ETCS auf 406? (war:NBS Aachen-Lüttich: Eröffnung 14.06.09?) (Allgemeines Forum)

sappiosa, Sonntag, 24. August 2008, 14:12 (vor 3618 Tagen) @ Jörg

Hallo Jörg,

Nach der Inbetriebnahme der SFS Brüssel-Lüttich 2002 hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis der ICE diese befahren durfte.


Ich meine mich Dunkel daran zu erinnern, dass damals die Hersteller nicht in der Lage waren die Technik für die entsprechende Anzahl von Zügen rechtzeitig zu liefern und einzubauen.

Es hat wohl technische Probleme gegeben, aber zumindest haben sehr viele im Umkreis der DB der SNCB vorgeworfen, sie übertreibe die Probleme drastisch, um die Zulassung bewusst zu verschleppen.
Fakt ist: Zunächst wurde der ICE in Belgien nicht für landesinternen Verkehr zugelassen, mit einer Fahrkarte von Brüssel nach Lüttich durfte man nicht den ICE nehmen (mittlerweile geht es, ich weiß nicht, seit wann). Dagegen hat m.W. von Anfang an die SNCF Fahrkarten für den ICE von Lorraine TGV nach Paris verkauft.


Derzeit! Ich gehe davon aus das entweder demnächst oder spätestens nach Abschluß der Baumaßnahmen erheblich mehr Züge auf dieser Strecke unterwegs sein werden.

Woraus schließt Du das?

So riesig ist die Nachfrage zwischen München und Paris nun auch nicht. Zudem bleibt auf Dauer das Flugzeug ein ernsthafter Konkurrent; die Fahrzeit wird man kaum unter 4,5 h drücken können, selbst mit allen noch geplanten Neubauten.

1. Weil es seitens der Fahrzeugausrüstung weniger Züge betrifft und damit deutlich billiger ist.

Wenn weitere Neubaustrecken in Deutschland nur noch mit ETCS ausgestattet werden, wird man früher oder später die anderen Züge eh umrüsten müssen.
Und selbst auf Mannheim-Forbach würde ich eigentlich erwarten, dass auch IC auf dieser Strecke die 200 ausfahren wollen.


2. Weil sie im Landesinneren liegt und man damit mehr Erfahrungen sammeln kann bezüglich Kompatibilität mit anderen bisher verwendeten Zugsicherungssystemen und in Verbindung mit anderen Zügen (Nah und Güterverkehr) die noch mit dem konventionellen Sicherungssystem fahren.

Erstens: Warum nimmt man dafür nicht Halle-Jüterbog?

Zweitens: Das kann doch nicht Grund genug sein, eine Übergangsphase von mehreren Jahren in Kauf zu nehmen, in der die DB mit einbrechenden Fahrgastzahlen und einem massiven Image-Schaden zu rechnen hat.

Es sähe doch so aus: Die DB braucht von Köln nach Brüssel eine halbe Stunde länger als die Konkurrenz, ohne dafür irgendeinen anderen Vorteil zu bieten. Und das allein deswegen, weil man einen Zug, der ausdrücklich für den internationalen Verkehr gedacht ist, nicht rechtzeitig ausgerüstet hat mit einer Zugsicherung, die ausdrücklich als internationaler Standard vorgeschrieben ist - obwohl die Inbetriebnahme der Strecke eben wegen der Zug-Ausrüstung mehrfach aufgeschoben wurde.

Mit Verlaub, ich halte das für absurd. Die Medien haben schon wegen viel weniger die DB mit Hohn und Spott übergossen. Und die Einnahme-Ausfälle dürften die eingesparten (teilweise ja nur aufgeschobenen) Kosten weit übersteigen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DB-Manager so kurzsichtig agieren.

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


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