflation auf zwei Jahre fordern kann?

Liebe Grüße
Renate

"soziale" Marktwirtschaft?

ktmb @, iOS, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:08 (vor 11 Tagen) @ RenateMD
bearbeitet von ktmb, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:10

Wir leben in einer durch und durch von der Jagd nach dem Mehrwert geprägten Ausbeutergesellschaft. Man kann auch Kapitalismus dazu sagen. Wahrscheinlich klang das für die Erfinder der "sozialen" Marktwirtschaft zu hart. Die Leute mit viel Geld bekommen immer mehr und die Malocher*innen bleiben im Teufelskreis "sozialer" Marktwirtschaft gefangen.

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Also lieber Planwirtschaft?

SveFC @, ICE, Sonntag, 02. Dezember 2018, 18:18 (vor 11 Tagen) @ ktmb

Denn die "Arbeiterklasse" macht das schon?

--
Es lebe die Zensur! Leider auch in diesem Forum!

Der moderne Turbo-Kapitalismus

Paladin @, Hansestadt Rostock, Montag, 03. Dezember 2018, 12:21 (vor 10 Tagen) @ SveFC

ist das Geschwür unseres Planeten. ;-) Es wird nicht immer mehr Produktion, Wirtschaftsaufschwung etc. gegeben. Irgendwann ist Schluss.

Gegenrede

ICE-TD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:12 (vor 11 Tagen) @ RenateMD

Es könnte auch strukturelle Probleme haben. Wer soll mit welchem Geld eine ähnlich starke Gewerkschaft der Altenpfleger organisieren?

Also lieber den Kopf in den Sand stecken, auf die anderen Arbeitnehmer schimpfen und auf die jährlichen Almosen des Arbeitgebers warten? Gerade in dem Beruf hätte man jetzt eine Macht wenn man sich bei dem Personalmangel organisiert und gleichzeitig den neuen Verteilungsschlüssel den die Politik vorgibt einbezieht, aber wenn zu viele so wie du nur den Kopf in den Sand stecken...

Das nennt sich freie Marktwirtschaft und dafür steht unser Land.

Falsch. "Soziale Marktwirthschaft" nennt sich unser Land.

Die soziale Marktwirtschaft die von Erhard propagiert wurde ist doch spätestens seit 1990 Geschichte und existiert seit der Globalisierung nur noch auf dem Papier um dich ruhig zu stellen.

Gegenrede

Alexander, Montag, 03. Dezember 2018, 07:38 (vor 10 Tagen) @ RenateMD

Hi,

- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.


Völlig falsche Einschätzung. Zwar ist Geld nicht alles und nicht der einzig ausschlaggebende Punkt, aber ein enorm wichtiger!

Deswegen laufen ja auch eine Mehrheit der DB-Beschäftigten der letzten Runde dem Geld hinterher und nicht dem Urlaub....

gibt es da irgendwo genaue Zahlen? Bei uns in der Abteilung haben ca. 90% der Mitarbeiter den Mehrurlaub genommen.
Es sind so viele, dass man zur Kompensation zwei P mehr einstellen müsste. Aufgrund der „normalen“ Fluktuation hat man das bis heute nicht geschafft und die folge sind ständig ausfallende Schichten...

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Gegenrede

Garfield_1905, Montag, 03. Dezember 2018, 08:45 (vor 10 Tagen) @ Alexander

Deswegen laufen ja auch eine Mehrheit der DB-Beschäftigten der letzten Runde dem Geld hinterher und nicht dem Urlaub....


gibt es da irgendwo genaue Zahlen? Bei uns in der Abteilung haben ca. 90% der Mitarbeiter den Mehrurlaub genommen.


Kann ich grundsätzlich für unsere EVU's bestätigen. Ich hab' zwar keine offiziellen Zahlen und auch keine private Strichliste, aber 'gefühlt' haben sich auch bei uns ca. 75% (eher mehr) der MA für mehr Freizeit entschieden. Und das haben sie ganz sicher nicht (nur), weil sie schon genug Knete haben ... ;-)

Für österreichische Verhältnisse trotzdem krass...

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:29 (vor 11 Tagen) @ Power132
bearbeitet von J-C, Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:33

...ein echter Streik passierte bei der Bahn zuletzt 2003 - der dauerte dann aber auch 66 Stunden an.

Link

15 Jahre lang gab es bei den ÖBB keinen wirklichen Streik mehr - bis zu jenem Warnstreik.

Was ich sagen will, in Österreich pflegt man da eine etwas andere Kultur und ist generell eher nicht allzu streikaktiv. Das ist statistisch belegt.

Heißt, für österreichische Verhältnisse war schon allein der Warnstreik was.

Es spielt wohl auch eine Rolle, dass der Kollektivvertrag fast sämtliche Unternehmen der Branche umfasst und somit entsprechend flächendeckend gilt.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass dann auch keine Differenzen bei der Bezahlung der Mitarbeiter zwischen den Unternehmen entstehen. Das ist durchaus... praktisch.

--
[image]

Nebenbei: In ganz Österreich wurde die Bahn bestreikt...

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:55 (vor 11 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Sonntag, 02. Dezember 2018, 10:56

...ganz Österreich? Nein! Die Montafonerbahn im Vorarlberg war nicht betroffen und fuhr auch während des Streiks (höchstwahrscheinlich) wie ein Schweizer Uhrwerk!

Das kann man nachlesen im Live-Ticker des Standards
Und ja, der Standard hat ernsthaft einen Live-Ticker zum Warnstreik gemacht.

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Für mich eine große Show für die Öffentlichkeit

Altmann @, Amstetten, Sonntag, 02. Dezember 2018, 12:13 (vor 11 Tagen) @ J-C

3,4% Gehaltserhöhung wären wohl auch ohne Warnstreik möglich gewesen. Das lag durchaus im Rahmen dessen, was die Arbeitgeber schon vor dem Streik akzeptiert hatten.

Für mich bleibt der faule Nachgeschmack, dass die Gewerkschaft hier (auf dem Rücken der Fahrgäste) eine Mitglieder-Werbeaktion veranstaltet haben (um zu sagen "Seht, was wir für Euch erreicht haben!") ...

Leider leiden die Fahrgäste mehr als die Bahn unter Streik!

Bahngenießer, Sonntag, 02. Dezember 2018, 18:50 (vor 11 Tagen) @ Power132

Auch wenn ich Streiks des Eisenbahnpersonals befürworte, aber der Nachteil ist:

Die Fahrgäste trifft es meist härter als die DB. Denn gerade im Nahverkehr ist der Anteil der Zeitkarteninhaber recht groß und diese zahlen auch für die Tage, an denen der Zugverkehr streikbedingt stark eingeschränkt ist.

Die DB hingegen bekommt an den Streiktagen mehr als 50 Prozent der Fahrgeldeinnahmen, braucht aber auch vielleicht die Hälfte des Personals nicht zu bezahlen.

Die städtischen Busverkehrsunternehmen stehen sogar noch deutlich günstiger da, sie verdienen oft an den Streiks. Hier haben mancherorts (z. B. im VRR) 80 bis 90 Prozent aller Fahrgäste eine Zeitkarte, die auch für vom Streik betroffene Zeiten bezahlt werden muss. Die Fahrer hingegen bekommen an den Streiktagen fast alle nur Geld von den Gewerkschaften und nicht vom städtischen Verkehrsunternehmen.

Leider leiden die Fahrgäste mehr als die Bahn unter Streik!

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 03. Dezember 2018, 16:51 (vor 10 Tagen) @ Bahngenießer
bearbeitet von 218 466-1, Montag, 03. Dezember 2018, 16:52

Bei DB ist doch eh immer Streik. Bei den Managern streikt der Verstand und dadurch die Technik an den Zügen und an der Infrastruktur.
Die paar Ausfälle mehr, bei Personalstreik, fallen doch überhaupt nicht mehr ins Gewicht.

Überhaupt unverständlich, dass die Fahrgäste ständig über die Bahnen meckern, aber bei Personalstreik plötzlich voll hinter den Grosskopferten im Bahntower stehen, die sich selbt stets grosszügige Gerhaltserhöhungen genehmigen.
DB-Personal ist ohnehin im Europavergleich völlig unterbezahlt und daher wäre es einmal an der Zeit, so zu streiken, wie das in Frankreich üblich ist, nämlich unbefristet, falls DB beim nächsten mal wieder die Blockadehaltung einnimmt.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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