Sinn/Unsinn berührungsfreier Bahnen (Sammelantwort). (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Dienstag, 08. Oktober 2019, 10:40 (vor 11 Tagen) @ J-C

Zuerst mal die Quelle meiner Quotes, war diese vergessen.

Tabernaer:

Wenn das Ding eine Alternative zum Flieger sein soll, wäre es sinnvoll, das Teil auch Nonstop zw. Paris und Berlin fahren zu lassen.

Als Freiluft-Maglev schon (da auf 500-600 km/h limitiert wo ein Verkehrsflieger 950 km/h schafft), als Vakuumrohr-Hyperloop bin ich mir nicht sicher.

J-C:

Der Flieger wäre dann immer noch schneller und man würde 90% der potenziellen Fahrgäste außen vor lassen. Würde nicht mal eine Fahrplanperiode überleben.

Und erst recht wenn das Fluggesellschaft dann auch noch für uns die CO2-Ausstösse ausgleicht. Man kann also quasi die Erde sauber fliegen...;)

Gut, mal ernst.

Ich bekomme den Eindruck, dass die europäischen Vorhaben bzgl. berührungsfreie Langstreckenbahnen eher als Alternative zum Rad/Schiene-HGV geeignet sind als für Flieger-Ersatz. Drei Aspekte: 1. Nutzen/Kosten, 2. Reisezeiten, 3. Umweltbelastung.

1. Pro Flieger: Infra vorhanden; für Maglev muss diese gebaut werden.
Pro Maglev: Peoplemover pro Person preiswerter als Flugzeug.

2. Pro Flieger: höhere vdurch möglich als bei Maglev.
Pro Maglev: mehr Zwischenhalte möglich als beim Flieger, Terminal weniger komplex als Flughafen.

3. Pro Flieger: auf 10 km Höhe weniger Luftreibung als ein Maglev auf "Mähfeld" und das bei 950 statt 600 km/h.
Pro Maglev: nur ein paar cm abheben statt 10 km. Totlast pro Person kleiner als beim Flieger. Elektroantrieb verursacht weniger CO2 als Kerosin.

Vermutlich gibt es einen "Break-Even-Point" ab wo der Maglev umwelttechnisch im Vorteil ist, und in China oder Japan wird das eher erreicht als hier in Europa.

Aber Maglev statt Rad/Schiene, das ist sowas wie HGV statt Intercity, oder Intercity statt Regionalbahn. Man verschiebt bereits umweltfreundliche Verkehre, schafft aber keine Neuverkehre.
Wenn ich sehe, was zur Zeit zwischen Groningen-Bremen namens "Wunderline" passiert, dann wird man als Autofahrer nur die Schulter heben und weiterfahren. Wenn man dann 2035 den durchgehenden "Schnellzug" Groningen-Bremen hat, dann wird diese vor allem durch Reisende bevölkert, die zuvor die Bummelbahn oder den Fernbus benutzten.

Dann habe ich den Eindruck, dass man bezüglich Modalverschiebung Strasse-Schiene mit klassischen Zügen (160-200-230 km/h vmax, 100-140-160 km/h vdurch) mehr zustandekriegt als mit HGV und Maglev. Bei der Modalverschiebung Luft->Schiene wird sich vermutlich erst etwas tun, wenn Kerosin wirklich dermassen knapp wird, dass der Flugbetrieb gefährdet wird, oder wenn es mehr Energie kostet, einen Fass Rohöl zu gewinnen, als die Energie die in diesem Fass enthalten ist.

Tabernaer:

Der Vorteil von dem Magnetdings liegt ja in seiner Geschwindigkeit auf langen Strecken.

oska:

Ist das Magnetdings denn so viel schlechter zu beschleunigen als ein Zug mit Rädern?

S.i.w. beschleunigt Maglev besser. Deswegen haben die Chinesen nebst Shanghai Maglev drei berührungsfreien "low speed" Maglev-Metros:

Since then, an 18.6km maglev line linking Changsha South with Huanghua International Airport was completed in April 2016, a 9km elevated maglev line serving the western part of Beijing opened in December 2018, and a maglev line in Qingyuan, Guangdong province, is due to open this year.

Changsha Maglev Wiki.
Beijing S1 Subway Maglev Wiki.
Qingyuan Maglev Artikel.

Das sind alles Stadtbahnen in Millionenstädten. Changsha hat 4 Millionen innerstädtische Einwohner bei 5400 Einw./Qkm. Das ist etwa Köln-Düsseldorf-Duisburg-Essen-Dortmund zusammen in einer Stadt.
Qingyuan ist eine Satellitenstadt von Guangzhou, so wie Potsdam das von Berlin ist; nur ist Qingyuan grösser als München.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.


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