Auf Abwegen nach Ulm (mit 46 Bildern) (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Samstag, 10. Februar 2018, 09:59 (vor 186 Tagen)
bearbeitet von Krümelmonster, Samstag, 10. Februar 2018, 10:03

Liebes Forum,

weiter geht’s in chronologischer Reihenfolge mit meinen Reiseberichten. ;)

Da mir letztes Jahr Ende Januar langweilig war, aber das Wetter sehr schön, beschloss ich spontan, mal wieder eine zartrosa verrückte Bahntour zu unternehmen.
Los ging es zu zivilisierter Zeit um 8:30 Uhr in München mit dem Hamster gen Reutte in Tirol. An dem Tag war in Garmisch Ski-Weltcup. Ich finde die Berge zwar schön zum Anschauen und Radeln, aber als jemand, der im Plattland aufgewachsen ist, kann ich mit Wintersport nichts anfangen. Wegen des Weltcups füllte sich der Zug jedoch sehr ordentlich, es ging sehr international zu: Im 4er-Block neben mir saßen Ungarn, dahinter vier Amerikanisches Englisch sprechende Leute, von denen sich eine als Bayerin herausstellte. Und dann kamen die drei langbeinige Spanier und setzten sich in meinen Vierer, hmpf. Sie redeten laut, und sie redeten immer. Und sie lachten noch lauter.^^ Ehrlich, ich kann nicht sagen, ob die Lautsprecher im Zug bis Garmisch funktionierten, weil ich nichts Anderes als Spanisch hörte.^^ Bis Garmisch war der Zug komplett ausgelastet, in Garmisch stiegen 50 % der Leute aus, in Garmisch-Hausberg nochmal 47 %. Bis Reutte war dann fast nichts mehr los. Tendenziell ist auf dieser Strecke die in Fahrtrichtung linke Seite etwas schöner, aber ich hatte das Gegenlicht am Vormittag nicht bedacht.
Interessant: Auf der Fahrt wurde gleich dreimal mein Ticket kontrolliert. Das hatte selbst DB Fernverkehr bis dahin noch nie bei mir geschafft! Kurz vor Weilheim zangte der Münchner KiN alle Tickets, was die in Weilheim zusteigende KiNe nicht daran hinderte, alle Reisenden wenige min nochmal zu kontrollieren. In Garmisch war dann nochmal Wechsel. Auf Höhe der Grenze bremste der Hamster auf einmal abrupt ab und blieb stehen, Klimaanlage & Lichter gingen aus. Nach ein paar Minuten erwachte er wieder zum Leben und setzte sich in Bewegung, als ob nichts geschehen wäre. Eine Info dazu gab’s nicht. Diese Aktion brachte dem bisher pünktlichen (obwohl ja bis Garmisch sehr vollen) Zug + 6 ein. Beim Weiterzuckeln durch die österreichischen Dörfer ohne nennenswerten Fahrgastwechsel schaffte man noch, die Verspätung auf + 8 zu erhöhen. Auf meine Frage nach dem 9-min-Anschluss in Reutte meinte der KiN nur souverän: „Kriegen wir hin!“.
Aber die Landschaft dort unten war einfach nur ein Traum.
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1 Hamsterfahrt nach Österreich

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2 Der Starnberger See sieht in Wirklichkeit natürlich viiiel schöner aus!

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3 Das Murnauer Moor. Man suche es unter dem Schnee.

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4 & 5 Nun ist es endlich bergig

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6 Hier haben wir Garmisch-Partenkirchen schon hinter uns gelassen

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7 Und hier sind wir schon im Ösireich

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8 Die Strecke führt durch ein weites Tal

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9 Panoramablick im Fahrpreis inbegriffen

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10 Unten macht sich etwas Nebel breit.

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11 Idyllisch

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12 Kein Bahnhofsrätsel. Die Strecke gehört übrigens den ÖBB, dementsprechend stehen hier auch österreichische Bahnhofsschilder, obwohl hier nie ein österreichischer Personenzug lang kommt.

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13 Einfach nur schön!

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14 Noch mehr Berge

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15 Wie man erkennt, fahren wir nicht mehr durchs Tal, sondern klettern den Hang hoch.

Direkt nach dem Ausstieg in Reutte in Tirol verkündete die Blechelse stolz: „RE nach Kempten fährt jetzt ab!“, doch ich und zwei weitere Reisende (also ein Großteil der Fahrgäste des angekommenen Zuges^^) konnten noch unbehelligt einsteigen, wobei wir die Auslastung des RE ungefähr verdoppelten. Wirklich voll wurde der Desiro bis Kempten auch nicht. Die Geschwindigkeit war zwar nervenaufreibend niedrig, dafür gab es sehr schöne Fotomotive…
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16 … zum Beispiel dieses hier.

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17 Gefrorener Bach nahe der Grenze

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18 Blick aus Deutschland zurück nach Österreich

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19 Das ganze nochmal im Detail

Kempten wurde pünktlich erreicht, doch bis es im Regiowackel weiter ging, mussten wir noch ein paar min auf Reisende aus einem anderen Regiowackel warten. Eigentlich mag ich die 612er ja nicht, weil sie gefühlt permanent irgendwie wackeln, doch diesmal war es zum Glück nicht so. Die Strecke nach Ulm führte meist schnurgerade und war landschaftlich so unspektakulär, dass ich sogar ein paar Mal wegnickte – es war ja auch Zeit für das Mittagstief.
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20 Desiro aus Reutte in Kempten-Hbf. Das ist nur ein Beweisbild ohne großartige fotografische Qualitäten.

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21 Regiowackel nach Ulm.

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22 Die meiste Zeit sah es so aus. Gähn…

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23 Regiowackel in Ulm. Und unten ich.

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24 Zwei Monster aus Jurassic Park haben den IC 118 gekapert und präsentieren ihre Beute stolz der Meute im Ulmer Hbf.

Ulm bietet eine beeindruckende Mischung aus wirklich schön und wirklich hässlich. Unter diesen Umständen komme ich sogar mit hässlichen Gebäuden klar. Eine große zusammenhängende Altstadt gibt es nicht, bloß immer wieder einzelne alte Ecken. Leider konnte man den teilweise eingerüsteten Münsterturm nur bis zur halben Höhe hochkraxeln, und ich weigerte mich, dafür den regulären Preis zu zahlen.
Hier einige Impressionen:
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25 Nichts Geringeres als der höchste Kirchturm der Welt

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26 Alt trifft Neu

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27 Haus mit gefallendem Giebel

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28 Haus mit verzückender Verzierung

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29 Altstadtgasse in der tiefstehenden Januar-Sonne

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30 - 32 Mehr aus der Kategorie Alt trifft Neu

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33 Das schönste an Neu-Ulm scheint die Aussicht auf (Alt-)Ulm zu sein.

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34 Links eher schönes Ulm, rechts nicht schönes Neu-Ulm

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35 An der Ulmer Donaupromenade

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36 Bald kommt man zum Gerberviertel mit vielen alten Fachwerkgebäuden

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37 & 38 Das Schiefe Haus, offiziell das schiefste Hotel der Welt – man beachte die Fenster!

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39 Das Schwörhaus

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40 Viele Augen

Ulm gehört natürlich nicht zu den schönsten Städten. Doch insgesamt konnte ich mich mit der Stadt durchaus anfreunden.
Irgendwann hatte ich die Wahl, entweder sofort zum Bahnhof zurückzugehen oder noch eine ganze Stunde zu warten. Da ich zwar im Schnelldurchlauf, aber schon durch nahezu die komplette Innenstadt getigert war, entschied ich mich für die sofortige Abreise. Beim Weg zum Bahnhof merkte ich, dass sogar noch ein Abstecher von Augsburg nach Ingolstadt zeitlich drin war, diese Strecke kannte ich nämlich auch noch nicht.
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41 Bei dem Wetter ist sogar die Strecke von Ulm nach Augsburg (im Regio normalerweise zäher als Kaugummi) schön!

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42 Mops in Augsburg

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43 Lint in Augsburg

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44 Sonnenuntergang im Grenzgebiet zwischen Schwaben und Oberbayern

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45 Lint in Ingolstadt

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46 Opa fährt uns nach München

Insgesamt bin ich an diesem Tag erlebnisreiche 515 km gefahren, davon 45 in Österreich. Verspätet war einzig der Hamster.

Es grüßt,
das Krümelmonster

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Vielen Dank

ICE1223-Limburg @, Im ICE, denn ich fahre gerne Bahn, Samstag, 10. Februar 2018, 12:45 (vor 186 Tagen) @ Krümelmonster

Moin,

danke für den Bericht, da hatteste aber klasse Wetter;))


Gruß aus Hamburg

--
"Aus einem Forum für Freunde der Eisenbahn ist in den letzten Jahren ein Eisenbahnhassforum geworden, stören tut es offensichtlich keinen - Leider wird man als Freund der Eisenbahn und gerne Fahrer hier nur noch runter gemacht..."

"Mops" und "Opa" sind mir als Tfz-Begriffe neu.

martarosenberg @, Deutschland -- Mitte-Ost und Nordwest., Sonntag, 11. Februar 2018, 12:09 (vor 185 Tagen) @ Krümelmonster

Hast Du die soeben erfunden?

Bzw.: Wie "erfinden" sich diese Begriffe? Wenn sie einer mal benutzt, oder erst wenn eine Zeitschrift sie benutzt, oder gibt es da ein inoffizielles "Gremium" ;)

kleine Sammelantwort

Krümelmonster @, München, Sonntag, 11. Februar 2018, 12:30 (vor 185 Tagen) @ martarosenberg

danke für den Bericht, da hatteste aber klasse Wetter;))

Naja, da ich ohne FV-Ticket und ohne Übernachtung unterwegs war, konnte ich das spontan machen. Für den Sonntag war super Wetter angekündigt, und ich dachte mir: 'Was machste? Nichts? Doch!'

"Mops" und "Opa" sind mir als Tfz-Begriffe neu.
Hast Du die soeben erfunden?

Mops kannte ich schon, ich weiß aber beim besten Willen nicht mehr, woher ich das hab. :D
Opa habe ich mir selbst ausgedacht, es war gar nicht speziell auf die 111 bezogen. Wobei, mit etwas Fantasie könnte 111 ja noch ein Alter sein. ;)
Ein paar Inspirationen habe ich aus dieser Übersicht.

Im übernächsten Bericht gibt's übrigens ein Gefährt zu gucken, das nächstes Jahr tatsächlich 111 Jahre alt wird. :)

Es grüßt,
das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!

Dank und tierische Tfz-Spitznamen

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 11. Februar 2018, 18:48 (vor 185 Tagen) @ Krümelmonster

Danke auch von mir! Im Außerfern war ich vor wimre zwei Jahren am 6. Januar unterwegs. War in dem Winter so ziemlich das einzige Mal, dass ich Schnee gesehen habe.
"Mops(gesicht)" als Spitzname für den 440 kenne ich auch, auch wenn er sich mir nicht gerade aufdrängt. Eine Sammlung tierischer Spitznamen habe ich hier zusammengestellt: http://www.janzbikowski.de/blog/tierische-zuege/ Wobei mir inzwischen eingefallen ist, dass "El Patito" da noch fehlt, wird demnächst ergänzt.

Grüße aus dem 885

Jan

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Weitere tierische Loks (im Ausland)

Meinrad aus Kanada @, Oakville, Canada, Montag, 12. Februar 2018, 01:08 (vor 185 Tagen) @ JanZ

In italien empfiehlt sich die E444 "Tartaruga" (Schildkroete) und die E656 "Caimano" (Kaiman = Alligator). Und dann natuerlich die Schweizerische Ce6/8 "Krokodil"...

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