Die Frage ist: was will man damit? (Allgemeines Forum)

HBSA ⌂, Hamburg, Dienstag, 08. Oktober 2019, 19:05 (vor 9 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von HBSA, Dienstag, 08. Oktober 2019, 19:07

Dazu stellt sich natürlich dann die Frage, ob der Staat überhaupt Infrastruktur zur Verfügung stellen sollte, bei der die Kosten nicht 1:1 gedeckt werden...


Ja und wer soll die Straßen nach Jarlingen oder Breese im Bruche dann betreiben?

So stelle ich mir das vor:
Am besten schreiben wir den Betrieb der Straßen aus.
Ein Bieterkonsortium aus China, den VAE und USA gewinnt die Ausschreibung.
Ab sofort ist die L492 A7 – Heinde in Niedersachsen eine private Straße, für die man Maut zahlen muss.
Der Betreiber verlangt pro Achse 5,60€.
Nach kurzer Zeit stellt der Betreiber fest, dass fast alle nun über die B243 durch Hildesheim ins Lammetal kommen.
Der Betreiber gerät in finanzielle Schieflage.
Bundesfinanzminister Christian Lindner bewilligt ein Rettungspaket für Lammetal Private Roads LLC.
Auch das Rettungspaket reicht nicht um das Unternehmen zu stabilisieren.
Die L492 verkommt inzwischen völlig, allerdings nehmen die Investoren nach wie vor kräftig Geld, nicht zuletzt aus dem Rettungspaket, nach Hause.
Die L492 wird durch die Behörden gesperrt, da inzwischen mehrere Autos von der Fahrbahn abgekommen sind.
Bundesfinanzminister Lindner kauft die L492 von Lammetal Private Roads zurück, zu einem "marktüblichen Preis".
Aufgrund des desolaten Zustands der Straße kommt nur ein kompletter Neubau in Frage.
Nach mehreren Architektenwettbewerben wird der Neubau eines Tunnels ausgeschrieben.
Das Konsortium Strabag-Papenburg-Hochtief sichert zu, den Neubautunnel innerhalb von fünf Jahren fertig zu haben.
Inzwischen ist auch die B243 von Hildesheim kommend in einem desolaten Zustand, LKW werden nun über Bockenem ins Lammetal geleitet.
Pendler fahren inzwischen über eine Stunde nach Hildesheim.
Das Konsortium S-P-H kündigt an, der Bau des Tunnels werde nun doppelt so teuer und dauert sieben statt fünf Jahre.
Eine provisorische Straße (L492-B) wird gebaut, um in der Zwischenzeit die B243 zu modernisieren.
Ein Tunnelbohrmaschine verursacht das Absacken der Scheune von Bauer Müller, dieser kann seinen Betrieb nicht fortführen. Das Konsortium unterbricht die Bohrarbeiten und betoniert die Maschine ein.
Das Projekt wird vorerst auf Eis gelegt, die provisorische L492-B wird ausgebaut, um für die kommenden 20 Jahre Ersatz zu leisten.
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Bundesverkehrsminister Amthor weiht den neuen Tunnel L492 im Jahr 2059 ein. Nach nur 40 Jahren Bauzeit und 750 Million Scheuro (Scheuer ist inzwischen in der EU-Politik aktiv und hat eine Umbenennung des Euro errungen) ist das drei Kilometer lange Meisterwerk vollendet.

*Ironie Off* Meiner Meinung nach ist die Privatisierung von Infrastruktur fast nie sinnvoll, da die "Investoren" diese oft eher stiefmütterlich behandeln.

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