Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut 3/6 m 77 B (Reiseberichte)

TD ⌂ @, Dienstag, 16. Mai 2017, 17:40 (vor 189 Tagen)

wilkommen zum dritten Teil unserer kleinen Rundfahrt durch Deutschland und Österreich. Im zweiten Teil waren wir von Tübingen nach Berlin gefahren und hatten dort eine Runde mit dem U-Bahn-Cabrio gedreht. Nun geht es von Berlin aus weiter Richtung Ostsee.

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Tag 3: Berlin – Stralsund – Barth – Zingst – Barth – Velgast – Rostock – Bad Kleinen – Lübeck – Puttgarden

Auf meiner Wunschliste für die Strecken- und Verbindungssammlung steht schon länger der Intercity „Lübecker Bucht“ von Burg auf Fehmarn nach Bayern. Wenn man aus dem tiefsten Süden kommt, liegen Berlin und Fehmarn in der gleichen Richtung, so dass sich das doch kombinieren lassen muss. Der „verkehrsübliche“ Weg von Berlin nach Fehmarn ist mir allerdings zu langweilig und da man mit einer Bereisung der Strecke von Velgast nach Barth besser auch nicht mehr allzu lange warten sollte, steht heute eine Tour durch den Nordosten auf dem Reiseplan.

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Und so starten wir am Berliner Hauptbahnhof mit dem RE 3 nach Stralsund. Für gut drei Stunden machen wir es uns im Oberdeck des Doppelstockwagens bequem.

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Durch den Barnim und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin fahren wir in die Uckermark, wo der Zug in Anklam die Peene quert.

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Weiter geht es durch das flache Land Vorpommerns, hier mit Blick auf das 500-Seelen-Dorf Ziehten mit der Marienkirche, einem Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert.

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Nach der Ankunft in Stralsund holen wir noch ein Außenbild des Zugs nach. Bis zur Weiterfahrt bleibt noch Zeit für einen kleine Runde durch den Bahnhof. Der Bahnhof des Jahres 2016 präsentiert sich in roter Ziegelstein-Gotik, innen stimmen zwei Wandgemälde die Besucher auf Stadt und Ostsee ein.

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Die Hansestadt steht heute jedoch nicht auf unserem Plan, hier waren wir vor zwei Jahren schon einmal (zum Reisebericht), stattdessen wollen wir nun die Bahnstrecke nach Barth befahren und besteigen den bereitstehenden UBB-Triebwagen.

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Auf der Hauptbahn Stralsund-Rostock fahren wir bis Velgast, dort zweigt die Stichstrecke nach Barth ab. Für gut 11 Kilometer führt die Strecke vom Geestrücken bei Velgast in Richtung Barther Bodden.

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Hier sind wir auch schon an der Endstation angekommen. Der Bahnhof Barth wurde 1888 eröffnet und entwickelte sich zum Mittelpunkt mehrerer Bahnstrecken, die normalspurige Darßbahn führte von hier weiter nach Prerow auf die Halbinsel Darß, die Franzburger Kreisbahnen betrieben eine Meterspurstrecke von Stralsund über Barth nach Damgarten, eine Bahn erschloss den Barther Hafen und auch zum nahegelegenen Flughafen gab es eine Gleisverbindung. Die Deutsche Reichsbahn brachte mit Schnellzugverbindungen Feriengäste nach Barth und zu den Ostseebädern, später gab es Interregioverbindungen von Frankfurt, Berlin und Chemnitz. Von dieser Herrlichkeit ist ein einzelnes Gleis am Hausbahnsteig übrig geblieben, das im Zweistundentakt von der UBB angefahren wird.

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Die Stadt Barth hat knapp 9.000 Einwohner und liegt am Südufer des Barther Boddens. Der Bahnhof befindet sich am Rand der Innenstadt, wir machen uns nun auf den Weg in Richtung Zentrum und Hafen.

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Der Marktplatz wird seinem Namen gerecht, ein paar Händler sind noch beim Abbauen der Verkaufsstände des Wochenmarkts. Das Stadtbild wird geprägt von der mächtigen Marienkirche in norddeutscher Backsteingotik, der Grundstein wurde um das Jahr 1250 gelegt, vollendet wurde die Kirche etwa zweihundert Jahre später.

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Bei der Reiseplanung hatte ich lange mit mir gerungen bezüglich der Aufenthaltszeit in Barth. Ich wollte nicht nur die Bahnstecke befahren, sondern auch einen Eindruck von Stadt und Hafen mitnehmen, hierfür schien mit der Wendezeit von 27 Minuten etwas knapp. Zweieinhalb Stunden hingegen kamen mir etwas lang vor. Und so kam ich schließlich auf die Idee, den längeren Aufenthalt zu wählen und die Zeit für eine Schiffsfahrt über den Barther Bodden nach Zingst zu nutzen und von dort mit dem Bus zurück an den Bahnhof von Barth zu fahren. Die Fahrzeit des Schiffs ist mit 45 Minuten angegeben, zwölf Minuten später fährt in Zingst der Bus ab und hat in Barth Anschluss an die UBB – das passt perfekt und wir kommen als Zugabe noch in den Genuss einer Schiffsfahrt. Auf dem Bild fährt gerade das Schiff in den Hafen von Barth ein.

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Als wir auf dem Schiff sitzen, werde ich etwas unruhig, denn zur veröffentlichten Abfahrtszeit steht die Mannschaft noch an Land und raucht gemütlich zu Ende. Mit fünf Minuten Verspätung legen wir schließlich ab – puh, damit schmilzt zwar die Übergangszeit auf den Bus, aber unser Plan geht auf. Hier der Blick vom Schiff auf die Marienkirche und die Hafenspeicher.

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Bevor wir die Hafenausfahrt erreichen, fällt der Mannschaft jedoch ein, dass man an Bord noch eine Kaffeekanne für die Gastronomie an Land hat. Also wird nochmals gewendet, mit dem Bug an den Anleger manövriert und die dämliche Kaffeekanne übergeben – womit gleichzeitig unser schöner Reiseplan kippt. Die Fahrt über den Barther Bodden kann ich jetzt nur eingeschränkt genießen.

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Der Barther Bodden ist eine Lagune zwischen der Halbinsel Zingst und dem Festland, der Sage nach soll hier die Stadt Vineta bei einem Sturmhochwasser untergangen sein. Durch den Zingster Strom fährt das Schiff nun zwischen der Insel Kirr und der Halbinsel Zingst zum Hafen von Zingst.

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Als das Schiff in Zingst anlegt, ist der Bus schon weg. Die Reederei wirbt auf ihrer Internetseite, die Fahrt zu einem Erlebnis zu machen. Nun, das stimmt - aber auf ein solches Erlebnis hätte ich dann doch gerne verzichtet.
Tja, was nun? Mit dem Schiff zurück nach Barth fahren und die Meisterleistung mit einem erneuten Fahrkartenkauf belohnen? Da warten wir lieber zwei Stunden auf den nächsten Bus, zumal der geplante Zug in Barth ohnehin nicht mehr zu erreichen ist.

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Nutzen wir die Zeit eben für eine kleine Spurensuche. Der Ort Zingst auf der gleichnamigen Halbinsel hatte einst einen Bahnanschluss durch die Darßbahn. Die Darßbahn führte von Barth über das Festland bis Bresewitz und über die Meiningenbrücke auf die Halbinsel nach Zingst und Prerow. Die Gleise auf der Halbinsel wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung demontiert und nicht mehr wieder aufgebaut.
Der Bahnhof Zingst wurde 1910 eröffnet, nach der Betriebseinstellung 1946 war er Lazarett, Gaststätte und Betriebsferienlager der Reichsbahn, heute präsentiert er sich historisch restauriert als Wirtshaus.

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Die restliche Zeit nutzen wir für einen Besuch am Strand und auf der Seebrücke, dann fahren wir schließlich mit dem Bus zurück nach Barth.

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Es geht gleich weiter...

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Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut - Fortsetzung 1

TD ⌂ @, Dienstag, 16. Mai 2017, 17:41 (vor 189 Tagen) @ TD

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Zwei Stunden später als geplant sind wir wieder am Bahnhof Barth. Der Bahnhof und die Bahnstrecke stehen vor einer ungewissen Zukunft. Einerseits gibt es Bestrebungen, den verbliebenen Streckenabschnitt der Darßbahn bis Prerow zu reaktivieren oder gar Pläne aus dem Jahr 1925 für einen Weiterbau bis Graal-Müritz zu verwirklichen – andererseits wurde der Personenverkehr zwischen Velgast und Barth vom Land nicht mehr ausgeschrieben und steht damit im Dezember 2017 vor der Einstellung.

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Insofern bin ich froh, zumindest die Strecke bis Barth jetzt in meiner Sammlung zu haben – sollte eines Tages die Darßbahn wieder in Betrieb gehen, komme ich gerne nochmals hierher. 1991 wurde die Strecke zwischen Velgast und Barth übrigens elektrifiziert, um Urlauberzüge durchbinden zu können. Nachdem die Infrastruktur von der UBB übernommen wurde, wurde die Fahrleitung jedoch wieder demontiert und der Personenverkehr wird seither mit Dieseltriebwagen abgewickelt.

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Auf dem Südabschnitt der Darßbahn fahren wir nun zurück, diesmal jedoch nur bis Velgast. Nach zwölf Minuten ist der dortige Bahnhof erreicht.

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Der Bahnhof Velgast wurde 1999 umgebaut, aus dieser Zeit stammt auch die neue Bahnsteigüberdachung. Laut Wikipedia soll die Konstruktion von Meinhard von Gerkan stammen, der als Architekt des Berliner Hauptbahnhofs bekannt ist.

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Velgast ist als Intercity-Halt auf der Strecke Stralsund-Rostock bekannt – und gehört mit knapp 1.800 Einwohnern wahrscheinlich zu den kleinsten Orten mit Fernverkehrshalt. Wir haben hier ausreichend Zeit für eine kleine Runde durch das Dorf.

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Die Dorfkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Fundamente und Mauern bestehen aus Feld- und Backsteinen und haben bis heute überdauert, ein hölzerner Kirchturm hingegen wurde 1695 wegen Baufälligkeit abgerissen, so dass die Christus-Kirche heute turmlos ist.

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Nun zurück an den Bahnhof. Einst begann auf dem Bahnhofsvorplatz noch die Franzburger Südbahn nach Tribsees, diese hat jedoch die Wende nicht überlebt, ein letzter Personenverkehr wurde 1995 durchgeführt und die Strecke danach abgebaut. Der Bahnhof Velgast wurde 1889 eröffnet, heute wirkt der Dorfbahnhof mit IC-Halt recht tot, es gibt offenbar nicht mal mehr einen Fahrkartenautomaten.

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Mit dem RE 9, dem Hanse-Express, fahren wir bis Rostock. Den Stadler-Flirt kenne ich von zu Hause als seehas am Bodensee, hier nun die rote Variante von der Ostsee.

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Auch der RE 1 von Rostock nach Hamburg trägt den Namen Hanse-Express, im luxuriösen Oberdeck des Doppelstockwagens fahren wir bis Bad Kleinen.

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Das hatte ich mir eigentlich anders gedacht. Dass die Sonne schon bei der Fahrt durch Westmecklenburg untergeht war so nicht geplant, stattdessen wollte ich eigentlich auch die Fahrt auf der mir noch unbekannten Bahnstrecke von Bad Kleinen nach Lübeck bei besserem Licht absolvieren.

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In Bad Kleinen steigen wir jedenfalls in den RE 4 um. Der Bahnsteig 3/4 des Bahnhofs geriet 1993 durch einen missglückten GSG-Einsatz zur Festnahme von RAF-Terroristen in die Schlagzeilen. Mit dem LINT fahren wir bis Lübeck.

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In Lübeck steht das letzte Umsteigen für den heutigen Tag auf dem Plan, wir fahren nun wiederum mit einem LINT auf die Ostseeinsel Fehmarn bis zur Endstation Puttgarden.

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Weitere Streckenbilder der Vogelfluglinie müssen wir uns jetzt eben für die Rückfahrt aufsparen. Bei diesem Bild sind wir schon am Bahnhof Puttgarden angekommen, wo unsere heutige Reise endet.

Es geht gleich weiter...

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Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut - Fortsetzung 2

TD ⌂ @, Dienstag, 16. Mai 2017, 17:43 (vor 189 Tagen) @ TD

Tag 4: Puttgarden - Burg - Nürnberg

So, nachdem wir gestern den ganzen Tag ausschließlich im Nahverkehr unterwegs waren, soll es heute wieder Fernverkehr geben, unser Ziel ist der IC „Lübecker Bucht“, der von Fehmarn-Burg nach Bayern fährt.

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Puttgarden ist hauptsächlich als Fährhafen an der Vogelfluglinie bekannt, der eigentliche Ort liegt etwas entfernt. Hier ein frühmorgendlicher Blick über die Insel Fehmarn.

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Durch das Fährterminal gelangt man zum Bahnsteig. Der Bahnhof Puttgarden wurde 1963 in Betrieb genommen und trug damals einen Großteil des Güter- und Personenverkehrs von und nach Skandinavien. Mit der Brücke über den Großen Belt hat die Vogelfluglinie den Güterverkehr verloren.

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Eigentlich wollte ich mir den Fährbetrieb in Puttgarden noch näher anschauen, aber das lässt unser Fahrplan diesmal nicht zu. Etwas Zeit für einen erneuten Besuch bleibt ja noch, bis die feste Fehmarnbelt-Querung den Fährbahnhof überflüssig macht – im Moment ist vom Jahr 2028 die Rede.

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Mit der Regionalbahn um 7.20 Uhr fahren wir nun zunächst nach Burg, sieben Minuten dauert die Fahrt über die Insel. Hier mit Blick auf den Fernmeldeturm Puttgarden, der mit 115 Metern das höchste Gebäude der Insel ist.

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Seit dem Jahr 2010 hat der Ort Burg auf Fehmarn wieder einen Haltepunkt, er trägt den Namen „Fehmarn-Burg“. Der Haltepunkt verfügt nur über einen Bahnsteig an einem Stumpfgleis, das über zwei Verbindungskurven an die Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden angebunden ist. Die Regionalzüge auf der Vogelfluglinie machen hier Kopf, so auch der LINT, mit dem wir eben angekommen sind.

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In Burg haben wir nun eineinhalb Stunden Zeit für ein Frühstück und eine Erkundung des Ortes. 2003 fusionierten alle Gemeinden der Insel zur Stadt Fehmarn, der Hauptort Burg mit etwa 6.000 Einwohnern ist somit nur noch ein Stadtteil. Das erklärt auch die DB-Namensgebung „Fehmarn-Burg“ für den Haltepunkt. Wobei – müsste der Bahnhof Puttgarden dann nicht auch „Fehmarn-Puttgarden“ heißen?

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Wir bummeln nun durch die Altstadt der „Inselhauptstadt“. Das Rathaus auf dem Marktplatz stammt aus dem Jahr 1901 und ersetzte einen spätmittelalterlichen Bau. Die St.-Nikolai-Kirche hingegen ist deutliche älter, Baubeginn für die dreischiffige Hallenkirche war um das Jahr 1230.

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Auf dem Rückweg zum Haltepunkt fällt uns dieses Gebäude ins Auge, es handelt sich um den ehemaligen Bahnhof aus dem Jahr 1905. Als Teil der Inselbahn besaß Burg bereits früher einen Bahnanschluss, dieser ging 1983 außer Betrieb. Der neue Haltepunkt liegt etwa 200 Meter weiter nördlich als der frühere Bahnhof. Das Gebäude wurde zuletzt gastronomisch genutzt, mittlerweile soll der alte Bahnhof abgerissen worden sein.

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So, und hier kommt nun der Anlass für den Besuch in Burg eingefahren: eine Lok der Baureihe 218 rollt mit dem Intercity an den Haltepunkt Fehmarn-Burg.

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Normalerweise fährt der Intercity „Lübecker Bucht“ von Burg bis Passau – wegen Bauarbeiten endet er an unserem Reisetag jedoch bereits in Nürnberg. Das wurmt mich etwas, denn wenn wir schon mit einem solchen Langläufer quer durchs Land fahren, möchte ich eigentlich auch den kompletten Laufweg mitnehmen. Aber gut, ich kann‘s nicht ändern und ein paar hundert Kilometer kommen auch so zusammen.

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Über die Fehmarnsundbrücke fahren wir auf das Festland und weiter durch das Oldenburger Land nach Lübeck, unterwegs kommen Ferienorte wie Sierksdorf, Haffkrug und Timmendorfer Strand zu Fernverkehrsehren.

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So ein Abteil ist eigentlich ja etwas Feines. Aber diesmal hat das Reservierungssystem kein Erbarmen mit uns und setzt uns zwei furchtbare alte Schachteln ins Abteil. Das Verlesen von Horoskopen sowie Klatsch und Tratsch aus der Regenbogenpresse ertrage ich ja noch, aber als die Damen dann auch noch Fachgespräche über die Gefahren des Bahnfahrens führen und davor warnen, dass der Lokfahrer so alleine auf der Lok ja schnell mal einschlafen könne...

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...ergreifen wir in Hamburg die Flucht. Der Zug wird hier um weitere Wagen verstärkt und wir finden ein ruhiges Plätzchen im neu beigestellten Großraumwagen.

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Beim Verlassen von Hamburg können wir mit der Ericusspitze in der HafenCity und dem Blick auf die Norderelbe noch etwas maritimes Flair genießen, dann geht es über Bremen...

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...Richtung Wiehengebirge, Teutoburger Wald, Münsterland und Bergisches Land nach Köln.

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Immer wieder schön: die Fahrt über die Mosel in Koblenz und die anschließende Strecke durch das Mittelrheintal.

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Hier sind wir schon am Main in Frankfurt angekommen, anschließend geht es durch den Spessart und über die Nantenbacher Kurve auf die Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg.

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Ein letztes Bild der Strecke gibt es von der Querung des Mains in Kitzingen, für weitere Bilder ist es dann zu dunkel. Der Zugbegleiter auf dem unterfränkischen Abschnitt ist überrascht und erstaunt, als er die Fahrkarte von Fehmarn-Burg sieht - dass tatsächlich jemand von der Ostsee bis Franken durchfährt, scheint ihm nicht oft unterzukommen.

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Der Zug hat unterwegs noch etwas Verspätung angesammelt und knapp 12 Stunden nach der Abfahrt auf Fehmarn sind wir in Nürnberg angekommen. Gut, dass man bei der Abfahrt von durchgebundenen Zügen mit großen Umwegen manchmal nicht den tatsächlichen Zielbahnhof angibt, kann ich ja noch verstehen. Aber warum verschweigt man bei der Ankunft den tatsächlichen Startbahnhof?

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So, nach der langen Bahnfahrt wollen wir uns bei einem Abendspaziergang noch etwas die Beine vertreten, von der Lorenzkirche...

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...vorbei am Heilig-Geist-Spital...

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...laufen wir zur Frauenkirche, dann beenden wir den heutigen Reisetag und damit auch diesen Teil des Reiseberichts. In den nächsten Tagen folgt der vierte Teil, dann geht es weiter in den Bayerischen Wald.

Viele Grüße

Tobias

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Vielen Dank!

ktmb @, iOS, Dienstag, 16. Mai 2017, 19:10 (vor 189 Tagen) @ TD
bearbeitet von ktmb, Dienstag, 16. Mai 2017, 19:12

Wow. Beeindruckend!

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Übrigens sind die FDP und die AfD gegen mehr Fahrräder.

Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut - Fortsetzung 2

brandenburger, Perleberg, Mittwoch, 17. Mai 2017, 10:21 (vor 188 Tagen) @ TD

Eigentlich wollte ich mir den Fährbetrieb in Puttgarden noch näher anschauen, aber das lässt unser Fahrplan diesmal nicht zu. Etwas Zeit für einen erneuten Besuch bleibt ja noch, bis die feste Fehmarnbelt-Querung den Fährbahnhof überflüssig macht – im Moment ist vom Jahr 2028 die Rede.

Hallo Tobias,

danke für den schönen Bericht!

Rechne besser nicht damit, dass bis 2028 in Puttgarden noch Fernzüge auf die Fähre fahren. Damit wird es vorbei sein, sobald der Ausbau der Strecke Lübeck-Puttgarden beginnt.

Dankeschön!

JeDi ⌂ @, überall und nirgendwo, Mittwoch, 17. Mai 2017, 10:59 (vor 188 Tagen) @ TD

In Burg haben wir nun eineinhalb Stunden Zeit für ein Frühstück und eine Erkundung des Ortes. 2003 fusionierten alle Gemeinden der Insel zur Stadt Fehmarn, der Hauptort Burg mit etwa 6.000 Einwohnern ist somit nur noch ein Stadtteil. Das erklärt auch die DB-Namensgebung „Fehmarn-Burg“ für den Haltepunkt. Wobei – müsste der Bahnhof Puttgarden dann nicht auch „Fehmarn-Puttgarden“ heißen?

Dafür gibts viele mögliche Erklärungen, von Bestandsschutz bis zum verschiedenen Betreiber (Burg gehört der AKN, und nicht der DB).

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Weg mit dem 4744!

Blaschi kommentiert gewohnt besserwisserisch... ;-)

Blaschke, Osnabrück, Dienstag, 16. Mai 2017, 20:49 (vor 188 Tagen) @ TD

Hallo!

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Hm... Die Uhr zeigt 8:15 Uhr. Nach aktuellem Fahrplan fährt der Zug um 8:17 Uhr. Ist da wer auf die letzte Sekunde noch die Treppe in die Gruft hinunter gestürzt?

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Hihi, fünf vor Zwölf. Wie passend .... ;-)

Als wir auf dem Schiff sitzen, werde ich etwas unruhig, denn zur veröffentlichten Abfahrtszeit steht die Mannschaft noch an Land und raucht gemütlich zu Ende. Mit fünf Minuten Verspätung legen wir schließlich ab (...) Bevor wir die Hafenausfahrt erreichen, fällt der Mannschaft jedoch ein, dass man an Bord noch eine Kaffeekanne für die Gastronomie an Land hat. Also wird nochmals gewendet, mit dem Bug an den Anleger manövriert und die dämliche Kaffeekanne übergeben – womit gleichzeitig unser schöner Reiseplan kippt. (...) Als das Schiff in Zingst anlegt, ist der Bus schon weg. Die Reederei wirbt auf ihrer Internetseite, die Fahrt zu einem Erlebnis zu machen. Nun, das stimmt - aber auf ein solches Erlebnis hätte ich dann doch gerne verzichtet.

Ja, die DDR lebt hier und da noch ...

Wenn der Lohn sicher ist und Aufstieg sich nicht lohnt und eh alle(s) gleich behandelt werden soll(en), dann kommt sowas dabei raus. Daran ist die DDR auch zugrunde gegangen - und das auch völlig zu Recht. Aber ganz chic, dass sich da selbst nach über 25 Jahren noch manche "Widerstandsnester" halten... Glückwunsch zum Volltreffer!

Der Barther Bodden ist eine Lagune zwischen der Halbinsel Zingst und dem Festland, der Sage nach soll hier die Stadt Vineta bei einem Sturmhochwasser untergangen sein.

YEAH! VINETA! Es klingt mir noch immer in den Ohren: Irgendwann mal, ganz früher mal, war ich mal in Berlin. Und fuhr mit der U-Bahn. Da wurde zumindest damals immer auch die Endstation mit angesagt - also wohin die Fuhre fährt. Ergo hieß es ständig "U 2 Vinetastraße". Ich hatte keinen blassen Schimmer, wer oder was dieses/dieser Vineta sein sollte. Google gab's damals noch nicht. Also wurde das Rätsel erst sehr viel später gelöst. Total irre. Aber es klingelt mir eben noch heute in den Ohren. "U 2 Vinetastraße!" YAP!

Die Dorfkirche [Velgasts] stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Fundamente und Mauern bestehen aus Feld- und Backsteinen und haben bis heute überdauert, ein hölzerner Kirchturm hingegen wurde 1695 wegen Baufälligkeit abgerissen (...)

Ähm, und da hat niemand protestiert damals? Und die Sanierung gefordert? Und auf den Denkmalschutz verwiesen? GOTT WAREN DAS BANAUSEN DAMALS!

Eigentlich wollte ich mir den Fährbetrieb in Puttgarden noch näher anschauen, aber das lässt unser Fahrplan diesmal nicht zu.

Der Fahrplan ganz sicher schon. Nur Dein Schlafbedürfnis vermutlich nicht. Denn Du hättest Dir ja die GANZE NACHT den Fährbetrieb anschauen können. Und sicherlich auch rübermachen können nach Dänemark.

2003 fusionierten alle Gemeinden der Insel zur Stadt Fehmarn, der Hauptort Burg mit etwa 6.000 Einwohnern ist somit nur noch ein Stadtteil. Das erklärt auch die DB-Namensgebung „Fehmarn-Burg“ für den Haltepunkt. Wobei – müsste der Bahnhof Puttgarden dann nicht auch „Fehmarn-Puttgarden“ heißen?

Natürlich! Aber dann kommen erst die Kosten-Nutzen-Rechnungs-Experten. Gut, die kann man noch überleben. Nur melden sich dann die Traditionalisten zu Wort! Und dann solltest Du schleunigst flüchten ...

Aber diesmal hat das Reservierungssystem kein Erbarmen mit uns und setzt uns zwei furchtbare alte Schachteln ins Abteil. Das Verlesen von Horoskopen sowie Klatsch und Tratsch aus der Regenbogenpresse ertrage ich ja noch, aber als die Damen dann auch noch Fachgespräche über die Gefahren des Bahnfahrens führen und davor warnen, dass der Lokfahrer so alleine auf der Lok ja schnell mal einschlafen könne...

Stimmt doch auch. Kann ja mal schnell passieren. Ist bestimmt auch schon mal passiert. Dass Du denen nicht Deine erlebten Horrorgeschichten erzählt hast. Wie der Lokführer in den Alpen bergab eingeschlafen ist, die Bremsen versagt haben und dann mitten auf der Talbrücke der Zug ins Schlingern kam.... Oder in Norddeich. Erst den Halt in Norddeich verpaßt und dann fast den an der Mole. Beinahe wäre der Zug wie in Puttgarden direkt auf's Schiff ... - nur ohne Gleis. Und immer warst DU der Retter, der in letzter Sekunde geistesgegenwärtig gehandelt hat. Da hättest Du die Ommas aber sowas von beeindruckt ...

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Der Zug wird hier um weitere Wagen verstärkt


Mitten im Hamburger Hauptbahnhof vor großem Publikum. Total anachronistisch. Und ein totales Sicherheitsrisiko! Was kann da nicht alles passieren. SOWAS GEHÖRT VOM EBA VERBOTEN!!!!

Bim Verlassen von Hamburg können wir (...) noch etwas maritimes Flair genießen, dann geht es über Bremen...Richtung Wiehengebirge, Teutoburger Wald, Münsterland und Bergisches Land nach Köln.


Ja, und wie immer wird Bremen erwähnt und Osnabrück nicht. Grrrrrrrrrrrr.


Schöne Grüße von

jörg

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Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)

Be-Ex kommentiert besserwisserische Blaschi Kommentare

Berlin-Express ⌂ @, nähe BPHD, Dienstag, 16. Mai 2017, 22:33 (vor 188 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von Berlin-Express, Dienstag, 16. Mai 2017, 22:34

Hm... Die Uhr zeigt 8:15 Uhr. Nach aktuellem Fahrplan fährt der Zug um 8:17 Uhr. Ist da wer auf die letzte Sekunde noch die Treppe in die Gruft hinunter gestürzt?

Wegen Bauarbeiten, letztes Jahr dürfte er noch 15 Minuten Zeit gehabt haben bis zur Abfahrt.

Hihi, fünf vor Zwölf. Wie passend .... ;-)

Du hast es aber echt auf die Uhren abgesehen

Ja, die DDR lebt hier und da noch ...

Wenn der Lohn sicher ist und Aufstieg sich nicht lohnt und eh alle(s) gleich behandelt werden soll(en), dann kommt sowas dabei raus. Daran ist die DDR auch zugrunde gegangen - und das auch völlig zu Recht. Aber ganz chic, dass sich da selbst nach über 25 Jahren noch manche "Widerstandsnester" halten... Glückwunsch zum Volltreffer!

Bei mir trödeln bisher ehr die Wessis ;).
Auf Fehmarn, der Bus von Burg nach Puttgarden kam schon mit +20 in Burg Bahnhof an, dort gab es noch eine kleine Zigarettenpause für den Fahrer, dann ging es gemütlich zum ICE-Bahnhof, mit +30 waren wir dann da.

Der Barther Bodden ist eine Lagune zwischen der Halbinsel Zingst und dem Festland, der Sage nach soll hier die Stadt Vineta bei einem Sturmhochwasser untergangen sein.


YEAH! VINETA! Es klingt mir noch immer in den Ohren: Irgendwann mal, ganz früher mal, war ich mal in Berlin. Und fuhr mit der U-Bahn. Da wurde zumindest damals immer auch die Endstation mit angesagt - also wohin die Fuhre fährt. Ergo hieß es ständig "U 2 Vinetastraße". Ich hatte keinen blassen Schimmer, wer oder was dieses/dieser Vineta sein sollte. Google gab's damals noch nicht. Also wurde das Rätsel erst sehr viel später gelöst. Total irre. Aber es klingelt mir eben noch heute in den Ohren. "U 2 Vinetastraße!" YAP!

War wohl vor meiner aktiven U-Bahn Zeit ;). Heute endet keine U-Bahn mehr planmäßig an der Vinetastraße, es geht jetzt immer eine Station weiter zum S+U Pankow.

Nur morgens, um 7:12 Uhr, gibt es noch Mo-Fr einen beginnenden Zug an der Vinetastraße, dafür fahr ich auch gerne etwas früher los.^^

Die Dorfkirche [Velgasts] stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Fundamente und Mauern bestehen aus Feld- und Backsteinen und haben bis heute überdauert, ein hölzerner Kirchturm hingegen wurde 1695 wegen Baufälligkeit abgerissen (...)


Ähm, und da hat niemand protestiert damals? Und die Sanierung gefordert? Und auf den Denkmalschutz verwiesen? GOTT WAREN DAS BANAUSEN DAMALS!

Früher war alles schlechter....

Eigentlich wollte ich mir den Fährbetrieb in Puttgarden noch näher anschauen, aber das lässt unser Fahrplan diesmal nicht zu.


Der Fahrplan ganz sicher schon. Nur Dein Schlafbedürfnis vermutlich nicht. Denn Du hättest Dir ja die GANZE NACHT den Fährbetrieb anschauen können. Und sicherlich auch rübermachen können nach Dänemark.

Gibt ja auch noch Arbeitsschutzmaßnahmen für unsern TD. Der trotz passender Strecke nicht mit "seinem" Zug gefahren ist.

Bim Verlassen von Hamburg können wir (...) noch etwas maritimes Flair genießen, dann geht es über Bremen...Richtung Wiehengebirge, Teutoburger Wald, Münsterland und Bergisches Land nach Köln.

Ja, und wie immer wird Bremen erwähnt und Osnabrück nicht. Grrrrrrrrrrrr.

Dass der Zug über Osnabrück fährt ist doch selbstverständlich. :)

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https://dbf.finalrewind.org/Berlin-Pankow-Heinersdorf?mode=single&hide_opts=1

Mein Kommentar

oppermad @, Wuppertal/Wunstorf, Mittwoch, 17. Mai 2017, 10:10 (vor 188 Tagen) @ Blaschke

Moin,

Aber diesmal hat das Reservierungssystem kein Erbarmen mit uns und setzt uns zwei furchtbare alte Schachteln ins Abteil. Das Verlesen von Horoskopen sowie Klatsch und Tratsch aus der Regenbogenpresse ertrage ich ja noch, aber als die Damen dann auch noch Fachgespräche über die Gefahren des Bahnfahrens führen und davor warnen, dass der Lokfahrer so alleine auf der Lok ja schnell mal einschlafen könne...


Stimmt doch auch. Kann ja mal schnell passieren. Ist bestimmt auch schon mal passiert. Dass Du denen nicht Deine erlebten Horrorgeschichten erzählt hast. Wie der Lokführer in den Alpen bergab eingeschlafen ist, die Bremsen versagt haben und dann mitten auf der Talbrücke der Zug ins Schlingern kam.... Oder in Norddeich. Erst den Halt in Norddeich verpaßt und dann fast den an der Mole. Beinahe wäre der Zug wie in Puttgarden direkt auf's Schiff ... - nur ohne Gleis. Und immer warst DU der Retter, der in letzter Sekunde geistesgegenwärtig gehandelt hat. Da hättest Du die Ommas aber sowas von beeindruckt ...

Oder mit Vergraulungsstrategie: Diese Horrorgeschichten könnte man noch ordentlich anreichern...
Wobei ich mir das in Norddeich nicht vorstellen kann: Da müsstet Du schon im richtigen Moment über das Molengleis rasen, um nach "Durchfahrt" durch das Empfangsgebäude noch genug Schwung zu haben, damit die ankommende/abfahrende Fähre noch "erreicht" wird und der Zug nicht nur wie ein Sandsack ins Meer fällt.

Ja, und wie immer wird Bremen erwähnt und Osnabrück nicht. Grrrrrrrrrrrr.

An Bremen könnte man recht einfach vorbeifahren, bei Osnabrück klappt das nicht!

Ansonsten danke ich für Bilder und Bericht!

Freundliche Grüße,

Dirk

--
Meine persönliche FGR-Olympiade seit 2011:
1. Platz DB Regio 201 Fälle,
2. Platz DB Fernverkehr 99 Fälle,
3. Platz NWB 12 Fälle,
4-5. Platz eurobahn und Westfalenbahn je 4 Fälle,
6-7. Platz metronom und erixx je 3 Fälle.

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