der Verein lernt es einfach nicht! (Allgemeines Forum)

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 08. September 2019, 13:57 (vor 12 Tagen) @ Alter Köpenicker

Hallöchen!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu 27 Minuten Verfrühung! Ich habe bislang nur 26 Minuten geschafft.

Zeigt aber: der Laden ist unbelehbar.

Nach dem Motto: 1000x erzählt, 1000x hat's nur genervt. Also jetzt Nummer 1001.

25.08.1989. Freitag. Die TMT-Tour startet um 19:26 Uhr mit IC 930 "Seemöwe" nach Münster. Dort wird der "Luna" geentert. D 2115 Schlaf- und Liegewagenzug mit "Twen-Nachttramper". Schon da kommen wir morgens in Augsburg zu früh an. 2 Minuten. Im IC 586 "Hamburger Hafen" genieße ich die verkehrshaltlose Zeit bis Würzburg, fahre weiter mit bis Göttingen. Dort geht es sofort rüber zu Fern-Express FD 1971 "Schwarzwald". Das besondere: Der fährt ohne Verkehrshalt von Göttingen bis Darmstadt!! Sowas mußte man erleben. Ich fuhr noch bis Karlsruhe mit. Züge aus der Schweiz gab es damals auch, EC 170 "Rätia" aus Chur brachte mich nach Fulda, an +22. Mit "Veit Stoß", IC 687 ab nach Würzburg. Dort klappte trotz 6 Min Verspätung der 2-Min-Anschluß an IC 527 "Rheinland" - denn der hatte auch 6 Minuten Verspätung. In München kamen wir aber pünktlich an.

Dann ging's los. Mit dem legendären D 2188. "Meteor". Schlaf- und Liegewagenzug. Hält nach München nur in Augsburg zum Einstieg und dann erst wieder ab Hannover zum Ausstieg bis Altona. Auch mit "Twen-Nachttramper", sprich Liegewagen ohne Bettzeug und ohne Betreuung. Dafür mit Kurswagen, Schlaf- und Liegewagen ab Hannover mit Eilzug(!) nach Bremen und der Liegewagen weiter mit Eilzug(!) nach Wilhelmshaven. Aufgrund des Andrangs am Samstagabend wurde der Zug in 2 Teilen gefahren! Los ging es um 23:02 Uhr mit 3 Minuten Verspätung. Ich saß im "Zusatzteil" - fuhr als 15188.

Blaschi pennte gemütlich, Rollo runter. Planankunft in Altona sollte 8.11 Uhr sein. Und ich erinnere mich noch: So gegen halb 8 werde ich wach, denke, da haste ja noch Zeit zum Sammeln, Rollo hoch - und waaaaaaaaaaaaaas? Wir sind ja schon in Hamburg!!!!

Hammer!!! Schnell alles zusammenraffen. Und einen Plan machen für den Tag.

Wir trudelten in Altona dann mit 26 Minuten Verfrühung ein!!!

So erreichte ich noch IC "Riemenschneider" nach Bebra - das war damals der Halt für Reisende nach Kassel. In Bebra fuhr ich dann mit dem Schienenbus bis zur Endstation Obersuhl. Sonntags 2x, Samstags 3x und werktags außer Samstags 4x zuckelte die Fuhre dort lang und das auf ca 1,6 Kilometern durch die DDR!!! Gruselfaktor 1000. Also hin und nach 6 Minuten Wendezeit wieder zurück - nochmal über Grund und Boden der DDR.

Ich bin dann noch eine dritte Nacht im Zug unterwegs gewesen. Dann stand noch der "Hamburger Clipper", der Früh-Sprinter auf der Rollbahn im Programm, nochmal nach Obersuhl und dann endete diese Tour abends kurz vor Mitternacht in Osnabrück. Und auch das TMT des Jahres war Geschichte. Ca 42.500 Kilometer in einem Monat waren absolviert.

Damals ahnten wir alle noch nicht, dass sich schon im Jahr drauf das Einsatzgebiet erweiterte: Der wilde Osten rief! So bin ich quasi historisch ein Glücksfall, ähm, also ich meine so vom Erleben her: Genau in die Jahre fiel der Aufbau des Interregio-Netzes, Einführung des ICE, erste Neubauschnellfahrstrecken, dann der Zuwachs im Osten - in den 10 Jahren TMT gab es immer wieder was neues.


So, genug erzählt ...


Schöne Grüße von jörg

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"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)


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