Warum fahren Schweizer mehr Bahn als andere Europäer? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 10:01 (vor 59 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

ich wollte ursprünglich eine Antwort schreiben auf diesem Beitrag, war aber so weit vom Originalthema abgewichen, dass ich ein neues Thema starten möchte.

Alle behaupten, die schweizer Bahn sei die beste wegen das und das und das.
Ich denke, der Unterschied ist eher Selbstvertrauen vs. Angst.
Und diese Eigenschaften gehören nicht einer Bahn, sondern denjenigen, die eine Bahn benutzen.

Im verknüpften Beitrag wird ein Übergang von 10 Minuten zwischen EC und Nachtzug als komfortabel betrachtet. Offenbar aus schweizer Sicht. Sorry, aber lediglich 10 Minuten Übergang für einen Nachtzug der nur 1x am Tag verkehrt, das finde ich als Niederländer nicht gerade komfortabel.

Wenn ich von Amsterdam nach Wien reisen möchte, wird mir eine nightjet-Verbindung via Düsseldorf vorgeschlagen. Ankunft ICE 221 20:46, Abfahrt NJ 40421 20:54. Gut, das sind dann 8 Minuten, aber die zwei Minuten extra sind für mich nicht ausschlaggebend. Dann fahre ich lieber 2 Stunden vorher los.

Ich glaube, der Grund warum Schweizer viel mehr Bahnfahren als andere Europäer ist eher psychologisch als technisch/wirtschaftlich. Der Schweizer hat einfach viel mehr Selbstvertrauen im System Bahn, während Deutsche und andere Europäer eher Angst haben, dass etwas schief geht.

Sozusagen: wenn die Pünktlichkeitsquote 90% wäre, plant Roger (CH) seine Reise mit der Gedanke, dass er in 90% der Fälle sein Ziel wie geplant erreicht. Otto und Jan planen dagegen soviel Zeitpuffer ein, damit man nahe an die 100%-Marke kommt, weil man befürchtet, zu diesen 10% zu gehören, die sein Ziel nicht wie ursprünglich geplant erreicht.

Was auch noch dazu beiträgt: 90% aller Berichterstattung über die Bahn in Sozialmedien (Gesichtbuch, Fingerknipsplauderei und so) handelt sich um diese 10% an Missgeschicken. Vielleicht ist das Verhältnis noch extremer.

Dann kann man noch so viele Züge und noch so einen dichten Takt haben (NL), noch so schnelle Züge haben (FR/ES/IT/TR), noch so komfortable Züge und Lounges haben (DE) oder die Drehscheibe Westeuropas sein (BE), wenn man diese Angst nicht loswird (und stattdessen diese von Generation auf Generation überträgt), wird es immer schwerer für die Bahn zu wählen.

Zugleich wird das Auto hochgelobt, als sei es eine Schöpfung unseres lieben Gottes (in NL wird es sogar "die heilige Kuh" genannt). Etwas, dass immer verfügbar ist und niemals versagt. Ja, im Strassenverkehr gibt es auch Staus und Baustellen. Unterschied mit Verspätungen und Zugausfällen ist allerdings nur, dass man Staus und Baustellen gesellschaftlich und sozial akzeptabel gemacht hat. Zugleich gelten Bahnverspätungen als "falsche Verkehrsmittelwahl" oder sogar "unerwachsenes Verhalten", sobald man das Mindestalter der Führerscheinausbildung überschritten hat.


gruß,

Oscar (NL).

--
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+1

Altmann @, Amstetten, Freitag, 14. September 2018, 10:08 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Da ist viel Wahrheit in Deinem Beitrag.

Ein Unterschied ist aber doch auch, dass Schweizer fast nie "wirkliche" Langstrecken fahren (auf Grund der geringen Entfernungen in der Schweiz). Das wirkt sich natürlich auch aus auf die Zufriedenheit mit dem Schienenverkehr ...

Schweizer fahren auch international Bahn.

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 10:53 (vor 59 Tagen) @ Altmann

Da ist viel Wahrheit in Deinem Beitrag.

Ein Unterschied ist aber doch auch, dass Schweizer fast nie "wirkliche" Langstrecken fahren (auf Grund der geringen Entfernungen in der Schweiz). Das wirkt sich natürlich auch aus auf die Zufriedenheit mit dem Schienenverkehr ...

Mal sehen. Was sind die Entfernungen zwischen den "kompassextremsten" IC-Bahnhöfen? (NL und BE: "IC")

CH: Genf-Chur = 396 km, Basel-Chiasso = 289 km.
NL: Maastricht-Groningen = 334 km, Vlissingen-Enschede = 303 km.
BE(+LU): Veurne-Welkenraedt = 267 km, Essen(BE)-Luxemburg = 307 km.

Die Unterschiede sind also nicht gross. Also müssten Belgier und Niederländer auch fanatische Bahnfahrer sein, sind sie aber nicht.

Entscheidend ist auch, dass die Schweiz sehr gut international angebunden ist. Es fahren Fernzüge nach Amsterdam/Hamburg/Berlin, Stuttgart, München, Wien, Mailand(, Marseille?) und Paris. Also in allen Himmelsrichtungen. Bei uns ist das Angebot nur Berlin, Frankfurt, Basel und Brüssel/Paris/London. Kommt noch dazu, dass die Bahnstrecke Amsterdam-London weit länger als deren Luftlinie ist.

Es würde bei uns schon einiges tun wenn die ICE International Amsterdam-Frankfurt nach München verlängert werden. Diese Verbindung gab es vor etwa 10 Jahren direkt und da traf ich viele Niederländer im Zug; die meisten fuhren sogar noch über München hinaus (Innsbruck, Salzburg).


gruß,

Oscar (NL).

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Schweizer fahren auch international Bahn.

ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 16:09 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Von der Fläche her sind ja die drei Länder Niederlande, Dänemark und Schweiz etwa gleich groß.

Gleichwohl unterscheiden sich die Eisenbahnen zwischen diesen drei Staaten deutlich.

Selbst der Vergleich zwischen Niederlande und Dänemark, beides Flachländer, ist gewaltig.

Ich denke, dass man nicht nur eine direkte Verbindung Amsterdam - München benötigt, sondern auch Amsterdam - Wien, Amsterdam - Klagenfurt, Amsterdam - Bozen, sowie Amsterdam - Milano. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für Malmö.

Auch Amsterdam - Malmö sollte umsteigefrei angeboten werden.

Wenn man nicht umsteigefreie Verbindungen in Mitteleuropa realisiert, dann wird man den Flugverkehr nicht eindämmen können.

__________-

Interessant ist, dass - wie bereits erwähnt - auch international die Schweizer sehr viel mit der Eisenbahn fahren. Beispielsweise habe ich mich vor ein paar Jahren mit Schweizern unterhalten, die mit dem Zug von Zürich HB nach Westerland (Sylt) gefahren sind. Sie machten auf Westerland (Sylt) im Juli 2 Wochen Sommerurlaub, weil es ihnen inzwischen aufgrund der Klimaerwärmung am Mittelmeer zu heiß geworden ist. Außerdem wollten die Schweizer längere Tageshelligkeit haben.

Sollten die Schweizer auch 2018 wieder nach Sylt in den Urlaub gefahren sein, dann werden sie ja gleich den richtigen Eindruck vom Chaotenladen Deutsche Bahn bekommen haben, bei den ganzen Zugausfällen zwischen Niebüll und Westerland (Sylt).

Vielleicht weil der ÖPNV /Bahn in der Schweiz funktioniert?

JumpUp @, Freitag, 14. September 2018, 10:21 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Auch wenn der eine oder andere hier im Forum mir Lügen und Heuchelei unterstellen wird...

Das System Eisenbahn bzw. das gesamte System öffentlicher Fern- und Nahverkehr funktioniert in der Schweiz erstaunlich gut. Ich reise 2-3 x jährlich für mehrere Tage in die Schweiz um kreuz und quer mit Bus und Bahn zu fahren. Meine Erfahrungen sind sehr positiv.

- Dichter Taktverkehr von morgens bis spät Abends auf allen Verbindungen
- Erstaunlich hohe Pünktlichkeit
- Sehr wenige Störungen an der Infrastruktur
- Sehr saubere und komfortable Züge
- Allgemein sehr motiviertes und effizientes Personal
- Alle Anschlüsse passen: Zug kommt zur Minute XX:25 an - zur Minute XX:35 setzen sich 5 Postbusse als Anschluss zu allen Bergdörfern in Bewegung
- Dank GA (hat das nicht eh irgendwie jeder Schweizer?) ist Bus und Bahn ohne Zusatzkosten für alle Personen zu nutzen.
- All die Ärgernisse (Zug / Bus fährt vor der Nase Weg, Heute ohne Wagen XYZ dafür ohne Bistro aber mit zwei Stunden Verspätung) sind in der Schweiz eine Seltenheit)
- Dezente Durchsagen

In Deutschland hat so mancher Rollbahn-IC jeden Tag aufs neue +20, + 45, fällt ganz aus, heute als Ersatzzug.... Das gibt's in der Schweiz nicht - Korrespondenzen und Umsteigezeiten von 3-4 Minuten sind zuverlässig.

Dieser positive Eindruck ist nicht nur bei einzelnen EVU oder Bundesländern zu finden,
sondern überall im gesamten Nah- und Fernverkehrsnetz der Schweiz. Ob SBB oder BLS, Bergbahnen, Schmalspurbahnen oder Stadtbus, es funktioniert einfach!

M. E. gibt es kein anderes europäisches Land, welches auch nur in Ansätzen einen öffentlichen Verkehr in der schweizer Qualität hat. Die Niederlande können mit ihrer extremen Taktdichte natürlich punkten!

Auch die schweizer Fahrgäste sind anders

JumpUp @, Freitag, 14. September 2018, 10:24 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Während die Deutschen sich oft wie die Axt im Walde benehmen,
in der Schweiz herrscht ein ganz anders Sozialverhalten im ÖPNV: Fahrgäste verteilen sich auf alle Einstiegstüren, es wird nicht gedrängelt, der Zugbegleiter wird nicht beleidigt.

Besonders positiv: In allen Bussen (selbst Stadtbussen) und auf kleineren Bahnen grüßen sich Fahrer und Fahrgast freundlich zur Begrüßung als auch zur Verabschiedung. Ich war ganz begeistert!

+1

Bm235, Freitag, 14. September 2018, 11:34 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Den gegenseitigen Respekt und die entspannte Mentalität der Schweizer finde ich auch einfach toll.

Der Postautofahrer (Postauto = Postbus = Überland-Linienbus) hat uns bei unserer Abreise sogar per Handschlag verabschiedet und eine gute Reise gewünscht, nachdem er uns nach einer Woche Urlaub mit unserem Gepäck zum Bahnhof gefahren hatte.

Auch die schweizer Fahrgäste sind anders

ffz, Freitag, 14. September 2018, 13:45 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Wobei ich das bessere Sozialverhalten auch aus anderen Ländern kenne:

In Frankreich ist es selbstverständlich dem Zugpersonal gegenüber freundlich und höflich zu bleiben

In Großbritannien steht man selbstverständlich in der Schlange an der Bushaltestelle oder am Bahnsteigzugang und begrüßt freundlich den Busfahrer und verabschiedet sich freundlich beim aussteigen und bedankt sich.

OT: In London wurde letztes Jahr ein Mitarbeiter einer Bank fristlos entlassen, weil er 2 mal in der Tube ohne gültige Fahrkarte erwischt wurde und die Bank das mit bekommen hat, es passte nicht zur Moral der Bank dass ein Mitarbeiter ohne gültige Fahrkarte fährt, Ergebnis fristlose Kündigung.

Auch die schweizer Fahrgäste sind anders

heinz11 @, Freitag, 14. September 2018, 14:17 (vor 59 Tagen) @ ffz

...
OT: In London wurde letztes Jahr ein Mitarbeiter einer Bank fristlos entlassen, weil er 2 mal in der Tube ohne gültige Fahrkarte erwischt wurde und die Bank das mit bekommen hat, es passte nicht zur Moral der Bank dass ein Mitarbeiter ohne gültige Fahrkarte fährt, Ergebnis fristlose Kündigung.


Da muß ich schon herzhaft lachen. Die Verursacher der Finanzkrise sorgen sich um die Moral. Sicher sind noch andere Dinge vorgefallen, oder man wollte ihn loswerden, denn ob er in seiner Freizeit schwarz fährt oder nicht, hat seinen AG nicht zu interessieren.

Er ist für 45.000 Pfund mehrere Jahre schwarzgefahren

Höllentalbahn @, Freiburg, Freitag, 14. September 2018, 14:23 (vor 59 Tagen) @ heinz11

Deshalb hatte die Finanzaufsicht gegen ihn ermittelt weil Zweifel an seiner charakterlichen Eignung bestanden

Er ist für 45.000 Pfund mehrere Jahre schwarzgefahren

ffz, Freitag, 14. September 2018, 14:34 (vor 59 Tagen) @ Höllentalbahn

Es gab mehrere Fälle, nicht nur einen, ein anderer ist für "nur" 800 Pfund schwarz gefahren und wurde entlassen.

O.K., das ist ne andere Dimension und schon fast krankhaft.

heinz11 @, Freitag, 14. September 2018, 17:29 (vor 59 Tagen) @ Höllentalbahn

- kein Text -

OT: Moral und Benehmen in GB

ffz, Freitag, 14. September 2018, 14:33 (vor 59 Tagen) @ heinz11

Das war tatsächlich so und lief durch die gesamte Presse, es waren übrigens Fahrten von und zur Arbeit. In Großbritannien fußt seit Maggie Thatcher die fast die gesamte wirtschaft in Großbritannien auf der Finanzwirtschaft, produziert wird dort kaum noch. Großbritannien hat auffallend sehr starke Vorstellungen von moralischen Werten und Benehmen. Genau so wie man dort nicht drängelt, oder sich immer in der Schlange anstellt, gilt es dort als absolut unsozial zu betrügen oder sich unlautere Vorteile zu verschaffen.
An der Finanzkriese sind übrigens die amerikanischen Banken Schuld, die haben massig Kredite vergeben die nicht gegenfinanziert waren und wo klar war, dass die Schuldner gar nicht genug Sicherheiten für die Schulden haben.
Schulden auf zu nehmen hat in Großbritannien eine lange Tradition, wenn der Monatslohn nicht reicht geht man zum "Pennymen" und leiht sich Geld.
Die meisten Briten besitzen zwar ein eigenes Haus, aber der Grund und Boden auf dem das Haus steht ist zu über 70% nur gepachtet, man pachtet das Land per Erbpacht für 100-150 Jahre und baut sein Haus drauf.

Auch die schweizer Fahrgäste sind anders

IC 2083, Samstag, 15. September 2018, 12:59 (vor 58 Tagen) @ heinz11

Darf ich korrigieren:

Die Deutsche Bank war verantwortlich für die Finanzkrise von 2008 und man macht auch heute munter weiter, nur in größerem Stil...

Auch die schweizer Fahrgäste sind anders

ikarus28003 @, 99974 Mühlhausen, Samstag, 15. September 2018, 22:35 (vor 58 Tagen) @ JumpUp

Nun ja. Da kann ich als Busfahrer in Zürich nicht ganz mitgehen.Es sind vermehrt peinliche Verhältnisse von Fahrgast zu Personal, oft ist es sogar massiv abwertend. Sicher gerade im Ballungszentrum schlimmer als Auf dem Land.

Last, but not least ...

Altmann @, Amstetten, Freitag, 14. September 2018, 10:27 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

ein perfektes Baustellen-Management. Da könnten die Zuständigen von ÖBB und DB gerne mal eine Schulung besuchen in Zürich ...

SEV in der Schweiz <3

JumpUp @, Freitag, 14. September 2018, 10:31 (vor 59 Tagen) @ Altmann

Wie ist SEV in Deutschland?
Die pure Hölle - der eh schon dünne Fahrplan wird selbst auf Hauptrelationen noch weiter ausgedünnt, meist verkehrt nur das langsamste Produkt (RE Ausfall, Ersatz S-Bahn aber Abschnitte SEV).

An dem Umstieg S-Bahn -> SEV das blanke Chaos: Zahlreiche Busse, kein Personal, alle Busse irgendwie in alle Richtungen. Bei Verspätungen der S-Bahn fahren die Busse auch gerne mal leer los.

Wie habe ich es in der Schweiz erlebt?
SEV, klare und deutliche Durchsage vom Personal - > Am Bahnsteig an der Unterführung stand der Busfahrer und hat allen Fahrgästen gezeigt, wo der Anschlussbus geparkt bereitsteht.

Bei den ČD auch. Und auch an die Fahrräder wird gedacht.

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Freitag, 14. September 2018, 10:39 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

- kein Text -

SEV in der Schweiz <3

idle2, Jenseits des FVs, Freitag, 14. September 2018, 13:46 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Wie ist SEV in Deutschland?
Die pure Hölle - der eh schon dünne Fahrplan wird selbst auf Hauptrelationen noch weiter ausgedünnt, meist verkehrt nur das langsamste Produkt (RE Ausfall, Ersatz S-Bahn aber Abschnitte SEV).

An dem Umstieg S-Bahn -> SEV das blanke Chaos: Zahlreiche Busse, kein Personal, alle Busse irgendwie in alle Richtungen. Bei Verspätungen der S-Bahn fahren die Busse auch gerne mal leer los.

Dazu können die Busfahrer weder deutsch, noch können Sie die Anzeige des Busses bedienen. Bestenfalls klebt ein kaum erkennbares A4 Blatt hinter der Windschutzscheibe. Fahrräder sind ja sowieso unerwünscht und werden deswegen nicht berücksichtigt.

--
Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein.

Fahrrad und SEV-Busse

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 14:24 (vor 59 Tagen) @ idle2

Fahrräder sind ja sowieso unerwünscht und werden deswegen nicht berücksichtigt.

Ist bei uns in NL nicht anders.
Unterschied ist aber, dass NS/Prorail/Privatbahn schon lange zuvor im Netz, auf Gesichtbuch & Co und mittels Plakate klargestellt hat, dass Fahrradmitnahme in den Bussen nicht möglich sei.
Dann kann man also Fahrtziel ändern oder eine andere Strecke fahren oder sich per Fahrrad die Baustelle anschauen.


gruß,

Oscar (NL).

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SEV in Österreich okay, aber viel zu häufig

Altmann @, Amstetten, Freitag, 14. September 2018, 14:08 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Einen Sommer ohne Sperre der Arlbergstrecke gibt es nicht. Ebenso am "Deutschen Eck". Von Regionalverbindungen ganz zu schweigen (z.B. Amstetten-Selzthal oder Amstetten-St.Valentin kann man sowieso vergessen) ...

In der Schweiz gibt es kaum SEV. Nach Möglichkeit wird in der Nacht gebaut. Oder es wird (bei Regionalbahnen) kurz mal ein Gleis um die Baustelle rum gelegt.

Nun ist mir schon klar, dass das Geld kostet. Und davon hat die SBB mehr als ÖBB oder DB. Aber trotzdem kanns nicht sein, dass man gerade in der Hauptreisezeit permanent Bus statt Bahn fahren muss (da fahrt man dann lieber gleich Fernbus).


LG vom Gerry, der heute wieder mal mit SEV fahren durfte

Stimmt

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 14. September 2018, 14:44 (vor 59 Tagen) @ Altmann

In den Sommerferien wurden große Teile des Netzes in den SEV versetzt. Es klappte bei meinen Fahrten da zwar alles wie am Schnürchen aber ich frag mich schon, ob man das so häufig und ausgedehnt braucht...

--
Un poisson heureux? C'est moi, monsieur <^)))><.-''-,,-'

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Vielleicht weil der ÖPNV /Bahn in der Schweiz funktioniert?

ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 10:58 (vor 59 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 11:00

Deinen Ausführungen kann ich zustimmen.

Ich war letzte und vorletzte Woche wieder einmal in der Schweiz und muss sagen, dass - im Gegensatz zu Deutschland - wieder einmal alles tadellos funktioniert hat.

Vor allem plant man in der Schweiz - im Gegensatz zu Deutschland - die notwendige Redundanz gleich mit ein. Das bezieht sich auf die Gleisanlagen, die Fahrzeuge und den Fahrplan gleichermaßen.

Wird ein Projekt als notwendig erachtet, dann wird es in den Ausbauplan Step aufgenommen und durchfinanziert, im Gegensatz zu Deutschland, wo der Bundesverkehrswegeplan als unverbindliche lächerliche Wünsch-dir-was-Liste angesehen werden kann.

Da werden dann zusammenhanglos Projekte nach politischen und nicht eisenbahntechnischen bzw. verkehrlichen Gründen ausgewählt. Das Beispiel der Y-Trasse in Niedersachsen, die die Grünen dadurch abgesägt haben, indem sie irgendwelche Pappnasen, die weder etwas von der Eisenbahn noch von der Verkehrsplanung verstehen, Vorschläge machen ließen, spricht Bände. Das wäre ungefähr so, wie wenn man Kinder eines Kindergartens darüber abstimmen ließe, welcher Professor auf welchen Lehrstuhl berufen werden soll.

In Zermatt konnte ich mich nicht nur sehr gut über den Bau der 3S-Bahn informieren, sondern auch über die GGB, wo durch die Beschaffung von 5 neuen schnelleren DT ab Sommerfahrplan 2021 der derzeitige 24-Minuten-Takt durch einen 20-Minuten-Takt ersetzt werden wird.

Sehr schön wurde aufgezeigt, dass der Kundennutzen durch die neuen Fahrzeuge höher ist, als wenn man den Bereich zwischen Riffelboden und der Galerie Riffelberg zweigleisig ausgebaut hätte, womit man auch mit den älteren Fahrzeugen den gewünschten 20-Minuten-Takt hätte erzielen können. Sehr gut wurde das Planungsdreieck, welches die Abhängigkeit zwischen Fahrplan, Fahrzeugen und Infrastruktur aufzeigt, beachtet.

Ganz anders Deutschland. Keine intelligente Planung; im Wesentlichen zusammenhangloses Stückwerk. Der Kundennutzen spielt fast gar keine Rolle. Aber: In der Marktwirtschaft bestimmt der Kunde die Qualitätsstandards und nicht der Anbieter. Der grandiose Murks mit dem IC 2, wo die Deutsche Bahn die Kunden mit einem Regionalexpress, der als Fernverkehrszug verkauft werden soll, nach Strich und Faden verarscht, spricht Bände.

Grundsätzlich gilt die Regel: Die Planungsfehler von heute sind die Betriebsstörungen von morgen.

Kein Wunder, dass es mit der Deutschen Bahn immer weiter bergab geht. Da helfen auch keine Brandbriefe in einem inkompetenten Hühnerhaufen.

Was helfen würde: Beachtung des Planungsdreiecks, eine abgestimmte fundierte Planung, Berücksichtigung der Kundeninteressen, Umstellung auf eine Grenzkostenrechnung, Einbau der notwendigen Redundanz und eine Verkehrspolitik, die vorausschauend die Bahn unterstützt.

Eine total unfähige Bundeskanzlerin, die noch nicht einmal in der Lage ist, den Dieselskandal zu bewältigen und noch nicht einmal den Charakter hat, die Autoindustrie für ihre Betrügereien zu bestrafen und die Autoindustrie zu verpflichten, auf ihre Kosten die Hardwareeinbauten für ca. 2500 € pro Diesel-PKW durchzuführen und stattdessen die Bevölkerung mit inhaltsleeren warmen Worten, die keiner hören will, beglückt, zeigt, dass unter dieser unfähigen Bundesregierung KEINE Kurskorrektur in der Verkehrspolitik zu erwarten ist.

Schweiz und komfortable Züge

Höllentalbahn @, Freiburg, Freitag, 14. September 2018, 11:16 (vor 59 Tagen) @ ThomasK

Der Taktverkehr und die Pünktlichkeit sind klare Vorteile der Schweiz.
Aber der Komfort ?
Das wage ich zumindest für die 2.Klasse zu bezweifeln.
Was einem da geboten wird ist lächerlich.
Kein W-Lan, mäßig bequeme Sitze, keine Tische.
Also das ist unter NV-Niveau im ach so bösen Deutschland

Pünktlichkeit > WLAN

HBSA ⌂, Hamburg, Freitag, 14. September 2018, 11:42 (vor 59 Tagen) @ Höllentalbahn

- kein Text -

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Achtung Zugbetrieb! Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante und betreten Sie den gekennzeichneten Bereich erst nach Halt des Zuges.
Mitglied Fahrgastverband Pro Bahn e.V. und Junge Liberale e.V.

Hier im NV ist immer alles pünktlich

Höllentalbahn @, Freiburg, Freitag, 14. September 2018, 11:45 (vor 59 Tagen) @ HBSA

- kein Text -

Hier im NV ist immer alles pünktlich

HBSA ⌂, Hamburg, Freitag, 14. September 2018, 12:11 (vor 59 Tagen) @ Höllentalbahn
bearbeitet von HBSA, Freitag, 14. September 2018, 12:12

"Information zu NWB RB79 nach Bodenburg. Abfahrt 13:34. Heute ca. 10 Minuten später. Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf."
"Information zu ERX RE10 nach Bad Harzburg. Abfahrt 14:10. Heute ca. 10 Minuten später. Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf."
"Information zu RE3 nach Uelzen. Abfahrt 15:01. Heute ca. 20 Minuten später. Grund dafür ist Verspätung von einer vorherigen Fahrt."
"Meine Damen und Herren, wir erreichen Hamburg Hbf, heute mit einer Verspätung von 10 Minuten. Grund dafür waren belegte Gleise in Hamburg-Harburg."

Ich fahre gerne Bahn, der Zustand im NV lässt aber auch zu Wünschen übrig.

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Ich meinte auch eher in meiner Region

Höllentalbahn @, Freiburg, Freitag, 14. September 2018, 12:35 (vor 59 Tagen) @ HBSA

- kein Text -

Schweiz und komfortable Züge

ikarus28003 @, 99974 Mühlhausen, Samstag, 15. September 2018, 22:42 (vor 58 Tagen) @ Höllentalbahn

Die Bezeichnung „lächerlich“ finde ich schon arg primitiv. Als tagtäglicher Nurzer des ÖV in der Schweiz kann ich dem eingesetzten Wagenmaterial nur sehr gute Noten geben. Dem angesprochenen WLAN kann ich nichts abgewinnen, meines Erachtens gehört WLAN nicht zum Service sondern es ist ein künstliche erklärter „Bedarf“, eigentlich aber Privatsache.

Schweiz und komfortable Züge

guru61, Arolfingen, Montag, 17. September 2018, 07:32 (vor 57 Tagen) @ Höllentalbahn

Der Taktverkehr und die Pünktlichkeit sind klare Vorteile der Schweiz.
Aber der Komfort ?
Das wage ich zumindest für die 2.Klasse zu bezweifeln.
Was einem da geboten wird ist lächerlich.
Kein W-Lan, mäßig bequeme Sitze, keine Tische.
Also das ist unter NV-Niveau im ach so bösen Deutschland

Du hat es eben nicht begriffen:
Das Komfortmerkmal in der Schweiz besteht darin, dass man in pünktlich ankommt. Und wenn nicht, dann hat man, bis auf wenige Ausnahmen eine halbe Stunde später Anschluss. 2- und 4 Stundentakte kennen wir nicht!
Im Übrigen ist es kein Menschenrecht, kostenloses Wlan zu haben (genausowenig, wie kostenloses Benzin in der Tiefgarage und kostenloser Cervelat im Migrosrestaurant). Wenn kein Abo für Deinen Hirnichocher vermagst, dass solltest du auch nicht reisen.
Gruss Guru

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

Bm235, Freitag, 14. September 2018, 11:24 (vor 59 Tagen) @ ThomasK

Deinen Ausführungen kann ich zustimmen.

Ich war letzte und vorletzte Woche wieder einmal in der Schweiz und muss sagen, dass - im Gegensatz zu Deutschland - wieder einmal alles tadellos funktioniert hat.

Ich auch. In einer Woche mit täglichen und teils langen Bahnfahrten mit vielen Umstiegen nur eine einzige Verspätung. Ankunft in Bern mit +10, weil der ICE zwischen Olten und Bern wegen einer Störung (ob an der Strecke oder am Zug, wurde nicht erwähnt) über die Altstrecke umgeleitet werden musste.

Vor allem plant man in der Schweiz - im Gegensatz zu Deutschland - die notwendige Redundanz gleich mit ein. Das bezieht sich auf die Gleisanlagen, die Fahrzeuge und den Fahrplan gleichermaßen.

Was mir aufgefallen ist: Auf eingleisigen Strecken kann noch nahezu an jedem Bahnhof gekreuzt werden. In Deutschland geht das wegen "schlanker Infrastruktur" ja meistens nur noch auf den Bahnhöfen, wo das planmäßig vorgesehen ist. Und bei Verspätungen überträgt sich alles auf die Gegenrichtung und auch noch auf die nächsten Züge, so dass es Stunden dauern kann, bis alles wieder im Takt ist.

Außerdem sieht man schon mit bloßem Auge, dass die Infrastruktur in der Schweiz viel gepflegter ist als bei uns. Man hat manchmal den Eindruck, als würden die Schweizer jede Strecke alle zwei Jahre neu einschottern. Und den bei uns üblichen Urwald entlang der Böschungen gibts in CH auch nicht.

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

Marvin-GE @, NRW, Freitag, 14. September 2018, 11:31 (vor 59 Tagen) @ Bm235

Was mir aufgefallen ist: Auf eingleisigen Strecken kann noch nahezu an jedem Bahnhof gekreuzt werden. In Deutschland geht das wegen "schlanker Infrastruktur" ja meistens nur noch auf den Bahnhöfen, wo das planmäßig vorgesehen ist. Und bei Verspätungen überträgt sich alles auf die Gegenrichtung und auch noch auf die nächsten Züge, so dass es Stunden dauern kann, bis alles wieder im Takt ist.

Das konnte ich in meinem Urlaub in der Schweiz auch beobachten.
Die eingleisige Strecke Dorsten-Coesfeld erhält einen neuen Kreuzungsbahnhof. Die vorhandene Kreuzung wird dann zurück gebaut. Gerade wenn die RB von Coesfeld nach Essen verlängert wird, sorgt die verspätete RB aus Essen dann regelmäßig für Verspätung für die RB nach Essen.

Außerdem sieht man schon mit bloßem Auge, dass die Infrastruktur in der Schweiz viel gepflegter ist als bei uns. Man hat manchmal den Eindruck, als würden die Schweizer jede Strecke alle zwei Jahre neu einschottern. Und den bei uns üblichen Urwald entlang der Böschungen gibts in CH auch nicht.

Immerhin sorgen die Sträucher die ins Lichtraumprofil ragen dafür, dass der Zug mal sauber wird.

In den Niederlanden genau so... DB = Armutszeugnis

HBSA ⌂, Hamburg, Freitag, 14. September 2018, 11:41 (vor 59 Tagen) @ Bm235

- kein Text -

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Achtung Zugbetrieb! Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante und betreten Sie den gekennzeichneten Bereich erst nach Halt des Zuges.
Mitglied Fahrgastverband Pro Bahn e.V. und Junge Liberale e.V.

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 12:52 (vor 59 Tagen) @ Bm235
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 12:56

Was mir aufgefallen ist: Auf eingleisigen Strecken kann noch nahezu an jedem Bahnhof gekreuzt werden. In Deutschland geht das wegen "schlanker Infrastruktur" ja meistens nur noch auf den Bahnhöfen, wo das planmäßig vorgesehen ist. Und bei Verspätungen überträgt sich alles auf die Gegenrichtung und auch noch auf die nächsten Züge, so dass es Stunden dauern kann, bis alles wieder im Takt ist.

Genauso ist es.

Gerade dann, wenn man auf eingleisigen Strecken an fast jedem Bahnhof kreuzen kann, kann man Verspätungen in der Größenordnung von 5 - 7 Minuten wesentlich besser auffangen.

Es ist extrem wichtig, dass sich das System Eisenbahn bei Störungen möglichst schnell wieder erholt.

Diese fundamentale Erkenntnis wird in Deutschland überhaupt nicht beachtet. Deshalb gibt es auch jeden Tag z.B. bei der S-Bahn München Chaos.

Außerdem sieht man schon mit bloßem Auge, dass die Infrastruktur in der Schweiz viel gepflegter ist als bei uns. Man hat manchmal den Eindruck, als würden die Schweizer jede Strecke alle zwei Jahre neu einschottern. Und den bei uns üblichen Urwald entlang der Böschungen gibts in CH auch nicht.


In Zermatt habe ich u.a. die Betriebsanlagen der GGB angeguckt. Die Anlagen sind top in Schuss. Kein Unkraut im Gleis, keine Pflanzen im Lichtraumprofil. Voll funktionsfähige Signale. Saubere Züge. Saubere Stationen. Saubere Fahrkartenschalter. Saubere Sitzbänke. Präzise und professionelle Betriebsführung. An allen Zwischenstationen werden die nächsten Abfahrten Richtung Zermatt und Gornergrat angezeigt. Überall Normaluhren mit Funkbetrieb, die absolut pünktlich laufen, so wie zu den Zeiten der Deutschen Bundesbahn.

Natürlich würde man heute, gäbe es die Gornergratbahn nicht, keinesfalls mehr eine Eisenbahn auf den Gornergrat bauen, sondern eine 3S-Bahn mit Durchlaufbetrieb in Riffelalp, Riffelberg und Rotenboden, da eine Zahnradbahn Zermatt - Gornergrat viel zu unwirtschaftlich ist. Trotz alternierendem 15/9-Minuten-Takt zwischen Riffelberg und Gornergrat muss die Zahnradbahn im Winter noch durch die Seilbahn Gifthittli verstärkt werden, weil sie zu leistungsschwach ist. Eine 3S-Bahn würde das locker alles ganz alleine schaffen und bräuchte auch keine Schneepflüge oder Schneeschleudern. Aber da die Bahn seit 1898 historisch gewachsen ist und es 1898 logischerweise noch keine 3S-Bahnen gab, da die erst ab 1991 entwickelt wurden, sagen die Schweizer, dass sie dieses Projekt Gornergratbahn nun absolut professionell durchziehen und trotz irrsinnig hohem Aufwand die Zahnradbahn top in Schuss halten und das gefällt mir.

Abgesehen davon wäre ein totales Verbot von Autos, wie das erfreulicherweise in Zermatt mit absoluter Härte durchgeboxt wird, in Deutschland völlig undenkbar. In Deutschland bekommt man ja noch nicht einmal den Spitzingsee autofrei. Um es kurz und knapp zu sagen: Die Schweiz spielt im Bereich Eisenbahn in der Champions League und Deutschland allenfalls in der Kreisklasse.

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

ffz, Freitag, 14. September 2018, 14:13 (vor 59 Tagen) @ Bm235

Ist aber eigentlich auch logisch, in Deutschland wird in Europa bei Weitem am wenigsten pro Einwohner in das Schienennetz investiert. Ein kleiner Vergleich von 2017, jeweils Investitionen pro Einwohner:

Schweiz 378€
Österreich: 198 €
Schweden: 170€
Großbritannien: 151€
Dänemark: 136€
Niederlande: 133€
Italien: 68€
Deutschland: 64€
Frankreich: 37€
Spanien: 36€

Die Länder in denen der Schienenverkehr gut funktioniert investieren sehr viel Geld in das Schienennetz. Die Länder die ganz am Ende der Liste stehen und wenig in das Schienennetz investieren haben auch das schlechteste Verkehrsangebot, Spanien ist außerhalb des HGV sehr schlecht im Schienenverkehr, Frankreich ist außerhalb des TGV Verkehres und der Region Grand Est ganz übel, wenn da 4 mal am Tag ein Nahverkehrszug fährt ist das schon eine sehr gute Anbindung, Italien ist im Nahverkehr auch je nach Region sehr schlecht und gerade auf den Privatbahnen sehr altes Fahrzeugmaterial.

Interessant ist auch, dass die Länder die viel Geld in das Schienennetz investieren keinen großen Straßenfahrzeug-Bau im eigenen Land haben, der dort viele Steuereinnahmen bringt. Wenn in Deutschland ein Politiker fordert, der Fahrzeugindustrie die Vergünstigungen weg zu nehmen und von den Konzernen mal richtig heftig Steuern zu kassieren wird dessen Partei nicht mehr gewählt. Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland jeder 6. Arbeitsplatz indirekt vom Fahrzeugbau abhängig ist.

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 16:20 (vor 59 Tagen) @ ffz

Hallo ffz,

(rail investment per capita)

Schweiz 378€
Österreich: 198 €
Schweden: 170€
Großbritannien: 151€
Dänemark: 136€
Niederlande: 133€
Italien: 68€
Deutschland: 64€
Frankreich: 37€
Spanien: 36€

Bei unseren 133 Euro pro Einwohner stellt Fahrgastverbund Rover allerdings die Frage, ob diese Menge ausreicht. Und Rover steht da nicht alleine. Ich berichtete schon eher.

Die Länder in denen der Schienenverkehr gut funktioniert investieren sehr viel Geld in das Schienennetz.

Dabei sind die Netzinvestitionen sehr unterschiedlich:
1. Instandhaltung
2. Ausbau
3. Neubau

Bei Instandhaltung spürt man als Fahrgast sofort die Investitionen. Bei Neubau ist das erst nach vielen Jahren.
S.i.w. haben sowohl Schweden als UK grosse Vorhaben mit Rennbahnen. Bei UK handelt es sich um HighSpeed2 und über Schweden berichtete ich schon eher.
Bei uns ist die wichtigste Investition am besten zu bezeichnen mit PHS ("Programma Hoogfrequent Spoorvervoer"). Dazu gehört auch der 10-Minutentakt "IC" auf meiner aktuellen Stammstrecke Eindhoven-Amsterdam.

Spanien ist außerhalb des HGV sehr schlecht im Schienenverkehr...

Relativ gut sind noch die Cercanias rundum Madrid und die Rodalies rundum Barcelona. Das entspricht etwa S-Bahn.
Die spanischen Verkehre sind doch vor allem Madrid vs. die mediterrane Städtereihe (Barcelona-Valencia-Murcia-Malaga-Sevilla). Zweiträngig sind eher Städte wie Zaragoza, Lleida, La Coruña/Vigo, Gijon/Oviedo oder Valladolid. Ein Quer-Durchs-Land-Verkehr so wie in Deutschland gibt es nicht wirklich.

...Frankreich ist außerhalb des TGV Verkehres und der Region Grand Est ganz übel, wenn da 4 mal am Tag ein Nahverkehrszug fährt ist das schon eine sehr gute Anbindung...

Vor einigen Jahren gab es so eine Charmeoffensive namens "cadencement". Auf vorhandener Infrastruktur sollen die Fahrpläne besser merkbar werden. Aber angeblich wurden nur die Fahrzeiten auf der gleichen Minute gestellt und das Angebot nicht verbessert...?

Und bzgl. TGV: es gibt immer noch reichlich Städte und Regionen wo man den TGV vergeblich sucht. Vor allem zwischen Lyon und Bordeaux, z.B. Clermont-Ferrand. Zwar kommt der TGV in Limoges, aber ohne eine Rennbahn zu benutzen.

Italien ist im Nahverkehr auch je nach Region sehr schlecht und gerade auf den Privatbahnen sehr altes Fahrzeugmaterial.

Also die Privatbahnen fahren s.i.w. noch mit neuen Triebwagen, z.B. die in Südtirol.
Es sind eher die Regiozüge von Trenitalia die zum Teil ziemlich alt sind. Zwar sind die FS-E464 relativ neu, aber das Wagenmaterial hinter diesen "Halbloks" mutet sehr nach n-Wagen an (dafür sind die Wagen dann aber klimatisiert).
In Erinnerung sind auch die FS-ALn.668. Für mich als Bahnfan sind das ganz tolle Dieseltriebwagen; die stammen aus 1952, über 4 Dekaden hin wurden fast 800 Stück gebaut. Dieses Dieselgeknatter, Eisenbahnfeeling pur.
Aber qua Wirtschaftlichkeit können die längst nicht mehr mit einem Minuetto mithalten.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

ffz, Sonntag, 16. September 2018, 15:36 (vor 57 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ffz,

Hallo Oscar,

Die Länder in denen der Schienenverkehr gut funktioniert investieren sehr viel Geld in das Schienennetz.


Dabei sind die Netzinvestitionen sehr unterschiedlich:
1. Instandhaltung
2. Ausbau
3. Neubau

Bei Instandhaltung spürt man als Fahrgast sofort die Investitionen. Bei Neubau ist das erst nach vielen Jahren.

Das kann man so nicht sagen, das kommt auf die Art des Neubaus an, wenn der Neubau/Asbau, nur ein 2. Gleis ist spürt man das sofort.

Die Schweiz arbeitet zB immer in 5-Jahres Schritten, da gibt es dann einen STEP und der wird dann ausgeplant und daran die Aus- und Neubauten definiert und abgearbeitet. Der Unterschied ist, dass die Schweiz erst ein Fahrplankonzept macht und darüber die notwendigen Aus- und Neubauten definiert. Was man in Deutschland mit dem Deutschlandtakt jetzt auch Erstmals macht. Alle Neubauprojekte die aktuell in der Planung bzw in der Planfeststellung sind werden hinsichtlich, Höchstgeschwindigkeit, Lage und Fahrzeit auf das Konzept Deutschlandtakt ausgerichtet, zB auch die SFS RheinMain-RheinNeckar.

S.i.w. haben sowohl Schweden als UK grosse Vorhaben mit Rennbahnen. Bei UK handelt es sich um HighSpeed2 und über Schweden berichtete ich schon eher.

Highspeed2 in UK wird im PPP gebaut und finanziert, da fließt kein Staatsgeld rein, sondern Privatkapital und der Investor muss die STrecke 30 Jahre instandhalten und bekommt dafür die Trasseneinnahmen, das ist bei der Highspeed1 auch schon so, die Highspeed1 gehört einem amerikanischen Rentenfonds.

Bei uns ist die wichtigste Investition am besten zu bezeichnen mit PHS ("Programma Hoogfrequent Spoorvervoer"). Dazu gehört auch der 10-Minutentakt "IC" auf meiner aktuellen Stammstrecke Eindhoven-Amsterdam.

Spanien ist außerhalb des HGV sehr schlecht im Schienenverkehr...


Relativ gut sind noch die Cercanias rundum Madrid und die Rodalies rundum Barcelona. Das entspricht etwa S-Bahn.
Die spanischen Verkehre sind doch vor allem Madrid vs. die mediterrane Städtereihe (Barcelona-Valencia-Murcia-Malaga-Sevilla). Zweiträngig sind eher Städte wie Zaragoza, Lleida, La Coruña/Vigo, Gijon/Oviedo oder Valladolid. Ein Quer-Durchs-Land-Verkehr so wie in Deutschland gibt es nicht wirklich.

...Frankreich ist außerhalb des TGV Verkehres und der Region Grand Est ganz übel, wenn da 4 mal am Tag ein Nahverkehrszug fährt ist das schon eine sehr gute Anbindung...


Vor einigen Jahren gab es so eine Charmeoffensive namens "cadencement". Auf vorhandener Infrastruktur sollen die Fahrpläne besser merkbar werden. Aber angeblich wurden nur die Fahrzeiten auf der gleichen Minute gestellt und das Angebot nicht verbessert...?

Nicht nur angeblich, sondern es wurde der Fahrplan nicht verdichtet. Bereits jetzt ist klar, dass ab Dezember 2018 wieder 8 Strecken auf dauerhaften SEV umgestellt werden in der Picardie, der Normandie, Rhone-Alpes und Moselle wegen Baumängeln und weil die Züge leer sind.


Und bzgl. TGV: es gibt immer noch reichlich Städte und Regionen wo man den TGV vergeblich sucht. Vor allem zwischen Lyon und Bordeaux, z.B. Clermont-Ferrand. Zwar kommt der TGV in Limoges, aber ohne eine Rennbahn zu benutzen.

Italien ist im Nahverkehr auch je nach Region sehr schlecht und gerade auf den Privatbahnen sehr altes Fahrzeugmaterial.


Also die Privatbahnen fahren s.i.w. noch mit neuen Triebwagen, z.B. die in Südtirol.

Ich kenne in Südtirol keine Privatbahn, Trenord gehört überwiegend Trenitalia und SAD gehörte sehr lange der autonomen Provinz Südtirol und heute den Gemeinden in Südtirol. Fahr mal mit der Circumvesuviana, der Circumaetnea, der Ferrovie della Sardegna,... da sind sehr häufig alte bis sehr alte Fahrzeuge zu finden...

gruß,

Oscar (NL).

gruß
ffz

Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart

brandenburger, Perleberg, Sonntag, 16. September 2018, 16:13 (vor 57 Tagen) @ ffz

Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland jeder 6. Arbeitsplatz indirekt vom Fahrzeugbau abhängig ist.

Das wurde aber schon vor einiger Zeit widerlegt. Siehe z. B.
https://www.fairkehr-magazin.de/archiv/2010/fk-04-2010/2010-4-titel/mythos-arbeitsplaet...

NL: eingleisige Strecke, 15-Minutentakt!

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 14:13 (vor 59 Tagen) @ Bm235

Hallo Bm235,

Was mir aufgefallen ist: Auf eingleisigen Strecken kann noch nahezu an jedem Bahnhof gekreuzt werden.

So ist es auch bei uns in NL. Gleisplan Nijmegen-Venlo-Roermond.
Nicht nur in jedem Bahnhof kann gekreuzt werden, manchmal auch dazwischen: auf Venlo-Venray sogar zweimal!
Das Ergebnis ([X] = Kreuzung, (x) = Kreuzungsmöglichkeit):

08/38  Nijmegen (Gegenzug kommt 15 Minuten versetzt an)
16/46 [X]   Mook Molenhoek
22/52   (x) Cuijk
30/00 [X]   Boxmeer
37/07   (x) Vierlingsbeek
45/15 [X]   Venray
52/22   (x) Lottum (kein Halt)
58/28       Blerick
00/30 [X]   Maasbrücke (kein Halt)
02/32       Venlo
07/37   (x) Tegelen
15/45 [X]   Reuver
20/50       Swalmen
22/52   (-) fehlende Kreuzungsstelle
25/55       Roermond

Es fehlt also nur eine Kreuzungsmöglichkeit südlich von Swalmen; wenn man diese hat, kann man auf der ganzen, meist eingleisigen, Strecke einen 15-Minutentakt anbieten!

Dann Arnhem-Winterswijk. Die Strecke ist bis Zevenaar Doppelspur, danach eingleisig.

00/15/30/45 [X]   Zevenaar
07/22/37/52 [X]   Didam
15/30/45/00 [X]   Wehl
17/32/47/02       Doetinchem De Huet
22/37/52/07 [X]   Doetinchem
--/42/--/12       Gaanderen
--/45/--/15 [X]   Terborg
--/51/--/21   (x) Varsseveld
--/00/--/30 [X]   Aalten
--/10/--/40       Winterswijk

Der 15-Minutentakt gibt es hier bereits! (zumindest bis Doetinchem)

In Deutschland geht das wegen "schlanker Infrastruktur" ja meistens nur noch auf den Bahnhöfen, wo das planmäßig vorgesehen ist. Und bei Verspätungen überträgt sich alles auf die Gegenrichtung und auch noch auf die nächsten Züge, so dass es Stunden dauern kann, bis alles wieder im Takt ist.

So erfahren auf Biessenhofen-Füssen. Nur zwei Überholstellen: in Marktoberdorf und die planmässig benutzte Üst in Lengenwang. Lengenwang-Füssen dauerte 24 Minuten. Gab es nicht mal eine Üst in Weizern-Hopferau? Würde man auch eine haben in MOD-Schule dann wäre ein Halbstundentakt schon möglich.


gruß,

Oscar (NL).

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Aber bei den Bahnhöfen sehe ich Österreich ganz vorne

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 14. September 2018, 14:52 (vor 59 Tagen) @ Bm235

Die ÖBB modernisieren nach wie vor kräftig an der Infrastruktur respektive der Bahnhöfe. Persönlich gefallen mir die Bahnhöfe der ÖBB von dem was ich so bisher sah am besten. So kommt man selbst in dem kleinen Bahnhöfen noch in den Genuss gepflegter Warteräume. Sowohl bei Alt- als auch bei Neubauten.

Wenn ich das mit der Schweiz oder Deutschland vergleiche, muss ich schon etwas schmunzeln.

Und bezüglich des Gleiszustandes würde ich für Österreich das selbe behaupten. Deswegen hat man doet ja auch ständig irgendwo 'nen SEV...

--
Un poisson heureux? C'est moi, monsieur <^)))><.-''-,,-'

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auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 11:15 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Hallo JumpUp,

alles richtig und alles auch selber erfahren, aber dennoch ändert mein Reiseverhalten nicht wenn ich die Grenze übertrete.

Als ich 2006 und 2008 in Zermatt Wintersporturlaub machte, baute ich auf der Rückfahrt eine Stunde Zeitpuffer in Basel ein, damit ich quasi-garantiert meinen CNL nach Amsterdam hatte. Der durchschnittliche Jan oder Otto würde das vermutlich auch so machen.
Aber der durchschnittliche Pirmin verlässt sich auf die Anschlüsse und wird 10 Minuten Übergang in Basel eher normal finden. Auch wenn es EC vs. Nachtzug betreffen würde.


gruß,

Oscar (NL).

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Zuverlässigkeit ist das A und O

JumpUp @, Freitag, 14. September 2018, 11:56 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

In Deutschland ist das (theoretisch verfügbare) Fahrplanangebot ja sogar ziemlich gut. Auf allen Strecken gibt's einen Stundentakt und in den Städten funktionieren auch die Anschlüsse an den weiteren Busverkehr.

Die Zuverlässigkeit ist das ganz große Übel. Eine durchgehende Verbindung mit Anschluss an die S-Bahn in der Metropole ist immer irgendwie brauchbar zu nutzen.

Sobald man in Deutschland aber gezwungenermaßen zwischen Fern- und Nahverkehr umsteigen muss und dann ggf. noch einen Anschlussbus ans Dorf nehmen möchte - ja dann kann man es auch gleich bleiben lassen wenn Termindruck herrscht.

Stündlich kommt man mit dem IC von Koblenz nach Mainz und hat dort schlanken Anschluss an die RB nach Groß-Gerau - dort gibt's Anschlüsse an die Dörfer links und rechts der Strecke. Theoretisch eine super Verbindung, nur praktisch vollkommen unbrauchbar: Die Rollbahn IC aus den überlasteten Knoten Köln kommen mal mit +5 dann mit + 45 in Koblenz an und der Anschluss an die RB nach Groß-Gerau nur für ganz risikoreiche Fahrgäste zu empfehlen, bei Anschlussverlust geht der nächste Zug erst eine Stunde später.
Also was macht der Koblenzer, der nach Groß-Gerau will? Spätestens beim dritten Anschlussverlust fährt er eine Stunde früher, nimmt den RE statt den schnelleren IC oder steigt direkt ins Auto.
Und man kann es ihm nicht einmal verübeln. Solche Anschlüsse gibt's überall im deutschen Netz: Theoretisch perfekter Anschluss, praktisch wegen Unzuverlässigkeit im deutschen Bahnsystem immer mit einer Stunde Verspätung verbunden.

Und so etwas gibt's in der Schweiz nicht, Anschlussverluste sind selten, weil die Zuverlässigkeit im gesamten System gegeben ist. Selbst ein Neigetechnik-IC mit drei Stunden Fahrzeit und knappen Anschlüssen schafft es in der Schweiz pünktlich durchs Land. In Deutschland wird der ICE in Frankfurt Hbf schon mit +10 bereitgestellt und ehe er die Stadtgrenze verlassen hat ist er schon mit +20 am Flughafen Frankfurt angekommen :(

auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

guru61, Arolfingen, Montag, 17. September 2018, 10:43 (vor 56 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von guru61, Montag, 17. September 2018, 10:45

Hallo JumpUp,

Als ich 2006 und 2008 in Zermatt Wintersporturlaub machte, baute ich auf der Rückfahrt eine Stunde Zeitpuffer in Basel ein, damit ich quasi-garantiert meinen CNL nach Amsterdam hatte. Der durchschnittliche Jan oder Otto würde das vermutlich auch so machen.
Aber der durchschnittliche Pirmin verlässt sich auf die Anschlüsse und wird 10 Minuten Übergang in Basel eher normal finden. Auch wenn es EC vs. Nachtzug betreffen würde.>
Oscar (NL).

Hallo
Das kommt drauf an:
Anfangs Oktober werden wir nach Wien im ersten RJ gehen. Trotzdem wir ab Olten um 05.57 und 05.59 zwei Züge ohne Halt haben, werden wir den IR um 05.30 nehmen, der eine Viertelstunde früher ankommt. Das Taxi, von zu Hause nach Olten ist uns das wert. Auch nur schon deshalb, weil wir zuggebundene Billette haben, die im schlimmsten Fall verfallen würden.
Das ist in meinen Augen ein Gebot des gesunden Menschenverstandes. Wie spät wir in Wien ankommen, ist schlussendlich irrelevant. Dasselbe war auch nach Hamburg: Pünktlich in Zürich losgefahren und, dank Umleitung über die Main-Weserbahn (von dem übrigens nichts im Fahrplan geschrieben war, kamen wir verspätet in HH an. Auf der Rückreise ist es eh kein Problem:
Erstens fahren alle halbe Stunde mindesten 2-3 Züge in Richtung Olten.
Und: jetzt kommts: Wir können in jeden Zug einsteigen, der uns in Richtung Ziel führt. Keine Unterscheidung in ICE. IC, RE und wie das Zeug in Deutschland alles heisst!
Das ist eben nicht zu vernachlässigen: Nichts bringt die Leute mehr auf die Palme, wenn sie nach Anschlussverlust drei Folgezüge sehen, die sie nicht benützen dürfen.
Gruss Guru

Anschlussverlust DB / SBB / ÖBB unproblematisch

JumpUp @, Montag, 17. September 2018, 10:58 (vor 56 Tagen) @ guru61

Der Anschlussverlust im Fernverkehr zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vollkommen unproblematisch. Die Zugbindung ist bei Anschlussverlust aufgehoben und man kann jeden nachfolgenden Zug nehmen (ganz egal ob das in Deutschland ein ICE / IC / RE oder eine S-Bahn ist) um auf schnellstem Wege zu seinem Ziel zu gelangen.

Selbst bei getrennt gebuchten Tickets gibt's zwischen einigen europäischen Eisenbahnen (insb. SBB / DB / ÖBB) eine Kulanzkooperation, dass die Zugbindung ohne weitere Kosten aufgehoben ist. Die Verspätung hat man zwar trotzdem, aber man muss keine weitere Fahrkarte kaufen: "Agreement on Journey Connection", bei seat61.com lässt sich die Regelung explizit finden.

auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

RhBDirk @, Köln und Hamburg, Montag, 17. September 2018, 11:04 (vor 56 Tagen) @ guru61

Das ist eben nicht zu vernachlässigen: Nichts bringt die Leute mehr auf die Palme, wenn sie nach Anschlussverlust drei Folgezüge sehen, die sie nicht benützen dürfen.
Gruss Guru

Kommt auf das Ticket an. Mit BC50 und BC100 ist auch das in Deutschland wurscht, welchen Zug man nimmt. Aber die 50er ist den meisten ja zu teuer - weil Geiz ist geil. Dann muss ich mit den Einschränkungen leben. Ich bin vergangene Woche auch mit den SBB für um die 18 CHF in der 1. Klasse von Chur nach Basel gefahren - mit HTA Sparbilletten.

auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

heinz11 @, Montag, 17. September 2018, 11:21 (vor 56 Tagen) @ RhBDirk

Das ist eben nicht zu vernachlässigen: Nichts bringt die Leute mehr auf die Palme, wenn sie nach Anschlussverlust drei Folgezüge sehen, die sie nicht benützen dürfen.
Gruss Guru


Kommt auf das Ticket an. Mit BC50 und BC100 ist auch das in Deutschland wurscht, welchen Zug man nimmt. Aber die 50er ist den meisten ja zu teuer - weil Geiz ist geil. Dann muss ich mit den Einschränkungen leben. Ich bin vergangene Woche auch mit den SBB für um die 18 CHF in der 1. Klasse von Chur nach Basel gefahren - mit HTA Sparbilletten.


Ob es immer die Geiz-is-geil Mentalität ist? Was absolut ärgerlich ist, das die Sparpreis-Kontigente der BC 25 und der BC 50 nicht deckungsgleich sind. Und ob man mit einem per BC 25 gebuchten SP und nur vorhandener BC 50 ein Schwarzfahrer ist, wurde ja in diesem Forum ausgiebig diskutiert. Das nicht jeder eine BC 25 und BC 50 gleichzeitig besitzen wil, kann ich nachvollziehen.

auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

guru61, Arolfingen, Dienstag, 18. September 2018, 07:40 (vor 56 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von guru61, Dienstag, 18. September 2018, 07:42

Das ist eben nicht zu vernachlässigen: Nichts bringt die Leute mehr auf die Palme, wenn sie nach Anschlussverlust drei Folgezüge sehen, die sie nicht benützen dürfen.
Gruss Guru


Kommt auf das Ticket an. Mit BC50 und BC100 ist auch das in Deutschland wurscht, welchen Zug man nimmt. Aber die 50er ist den meisten ja zu teuer - weil Geiz ist geil. Dann muss ich mit den Einschränkungen leben. Ich bin vergangene Woche auch mit den SBB für um die 18 CHF in der 1. Klasse von Chur nach Basel gefahren - mit HTA Sparbilletten.

Ob es immer die Geiz-is-geil Mentalität ist? Was absolut ärgerlich ist, das die Sparpreis-Kontigente der BC 25 und der BC 50 nicht deckungsgleich sind. Und ob man mit einem per BC 25 gebuchten SP und nur vorhandener BC 50 ein Schwarzfahrer ist, wurde ja in diesem Forum ausgiebig diskutiert. Das nicht jeder eine BC 25 und BC 50 gleichzeitig besitzen wil, kann ich nachvollziehen.

Hallo
Seht ihr, genau diese Diskussionen sind in der Schweiz, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nicht nötig.
Der Gesetzgeber verlangt, und hat das Recht, es auch durchzusetzen, dass der Verkehr aus einem Guss angeboten wird. Das nennt sich "direkter Verkehr" und beinhaltet, dass in einem Transportvertrag alle auf dem Reiseweg benützten Unternehmen eingeschlossen sind.
In Deutschland ist das offensichtlich nicht der Fall:
https://community.bahn.de/questions/1250158-gultigkeitsbereich-bahncard-100

Zitat:
wenn Sie eine BahnCard 100 haben, wird in Punkt 1.2.1 unserer Beförderungsbedingungen eindeutig geschrieben, dass der Start- und Zielbahnhof nicht innerhalb des Verkehrsverbundes liegen dürfen. Die BahnCard 100 ist keine Zeitkarte, die ausschließlich für Fahrten innerhalb eines Verkehrsverbundes genutzt werden kann, da hierfür ausreichend Verbundangebote zur Verfügung stehen. Es ist daher richtig, dass Sie mit der BahnCard 100 nur verbundübergreifend fahren dürfen. So haben Sie an den jeweiligen Start- und Zielbahnhöfen die entsprechende City-Ticket-Funktion. Darüber hinaus dürfen Sie mit jeder „Eisenbahn“ verbundübergreifend in Deutschland fahren, die in den Konditionen unter bahn.de aufgeführt wird. Eine Liste gibt es auch hier.

Der Streckenentfernungsanzeiger bzw. das Tarifverzeichnis (Tfv) ist kostenpflichtig und gibt es nicht über bahn.de, da diese Verzeichnisse zur Berechnung der Tarifpunkte für den Personen- und Güterverkehr bei den Eisenbahnverwaltungen/Aufgabenträgern/Bestellerorganisationen benötigt werden.

Der Railjet der ÖBB, sowie TGV der SNCF, verkehren auf der deutschen Strecke zum DB-Tarif, da es hier eine Tarifkooperation gibt (siehe Punkt 1.4 der Beförderungsbedingungen). Es gibt mitunter Eisenbahnverkehrsunternehmen, wo kein DB-Tarif angewandt wird (z. B. Thalys). /ch

Und zum Preis: man motzt immer, wie teuer der Schweizer OeV ist: Die BC 100 kostet 6690 Euronen das Schweizer GA in der teuersten Version: https://www.sbb.ch/de/abos-billette/abonnemente/ga/ga-im-ueberblick.html?WT.mc_id=cpc_t...
6300 Franken. Meine Frau zahlt mit dem Duo schon 2'000 Franken weniger!
Das Verkehrsnetz umfasst aber 26'000 km.
https://www.ansiedlung-schweiz.ch/die-schweiz/verkehr-und-mobilitaet/
Eine Übersicht findet man hier:
https://www.sbb.ch/content/dam/sbb/de/pdf/abos-billette/abonnemente/ga/karte-geltungsbe...
Vergleiche man den tabellarischen Teil, mit dem von Deutschland (eine Karte habe ich leider nicht gefunden):
https://www.diebefoerderer.de/uploads/media/BahnCard_25__50__100_03.pdf
Sticht einem der Unterschied krass in die Augen.
Und wenn wir das noch kaufkraftbereinigt anschauen, dann haben wir den OeV zu Dumpingpreisen!

Und etwas frage ich mich auch noch:
Wenn das Bahnnetz schrumpft:
Das Schienennetz der Eisenbahnen in Deutschland hat derzeit eine Streckenlänge von rund 38.500 km – im Bahnreform-Jahr 1994 waren es noch 44.600 km
Und in Oesterreich:
https://bahnnetz-at.jimdo.com/
Dann wird ja der Geltungsbereich der Bahncard und der Vorteilscars immer kleiner.
Da müssten logischerweise auch die Karten billiger werden.
Ist das so?
Gruss Guru

Mobility-Abo

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 18. September 2018, 20:34 (vor 55 Tagen) @ guru61

Hallo guru61,

Der Gesetzgeber verlangt, und hat das Recht, es auch durchzusetzen, dass der Verkehr aus einem Guss angeboten wird. Das nennt sich "direkter Verkehr" und beinhaltet, dass in einem Transportvertrag alle auf dem Reiseweg benützten Unternehmen eingeschlossen sind.

Leider kommen wir in NL auch nicht an die Schweiz.
Zwar unterstützen alle Anbieter die ÖV-Chipkarte aber würde ein NS-Abo "altijd vrij" (sollte GA entsprechen) nicht bei Arriva, Breng oder Keolis gelten, geschweige in Bussen.

Aber sind auch alle Reiseprodukte einbegriffen? Berner Oberlandbahn sollte drin sein, aber auch deren Fahrt zum Jungfraujoch?

In Deutschland ist das offensichtlich nicht der Fall:
https://community.bahn.de/questions/1250158-gultigkeitsbereich-bahncard-100

Nope, angeblich nicht in Bussen.
Oh Ironie: ich erhalte in Kaiserslautern mit meiner BC50 Second die Stadtbusfahrt ermässigt, obwohl kein DB-Logo auf dem Bus steht. Dafür dann keine Ermässigung bei DB Oberbayernbus, obwohl ein knallgrosses DB-Logo auf dem Bus steht. Ermässigung auch erhalten bei DB Rhein-Mosel-Bus auf der Fahrt Emmelshausen-Koblenz.

Und etwas frage ich mich auch noch:
Wenn das Bahnnetz schrumpft:
Das Schienennetz der Eisenbahnen in Deutschland hat derzeit eine Streckenlänge von rund 38.500 km – im Bahnreform-Jahr 1994 waren es noch 44.600 km

Bei uns ist das Netz ein bisschen vergrössert, wenn auch nur ein paar Kilometer.
Denn einige Zugpaare, die vorher in Roodeschool endeten, fahren jetzt weiter nach Eemshaven.


gruß,

Oscar (NL).

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Mobility-Abo

guru61, Arolfingen, Mittwoch, 19. September 2018, 07:37 (vor 55 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von guru61, Mittwoch, 19. September 2018, 07:38

Hallo guru61,

Aber sind auch alle Reiseprodukte einbegriffen? Berner Oberlandbahn sollte drin sein, aber auch deren Fahrt zum Jungfraujoch?> gruß,

Oscar (NL).

Hallo Oscar
Du hast dir treffsicher das beste Beispiel ausgesucht, zu zeigen, wie das in der Schweiz funktioniert:
[image]

Hier der Ausschnitt aus der GA Karte. Ausgezogen sind die GA Linien, gestrichelt die Halbtax Linien, die in der Regel 50% gewähren.

Du siehst: Alle ganzjährig bewohnten Orte sind im GA Bereich. Alle touristischen Relationen im 50% Bereich. Beispiel Wengen: Bis dahin ist die Wengerenalpbahn im GA Bereich, über den Pass nach Grindelwald im Haltaxbereich. Dementsprechend auch die Jungfraubahn, die als reiner Tourismusbetrieb gilt.

Bei Mürren ists noch interessanter: Die Anreise ab Lauterbrunnen ist über Gütschalp. wie auch über Stechelberg im GA Bereich. Wenn du aber weiter willst, aufs Schilthorn, wird's teuer:
https://schilthorn.ch/de/Infos/Fahrplan__und__Tarife
Das GA kostet ab Stechelberg und ab Mürren gleichviel.

Auch das Postauto über die grossse Scheidegg ist bis zur Schwarzwaldalp im GA Bereich und über den Pass nicht.
Gruss Guru

auch in CH bleibt mein Reiseverhalten derselbe...

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Mittwoch, 19. September 2018, 08:00 (vor 55 Tagen) @ guru61
bearbeitet von JeDi, Mittwoch, 19. September 2018, 08:01

Hallo
Seht ihr, genau diese Diskussionen sind in der Schweiz, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nicht nötig.
Der Gesetzgeber verlangt, und hat das Recht, es auch durchzusetzen, dass der Verkehr aus einem Guss angeboten wird. Das nennt sich "direkter Verkehr" und beinhaltet, dass in einem Transportvertrag alle auf dem Reiseweg benützten Unternehmen eingeschlossen sind.
In Deutschland ist das offensichtlich nicht der Fall:

Doch, ist es. Leider setzt der Gesetzgeber das nicht durch.

https://community.bahn.de/questions/1250158-gultigkeitsbereich-bahncard-100

Zitat:
wenn Sie eine BahnCard 100 haben, wird in Punkt 1.2.1 unserer Beförderungsbedingungen eindeutig geschrieben, dass der Start- und Zielbahnhof nicht innerhalb des Verkehrsverbundes liegen dürfen. Die BahnCard 100 ist keine Zeitkarte, die ausschließlich für Fahrten innerhalb eines Verkehrsverbundes genutzt werden kann, da hierfür ausreichend Verbundangebote zur Verfügung stehen. Es ist daher richtig, dass Sie mit der BahnCard 100 nur verbundübergreifend fahren dürfen. So haben Sie an den jeweiligen Start- und Zielbahnhöfen die entsprechende City-Ticket-Funktion. Darüber hinaus dürfen Sie mit jeder „Eisenbahn“ verbundübergreifend in Deutschland fahren, die in den Konditionen unter bahn.de aufgeführt wird. Eine Liste gibt es auch hier.

Der Streckenentfernungsanzeiger bzw. das Tarifverzeichnis (Tfv) ist kostenpflichtig und gibt es nicht über bahn.de, da diese Verzeichnisse zur Berechnung der Tarifpunkte für den Personen- und Güterverkehr bei den Eisenbahnverwaltungen/Aufgabenträgern/Bestellerorganisationen benötigt werden.

Der Railjet der ÖBB, sowie TGV der SNCF, verkehren auf der deutschen Strecke zum DB-Tarif, da es hier eine Tarifkooperation gibt (siehe Punkt 1.4 der Beförderungsbedingungen). Es gibt mitunter Eisenbahnverkehrsunternehmen, wo kein DB-Tarif angewandt wird (z. B. Thalys). /ch

Das ist mal wieder eine glatte Falschauskunft des DB-Social-Media-Teams. Im Verbundbinnenverkehr darf man die BC 100 selbstverständlich nutzen.

Und zum Preis: man motzt immer, wie teuer der Schweizer OeV ist: Die BC 100 kostet 6690 Euronen das Schweizer GA in der teuersten Version: https://www.sbb.ch/de/abos-billette/abonnemente/ga/ga-im-ueberblick.html?WT.mc_id=cpc_t...
6300 Franken. Meine Frau zahlt mit dem Duo schon 2'000 Franken weniger!
Das Verkehrsnetz umfasst aber 26'000 km.
https://www.ansiedlung-schweiz.ch/die-schweiz/verkehr-und-mobilitaet/
Eine Übersicht findet man hier:
https://www.sbb.ch/content/dam/sbb/de/pdf/abos-billette/abonnemente/ga/karte-geltungsbe...
Vergleiche man den tabellarischen Teil, mit dem von Deutschland (eine Karte habe ich leider nicht gefunden):
https://www.diebefoerderer.de/uploads/media/BahnCard_25__50__100_03.pdf
Sticht einem der Unterschied krass in die Augen.
Und wenn wir das noch kaufkraftbereinigt anschauen, dann haben wir den OeV zu Dumpingpreisen!

Aber eben nur für die Flatrate - jeder, der die nicht braucht, finanziert das sehr günstige GA quasi mit. Und ja, auf eure Partner- und Jugendermäßigungen beim GA bin ich etwas neidisch ;-)

Und etwas frage ich mich auch noch:
Wenn das Bahnnetz schrumpft:
Das Schienennetz der Eisenbahnen in Deutschland hat derzeit eine Streckenlänge von rund 38.500 km – im Bahnreform-Jahr 1994 waren es noch 44.600 km
Und in Oesterreich:
https://bahnnetz-at.jimdo.com/
Dann wird ja der Geltungsbereich der Bahncard und der Vorteilscars immer kleiner.
Da müssten logischerweise auch die Karten billiger werden.

Netzlängenvergleiche halte ich für relativ wenig zielführend, die durchschnittlichen Reiseweiten steigen aber (2017 waren wir in Deutschland bei gut 285 km im Fernverkehr und bei 22 km im Nahverkehr.

--
Weg mit dem 4744!

"extreme" Taktdichte in NL...

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 12:18 (vor 59 Tagen) @ JumpUp

Hallo JumpUp,

Die Niederlande können mit ihrer extremen Taktdichte natürlich punkten!

Aber auch nur in der Randstad, in der Zuggattung "IC" und in der Hauptverkehrszeit. Dort und dann ist es wirklich extrem.

10-Minutentakt "IC" gibt es aktuell auf Eindhoven-Amsterdam. Geplant sind Nijmegen-Schiphol und der SAAL-Korridor (Schiphol-Amsterdam-Almere-Lelystad).
10-5-Takt (etwa 00/05/15/20/30/35/45/50) ist geplant auf Utrecht-Gouda (dann 15-Minutentakt nach Den Haag bzw. Rotterdam)
10-5-Takt wird vermutlich auch kommen auf Rotterdam-Den Haag-Leiden (dann 15-Minutentakt nach Haarlem-Amsterdam bzw. Schiphol-Almere). Nach Den Haag Centraal kommt man dann sowohl von Rotterdam als von Leiden aus 10x pro Stunde (4 "IC", 6 "Sprinter").
Auf der HSL-Zuid gibt es sozusagen einen "15-Minutentakt Plus" (4 IC Direkt + 1 AmBrüx-IC)

Es dauert noch ein bisschen, bis Den Haag-Rotterdam-Eindhoven 15-Minutentakt hat. Unsere östlichen Nachbarn müssen da ein bisschen mithelfen. Sobald ausreichend Kapazität auf Maasvlakte-Oberhausen da ist und die Open Access-Betreiber (auch meist östliche Nachbarn) bereit sind von Class 66 auf z.B. Mehrsystem-Vectron umzusteigen, können Cargos von der Brabantroute auf die Betuweroute verlagert werden und kommen Trassen frei, z.B. für zwei extra ICs Den Haag-Eindhoven.

Soweit, so gut. Es ist selbstverständlich toll wenn man mit der Bahn fast überall halbstündlich kommt, auch in Ecken wie Roodeschool, Winterswijk, Kerkrade oder Vlissingen. Die Schweiz ist aber nicht mehr so weit hinten. Dafür besteht bei uns in Vergleich zur Schweiz aber sehr wohl Nachholbedarf im Bereich "gummibereifte Bahn" und erst recht in der Verknüpfung beider Systeme.

Der Viereck Eindhoven-Den Bosch-Nijmegen-Venlo umfasst etwa 3000 Qkm. Hier sucht man vergeblich nach einer Bahn, obwohl hier eine wichtige Doppelstadt liegt (Veghel und Uden). Gibt es Regionen von 3000 Qkm ohne Bahn in CH? Ja, gibt es, muss man aber sehr gut suchen, sind aber Berggebiete wo kaum jemand wohnt.

Für Veghel und Uden hat der aktuelle Anbieter Bravo ein "IC"-artiges Produkt namens Bravo Direkt. Man kommt damit nach Eindhoven, Den Bosch und Oss (alles "IC"-Halte). Aber nicht nach Nijmegen und Venlo. Die Buslinie 99 ist langsam; man vergleicht nur die Anzahl der Haltestellen: 99, 305, 306.
Gut, die 305 und 306 fahren in bis zu 15-Minutentakt, im Schnitt halbstündlich. Das sind aber Hauptachsen. Daneben sieht's düster aus. Bei Regionalbussen darf man froh sein, wenn Mo-Fr tagsüber stündlich ein Bus verkehrt.

Andererseits: muss überall unbedingt jede Stunde ein Bus fahren? Jein.
Genauso wie Züge möchte man Busse sinnvoll einsetzen. Morgens an Schultagen dichter Takt, in Weilern am Sonntag bedarfsgesteuerter Anruf-Linientaxi.
Aber: auch ein leer rumfahrender Bus ist ein Hinweis auf ein Angebot. Als in meiner Heimatstadt Helmond das Wohnviertel Dierdonk gebaut wurde, fuhr sobald die Hauptstrasse fertig war dort schon eine Buslinie. Damit die neuen Einwohner schon den Eindruck bekamen "hee, wir brauchen nicht unbedingt das Auto, denn hier kommt auch der Bus".


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Sie haben noch 101 Wochen die Chance, einen echten DB-IC zu genießen!

Weil sie so arm sind,...

heinz11 @, Freitag, 14. September 2018, 12:30 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

...das sich die meisten kein eigenes Auto leisten können.

Weil sie so arm sind,...

Marvin-GE @, NRW, Freitag, 14. September 2018, 12:50 (vor 59 Tagen) @ heinz11

...das sich die meisten kein eigenes Auto leisten können.

Teilweise stimmt das sogar. Nicht jeder kann es sich leisten, bei den Preisen das Auto in der Großstadt zu parken. Bzw. wird durch der ÖPV deutlich attraktiver. In Deutschland müssen zumeist keine oder nur sehr geringe Gebühren für einen Parkplatz bezahlt werden, die deutlich unter dem Preis einer Fahrkarte für den Zug liegen.

Schweizer fahren sehr viel Bahn... und sehr viel Auto!

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 12:58 (vor 59 Tagen) @ heinz11

Weil sie so arm sind,...
...das sich die meisten kein eigenes Auto leisten können.

Ich nehme an, das war ironisch gemeint...?
Offenbar können Schweizer sich sowohl (ein Abo für) eine (für uns) teure Bahn als ein "anständiges" Auto leisten.

In der Schweiz fahren inzwischen mehr als 4,5 Millionen Autos bei etwa 8,5 Millionen Einwohnern.
Und wenn ich dann auch noch beobachte, was für Autos das im Querschnitt sind, dann kann ich nur sagen: das sind sehr bestimmt keine Autos die nur für irgendwelche Fanclubtreffen ein paar Tage pro Jahr aus dem Garagebox kommen.

Auch noch: Lugano 2011, pro 5 Einwohner 3 Autos.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Sie haben noch 101 Wochen die Chance, einen echten DB-IC zu genießen!

Schweizer fahren sehr viel Bahn... und sehr viel Auto!

heinz11 @, Freitag, 14. September 2018, 14:03 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Weil sie so arm sind,...
...das sich die meisten kein eigenes Auto leisten können.


Ich nehme an, das war ironisch gemeint...?


Ja, absolut. Wollte nur mal kein Smiley dahinter setzen.

Schweizer fahren sehr viel Bahn... und sehr viel Auto!

ffz, Freitag, 14. September 2018, 14:20 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Die Schweizer fahren natürlich auch viel Auto, aber es ist in der Schweiz völlig normal, dass vom Vorstandsvorsitzenden einer Großbank, bis zur Sekretärin alle mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit und wieder nach Hause fahren. Das ist eine ganz andere Einstellung zum öffentlichen Verkehr, der genießt in der Schweiz eine große Wertschätzung und wird von allen gleich genutzt.

Dein Aufhänger ist falsch, Deine Folgerung ist richtig :)

Alphorn (CH), Freitag, 14. September 2018, 13:06 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Im verknüpften Beitrag wird ein Übergang von 10 Minuten zwischen EC und Nachtzug als komfortabel betrachtet. Offenbar aus schweizer Sicht. Sorry, aber lediglich 10 Minuten Übergang für einen Nachtzug der nur 1x am Tag verkehrt, das finde ich als Niederländer nicht gerade komfortabel.

Im Fahrplan standen 40 Minuten Übergangszeit, welche sich durch Verspätung auf 10 Minuten reduzierten. 10 Minuten im Fahrplan hätte ich beim Nachtzug nicht unbedingt als komfortabel bezeichnet. Bei der S-Bahn (Viertelstundentakt) hätte ich einen Takt früher genommen, im FV (Halbstundentakt) eventuell auch, je nach Linie. Bei einem Nicht-Nachtzug, z.B. wenn ich einen Termin erreichen will, sind 10 Minuten Übergang natürlich ausreichend: In Zürich schafft man jeden Anschluss ohne Rennen in 5 Minuten, offiziell braucht man 7.

Deine Folgerung stimmt aber trotzdem: In der Schweiz vertraut man dem System öffentlicher Verkehr (uns insbesondere Umsteigeverbindungen) mehr als anderswo. Das liegt teilweise daran, dass der Schaden beim Verpassen eines Anschlusses geringer ist; nirgends mehr als 30 Minuten im nationalen Verkehr.

Wenn dieses Vertrauen in Anschlussverbindungen wegen schlechter Pünktlichkeit fehlt, dann ist das sehr schlecht für das System Bahn. Die Bahn muss lange und seltene Direktverbindungen anbieten, was a) den Fahrplan und die Infrastruktur komplizierter macht und damit die Pünktlichkeit weiter verschlechtert und b) eine effiziente Infrastruktur-Ausnützung und damit einen guten Takt verhindert. Der riesige ICE 4 mit 370 Metern zementiert diese Betriebsform.

Die Bahn funktioniert aber am effizientesten mit Umsteigeverbindungen. Also soll man den Umstieg so schmerzlos wie möglich machen: Wenig Zeitverlust, geringes Risiko (durch Pünktlichkeit und Takt), kurze Umsteigewege, null Treppen am Fahrzeug und Bahnhof. Das kostet alles Geld, welches die Politik in Deutschland leider nicht ausgeben will.

Nachtzüge SBB

CNL484, Freitag, 14. September 2018, 17:47 (vor 59 Tagen) @ Alphorn (CH)

Dann verstehe ich nicht warum "SBB" kein internationalen Nachtverkehr mehr betreibt. Wenn so ein potenzial da währe.Haben sich ja komplett zurück gezogen.

Mit den ÖBB wäre das eher obsolet.

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 14. September 2018, 20:22 (vor 59 Tagen) @ CNL484

Was ist das Problem? Für die Nachtzüge haben die ÖBB quasi sich den Platz gesichert. Die Schweiz ist klein, was sollten die SBB bitteschön anbieten?

--
Un poisson heureux? C'est moi, monsieur <^)))><.-''-,,-'

[image]

Talerchens!

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 14. September 2018, 20:55 (vor 59 Tagen) @ J-C

Huhu.

was sollten die SBB bitteschön anbieten?

TALERCHENS!

Es geht vermutlich weniger um neue innerschweizer Verbindungen, sondern um finanzielle Beteiligung an Nachtzügen.

Dass Wörtchen DACH sagt Dir in dem Zusammenhang was?

D-A-CH, um genauer zu sein. Die 3 Länder arbeiteten beim Nachtzug zusammen. Wenn ich es richtig im Kopf habe, stiegen die Schweizer als erste aus. Dann die Österreicher. Und überließen den ganzen Krempel schön artig der DB.

Sollte man nicht vergessen, wenn man heute die ach so tollen ÖBB für ihr Engagement lobt ...


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Jein ...

Altmann @, Amstetten, Freitag, 14. September 2018, 21:01 (vor 59 Tagen) @ J-C

Ich halte das Konzept der Nacht-ICE der DB für durchaus interessant. Und sowas gibt ´s bei uns nicht.

Dafür braucht man keine eigenen Nachtzug-Garnituren (die RJ stehen in der Nacht meist sowieso nur irgendwo rum - das gilt auch für Zürich!). Man braucht kein Schlafwagen-Personal und kein Frühstück.

Viele Leute wollen einfach billig von A nach B reisen, ohne Schnickschnack und Bettlaken. Für die ist das ideal. Und außerdem gibt ´s auch Kurzstreckenreisende, die nach einem Konzert noch heimfahren wollen, oder Schichtarbeiter usw.. Die brauchen keinen NJ ...

Wie der Nachtverkehr in den Niederlanden

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 14. September 2018, 21:04 (vor 59 Tagen) @ Altmann

Huhu.

Könnte mich mal reizen. So'n 3 Tage Interrail und dann die Nacht im Zug überbrücken.

Wenn ich nur ein paar Jahrzehnte jünger wäre ...


Schöne Grüße von jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Wie der Nachtverkehr in den Niederlanden

Altmann @, Amstetten, Freitag, 14. September 2018, 21:11 (vor 59 Tagen) @ Blaschke

Wenn ich nur ein paar Jahrzehnte jünger wäre ...

Wem sagst Du das ... Früher bin ich nach Konzerten in Wien immer mit dem lieben Nacht-REX heim gefahren (aus Ermangelung eines Nacht-RJ). Wien ab um Mitternacht, Amstetten an um 1:53 Uhr *gähn* ... SUUUUUPER Verbindung! :-(

Aber war trotzdem irgendwie geil ... Ja, waren das Zeiten ...

Na ja, heut schlummer ich lieber im Hotel in Wien ... Weil sonst krieg ich noch Migräne ... ;-(

23:54 ab Wien West, 1:55 in Amstetten, REX 1674

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 14. September 2018, 23:48 (vor 59 Tagen) @ Altmann
bearbeitet von J-C, Freitag, 14. September 2018, 23:49

das ist also nach wie vor eine Möglichkeit und sollte an sich selbstverständlich sein.

Und wegen der Nacht-ICs. Man kann in jeden Nightjet und Euronight mit einer normalen Fahrkarte von A nach B reisen - ohne Reservierung. Hat man halt Platz im klassischen Abteilwagen. So hat man von Wien bis Salzburg von 5:30 bis 23:25 ein üppiges Angebot an Fahrten, das ist so ziemlich das selbe Bedienungsfenster, das man von Berlin nach Hamburg hat.

Auf der Südstrecke kann man sowas aktuell wirtschaftlich nicht darstellen - dort wird der Fernverkehr nicht ohne Grund vom Bund bestellt.

Es ist schon in der Hinsicht eine gute Entwicklung, dass man künftig von Graz nach Wien im D-Zug noch um 21:27 wegkommt. Jener Zug dürfte interessant sein, besteht er doch aus den Verstärkerwagen des nachmittäglich fahrenden Croatia Wien-Zagreb, die in Graz bisher an einen Railjet abgesperrt angehängt werden. Das sind genau 2 Stück und seitdem ich weiß, wie so ein 2-Wagen-D-Zug fährt, kann ich nur sagen: Das ist geil!

Zurück uum Thema. Also man sieht, es gibt die Nacht-ICs bereits, sie sind ganz simpel die Sitzwagen der Nightjets und Euronights. Schaut man sich den Fshrplan an, stellt man fest, dass die Nightjets oftmals das Tagesrandangebot auf der jeweiligen Strecke darstellen, so ist der Nightjet Wien-Milano/Rom die letzte Möglichkeit, nach Klagenfurt/Villach zu kommen.

Die inneralpine Strecke über Selzthal wird ja auch durch einen Nightjet (Graz-Zürich) um so eine Verbindung beglückt, die an sich genau das ist, was man in Deutschland von den Nacht-ICs kennt: Abfahrt nach 22 Uhr, mehrere Zwischenhalte... bloß kann man dort eben auch einen Liege- oder Schlafwagen aufsuchen, wenn man das Geld hat. Also eigentlich sogar besser als die Nacht-ICs...

Ich glaube, du willst da was anderes, nämlich einem Fernverkehr rund um die Uhr und glaub mir, das wäre tatsächlich mehr als cool, aber das geht eben nur, wenn es sich auszahlt.

--
Un poisson heureux? C'est moi, monsieur <^)))><.-''-,,-'

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23:54 ab Wien West, 1:53 in Amstetten, REX 1674

Altmann @, Amstetten, Samstag, 15. September 2018, 10:00 (vor 58 Tagen) @ J-C

Ich glaube, du willst da was anderes, nämlich einem Fernverkehr rund um die Uhr und glaub mir, das wäre tatsächlich mehr als cool, aber das geht eben nur, wenn es sich auszahlt.

Man wird doch träumen dürfen, oder? ;-) ... Außerdem rechnen sich die Nacht-ICE bei der DB (im Gegensatz zu den ehemals von ihr betriebenen Nachtzügen), also wieso nicht auch bei uns?

Die NJ halten erstens mal zum Teil nicht in Amstetten, und zweitens sind die 2 Sitzwägelchen oft gerammelt voll. Da will man Leute Wien-Zürich genauso wie Tagesrandreisende auf 100 Sitzplätze oder so pferchen.

Und wenn dann noch ein größeres Event ist in Wien, dann wird ´s lauschig. Hab schon erlebt (während des "Donauinselfest"), dass der "Kalman Imre" 10 Minuten in Hütteldorf gestanden ist, bis man es irgendwie (!) schaffte, die Türen zu schließen. Im Zug war ´s gemütlich wie in der U-Bahn in Tokyo zur Stoßzeit.

23:54 ab Wien West, 1:53 in Amstetten, REX 1674

Altmann @, Amstetten, Samstag, 15. September 2018, 10:09 (vor 58 Tagen) @ Altmann

P.S.: FYI: Die ÖBB haben heute weitere Züge 2019 zur Buchung freigegeben.

Die Nachtzüge der DB hatten sich wohl gerechnet

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 15. September 2018, 12:49 (vor 58 Tagen) @ Altmann

Nur wollte man diese aus irgendwelchen Gründen nicht mehr betreiben. Ich meine, die Rechnung wird wohl nicht viel anders als bei den ÖBB aussehen. Womöglich sogar besser...

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Aber vergleichs mal mit der Konkurrenz auf 4 Rädern

Altmann @, Amstetten, Samstag, 15. September 2018, 12:55 (vor 58 Tagen) @ J-C

Die Fernbusse fahren alle nächtens kreuz und quer durch Europa. Also gibt ´s wohl sehr wohl Potential für Billig-Nachtreisende. Okay, einen Bus zu füllen ist leichter als nen 400 Meter langen Doppel-RJ (wobei die RJ leider sowieso nicht die idealen Fahrzeuge wären für Nacht-Züge).

Und kein Busunternehmer ist noch auf die Idee gekommen, Betten einzubauen in die Busse ...

Aber vergleichs mal mit der Konkurrenz auf 4 Rädern

Ösi, Samstag, 15. September 2018, 13:04 (vor 58 Tagen) @ Altmann

Und kein Busunternehmer ist noch auf die Idee gekommen, Betten einzubauen in die Busse ...

Auf die Idee gekommen vielleicht schon, aber zumindest in Deutschland ist es gesetzlich verboten, § 35i StVZO.

Man lernt nie aus ...

Altmann @, Amstetten, Samstag, 15. September 2018, 13:27 (vor 58 Tagen) @ Ösi

Und kein Busunternehmer ist noch auf die Idee gekommen, Betten einzubauen in die Busse ...


Auf die Idee gekommen vielleicht schon, aber zumindest in Deutschland ist es gesetzlich verboten, § 35i StVZO.

Und wie ist das dann mit den "Nightlinern", mit denen die Damen und Herren Popstars durch die Lande reisen?

Wäre natürlich möglich, dass die kein deutsches Kennzeichen tragen ...

Man lernt nie aus ...

Aphex Twin, Samstag, 15. September 2018, 14:28 (vor 58 Tagen) @ Altmann

Und kein Busunternehmer ist noch auf die Idee gekommen, Betten einzubauen in die Busse ...


Auf die Idee gekommen vielleicht schon, aber zumindest in Deutschland ist es gesetzlich verboten, § 35i StVZO.


Und wie ist das dann mit den "Nightlinern", mit denen die Damen und Herren Popstars durch die Lande reisen?

Die dürfen offiziell wahrscheinlich die Betten während der Fahrt nicht benutzen und müssen mit Gurten gesicherte Sitzplätze für alle Mitreisenden anbieten. Und irgendwo wird es auch eine rechtliche Abgrenzung zwischen dem Mieten eines Wohnmobils mit Fahrer und einer gewerblichen Personenbeförderung geben.

Man lernt nie aus ...

Ösi, Samstag, 15. September 2018, 14:54 (vor 58 Tagen) @ Altmann

Die haben vermutlich maximal acht Sitz- bzw. Liegeplätze (abgesehen vom Fahrersitz) und sind daher keine Kraftomnibusse.

Aber vergleichs mal mit der Konkurrenz auf 4 Rädern

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 15. September 2018, 13:27 (vor 58 Tagen) @ Altmann
bearbeitet von J-C, Samstag, 15. September 2018, 13:29

In Südamerika gibt es Busse, wo man liegen kann. Hier in Europa ist es aufgrund von Sicherheitsbestimmungen nicht möglich.

Außerdem brauchen die Busse länger als die Bahn und sind eher was für besoffene Studenten, denen es eh wurscht ist, wieso sie grad schon wieder speiben mussten. ;-)

Ok, genug übertrieben, es ist halt so, dass jemand wie ich lieber das Flugzeug nimmt, anstatt durch die Nacht im Bus zu gondeln. Im Zugabteil - besonders bei den ÖBB, kann man immerhin sich noch irgendwie die Möglichkeit verschaffen, sich irgendwie hinzulegen...

Deswegen reicht auch ein Bus, die Klientele ist eben nicht allzu üppig ausgeprägt.

Wenn es mal voll bei den Sitzabteilen ist, hängt man halt einen Wagen an, wenn man will. Das ist ja das praktische bei klassischen Wagenzügen, besonders im Nachtverkehr kannste prima die Kapazität anpassen. Muss man halt nur tun.

Und wenn's die Nachfrage gäbe, kann so ein Nachtzug auch in Amstetten (Ich war da nebenbei kurz dort gewesen, weil ich es für eine gute Idee hielt, den D-Zug von Linz mach Amstetten zu nehmen, als ich noch mein Sommerticket hatte :P) halten, wobei der Ort ohnehin schon einige Nachtzüge erhalten hat. Von Amstetten aus kommt man in so Städte wie Hamburg, das bietet dir kein Fernbus.

Und das ist ja auch eines der Vorteile der Bahn, dass man nämlich wesentlich effektiver wesentlich mehr Orte anbinden kann als eben der Fernbus.

Und meistens reichen eben 2 Sitzwagen aus. Du hast es schon richtig gesagt, da brauchste keinen 7-Wagen-Railjet für.

Im Gegensatz zu Deutschland hat Österreich übrigens abseits von Wien nicht gerade große Städte. Durch die besonders dort vorhandene Zersiedlung hat man oftmals eine Fragmentierung der Einwohner in der Fläche.

Dagegen hat Deutschland Städte wie Köln (über eine Millionen Einwohner), Frankfurt (über 700.000 Einwohner), das Ruhrgebiet (über 5 Millionen Einwohner).

Wenn du dir meinetwegen Berlin anschaust, kannste ganz bequem sämtliche Landeshauptstädte Österreichs reinpacken und hast immer noch Platz. Alleine das Ruhrgebiet hat mehr als 5 Millionen Einwohner, da kannste schon einen großen Teil von ganz Österreich reinpacken.

Da ist es klar, dass da größere Potenziale liegen und da rechnen sich eben solche Nacht-ICs ganz gut.

Die Lage in Österreich hingegen ist so, dass man solche großen Städte nurmehr erreicht, indem man über die Ländergrenzen hinausdenkt. Dann findet man Städte wie Prag, Budapest, München oder auch Bratislava. Das Problem: Verbindungen ins Ausland brauchen etwas mehr Koordinierung als Inlandsverbindungen und sind aufgrund einiger Barrieren nicht ganz so leicht umsetzbar.

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Un poisson heureux? C'est moi, monsieur <^)))><.-''-,,-'

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Aber vergleichs mal mit der Konkurrenz auf 4 Rädern

Altmann @, Amstetten, Samstag, 15. September 2018, 13:34 (vor 58 Tagen) @ J-C

Wenn es mal voll bei den Sitzabteilen ist, hängt man halt einen Wagen an, wenn man will.

Passiert nur selten / nie ...


Und meistens reichen eben 2 Sitzwagen aus. Du hast es schon richtig gesagt, da brauchste keinen 7-Wagen-Railjet für.

Das Problem seh ich ja noch weniger bei der Länge als bei der Gestaltung der Wagen. Ob man im Nacht-RJ ne Business und ein Restaurant braucht, kann bezweifelt werden (und würd zusätzliches Personal brauchen).


Die Lage in Österreich hingegen ist so, dass man solche großen Städte nurmehr erreicht, indem man über die Ländergrenzen hinausdenkt. Dann findet man Städte wie Prag, Budapest, München oder auch Bratislava. Das Problem: Verbindungen ins Ausland bruachen etwas mehr Koordinierung als Inlandsverbindungen.

Ja, ich weiß schon, dass das nicht so simpel ist ... Zumal eben die ÖBB kein passendes Zugmaterial hätten. Aber wäre ja z.B. mal ein interessanter Versuchsballon, wenn unsere Freunde in Frankfurt uns mal nächtens nen ICE schicken würden (könnte man wohl einfach machen, einfach nen ICE, der in Wien übernachtet, heim ins Reich schicken, mit Gegenlieferung aus Frankfurt).

Mit den ÖBB wäre das eher obsolet.

CNL484, Samstag, 15. September 2018, 11:24 (vor 58 Tagen) @ J-C

Schon lange zurück gezogen bevor "ÖBB" kam.Barcelona ,Italien,Dänemark währen Ziele die wieder belebt werden könnten. Selbst Osteuropa währe machbar. Polen boomt.Ein Witz was da außer ÖBB Angebot wir aus Westeuropa. Warschau währe denkbar.Mann könnte auch wie die Fluggesellschaften Codeshare auch zusammenarbeiten.Wenn man Angst vor zu hohen Kosten hat.

Langzüge sind der letzte Rettungsanker der DB

flierfy, Freitag, 14. September 2018, 22:33 (vor 59 Tagen) @ Alphorn (CH)

Der riesige ICE 4 mit 370 Metern zementiert diese Betriebsform.

Man würde ohne sie die Nachfrage erst recht nicht zu Frieden stellend bewältigen können. Es fehlen in wichtigen Knotenbahnhöfen schlicht die Kapazitäten, um statt dessen zwei Halbzüge verkehren zu lassen. Aber noch viel schlimmer ist die bereits bestehende und sich in den nächsten Jahrzehnten massiv verschärfende Knappheit an Triebzeugführern. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu sträflich, dass die ICE4 30 m Zuglänge und damit die Möglichkeit auf weitere 60 oder 70 Sitze verschenken.

Langzüge sind die weiße Flagge der DB

musicus @, Freitag, 14. September 2018, 23:30 (vor 59 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von musicus, Freitag, 14. September 2018, 23:32

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu sträflich, dass die ICE4 30 m Zuglänge und damit die Möglichkeit auf weitere 60 oder 70 Sitze verschenken.

Ein ICE 4-Mittelwagen ist keine 29 m lang und man kann 88 Legehennen (geplant waren angeblich sogar mal 100) da reinpferchen.

Langzüge sind der letzte Rettungsanker der DB

Aphex Twin, Samstag, 15. September 2018, 09:45 (vor 58 Tagen) @ flierfy

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu sträflich, dass die ICE4 30 m Zuglänge und damit die Möglichkeit auf weitere 60 oder 70 Sitze verschenken.

Ich bin mir nicht sicher ob da das letzte Wort schon gesprochen ist. Erst sollten die (langen) ICE 4 10 Wagen haben, dann 12 und jetzt sind es 13. Der ICE 4 Rahmenvertrag und die Auslieferung laufen noch mehrere Jahre, da kann durchaus noch ein 14. Wagen dazukommen.

Weil das Land geografisch einfach eisenbahnoptimiert ist

brun, Freitag, 14. September 2018, 18:39 (vor 59 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich streite nicht ab, dass die Bahn in der Schweiz schon sehr zuverlässig ist. Aber fahren die Schweizer so viel Bahn, weil sie so zuverlässig ist, oder ist sie so zuverlässig, weil die Bahn viel mehr gebraucht wird? Ich glaube eher, dass das Letzte der Fall ist.

Der Vergleich mit Deutschland hinkt ja schon sofort.

Erstens ist die Schweiz viel kleiner – sie hat ungefähr so viel Fläche und Einwohner als Niedersachsen. Wenn man die kaum besiedelte Alpenregionen nochmal abzieht, ist die Schweiz sogar die Hälfte von Niedersachsen. Das lässt sich alles bahntechnisch natürlich schon viel besser organisieren. Die SBB betreibt im Gründe genommen ein übergroßes S-Bahn-Netz.

Zweitens sind Auto und Flieger kaum Konkurrenten der Bahn. Mit dem Auto kann ich nicht schnell fahren, da schnelles Fahren in der Schweiz einfach verpönt ist. Und innerschweizerische Flugstrecken gibt es ja auch kaum. Höchstens von Zürich nach Genf. Und da bin ich mit der Bahn auch mindestens so schnell, was ja logisch ist, denn die Distanz ist wie von Berlin nach Hamburg.

Also müsste man die Schweiz eigentlich mit den Niederlanden vergleichen – einem Land, in dem übrigens mindestens genauso viele Bahnnörgler leben als in Deutschland. ;-) Nur hinkt der Vergleich auch. In den Niederlanden kann ich zum Beispiel viel einfacher und schneller mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahren als in der Schweiz.

Deswegen hat die Schweiz einfach schon seit Ewigkeiten viel mehr Bahn: 4492 km versus 3434 km in den Niederlanden. Die Eisenbahn wurde einfach viel mehr gebraucht. Eine Strecke von 40 km haben die Niederländer früher einfach per Fahrrad zurückgelegt. In der Schweiz ging das nie, da ja immer ein Berg dazwischen liegt. Also war der Bedarf nach einer Eisenbahn (in einem Tunnel) viel größer.

Ich würde also sagen: die Schweizer fahren nur deswegen viel mehr Bahn, weil es keine vernünftige Alternativen gibt.

Weil das Land geografisch einfach eisenbahnoptimiert ist

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 20:49 (vor 59 Tagen) @ brun

Hallo brun,

Der Vergleich mit Deutschland hinkt ja schon sofort.
Erstens ist die Schweiz viel kleiner...

NL auch.

Zweitens sind Auto und Flieger kaum Konkurrenten der Bahn.

In NL auch nicht.

Also müsste man die Schweiz eigentlich mit den Niederlanden vergleichen – einem Land, in dem übrigens mindestens genauso viele Bahnnörgler leben als in Deutschland. ;-)

Wobei ich zumindest den Eindruck habe, dass in Deutschland auch echt über grundsätzlich schiefe Sachen gemeckert wird und es sich bei uns eher um Luxusmeckerei handelt.
So zusagen: auf der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (ausgezeichnet) Nörgeln die Deutsche wenn die Bahn eine 5 leistet wo man eine 6 erwartet, und die Niederländer wenn die Bahn eine 7 leistet wo man eine 8 erwartet.

Nur hinkt der Vergleich auch. In den Niederlanden kann ich zum Beispiel viel einfacher und schneller mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahren als in der Schweiz.

Demnach müsste es in NL relativ mehr Autofahrer geben als in CH. Das ist aber nicht so.
Durchschnittliche Anzahl Autos pro 1000 Einwohner NL 481, CH 537 (DE 555, AT 550). Mittelwert EU 505.

Dafür haben wir erheblich mehr Fahrräder pro 1000 Einwohner: NL 991, CH 488, DE 758.

Aber:

In Switzerland 5% of all trips and 10% of trips to work are made by bike. Switzerland is a cycling country. Here this is more than just an activity, it is a healthy way to enjoy the nature and the hospitality of local people. The Swiss even have “Bike to Work“ campaigns when employees ride their bike to work.

Deswegen hat die Schweiz einfach schon seit Ewigkeiten viel mehr Bahn: 4492 km versus 3434 km in den Niederlanden.

Bei uns wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einiges wegrationalisiert. Hier eine List ab 1968, aber zuvor wurde auch schon einiges weggespart.
Zudem verschwand das komplette Wagenladungtransport; das wurde mit LKWs gemacht.
Ich erinnere noch als Kind das Gewirbel in Bahnhof Helmond während der 1970er, als es 5-6 Gleise gab mit Terminals und Rollcontainer die Richtung Kaufläden transportiert wurden. Heute ist das Gelände der Bahnhofsparkplatz für Autos, und aus dem Terminal wurde ein Büroblock.

In CH hat man in der Nachkriegszeit s.i.w. keine Strecken stillgelegt.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Weil das Land geografisch einfach eisenbahnoptimiert ist

Aphex Twin, Freitag, 14. September 2018, 20:50 (vor 59 Tagen) @ brun
bearbeitet von Aphex Twin, Freitag, 14. September 2018, 20:52

Ich streite nicht ab, dass die Bahn in der Schweiz schon sehr zuverlässig ist. Aber fahren die Schweizer so viel Bahn, weil sie so zuverlässig ist, oder ist sie so zuverlässig, weil die Bahn viel mehr gebraucht wird? Ich glaube eher, dass das Letzte der Fall ist.

Der Vergleich mit Deutschland hinkt ja schon sofort.

Erstens ist die Schweiz viel kleiner – sie hat ungefähr so viel Fläche und Einwohner als Niedersachsen. Wenn man die kaum besiedelte Alpenregionen nochmal abzieht, ist die Schweiz sogar die Hälfte von Niedersachsen. Das lässt sich alles bahntechnisch natürlich schon viel besser organisieren. Die SBB betreibt im Gründe genommen ein übergroßes S-Bahn-Netz.

Zweitens sind Auto und Flieger kaum Konkurrenten der Bahn. Mit dem Auto kann ich nicht schnell fahren, da schnelles Fahren in der Schweiz einfach verpönt ist.

Das ist eher Unsinn. Natürlich gibt es ein Tempolimit auf Autobahnen, aber sehr ähnliche Tempolimits gibt es überall in Europa bis auf Deutschland. Tendenziell halten sich die Deutschschweizer ein wenig mehr an Tempolimits als die Westschweizer (so zumindest mein Eindruck), aber der Verkehr auf Autobahnen in Deutschland ist auch so dass man oft nicht viel schneller als in anderen Ländern fahren kann.

Und was Staus auf Autobahnen angeht gibt es in der Schweiz gefühlt eher weniger als in Deutschland (wenn man von dem regelmässigen Staus zu Stosszeiten jeweils stadteinwärts bzw. stadtauswärts um Zürich herum und an schönen Wochenenden am Gotthard absieht).

Die Bahn wird in der Schweiz in den grossen Städten gebraucht (die Strassen könnten den Verkehr nicht aufnehmen), aber dies ist in Deutschland auch nicht gross anders.

Wasserstrassen sind der entscheidende Unterschied

flierfy, Freitag, 14. September 2018, 22:16 (vor 59 Tagen) @ brun

Also müsste man die Schweiz eigentlich mit den Niederlanden vergleichen – einem Land, in dem übrigens mindestens genauso viele Bahnnörgler leben als in Deutschland. ;-) Nur hinkt der Vergleich auch. In den Niederlanden kann ich zum Beispiel viel einfacher und schneller mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahren als in der Schweiz.

Nicht das Fahrrad und die dafür hergerichteten Wegen machen den Unterschied aus, sondern die Flüsse und Kanäle. Die meisten Bahnstrecken wurden für den Güterverkehr gebaut. Der Bedarf dafür ist jedoch erheblich reduziert, wenn man Güter auf Lastkähnen transportieren kann. Und nicht nur der Bedarf an Bahnstrecken ist dann kleiner, sondern auch das Budget. Denn auch Wasserstrassen müssen unterhalten werden und fordern somit ihren Teil am Verkehrshaushalt.

Wasserstrassen sind der entscheidende Unterschied

brun, Samstag, 15. September 2018, 09:00 (vor 58 Tagen) @ flierfy

Nicht das Fahrrad und die dafür hergerichteten Wegen machen den Unterschied aus, sondern die Flüsse und Kanäle. Die meisten Bahnstrecken wurden für den Güterverkehr gebaut. Der Bedarf dafür ist jedoch erheblich reduziert, wenn man Güter auf Lastkähnen transportieren kann. Und nicht nur der Bedarf an Bahnstrecken ist dann kleiner, sondern auch das Budget. Denn auch Wasserstrassen müssen unterhalten werden und fordern somit ihren Teil am Verkehrshaushalt.

Das ist ein sehr gutes Argument in dem Vergleich NL-CH. Beide sind Transitländer, aber in der Schweiz geht die Logistik nur per LKW und auf der Schiene. In NL wird mehr als ein Drittel des gesamten Güterverkehrs auf den Wasserstrassen transportiert, beim Schüttgut geht sogar 80% per Schiff.

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