Niederelbe: Kommunikationsproblem als Ursache für Kollision? (Allgemeines Forum)

SEE 238 @, ST/NI, Freitag, 14. Juli 2017, 10:38 (vor 133 Tagen)
bearbeitet von SEE 238, Freitag, 14. Juli 2017, 10:38

Sturmtief "Paul" hat am 22. Juni auch auf der Niederelbebahn für durch umgestürzte Bäume blockierte Schienenwege gesorgt. Unter anderem war der Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Himmelpforten und Hechthausen betroffen.
Kräfte der freiwilligen Feuerwehr rückten aus, um die Bäume aus dem Gleisbereich zu entfernen. Bevor sie diesen betraten, erbaten sie über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle eine Streckensperrung, welche kurze Zeit später von DB Netz in Hannover bestätigt worden sei.
Als die Feuerwehrleute bereits mit den Arbeiten auf den Schienen begonnen hatten, näherte sich unerwartet ein Metronom aus Richtung Cuxhaven der Einsatzstelle. Rechtzeitig bemerkt wurde dieser lediglich dank eines Sicherungspostens der Feuerwehr, sodass niemand verletzt wurde. Die Kollision des Zuges mit dem Baum konnte nicht mehr verhindert werden.

Die Aufarbeitung des Vorfalls bringt nun verschiedene Aussagen an den Tag. Laut Metronom-Sprecher Pamperin, der zunächst keine Kenntnis von einem Unfall hatte, sei die Strecke erst nach der Kollision gesperrt worden. Dem Triebfahrzeugführer zufolge sei die Feuerwehr zum Zeitpunkt der Kollision noch gar nicht vor Ort gewesen.

DB-Sprecher Meyer-Lovis erklärte hingegen, die Strecke sei gesperrt gewesen. Im gleichen Zug sagte er jedoch, dass der Fahrdienstleiter in Hechthausen dem Triebfahrzeugführer eine Erkundungsfahrt mit maximal 40 km/h erlaubt habe. Diese Anweisung steht offenbar aber nicht mit dem Feuerwehreinsatz in Verbindung, da sie bereits vor Fahrtantritt übermittelt worden sein soll.
Informationen über die gegenüber der Feuerwehr bestätigte Streckensperrung hätten dem Fahrdienstleiter in Hechthausen zum Zeitpunkt der Kollision nach Informationen der Zeitung nicht vorgelegen.

Im August oder September wolle die Bahn den Feuerwehrleuten eine Erklärung liefern.

Eine Sperrung der Gleise im Bereich des Bahnhofs Stade am gestrigen Abend verlief ohne etwaige Zwischenfälle. Zuvor war es zum Austritt von Epichlorhydrin aus einem Kesselwagen gekommen.

Quellen:
Tageblatt.de, zugangsbeschränkt
Kreiszeitung Wochenblatt, mit Bildern

Niederelbe: Kommunikationsproblem als Ursache für Kollision?

guru61, Freitag, 14. Juli 2017, 12:30 (vor 133 Tagen) @ SEE 238
bearbeitet von guru61, Freitag, 14. Juli 2017, 12:30


DB-Sprecher Meyer-Lovis erklärte hingegen, die Strecke sei gesperrt gewesen. Im gleichen Zug sagte er jedoch, dass der Fahrdienstleiter in Hechthausen dem Triebfahrzeugführer eine Erkundungsfahrt mit maximal 40 km/h erlaubt habe. Diese Anweisung steht offenbar aber nicht mit dem Feuerwehreinsatz in Verbindung, da sie bereits vor Fahrtantritt übermittelt worden sein soll.

Hallo
Wenn das stimmt, heisst das doch nichts anderes als "Fahrt auf Sicht"

Fahrt auf Sicht
den Sichtverhältnissen angepasste Fahrgeschwindigkeit, höchstens
40 km/h, sodass rechtzeitig vor einem auf Sichtdistanz erkennbaren
Hindernis angehalten werden kann. In Einzelfällen sehen die spezifischen
hoheitlichen Vorschriften abweichende Höchstgeschwindigkeiten vor

Oder ist das in Deutschland anders?
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Gruss Guru

Niederelbe: Kommunikationsproblem als Ursache für Kollision?

SEE 238 @, ST/NI, Freitag, 14. Juli 2017, 22:19 (vor 133 Tagen) @ guru61

Hallo
Wenn das stimmt, heisst das doch nichts anderes als "Fahrt auf Sicht"

Fahrt auf Sicht
den Sichtverhältnissen angepasste Fahrgeschwindigkeit, höchstens
40 km/h, sodass rechtzeitig vor einem auf Sichtdistanz erkennbaren
Hindernis angehalten werden kann. In Einzelfällen sehen die spezifischen
hoheitlichen Vorschriften abweichende Höchstgeschwindigkeiten vor

Oder ist das in Deutschland anders?
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Gruss Guru

Hallo,

ich denke auch mal, dass es sich um "Fahren auf Sicht" gehandelt hat.
Aber das scheint im gegebenen Fall wohl nicht richtig geklappt zu haben...

Beste Grüße
SEE 238

Niederelbe: Kommunikationsproblem als Ursache für Kollision?

guru61, Samstag, 15. Juli 2017, 08:32 (vor 133 Tagen) @ SEE 238


Hallo,

ich denke auch mal, dass es sich um "Fahren auf Sicht" gehandelt hat.
Aber das scheint im gegebenen Fall wohl nicht richtig geklappt zu haben...

Beste Grüße
SEE 238

Hallo

Ich denke, dass der Lokführer wohl ein ziemliches Problem hat.
Wenn ich das Bild 3 ansehe im Wochenblatt, dann hat sich der Lokführer nicht nur um ein paar Meter verbremst,sondern um fast eine ganze Wagenlänge!
Da hat die Feuerwehr besser reagiert:
Dass trotz Sperrung der Strecke ein Sicherheitswärter eingesetzt wurde, zeugt von hoher Professionalität!

Gruss Guru

Niederelbe: Kommunikationsproblem als Ursache für Kollision?

Manitou, Montag, 17. Juli 2017, 15:10 (vor 130 Tagen) @ guru61

Gilt für Erkundungfahrten nicht mehr die Regel Vorsichtbefehl (Befehl C), Grund: erster Zug nach Unwetter, Vmax 30 km/h?

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