MM: Protest gegen Staatseinfluss - Frenzel tritt zurück (Allgemeines Forum)

Henrik @, Mittwoch, 11. Juli 2018, 19:42 (vor 72 Tagen)

11.07.2018
Protest gegen Staatseinfluss
Eklat bei der Deutschen Bahn: Aufsichtsrat Frenzel tritt zurück

Geräuschvoller Abgang im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Michael Frenzel (71), langjähriges Mitglied des Aufsehergremiums und zeitweise sogar deren Vorsitzender, hat sein Mandat mit Wirkung Mitte Juli niedergelegt. Er protestiert damit gegen einen wachsenden Einfluss des Politbetriebs bei dem Bundesunternehmen, das als Aktiengesellschaft konzipiert ist.

[...]

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/personalien/deutsche-bahn-michael-frenzel-tri...

Nun ja ... es geht wohl um Geld

Hustensaft @, Donnerstag, 12. Juli 2018, 19:31 (vor 71 Tagen) @ Henrik

Laut Bericht wendet sich Frenzel - Notiz am Rande: Das ist derselbe, der die TUI über Jahre mehr oder weniger erfolgreich durchlaviert hat - vor allem gegen die Abwendung von der Gewinnorientierung. Wenn man nun wiederum berücksichtigt, dass oft genug Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge neben einer Grundvergütung eine erfolgs(=gewinn)abhängige Vergütung haben, heißt das doch nur, gleiche Arbeit für weniger Geld - da kann ich verstehen, dass man das, allemal in seinem Alter, nicht mehr möchte.

Nun ja ... es geht wohl gewiss nicht um Geld

Henrik @, Donnerstag, 12. Juli 2018, 21:06 (vor 70 Tagen) @ Hustensaft

Laut Bericht wendet sich Frenzel [...] vor allem gegen die Abwendung von der Gewinnorientierung.

Nein,
das ist weder dem Bericht zu entnehmen, noch ist dem so.
Es ist nicht vorgesehen, sich von der Gewinnorientierung abzuwenden.

Wenn man nun wiederum berücksichtigt, dass oft genug Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge neben einer Grundvergütung eine erfolgs(=gewinn)abhängige Vergütung haben, heißt das doch nur, gleiche Arbeit für weniger Geld - da kann ich verstehen, dass man das, allemal in seinem Alter, nicht mehr möchte.

Die erfolgsorientierte Vergütung ist nicht gleich der EBIT-abhängiger Vergütung, sprich gewinnabhängige Vergütung.
Die erfolgsabhängige Vergütung bemisst sich außerdem dem Erreichen bestimmter operativer Leistungskennziffern, wie z.B. Pünktlichkeitswert.

Herr Dr. Frenzel hat für das Geschäftsjahr 2017 eine Vergütung von 37.400 € erhalten,
8.800 € davon waren variable Vergütung.

Um sein persönliches Geld wird es dem Millionär Dr. Frenzel hierbei ganz sicher nicht gegangen sein. ;)


Die größte Kritik am derzeitigen Vorgehen der Bundesregierung diesbezüglich kommt ja auch weniger von Leuten, die auf der Gehaltsliste der Bahn stehen, denn von externen Fachleuten


https://ib.deutschebahn.com/ib2017/de/an-unsere-stakeholder/corporate-governance-berich...

vgl. auch

Bezüge der Bahnvorstände für 2017
Verkehr und digitale Infrastruktur/Antwort - 13.06.2018 (hib 410/2018)

https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/-/560002

FAZ: Politik nimmt immer mehr Einfluss auf die Bahn

Henrik @, Donnerstag, 12. Juli 2018, 20:47 (vor 70 Tagen) @ Henrik

STÜHLERÜCKEN IM AUFSICHTSRAT :
Politik nimmt immer mehr Einfluss auf die Bahn

VON KERSTIN SCHWENN UND THIEMO HEEG -AKTUALISIERT AM 11.07.2018

Weil er sich mit Verkehrsminister Scheuer gestritten hat, legt Michael Frenzel seinen Posten im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn nieder. Es sind nicht die einzigen Querelen, die den Schienenkonzern derzeit beschäftigen.

Die Politik nimmt auf die Deutsche Bahn immer mehr Einfluss – und das führt nun zu Konsequenzen im Aufsichtsrat. Die beiden für die Anteilseignerseite im Kontrollgremium sitzenden Mitglieder Michael Frenzel und Jürgen Großmann legen dem Vernehmen nach ihr Mandat nieder. Der Schritt deutete sich schon im Frühjahr an. Für den Eintritt von Politikern müssten wohl Wirtschaftsvertreter ihren Platz auf der Arbeitgeberbank räumen, lautete die damalige Erwartung, die sich nun bestätigte. [...]

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/politik-nimmt-immer-mehr-einfluss-auf...

ZM: Ex-Minister Schmidt soll in Bahn-Aufsichtsrat einziehen

Henrik @, Donnerstag, 12. Juli 2018, 22:20 (vor 70 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Henrik, Donnerstag, 12. Juli 2018, 22:22

DEUTSCHE BAHN
Ex-Minister Schmidt soll in Bahn-Aufsichtsrat einziehen
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn soll durch zwei Unionspolitiker ergänzt werden. Probleme mit dem Karenzzeit-Gesetz sieht das Unternehmen nicht.

12.07.2018 - 17:42 Uhr

Berlin. Der frühere Bundesminister Christian Schmidt (CSU) soll in den Aufsichtsrat der bundeseigenen Deutschen Bahn einziehen. Wie am Donnerstag aus Parlamentskreisen in Berlin verlautete, ist auch der CDU-Haushaltspolitiker Eckhardt Rehberg für einen Posten in dem Kontrollgremium vorgesehen. Beide sollen für die Unternehmer Michael Frenzel und Jürgen Großmann nachrücken.

[...]

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/deutsche-bahn-ex-minister-schmidt-s...

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-07/deutsche-bahn-aufsichtsrat-christian-sc...

MM: Protest gegen Staatseinfluss - Frenzel tritt zurück

agw @, NRW, Freitag, 13. Juli 2018, 17:22 (vor 70 Tagen) @ Henrik

Von wegen Gewinnmaximierung: War ja von Anfang an eine Schwachsinnsidee mit dem Schienennetz Gewinne einfahren zu wollen. Jeder weiß, dass der größte Gewinn durch Einstellen des Betriebs auf 90% des Netzes mit anschließendem Verkauf der Flächen den größten Gewinn machen kann. Auf den restlichen 10% des Netzes bietet man Gleise nach "best efford" an.
Wenn man das nicht will, wird die Politik sich schon einmischen müssen.

Eine DB FV kann ja von mir aus voll auf Gewinnmaximierung fahren. Von mir aus kann die auch nur noch mit ICE4 im Kernnetz mit 100 Sitzen pro Wagen fahren, solange der Auftrag des Bundes in der Fläche irgendwie anders abgedeckt ist und der Open Access wirklich Open ist.

Viel Dampf abgelassen

Paladin @, Hansestadt Rostock, Freitag, 13. Juli 2018, 18:10 (vor 70 Tagen) @ agw

Und nichts hat mit dem Thema zu tun. Chapeau!

Viel Dampf abgelassen

agw @, NRW, Freitag, 13. Juli 2018, 18:47 (vor 70 Tagen) @ Paladin

Und nichts hat mit dem Thema zu tun. Chapeau!

Gut, dass du deinen Pups jetzt ablassen konntest, ohne irgendetwas zu begründen.

Meine Zeilen passen genau zum Thema, auch wenn du das nicht verstanden hast.

MM: Protest gegen Staatseinfluss - Frenzel tritt zurück

Henrik @, Samstag, 14. Juli 2018, 16:55 (vor 69 Tagen) @ agw
bearbeitet von Henrik, Samstag, 14. Juli 2018, 16:59

Von wegen Gewinnmaximierung: War ja von Anfang an eine Schwachsinnsidee mit dem Schienennetz Gewinne einfahren zu wollen. Jeder weiß, dass der größte Gewinn durch Einstellen des Betriebs auf 90% des Netzes mit anschließendem Verkauf der Flächen den größten Gewinn machen kann. Auf den restlichen 10% des Netzes bietet man Gleise nach "best efford" an.
Wenn man das nicht will, wird die Politik sich schon einmischen müssen.

das hat wahrlich nichts konkret mit dem Thema zu tun.

Gewinninteresse steht beim DB Netz nicht im Vordergrund, kein Managergehalt bei DB Netz ist am Gewinn orientiert, geschweige denn Boni daran verknüpft, wie bereits hier im Thread ja schon darauf verwiesen wurde.
Die volkswirtschaftlichen Ziele stehen hier im Vordergrund, u.a. beschrieben durch den BVWP, also in erster Linie abhängig durch die Vorgaben der Politik.

Eine DB FV kann ja von mir aus voll auf Gewinnmaximierung fahren.

genau das ist Gegenstand der Kontroverse,
hier gibts eine Kehrtwende vom Eigentümer, von der Bundesregierung,
weg vom Fokus auf den betriebswirtschaftlichen Gewinn hin zu einem volkswirtschaftlichen Gewinn bei der DB AG,
sie soll aber in einem Wettbewerb bestehen mit anderen Unternehmen, die sich volkswirtschaftlich nicht rechtfertigen müssen, sondern sich lediglich einfach nur an betriebswirtschaftlichen Zielen orientieren.

Dafür sollen Wirtschaftsfachleute im AR (wenngleich es sich hier um Frogs handelt) ersetzt werden durch Politiker.
Den Einwand von Frenzel
"Der Weg zurück zur Staatsbahn gefährdet langfristig die Ziele der Bahnreform, einen modernen, leistungsfähigen und rentablen Schienenverkehr zu organisieren."
kann man so durchaus als nachvollziehbar beschreiben.

--

Damit würde der Einfluss der Politiker bei der Bahn wachsen. Seit einigen Wochen ist der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Odenwald, neuer Aufsichtsratschef der Bahn AG.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD einen „Schienenpakt von Politik und Wirtschaft“ verabredet. Demnach sollen bis 2030 doppelt so viele Menschen mit der Bahn fahren und mehr Güter auf der Schiene transportiert werden: „Für uns steht als Eigentümer der Deutschen Bahn AG nicht die Maximierung des Gewinns, sondern eine sinnvolle Maximierung des Verkehrs auf der Schiene im Vordergrund“, heißt es.

https://www.derwesten.de/wirtschaft/bericht-bahn-aufsichtsrat-michael-frenzel-tritt-zur...

MM: Protest gegen Staatseinfluss - Frenzel tritt zurück

agw @, NRW, Samstag, 14. Juli 2018, 19:01 (vor 69 Tagen) @ Henrik

Also genau das, was ich oben schon schrieb. Genau auf den Punkt.

Ohne Trennung macht es keinen Sinn.

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