(ZM:) Zugführer mit falscher Wortwahl ... (Allgemeines Forum)

Henrik @, Montag, 08. Juli 2019, 23:38 (vor 76 Tagen) @ GibmirZucker

An sich wird er mit den Fakten Recht haben, da es durchaus wahrscheinlich ist, dass
1. Es eine US- oder britische Bombe war
2. Bei der Bombardierung es um eine Fläche Bombardierung gehandelt hat, welche die zivile Infrastruktur zum Ziel hatte
3. Die Opfer zum Teil unschuldig waren, da die Bomben auch Regimegegner und Parteilose, vielleicht sogar Zwangsarbeiter und von den Nazis verfolgte Etnien getroffen haben.

Nicht Recht hätte der Zugbegleiter, wenn
1. Es eine deutsche Bombe war
2. Der Angriff z.B. explizit einer Parteizentrale oder SS-Kaserne galt

eine amerikanische 500 kg Bombe

Flächenbombardierung kann sein, gab es in Frankfurt einige, der Ort spricht aber eher eine andere Sprache.
Frankfurt-Ostend war geprägt von der jüdischen Bevölkerung.
In Fundortnähe befand sich die Großmarkthalle & Bahnhof Großmarkthalle.
Ab Oktober 1941 verwendeten die Nationalsozialisten die Kellerräume der Großmarkthalle als Sammelpunkt und den Güterbahnhof zur Deportation jüdischer Männer, Frauen und Kinder aus Frankfurt und Umgebung. Diese Transporte aus dem Güterbahnhof der Großmarkthalle – zumeist in das KZ Theresienstadt – spielten eine bedeutende Rolle bei dem Völkermord innerhalb der Vernichtungsmaschinerie des Holocaust. Insgesamt wurden in 10 größeren und 18 kleineren Transporten bis Februar 1945 über 11.000 Menschen deportiert


Bei den Luftangriffen auf Frankfurt kamen nach amtlichen Statistiken insgesamt 5559 Menschen ums Leben, darunter 4822 Frankfurter, aber auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Im Vergleich dazu fielen während des Krieges über 18.000 Frankfurter als Soldaten an der Front oder starben im Lazarett; über 11.000 Frankfurter Juden wurden deportiert und ermordet. Die genaue Zahl der in Frankfurt eingesetzten und ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter ist nicht bekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Frankfurt_am_Main#Luftkriegsopfer

An sich ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass er Recht hat. Ob man bei Begründung von Unregelmäßigkeiten derart ins Detail gehen soll, ist eine andere Frage.

es darf doch sehr bezweifelt werden, dass der Schaffner überhaupt über diese Details Bescheid wusste
und vor allem hätte er bei einer deutschen Bombe einen entsprechenden Kommentar gewiss unterlassen.
Zur selben Zeit wurde in Gießen eine deutsche Fliegerbombe gefunden, dort auch entsprechend evakuiert.

Jedenfalls ist die Antwort der DB totaler Schwachfug - da hat der Zufallsgenerator wohl wieder die Textbausteine gemischt.

Kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt sind Grundwerte der Deutschen Bahn. Rassistische oder fremdenfeindliche Äußerungen widersprechen diesen Unternehmenswerten.

https://www.facebook.com/DBPersonenverkehr/posts/2312223938813534

ganz im Gegenteil, die DB distanziert sich hiermit mit aller Deutlichkeit von dem entsprechenden Kommentar des Mitarbeiters
und das geht nun weiter seinen Lauf,


"Klar ist aber, dass sie weder unseren Vorgaben entspräche noch die Meinung des Unternehmens Deutsche Bahn repräsentieren würde", heißt es in dem entsprechenden Statement. Die Bahn werde dem Fall nachgehen und mit dem Personal an Bord des Zuges sprechen und dann arbeitsrechtliche Schritte prüfen. "Sollte die Ansage tatsächlich so erfolgt sein, bitten wir unsere Reisenden um Entschuldigung."


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