Bienvenue !/¡Bienvenido!/Ongi etorri!/Bienveníu!/Benvido!(2) (Reiseberichte)

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Mittwoch, 27. Juni 2018, 21:04 (vor 166 Tagen)

Im ersten Teil habt ihr mich von Aschaffenburg nach Bordeaux begleitet, jetzt geht es weiter zum eigentlichen Ziel Nordspanien.

Montag, 19.03.2018

Bordeaux St Jean       ab 10.01 TGV 8531
Hendaye                an 12.35

Am nächsten Morgen empfängt mich leider Dauerregen. Statt des direkten Busses fahre ich daher mit der Straßenbahn zum Bahnhof, weil deren Haltestelle näher und überdacht ist. Natürlich „erlege“ ich erst mal ein paar Züge:
[image]

Auch den TGV Duplex gibt es in „livrée Carmillon“:
[image]

[image]

Auch mein Zug ist ein Duplex – und hat 10 Minuten Verspätung. Da kaum teurer, habe ich mir ein Ticket 1. Klasse geleistet und verscheuche erst mal einen anderen Passagier von meinem reservierten Sitz. Schon als Kind habe ich mich beim Blick auf die Landkarte gefragt, wie die dünn besiedelte „Landes“-schaft südlich von Bordeaux wohl aussieht. Jetzt sehe ich endlich die Antwort, auch wenn ich mir das Wetter besser vorgestellt hatte:
[image]

Wald gibt es zwischendurch aber auch, nur werden davon meine Fotos nichts.

[image]
So sieht übrigens die 1. Klasse aus. Auffällig ist, dass alle Sitze in Fahrtrichtung gedreht sind. Die Sitze sehen nicht so aus, als seien sie besonders beweglich, bei der genaueren Analyse finde ich aber Drehzapfen. Beim Klapptischchen ist dagegen ein Spiegel inklusive:
[image]

Den Endbahnhof Hendaye (von dem ich jetzt endlich die richtige Aussprache kenne) erreichen wir erstaunlicherweise pünktlich, obwohl wir zwischendurch noch einige Male auf freier Strecke gehalten haben. Da es immer noch in Strömen regnet, bleibe ich erst mal in der Bahnhofshalle und trinke einen Kaffee. Zwischendurch schleiche ich immer wieder zum Zug, um zu gucken, ob man das Drehen der 1.-Klasse-Sitze erkennen kann. Auch wenn ich davon nicht Zeuge werde, sind die Sitze tatsächlich gedreht, als der Zug nach 40 Minuten zurückfährt.
Ich dagegen kaufe mir am Automaten eine Fahrkarte für den Euskotren, die Schmalspurbahn in der Hand der Autonomen Region Baskenland. Sozusagen befinde ich mich jetzt am eigentlichen Beginn meiner Reise, hier beginnt nämlich mein ziemlich langer Schmalspurtrip. Über die Grenze führen zwar noch ein Normal- und ein Breitspurgleis, diese werden jedoch kaum noch befahren. Der Euskotren fährt dagegen halbstündlich:
[image]

Hendaye                ab 13.33 E2
Amara Donostia         an 14.13

Nach ein paar Metern überquert der Zug den Grenzfluss, und wir sind in Spanien. 40 Minuten dauert die Fahrt durch die bergige und leider immer noch verregnete Landschaft, dann erreichen wir den Schmalspurbahnhof Amara in San Sebastián, das offiziell dem spanischen seinen baskischen Namen Donostia vorangestellt hat. Am Infoschalter frage ich, wie ich zu meinem Hostel komme. Da der Bahnhof doch etwas außerhalb der Innenstadt liegt, rät man mir zum Bus, der auch bald kommt und 1,70 Euro kostet. Von der zentralen Haltestelle Boulevard ist es noch etwas zu laufen, aber so kann ich schon mal etwas die Stadt erkunden. Am Hostel angekommen, macht niemand auf. Ein Anruf ergibt, dass man kurzfristig schließen musste und mich ein paar Straßen weiter in einem anderen Hostel einquartiert hat. Die Kommunikation gestaltet sich schwierig, da meine Gesprächspartnerin mir den spanischen Straßennamen (auf Englisch) buchstabiert, auf meinem gedruckten Plan aber nur die baskischen Namen stehen. Mithilfe von Google Maps finde ich es dann, ein Hoch auf Smartphones und EU-Roaming.

Nachdem ich meine Sachen abgeladen habe, erkunde ich noch ein wenig die Stadt und ihren Nahverkehr:
[image]

[image]

[image]

[image]

[img]https://www.janzbikowski.de/fotos/donostia4.jpg"[/img]

[image]

Abends will ich essen und merke daran, dass die meisten Lokale erst um 20 Uhr öffnen, dass ich in Spanien bin. Letztendlich esse ich nichts Landestypisches, sondern lande beim Chinesen.

Dienstag, 20.03.2018

Nach der Nacht im sehr guten Hostel beschließe ich, später als geplant nach Bilbao zu fahren, da das Wetter immer noch nicht so toll ist und ich ins San Telmo Museoa im ehemaligen gleichnamigen Kloster gehen will, das sich mit der baskischen Kultur beschäftigt. Es erweist sich tatsächlich als sehr interessant.
[image]

[image]

[image]

Auf dem Rückweg komme ich an einem umbauten Platz vorbei, der mich an die Plaza Mayor in Madrid erinnert:
[image]

Dann hole ich meine Sachen und mache mich wiederum mit dem Bus auf den Weg zum Bahnhof. Dort hängt eine Infotafel über das aktuelle Projekt, die Schmalspurstrecke durch einen Tunnel näher an die Innenstadt zu führen:

Amara Donostia         ab 14.50 E1
Zazpikaleak Bilbao     an 17.21

Schließlich steige ich wieder in den Euskotren. Zwischen San Sebastián und Bilbao fährt er stündlich mit einer Fahrzeit von zweieinhalb Stunden, während der es wieder Landschaft zu genießen gibt.
[image]

[image]

Kurz vor Bilbao stelle ich mir die Frage, an welcher der diversen Stationen ich denn aussteigen soll. Da mein Hotel sich dort in der Nähe befindet, entscheide ich mich für Zazpikaleak, was übersetzt „Sieben Straßen“ bedeutet und die Altstadt von Bilbao bezeichnet. Es ist auch tatsächlich nicht weit, und ich checke in dem kleinen Hotel ein, in dem das Personal ähnlich viel Englisch spricht wie ich Spanisch. Trotzdem klappt das Einchecken, und ich beziehe mein Zimmer, das etwas nach Farbe riecht und recht dunkel ist, an dem es aber sonst nichts auszusetzen gibt. Dann beginne ich einen ersten Rundgang durch die Stadt,
[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

auf dem ich auch am Schmalspurbahnhof La Concordia
[image]

und nebenan am Breitspurbahnhof Abando vorbeikomme.
[image]

Außerdem stöbere ich ein wenig in einer Buchhandlung und lausche, welche Sprache die Menschen sprechen, kann es aber eigentlich immer als Spanisch identifizieren. Mein Abendessen ist ein Hamburger mit Pommes in einem Imbiss in der Altstadt.

Fortsetzung folgt!

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Bienvenue !/¡Bienvenido!/Ongi etorri!/Bienveníu!/Benvido!(2)

kllaas @, Donnerstag, 28. Juni 2018, 09:52 (vor 166 Tagen) @ JanZ

Hallo,

Danke für schöne Fotos aus dieser Gegend.
Ich sehe, dass im Baskenland viel für den öffentlichen Verkehr investiert wurde, seitdem ich vor rund 10 Jahren(?) das letzte Mal in der Gegend war.
Investiert auch in die schmalspurige FEVE.

Das reizt mich, mal wieder dorthin zu reisen.

Wie viel Baskisch ( die unverständliche und unbekannte Sprache hast Du beiderseits der Grenze gehört?

Buen viaje ... bon voyage ... god tur ... Kristian

Antwort und fehlende Bilder

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Freitag, 29. Juni 2018, 09:49 (vor 165 Tagen) @ kllaas

Danke für schöne Fotos aus dieser Gegend.

Gern geschehen!

Ich sehe, dass im Baskenland viel für den öffentlichen Verkehr investiert wurde, seitdem ich vor rund 10 Jahren(?) das letzte Mal in der Gegend war.
Investiert auch in die schmalspurige FEVE.

Ja, wobei ich den Eindruck hatte, dass die Basken deutlich mehr aus ihrer Bahn gemacht haben, seit sie sie von der Feve übernommen haben. Die Feve fährt zwischen den großen Städten, wo es jeweils einen dichten Vorortverkehr gibt, ja nur 2-3-mal pro Tag. Der Euskotren fährt zwischen der französischen Grenze und Bilbao mindestens stündlich und ist komplett elektrifiziert. Allerdings ist die Gegend da auch dichter besiedelt.

Wie viel Baskisch ( die unverständliche und unbekannte Sprache hast Du beiderseits der Grenze gehört?

In Frankreich hatte ich kaum Gelegenheit dazu, weil ich von Bordeaux ja direkt nach Hendaye gefahren und da nur eine knappe Stunde geblieben bin. In Spanien habe ich es bewusst nur einmal gehört, als im San Telmo Museoa eine Schulklasse eine Führung auf Baskisch bekommen hat. In den Städten habe ich dann hin und wieder mal die Ohren gespitzt, was die Leute sprechen, und es eigentlich immer als Spanisch identifizieren können. Das war übrigens gar nicht so einfach, da der „Singsang“ ein ganz ähnlicher ist, obwohl die Sprachen ja nicht verwandt sind. Meine Theorie ist, dass sich benachbarte Sprachen vom Klang her aneinander annähern, Bretonisch klingt für mich dem Französischen auch sehr ähnlich.

Buen viaje ... bon voyage ... god tur ... Kristian

Danke ebenso!

Hier noch die Bilder, die ich in meinem Beitrag unterschlagen habe:

Kursaal in Donostia
[image]


Plan des im Bau befindlichen Tunnels für den Euskotren
[image]

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Antwort und fehlende Bilder

BahnCard75 @, Samstag, 14. Juli 2018, 00:47 (vor 150 Tagen) @ JanZ

Darf man fragen, was die Tickets gekostet haben?
Ich plane selbst eine ähnliche Fahrt und überlege einen Tag des Interrail Tickets zu “opfern”

Vielen Dank für den Bericht!

BahnCard75 @, Samstag, 14. Juli 2018, 00:55 (vor 150 Tagen) @ BahnCard75

Wo bleiben meine Manieren

Antwort und fehlende Bilder

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Mittwoch, 18. Juli 2018, 21:59 (vor 145 Tagen) @ BahnCard75

Darf man fragen, was die Tickets gekostet haben?
Ich plane selbst eine ähnliche Fahrt und überlege einen Tag des Interrail Tickets zu “opfern”

Entschuldige, hatte ganz vergessen, dass ich dir noch eine Antwort schuldig war. Meinst du speziell diesen Abschnitt? 26 Euro für Bordeaux–Hendaye, 2,45 für Hendaye–Donostia und etwas über 6 Euro für Donostia–Bilbao. Insgesamt haben mich die Fahrkarten und der Rückflug knapp 200 Euro gekostet.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum