Verkehrsplanung Wien - Sammelantwort (2) (Allgemeines Forum)

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Mittwoch, 09. Oktober 2019, 23:00 (vor 5 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 09. Oktober 2019, 23:03

@Altmann:
S45 zum Hauptbahnhof?

Ich möchte dich darauf sehr freundlich hinweisen, dass du nicht mehr und nicht weniger vorhast, als eine S-Bahnlinie im 10-Minuten-Takt am Hauptbahnhof enden zu lassen. Ich glaube, sowas sollten wir erstmal sickern lassen.

Ich kenne spontan keine Metropole, wo man so etwas ernsthaft in Erwägung zöge. Ideen zu der S45-Verschwenkung waren immer auf Durchbindung ausgelegt, nie dass man einen Hauptbahnhof damit lahmlegt...

Nun, das wäre das eine.

Das andere ist die Frage nach dem Sinn. Wollen sie alle wirklich zum Hauptbahnhof? Es könnte ja auch sein, dass die Nachfrage woanders liegt, etwa eher am Westbahnhof. Etc.

Wenn man zum Hauptbahnhof mit Schnellverbindungen will, kommt man mit der S45 nach Hütteldorf, dort dann mit der S80 nach Hauptbahnhof. Das ist ein stabiles Angebot, da muss man keine teuren Ausbauten machen, die auch kaum stattfinden würden, wäre die Bedingung dazu, dass man mal eben den Hauptbahnhof überlastet.

Ich glaube, da gibt es bessere Alternativen.

Und die Stammstrecke wird an Bedeutung gewinnen. Ein schlauer Planer wird also eher nicht die Bedeutung einer Tangentialverbindung zu dieser in Frage stellen.

Zumal die zweite Stammstrecke, wie sie im Startpost vorgestellt wurde, das gesamte Motiv in Frage stellen würde. Ich finde, die S45 ist so wie sie konzipiert ist, genau richtig. Da sollte man nicht herumdoktern.

Bahnhof Meidling

Man nehme eine gebündelte Trasse, platziere dort eine Haltestelle und lasse alle Züge für meist 1-2 Minuten halten. Et voilá, man hat Wien Meidling. Es ist tatsächlich eine Haltestelle, Züge haben dort kurze Aufenthalte und weil sie alle dort halten, wird auch in Zukunft nichts auflaufen.

Die Zuläufe sind von hoher Kapazität konzipiert, durch die Pottendorfer Linie verschwinden potenzielle Konfliktpunkte und man kann sagen, dass Wien Meidling auch Züge im Blockabstand theoretisch ganz gut aufnehmen könnte. Ich bin selbst ja öfters durch Wien unterwegs, suchte zum Beispiel vergeblich nach den Problemen, die die Desiro ML auf der S7 verursachen sollen... und ich kann in Meidling keinerlei Überlastung entdecken. Kollege Thomas wird mir da zustimmen. In Meidling geht es flott und flüssig. Da sehe ich wirklich keine Probleme.

@naseweiß

Hui, also von Überdimensionierung würde ich jetzt aber doch kaum sprechen. Ich sehe eher eine Planung, die auf die künftige Nutzung relativ passgenau abgestimmt ist.

Bahnhöfe wie der Westbahnhof oder der Franz-Josefs-Bahnhof sind integrale Bestandteile des Wiener Personenverkehrsnetzes. Würde man die abreißen, würde man tatsächlich vor massiven Problemen stehen. Das wäre tatsächlich eine Fehlplanung.

Ich würde dir nahelegen, dir die Situation am besten zur HVZ mal in Ruhe anzuschauen. Immer im Hinterkopf behalten, wie die Trassen gestaltet sind.

Mal davon abgesehen, wir sind nicht in Hamburg. Wir reißen nicht einfach aus Jux und Tollerei zentrale Verkehrsknoten weg und stellen einen unbefriedigenden Ersatz hin. Dank der großen und unerreichten Weisheit der damaligen Planer in der k.u.k. Monarchie haben wir ja in Wien ein Verkehrsnetz mit einem sehr soliden Fundament. Und im Gegensatz zu Trumps Äußerungen haben diese Visionen von damals nachhaltige Impulse gesetzt, die auch zukunftsfähig sind. Es wäre ganz schön kurzsichtig, diese großartigen Dinge wegzuwerfen. Das machen wir hier nunmal nicht und das ist auch gut so.

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