Schweiz-Runde, Teil 1 (mit 43 Bildern) (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Sonntag, 11. Februar 2018, 18:06 (vor 101 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem ich durch eine sagenhafte 15-stündige Verspätung (der DB!) letzten Oktober ein erquickliches Sümmchen an Bonus-Punkten zurückbekam (war eine Freifahrt International), wollte ich diese für eine weitere Freifahrt nutzen. Diesmal sollte es in die Schweiz gehen, dort funktioniert ja immer grundsätzlich per Definitionem alles 100 % perfekt. (Um es schon mal vorwegzunehmen: Nein, natürlich nicht. :p Aber die Verspätungen waren geringer als 15 h ;)) Geplant war eine Tour entlang der Alpen ins Berner Oberland und durch die Jura zurück.
Los ging es am Morgen des 18. Februar am Münchner Hbf. Diese Monster namens BR 218 üben auf mich immer eine gewisse Faszination aus – aber nur von weitem. Wenn ich in der Nähe von so einem Viech bin, wünsche ich mir Ohrenschützer & Gasmaske. Mein erster Zug wurde nun gleich von zweien dieser Ungeheuer gezogen – naja, solange ich nur mitfahre und nicht daneben stehe, kann’s mir ja egal sein. Die Ungeheuer aus Jurassic Park heulten auf und schleppten den Zug aus München Richtung Südwesten. Die Fahrt führte abwechslungsreich durch eine sehr reizvolle Landschaft: Täler, in denen teils noch der Morgennebel waberte, wechselten sich mit Ebenen ab, dazu gab’s meistens Bergblick. In Immenstadt blieben wir außerplanmäßig stehen, der deutsche Zub informierte über eine Signalstörung. Mit + 6 ging es weiter. Kurz darauf umrundete der Zug den Großen Alpsee, dessen Ufer teils so dick in Nebel gehüllt war, dass ich aus dem dritten oder vierten Wagen die Loks nicht erkennen konnte. Es ging durch die gewellte Landschaft des Allgäus weiter. Meist herrschte Sonnenschein, erst in Richtung Bodensee wurde es trüb. Ein paar Worte zum Zug: die WCs hatten ihre besten Tage schon längst hinter sich gelassen, und als wir in Immenstadt zum Stehen kamen, wurde durchgesagt, dass man die Türen nicht öffnen solle – bei der angeblich besten Bahn der Welt hätte ich ja mit besserer Technik gerechnet…
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1 Zug aus dem langsamen Land neben schnellem Zug

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2 (Auch) der Vollmond beleuchtet an jenem Morgen das Bahnhofsvorfeld in München

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3 Zwei kreischende Ungeheuer aus Jurassic Park machen sich an der helvetischen Zugskomposition zu schaffen

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4 Morgendliche Stimmung auf dem Weg ins Allgäu

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5 Die ersten Berge sind zu sehen

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6 Im Tal hängt noch Nebel

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7 Blick auf den Großen Alpsee

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8 Aussicht ist gestrichen. Wegen Bodennebel…

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9 Einfahrt in Lindau-Hbf.

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10 Heute eine ziemlich trübe Angelegenheit: der Bodensee

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11 Blick vom Zug in die Altstadt von Lindau

Die + 6 vergrößerten sich bis Lindau minimal auf + 7, durch den Lokwechsel dort konnten nur 2 min aufgeholt werden. Weiter ging es also statt mit kreischenden und stinkenden Ungeheuer mit einer fast mickrig wirkenden Schweizer Lok entlang des depressiv trüben Bodensees. Ab der Schweizer Grenze wurde es noch trüber. In St. Margrethen, dem Schweizer Grenzbahnhof, stand der Zug nochmal 4 min, zeitweise ohne Energie, wahrscheinlich zum Wechsel der Stromabnehmer – was mich daran wundert: In der Gegenrichtung sind planmäßig nur 2 min Aufenthalt vorgesehen. Das letzte Stück nach St. Gallen scheint ob des kurvigen Streckenverlaufs ganz interessant zu sein, gesehen hat man leider absolut nichts. In St. Gallen fand ich mich dann in der allerdicksten Suppe wieder.
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12 Manche würden es als „Brücke ins gelobte Land“ bezeichnen

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13 In der Schweiz angekommen (links) wird das Wetter noch schlechter

Da ich keine Franken hatte, musste ich zuerst Geld tauschen. Ich vollbrachte das Wunder, für einen dreistelligen Euro-Betrag einen zweistelligen Frankenbetrag zu bekommen… Zusätzlich zum schlechten Wechselkurs (1 zu 1,017 – theoretisch hätte es damals 1 zu 1,07 sein können) behielt die SBB auch noch 4 CHF Gebühren. Dann brauchte ich ein Umwegticket über Appenzell nach Herisau. Die freundliche Schalterdame meinte, zu einem deutschen Sparpreis könne sie mir kein Umwegticket ausstellen. Recht hatte sie ja, aber ich hatte gehofft, dass sich die Schweizer nicht so gut mit deutschen Tickets auskennen.^^ Für die nicht ganz anderthalbstündige Fahrt bezahlte ich über 19 CHF… Als sie dann noch meinte: „Schön, in Appenzell haben Sie bestimmt Sonne.“, fühlte ich mich endgültig verhöhnt.
Wenigstens hatte das ganze nicht allzu lange gedauert, sodass ich schon nach gut 20 min die Appenzeller Bahn ab dem Bahnhofsvorplatz nehmen konnte. Es war ein wunderliches Gefährt: der hintere Teil sehr modern, der mittlere so mittel, der vordere richtig alt – und mit zu öffnenden Fenstern! Ich ließ mich dort nieder, bei leichten Minusgraden waren die geöffneten Fenster schon ein Statement, sodass sich niemand zu mir gesellen wollte.^^ Direkt nach dem Verlassen des Bahnhofs St. Gallen beginnt der letzte verbliebene Zahnstangenabschnitt (auch dieser soll durch einen Tunnel ersetzt werden), bei dem sich eine gute Aussicht auf St. Gallen bieten soll – kann ich nicht beurteilen.^^ Durch die tiefste Suppe ging es weiter ohne Zahnstange, aber dennoch mächtig bergauf. Gerade als ich mich fragte, warum ich mir das eigentlich antue und ein Vermögen dafür bezahlt hatte, begann sich der Nebel zu verziehen. Es offenbarten sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Appenzeller Land. Die Bahnstrecke führt bis Gais direkt entlang der Straße. Teilweise ist gar keine Begrenzung vorhanden, nicht einmal ein Bordstein. Gibt es in der Schweiz eigentlich Unterschiede wie bei uns zwischen EBO und BOStrab? Dementsprechend war die Fahrt nicht allzu schnell, doch zu sehen gab es genug.
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14 Alpenkletterer, hier die moderne Seite

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15 So sah es im vorderen, alten Teil seines Inneren aus. Die Fenster lassen sich öffnen – ui! :)

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16 Traumhafte Aussicht. Nicht.

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17 In Teufen fährt der Zug einfach auf der Straße. Ach, und der Nebel ist weg. :)

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18 Von tief da unten komme ich her. Ich kann euch sagen: Dort suppt es gar sehr

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19 Nach dieser engen Kurve…

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20 …hat man einen schönen Blick auf Gais

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21 Dahinter gibt’s Berge zu sehen :)

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22 Es suppt gar mächtig im Hexenkessel von Appenzell

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23 Letzte Brücke vor Appenzell

Durch das teure, aber schnelle Prozedere in St. Gallen hatte ich Zeit für einen gut halbstündigen Rundgang durch Appenzell.
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24 Bhf. von Appenzell

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25 In der Altstadt

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26 Hübsche Häuser

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27 Touri-Klassiker

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28 Und das letzte Bild aus Appenzell

Ab Appenzell ging es dann weiter mit einem Gefährt, in dem es mir nicht gelang, Plätze zu finden, wo man ohne Einsatz des Nothammers die Fenster öffnen konnte. Außerdem machte sich immer wieder Nebel breit. Dementsprechend gelangen dort auch wenige Bilder. Nach halbstündiger Fahrt war Herisau erreicht.
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29 Gefährt für die Weiterfahrt nach Herisau

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30 Hat was…

Weiter ging es nun also mit dem Voralpen-Express. Der Begriff "heruntergekommen" wäre vielleicht etwas übertrieben, aber die Wagen hatten ihre besten Tage seit geraumer Zeit hinter sich… Das WC durfte in Bahnhöfen nicht benutzt werden. Naja, dafür konnte man die Fenster öffnen. Anfangs war noch nicht viel zu sehen, erst ab dem Obersee verzog sich der Nebel. Nach der Überquerung des Damms zwischen Obersee und Zürichsee ging es wieder bergauf über Biberbrugg, dann wieder bergab bis Arth-Goldau an der Zufahrt zum Gotthard. Die Steigungen auf der Strecke betrugen bis 50 Promille – für die Gegend ganz normal. Um diese bewältigen zu können, führte der Zug an beiden Enden je eine Lok mit. Hinter Arth-Goldau ging es zunächst nordwärts am westlichen Ufer des Zugerseees entlang weiter, bevor der Zug wieder gen Westen abbog, um den Vierwaldstättersee und bald darauf Luzern zu erreichen. „Voralpen“ ist etwas untertrieben, denn die ganze Zeit gab’s herrliches Bergpanorama zu gucken. :)
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31 Bahnhofsvorplatz in Uznach oder Schmerikon

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32 Ufer des Obersees

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33 Ausfahrt aus Rapperswil

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34 Irgendwo da hinten ist Zürich

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35 Schick, schick

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36 Nun wird es wieder bergig

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37 Blick Richtung Gotthard

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38 Schweizer Idylle

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39 Der Zugersee

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40 Noch ein Blick zurück gen Gotthard

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41 Der Rigi

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42 Daneben wieder ein schönes Bergpanorama vor der Kulisse des Vierwaldstättersees

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43 Wieder bloß ein Beweisbild: Der Voralpen-Express ist in Luzern angekommen

Es geht gleich weiter.

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Schweiz-Runde, Teil 2 (mit 41 Bildern)

Krümelmonster @, München, Sonntag, 11. Februar 2018, 18:07 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster

In Luzern hatte ich ca. eine Dreiviertelstunde Aufenthalt, die ich für einen Blitzrundgang durch die Stadt nutzte. Ich war außerordentlich begeistert – hier die schönsten Bilder.
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44 Die Uferpromenade von Luzern

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45 Das Wahrzeichen von Luzern: die Kapellbrücke mit Wasserturm

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46 Weil’s so schön ist gleich nochmal – hier von der Rathausbrücke aus gesehen

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47 Das hier ist die Rathausbrücke

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48 & 49 Der Kornmarkt

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50 – 52 Die nördliche Uferpromenade der Reuss von der Kapellbrücke aus gesehen

Weiter ging es mit der Zentralbahn. Ich war also den ganzen Tag in der Schweiz unterwegs, ohne SBB-Personal zu begegnen.^^ Es war ein Triebwagen vom Typ Adler, der unpassend zum Namen auch über Zahnradantrieb verfügte. Die schnelle Fahrt aus Luzern heraus empfand als sehr ruppig, als der Schmalspurzug mit vollem Karacho über diverse Weichen bretterte (ich sollte dazusagen, dass ich meistens auf der erhöhten Plätzen über den Drehgestellen sitze, um besser Landschaft gucken zu können, doch in anderen Zügen ist es nie derart ruppig). Aber ich fahre ja nicht des Komforts wegen, und es war damit eh bald wieder vorbei.^^ Hinter Giswil benutzte der Adler seine Zähne, um an Höhe zu gewinnen, denn die Strecke steigt mit bis zu 128 Promille. Da hat man das Gefühl, der Zug stellt sich auf die Hinterbeine! Schnell entschwand der Lungerersee nach unten – wirklich eindrucksvoll. Die Passhöhe liegt auf 1002 m, Luzern nur 426 m hoch. Von der Passhöhe bis Meiringen auf 596 m Höhe brauchte der Adler ebenfalls die Zähne, damit er nicht vom Berg fiel.
Und jetzt kommt’s. Wirklich. Ohne Schmarrn. Kein Scheiß! Ischwöärä! Beim Warten auf den Gegenzug in der Ausweiche Käppeli entstand eine fünfminütige Verspätung. Ich wiederhole: es entstand Verspätung! Der Adler krabbelte noch etwas weiter den Berg hoch bis zur Passhöhe und wechselte dann die Richtung von steil aufwärts auf steil abwärts bis Meiringen. Und wer glaubt, die fünfminütige Verspätung sei ein einmaliger Ausrutscher, der sei gewarnt: Es kommt noch krasser! Bei der Abfahrt im Schneckentempo sammelte der Adler weitere Verspätungsminuten ein, Meiringen wurde mit + 7 erreicht. OH MEIN GOTT!!!!! Und für alle Schweizfetischisten: Das war nicht weniger, als die DB am Morgen geschafft hatte! Ob der Verspätung verließ ich den Adler in Meiringen. Ich hatte eh 29 min Zeit zum Umsteigen für einen Fußweg, den man auch bequem in 29 Sekunden schafft. Aber das Aufregen über die Verspätung in der Schweiz musste einfach sein! :p
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53 Ferrophiler Adler

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54 Letzter Blick auf den Vierwaldstättersee

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55 – 57 Dreimal Spiegelung

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58 Hier sind wir schon am Lungerersee

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59 Blick zurück

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60 Berg voraus

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61 Nochmal Blick zurück auf den Lungerersee

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62 Im Folgenden wird der Adler kräftig an Höhe gewinnen

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63 Das da unten ist immer noch der Lungerersee

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64 Schweizer Idylle

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65 Auf der Abfahrt nach Meiringen

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66 Der Spatz ist der kleine Bruder vom Adler, nur halb so lang

Das letzte Stück fuhr mich die MIB. Ausgeschrieben klingt das leider nicht ansatzweise so putzig, es heißt Meiringen-Innertkirchen-Bahn.^^ Für die 4,4 km zahlte ich stolze 3,60 CHF, das macht umgerechnet einen Km-Preis von über 80 ct. Nun gut, ich wusste ja, dass ich in die Schweiz fahre.^^ Das putzige Wägelchen füllte sich beträchtlich, wenn auch nicht mit Umsteigern aus Luzern. Sorry an alle Lokführer, aber ich glaube, Tf bei der MIB muss doch einer der langweiligsten Jobs auf Erden sein. Tagein tagaus fährt man in ca. 12 min die 5 km lange Strecke (davon über 1,5 im Tunnel) von Meiringen nach Innertkirchen und zurück, das ganze im Halbstundentakt. Zwar ist der Tf auch für die Fahrkartenkontrolle verantwortlich, aber wirklich Abwechslung bringt die sicher auch nicht. Es wird immer dieselbe Strecke mit demselben Fahrzeug gefahren. Ich stelle mir das „verdammt öde“ (freundlich umschrieben) vor.
Nun denn, der Lokführer hatte noch die Motivation, mich nach Innertkirchen zu fahren. Dort stieg ich in einer sagenhaft günstigen, völlig tadellosen Pension ab: 50 CHF für ein Einzelzimmer war der günstigste Preis weit und breit. In Interlaken hätte ich für die billigsten Unterkünfte mindestens das Doppelte bezahlt. Ziemlich schnell fiel ich dann ins Bett.
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67 MIB nach Innertkirchen. Mib Mib geht nicht, denn das gute Stück ist ein Unikat.

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68 Des gesamten Gefährtes Innenleben am nächsten Morgen

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69 & 70 Auf dem kurzen Weg nach Innertkirchen entstanden u. a. diese zwei Bilder

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71 Innertkirchen Grimseltor, der „Stadt“-„Bahnhof“

Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück reiste ich schon wieder ab. Das Dorf selber hat nicht viel zu bieten, ich ging zum Endbahnhof der MIB am Nordrand des Ortes. Dort staunte ich nicht schlecht über den beheizten Miniatur-Warteraum mit ca. 3 Sitzplätzen. Zu mir gesellte sich noch eine Asiatin, die nach einem Blick auf die Uhr mit einem ganz putzigen Akzent erklärte, dass der Zug in 10 min komme. Ich wunderte mich, was eine asiatische Touristin ausgerechnet in dieses verschlafene Kaff verschlagen hatte. 10 min später küsste sie den Lokführer – ach so.^^ Ich will mir gar nicht ausmalen, wie groß ihr Kulturschock damals bei der Ankunft in Innertkirchen gewesen sein muss. :D
Das Zügli mit seinen 40 Plätzen blieb fast leer, es waren nur 6 Fahrgäste – mich inbegriffen (plus die Frau des Lokführers). Dafür gab es ein besonderes Highlight: Als der Tf mitbekam, dass ich fotografierte, holte er mich vor in der Führerstand. Einfach so! :) Dann konnte ich zwar keine guten Fotos ohne Spiegelungen mehr machen, doch hatte einen viel besseren Ausblick. Die Strecke ist zwar nett, aber nicht spektakulär. Also ich würde da nicht den ganzen Tag hin- und herfahren wollen. :D Gefahren wurde auf dem Mittelstück meist mit 60 km/h. Ob der geringen Besetzung wurden alle Stationen unterwegs (sämtliche waren „Halt auf Verlangen“) ohne Halt durchfahren, Ankunft in Meiringen dementsprechend 3 min verfrüht – bei einer planmäßigen Fahrtzeit von 11 min (für knapp 5 km…) nicht schlecht.^^
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72 Morgendlicher Blick aus dem Fenster. Nicht schlecht, Herr Specht.

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73 Hier ahnt man noch nicht, dass die Aare auf ihrem weiteren Weg der längste Fluss innerhalb der Schweiz wird

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74 Blick entlang der Aare flussaufwärts Richtung Süden

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75 Schmuckloses Rathaus

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76 Beheizter (!) Warteraum – als Deutscher macht man da schon mal Augen!

So, dieses Mal durfte es nicht zu einer Verspätung kommen. Ich hatte in Interlaken-Ost einen 5-min-Anschluss und ab dort ein Ticket nach Deutschland mit Zugbindung ab der Grenze. Aber eine Stunde früher wollte ich nicht dafür losfahren, nicht in der Schweiz (in jedem anderen Land hätt ich’s gemacht). Es klappte aber alles, das Land heißt halt Schweiz.^^ Der Adler kam pünktlich aus Luzern und rannte ebenso pünktlich weiter gen Interlaken. Am Sonntagmorgen hatte er noch nicht so viele Reisende gefrühstückt, sondern war schön leer. Und wieder war ich von der Landschaft hier einfach nur begeistert. Die schneebedeckten gezackten Alpengipfel spiegelten sich friedlich im blauen Brienzersee, einfach nur schön! Ich konnte mich gar nicht an dem Panorama satt sehen.
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77 Adler verdeckt Spatz

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78 Der Brienzersee rückt näher

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79 Seepanorama, Blick Richtung Westen. Am rechten Bildrand ist der Ort Brienz erkennbar

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80 Dieser See hat mich wirklich beeindruckt, deshalb ein paar mehr Bilder. Hier der Blick gen Südosten Richtungen Meiringen

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81 Spiegelung…

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82 Richtung Osten gesehen

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83 Hier der direkte Blick aus dem Fenster in südliche Richtung.

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84 Und damit ist der Brienzersee auch schon zu Ende…

Und ich muss noch einmal splitten.

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Schweiz-Runde, Teil 3 (mit 23 Bildern)

Krümelmonster @, München, Sonntag, 11. Februar 2018, 18:08 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster

Nach Umrundung des Brienzersees wurde pünktlich (sic! :p) Interlaken-Ost erreicht, wo der Adler verendete. Hier stieg ich bahnsteiggleich in den IC um. In der 4er-Gruppe neben mir saßen drei Inder, die laut einen indischen Film auf dem Tablet schauten. Ich war ganz froh, dass sie in Interlaken-West ausstiegen. Aber mal ganz ehrlich, warum zum Geier zahlt man 2,20 CHF à drei Personen, um nach mehr als 5 min Wartezeit eine Strecke von 1,9 km innerhalb eines Ortes zurückzulegen? Das wäre wahrscheinlich schon zu Fuß schneller gegangen, vom Preis ganz zu schweigen. :D Die Fahrt führte dann entlang am Südufer vom Thunersee, was landschaftlich natürlich immer noch sehr schön war, aber doch hinter das Panorama vom Brienzersee zurücktreten musste. Mit der Zeit wurde der Schnee weniger. Der SBB-Zub kam, ich zeigte ihm meine Freifahrt, in der Reiseverbindung war die Verbindung via Delémont (nur als Zwischenhalt, nicht direkt erkennbar) eingetragen, die Wegevorschrift zeigte nur „Interlaken 1088 Basel-SBB“. Ich fragte, ob ich für eine Umwegkarte zahlen müsse. Er meinte, Umwegkarten seien unmöglich, wenn das Ziel im Ausland ist. Darauf fragte ich, was denn passiert, wenn er als Ziel der Umwegkarte einfach Basel Bad. Bhf. einträgt. Daraufhin machte er sich ziemlich lange an seinem MT zu schaffen und bestätigte mir schließlich, dass ich nur via Delémont fahren dürfe, weil das Ticket ja so gelöst sei. Hätten wir das auch geklärt.^^
Ab Thun nahm der Zug die direkte Strecke in die Bundesstadt. Das war mal etwas Anderes: Mit 160 Sachen (in der Schweiz ist das ja mit Ausnahme einer Strecke das höchste der Gefühle im Freien) ging es schnurgerade durchs Alpenvorland, rückwärts sitzend konnte man beobachten, wie sich die weißen Gipfel immer weiter entfernten. Dafür kamen die wenig ansehnlichen Vororte der Nicht-Hauptstadt näher. Nach kurzweiliger Fahrt war Bern erreicht, wo ich ausstieg und die Wuchtbrumme 460 an der Spitze des Zuges sowie die berühmte Welle begutachtete.
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85 Dekadentes Interlaken

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86 Panorama vom Thunersee

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87 In die andere Richtung geknipst

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88 Wir nähern uns Spiez

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89 Such den See

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90 Skandal!!! Wo bleibt der wütende Mob, die brennenden Barrikaden, die Revolution!?!!??!!!???

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91 Auch hinter Spiez ergeben sich noch ein paar schöne Aussichten auf den Thunersee, z B diese

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92 Dieses Gefährt hatte mich und ein paar Wagen nach Bern gezogen, bevor es sich rückwärts Richtung Basel auf den Weg machte

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93 – 95 Welle in dreifacher Ausführung

Nach 21 min ging es im KISS weiter nach Biel/Bienne. Der Ort ist offiziell zweisprachig, 2/3 sprechen Deutsch und 1/3 Französisch. So waren auch alle Ansagen im Zug zweisprachig, Zub gab’s keinen. Nach der Ausfahrt aus Bern über die Brücke mit hübschem, aber gegenlichtigem Stadtblick ging es Richtung Nord/Nordwest über eine gerade, gut ausgebaute Strecke durch anspruchsloses Terrain, jedoch durchweg nur mit 100 bis max. 120 km/h. Als Deutscher scharrt man da nervös mit den Füßen und sagt: „So fahr doch zu!!!“. Wie muss es erst den Franzosen gehen?^^ So dauerte es eine knappe halbe Stunde bis Biel.
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96 Der mittlere Teil vom Bhf. Bern ist ein finsteres Loch, hier mein Zug nach Biel

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97 Die Brücke vor dem Bhf. mit Blick auf die Stadt und einem gewissen Grünling

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98 Schweizer Provinz, links hinten der Jura

Auch im Bhf. Biel/Bienne gab es ebenfalls zweisprachige Ansagen, s. i. w. sogar zuerst auf Französisch und dann auf Deutsch trotz mehrheitlich deutschsprachiger Bevölkerung und zahlreichen Zügen in die Deutschschweiz. Meine neigende Grinsebacke via Delémont nach Basel stand schon bereit, zuvor fuhr noch die Grinsebacke aus Genf nach Zürich ab. Wir folgten ihr mit kurzem Abstand bis Grenchen (auf Französisch klingt das nicht wie „Grongschong“, sondern tatsächlich wie „Grenchen Nort“ mit gerolltem R, das -ch- klingt wie im Wort „Dach“, obwohl es diesen Laut im Französischen gar nicht gibt; und Laufen wurde fast genauso wie auf Deutsch ausgesprochen, obwohl der Ort auf Französisch offiziell „Laufon“ heißt). Ab Grenchen Nord fuhren wir durch einen langen Tunnel (nicht ungewöhnlich für die Schweiz: dies war der schnellste Abschnitt der Fahrt^^) durch den Jura-Kamm unter der Sprachgrenze hindurch, um uns danach mit recht niedriger Geschwindigkeit durch felsige Jura-Täler zu schlängeln. Ich bin nicht der größte Freund der Neigetechnik, aber ich meide sie auch nicht um jeden Preis. Wenn ich in einem Neigezug sitze, gebe ich in der ersten Kurve ein Geräusch von mir, das ungefähr wie „oouuurrnngkh“ klingt, aber meistens hab ich mich nach drei bis fünf Kurven dran gewöhnt.^^
Die Landschaft hier im französischsprachigen Teil des Jura war hübsch, die Architektur unterschied sich nicht von der Deutschschweiz. Lediglich der einzige halbwegs große Ort Delémont hatte einen ganz leichten französischen Touch. Hier stand der Zug 5 min zum Kopfmachen. Ich versuchte ihn zu beruhigen: „Mach dir keinen Kopf, das wird schon“, aber er verstand wohl nur Französisch… Danach ging es nicht mehr ganz so felsig weiter bis Basel. Die Sprachgrenze zurück in die Deutschschweiz war nur anhand der Ortsnamen erkennbar. Das mächtige und häufige Neigen konnte nicht ändern, dass die Fahrt in Schlängellinien sehr gemächlicher verlief – trotzdem erreichte der Zug pünktlich Basel SBB.
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99 Grinsebackenspiegelung. Ebensolch ein Gefährt rechts im Bild brachte mich sodann mit doppelter Überquerung der Sprachgrenze nach Basel.

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100 Im Jura

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101 Fotografisch sicher kein Meisterwerk, aber es zeigt gut die Landschaft, die ich vorfand

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102 Fahrtrichtungswechsel in Delémont

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103 Kurvig geht es weiter

Hier stand der ICE Richtung Berlin schon bereit. Kurz vor Abfahrt konnte ich noch beobachten, wie dutzende Liter Wasser an der Seite aus dem Speisewagen liefen. Hat das schon einmal jemand gesehen oder kann es sich erklären?
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104 Huch, was machst du denn in Basel?

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105 Nein, das ist kein Museumsstück, das ist ein normaler IC. Dahinter meine Grinsebacke aus Biel.

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106 Speisewagen beim Wasserlassen, und das nicht zu knapp! Weiß jemand, was es damit auf sich hat?

Die geplante Abfahrt verstrich, und es tat sich: nichts. Nach ein paar min setzte sich der ICE in Bewegung, erst dann informierte der Zub, dass wir wegen Warten auf Anschlussreisende 8 min Verspätung haben (WTF!? Ich dachte, wenn tatsächlich einmal der extremst unwahrscheinliche Fall eintritt, dass durch einen Alienangriff, nuklearen Unfall o. ä. ein Schweizer Zug verspätet ist, dass die SBB selbst dann niemals Anschlüsse abwartet!?). Der Badische Bhf. wurde mit 5 min Verspätung verlassen. Noch eine verspätete Fahrt in der Schweiz für die Statistik, muhaha. Hinter uns folgte EC 8 aus Interlaken nach Hamburg, dem von den Helvetiern nicht weniger als 18 min Abfahrtsverspätung in Basel aufgebrummt wurden! Das Ende der Welt naht!!!
Hinter Basel machte sich der Zub an die Fahrkartenkontrolle. In der Nähe von mir saß eine alleinreisende ältere Dame aus Afrika, die gerade wahrscheinlich ohnehin schon den Kulturschock ihres Lebens hatte und auf die Frage „Sprechen Sie Deutsch?“ verwirrt mit „Sorry, Eengleesh please“ antwortete. Der Zub inspizierte ihre Fahrkarte und fragte vorsichtig: „Are you going to Freiburg in Germany or Fribourg in Switzerland?“. Die Dame erfreut: „Sweetzerland!“, und alle drumrum machten reichlich betretene Gesichter… Der Zub erklärte ihr freundlich auf Englisch, dass der nächste Halt Freiburg in Deutschland sei und wie sie schnell zurück nach Basel komme. Geld hat er ihr – aus meiner Sicht fairerweise – nicht abgeknöpft, die Dame war doch schon genug gestraft…
Hinter Offenburg waren wir wieder pünktlich. Nachdem ich ja im Allgäu und der Schweiz Glück mit dem Wetter gehabt hatte, lag nun der Schwarzwald leider völlig im Dunst, südlich von Offenburg sah man rein gar nichts, weiter nördlich konnte man allenfalls erahnen, dass dort ein Gebirge steht.
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107 Beweisbild: Da ist der Schwarzwald (versteckt)

So, und jetzt nochmal zum Mitschreiben die Chronik des Unmöglichen:
Der ICE verließ die Schweiz verspätet, weil er auf Anschlussreisende aus einem verspäteten Schweizer Zug gewartet hatte! Es kommt noch unmöglicher: Ein nicht bahnsteiggleicher 6 min-Anschluss zwischen zwei Zügen von DB Fernverkehr hat funktioniert, und das im Gedränge SO Nachmittag und – jetzt kommt’s – in Mannheim, in einem Bhf., wo selbst offiziell Anschlüsse nie länger als 2 min abgewartet werden! Und ich machte Augen wie Untertassen
Vom Zug nach München habe ich im Gedränge kein Foto geschossen. Wie ein ICE 1 aussieht, sollte ja hier bekannt sein. :p
Insgesamt waren es 1.280 km, davon 15 in Österreich und 445 in der Namensgeberin des Berichts, bei einer Fahrtzeit von 16 h 19 min, davon 1 h 26 min Zwischenhalte. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit hat sich also nicht so sehr über die Tour gefreut wie ich.^^

P. S.: Sowohl im ICE Basel – Mannheim als auch im ICE Mannheim – München hatte ich zufällig Wagen 7 Pl. 71 reserviert. Nur vier Tage später, bei meiner nächsten Tour, waren wieder bei einer Umsteigeverbindung Wagen- und Platznummer gleich, allerdings nicht im ICE.
Dazu mehr im nächsten Bericht. ;)

Es grüßt,
das Krümelmonster

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Schweiz-Runde

Twindexx @, St. Gallen (CH), Sonntag, 11. Februar 2018, 21:31 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster

Weiter gehts:

66 Der Spatz ist der kleine Bruder vom Adler, nur halb so lang

Das ist aber ein FINK und kein SPATZ. Die Finken sind mit den Adlern verwandt. Bei den Adlern hat man im Prinzip zwei Dreiteiler mit dem Bistrowagen dazwischen, wobei die Dreiteiler einen Übergang zum Bistro haben. Der Fink ist nun so ein Dreiteiler, aber mit zweitem Führerstand und anderer Klassenaufteilung. Technisch ist das so konzipiert, dass wenn bei einem Adler einer der beiden Dreiteiler ausfiele, man diesen durch einen Fink ersetzen könnte. Dann hat man zwar bis zur Rückkehr der fehlenden Adlerhälfte keinen Durchgang von jenem Zugsteil ins Bistro, aber besser als dass der ganze Triebzug dann nicht einsetzbar wäre. Dafür hat die zb aber auch keinen Reserveadler beschafft, es gibt nur die vier Adler, die im Planbetrieb benötigt werden. Die Reserve mit den Finken gemeinsam der restlichen FINK-Flotte organisiert.

67 MIB nach Innertkirchen. Mib Mib geht nicht, denn das gute Stück ist ein Unikat.

Das voraussichtlich dieses Jahr ausrangiert wird, denn das Fahrzeug ist revisionsfällig und erfüllt ausserdem die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes in keinster Weise. Bei der MVR wurden neue SURF-Triebzüge geliefert: https://wwwstadlerrailcom-live-01e96f7.s3-eu-central-1.amazonaws.com/filer_public/f8/e4...
Dafür werden die vier bisher dort eingesetzten GTW nun für ein neues Einsatzgebiet modernisiert, einer davon für MIB: http://www.bahnonline.ch/bo/20304/erster-mvr-gtw-ins-depot-der-aare-seeland-mobil-ueber...

Übrigens: Ein Lokführer in der Schweiz wird offiziell als Lf bezeichnet. Hier darf sich ein Lokführer noch offiziell Lokführer nennen. ;-)

Und wieder war ich von der Landschaft hier einfach nur begeistert. Die schneebedeckten gezackten Alpengipfel spiegelten sich friedlich im blauen Brienzersee, einfach nur schön! Ich konnte mich gar nicht an dem Panorama satt sehen.

Das war ein Herr Tolkien auch mal. ;-)
Ganz Mittelerde entstand nach Vorbild jenes Teils der Schweiz und Teile des Wallis. Die schneebedeckten Gipfel wurden zum Nebelgebirge und das Lauterbrunnental zu Bruchtal. Und für manche Deutsche mag Bärntüütsch so fremd und unverständlich klingen wie elbisch. :-D

Aber mal ganz ehrlich, warum zum Geier zahlt man 2,20 CHF à drei Personen, um nach mehr als 5 min Wartezeit eine Strecke von 1,9 km innerhalb eines Ortes zurückzulegen? Das wäre wahrscheinlich schon zu Fuß schneller gegangen, vom Preis ganz zu schweigen.

1.9 km läuft man sonst so in gut 20 Minuten, ich würde das genau gleich machen und den Zug nehmen.
Wenn sich die Leute an 2.20 CHF für eine innerstädtische Fahrt so aufregen würden, hätten alle städtischen Trams und Stadtbusse in der Schweiz ein riesiges Problem, denn dort sind Einzelbillette in der Regel schon teurer als 2.20 CHF (3.20 CHF in St. Gallen, 4.40 CHF in Zürich). 2.20 CHF sind ja spottbillig! Ab Meiringen beträgt der Preisunterschied beim Einzelbillett zwischen Interlaken Ost unbd West auch nur noch 50 Rappen und keine 2.20 CHF mehr. Da ist die Fahrt bis Interlaken West im IC doch geschenkt!

90 Skandal!!! Wo bleibt der wütende Mob, die brennenden Barrikaden, die Revolution!?!!??!!!???

An der Stelle, wo ich da Bauarbeiten lese und mir klar wird, dass du Samstag/Sonntag unterwegs warst, wird mir so einiges klar:
Da hast du wohl ein Wochenende erwischt, wo die NBS Mattstetten-Rothrist wegen Bauarbeiten gesperrt war. Die Züge wurden via Stammstrecke mit 15 Minuten Verspätung umgeleitet. Der verspätete Adler am Vortag bei deiner Zugskreuzung am Brünig war dann wegen Abwarten des Anschlusses ab Interlaken Ost verspätet. Über dieses Ereignis wurde breit informiert und der Onlinefahrplan vorgängig mit den Verspätungen und den wartenden Anschlüssen angepasst. In dem Fall war das also alles in Ordnung.

Nach 21 min ging es im KISS weiter nach Biel/Bienne. Der Ort ist offiziell zweisprachig, 2/3 sprechen Deutsch und 1/3 Französisch. So waren auch alle Ansagen im Zug zweisprachig, Zub gab’s keinen.

ZUB ist eine Zugsicherung, das Zugspersonal wird offiziell als ZP bezeichnet.

Biel/Bienne ist auch offiziell die einzige echt zweisprachige deutsch/französische Stadt der Welt. In allen anderen Städten, die das von sich behaupten, kann es dir passieren, dass du mit einer der beiden Sprachen nicht mehr weiterkommst. In Biel bekommt man wirklich alles auf deutsch und auch alles auf französisch - ausnahmslos.

Nach der Ausfahrt aus Bern über die Brücke mit hübschem, aber gegenlichtigem Stadtblick ging es Richtung Nord/Nordwest über eine gerade, gut ausgebaute Strecke durch anspruchsloses Terrain, jedoch durchweg nur mit 100 bis max. 120 km/h. Als Deutscher scharrt man da nervös mit den Füßen und sagt: „So fahr doch zu!!!“. Wie muss es erst den Franzosen gehen?^^ So dauerte es eine knappe halbe Stunde bis Biel.

So schnell wie nötig und nicht so schnell wie möglich. Die Linie passt so perfekt zwischen die Anschlussknoten 00/30 in Bern und 15/45 in Biel. Zwischen Zollikofen und Lyss sind 125 km/h zulässig. Aber das muss man natürlich nur ausfahren, wenn man zeitlich hintendran liegt. Die Lokführer in der Schweiz bekommen die optimale Geschwindigkeit in den Führerstand übermittelt, um Signale dann zu erreichen, wenn sie gerade grün werden oder um mit minimalstem Energieaufwand auf die Minute pünktlich den nächsten Bahnhof zu erreichen.

96 Der mittlere Teil vom Bhf. Bern ist ein finsteres Loch, hier mein Zug nach Biel

Unter dem Titel Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) wird der Bahnhof bis ca. 2025 mächtig auf Vordermann gebracht. Der RBS bekommt einen komplett neuen Tiefbahnhof und die Perrons der SBB werden in jenem Bereich neu erstellt. Weiter gibt es eine zusätzliche grosszügige Unterführung.

Wir folgten ihr mit kurzem Abstand bis Grenchen (auf Französisch klingt das nicht wie „Grongschong“, sondern tatsächlich wie „Grenchen Nort“

Die SBB-Ansage spricht hier auch auf französisch den deutschen Namen aus. Es werden nur Flughäfen und grosse Knotenbahnhöfe mehrsprachig angesagt, überall sonst wird der Bahnhofname so gesprochen, wie er auf dem Schild steht, egal in welcher Sprache die Ansage ist. Und Grenchen ist vollständig deutschsprachig, von den ortsansässigen "Gränchä" ausgesprochen.
Auf französisch wäre das Granges Nord (gesprochen "Groonsch Nor").

Umgekehrt wird Moutier auch auf deutsch Moutier genannt und nicht Münster. Ob Delémont bei den SBB auch auf deutsch Delémont heisst oder als Kantonshauptort in der deutschen Ansage mit Delsberg angesagt wird, weiss ich grad nicht. Es gab mal eine Zeit, wo die SBB die Ortsnamen in den Ansagen übersetzt hatten, aber mitterweile hält man sich stur an das, was auf dem Bahnhofschild steht, ausser bei den allergrössten Knotenbahnhöfen und den beiden Flughäfen.

Grinsebacke ist übrigens eine in der Schweiz nicht verwendete Bezeichnung für die Neigezüge, die schlicht ICN heissen. ;-)

Kurz vor Abfahrt konnte ich noch beobachten, wie dutzende Liter Wasser an der Seite aus dem Speisewagen liefen. Hat das schon einmal jemand gesehen oder kann es sich erklären?

Sobald es voll ist, läuft es über, wenn niemand den Hahnen zudreht. Ist jetzt nichts ungewöhnliches wie ich finde. Sei froh, fuhr der Zug aufgetankt und nicht leer ab. ;-)

Die geplante Abfahrt verstrich, und es tat sich: nichts. Nach ein paar min setzte sich der ICE in Bewegung, erst dann informierte der Zub, dass wir wegen Warten auf Anschlussreisende 8 min Verspätung haben (WTF!? Ich dachte, wenn tatsächlich einmal der extremst unwahrscheinliche Fall eintritt, dass durch einen Alienangriff, nuklearen Unfall o. ä. ein Schweizer Zug verspätet ist, dass die SBB selbst dann niemals Anschlüsse abwartet!?)

Das waren wieder die Bauarbeiten auf der NBS. Dann kamen die Züge aus Bern verspätet in Basel an und man hat den Anschlusszügen das Signal geschlossen gehalten, damit sie auf den Anschluss warten. Ein üblicher Vorgang bei einer NBS-Sperre, vor allem bei einer voraus geplanten. Ich habe so auch schon dafür gesorgt, dass das ZP in der BZ anrief und in Basel SBB einem ICE das Signal geschlossen hielt, womit die Zub der DB den ICE noch nicht abfertigen durften (in Basel SBB muss auch das DB-Personal nach Schweizer Regeln abfertigen, heisst Türen nicht vor Zeigersprung schliessen und erst abfertigen, wenn das Ausfahrsignal einen Fahrbegriff zeigt).


Ich hoffe, die Erklärungen helfen weiter. ;-)


Grüsse aus der Ostschweiz.

--
[image]

Seit Februar 2018 erfolgreich im Fahrgasteinsatz:
Mehr Informationen zum SBB FV-Dosto.

Hässlicher Bahnhof Bern

Alphorn (CH), Montag, 12. Februar 2018, 02:16 (vor 101 Tagen) @ Twindexx

Unter dem Titel Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) wird der Bahnhof bis ca. 2025 mächtig auf Vordermann gebracht. Der RBS bekommt einen komplett neuen Tiefbahnhof und die Perrons der SBB werden in jenem Bereich neu erstellt. Weiter gibt es eine zusätzliche grosszügige Unterführung.

Was beides erstmal nichts an den katastrophalen Lichtverhältnissen bei den SBB-Perrons ändert. Es sollen aber immerhin gleichzeitig einige Lichtöffnungen in der Seitenwand geschaffen werden - wovon ich mir nicht sehr viel verspreche, denn das geht ja nur auf einer schon ziemlich vollgebauten Seite.

Wenigstens hat das Grundübel - das Parkhaus über dem Bahnhof - durchaus verkehrliche Vorteile. Die Postautohaltestelle ist nur einen Katzensprung von den Gleisen entfernt und die Kurzpark- und Ausladezonen schaffen eine gute Verbindung zwischen Auto und Bahn.

Schweiz-Runde, Teil 3 (mit 23 Bildern)

Regiosprinter @, Sonntag, 11. Februar 2018, 21:47 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank für den interessanten Bericht!
Endlich mal wieder ein Bericht, bei dem ich mitreden kann... :-)
Einige von dir befahrene Strecken ahbe ich ebenfalls schon besucht.
Klaus

? Umwege zu Sparpreisen

sflori @, Sonntag, 11. Februar 2018, 20:59 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster
bearbeitet von sflori, Sonntag, 11. Februar 2018, 21:02

Danke für den schönen Bericht! :)

Schweizer Umwege zu deutschen Sparpreisen müssten doch möglich sein? Hab das vor drei Jahren munter in Anspruch genommen und es gab nie Probleme. Natürlich nicht ab Basel, sondern weit abseits der Zugbindung. Hab ich da was verpasst?

Meiringen-Inntertkirchen-Bahn ist toll. Sehr nettes Personal. Das ist echte Gastfreundschaft. Habt ihr auch an der Klamm gehalten? ;)

Hier ein Link zu meinem Bericht aus 2013:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=238399


Bye. Flo.

? Umwege zu Sparpreisen

Krümelmonster @, München, Samstag, 17. Februar 2018, 15:18 (vor 95 Tagen) @ sflori

Danke für den schönen Bericht! :)

Gerne! :)

Schweizer Umwege zu deutschen Sparpreisen müssten doch möglich sein? Hab das vor drei Jahren munter in Anspruch genommen und es gab nie Probleme. Natürlich nicht ab Basel, sondern weit abseits der Zugbindung. Hab ich da was verpasst?

Bei den Bedingungen zu Sparpreisen Europa steht ganz klar: Keine Umwege zugelassen. Hmpf…

Meiringen-Inntertkirchen-Bahn ist toll. Sehr nettes Personal. Das ist echte Gastfreundschaft. Habt ihr auch an der Klamm gehalten? ;)

Zum Personal kann ich dir nur zustimmen! Ich stelle mir den Job trotzdem nicht sehr spannend vor.^^
In der Klamm wird leider nur im Sommer gehalten.

Hier ein Link zu meinem Bericht aus 2013:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=238399

Auch gut. :D


Bye. Flo.

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Schweiz-Runde

Twindexx @, St. Gallen (CH), Sonntag, 11. Februar 2018, 21:30 (vor 101 Tagen) @ Krümelmonster

Hoi,

Dann will ich mal einige Fragen beantworten:

und als wir in Immenstadt zum Stehen kamen, wurde durchgesagt, dass man die Türen nicht öffnen solle – bei der angeblich besten Bahn der Welt hätte ich ja mit besserer Technik gerechnet…

Die Wagen sind durchgehend mit seitenselektiver Türfreigabe ausgerüstet. Die funktioniert überall, nur in Deutschland nicht. Dasselbe gilt auch für das Kundeninformationssystem (KIS). Das muss bei deutschen Loks auch immer abgeschaltet werden, weil es dort Störungen verursacht. Bei einer Fahrt von München nach Zürich wird das KIS dann jeweils nach Lindau eingeschaltet, umgekehrt vor Lindau ausgeschaltet.

In St. Margrethen, dem Schweizer Grenzbahnhof, stand der Zug nochmal 4 min, zeitweise ohne Energie, wahrscheinlich zum Wechsel der Stromabnehmer – was mich daran wundert: In der Gegenrichtung sind planmäßig nur 2 min Aufenthalt vorgesehen.

Bei Fahrten in der Schweiz muss noch die Notbremsanforderung (NBA) in Betrieb genommen werden. Die SBB fahren mit ihren Zügen in der Schweiz grundsätzlich 18-polig und mit aktivierter NBA. Es hat sich gezeigt, dass die zwei Minuten Haltezeit dafür mittlerweile nicht mehr ausreichend sind. Deswegen hat man Richtung Zürich den Aufenthalt im Grenzbahnhof verlängert.
Für den künftigen Betrieb mit RABe 503 muss dafür noch eine Lösung gefunden werden, die diesen längeren Aufenthalt nicht erfordert. Da müsste das bereits in München Hbf erledigt werden, allerdings gibts bei dem Triebzug ja auch keine deutschen Loks mehr, die man damit stören könnte. Im Moment ist man dran, die Prozesse zu definieren, den Länderwechsel an der Landesgrenze bei 80 km/h (Stromabnehmer und Zugsicherung) vorzunehmen, sodass dann der Halt in St. Margethen nur noch kommerzieller Natur und nicht mehr technisch bedingt wäre.

Da ich keine Franken hatte, musste ich zuerst Geld tauschen. Ich vollbrachte das Wunder, für einen dreistelligen Euro-Betrag einen zweistelligen Frankenbetrag zu bekommen… Zusätzlich zum schlechten Wechselkurs (1 zu 1,017 – theoretisch hätte es damals 1 zu 1,07 sein können) behielt die SBB auch noch 4 CHF Gebühren.

GA-Inhaber erhalten vergünstigte Konditionen beim Geld wechseln am SBB Schalter. Am Bahnhofplatz gegenüber hätte es auch noch die Hauptpost St. Gallen gegeben. Die wechselt auch € in CHF. Ich weiss aber nicht, ob die bessere Konditionen als die SBB haben. Als Postfinance-Kunde und GA-Inhaber zahle ich bei beiden keine Umtauschgebühren.

Für die nicht ganz anderthalbstündige Fahrt bezahlte ich über 19 CHF… Als sie dann noch meinte: „Schön, in Appenzell haben Sie bestimmt Sonne.“, fühlte ich mich endgültig verhöhnt.

Naja, das kostet eine Pizza auch. Aber ich weiss, in Deutschland bekommt man dafür sicher mehrere Pizzen. ;-)

Wenigstens hatte das ganze nicht allzu lange gedauert, sodass ich schon nach gut 20 min die Appenzeller Bahn ab dem Bahnhofsvorplatz nehmen konnte.

Ist Bahnhofvorplatz sowas wie der Vorplatz zum eigentlichen Bahnhofplatz? ;-D

Wir haben hier den Kornhausplatz (der ist noch im Bau) und den Bahnhofplatz (der ist fast fertig, da fahren die Busse). Die Appenzeller Bahnen fahren am Gaiserbahnhof ab, so heisst dieser Teil des Bahnhofs. Das kommt daher, dass hier die Züge nach Gais abfahren.

Es war ein wunderliches Gefährt: der hintere Teil sehr modern, der mittlere so mittel, der vordere richtig alt – und mit zu öffnenden Fenstern! Ich ließ mich dort nieder, bei leichten Minusgraden waren die geöffneten Fenster schon ein Statement, sodass sich niemand zu mir gesellen wollte.^^

Diese Kompositionen sind nur noch bis Herbst im Einsatz. Demnächst beginnt die Ablieferung des neuen Rollmaterials. Das, was nicht noch weiter für die Linie Gais-Altstätten Stadt, wird ausrangiert.
-> http://www.modernisierung-ab.ch/de-de/fahrzeuge/appenzell-stgallen-trogen.aspx

Direkt nach dem Verlassen des Bahnhofs St. Gallen beginnt der letzte verbliebene Zahnstangenabschnitt (auch dieser soll durch einen Tunnel ersetzt werden), bei dem sich eine gute Aussicht auf St. Gallen bieten soll – kann ich nicht beurteilen.^^ Durch die tiefste Suppe ging es weiter ohne Zahnstange, aber dennoch mächtig bergauf.

Oh, die Aussicht ist tatsächlich ganz gut. Man sieht auch, wo ich wohne. ;-)

Es handelt sich dabei um die engste Zahnradkurve Europas, die am 02. April 2018 das allerletzte Mal von Züge befahren wird. Anschliessend beginnt die sechsmonatige Streckensperre zur Fertigstellung der Neubaustrecke. Ab 08. Oktober 2018 fahren dann nur noch die neuen Triebzüge und nur noch durch den neuen Tunnel. Die Zahnstangenstrecke wird vollständig abgebaut. Es gibt zwar auf politischer Ebene Ideen, die Lage der engen Kurve in die künftige städtebauliche Entwicklung einfliessen zu lassen, so als dezente Erinnerung, mehr wird aber langfristig nicht übrig bleiben.

Gibt es in der Schweiz eigentlich Unterschiede wie bei uns zwischen EBO und BOStrab? Dementsprechend war die Fahrt nicht allzu schnell, doch zu sehen gab es genug.

Nein, eine solche Unterscheidung gibt es im Prinzip nicht. Von der Signalisierung gibt es aber den Trambetrieb. Trambetrieb heisst dann einfach, dass an Übergängen oder im Strassenraum Fahrt auf Sicht gilt. In jedem Fall hat der Zug aber im Strassenraum immer Vortritt vor allen anderen Verkehrsteilnehmern, ausser es wird durch Lichtsignale geregelt. Weil die Vorschriften zwischen Eisenbahn und Tram also nicht strikt getrennt sind, kann abschnittsweise das eine oder das andere gelten. Die Strecke wird grundätzlich als vollwertige Eisenbahn betrieben (mit gesicherten Bahnübergängen und ab diesem Jahr auch mit Streckenblock), die jedoch immer wieder einzelne Abschnitte im Trambetrieb aufweist. Aber nur weil man besonders nah entlang der Strasse fährt, muss es noch lange kein Trambetrieb sein.

Ab Appenzell ging es dann weiter mit einem Gefährt, in dem es mir nicht gelang, Plätze zu finden, wo man ohne Einsatz des Nothammers die Fenster öffnen konnte. Außerdem machte sich immer wieder Nebel breit. Dementsprechend gelangen dort auch wenige Bilder. Nach halbstündiger Fahrt war Herisau erreicht.

Für diese Linie werden dieses Jahr auch neue Züge geliefert: http://www.modernisierung-ab.ch/de-de/fahrzeuge/gossau-appenzell-wasserauen.aspx
Die Appenzeller Bahnen modernisieren sich hiermit auf einen Schlag auf grossen Teilen ihres Netzes. Damit werden dann auch alle Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt, welche bis Ende 2023 zwingend erfüllt sein müssen.

Weiter ging es nun also mit dem Voralpen-Express. Der Begriff "heruntergekommen" wäre vielleicht etwas übertrieben, aber die Wagen hatten ihre besten Tage seit geraumer Zeit hinter sich… Das WC durfte in Bahnhöfen nicht benutzt werden. Naja, dafür konnte man die Fenster öffnen.

Das weist nur darauf hin, dass du den falschen Wagen genommen hast. Der Voralpenexpress besteht grundsätzlich aus modernisierten Wagen, klimatisiert und mit geschlossenen WC, die man auch im Bahnhof nutzen darf. An den Zugsenden finden sich zusätzliche Wagen, die älter sind. Du hast ganz offenbar so einen Wagen genommen. Diese Zusammenstellung wurde für einen Übergangszeitraum von Ende 2013 bis Ende 2019 so gewählt.
Ab Ende 2019 soll der Voralpenexpress durchgehend mit neuem Rollmaterial verkehren: http://www.bahnonline.ch/bo/10984/neuer-voralpen-express-kommt-in-fahrt.htm


Fortsetzung folgt...

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Seit Februar 2018 erfolgreich im Fahrgasteinsatz:
Mehr Informationen zum SBB FV-Dosto.

Schweiz-Runde

Krümelmonster @, München, Samstag, 17. Februar 2018, 15:28 (vor 95 Tagen) @ Twindexx

Servus Twindexx,

vielen Dank erstmal für deine hilfreichen Infos!

Die Wagen sind durchgehend mit seitenselektiver Türfreigabe ausgerüstet. Die funktioniert überall, nur in Deutschland nicht.

Naja, ein Großteil der Auslandsverbindungen mit Schweizer Wagenmaterial geht doch nach Deutschland. Ganz wenig nach Österreich, und das war’s auch schon, oder? Da wäre es doch naheliegend, wenn die SBB Wagen einsetzen würde, die mit deutscher Technik kompatibel sind…

GA-Inhaber erhalten vergünstigte Konditionen beim Geld wechseln am SBB Schalter. Am Bahnhofplatz gegenüber hätte es auch noch die Hauptpost St. Gallen gegeben. Die wechselt auch € in CHF. Ich weiss aber nicht, ob die bessere Konditionen als die SBB haben. Als Postfinance-Kunde und GA-Inhaber zahle ich bei beiden keine Umtauschgebühren.

Nach der Tour habe ich mir endlich eine Kreditkarte mit möglichst geringen Auslandsgebühren zugelegt. ;) Da tausche ich außerdem zum Kurs meiner Bank, der meist (erheblich) besser ist als der vom Schalter.

Für die nicht ganz anderthalbstündige Fahrt bezahlte ich über 19 CHF… Als sie dann noch meinte: „Schön, in Appenzell haben Sie bestimmt Sonne.“, fühlte ich mich endgültig verhöhnt.

Naja, das kostet eine Pizza auch. Aber ich weiss, in Deutschland bekommt man dafür sicher mehrere Pizzen. ;-)

19 € ist mehr, als ich für Friedrichshafen – Luzern gezahlt hatte. :p Und das ist erheblich weiter.

Ist Bahnhofvorplatz sowas wie der Vorplatz zum eigentlichen Bahnhofplatz? ;-D

Streng genommen wäre der Vorplatz zum Bahnhofsvorplatz der Bahnhofsvorplatzvorplatz. :p Ich meinte einfach einen Platz, auf dem man landet, wenn man aus dem Bahnhof geht.^^

Weiter ging es nun also mit dem Voralpen-Express. Der Begriff "heruntergekommen" wäre vielleicht etwas übertrieben, aber die Wagen hatten ihre besten Tage seit geraumer Zeit hinter sich… Das WC durfte in Bahnhöfen nicht benutzt werden. Naja, dafür konnte man die Fenster öffnen.

Das weist nur darauf hin, dass du den falschen Wagen genommen hast. Der Voralpenexpress besteht grundsätzlich aus modernisierten Wagen, klimatisiert und mit geschlossenen WC, die man auch im Bahnhof nutzen darf. An den Zugsenden finden sich zusätzliche Wagen, die älter sind. Du hast ganz offenbar so einen Wagen genommen. Diese Zusammenstellung wurde für einen Übergangszeitraum von Ende 2013 bis Ende 2019 so gewählt.

Falsch liegt im Auge des Betrachters – immerhin entstanden schöne Fotos, die durch Fensterscheibes so sicher nicht möglich gewesen wären. :)
Aber sehr löblich, dass man dem Kunden die Wahl lässt!

66 Der Spatz ist der kleine Bruder vom Adler, nur halb so lang
Das ist aber ein FINK und kein SPATZ.

Stimmt, gemeint ist der Fink!
Der Spatz fährt auch in der Ecke. Ich war verwirrt vom vielen Gefieder. ;)

Und wieder war ich von der Landschaft hier einfach nur begeistert. Die schneebedeckten gezackten Alpengipfel spiegelten sich friedlich im blauen Brienzersee, einfach nur schön! Ich konnte mich gar nicht an dem Panorama satt sehen.

Das war ein Herr Tolkien auch mal. ;-)
Ganz Mittelerde entstand nach Vorbild jenes Teils der Schweiz und Teile des Wallis. Die schneebedeckten Gipfel wurden zum Nebelgebirge und das Lauterbrunnental zu Bruchtal. Und für manche Deutsche mag Bärntüütsch so fremd und unverständlich klingen wie elbisch. :-D

Wer oder was ist Bärntüütsch? Ich spreche leider kein Elbisch… ¯\_(ツ)_/¯

Aber mal ganz ehrlich, warum zum Geier zahlt man 2,20 CHF à drei Personen, um nach mehr als 5 min Wartezeit eine Strecke von 1,9 km innerhalb eines Ortes zurückzulegen? Das wäre wahrscheinlich schon zu Fuß schneller gegangen, vom Preis ganz zu schweigen.

1.9 km läuft man sonst so in gut 20 Minuten, ich würde das genau gleich machen und den Zug nehmen.
Wenn sich die Leute an 2.20 CHF für eine innerstädtische Fahrt so aufregen würden, hätten alle städtischen Trams und Stadtbusse in der Schweiz ein riesiges Problem, denn dort sind Einzelbillette in der Regel schon teurer als 2.20 CHF (3.20 CHF in St. Gallen, 4.40 CHF in Zürich). 2.20 CHF sind ja spottbillig! Ab Meiringen beträgt der Preisunterschied beim Einzelbillett zwischen Interlaken Ost unbd West auch nur noch 50 Rappen und keine 2.20 CHF mehr. Da ist die Fahrt bis Interlaken West im IC doch geschenkt!

Stimmt natürlich! Für 2,20 € kriegt man hierzulande i. d. R. auch keine innerstädtische Fahrt. Wobei es für solche Entfernungen bei den meisten Verbünden Kurzstreckentarife gibt. Eine normale innerstädtische Fahrt ist ja üblicherweise länger als 2 km. ;)
Der Fußweg ist nur 1,6 km (Bahnstrecke macht einen Bogen). Wenn man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich nicht den Westbahnhof als Ziel hatten, wohl noch weniger. Ich wäre vermutlich gelaufen.^^
Aus Richtung Meiringen kamen sie ja nicht. Höchstens aus dem Oberland. Das ist auch recht wahrscheinlich, denn in Interlaken Ost ist ja nix.^^

90 Skandal!!! Wo bleibt der wütende Mob, die brennenden Barrikaden, die Revolution!?!!??!!!???

An der Stelle, wo ich da Bauarbeiten lese und mir klar wird, dass du Samstag/Sonntag unterwegs warst, wird mir so einiges klar:
Da hast du wohl ein Wochenende erwischt, wo die NBS Mattstetten-Rothrist wegen Bauarbeiten gesperrt war. Die Züge wurden via Stammstrecke mit 15 Minuten Verspätung umgeleitet. Der verspätete Adler am Vortag bei deiner Zugskreuzung am Brünig war dann wegen Abwarten des Anschlusses ab Interlaken Ost verspätet. Über dieses Ereignis wurde breit informiert und der Onlinefahrplan vorgängig mit den Verspätungen und den wartenden Anschlüssen angepasst. In dem Fall war das also alles in Ordnung.

Ja, an jenen Bauarbeiten lag’s. Aber ich konnte mir die Hervorhebung der Verspätungen einfach nicht verkneifen. :p Aber man hätte die Bauarbeiten natürlich auch in den Fahrplan einarbeiten können, wäre besser für die Pünktlichkeitsstatistik. ;)

So schnell wie nötig und nicht so schnell wie möglich. Die Linie passt so perfekt zwischen die Anschlussknoten 00/30 in Bern und 15/45 in Biel. Zwischen Zollikofen und Lyss sind 125 km/h zulässig.

Das dürfte doch bestimmt eine beliebte Pendlerstrecke sein. Und jemand, der von Biel nach Bern pendelt, sieht das sicher anders.
Wenn es in der HVZ deutlich schnellere Züge gibt, dann hab ich natürlich nix gesagt.

96 Der mittlere Teil vom Bhf. Bern ist ein finsteres Loch, hier mein Zug nach Biel

Unter dem Titel Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) wird der Bahnhof bis ca. 2025 mächtig auf Vordermann gebracht. Der RBS bekommt einen komplett neuen Tiefbahnhof und die Perrons der SBB werden in jenem Bereich neu erstellt. Weiter gibt es eine zusätzliche grosszügige Unterführung.

Ich hoffe, man bringt in dem Zuge auch ein paar zusätzliche Lampen an. ;)

Wir folgten ihr mit kurzem Abstand bis Grenchen (auf Französisch klingt das nicht wie „Grongschong“, sondern tatsächlich wie „Grenchen Nort“

Die SBB-Ansage spricht hier auch auf französisch den deutschen Namen aus. Es werden nur Flughäfen und grosse Knotenbahnhöfe mehrsprachig angesagt, überall sonst wird der Bahnhofname so gesprochen, wie er auf dem Schild steht, egal in welcher Sprache die Ansage ist.

Daran könnten sich die Belgier mal ein Beispiel nehmen. Dort gibt’s oft genug bei der Ausfahrt aus Liège eine einsprachige französische Ansage und kurz vor dem nächsten Zwischenhalt Leuven eine einsprachige niederländische – und zwar beide von derselben Person gesprochen… :D

Kurz vor Abfahrt konnte ich noch beobachten, wie dutzende Liter Wasser an der Seite aus dem Speisewagen liefen. Hat das schon einmal jemand gesehen oder kann es sich erklären?

Sobald es voll ist, läuft es über, wenn niemand den Hahnen zudreht. Ist jetzt nichts ungewöhnliches wie ich finde. Sei froh, fuhr der Zug aufgetankt und nicht leer ab. ;-)

Ich fand es bloß ungewöhnlich, weil es eben sehr viel Wasser war und sehr lange lief. Aber jetzt weiß ich Bescheid. :)

Das waren wieder die Bauarbeiten auf der NBS. Dann kamen die Züge aus Bern verspätet in Basel an und man hat den Anschlusszügen das Signal geschlossen gehalten, damit sie auf den Anschluss warten. Ein üblicher Vorgang bei einer NBS-Sperre, vor allem bei einer voraus geplanten.

Klingt vernünftig.

in Basel SBB muss auch das DB-Personal nach Schweizer Regeln abfertigen, heisst Türen nicht vor Zeigersprung schliessen und erst abfertigen, wenn das Ausfahrsignal einen Fahrbegriff zeigt

Jedem Tierchen sein Pläsierchen ;)

Ich hoffe, die Erklärungen helfen weiter. ;-)

Das taten sie :)

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Schweiz-Runde

Twindexx @, St. Gallen (CH), Sonntag, 18. Februar 2018, 13:38 (vor 94 Tagen) @ Krümelmonster
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 18. Februar 2018, 13:41

Hoi,

Naja, ein Großteil der Auslandsverbindungen mit Schweizer Wagenmaterial geht doch nach Deutschland. Ganz wenig nach Österreich, und das war’s auch schon, oder? Da wäre es doch naheliegend, wenn die SBB Wagen einsetzen würde, die mit deutscher Technik kompatibel sind…

Naheliegend wäre, wenn man dort ansetzen würde, wo die Probleme entstehen. Das ist nicht in den Wagen, die fahren sonst ja überall problemlos.

Den allergrössten Teil fährt dieser Wagentyp in der Schweiz. Der Anteil an Laufleistung in Deutschland ist verhältnismässig gering. Dabei sollten sie gar nie nach Stuttgart fahren (das machen sie nur, weil die ICE-T versagt hatten) und nach München ist auch auf absehbare Zeit Schluss (beim Spatenstich zur Elektrifizierung Lindau-Geltendorf wird am 23. März 2018 ein SBB RABe 503 in Memmingen anwesend sein).

19 € ist mehr, als ich für Friedrichshafen – Luzern gezahlt hatte. :p Und das ist erheblich weiter.

Diese Sparpreise verzerren das Bild halt schon extrem. Als Messlatte für einen fairen Preis sind sie also völlig ungeeignet. Die MGB hat ja die Akzeptanz für DB-Sparpreise auf der Stecke Visp-Zermatt gänzlich aufgekündigt, weil die DB ihr keine faire Entschädigung geben wollte (welche die DB bei dem tiefen Preisniveau der Sparpreise wohl gar nicht hätte stemmen können).

Falsch liegt im Auge des Betrachters – immerhin entstanden schöne Fotos, die durch Fensterscheibes so sicher nicht möglich gewesen wären. :)
Aber sehr löblich, dass man dem Kunden die Wahl lässt!

Die Kunden bevorzugen zu über 95% das moderne klimatisierte Rollmaterial. Ab 2019 wird es da wie gesagt die Wahl nicht mehr geben. Die paar Fahrgäste, die nicht mehr kommen sollten, weil man keine Fenster mehr wird öffnen können, werden um ein vielfaches überkompensiert durch neue Fahrgäste, welche mit dem neuen Rollmaterial hinzukommen, weil die Züge nun in ihren Augen attraktiver geworden sind.

Der Spatz fährt auch in der Ecke. Ich war verwirrt vom vielen Gefieder. ;)

Ich meinte, dass die Spatzen seit der Finken-Lieferung nicht mehr in der Ecke eingesetzt werden. Die Spatzen haben keine Zahnräder, können also nicht aus eigener Kraft über den Brünig - im Gegensatz zu den Finken. Also hat man die Spatzen für die Luzerner S-Bahn zusammengezogen.

Wer oder was ist Bärntüütsch?

Bärn ist die Mundartaussprache für Bern und tüütsch ist Schweizerdeutsch für deutsch. Gemeint ist also der Berner Dialekt.

Der Fußweg ist nur 1,6 km (Bahnstrecke macht einen Bogen). Wenn man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich nicht den Westbahnhof als Ziel hatten, wohl noch weniger. Ich wäre vermutlich gelaufen.^^

Willkommen in der Schweiz, da nimmt man innerstädtisch den IC(E) dafür. ;-)

Aber man hätte die Bauarbeiten natürlich auch in den Fahrplan einarbeiten können, wäre besser für die Pünktlichkeitsstatistik. ;)

Der Onlinefahrplan war teilweise angepasst. Ansonsten hat der Begriff Jahresfahrplan in der Schweiz eben noch eine Bedeutung. Das bedeutet, dass ein Zug während eines Fahrplanjahres an jedem Tag grundsätzlich gleich fährt.

Das dürfte doch bestimmt eine beliebte Pendlerstrecke sein. Und jemand, der von Biel nach Bern pendelt, sieht das sicher anders.

Zeitlich ist der Zug voll konkurrenzfähig, da gibts nichts auszusetzen. Genau auf der Strecke hatte ich gar mal ein Wettrennen Zug gegen Auto gewonnen. Start war mitten in Bern und Ziel irgendwo in einem Bieler Wohnquartier. Es war Wochenende, auf Schiene und Strasse verhältnismässig wenig los. Ich lief zum Berner Bahnhof, rein in den RE nach Biel und dann in den nächsten Stadtbus und war kurz vor meiner Konkurrenz im Auto am Ziel.
Wenn dann HVZ ist, braucht der Zug noch genauso lang, das Auto aber länger.

Der Geschwindigkeitsrausch wird völlig überbewertet. Wir reden hier über maximal zwei Minuten, die mit einem Ausbau auf 160 km/h möglich wären. Mehrere Mio CHF investieren, um statt in 25 in 23 Minuten von Bern nach Biel zu kommen, ist nun völliger nonsens. Diese zwei Minuten sind nicht entscheidend. Deswegen fährt in Bern und Biel kein einziger Anschluss zwei Minuten früher los. Und da die meisten Reisenden nicht nur Bahnhof-Bahnhof fahren, sondern Anschlüsse an beiden Enden nutzen, wird die Gesamtreisezeit für die Mehrheit deswegen nicht verbessert.

Es gibt nur Nachteile:
- Die Investitionen benötigen Geld, das dann woanders nicht mehr verfügbar ist für Ausbauten.
- Die Unterhaltskosten steigen (je mehr Geld aus dem Topf für Unterhalt ausgegeben wird, desto weniger steht für Ausbau zur Verfügung).
- Die schnellere Fahrt verursacht deutlich höhere Energiekosten.
- So gut wie kein Reisender ist auf seiner Gesamtreise schneller.

Heute schreibt man auf dieser RE-Linie leichte Gewinne. Wenn die Kosten nun steigen (höherer Energierverbrauch), aber keine zusätzlichen Fahrgäste kommen (Gesamtreisezeiten bleiben ja unverändert), macht sich der öV nur kaputt. Das ist genau das Gegenteil davon, was wir wollen. Deswegen weiterhin so schnell wie nötig und nicht so schnell wie möglich. Denn so schnell wie möglich zerstört einen guten Bahnverkehr, es verbessert ihn nicht. Den Pendlern auf dieser Strecke ist mit vmax 125 km/h besser gedient als mit sinnloser Raserei.

Solche Ausbauten, die ein oder zwei Minuten bringen, sind dann sinnvoll, wenn es die entscheidenden Minuten sind, um einen Knoten zu erreichen oder nicht. Zum Beispiel heben wir auf der Strecke Winterthur-Weinfelden per Fahrplanwechsel Dezember 2018 die Streckengeschwindigkeit von 125 km/h partiell auf bis zu 150 km/h an. Das kostet 78.3 Mio CHF an Investitionen auf dieser 30 km langen Strecke und ergibt eine Fahrzeitreduktion von einer Minute. Diese Minute ist mit weiteren Massnahmen entscheidend, um in Romanshorn und Kreuzlingen Knoten um 15/45 statt wie heute um 00/30 einrichten zu können. Damit wird die Reisezeit für die Fahrgäste um ganze 15 Minuten reduziert!
Und genau das sind die Stützpfeiler des Erfolgs der Schweizer Bahnen. Kein hirnloser Geschwindigkeitsrausch, sondern mit Intelligenz das Netz als ganzes zu verbessern und dabei Geld möglichst effizient einzusetzen. DAS verbessert die Eisenbahn und nicht völlig sinnlos zwei Minuten schneller von Bern nach Biel zu kommen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

--
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Seit Februar 2018 erfolgreich im Fahrgasteinsatz:
Mehr Informationen zum SBB FV-Dosto.

Frage dazu

Frecciarossa, Sonntag, 18. Februar 2018, 13:55 (vor 94 Tagen) @ Twindexx

Naja, ein Großteil der Auslandsverbindungen mit Schweizer Wagenmaterial geht doch nach Deutschland. Ganz wenig nach Österreich, und das war’s auch schon, oder? Da wäre es doch naheliegend, wenn die SBB Wagen einsetzen würde, die mit deutscher Technik kompatibel sind…


Naheliegend wäre, wenn man dort ansetzen würde, wo die Probleme entstehen. Das ist nicht in den Wagen, die fahren sonst ja überall problemlos.

Es gibt doch sicherlich Normen, die das Zusammenspiel von Wagen und Lokomotive regeln. Heißt das dann, dass die deutschen Lokomotiven nicht normgerecht sind? Oder sind die Normen ungenügend, sodass die Einhaltung der Normen keine Interoperabilität garantiert?

Frage dazu

Twindexx @, St. Gallen (CH), Sonntag, 18. Februar 2018, 14:10 (vor 94 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 18. Februar 2018, 14:11

Hoi,

Es gibt doch sicherlich Normen, die das Zusammenspiel von Wagen und Lokomotive regeln. Heißt das dann, dass die deutschen Lokomotiven nicht normgerecht sind? Oder sind die Normen ungenügend, sodass die Einhaltung der Normen keine Interoperabilität garantiert?

Das KIS soll wohl Störungen beim GSM-R in DB-Loks verursachen. GSM-R ist aber nun wirklich europaweit genormt und das haben wir in der Schweiz auch, wohlgemerkt ohne solche Störungen.

Und bevor es das KIS gab, gab es schon immer wieder Probleme mit Klimaanlagen, WC und Türsystemen im Zusammenhang mit DB-Loks; dieselben Probleme traten offenbar auch an tschechischen Wagen mit DB-Loks auf. Ein exklusives Problem der SBB EC-Wagen ist hier also nicht auszumachen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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[image]

Seit Februar 2018 erfolgreich im Fahrgasteinsatz:
Mehr Informationen zum SBB FV-Dosto.

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Frecciarossa, Sonntag, 18. Februar 2018, 14:16 (vor 94 Tagen) @ Twindexx

Es gibt doch sicherlich Normen, die das Zusammenspiel von Wagen und Lokomotive regeln. Heißt das dann, dass die deutschen Lokomotiven nicht normgerecht sind? Oder sind die Normen ungenügend, sodass die Einhaltung der Normen keine Interoperabilität garantiert?


Das KIS soll wohl Störungen beim GSM-R in DB-Loks verursachen. GSM-R ist aber nun wirklich europaweit genormt und das haben wir in der Schweiz auch, wohlgemerkt ohne solche Störungen.

Und bevor es das KIS gab, gab es schon immer wieder Probleme mit Klimaanlagen, WC und Türsystemen im Zusammenhang mit DB-Loks; dieselben Probleme traten offenbar auch an tschechischen Wagen mit DB-Loks auf. Ein exklusives Problem der SBB EC-Wagen ist hier also nicht auszumachen.

Na gut, mit deutschen Wagen treten die Probleme aber offensichtlich nicht auf. Daher ja meine Vermutung, dass die Norm nicht ausreichend genau spezifiziert.

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