Zur Südspitze Europas, Teil 1: Frankfurt–Andorra (m.v.B.) (Reiseberichte)

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:18 (vor 15 Tagen)

Wie jedes Jahr ging es für meine Frau und mich im September wieder Richtung Süden, natürlich mit der Bahn. Diesmal machten wir nicht in Katalonien halt, sondern drangen bis in den äußersten Süden Europas vor, woran ich Euch mal teilhaben lassen möchte. Ich hoffe, der kleine Bericht gefällt Euch, obwohl (oder gerade weil?) auch ein paar Sachen mit nur begrenztem Bahnbezug dabei sind.

Unsere Route (Bilder anklicken zum Vergrößern):

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Unser Fahrplan:



06.09. Frankfurt (Main) Hbf.    ab 12:58 Uhr   TGV 9552
       Paris Est                an 16:50 Uhr

07.09. Paris Montparnasse       ab 11:52 Uhr   TGV 8508
       Toulouse Matabiau        an 16:00 Uhr
                                ab 16:48 Uhr   TER 71479
       Andorre - L'Hospitalet   an 19:20 Uhr

10.09. Lleida Pirineus          ab 15:40 Uhr     R 15042
       Tarragona                an 17:29 Uhr

25.09. Camp de Tarragona        ab 09:05 Uhr   AVE 39990
       Antequera Santa Ana      an 14:02 Uhr
                                ab 14:40 Uhr    MD 13064
       Ronda                    an 15:45 Uhr

27.09. Ronda                    ab 12:21 Uhr   ATR 9366
       San Roque - La Línea     an 13:34 Uhr

29.09. Algeciras                ab 11:45 Uhr    MD 13065
       Antequera Santa Ana      an 14:35 Uhr
                                ab 15:00 Uhr   AVE 3991
       Barcelona Sants          an 20:22 Uhr

02.10. Barcelona Sants          ab 09:25 Uhr   TGV 9702
       Montpellier Saint Roch   an 12:20 Uhr
                                ab 14:11 Uhr   TGV 6882
       Lyon Part Dieu           an 16:04 Uhr

03.10. Lyon Part Dieu           ab 10:01 Uhr   TGV 9582
       Frankfurt (Main) Hbf.    an 15:58 Uhr

Nach Andorra mit der Bahn zu reisen ist gar nicht so einfach, um nicht zu sagen unmöglich, denn es gibt in Andorra keine Eisenbahn. Der nächstgelegene Bahnhof ist Andorre – L’Hospitalet in Frankreich. Die Station hieß früher L’Hospitalet-près-l’Andorre, so wie die Gemeinde, in der sie liegt, und wurde 2008 umbenannt. In der DB-Reiseauskunft steht noch der alte Name. Der Bahnhof wird von TER-Zügen aus Toulouse bedient sowie von einem Nachtzug der SNCF von Paris Austerlitz.

Wir trafen auf den Gegenzug nach Paris:

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Über letzteren gab es schon Einstellungsdiskussionen, aber derzeit verkehrt er wohl. Vom Bahnhof fährt zwei Mal am Tag ein Bus über die Grenze.

Doch zunächst einmal galt es, bis dort hin zu kommen. Man kann die Etappe, wenn man nur früh genug losfährt, als Tagestour schaffen. Wir fanden es aber entspannter, am Vorabend nach Paris zu fahren und in unserem Lieblins-Käsefondue-Restaurant einzukehren. Im (!) Bahnhofsgebäude von Paris Est fanden wir sogar noch ein halbwegs günstiges Hotel mit für Pariser Verhältnisse ausgesprochen großen Zimmern. Weiter ging es am nächsten Tag vom Bahnhof Montparnasse über die neue Schnellfahrstrecke nach Bordeaux und weiter nach Toulouse. Seit Eröffnung der neuen Strecke fahren hier TGV Duplex im inOui-Design mit dem Hinweis auf die neue, kürzere Fahrzeit zwischen Paris und Bordeaux.

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Die Strecke von Toulouse nach Andorre – L’Hospitalet ist landschaftlich ausgesprochen sehenswert, besonders ab Foix, wenn die Pyrenäen erklommen werden. Kurz vor dem Ziel fährt man noch, wie es sich für eine richtige Gebirgsbahn gehört, durch einen Kehrtunnel. Endpunkt der Strecke ist übrigens La Tour de Carol – Einveitg an der Grenze zu Katalonien.

Mit dem Bus fuhren wir nicht bis in die Hauptstadt Andorra la Vella durch, sondern zunächst nur bis el Tarter. Von dort ging es am nächsten Morgen erst zu Fuß bis zur nächsten Zwischenstation und dann noch mal mit dem Bus weiter.

Der erste Abschnitt führt über den „Cami del Gall“ …

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… von el Tarter über Sant Joan de Caselles, …

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… und den Wallfahrtsort Meritxell …

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… nach Encamp.

Wegen des Nationalfeiertags von Andorra, der Diada de Meritxell am 8. September, war ein Teil der Hauptstraße zwischen Meritxell und Encamp abgesperrt. Für unsere Wanderung sperrten freundliche andorranische Polizisten in prächtiger Feiertagsuniform auch noch die restliche Straße, damit wir bequem auf den Fußweg auf der anderen Straßenseite wechseln konnten.

Wegen Regens ließen wir die für den nächsten Tag geplante zweite Etappe der Wanderung ausfallen und fuhren mit dem Bus in die Hauptstadt Andorra la Vella. Ein Großteil dieser ist mit Geschäften und Einkaufszentren belegt. Die niedrigen Steuern machen Luxusartikel und Alkohol billig, wegen der Bedeutung von Andorra als Wintersport-Gebiet gibt es auch jede Menge Sportgeschäfte. Die historische Altstadt aber bildet einen Gegenpol zum hektischen Treiben in der Einkaufsmeile. Hier liegen Sehenswürdigkeiten wie das Casa de la Vall, der frühere Sitz des andorranischen Parlaments, …

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…, das neue Parlament, …

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… und die Nationalbibliothek.

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In Teil 2 geht es gleich weiter nach Tarragona.

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Viele Grüße!
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Zur Südspitze Europas, Teil 2: Andorra–Tarragona

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:37 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Von Andorra nach Tarragona stand natürlich auch erst mal eine Busfahrt an. Es gibt zwar direkte Fernbusse von Andorra la Vella an die Costa Daurada, aber wir entschieden uns für einen leichten Umweg über Lleida, da der direkte Bus für unseren Geschmack zu früh war. Um von Lleida nach Tarragona zu kommen gibt es einmal die Möglichkeit über die Schnellfahrstrecke mit dem AVE oder Avant zu fahren. Als Avant bezeichnet die spanische Bahn RENFE Mittelstreckenzüge mit nur einer Klasse, die auf den normalspurigen Schnellstrecken unterwegs sind. Das Rollmaterial für die Avant sind vierteilige Triebzüge der Baureihen 104 oder 114, die von den Pendolinos abgeleitet sind.

Da man allerdings mit den Avant nicht in Tarragona, sondern im Bahnhof Camp de Tarragona ankommt, der ziemlich weit außerhalb liegt, nahmen wir einen Regionalzug. Dort fahren Triebzüge der Baureihe 448. Die Strecke ist auf den meisten Abschnitten landschaftlich recht reizvoll. Auf dem letzten Stück ab Reus dominiert dann allerdings die chemische Industrie. Hier sehen wir einen 448, der von Barcelona, also aus der Gegenrichtung kommend, gleich Tarragona erreicht.

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Im Bahnhof Tarragona wird derzeit gebaut. Ein Gleis wurde herausgerissen und dafür der viel zu schmale Bahnsteig verbreitert. Während unseres Aufenthaltes waren die Baurarbeiten noch im Gange. Ein schon lange geplanter Neubauabschnitt von Camp de Tarragona in Richtung Valencia mit Spurwechseleinrichtung ist nach wie vor nur fast fertig. Ein geplanter neuer Bahnhof an diesem Neubauaschnitt, der zwischen Reus und Tarragona gelegen sein sollte, wurde auf Eis gelegt.

Die weitere Strecke von Tarragona nach Barcelona führt teils direkt am Mittelmeer entlang. Im Stadtgebiet Tarragona auf der anderen Seite das römische Amphitheater zu sehen. Auf den elektrifizierten Strecken werden die Talgo-Wagenzüge von der Baureihe 252 gezogen, die sowohl in einer Breit- als auch in einer Normalspurvariante vorhanden ist und die mit dem Ur-Eurosprinter, der deutschen 127, verwandt ist.

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Unser Aufenthalt in Tarragona war wieder abgestimmt mit dem Stadtfest Santa Tecla. Dort zeigten am 23.9. die Castellers der Stadt wieder ihre spektakulären Menschtürme. Für Kenner: Das auf dem Bild ist ein 2de9fm der Colla Jove Xiquets de Tarragona.

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Doch natürlich ging dieses Jahr, eine Woche und einen Tag vor dem geplanten Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens, nichts ohne Politik. Nach dem Singen der Nationalhymne Els Segadors rief die Menge „Votarem“ (Wir werden wählen!) und „Independència“ (Unabhängigkeit). Vom Dach des Rathauses wurde ein Transparent mit der Aufschrift „A Tarragona votarem“ (In Tarragona werden wir wählen.) aufhängt. Auch zum Schluss der Auftritte der Castellers wurde es noch einmal politisch. Traditionell werden nach den vier Runden der Castells noch Pilars (Säulen) aufgebaut, bei denen der Enxeneta (das Kind ganz oben) auf den Balkon des Rathauses hochgezogen wird. Dabei zeigte der auf dem Balkon stehende Casteller der Xiquets del Serallo das Democràcia-Banner.

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Am Abend des folgenden Tages sah das Rathaus übrigens so aus:

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Übrigens hat das von der Regierung in Madrid über Verbote und Websperren zensierte Motiv der Regionalregierung, das für das Referendum warb, Bahnbezug.

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Es war in der Tat nicht besonders schwer, herauszufinden, wo das Bild gemacht wurde. Dem geneigten Leser überlasse ich das hier als Bahnrätsel. :)

In Teil 3 geht es ganz ohne Politik weiter nach Andalusien.

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Viele Grüße!
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Zur Südspitze Europas, Teil 3: Tarragona–Ronda

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:47 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Neben all der Politik gibt es in Spanien natürlich immer noch viele unglaublich schöne Ort zu sehen. Einer davon ist Ronda in Andalusien. Die Stadt Ronda wurde von den Mauren auf einem steil aufragenden Felsen an der Schlucht El Tajo de Ronda des Flusses Guadalevin erbaut.

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Doch zunächst einmal wie man mit der Bahn nach Ronda gelangt: Die RENFE bietet durchgehende AVE-Hochgeschwindigkeitszüge von Barcelona nach Andalusien an, die nicht in Madrid halten. Die Züge werden in Cordoba geteilt und fahren nach Sevilla und Malaga weiter. Es werden die Talgo 350 oder Ente (Pato) genannten Triebzüge der Baureihe 112 eingesetzt. In der Preferente-Klasse wurde tageszeitgemäß Frühstück, natürlich auf Wunsch mit Cava, serviert. Wir nahmen am Camp de Tarragona den Zugteil nach Malaga und mussten in Antequera Santa Ana umsteigen.

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Der Bahnhof Antequera Santa Ana ist mitten im Nichts und dient eigentlich nur als Umsteigebahnhof. Die wichtigste Umsteigeverbindung war bisher die nach Granada. Allerdings wird dort momentan gebaut und eine normalspurige AVE-Anbindung entsteht. Deshalb wird derzeit nach Granada SEV gefahren. Unser Anschluss nach Ronda stand schon bereit.

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Die Baureihe 599 sind dreiteilige Mittelstrecken-Dieseltriebwagen mit nur einer Klasse.

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Der Zug ist aus Fahrgastsicht durchaus auch mittel komfortabel mit verstellbaren Sitzen und Steckdosen.

Der Fahrplan auf der eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke von Antequera Santa Ana über Ronda bis in Europas südlichste Großstadt Algeciras (Tarifa liegt noch ein wenig südlicher, hat aber nur 18.000 Einwohner) ist recht überschaubar. Es fahren drei Media-Distancia-(MD)-Zugpaare, die normalerweise nach Granada durchgebunden sind und zwei Altaria-Züge, die lokbespannt mit umspurbaren Talgo-Wagen von bzw. nach Madrid fahren. Diese Züge werden in Antequera Santa Ana umgespurt und die Lok wird gewechselt. Außerdem gibt es noch ein MD-Zugpaar von Malaga nur bis Ronda.

Doch nun noch zu Ronda selbst: Wie oben schon erwähnt, ist Ronda auf Felsen an einer Schlucht erbaut. Drei Brücken überspannen den Fluss. Die älteste ist die von den Mauren erbaute „Arabische Brücke“. Ebenfalls ursprünglich von den Mauren erbaut, dann während der Reconquista zerstört und von den Spanien wiedererrichtet ist die höher gelegene „Alte Brücke“.

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Die Spanier gründeten auf der anderen Seite der Schlucht einen neuen Stadtteil, das Marktviertel „El Mercadillo“. Im 18. Jhd. wurde die spektakulärste der drei Brücken erbaut, die Neue Brücke, die die Schlucht am höchsten Punkt überspannt.

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In der sehenswerten Altstadt befindet sich am Rathausplatz die Kirche Santa Maria la Mayor.

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Überwiegend wird die Altstadt von engen Gassen geprägt, die sich nur manchmal zu kleineren Plätzen weiten, wie hier an der Kirche Nuestra Señora de la Paz.

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Warum man Ronda auch zu den typischen weißen Dörfern Andalusiens zählen kann, erkennt man bei einem Rundgang sehr schnell. Ein Blick über die Schlucht von der Altstadt ins Marktviertel beweist das.

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Ronda muss man allein schon wegen der spektakulären Schlucht unbedingt gesehen haben! Da die Stadt nicht sehr groß ist, bietet sich an, sie als Tagesausflug zu besuchen, wenn man zum Beispiel in Granada oder Malaga übernachtet. Wir hatten sie als Station mit zwei Übernachtungen auf dem Weg nach Gibralter eingeplant. Wenn man länger bleibt, kann man Wanderungen oder Pferdetouren ins Umland unternehmen oder das Stadtmuseum besuchen. Mutige können – natürlich nur gesichert – die Schlucht mit einer Seilrutsche überwinden oder über in den Fels montierte eiserne Leitern erklimmen.

In Teil 4 geht es weiter nach Gibraltar.

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Viele Grüße!
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Zur Südspitze Europas, Teil 4: Ronda–Gibraltar

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:59 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

In Ronda (siehe Teil 3) hatten wir ein nettes, kleines Hotel mit Gleisblick.

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An einem Tag mit Wetter, wie man es sich für Andalusien nicht gerade vorstellt, bestiegen wir den auf der nicht elektrifizierten Strecke von einer Lok der Baureihe 334 aus dem Hause Vossloh Valencia gezogenen Altaria in Richtung Algeciras. Die 200 km/h Höchstgeschwindigkeit der Lok und der Wagen werden aber südlich von Antequera nicht mal ansatzweise gebraucht. Daneben steht noch der vorher aus Malaga angekommene MD.

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Die weitere Strecke von Ronda nach Algeciras verläuft, nach einem Abstieg über Kehrschleifen direkt hinter Ronda, landschaftlich schön in einem Flusstal.

Wir fuhren allerdings nicht bis zur Endstation, sondern nur bis San Roque-La Línea. Das ist der nächstgelegene Bahnhof zu Gibraltar. Die spanische Stadt direkt an der Grenze heißt La Línea de la Concepcíon. Der Bahnhof ist aber sehr weit außerhalb gelegen. Es gibt dort zwar eine Bushaltestelle, die wird aber nur recht selten bedient und nur dann, wenn man sie nicht braucht. Entweder nimmt man also so wie wir ein Taxi (bis zur Grenze 20 Minuten und 20–25 €) oder könnte nach etwas Fußweg (mit Gepäck nicht so empfehlenswert) die Bushaltestelle der Linie von Algeciras nach La Línea, die an einer Schnellstraße liegt, erreichen. Der Busbahnhof von La Línea liegt recht nah am Grenzübergang.

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Da Gibraltar, weil es bekanntermaßen eine Exklave des Vereinigten Königreichs ist, somit zwar (noch) zur EU, aber nicht zum Bereich des Schengener Abkommens (und außerdem auch nicht zum Zollgebiet der EU) gehört, gibt es Grenzkontrollen zwischen Spanien und Gibraltar. Den Grenzübergang überquert man am besten zu Fuß, denn grenzüberschreitende Buslinien gibt es nicht.

Da Gibraltar ziemlich klein ist, aber einen Flughafen hat, war kein Platz mehr für eine Zufahrtsstraße. Deswegen führt die Winston Churchill Avenue quer über die Landebahn. Der Überweg ist wie ein Bahnübergang gesichert.

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Wenn ein Flugzeug starten oder landen will, wird der Übergang geschlossen und es kommt sofort zu Staus. Die Schließzeiten sind verhältnismäßig lang, da zuerst ein Reinigungsfahrzeug die Landebahn und insbesondere den Bereich der Straßenkreuzung abfährt. Anschließend muss ein startendes Flugzeug vom Terminal erst noch zum Ende der Starbahn fahren und dort wenden. Ein Tunnel ist im Bau, um die Verkehrssituation zu entschärfen.

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Das Wahrzeichen ist natürlich der Felsen, …

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… auf dem die bekannten Berberaffen zuhause sind.

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Im übrigen beweisen die Wolken, die immer am Felsen hängen bleiben, ganz eindeutig, dass Gibraltar britisch ist, …

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… ebenso die Briefkästen.

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Gibraltar ist geprägt von seiner Vergangenheit (und Gegenwart) als Militärstützpunkt. Im Zentrum sind heute in ehemaligen Festungsanlagen am Grand Casemates Square Geschäfte und Fish and Chips Shops.

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Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Gibraltar zählt auch die Tropfsteinhöhle St. Michaels Cave, in der heute ein Konzertsaal untergebracht ist und die in wechselnden Farben beleuchtet wird.

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Um möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit zu erkunden, empfiehlt sich eine Taxi-Tour zum Felsen, der Preis beträgt pro Person etwa 25 £, inklusive der Eintrittsgelder für die Höhle und die alten, maurischen Befestigungsanlagen. Die Fahrer sind offiziell lizenziert und fungieren auch als Führer. Auf den Straßen durch den Naturpark am Felsen dürfen nur Taxis und Einheimische fahren, als Tourist ist man sonst auf die Seilbahn angewiesen, die allerdings auch verhältnismäßig teuer ist.

Auch wenn das britische Pfund gerade günstig steht, sollte man den Ratschlag, den man in diversen Reiseführern findet, lieber in Spanien zu übernachten, folgen. Hotels sind in Gibraltar sehr teuer, in Algeciras dagegen günstig. Außerdem mussten wir leider erkennen, dass man bei AirBnB in Gibraltar auch an sehr ranzlige Wohnungen geraten kann.

Die andalusische Großstadt Algeciras ist mit dem Bus etwa 45 Minuten von La Línea entfernt und hat auch einen Bahnhof.

In Teil 5 geht es nach Algeciras.

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Viele Grüße!
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Zur Südspitze Europas, Teil 5: Algeciras–Barcelona–Frankfurt

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 16:09 (vor 15 Tagen) @ mrhuss
bearbeitet von mrhuss, Sonntag, 08. Oktober 2017, 16:10

Eigentich hatten wir unsere Übernachtung für Gibraltar geplant, aber aus Gründen entschieden wir uns spontan dann doch um und für Algeciras. Dort sind die Hotels günstig. Algeciras selbst ist normalerweise mehr als Hafenstadt, auch für die Fähren nach Marokko und Ceuta, denn als touristisches Ziel bekannt, hat aber durchaus schöne Ecken. Dazu zählt zum Beispiel der zentrale Plaza Alta mit seinem Brunnen in der Mitte…

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… und den gekachelten Bänken, die die Geschichte von Don Quixote erzählen, natürlich nur echt mit dem sprichwörtlichen Kampf gegen die Windmühlen.

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In wenigen (keinen?) Reiseführern liest man über die schönen Sträßchen oberhalb des Plaza Alta.

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Bahnseitig ist Algeciras deswegen interessant, weil an der Einfahrt in den Hafen die südlichsten Gleise Europas liegen.

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Links geht es in den Hafen, auf der anderen Seite der ausgedehnten Container-Anlagen ragt der Felsen von Gibraltar empor.

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Der südlichste mit Personenzügen erreichbare Punkt in Europas Schienennetz ist der Bahnhof Algeciras. Das schöne Bahnhofsgebäude im alten Stil…

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… wurde durch einen Neubau abgelöst.

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Im Bahnhof stand eine Lok der Baureihe 333 der Güterzug-Sparte der RENFE abgestellt. Die Loks dieser Baureihe wurden zwischen 1974 und 1976 gebaut und in den 2000er-Jahren vollständig modernisiert, wobei sie auch ihr jetziges Aussehen erhalten haben.

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Wirklich viel Güterverkehr war nicht zu beobachten. Schließlich ist die Zulaufstrecke auch nicht elektrifiziert und eingleisig.

Es ist im Bahnhof eine Rampe für Autozüge vorhanden, auch wenn die wahrscheinlich schon lange nicht mehr benutzt wurde.

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Mit einem 599 verließen wir Algeciras und fuhren mit Umstieg in Antequera Santa Ana nach Barcelona, wo wir bis zum 2.10. blieben.

Wir hatten dort Gelegenheit, uns selbst einen Eindruck von den turbulenten Ereignissen des Referendums zu machen und Demonstrationen beider Seiten zu sehen. An dieser Stelle aber nur ein Foto vom Paulau de la Generalitat am Abend des 1.10., wo es zu diesem Zeitpunkt ruhig ist…

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… und von der Wahlparty auf dem Plaça Catalunya.

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Der weitere Rückweg nach Deutschland verlief dann eher unspektakulär. Wir fuhren von Barcelona mit TGV und Umstieg in Montpellier zu einem letzten Übernachtungsstop nach Lyon und am nächsten Tag von dort zurück nach Frankfurt. Die Sperrung der Rheintalbahn wegen der missglückten Tunnelarbeiten bei Rastatt war praktischerweise tags zuvor aufgehoben worden, so dass wir bequem die Heimat erreichten, wo uns jetzt der Herbst im Griff hat. Aber die vier ereignisreichen Wochen mit Sommerverlängerung waren toll!

Ich hoffe, der Bericht war soweit halbwegs interessant und es hat Euch gefallen.

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Viele Grüße!
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Vielen Dank!

ktmb @, iOS, Sonntag, 08. Oktober 2017, 16:14 (vor 15 Tagen) @ mrhuss
bearbeitet von ktmb, Sonntag, 08. Oktober 2017, 16:15

Vielen Dank für das Mitnehmen und Text und Bild!
Herzliche Grüße

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Übrigens sind die FDP und die AfD gegen mehr Fahrräder.

Zur Südspitze Europas, Teil 5: Algeciras–Barcelona–Frankfurt

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 08. Oktober 2017, 17:00 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Tolle Eindrücke, danke!

Gruß
Olaf

Wow, vielen Dank!

ICE1223-Limburg ⌂ @, FNS/FLIS/KHIS, Sonntag, 08. Oktober 2017, 17:32 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Sehr schöner Bericht, war super interessant:))

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ICE-TD - Erinnerung an die Baureihe 605

Abschied n-Wagen Schwarzwaldbahn

Meine ICE4 Bilanz: 3292 Km

TOP TOP TOP!!!!!

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 08. Oktober 2017, 18:37 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Hey.

Ich hoffe, der Bericht war soweit halbwegs interessant und es hat Euch gefallen.

Ja, außerordentlich! Ich krieg schon wieder Herzrasen :-)

Und der Felsen von Gibraltar wäre für mich als Ziel ja ideal: da kann ich mich ungestört zum Affen machen ... :-)

Vielen Dank für die Mühen und den Bericht!!!!

Schöne Grüße von

jörg

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Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Gràcies!/¡Gracias!

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 08. Oktober 2017, 18:39 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Vielen Dank für den interessanten Bericht! Andorra ist der letzte europäische Zwergstaat, der mir noch fehlt. Die Strecke von Toulouse nach Latour-de-Carol bin ich schon gefahren, aber der Abstecher war mir dann doch zu umständlich. Vielleicht schaffe ich es irgendwann mal dahin und auch nach Gibraltar (meines Wissens das einzige britische Gebiet, wo rechts gefahren wird?).

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Klasse Bericht! Danke! :)

sflori @, Sonntag, 08. Oktober 2017, 20:50 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

- kein Text -

Vielen Dank für den Bericht!

Freifahrtensammler, Sonntag, 08. Oktober 2017, 22:00 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

- kein Text -

Zur Südspitze Europas, Teil 5: Algeciras–Barcelona–Frankfurt

Splittergattung, Nordostsüdwestfalen, Sonntag, 08. Oktober 2017, 23:49 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Toller Bericht, danke!

Erinnert mich daran, dass ich schon seit einem Jahr (ja ja...) einen Reisebericht aus der Gegend in der Schublade liegen habe, vielleicht sollte ich den langsam mal veröffentlichen. Der und deiner würden sich ganz gut ergänzen, wir waren zwar in derselben Ecke unterwegs, aber haben doch sehr unterschiedliche Dinge angesehen ;-)

Zur Südspitze Europas, Sammelantwort

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Donnerstag, 19. Oktober 2017, 16:36 (vor 4 Tagen) @ Splittergattung

Zunächst mal mit etwas Verspätung allen noch vielen Dank für das positive Feedback!

Erinnert mich daran, dass ich schon seit einem Jahr (ja ja...) einen Reisebericht aus der Gegend in der Schublade liegen habe, vielleicht sollte ich den langsam mal veröffentlichen. Der und deiner würden sich ganz gut ergänzen, wir waren zwar in derselben Ecke unterwegs, aber haben doch sehr unterschiedliche Dinge angesehen ;-)

Dann bin ich mal weiter gespannt. :)

Zur Südspitze Europas, Sammelantwort

Splittergattung, Nordostsüdwestfalen, Freitag, 20. Oktober 2017, 19:53 (vor 3 Tagen) @ mrhuss

Zunächst mal mit etwas Verspätung allen noch vielen Dank für das positive Feedback!

Erinnert mich daran, dass ich schon seit einem Jahr (ja ja...) einen Reisebericht aus der Gegend in der Schublade liegen habe, vielleicht sollte ich den langsam mal veröffentlichen. Der und deiner würden sich ganz gut ergänzen, wir waren zwar in derselben Ecke unterwegs, aber haben doch sehr unterschiedliche Dinge angesehen ;-)


Dann bin ich mal weiter gespannt. :)

Teil 1 ist ja schon online, Teil 2 folgt vsl. morgen... :)

Zur Südspitze Europas, Sammelantwort

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Samstag, 21. Oktober 2017, 09:38 (vor 3 Tagen) @ Splittergattung

Zunächst mal mit etwas Verspätung allen noch vielen Dank für das positive Feedback!

Erinnert mich daran, dass ich schon seit einem Jahr (ja ja...) einen Reisebericht aus der Gegend in der Schublade liegen habe, vielleicht sollte ich den langsam mal veröffentlichen. Der und deiner würden sich ganz gut ergänzen, wir waren zwar in derselben Ecke unterwegs, aber haben doch sehr unterschiedliche Dinge angesehen ;-)


Dann bin ich mal weiter gespannt. :)


Teil 1 ist ja schon online, Teil 2 folgt vsl. morgen... :)

Danke für den Hinweis (und den Bericht natürlich), hätte ich ja fast übersehen!

Vielen Dank!

oppermad @, Wuppertal/Wunstorf, Montag, 09. Oktober 2017, 08:32 (vor 15 Tagen) @ mrhuss

Hallo,

eine geballte Ladung "Reisebericht", der mir aber sehr gefallen hat.Mir gefällt besonders der Blick über den Tellerrand hinaus; klar die Eisenbahn steht im Mittelpunkt, aber das drumherum finde ich auch sehr interessant, zumal ich bisher nicht ansatzweise in die Nähe eurer Reiseroute gekommen bin; abgesehen von der Strecke Frankfurt-Paris.

Viele Grüße,

Dirk (Sonntag nur auf der Stammstrecke Hannover-Wuppertal unterwegs gewesen, zur Abwechslung mit +80 ;-))

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Meine persönliche FGR-Olympiade seit 2011:
1. Platz DB Regio 201 Fälle,
2. Platz DB Fernverkehr 99 Fälle,
3. Platz NWB 12 Fälle,
4-5. Platz eurobahn und Westfalenbahn je 4 Fälle,
6-7. Platz metronom und erixx je 3 Fälle.

Zur Südspitze Europas, Teil 5: Algeciras–Barcelona–Frankfurt

Regiosprinter @, Dienstag, 10. Oktober 2017, 22:11 (vor 13 Tagen) @ mrhuss

Hallo,

auch von mir vielen Dank für den interessanten Bericht!

Wenn ihr schon in La Tour de Carol wart, habt ihr eine spannende Strecke versäumt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ligne_de_Cerdagne

Diese kann ich - besonders im offenen Aussichtswagen - nur empfehlen!

Viele Grüße
Klaus

Zur Südspitze Europas, Teil 5: Algeciras–Barcelona–Frankfurt

MC_Hans @, 8001376, Dienstag, 10. Oktober 2017, 23:49 (vor 13 Tagen) @ Regiosprinter

Wenn ihr schon in La Tour de Carol wart, habt ihr eine spannende Strecke versäumt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ligne_de_Cerdagne

Davon hat uns Andreas schon mal berichtet, siehe hier: http://www.ice-treff.de/index.php?id=378583

Viele Grüße

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"...und es genügt nicht zu wissen, an welchem Ende der Lötkolben heiß wird!"

[FR/AD] Busfahrplan Hospitalet–Andorra?

sb @, Freitag, 20. Oktober 2017, 00:34 (vor 4 Tagen) @ mrhuss
bearbeitet von sb, Freitag, 20. Oktober 2017, 00:34

Der nächstgelegene Bahnhof ist Andorre – L’Hospitalet in Frankreich.

Mit dem Bus fuhren wir nicht bis in die Hauptstadt Andorra la Vella durch, sondern zunächst nur bis el Tarter.

Vielen Dank für Deine interessanten Schilderungen, kenne die Gegend mit Ausnahme von Andorra bahnmäßig auch recht gut.

Habt Ihr von Frankreich nach Andorra den Bus von Montmantell genommen oder fährt da auch noch ein anderer Bus, vielleicht sogar öfter?

[FR/AD] Busfahrplan Hospitalet–Andorra

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Freitag, 20. Oktober 2017, 08:10 (vor 4 Tagen) @ sb
bearbeitet von mrhuss, Freitag, 20. Oktober 2017, 08:12

Vielen Dank für Deine interessanten Schilderungen, kenne die Gegend mit Ausnahme von Andorra bahnmäßig auch recht gut.

Bahnmäßig gibt es ja auch in Andorra nicht wirklich was zu kennen. ;)

Habt Ihr von Frankreich nach Andorra den Bus von Montmantell genommen oder fährt da auch noch ein anderer Bus, vielleicht sogar öfter?

Wir haben auch nur den gefunden. Vorsicht: Zumindest an dem Abend war es so, dass der Bus am Bahnhof L'Hospitalet direkt nachdem alle Fahrgäste (waren auch nur 5) umgestiegen waren los fuhr, also locker eine Viertelstunde vor Plan.

Richtung Frankreich haben wir ansonsten nur noch einen Bus eines anderen Anbieters nach Toulouse und Blagnac (Flughafen) gesehen. In Katalonien werden bedeutend mehr Ziele angefahren, sowohl von Montmantell als auch von den katalanischen Gesellschaften (z.B. ALSA, Hispano Igualadina und Plana).

Die Inlandsbusse fahren auch recht häufig und sind billig, aber vom Bahnhof nach Pas de la Casa will man nicht unbedingt laufen. :)

--
Viele Grüße!
[image]
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[FR/AD] Busfahrplan Hospitalet–Andorra

sb @, Freitag, 20. Oktober 2017, 17:00 (vor 3 Tagen) @ mrhuss

Herzlichen Dank für Deine ausführlichen und hilfreichen Hinweise.

Für mich ist völlig unverständlich, warum Andorra es trotz tollem inländischen Busnetz nicht schafft, die 12 km bis L'Hospitalet-près-l'Andorre ebenfalls regelmäßig an das Busnetz anzubinden – zumindest Zubringer zu allen dort in beiden Richtungen verkehrenden Züge.

Bei einer Verlängerung einer Buslinie ab Pas de la Casa bis Bahnhof L'Hospitalet-près-l'Andorre oder einer eigenen Pendelbuslinie braucht es im Fahrzeugpark höchstens einen Bus mehr; ferner braucht es in Frankreich nur einen Bushalt am Bahnhof von L'Hospitalet-près-l'Andorre, womit diese Buslinie in Frankreich alleine dem internationalen Verkehr dient und damit in Frankreich keine nationalen ÖV-Linien konkurrenziert.

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