Es is eine einseitige Wertung in Form "unschuldige Deutsche" (Allgemeines Forum)

Henrik @, Donnerstag, 18. Juli 2019, 06:18 (vor 32 Tagen) @ J-C

Sie waren mit einem Stift in der Wahlkabine bewaffnet und wählten aus freien Stücken allein die NSDAP in Frankfurt mit 44% der Stimmen bei Wahlbeteiligung von 89%.

56% wählten die NSDAP also nicht. Also eine absolute Mehrheit, die diese Partei nicht wählte.

entsprach in etwa genau dem Reichsschnitt,
zusammen mit der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, einem von der DNVP dominierten Wahlbündnis ergab sich eine absolute Mehrheit und konnte darauf gestützt den Weg in die Diktatur ebnen.
Eine absolute Mehrheit der Wähler hat sich nicht gegen diese Parteien ausgesprochen.

Wer außer Rechtsextremisten nennt öffentlich diese Bevölkerung von damals grundsätzlich als unschuldig?

Du hängst dich an einem einzigen Wort auf

Der Zugführer hat nur zehn Worte selbst hinzugefügt
("die die Westalliierten auf die unschuldige Bevölkerung Frankfurts abgeworfen haben")
und daran sind tatsächlich nur zwei Worte kritisiert worden - Westalliierten und unschuldige.
Ohne diese beiden Worte macht der Nebensatz keinen Sinn,
Westalliierten wird zwar hauptsächlich von Extremisten benutzt, aber nicht nur - wäre so allein also nicht so relevant.
Es geht schlicht nur um die einseitig benutzte Floskel "unschuldige Bevölkerung Frankfurts"

Die einzigen Leute, die öffentlich von der "unschuldige Bevölkerung Deutschlands" gesprochen haben und es auch heute noch tun sind Nazis (damals während des Krieges noch) und Neonazis bzw. Rechtsextremisten/Rechtspopulisten etc. ....oder eben Leute, die aus Emotionen heraus sich in der Wortwahl vergriffen haben oder ähnliches.

Willst du mir sagen, irgendein Mensch hätte den Tod verdient?

übermorgen ist der 20. Juli!
Nach Kriegsende wurden NS-Verantwortliche zum Tode verurteilt

aus der Hinrichtung kennen wir die Hinrichtung von Saddam Husseins

einseitig von "unschuldige Bevölkerung Frankfurts" damals zu reden ist perfide,

Was ist daran einseitig?

Täter Westalliierten
Opfer unschuldige Bevölkerung Frankfurts

Möchtest Du Deine Frage hier an dieser Stelle ernsthaft wiederholen?

das geht direkt in Richtung kollektiver Unschuld, das ist reinstes Fahrwasser der Nazis.

Du unterstellst ihm eine Intention, die er selber nie dargelegt hat. Du interpretierst etwas hinein, was überhaupt nicht klar ist. Das ist nicht die Art, mit der man eine sinnvolle Debatte führen kann, wenn unklare Dinge so ohne weiteres einfach reininterpretiert werden. Es gibt da mehr als eine Möglichkeit, was die Intention da gewesen ist. Deine Interpretation ist jedenfalls nicht absolut gültig.

Es war eine Durchsage - kein Ansatz einer vermeintlichen Debatte.
Den Schuh muss er sich als Sprecher dann selbst anziehen.
Es gibt da nunmal nur zwei Möglichkeiten,
entweder gehört er tatsächlich zu dem äußerst rechten Dunstkreis oder er hat sich total in den Worten vergriffen, sprich es mangelte ihm total an Empathie/..
In beiden Fällen hat er bis auf weiteres an einem Lautsprecher der DB nichts zu suchen,
entsprechend erfolgte ja auch in beiderseitigem Einvernehmen die Konsequenz (wohlgemerkt, seinen Job hat er nicht verloren).

Das ist eine heftige Beleidigung für jeden, der unter dem NS-System damals und bis heute leiden muss.

Zu sagen, die Zivilbevölkerung hätte es in irgendeiner Weise verdient, von den Alliierten getötet zu werden

wie war das nochgleich mit "eine Intention unterstellen"? (ich tat es nicht)
von verdient getroffener Zivilbevölkerung hat hier im Thread niemand gesprochen - solche Leute gibt es ganz gewiss, aber hier im Forum hat sich keiner entsprechend geäußert, es auch nicht impliziert. Das sollte man einfach so auch niemanden unterstellen!

Die zielgerichtete Bombardierung von Zivilbevölkerung ist das eine (vgl. hier im Thread bereits mehrfach erwähnte Area Bombing Directive). Über die damalige Rechtmäßigkeit der selbigen unterhalten sich Historiker - es gibt unterschiedliche Ansichten.
Das ist alles hier nicht das Thema gewesen.

Sondern schlichtweg der Tenor auf "unschuldige Bevölkerung" - mehr wurde ja auch nicht gesagt.

worin ist es eine Beleidigung

"den man in einer Ansage einfach nicht so gut unterbringen konnte"

kurz gefasst ist es Taktgefühl,
insgesamt nennt man es Empathie.

oder hier passend "Grundgebote von Moral, Sensibilität und Takt" [Walter Jens]

"Schatz, macht mich das neue Kleid dick?" - "nee, das Kleid nicht."
.....nach 3 Tagen Funkstille kommst Du an mit dem Satz, "in der einen Antwort konnte ich das nicht so recht unterbringen, was ich meinte."
allein nur im zwischenmenschlichen gibt es unzählige solcher Beispiele.

Jetzt gehe mal in jüdische Synagogen, die in Berlin ist sehr sehenswert
und schreie da laut einseitig rum von "unschuldige deutsche Bevölkerung".
Komme dann wieder und sage, es fühlte sich niemand beleidigt.

Wie weißt du, was sein Weltbild, was seine Intentionen sind?

siehe oben,
entweder hat er ein gewisses Weltbild oder er hat etwas aus mangelnder Empathie/.. gesagt, was er so besser nicht hätte sagen sollen.

In dem Fall hat er die Mehrheit der Bevölkerung zur Gesamtheit erklärt... nicht so ganz glücklich.

ist doch schonmal was,
haben auch andere hier benutzt, diese Floskel "nicht so ganz glücklich".

allein schon "nicht so ganz glücklich" kann an der entsprechenden Stelle genau zuviel sein.
Hier war es eben ein Beschäftigter der DB AG bei einer Lautsprecherdurchsage vor Fahrgästen.
Wegen "nicht so ganz glücklich" vorgetragen musste auch schon ein Bundestagspräsident zurücktreten

Dir sei dieser Satz aus seiner Rede ans Herz gelegt:
"...1938 eine große Mehrheit der Deutschen hinter ihm stand, sich mit ihm und seiner Politik identifizierte [...] die meisten Deutschen und zwar aus allen Schichten – aus dem Bürgertum wie aus der Arbeiterschaft – dürften 1938 überzeugt gewesen sein, in Hitler den größten Staatsmann unserer Geschichte erblicken zu sollen."
!

Es heißt, es gehe um moral bombing. Man wollte gezielt Zivilisten treffen. Was soll da denn sonst das Ziel sein?

Es geht hier um eine amerikanische Bombe - wie kommst Du da nun auf moral bombing?

Zum einen handelte es sich um eine amerikanische Bombe, diese hatten eben grundsätzlich nicht das Ziel, Zivilisten zu treffen, sondern kriegswichtige Industrieziele und das Verkehrsnetz.

Und deswegen hat man nachweislich Angriffe auf Zivilisten gemacht? War sicher nur ein Versehen...

Dein moral bombing wurde nachweislich von Briten gemacht - die Amerikaner haben sie dabei unterstützt, aber nicht mit eigenen Bomben.

Liegen Dir andere Erkenntnisse vor, vor allem speziell auf Frankfurt, inbesondere bezüglich dieser Bombe, dann rück damit raus, aber nicht hier, sondern informiere die Historiker.

Der Fundort dieser Bombe ist zudem auch meilenweit entfernt von Wohnhäusern.

Newsflash, Zivilisten gibt's nicht nur in Wohnhäusern!

Es gab Flächenbombardements, die hauptsächlich Zivilisten treffen sollten
und Bombardements, die Industriebetriebe und Infrastruktur zum Ziel hatten
(vgl. Während die Royal Air Force ihre nächtlichen Flächenbombardements auf dichtbesiedelte Städte fortsetzte, sollte die US-Luftwaffe Industriebetriebe und Infrastrukturen bei Tag angreifen.)

In der amerikanischen Luftkriegsdoktrin [...] waren Angriffe auf spezifische industrielle Schlüsselziele bei Tag vorgesehen. Kollateralschäden unter der Zivilbevölkerung sollten so weit wie möglich vermieden werden.

Natürlich hats auch Zivilbevölkerung unter US-Bomben getroffen, Kollateralschäden solcher war nicht deren Intention.

hier wird aber solche unterstellt.

Na umso besser, ein Angriff auf die, die wirklich am wenigsten für ihre Situation können, ausgerechnet dort, wo Opfer des Nationalsozialismus konzentriert wurden, lässt man eine Bombe fallen.

Hast Du sie noch alle? o.O? *facepalm*!
Weißt Du gar nicht, wo diese Bombe gefunden wurde?
Nicht im Keller der Großmarkthalle, sondern unweit der Infrastruktur, der Bahnstrecken.

Seine Aussage ist nicht faktenbasiert

Das hängt vom Auge des Betrachters ab. Ehrlich gesagt denke ich mir gar nicht so viel, wenn es um Bombenentschärfungen geht...

Das faktenbasiert hängt nicht vom Auge des Betrachters ab, der Zugführer wird diese Fakten ganz gewiss nicht haben.
Der Zugführer hat ein bisschen zuviel gedacht und es dann sofort auch noch laut ausgesprochen vor lauter Öffentlichkeit. Das geht so nicht.

Seine Aussage ist rein emotional getätigt worden.

Das kannst du natürlich von der Ferne aus beurteilen.

Er hat diese Aussage ja ganz offensichtlich nicht rational getätigt im Auftrage seines Arbeitgebers,
faktenbasiert gedeckt von Erkenntnissen seinerseits war sie auch nicht,
einseitig war sie. emotional total daneben.

Ich halte die Reaktion der DB für einen Schnellschuss. Aber PR-mäßig in der Hinsicht wohl die beste Lösung. Man will da einfach den Konflikten aus dem Wege gehen, das ist nicht die beste Lösung, aber eine Lösung mit der man wohl am ehesten leben kann.

Es gab keine PM dazu.
Bis zu dem Zeitpunkt der Konsequenz hielt sich das Medienecho auch noch sehr bedeckt.
PR-mäßig wäre es tatsächlich ein totales Fiasko für die DB, wenn sie überhaupt nicht gehandelt hätte, zurecht hätte dann die DB einen Schaden genommen.


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