Keine Priorität für die Bahn bei den Sondierungsgesprächen (Allgemeines Forum)

GUM @, Freitag, 12. Januar 2018, 16:46 (vor 10 Tagen)
bearbeitet von GUM, Freitag, 12. Januar 2018, 16:48

Liebe Community,

vor nicht einmal zwei Stunden sind die vorläufigen Ergebnisse der Sondierungsgespräche zur GroKo hereingekommen.

Einen Absatz für Verkehr und Infrastruktur möchte ich Euch nicht vorenthalten:

"Mobilität ist eine zentrale Grundlage für individuelle Freiheit und gesellschaftlichen Wohlstand, für wirtschaftliches Wachstum und für Arbeitsplätze in allen Regionen.
Wir wollen deshalb für alle Menschen in Deutschland eine moderne, saubere und
bezahlbare Mobilität organisieren und dabei die gesellschaftlichen Herausforderungen
wie demografischer Wandel, Urbanisierung, Anbindung ländlicher Räume und
Globalisierung meistern. Dazu werden wir unsere Infrastruktur weiter ausbauen und
modernisieren und die großen Chancen von digitalen Innovationen, wie automatisiertes
und vernetztes Fahren und von alternativen Antrieben auf allen Verkehrsträgern,
nutzen.

Wir werden den Investitionshochlauf auf einem Rekordniveau für die Verkehrsinvestitionen mindestens auf dem heutigen Niveau fortführen."
Quelle: Öffentlicher Verteiler einer Koalitionspartei.

Abgesehen von der Tatsache, dass es sprachlich noch holprig ist...

Der ganze erste Absatz befasst sich meiner Meinung nach mit einer weiteren Bevorzugung des Individualverkehrs bzw. der Automobilindustrie. Mir ist nicht klar wieso der Steuerzahler "automatisierte und vernetztes" Fahren fördern soll.

Das Wort "Bahn" ist überhaupt nicht zu finden. Und der letzte zitierte Satz bedeutet meiner Meinung nach nichts anderes als maximal Stagnation.

Eine Verkehrswende Richtung Bahn ist nicht zu sehen, lediglich - wenn überhaupt - der Erhalt des Status Quo.

Keine guten Aussichten für die Bahn also.

Liebe Grüße

GUM

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Keine Priorität für die Bahn bei den Sondierungsgesprächen

Paladin @, Hansestadt Rostock, Freitag, 12. Januar 2018, 16:53 (vor 10 Tagen) @ GUM

Der ganze erste Absatz befasst sich meiner Meinung nach mit einer weiteren Bevorzugung des Individualverkehrs bzw. der Automobilindustrie. Mir ist nicht klar wieso der Steuerzahler "automatisierte und vernetztes" Fahren fördern soll.

Ich persönlich verspreche mir von automatisiertem und vernetzten Fahren weniger Autos durch eine höhere durchschnittliche Auslastung sowie mehr Sicherheit auf den Straßen und Autobahnen.

Keine Priorität für die Bahn bei den Sondierungsgesprächen

Klaus @, Kassel, Freitag, 12. Januar 2018, 17:15 (vor 10 Tagen) @ GUM

Das ist Politgeschwurbel ohne jegliche konkrete Aussage.

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J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 13. Januar 2018, 01:11 (vor 10 Tagen) @ Klaus
bearbeitet von J-C, Samstag, 13. Januar 2018, 01:15

Ein Lorem ipsum besitzt genauso viel Inhalt wie die Passage, aus der im Startpost zitiert wurde.

Bloß ist das Latein bei einigen wohl eingerostet, deswegen hat der Politiker eine deutsche Version davon gemacht.

Aus dem Text kann man herauslesen:

  • Dass die Verantwortlichen der deutschen Sprache mächtig sind
  • Dass die Verantwortlichen Politiker sind
  • Dass die Verantwortlichen noch nicht wirklich was zu präsentieren haben.

--
[image]

Einspruch!

kimba2k @, Wuppertal-Frankfurt am Main, Samstag, 13. Januar 2018, 13:55 (vor 9 Tagen) @ J-C
bearbeitet von kimba2k, Samstag, 13. Januar 2018, 13:56

Aus dem Text kann man herauslesen:

  • Dass die Verantwortlichen der deutschen Sprache mächtig sind

Den Text haben die Verantwortlichen nicht selbst geschrieben, dafür haben sie doch speziell geschulte Verklausulierungsexperten, sogenannte BullshitBingoisten. :-)

Mal sehen:

  • Freiheit
  • Wohlstand
  • Wachstum
  • Arbeitsplätze

Wer bis jetzt, im ersten Jackpotsatz, noch kein Bingo auf dem Bullshitzettel hat, spielt um den normalen Tagesgewinn weiter:

  • saubere
  • bezahlbare
  • demografischer Wandel
  • Urbanisierung
  • Globalisierung

Na? Aber jetzt muss doch ein Bingo im Raum stehen? Nicht? Oh man.

Auf meinem Zettel fehlte nach dem ersten Satz nur "Nachhaltigkeit", da müssen sie noch ein wenig formulieren üben.

Was hast du denn erwartet?

Blaschke, Osnabrück, Freitag, 12. Januar 2018, 19:09 (vor 10 Tagen) @ GUM

Hallo.

Das Wort "Bahn" ist überhaupt nicht zu finden. Und der letzte zitierte Satz bedeutet meiner Meinung nach nichts anderes als maximal Stagnation.

Eine Verkehrswende Richtung Bahn ist nicht zu sehen, lediglich - wenn überhaupt - der Erhalt des Status Quo.

Keine guten Aussichten für die Bahn also.


Hast du ganz ernsthaft irgendwas anderes erwartet? Wo hierzulande hat denn die Eisenbahn eine mächtige Lobby? Und das sich die SPD massiv für die Eisenbahn engagiert, wäre ja mal was neues; auch Georg Leber wollte nur deswegen etwas Eisenbahn, damit die Straßen freier sind. Von der CDU/CSU mal ganz zu schweigen.

Und komm selbst Eisenbahnfans/-freaks/-sympathisanten mal mit Eisenbahnneubauten ...

Wir können froh sein, wenn in den nächsten Jahren der Status Quo erhalten bleibt. Ich bin schon gespannt, wenn Elektroautos mal in größerem Stil herumfahren und nebenan die Dieselmöhre auf der Nebenstrecke brummelt. Und das Auto selbst fahren lassen, trägt sicher nicht zum Umstieg auf die Eisenbahn bei.

Schöne Grüße von

jörg

--
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Was hast du denn erwartet?

moonglum ⌂ @, Hagen, Samstag, 13. Januar 2018, 12:57 (vor 9 Tagen) @ Blaschke

Exakt so ist es!

--
Schöne Grüße,
bevorzugt aus den EC 6/7/8/9, ICE 102, 103 und 515
Web: www.bio12code-institut.eu
Foto: EC9 in Wuppertal Hbf
(Gewitterumleitung 15.6.14)
[img]http://abload.de/img/img_4408g6yu6.jpg[/

Ich hatte MEHR erwartet....

GUM @, Montag, 15. Januar 2018, 10:26 (vor 7 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von GUM, Montag, 15. Januar 2018, 10:28

Hallo.

Das Wort "Bahn" ist überhaupt nicht zu finden. Und der letzte zitierte Satz bedeutet meiner Meinung nach nichts anderes als maximal Stagnation.

Eine Verkehrswende Richtung Bahn ist nicht zu sehen, lediglich - wenn überhaupt - der Erhalt des Status Quo.

Keine guten Aussichten für die Bahn also.

Hast du ganz ernsthaft irgendwas anderes erwartet? Wo hierzulande hat denn die Eisenbahn eine mächtige Lobby?

Auch wenn ich mich jetzt dem Vorwurf der Naivität stellen muss: Ja, ich hatte mehr erwartet.

Überlege mit welchem Milliardenaufwand minimalste Einsparungen beim Energieverbrauch von Gebäuden gefördert werden. Und dann sind die Gebäude so dicht, dass wieder neue Fenster mit einem kleinen Luftdurchlass eingebaut werden, weil sonst Schimmelbildung droht.

Manche Wohnbaugesellschaften reiben sich in Presseartikeln die Augen: Die "sanierten" Gebäude verbrauchen gar nicht so wenig Energie wie gedacht, wenn man den mehrjährigen Vergleich nimmt. Oder drei unterschiedliche Dämmungs-/Nichtneudämmungs-Varianten vergleicht.

Aber ein Verkehrsträger bleibt weiterhin außen vor: Das Automobil! Dessen Energieverbrauch wird durch vernetztes Fahren sogar noch erhöht.

Eine Wohneinheit stößt viel weniger CO2 aus, als das KFZ.

Wo bei der Bahn ja bei gleichem CO2-Ausstoss ein zigfaches an Personenkilometern gefahren werden kann.

Deshalb meinte ich: Wer Kyoto-Protokoll etc. ernst nimmt, der hätte zumindest in dieser (vorletzten) Legislatur-Periode einen Umweltakzent für die Bahn setzen sollen.

Und komm selbst Eisenbahnfans/-freaks/-sympathisanten mal mit Eisenbahnneubauten ...

Wir können froh sein, wenn in den nächsten Jahren der Status Quo erhalten bleibt.

Das sehe ich leider genauso.

Ich bin schon gespannt, wenn Elektroautos mal in größerem Stil herumfahren und nebenan die Dieselmöhre auf der Nebenstrecke brummelt. Und das Auto selbst fahren lassen, trägt sicher nicht zum Umstieg auf die Eisenbahn bei.

Das wird eine spannende Entwicklung. Sofern irgendwann die Haltbarkeit der Akkus gelöst ist, werden die leisen Elektroautos herumfahren. Bisher ist aber - glaube ich - nach 1.000 bis 1.500 Aufladungen Schluß weil die Batteriekapazität dann massiv nachlässt.

Und nur am Rande: Auch hier ist die Auto-Industrie um Jahrzehnte hinten, wenn man so an den 815/515 denkt.

Schöne Grüße von

jörg

Schöne Grüße von

GUM

--
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Immerhin kommt "Schienenverkehr" vor, ...

Obitwo, Trier / Braunschweig, Freitag, 12. Januar 2018, 19:22 (vor 10 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Obitwo, Freitag, 12. Januar 2018, 19:24

...wenn auch nur als Mittel zum Zweck:


Quelle: SPON


"Wir wollen Fahrverbote vermeiden und die Luftreinhaltung verbessern. Die Mobili-
tätspolitik ist dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet. Wir wollen die Klima-
ziele von Paris erreichen und dabei soziale Belange berücksichtigen, die Wettbe-
werbsfähigkeit der Industrie gewährleisten und bezahlbare Mobilität sicherstellen.

Dafür bedarf es eines ganzen Bündels von Maßnahmen, wie zum Beispiel der Förde-
rung von Elektromobilität, des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Schienen-
verkehrs
; effizienteren und sauberen Verbrennungsmotoren inklusive Nachrüstungen
sowie der Verstetigung der Mittel im Rahmen des Nationalen Forums Diesel. Wir set-
zen uns dabei für ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen von Bund, Ländern,
Kommunen, Unternehmen und Gewerkschaften ein."

Forderungen der Bahn-Lobby bei Sondierung berücksichtigt

Henrik @, Freitag, 12. Januar 2018, 22:55 (vor 10 Tagen) @ GUM

die vorläufigen Ergebnisse der Sondierungsgespräche zur GroKo hereingekommen.

Finale Fassung

Einen Absatz für Verkehr und Infrastruktur möchte ich Euch nicht vorenthalten:

"Mobilität ist eine zentrale Grundlage für individuelle Freiheit und gesellschaftlichen Wohlstand, für wirtschaftliches Wachstum und für Arbeitsplätze in allen Regionen.
Wir wollen deshalb für alle Menschen in Deutschland eine moderne, saubere und
bezahlbare Mobilität organisieren und dabei die gesellschaftlichen Herausforderungen
wie demografischer Wandel, Urbanisierung, Anbindung ländlicher Räume und
Globalisierung meistern. Dazu werden wir unsere Infrastruktur weiter ausbauen und
modernisieren und die großen Chancen von digitalen Innovationen, wie automatisiertes
und vernetztes Fahren und von alternativen Antrieben auf allen Verkehrsträgern,
nutzen.

Wir werden den Investitionshochlauf auf einem Rekordniveau für die Verkehrsinvestitionen mindestens auf dem heutigen Niveau fortführen."
Quelle: Öffentlicher Verteiler einer Koalitionspartei.

https://www.tagesschau.de/inland/ergebnis-sondierungen-101.pdf

https://www.cdu.de/artikel/ergebnisse-der-sondierungsgespraeche-von-cdu-csu-und-spd

Abgesehen von der Tatsache, dass es sprachlich noch holprig ist...

Der ganze erste Absatz befasst sich meiner Meinung nach mit einer weiteren Bevorzugung des Individualverkehrs bzw. der Automobilindustrie.

"saubere und bezahlbare Mobilität" liest sich aber alles andere als nach Straßenverkehr, erst recht nicht dem heutigen. das ist schon ein sehr heftiger Seitenhieb, ne schallende Ohrfeige.

"gesellschaftlichen Herausforderungen wie demografischer Wandel, Urbanisierung, Anbindung ländlicher Räume" passt ebenso wenig auf den Straßenverkehr.

Mir ist nicht klar wieso der Steuerzahler "automatisierte und vernetztes" Fahren fördern soll.

weils genau dort so einiges zu erforschen gibt,
eine der drei Kernforderungen der Bahn-Lobby, der acht Verbände der deutschen Eisenbahnbranche,

Nationales Förderprogramm Schiene 4.0

Das Wort "Bahn" ist überhaupt nicht zu finden.

also "Autobahn" eben sowenig. ;)
("Straße" auch nicht)
es ist ein Sondierungspapier, mehr nicht.
Hinsichtlich "Bahn" gabs zwischen diesen Parteien nun nicht die großen Differenzen,
daran wäre diese Sondierung nicht gescheitert, wie ja auch die vorherige, die Jamaika-Sondierung nicht.
sämtliche dieser Parteien als auch Die Linke hatten im Großen die Kernforderungen der Bahn-Lobby in ihrem Wahlprogramm mit eingeschlossen.

http://bahnindustrie.info/../parteiübergreifender_konsens_für_neue_bahnpolitik_des_bundes/

Und der letzte zitierte Satz bedeutet meiner Meinung nach nichts anderes als maximal Stagnation.

"mindestens auf dem heutigen Niveau fortführen." heißt mindestens, nicht höchstens. ;)
bei diesen Parteien war aber auch nichts anderes zu erwarten, hatte genau sie schließlich in der vergangenen Legislaturperiode das Rekordinvestitionsniveau im Bereich Schiene erreicht und bereits eine weitere nochmalige Erhöhung deutlich in Aussicht gestellt. Auch hier ging ja Jamaika in die gleiche Richtung.
Im Laufe des Jahre steht Start der Verhandlungen für LuFV III an (ab 2020).

Eine Verkehrswende Richtung Bahn ist nicht zu sehen, lediglich - wenn überhaupt - der Erhalt des Status Quo.

Keine guten Aussichten für die Bahn also.

Die Verkehrswende ist mit diesem Sondierungsergebnis weiterhin möglich,
bleibt aber abzuwarten, was sich aus ggf. anstehenden Koalitionsverhandlungen ergibt und dieses dann auch mindestens umgesetzt wird.

bis dahin ist jede Bahnlobby-Arbeit sehr hilfreich:

Für eine schnelle Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr: Bahnbranche wirbt mit Film bei der neuen Bundesregierung
VERÖFFENTLICHT AM 8. JAN 2018
http://bahnindustrie.info/de/presse/pressemitteilungen/detail/fuer_eine_schnelle_umsetz...

https://vimeo.com/250086569

Keine Priorität für die Bahn bei den Sondierungsgesprächen

JW, Samstag, 13. Januar 2018, 14:27 (vor 9 Tagen) @ GUM
bearbeitet von JW, Samstag, 13. Januar 2018, 14:29

Mir ist nicht klar wieso der Steuerzahler "automatisierte und vernetztes" Fahren fördern soll.

Weil man dadurch deutlich mehr Züge auf der vorhandenen Infrastruktur fahren lassen kann - und sich dies viel einfacher und schneller realisieren lässt als aufwändige Infrastrukturasubauten!

Keine Priorität ? nicht mal gleichstellung zum straßenbau

Oja, Samstag, 13. Januar 2018, 17:18 (vor 9 Tagen) @ GUM

Das Weiterso der Altparteien hält weder Ochs noch Esel auf…

Eine Umkehr ist mit den alten Beton- und einfalt- äh asfaltköppen nicht möglich!

Eine hoffnung hatte ich ja bei den linksparteien für thüringen und baden-w.

aber pustekuchen, die bestellen sogar noch ab!

Eher hat Indien bis 2023 ein komplett elektrifizierte streckennetz und das ganze schmalspurnetz umgespurt

https://en.wikipedia.org/wiki/Future_of_rail_transport_in_India#Track_electrification

Irgendwelche Belege für deine Behauptungen ?

Höllentalbahn @, Kirchzarten bei Freiburg, Samstag, 13. Januar 2018, 17:48 (vor 9 Tagen) @ Oja

Zumindest Baden-Württemberg hat in den letzten Jahren laut http://abbestellungen.spnv-deutschland.de/ nichts abbestellt, im Gegenteil das Angebot verbessert sich vielerorts

abbestellt nicht

Oja, Samstag, 13. Januar 2018, 17:54 (vor 9 Tagen) @ Höllentalbahn

aber wenn ich mir so anschaue wie schneckenmäßig es mit der Regionalstadtbahn Neckar-Alb vorangeht...
immerhin gibt es seit 7 Jahren einen angeblich bahnfreundlich Ministerpräsidenten...

aus meiner eigenen grünen vergangenheit kann ich nur sagen: die haben eine große öffnung im gesicht

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