ICE International und Eurostar (ohne Bilder) (Reiseberichte)

Hustensaft @, Montag, 15. Mai 2017, 18:48 (vor 214 Tagen)

Mit dem Sparpreis Europa nach London und zurück – allerdings trotz frühzeitiger Buchung (rund 5 Monate Vorlauf) für knapp 180 Euro zuzüglich 9 Euro Reservierung.

Nach der Anreise mit Stadtbus und S-Bahn ging es am vergangenen Freitag mit 3 Minuten Verspätung um 10:46 Uhr mit dem ICE 16 los. Die erste Besonderheit gleich nach der Abfahrt: Ansagen in vier Sprachen (Deutsch, Niederländisch, Französisch und Englisch). Einwandfreie Fahrt bis Köln – und dort beginnt wieder das übliche Spiel „Wofür reservieren, für mich wird schon noch ein Plätzchen frei sein“.

Dennoch kommen wir pünktlich in Köln los und in Aachen an, wobei ich mich wundere, wie viele Leute ihr Geld in die ICE-Fahrkarte investieren – oder bauen die alle darauf, dass ob der Fülle des Zuges eine vollständige Fahrkartenkontrolle nicht möglich ist? Jedenfalls leert sich der Zug in Aachen wieder deutlich und kurz danach rollen wir über die belgische Grenze – und das merkt man nicht nur am plötzlichen Linksverkehr, an den Signalen und den Oberleitungsmasten, sondern, man möge mir das verzeihen, auch an der Bauweise der Häuser und dem Umstand, dass die parallele Autobahn durchgängig Laternenmasten aufweist sowie dem Umstand, dass es kein WLAN mehr gibt, man aber munter weiter in den Anzeigen im Wagen dafür wirbt (ebenso wir für Leihfahrräder, die BahnCard und mehr, alles in mehreren Sprachen). Nicht zu vergessen: Die Sprachreihenfolge ändert sich. Übrigens: Wer n-Wagen für altertümlich und nicht mehr zumutbar hält, sollte mal sehen, womit die Belgier sich teilweise noch begnügen müssen.

Der nächste Bahnhof ist Lüttich – und zumindest der Ansager im Zug wechselt ganz offenkundig, denn waren die Ansagen bis dahin weitgehend akzentfrei, kann der Ansager, der jetzt agiert, seine sprachliche Herkunft nicht leugnen. Zudem besticht der Bahnhof in Lüttich durch seine Architektur, wobei bei mir Zweifel ob der Tauglichkeit bezüglich des Windes bleiben; zwar sieht die Vorhalle in Kassel-Wilhelmshöhe anders aus, aber eine Vergleichbarkeit bezüglich dieses Problems würde mich nicht verwundern.

Pünktlich erreichen wir, nach einem Stopp in Brüssel Nord, Brüssel Midi – und dort kommen beim Anblick der Bahnhofsteils für den Eurostar sehr ungute Erinnerungen auf: Streng eingezäunt und mit verschlossenen Zäunen über den Gleisen, war da mal was mit DDR-Grenzübergangsstellen?

Die Beschilderung zum Eurostar-Eingang ist nicht ganz optimal, auch bei den Anschlusszügen wird der nicht erwähnt – obgleich durch die vorgeschriebene Eincheckzeit der zeitliche Abstand nicht wirklich groß ist. Wie eng man das sieht, erlebe ich später, als ich ein Gespräch auf dem Nachbarsitz höre, dass man im – eigentlich gebuchten – vorherigen Zug nicht mitfahren durfte, weil man (angeblich) erst eine Viertelstunde vor Abfahrt am Terminal gewesen sei. Jedenfalls fällt der Eurostar zunächst positiv auf: Die Ticketkontrolle erfolgt gleich beim Terminalzugang (war da früher mal was mit Bahnsteigsperren?) und durch den Reservierungszwang gibt es auch nicht die gewohnt-lästige Platzsuchkolonne. Aber nach der Ticketkontrolle erst der Sicherheits-Check: Wirklich alles was Metall hat, muss ausgezogen werden, Gürtel inclusive (wobei ich froh bin, dass ich als Mann nicht das BH-Problem habe, gleichwohl habe ich keine Frau gesehen, die den BH ausziehen musste). Es folgt die belgische Ausweiskontrolle (Ausreise aus dem Schengen-Raum) und wenige Meter weiter die britische Einreisekontrolle – und dann heißt es warten, denn der Zug darf erst 15 Minuten vor Abfahrt bestiegen werden.

Im Eurostar merke ich dann, wo die DB ihren Unsinn lernt: Wand-Fensterplätze, Sitze mit „Ohren“ (nur dumm, dass ich, obwohl mit 1,80 m nicht außergewöhnlich lang), mich nicht gerade setzen kann, weil es dann zwischen „Ohr“ und Schulter einen Konflikt gibt – wer, Sichwort ICE-Redesign, (ausgeprägte) Ohren an Sitzen gut findet, sollte daran denken, dass, siehe Eurostar, Züge längerfristig in Betrieb sind und die Menschen immer länger (und dicker) werden; aber die Eurostar-Züge haben alle schon (sichtbar) einige Jährchen auf dem Buckel. Abgefahren wird ganz pünktlich, die Ansagen erfolgen nur noch in drei Sprachen (jetzt ohne deutsch).

Nach einem Halt in Lille – merke, auch hier ändert sich die Sprachreihenfolge, schließlich sind wir in Frankreich, geht es noch ein ganzes Weilchen, bis ohne weiteren Hinweis die Einfahrt in den Eurotunnel erfolgt, die fast auf die Sekunde genau 20 Minuten dauert und von den clevereren Fahrgästen genutzt wird, um ihre Uhr zu stellen. Es folgt der Halt in Ebbsfleet, nun schon auf der Insel, selbstverständlich erfolgt die erste Ansage nun auf Englisch, wobei das offenkundig muttersprachlich-französische Team nicht besonders gut verständlich ist. Auf die Minute genau wird St. Pancras in London erreicht – und es geht zwar ohne Kontrolle weiter, aber leider durch die einstigen Kontrolleinrichtungen und nur über einen Ausgang, so dass es zu einem Rückstau kommt.

Von St. Pancras aus – Achtung: Die Beschilderung setzt Kenntnisse voraus, die man als Tourist nicht unbedingt hat! – geht es weiter mit dem Thameslink nach Redhill, wo ich mir die erste Verspätung des Tages einfahre – und eine Besonderheit kennenlerne, werben die doch damit, dass man aber einer Viertelstunde Verspätung den Fahrpreis zurückbekommt, explizit unterstützt durch die Aussage „ohne Fußnoten“; tja liebe DB, ich glaube, das kann ich nicht als Vorbild empfehlen, denn dann wäre in einem Vierteljahr nicht nur Locomore pleite ...

Zurück muss ich meinen Weg in Caterham starten, da Redhill an Sonntagen nicht bedient wird (gleichwohl fahren dort eine Menge Züge durch, liegt der Bahnhof doch an der Strecke zum Flughafen Gatwick). Vielleicht muss man wissen, dass es an (fast) allen Bahnhöfen automatische Ticketkontrollschleusen gibt, dazu immer mindestens eine Aufsichtsperson (die ggf. auch beim Fahrscheinkauf hilft), von ein oder zwei örtliche Aufsichten auf dem Bahnsteig ganz abgesehen. Auf die Minute erreiche ich London Victoria, von wo es mit der Tube weitergeht nach Kings Cross – der Bahnhof liegt keine 100 m von St. Pancras entfernt.

Dort die gleiche Prozedur wie in Brüssel – und doch anders:
Beim einchecken werde ich angehalten, weil es ein Problem gebe. Und jetzt liebe DB heißt es sehr gut aufpassen: In dem gebuchten Wagen ist die Klimaanlage defekt und ich bekomme ungefragt eine neue Reservierung in die Hand gedrückt, echt beeindruckend. Der Sicherheits-Check funktioniert hier auch mit Gürtel und ohne besondere Kontrolle des Laptops, dafür ist die Passkontrolle nicht optimal organisiert, insgesamt aber lockerer: So schnell, wie ich meinen Ausweis vom französischen Polizisten zurück hatte – ich glaube, ich halte da einen Rekord, bei allen anderen Passagieren vor und nach mir dauerte das signifikant länger. Besonders amüsant die Leute mit elektronischen Reisepässen: Die maschinelle Kontrolle zieht sich weitaus länger hin als der manuelle Check.

In St. Pancras sind die Wege zwar etwas weiter als in Brüssel, aber wir dürfen auch 5 Minuten früher in den Zug einsteigen. Pünktlich geht es los, Zwischenhalt in Ebbsfleet und hinein in den Tunnel. Diesmal direkt nach dem Tunnel ein Halt in Calais, dann wieder in Lille – und dort kommen wir erst mit 3 Minuten Verspätung los, zum ersten Mal auf der Fahrt fange ich an zu überlegen, wie viel Umsteigezeit ich in Brüssel habe. Dennoch erreichen wir Brüssel pünktlich und – auch hier kann sich die DB eine Scheibe abschneiden – bei den Anschlüssen wird mein ICE mit dem richtigen (trotz abweichenden Gleises) Gleis angesagt, dass klappt „zu Hause“ eher selten.

Was ist jetzt in Brüssel besser? Der Reisendenstrom teilt sich. Die Fahrgäste mit Anschlüssen nutzen den Rollweg nach unten, die übrigen Fahrgäste den Ausgang nach vorne. Der ICE 215 steht schon bereit, öffnet aber erst 7 Minuten vor Abfahrt die Türen – und was passiert: Die Platzsuch-Kolonne ist wieder unterwegs, ebenso sind wieder Leute trotz Reservierung im falschen Wagen, komisch, im Eurostar passiert das nicht. Gerade noch pünktlich fahren wir ab und sind rechtzeitig in Brüssel Nord, dort geht es aber zu spät los und kurz danach stehen wir – offenkundig mussten wir den Gegenzug abwarten. Mit bis zu 250 km/h geht es dann weiter nach Lüttich – komisch, mein letzter Informationsstand war, dass der ICE 3 unter Gleichstrom nur 220 km/h darf/kann –, wo wir dann trotzdem wieder pünktlich ankommen. Weiter nach Aachen – ab dort geht auch das WLAN wieder, ärgerlich, dass das auch in Belgien beworben wird – und Köln, weiterhin pünktlich. Nach Köln dann eine Fahrt durch alle Wetterzonen, von strahlend blau bis tief schwarz samt Regen ist alles dabei, aber irgendwie kann es ja nicht sein, dass es so ganz ohne Verspätung geht, kommen wir nach einem außerplanmäßigen Halt direkt vor dem Flughafen Fernbahnhof (der bei der Einfahrt vollkommen leer war) dennoch fast pünktlich an.

Weiter mit der Süwex und dem Stadtbus nach Hause – und viele neue Erkenntnisse gewonnen, über Dinge, die man andernorts bei der Bahn besser macht, aber auch, dass die Bahn dort teilweise erheblich teurer ist.

ICE International und Eurostar (ohne Bilder)

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Montag, 15. Mai 2017, 19:10 (vor 214 Tagen) @ Hustensaft

Danke für den Bericht! Ich habe die Tour schon ein paarmal gemacht, daher habe ich zwar nicht viel Neues erfahren, finde es aber interessant, wie andere das so erleben. Ein paar Anmerkungen noch:

Die Ticketkontrolle erfolgt gleich beim Terminalzugang (war da früher mal was mit Bahnsteigsperren?)

Hmm, ich bin 1999 das erste Mal mit dem EST gefahren, und auch da war es schon so, dass man den Fahrschein nur beim Check-in vorzeigen musste. Bei mindestens einer meiner Fahrten kam es allerdings vor, dass im Zug noch mal kontrolliert wurde, was wohl mit dem "Lille Loophole" zu tun hatte.

Von St. Pancras aus – Achtung: Die Beschilderung setzt Kenntnisse voraus, die man als Tourist nicht unbedingt hat! – geht es weiter mit dem Thameslink nach Redhill, wo ich mir die erste Verspätung des Tages einfahre – und eine Besonderheit kennenlerne, werben die doch damit, dass man aber einer Viertelstunde Verspätung den Fahrpreis zurückbekommt, explizit unterstützt durch die Aussage „ohne Fußnoten“; tja liebe DB, ich glaube, das kann ich nicht als Vorbild empfehlen, denn dann wäre in einem Vierteljahr nicht nur Locomore pleite ...

Das finde ich mutig, wo doch die Briten weder für die Pünktlichkeit ihrer Eisenbahn noch für fußnotenfreie Angebote bekannt sind.

Dort die gleiche Prozedur wie in Brüssel – und doch anders:
Beim einchecken werde ich angehalten, weil es ein Problem gebe. Und jetzt liebe DB heißt es sehr gut aufpassen: In dem gebuchten Wagen ist die Klimaanlage defekt und ich bekomme ungefragt eine neue Reservierung in die Hand gedrückt, echt beeindruckend.

Da würde mich mal interessieren, was sie machen, wenn der Platz in den übrigen Wagen nicht mehr reicht. Locomore hat mich übrigens auch automatisch umgebucht, als sie ein paar Tage vorher wussten, dass "mein" Wagen nicht fährt.

Was ist jetzt in Brüssel besser? Der Reisendenstrom teilt sich. Die Fahrgäste mit Anschlüssen nutzen den Rollweg nach unten, die übrigen Fahrgäste den Ausgang nach vorne. Der ICE 215 steht schon bereit, öffnet aber erst 7 Minuten vor Abfahrt die Türen – und was passiert: Die Platzsuch-Kolonne ist wieder unterwegs,

Nun, über die Vor- und Nachteile von Inklusivreservierungen und Reservierungspflicht wurde hier ja schon ausgiebig diskutiert. Zumindest von letzterer bin ich kein Freund.

ebenso sind wieder Leute trotz Reservierung im falschen Wagen, komisch, im Eurostar passiert das nicht.

Warum denn nicht bzw. warum waren die Leute im ICE im falschen Wagen? Fehler des Buchungssystems oder der Leute?

Mit bis zu 250 km/h geht es dann weiter nach Lüttich – komisch, mein letzter Informationsstand war, dass der ICE 3 unter Gleichstrom nur 220 km/h darf/kann –,

Die NBS hat doch Wechselstrom?

Weiter mit der Süwex und dem Stadtbus nach Hause – und viele neue Erkenntnisse gewonnen, über Dinge, die man andernorts bei der Bahn besser macht, aber auch, dass die Bahn dort teilweise erheblich teurer ist.

Danke noch mal dafür!

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Danke

ICE1223-Limburg ⌂ @, FNS/FLIS/KHIS, Montag, 15. Mai 2017, 19:47 (vor 214 Tagen) @ Hustensaft

Hallo,

danke für den Bericht, der auch ohne Bilder was hermacht.

Nach der Anreise mit Stadtbus und S-Bahn ging es am vergangenen Freitag mit 3 Minuten Verspätung um 10:46 Uhr mit dem ICE 16 los. Die erste Besonderheit gleich nach der Abfahrt: Ansagen in vier Sprachen (Deutsch, Niederländisch, Französisch und Englisch).

Ja die mehrsprachigen Ansagen haben was. Auch wenn ich 3 von 4 Sprachen verstehe wird die Ansage nicht langweilig:)

Übrigens: Wer n-Wagen für altertümlich und nicht mehr zumutbar hält, sollte mal sehen, womit die Belgier sich teilweise noch begnügen müssen.

Die guten alten Belgischen Schleudern AM 62-79. Die sind innen aber sehr schön modernisiert.

Der nächste Bahnhof ist Lüttich – und zumindest der Ansager im Zug wechselt ganz offenkundig, denn waren die Ansagen bis dahin weitgehend akzentfrei, kann der Ansager, der jetzt agiert, seine sprachliche Herkunft nicht leugnen. Zudem besticht der Bahnhof in Lüttich durch seine Architektur, wobei bei mir Zweifel ob der Tauglichkeit bezüglich des Windes bleiben; zwar sieht die Vorhalle in Kassel-Wilhelmshöhe anders aus, aber eine Vergleichbarkeit bezüglich dieses Problems würde mich nicht verwundern.

Lüttich/Luik/Liège-Guillemins ist einer, wenn nicht der schönste Bahnhof:))) Ich hatte dort bisher zum Glück noch nie starken Wind...

Pünktlich erreichen wir, nach einem Stopp in Brüssel Nord, Brüssel Midi – und dort kommen beim Anblick der Bahnhofsteils für den Eurostar sehr ungute Erinnerungen auf: Streng eingezäunt und mit verschlossenen Zäunen über den Gleisen, war da mal was mit DDR-Grenzübergangsstellen?

Kenne ich zum Glück nicht. Als ich 1997(zumindest die ersten bleibende Erinnerungen) erstmals in CZ war, waren dort ja schon harmlose Kontrolle eingeführt.

Aber nach der Ticketkontrolle erst der Sicherheits-Check: Wirklich alles was Metall hat, muss ausgezogen werden, Gürtel inclusive (wobei ich froh bin, dass ich als Mann nicht das BH-Problem habe, gleichwohl habe ich keine Frau gesehen, die den BH ausziehen musste). Es folgt die belgische Ausweiskontrolle (Ausreise aus dem Schengen-Raum) und wenige Meter weiter die britische Einreisekontrolle – und dann heißt es warten, denn der Zug darf erst 15 Minuten vor Abfahrt bestiegen werden.

War das echt so schlimm? Alles metallene musste abgelegt werden? Beim Gürtel wärs peinlich geworden, denn da hätte ich dort ohne Hose gestanden^^

Im Eurostar merke ich dann, wo die DB ihren Unsinn lernt: Wand-Fensterplätze, Sitze mit „Ohren“ (nur dumm, dass ich, obwohl mit 1,80 m nicht außergewöhnlich lang), mich nicht gerade setzen kann, weil es dann zwischen „Ohr“ und Schulter einen Konflikt gibt – wer, Sichwort ICE-Redesign, (ausgeprägte) Ohren an Sitzen gut findet, sollte daran denken, dass, siehe Eurostar, Züge längerfristig in Betrieb sind und die Menschen immer länger (und dicker) werden

Also die ICE3-Redesign Sitze haben für mich(ca. 1,90 m) die perfekte Größe um mich an den Ohren anzulehnen;-)

Nach einem Halt in Lille – merke, auch hier ändert sich die Sprachreihenfolge, schließlich sind wir in Frankreich, geht es noch ein ganzes Weilchen, bis ohne weiteren Hinweis die Einfahrt in den Eurotunnel erfolgt, die fast auf die Sekunde genau 20 Minuten dauert und von den clevereren Fahrgästen genutzt wird, um ihre Uhr zu stellen.

Da hätte ich nen Vorteil, da ich stets ohne uhr unterwegs bin brauch ich das nicht^^ Mein Smartes Phone macht das von alleine.

Mit bis zu 250 km/h geht es dann weiter nach Lüttich – komisch, mein letzter Informationsstand war, dass der ICE 3 unter Gleichstrom nur 220 km/h darf/kann

Wie JanZ schon anmerkte, die SFS(Sprich HSL 1, 2 und 3) sind mit 25 kV 50 Hz ~ elektrifiziert. Nur das normale Belgische Bahnnetz ist mit 3 kV = versehen.

Weiter mit der Süwex und dem Stadtbus nach Hause – und viele neue Erkenntnisse gewonnen, über Dinge, die man andernorts bei der Bahn besser macht, aber auch, dass die Bahn dort teilweise erheblich teurer ist.

Diese Eindrücke fehlen mir noch, da ich noch nicht auf der Insel war.


Gruß aus dem Taunus

--
musicus nein danke! Gegen den Verbleib des Trolls im Forum!

Erinnerung an den ICE-TD

Abschied n-Wagen Schwarzwald

ICE International und Eurostar (ohne Bilder)

ffz, Montag, 15. Mai 2017, 19:57 (vor 214 Tagen) @ Hustensaft

Mit dem Sparpreis Europa nach London und zurück – allerdings trotz frühzeitiger Buchung (rund 5 Monate Vorlauf) für knapp 180 Euro zuzüglich 9 Euro Reservierung.

180€ hin- und zurück 2. Klasse finde ich jetzt wenig erstaunlich, der Sparpreis Europa London hängt sowohl an den innerdeutschen Sparpreiskontingenten als auch an der Auslastung vom Eurostar. So als Tipp für das nächste Mal, die 1. Klasse ist oft nicht viel teurer, man hat aber mehr Platz, spart sich die Reservierungskosten und bekommt im Eurostar kostenlose Getränke und einen Imbiss.


Dennoch kommen wir pünktlich in Köln los und in Aachen an, wobei ich mich wundere, wie viele Leute ihr Geld in die ICE-Fahrkarte investieren – oder bauen die alle darauf, dass ob der Fülle des Zuges eine vollständige Fahrkartenkontrolle nicht möglich ist? Jedenfalls leert sich der Zug in Aachen wieder deutlich

Dass sich der Zug in Aachen noch mal merlich leert ist nicht ungewöhnlich, man ist mit einem Sparpreis teilweise güsntiger mit dem ICE von Köln nach Aachen gefahren wie mit dem RE, dem NRW-Tarif sei "Dank", wenn man noch ordentlich Nahverkehrsvorlauf oder Nachlauf einbaut.


Die Beschilderung zum Eurostar-Eingang ist nicht ganz optimal, auch bei den Anschlusszügen wird der nicht erwähnt – obgleich durch die vorgeschriebene Eincheckzeit der zeitliche Abstand nicht wirklich groß ist. Wie eng man das sieht, erlebe ich später, als ich ein Gespräch auf dem Nachbarsitz höre, dass man im – eigentlich gebuchten – vorherigen Zug nicht mitfahren durfte, weil man (angeblich) erst eine Viertelstunde vor Abfahrt am Terminal gewesen sei. Jedenfalls fällt der Eurostar zunächst positiv auf: Die Ticketkontrolle erfolgt gleich beim Terminalzugang (war da früher mal was mit Bahnsteigsperren?) und durch den Reservierungszwang gibt es auch nicht die gewohnt-lästige Platzsuchkolonne. Aber nach der Ticketkontrolle erst der Sicherheits-Check: Wirklich alles was Metall hat, muss ausgezogen werden, Gürtel inclusive (wobei ich froh bin, dass ich als Mann nicht das BH-Problem habe, gleichwohl habe ich keine Frau gesehen, die den BH ausziehen musste). Es folgt die belgische Ausweiskontrolle (Ausreise aus dem Schengen-Raum) und wenige Meter weiter die britische Einreisekontrolle – und dann heißt es warten, denn der Zug darf erst 15 Minuten vor Abfahrt bestiegen werden.

Beim 1. Mal in Brüssel Umsteigen habe ich auch etwas gesucht, jetzt weiß ich wie es geht und es ist kein wirkliches Problem. Wenn man es drauf anlegt und fix ist schafft man den Weg vom ICE zum Channel-Terminal in 5 Min. Wobei Eurostar mit dem Check-In auch mal auf einen verspäteten ICE/Thalys wartet bis zu 15 Min. Sonst wird man beim Eurostar sehr kulant umgebucht, sofern noch Platz vorhanden ist. Der Eurostar hatte noch nie Bahnsteigsperren, es gibt nur für die SNCF und Eurostar Fahrkarten die automatischen Zugangskontrollen, während die DB Tickets alle manuell eingecheckt werden müssen.


Im Eurostar merke ich dann, wo die DB ihren Unsinn lernt: Wand-Fensterplätze, Sitze mit „Ohren“ (nur dumm, dass ich, obwohl mit 1,80 m nicht außergewöhnlich lang), mich nicht gerade setzen kann, weil es dann zwischen „Ohr“ und Schulter einen Konflikt gibt – wer, Sichwort ICE-Redesign, (ausgeprägte) Ohren an Sitzen gut findet, sollte daran denken, dass, siehe Eurostar, Züge längerfristig in Betrieb sind und die Menschen immer länger (und dicker) werden; aber die Eurostar-Züge haben alle schon (sichtbar) einige Jährchen auf dem Buckel. Abgefahren wird ganz pünktlich, die Ansagen erfolgen nur noch in drei Sprachen (jetzt ohne deutsch).

Die Eurostars E300 werden gerade das 2. Mal redesignt und bekommen dabei neue Sitze, die man bei uns aus dem ICE 4 kennt.


Es folgt der Halt in Ebbsfleet, nun schon auf der Insel, selbstverständlich erfolgt die erste Ansage nun auf Englisch, wobei das offenkundig muttersprachlich-französische Team nicht besonders gut verständlich ist. Auf die Minute genau wird St. Pancras in London erreicht – und es geht zwar ohne Kontrolle weiter, aber leider durch die einstigen Kontrolleinrichtungen und nur über einen Ausgang, so dass es zu einem Rückstau kommt.

Das sind nicht die einstigen Kontrolleinrichtungen, sondern die werden bis heute genutzt nämlich zu Einreisekontrolle bei den Zügen aus Brüssel, bei denen unregelmäßig eine Vollkontrolle aller Passagiere erfolgt, manchmal nur Stichproben, manchmal gar nicht.

Von St. Pancras aus – Achtung: Die Beschilderung setzt Kenntnisse voraus, die man als Tourist nicht unbedingt hat! – geht es weiter mit dem Thameslink nach Redhill, wo ich mir die erste Verspätung des Tages einfahre – und eine Besonderheit kennenlerne, werben die doch damit, dass man aber einer Viertelstunde Verspätung den Fahrpreis zurückbekommt, explizit unterstützt durch die Aussage „ohne Fußnoten“; tja liebe DB, ich glaube, das kann ich nicht als Vorbild empfehlen, denn dann wäre in einem Vierteljahr nicht nur Locomore pleite ...

Das Delay-Repay gilt nur für britische Eisenbahnfahrkarten, nicht für Oyster und es gibt auch nur 10% vom Fahrpreis zurück und das auch nur, wenn das EVU die Verspätung zu vertreten hat und nicht bei höherer Gewalt, wie Streik, Unwetter,...
Sonstige Fahrgastrechte gibt es in GB nicht, es gibt keine bezahlte Übernachtung, wenn du deinen Anschluss verpasst und auch kein Taxi beim letzten Zug. Im Übrigen sind Fahrkarten in GB nur 1 Kalendertag plus die ersten 4 Stunden des Folgetages gültig, es gibt also keine langen Fahrtunterbrechungen.

In St. Pancras sind die Wege zwar etwas weiter als in Brüssel, aber wir dürfen auch 5 Minuten früher in den Zug einsteigen. Pünktlich geht es los, Zwischenhalt in Ebbsfleet und hinein in den Tunnel. Diesmal direkt nach dem Tunnel ein Halt in Calais, dann wieder in Lille – und dort kommen wir erst mit 3 Minuten Verspätung los, zum ersten Mal auf der Fahrt fange ich an zu überlegen, wie viel Umsteigezeit ich in Brüssel habe. Dennoch erreichen wir Brüssel pünktlich und – auch hier kann sich die DB eine Scheibe abschneiden – bei den Anschlüssen wird mein ICE mit dem richtigen (trotz abweichenden Gleises) Gleis angesagt, dass klappt „zu Hause“ eher selten.

Dafür wartet der ICE nicht auf einen verspäteten Eurostar, nicht mal 1 Minute, was sehr ärgerlich sein kann, da die Übergangszeit recht knapp ist. Den Eurostar gibt es nur in 3 Formen:
1) absolut pünktlich
2) mehr wie 30 Min verspätet, sodass der Anschluss sicher weg ist
3) im Totalausfall wegen Betriebseinstellung, Eurostar stellt gerne den Betrieb ein, wenn sich die Verspätungen zu sehr hoch schaukeln, die Fahrgastrechte sehen so aus, dass die Fahrkarte dann am nächsten Tag noch gilt, Unterkunft muss man selber zahlen.

Mit bis zu 250 km/h geht es dann weiter nach Lüttich – komisch, mein letzter Informationsstand war, dass der ICE 3 unter Gleichstrom nur 220 km/h darf/kann –, wo wir dann trotzdem wieder pünktlich ankommen.

Die LGV's/HSL's in Belgien sind mit 25kV/50Hz Wechselstrom elektrifiziert und als Zugsicherung mit TBL 2, bzw ETCS Level 2 ausgerüstet. Das merkt man auch weil beim Einfahren auf die LGV kruz die Klimaanlage aus geht und das Licht runter fährt.

Es gibt FGR in UK nur nicht in dem deutschen Umfang

Höllentalbahn @, Kirchzarten bei Freiburg, Montag, 15. Mai 2017, 21:38 (vor 214 Tagen) @ ffz

Es gibt FGR in UK nur anders als im deutschen Umfang

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Montag, 15. Mai 2017, 22:26 (vor 214 Tagen) @ Höllentalbahn

50% schon bei einer Stunde finde ich deutlich besser als die deutsche Lösung, dafür ist halt höhere Gewalt nicht drin.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

FGR Eurostar

RadExpress @, Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:49 (vor 211 Tagen) @ ffz

Bei meiner letzten Reise im Eurostart hat Eurostar extra zu den FGR einen Gutschein für eine gratis Fahrt bzw. 50% Rabatt für eine Hin-und Rückfahrt zur Verfügung gestellt. Grund waren 90min Verspätung in London.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum